DE19710743A1 - Risstiefenmessung an Bauteilen aus elektrisch gering leitendem Material, insbesondere an Turbinenschaufeln - Google Patents
Risstiefenmessung an Bauteilen aus elektrisch gering leitendem Material, insbesondere an TurbinenschaufelnInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Rißprüfung/-
Rißtiefenmessung an Bauteilen, insbesondere an Turbinen
schaufeln, die aus Metall bestehen, das jedoch relativ ge
ringere spezifische elektrische Leitfähigkeit hat.
Es ist bekannt, Turbinenschaufeln nicht nur nach deren Her
stellung, sondern auch (in Abständen) nach einer Laufdauer
auf das Vorhandensein von Materialrissen zu überprüfen. Zum
Beispiel in Gasturbinen sind Turbinenschaufeln sehr hohen Be
lastungen ausgesetzt, die zu Rißbildung im Material führen
können. Die vom Gasstrahl getroffenen Flächen von Turbinen
schaufeln sind meistenteils mit einer vorzugsweise hochwärme
beständigen Beschichtung bis zu etwa 0,3 mm Dicke versehen.
Eine entdeckte Rißbildung ist dann dahingehend zu beurtei
len, ob ein jeweiliger Riß nur diese Oberflächenschicht be
trifft oder tiefer bis in das Grundmaterial hineinreicht.
Entsprechend ist dann zu entscheiden, ob eine Turbinenschau
fel, an der Risse festgestellt worden sind, noch weiter ver
wendet werden kann, bzw. lediglich mit einer neuen Oberflä
chenschicht zu versehen ist. Bei jeglicher Rißprüfung ist
aber auch darauf zu achten, ob ein vermeintlicher Riß nicht
durch eine (magnetische) Materialinhomogenität vorgetäuscht
ist. Selbstverständlich muß diese Rißprüfung eine nicht ma
terialzerstörende Methode sein.
Es ist bekannt, Rißprüfung an Werkstücken mit Wirbelstrom
meßgeräten durchzuführen. Zum Beispiel ist aus der DIN-Norm
54 140, Teil 3 bekannt, mit Sonden-Spulensystemen dort ange
gebener vielfältiger Art in ebenfalls dort angegebener Schal
tungs- und Betriebsweise die Rißdetektion und -messung
durchzuführen. Es ist für alle Prüfvarianten die Messung von
Amplitude und auch Phase des angeregten Echosignals auszufüh
führen, um nach entsprechender Demodulation der an der Meß
spule gemessenen Spannung U M das definierte Ausgangs- bzw.
Meßsignal US zu erhalten. Diese zweifache Messung ist relativ
aufwendig. Aus den bekannten Unterlagen zu dieser DIN-Norm
können im übrigen Definitionen und Beispiele hinsichtlich
verwendeter Spulenformen und Abmessungen, Schaltungen und
dergleichen entnommen werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, auch kleine Risse,
insbesondere auch solche in lediglich der Oberflächenbe
schichtung von z. B. 0,1 bis 0,5 mm Tiefe, zuverlässig detek
tieren und möglichst auch quantitativ auf Rißtiefe erfassen
zu können. Der genannte Bereich schließt auch solche Risse
ein, die meistenteils nicht mehr visuell erfaßbar sind, den
noch aber beachtet werden müssen.
Diese Aufgabe wird mit der Lehre des Patentanspruches 1 ge
löst.
Die Vorgehensweise der Erfindung ist folgende: Es wird aus
Material, aus dem die zu untersuchenden Turbinenschaufeln be
stehen, ein Testkörper hergestellt und in diesen werden durch
Funkenerosion Nuten mit in vereinfachender Weise vorzugsweise
gleicher, praktisch ausführbar möglichst geringer Breite, je
doch mit unterschiedlicher Tiefe hineinerodiert. Bei der Er
findung wird dieser Testkörper, der eine durch diese Erosion
bekannte Geometrie an Nuten besitzt, die - wie im Rahmen der
Erfindung erkannt - mit Rissen an Turbinenschaufeln ver
gleichbar sind, als Vergleichsnormal benutzt. Das mit solchen
erodierten Nuten versehene Material des Testkörpers wird mit
tels der auch bei der Messung am Prüfling verwendeten Wirbel
stromsonde ausgemessen und somit ein erfindungsgemäßes Ver
gleichsmuster erstellt.
Die Fig. 1 zeigt ein solches Vergleichsmuster mit wie darin
angegebenen künstlich erzeugten Nuten mit unterschiedlichen
Tiefen für eine Nutbreite von z. B. 230 µm. Aufgenommen ist
dieses Muster z. B. mit einer Meßfrequenz 2 MHz.
Die Fig. 1a zeigt eine aus Fig. 1 abgeleitete Eichkurve,
aufgetragen der Betrag der Widerstandsänderung DIZI über der
Nuttiefe (mit 230 und mit 80 µm Nutbreite).
Fig. 2 zeigt die Abwicklung der gekrümmten Oberfläche der im
Betrieb Druck-belasteten Seite eines sichtbare Risse aufwei
senden Schaufelblattes einer schon in Betrieb gewesenen Tur
binenschaufel.
Dazugehörig zeigt Fig. 3, ebenfalls in Abwicklung, ein an
der Turbinenschaufel nach Fig. 2 ermitteltes Meßergebnis,
aufgenommen mit derselben Anordnung und Einstellung, mit der
das Meßsignalmuster nach Fig. 1 gewonnen wurde.
Fig. 4 zeigt eine Vergrößerung eines Ausschnittes aus Fig.
3.
Fig. 5 zeigt ein Schaltungsprinzip.
Bei den nachfolgend wiedergegebenen und erörterten Messungen
und Meßergebnissen ist entgegen der DIN-Vorschrift in - wie
bestätigt zuverlässiger Weise - entsprechend erfindungsgemä
ßer Vereinfachung nur noch die Amplitude des Meßsignals ge
messen worden. Es hat sich erwiesen, daß es keine wesentliche
Abweichung gibt, wenn auf die erschwerende Messung auch der
Phase verzichtet wird.
Wie durch Überprüfung mit Testreihen von Schliffbilduntersu
chungen festgestellt wurde, ist ein Vergleich des Meßergeb
nisses nach Fig. 3 mit dem Meßergebnis des Musters der Fig.
1 zulässig und verläßlich, obwohl die Risse im Schaufelblatt
(Fig. 2) z. B. nur 20 µm breit sind, wohingegen das Muster
nach Fig. 1/1a Erosions-Nutbreiten von angegebenen 230 bzw.
80 µm hat. Die Verläßlichkeit des Vergleichs ist bis auf ma
ximal ± 10% Abweichung gewährleistet. Bei genügend großer
Verstärkung der Meßsignale zur Fig. 3 können, wie die prak
tisch gewonnene Erfahrung zeigt, auch unsichtbare kleinere
Risse mit z. B. weniger als 0,2 mm Tiefe erfaßt werden. Die
Fig. 3 läßt einen solchen Riß zwischen den beiden Peaks 7
und 8 erkennen, wie dies die Fig. 4 als Ausschnittsvergröße
rung der Fig. 3 zeigt.
Die Erfahrung mit dem Arbeiten nach der Erfindung hat also
gezeigt, daß die alleinige Amplitudenmessung völlig ausrei
chende Sicherheit der Rißprüfung gewährleistet und auf die
ansonsten übliche, aufwendige Berücksichtigung einer Phasen
lage vorteilhafterweise verzichtet werden kann.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können somit auch von der
Oberfläche der Schaufel ausgehende unsichtbare Risse in Tur
binenschaufeln festgestellt und mit einem verbindlichen Prü
fergebnis bewertet werden.
Durch Variieren der Meßfrequenz, d. h. Durchführung der Mes
sungen bei jeweils verschieden groß gewählter Meßfrequenz im
KHz- bis MHz-Bereich, kann sichergestellt werden, daß es sich
tatsächlich um einen Riß und nicht etwa um eine magnetische
Verunreinigung, Gefügeumwandlung und dergleichen und/oder um
eine oxidierte Stelle des Metalls handelt, deren Vorhanden
sein für die eigentliche Rißprüfung und Rißtiefe-Messung
nicht von Interesse ist. Solche festgestellten magnetischen
und/oder oxidierten Stellen können dann anderweitig bewertet
werden.
Zur bei gegebenenfalls zwei oder mehreren unterschiedlichen
Meßfrequenzen erfolgenden erfindungsgemäßen Messungen emp
fiehlt es sich, eine axiale Gradiometer-Meßsonde mit trans
formatorischer Schaltung oder auch eine Einzelspule in para
metrischer Schaltung zu benutzen. Bei der transformatorischen
Schaltung erfolgen Erregung und Messung mit zwei getrennten
Spulen, die vorzugsweise sehr dicht beieinander angeordnet
sind. Bei Anwendung der parametrischen Schaltung erfolgen Er
regung und Messung mit ein und derselben Spule. Auch hier er
folgt die Erregung mittels einer Generatoreinheit mit Wech
selstrom mit für die Meßdurchgänge konstanter Amplitude bei
jeweiliger vorgegebener Meßfrequenz. Die in dieser Sondenspu
le induzierte Meßwert-Spannung UM wird ausgewertet.
Weitere allgemeine Einzelheiten bezüglich zu verwendender
Tast-/Sondenspulen gehen aus der genannten DIN 54 140 Teil 3,
dort insbesondere Seite 3, hervor.
Die Fig. 5 zeigt mit 51 den Wechselstromgenerator und mit 52
die Erregerspule. Die transformatorisch angekoppelte Gradio
metersonde ist mit 53 bezeichnet. Die Empfangssignal-Verstär
kung erfolgt mittels des Verstärkers 54. Mittels der Einheit
55, z. B. einem Digital-Oszilloskop, betrieben im Peak-De
tection-Mode, erfolgt die Amplitudenmessung und das Ausgangs
signal wird mit dem Drucker 56 ausgedruckt.
Die Wicklungen der Spulen der Gradiometersonde 53 sind z. B.
auf ein Aluminiumoxid-Stab mit 0,8 mm Durchmesser aufge
wickelt. Der Abstand der Wicklungen beträgt ca. 1 mm und der
Drahtdurchmesser 30 µm. Es ergibt sich ein Widerstand von ca.
6 Ohm und eine Induktivität von etwa 2 µH. Die Erregerwick
lung 52 hat z. B. einen Durchmesser von 3,5 mm mit einem
Drahtdurchmesser von 50 µm, einen Widerstand von ca. 12 Ohm
und eine Induktivität von ca. 56 µH.
Der Gradiometerabgleich erfolgt zweckmäßigerweise an Luft,
d. h. ohne Beeinflussung durch (sonstiges) elektrisch leiten
des Material.
Es empfiehlt sich, siehe Fig. 2, die Detektion von Rissen
Nr. 1 bis Nr. 10 in folgender Weise durchzuführen:
Messung, z. B. in etwa parallel einer Kante Ka des Schaufel blattes S, auf einer der Spuren A bis J in einem ersten Ab stand von dieser Kante. Weiter eine oder vorzugsweise auch mehrere gleichartige Messungen in weiteren der parallelen Spuren A bis J, jedoch mit jeweils anderem Abstand von dieser Kante Ka. Diese Messungen erfolgen bei einer ersten Frequenz. Wiederholung dieser Messungen mit einer anderen Frequenz und ggf. weitere Wiederholung(-en) mit (jeweils) noch anderen Frequenzen. Man wählt dazu Frequenzen in einem Bereich von etwa 50 KHz bis 5 MHz, wobei man entsprechend der Anzahl (z. B. 5 bis 10mal) der obigen Wiederholungen von Messungen bei verschiedener Frequenz die jeweiligen Frequenzwerte in diesem Bereich in z. B. 5 bis 10 Stufen aufgeteilt bemessen auswählt. Dies dient der Unterscheidung von zu detektieren den/zu messenden Rissen gegenüber sonstigen, obengenannten Ursachen.
Messung, z. B. in etwa parallel einer Kante Ka des Schaufel blattes S, auf einer der Spuren A bis J in einem ersten Ab stand von dieser Kante. Weiter eine oder vorzugsweise auch mehrere gleichartige Messungen in weiteren der parallelen Spuren A bis J, jedoch mit jeweils anderem Abstand von dieser Kante Ka. Diese Messungen erfolgen bei einer ersten Frequenz. Wiederholung dieser Messungen mit einer anderen Frequenz und ggf. weitere Wiederholung(-en) mit (jeweils) noch anderen Frequenzen. Man wählt dazu Frequenzen in einem Bereich von etwa 50 KHz bis 5 MHz, wobei man entsprechend der Anzahl (z. B. 5 bis 10mal) der obigen Wiederholungen von Messungen bei verschiedener Frequenz die jeweiligen Frequenzwerte in diesem Bereich in z. B. 5 bis 10 Stufen aufgeteilt bemessen auswählt. Dies dient der Unterscheidung von zu detektieren den/zu messenden Rissen gegenüber sonstigen, obengenannten Ursachen.
Es empfiehlt sich, wie voranstehend beschriebene Messungen
auch in (parallelen) Spuren in einem Winkel zu den Spuren A
bis J, z. B. (in der Ebene der Fig. 2) senkrecht dazu, d. h.
etwa parallel der Eintrittskante K der Schaufel (diese Kante
ist für Risse besonders anfällig), auszuführen.
Die eigentliche Rißtiefenmessung wird dann (in entsprechender
Weise) vorzugsweise mit einer der jeweilig verwendeten Son
denspulen und deren Resonanzfrequenz entsprechend gewählter
Meßfrequenz ausgeführt. Diese Frequenz wird vorzugsweise auf
etwa 2/3 dieser Resonanzfrequenz bemessen.
Es sei noch folgende Anmerkung gemacht:
Ein vorhandener Riß im Material der Beschichtung und ggfs. des Grundmaterials der Schaufel liefert bei allen Meßfre quenzen Signale der gleichen Richtung (Polarität). Treten je doch Signale auf, die im Bereich von z. B. ab 200 bis 500 KHz eine Umkehr der Polarität zeigen, beruhen diese Signale auf magnetischem Belag bzw. magnetischer Inhomogenität. Es han delt sich dabei in der Regel um nadelförmige Ausscheidungen, die insbesondere in der oben schon erwähnten Schutz-Beschich tung entstanden sind und Signale geben, die je nach Meßfre quenz negativ oder positiv sind.
Ein vorhandener Riß im Material der Beschichtung und ggfs. des Grundmaterials der Schaufel liefert bei allen Meßfre quenzen Signale der gleichen Richtung (Polarität). Treten je doch Signale auf, die im Bereich von z. B. ab 200 bis 500 KHz eine Umkehr der Polarität zeigen, beruhen diese Signale auf magnetischem Belag bzw. magnetischer Inhomogenität. Es han delt sich dabei in der Regel um nadelförmige Ausscheidungen, die insbesondere in der oben schon erwähnten Schutz-Beschich tung entstanden sind und Signale geben, die je nach Meßfre quenz negativ oder positiv sind.
Claims (5)
1. Verfahren zur zerstörungsfreien Detektion von Rissen und
zur Messung der Rißtiefen in elektrisch leitfähigem Ma
terial mit wenigstens 0,1 bis 1 m W × cm spezifischem
elektrischem Widerstand unter Verwendung einer Meßvor
richtung mit Wirbelstrom-Tastspulen bei vorgebbarer Meß
frequenz mit Auswertung, wobei axiale Gradiometer-Meß
sonden (53) mit transformatorischer Schaltung oder eine
Einzelspule in parametrischer Schaltung verwendet
sind/ist,
mit der Vorgehensweise:
Verwendung/Herstellung eines Kontrollkörpers, bestehend aus gleichem wie dem zu prüfenden Material, mit in dessen einer Oberfläche erzeugten Nuten mit vorgegeben un terschiedlichen Tiefen der einzelnen Nuten und vorgebba rer Breite derselben,
Durchführung einer Rißtiefenmessung (Fig. 1) an diesem Kontrollkörper zwecks Erstellung einer Eichkurve (Fig. 1a) für die Abhängigkeit der sich jeweils ergebenden Meß signal-Amplituden von der jeweiligen Tiefe der erzeugten Nuten,
Messung mit unveränderter Meßanordnung/Wahl der Spule am Prüfling (Fig. 3) zum Erhalt von Meßwerten dieses Prüf lings, die mit den Meßergebnissen am Kontrollkörper (Fig. 1)/mit der Eichkurve (Fig. 1a) zur Bestimmung vorliegender jeweiliger Rißtiefe im Material des Prüf lings verglichen werden.
Verwendung/Herstellung eines Kontrollkörpers, bestehend aus gleichem wie dem zu prüfenden Material, mit in dessen einer Oberfläche erzeugten Nuten mit vorgegeben un terschiedlichen Tiefen der einzelnen Nuten und vorgebba rer Breite derselben,
Durchführung einer Rißtiefenmessung (Fig. 1) an diesem Kontrollkörper zwecks Erstellung einer Eichkurve (Fig. 1a) für die Abhängigkeit der sich jeweils ergebenden Meß signal-Amplituden von der jeweiligen Tiefe der erzeugten Nuten,
Messung mit unveränderter Meßanordnung/Wahl der Spule am Prüfling (Fig. 3) zum Erhalt von Meßwerten dieses Prüf lings, die mit den Meßergebnissen am Kontrollkörper (Fig. 1)/mit der Eichkurve (Fig. 1a) zur Bestimmung vorliegender jeweiliger Rißtiefe im Material des Prüf lings verglichen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
mit Messungen bei wenigstens zwei soweit voneinander ver
schiedenen Frequenzen, daß Risse von sonstigen Inhomoge
nitäten unterscheidbar sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
mit einer Gradiometer-Meßsonde (Fig. 5) mit transfor
matorischer Schaltung.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
mit einer Meßspule in parametrischer Schaltung.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
mit Wahl der Meßfrequenz für die Rißtiefenbestimmung bei
einer Meßfrequenz, die etwa 2/3 der Resonanzfrequenz der
verwendeten Sondenspule(n) beträgt.
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