DE19710430A1 - Verfahren zum Reinigen von mit Staub- oder Aerosolpartikeln beladenen Flächen - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von mit Staub- oder Aerosolpartikeln beladenen FlächenInfo
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- F23J—REMOVAL OR TREATMENT OF COMBUSTION PRODUCTS OR COMBUSTION RESIDUES; FLUES
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- B08B3/04—Cleaning involving contact with liquid
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen
von mit heißem Gas in Berührung befindlichen Flächen, die mit
Staub, Asche oder anderen abgeschiedenen Feststoffen aus dem
Gas beladen sind und sich in einem geschlossenen oder offenen
Gehäuse befinden.
Zur Abreinigung von kontaminierten oder mit Stäuben behafteten
Flächen werden nach dem Stand der Technik Verfahren angewen
det, deren Reinigungswirkung durch direktes Aufbringen von
Flüssigkeiten oder Dämpfen bzw. Gasen auf die zu abzureini
gende Fläche erzielt wird. Dabei müssen die Flüssigkeit oder
die Dämpfe bzw. Gase direkt auf die zu reinigenden Flächen
aufgebracht werden. Die Verfahren sind daher weniger geeignet,
Flächen in Behältern abzureinigen, in denen bestimmte Pro
zesse, z. B. unter Druck und bei höheren Temperaturen ablau
fen, oder die mit komplizierten oder komplexen Einbauten ver
sehen sind.
Die vorliegende Erfindung hat daher zur Aufgabe, ein Abreini
gungsverfahren mit hohen Abreinigungskräften für mit einem
heißen Gasstrom in Berührung befindlichen Flächen anzugeben,
die mit Staub, Asche oder anderen abgeschiedenen Feststoffen
beladen sind. Die Erfindung hat weiter die Aufgabe, eine zur
Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung anzugeben.
Zur Lösung der Aufgabe schlägt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren vor, wie es im kennzeichnenden Teil des Hauptanspru
ches angegeben ist. Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfah
rens sind in den Merkmalen der Unteransprüche 2 bis 4 zu se
hen. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung für das Verfahren ist
in den Ansprüchen 5 und 6 angegeben.
Die Erfindung gibt somit ein Verfahren und eine dafür ge
eignete Vorrichtung an, mittels denen zur Reinigung von Flä
chen eine gezielt schnelle Druckabsenkung in einem geschlosse
nen oder auch offenen System, wie z. B. in großvolumigen Behäl
tern ohne die Verwendung beweglicher Komponenten oder Einbau
ten ermöglicht wird. Das Verfahren ist darüberhinaus auch in
Druckbehältern, die unter einem hohen Prozeßdruck stehen unter
Aufrechterhaltung desselben durchführbar.
Weitere Einzelheiten werden im Folgenden und anhand der Fig.
1 und 2 näher erläutert. Es zeigen:
Die Fig. 1 schematisch einen Behälter für das Verfahren und
die Fig. 2 experimentell ermittelte Kurven des Druckabfalles
vor einer abzureinigenden Fläche bei einem Verdampfungs- bzw.
Abreinigungsvorgang.
Das neue Verfahren dient zum Reinigen von mit heißem Gas in
Berührung befindlichen Flächen, die mit Staub, Asche oder an
deren abgeschiedenen Feststoffen aus dem Gas beladen sind und
die in einem geschlossenen oder offenen Gehäuse oder einem Be
hälter beliebiger Größe untergebracht sind. Die Reinigung er
folgt dabei durch das Aufbringen von schnellen Druckabsenkun
gen auf die staubbeladene Seite der Fläche. Das Verfahren ist
vor allem zur Reinigung von Flächen bei höheren Temperaturen
bis in Bereiche um ca. 1000°C vorgesehen, wie es z. B. bei der
Reinigung von Wärmetauscherrohren, Abhitzekesseln oder Kataly
satoren erforderlich ist. Die Druckabsenkung wird nun dadurch
erzeugt, daß in das heiße Gas vor der staubbeladenen Seite
feine Tröpfchen einer Flüssigkeit, die bei den thermodynami
schen Bedingungen an der Fläche im Gleichgewichtszustand
dampfförmig ist, eingespritzt und dort durch die Wärme des
Gases zur Erzeugung des gewünschten Unterdruckes schlagartig
adiabatisch verdampft werden, wobei die Menge der Flüssigkeit
so dosiert wird, daß der Taupunkt des Gases nicht unterschrit
ten wird. Die Tröpfchengröße wird dabei durch die Einspritzbe
dingungen (Einspritzdruck, Düsenform und -anzahl usw.) einge
stellt. Die reinigenden Flächen können dabei von zylindrischer
Form sein, oder auch andersartige flache oder tief gegliederte
Formen aufweisen.
Das Wesentliche ist somit die spontane Absenkung des Druckes
auf der staubbeladenen Seite der Fläche in einem Behälter oder
in einem bestimmten Volumen eines Gehäuses, das bei hohen Tem
peraturen zur Aufnahme vorgesehen ist oder in das die Flächen
eingesetzt sind. Vorteilhaft ist dabei, daß die Druckabsenkung
nicht durch die Freigabe eines Querschnittes, sondern direkt
innerhalb des Behälters erzeugt wird. Diese Absenkung wird in
nerhalb von Millisekunden durch das schlagartige Verdampfen
der feinen Flüssigkeitströpfchen und die dadurch aufgebrachte
Verdampfungsenthalpie erzeugt. Das Gas kühlt ab, zieht sich
zusammen und bildet dadurch den gewünschten Unterdruck. Danach
stellt die Wärme im Behälter wieder den alten Zustand her, wo
durch der Einspritzvorgang auch mehrfach hintereinander in
kurzen Abständen nach Maßgabe der Dauer der Druckabsenkung er
folgen kann. Die Flüssigkeit kann normalerweise aus Wasser be
stehen, sofern die Verdampfungstemperaturen entsprechend hoch
genug sind, jedoch können auch abhängig von den Prozeßbedin
gungen andere Flüssigkeiten, wie z. B. verflüssigtes CO2 einge
setzt werden. Die zur vollständigen Verdampfung benötigte
Energie wird aus dem heißen Gas entnommen, das sich dadurch
kurzzeitig abkühlt. Die damit verbundene Druckabsenkung be
wirkt ein Druckgefälle über der Staubschicht und initiiert
eine Strömung von der Fläche weg. Die daraus resultierenden
Kräfte führen zur Ablösung des Staubes, der an der Fläche an
haftet und danach leicht entfernt werden kann.
Eine so gezielt erzeugte schnelle Druckabsenkung ist damit in
einem geschlossenen oder auch sogar offenen System oder in ei
nem Druckbehälter unter hohem Betriebsdruck ohne die Verwen
dung beweglicher Komponenten möglich. Durch den Wegfall beweg
licher Klappen oder Ventile kann die Druckabsenkung selbst in
großen Behältern mit vielen Flächen unter hoher Geschwindig
keit erfolgen. Diese kann auch in kompliziert aufgebauten Be
hältern gleichförmig erreicht werden, da die Druckabsenkung
direkt im Gasvolumen unabhängig von der zu reinigenden Fläche
erreicht wird. Die Druckabsenkung kann prinzipiell unabhängig
von Entlastungsöffnungen, Expansionsbehältern oder gesonderten
Rohrbehältern durchgeführt werden. Damit eignet sich das Ver
fahren besonders für druckbeaufschlagte Anlagen sowie für An
lagen, in denen mit toxischen, radioaktiven oder in sonstiger
Weise problematischen Aerosolen umgegangen wird. Dabei kann
die Behälterform allein nach prozeßtechnischen Gesichtspunk
ten gestaltet werden.
In der Fig. 1 ist ein solcher Behälter schematisch darge
stellt. Dabei ist in einem einem Gehäuse 1 ein Element 2 mit
einer staubbeladenen Oberfläche 2 in einer Zwischenwand 3 ein
gesetzt, wobei im Gehäuse 1 bestimmte Prozesse unter höheren
Drücken und Temperaturen ablaufen. Im Inneren des Gehäuses 1
sind vor der zu reinigenden Fläche 2 im Gasbereich 4 die
Sprüheinrichtungen 5 zum Einsprühen der Flüssigkeitströpfchen
5 angeordnet, die beliebig im Raum oder wie dargestellt in
Richtung der abzureinigenden Fläche 2 gerichtet sind und die
von außerhalb des Gehäuses 1 mit der Sprühflüssigkeit 5 ver
sorgt werden. In der Fig. 1 ist als Beispiel ein zylinderförmi
ges Element 2 dargestellt, wobei die Sprüheinrichtungen 10
gleichmäßig darum angeordnet sind. Das Verfahren ist aber auch
gleichermaßen zur Reinigung von andersartig geformten Flächen
2 geeignet.
In der Fig. 2 sind drei experimentell ermittelte Kurven des
Druckabfalles vor bzw an einer staubbeladenen Oberfläche bei
einem Verdampfungs- bzw. Abreinigungsvorgang dargestellt. Es
ist die Druckabsenkung beim Einsprühen von Wassertröpfchen un
ter verschiedenen Vordrücken aufgezeigt. Die Fig. 2 zeigt da
bei für das System Wasser/Luft und drei unterschiedliche Zer
stäubungsbedingungen den erreichten Unterdruck. Die durchgezo
gene Kurve zeigt, daß in ungefähr 20 msec eine Druckabsenkung
von 90 mbar erzielt wurde. Dieser Wert erwies sich als ausrei
chend für die Entfernung des auf einer Oberfläche abgeschie
denen Staubes. Weitere Werte können aus den gestrichelt darge
stellten Kurven entnommen werden. Für die Reinigung sind dabei
noch die Druckabsenkungsraten wesentlich, die der Steigung
entnommen werden können. Von ausschlaggebender Bedeutung bei
dem neuen Verfahren ist, daß die Druckabsenkung dabei prak
tisch verzögerungsfrei erfolgt. Dadurch kann eine vorzeitige
Rißbildung im Staubkuchen wirksam unterbunden werden.
1
Gehäuse
2
staubbeladene Oberfläche
3
Zwischenwand
4
Gasbereich
5
Sprüheinrichtungen
6
Sprühflüssigkeit.
Claims (7)
1. Verfahren zum Reinigen von mit heißem Gas in Berührung be
findlichen Flächen, die mit Staub, Asche oder anderen abge
schiedenen Feststoffen aus dem Gas beladen sind und sich in
einem geschlossenen oder offenen Gehäuse befinden, dadurch
gekennzeichnet,
daß auf die staubbeladene Seite der Fläche eine schnelle
Druckabsenkung im Millisekundenbereich aufgebracht wird,
indem in das heiße Gas vor der staubbeladenen Seite der
Fläche feine Tröpfchen einer Flüssigkeit, die bei den ther
modynamischen Bedingungen an der Fläche im Gleichgewichts
zustand dampfförmig ist, eingespritzt und dort durch die
Wärme des Gases zur Erzeugung eines Unterdruckes schlagar
tig adiabatisch verdampft werden, wobei die Menge der Flüs
sigkeit so dosiert wird, daß der Taupunkt des Gases nicht
unterschritten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Einspritzvorgang in kurzen Abständen mehrfach hintereinan
der nach Maßgabe der Dauer der Druckabsenkung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeit aus Wasser besteht.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeit aus verflüssigtem CO2 besteht.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß es unter dem Betriebsdruck eines Druck
behälters in diesem durchgeführt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem
der vorstehenden Ansprüche gekennzeichnet durch die folgen
den Merkmale:
- a) die Vorrichtung weist ein Gehäuse (1) oder einen Behäl ter auf, in welchem sich die staubbeladenen Flächen (2) befinden und das Ein- und Auslaßöffnungen (4, 5) auf weist, wobei die staubbeladenen Flächen (2) im Bereich zwischen diesen angeordnet sind,
- b) im Inneren des Gehäuses (1) sind vor den staubbeladenen Flächen (2) Sprüheinrichtungen (10) zum Einsprühen der Flüssigkeitströpfchen (11) angeordnet, die beliebig im Raum oder in Richtung der staubbeladenen Flächen (2) ge richtet sind und die von außerhalb des Gehäuses (1) mit der Sprühflüssigkeit (11) versorgt werden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6 zur Durchführung eines Verfah
rens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Ge
häuse (1) aus einem Druckbehälter für höhere Prozeßdrücke
in einem geschlossenen System besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997110430 DE19710430A1 (de) | 1997-03-13 | 1997-03-13 | Verfahren zum Reinigen von mit Staub- oder Aerosolpartikeln beladenen Flächen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997110430 DE19710430A1 (de) | 1997-03-13 | 1997-03-13 | Verfahren zum Reinigen von mit Staub- oder Aerosolpartikeln beladenen Flächen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19710430A1 true DE19710430A1 (de) | 1998-09-17 |
Family
ID=7823273
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997110430 Ceased DE19710430A1 (de) | 1997-03-13 | 1997-03-13 | Verfahren zum Reinigen von mit Staub- oder Aerosolpartikeln beladenen Flächen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19710430A1 (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2725045B2 (de) * | 1977-06-03 | 1980-07-10 | Mtu Motoren- Und Turbinen-Union Friedrichshafen Gmbh, 7990 Friedrichshafen | Verfahren zur Reinigung eines Wärmetauschers |
-
1997
- 1997-03-13 DE DE1997110430 patent/DE19710430A1/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2725045B2 (de) * | 1977-06-03 | 1980-07-10 | Mtu Motoren- Und Turbinen-Union Friedrichshafen Gmbh, 7990 Friedrichshafen | Verfahren zur Reinigung eines Wärmetauschers |
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