DE19709020A1 - Zahnrad-Getriebe mit minimalem Gesamtumkehrspiel - Google Patents
Zahnrad-Getriebe mit minimalem GesamtumkehrspielInfo
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Description
Die bereits beschriebene Erfindung stellt ein Zahnrad-Getriebe
dar für eine Stufenuntersetzung zwischen 2 und 100 als Hochleistungsgetriebe,
wobei alle erforderlichen Getriebeteile der kinematischen
Gruppe der "niederen Elementenpaarung" angehören, d. d. es werden
nur flächentragende Elemente eingesetzt.
Das Einsatzgebiet dieser Zahnrad-Getriebe sind Hochleistungseinsätze
im Dauerbetrieb, nicht jedoch Stellgetriebe für die Sitzverstellung,
Dach- oder Fensteröffnung in Kraftwagen oder Gewächshäusern.
Die hier beschriebenen Zahnrad-Getriebe bestehen aus der Kombination
von je einem Hohlrad und Stirnrad und die Untersetzung erfolgt
infolge einer Orbit-Bewegung entweder des Hohlrades oder des Stirnrades.
Die Bauweise in der Getriebetechnik unterteilt sich - neben anderen
Bauarten - in die Form der Flachgetriebe und der Stirnradgetriebe.
Bei den Flachgetrieben sind An- und Abtriebswelle achsparallel und
haben größere Achsdistanzen. Die Stirnradgetriebe sind eine
koaxiale Getriebebaureihe und bauen sehr kompakt.
Den Flachgetrieben entspricht die Bauart in P 196 54 125. Eine
koaxiale Getriebebauweise wird in dieser Zusatzanmeldung beschrieben.
Alle bisher gebauten oder in der Literatur oder in Patentschriften
vorgestellten Untersetzungsgetriebe aus der Paarung Hohlrad/Stirnrad
mit einer Orbit-Bewegung lassen sich in zwei Hauptgruppen aufteilen
hinsichtlich der Anzahl der Parallel-Kurbeln bzw. Exzenter für die
Orbit-Bewegung als Mindestanzahl.
- 1. Bei der Orbit-Bewegung des Hohlrades werden links und rechts
vom Hohlrad auf einer Geraden zwei Parallel-Kurbeln angebracht.
Wird nur eine der beiden Parallel-Kurbeln angetrieben, würde
aufgrund der Reaktionskräfte innerhalb der Paarung Hohlrad/Stirnrad
in den Streck- und Decklagen des Parallel-Exzenters
eine Drehhemmung stattfinden, die Rückkraft ergibt ein
Stoßmoment, auch als flickover bekannt. Als Abhilfe werden dann
beide Parallel-Kurbeln oder Exzenter mit einem Zahnradvorgelege
aus drei Zahnrädern formschlüssig bewegt - was dann wieder die
Anwendung von einer "höheren Elementenpaarung" bedeutet, oder
jede Parallel-Kurbel wird mit einem eigenen Elektromotor angetrieben,
oder jede der beidseitig liegenden Parallel-Kurbeln
werden verdreifacht unter einem Winkel von 120° ausgeführt und
insgesasmt drei Verbindungslenker bewirken den Rundlauf, erkauft mit
dreifacher Masse. Die drei Verbindungslenker können jeder ein
Hohlrad bilden, ausreichend ist aber auch nur ein Hohlrad.
Diese Bauweisen sind bekannt sowohl bei orbitierendem Hohlrad wie auch orbitierendem Stirnrad. Diese sind teuer, bzw. kinematisch überbestimmt. - 2. Die Orbit-Bewegung erfolgt mittels drei Parallel-Kurbeln oder Exzenter, welche in etwa auf den Eckpunkten eines spitzwinkligen Dreiecks angebracht sind. Es reicht aus, eine der drei Parallel- Kurbeln anzutreiben für einen Orbit-Zwanglauf, ohne daß ein Zahnradvorgelege vorgeschaltet wird. Diese Bauweise ist bekannt für eine Orbit-Bewegung des Hohlrades ebenso wie des Stirnrades.
Nachteilig gegenüber der kompakten Bauweise von Stirnradgetrieben - dazu
zählen auch Planeten-Getriebe - ist der größere Bauraum bei einer Orbit-
Bewegung des Hohlrades sowohl bei einer Zwei-Kurbel-Anlage wie auch
einer Drei-Kurbel-Anlage, da diese Kurbeln immer außerhalb des Hohlrades
sein müssen. Damit steigt auch das dynamisch wirkende GD².
Ebenfalls nachteilig gegenüber der kompakten Bauweise von Stirnradgetrieben
ist der Einbau einer Zei- oder Drei-Kurbelanlage in ein
Stirnrad für eine Stirnrad-Orbit-Bewegung. Der Einbau von zwei oder
drei funktionsfähigen Parallel-Kurbeln in ein Stirnrad bedingt ein
dadurch vergrößertes Stirn- und damit auch Hohlrad, sehr viel größer
als es zur reinen Getriebefunktion erforderlich.
Bisher sind Orbit-Getriebe mit drei Parallel-Kurbeln nur in Patentschriften
bekannt geworden, d. h. nicht gebaut und angewandt worden. Daher dürfte
diesen Erfindern auch nicht die Problematik bekannt sein, welche
dadurch vorhanden ist, daß eine Parallel-Kurbel angetrieben ist, die
beiden anderen "mitgeschleppt" werden, die Umfangskräfte in der Paarung
Hohlrad/Stirnrad umlaufend sind und somit ortsveränderlich zur Antriebskurbel
und den Blindkurbeln in unterschiedlichen Hebelverhältnissen.
Es sind Orbit-Getriebe nach den Erfindungen Strach gebaut und geprüft
worden und besonders der Verlauf der Absolutbeträge der Lagerreaktionen
an den Exzentern in den Richtungen x und y im World Coordinate System
(WCS) untersucht worden.
Diese sehr rasch unterschiedlich wirkenden Kräfte sind bei einer
Hohlrad-Orbit-Bewegung mit drei Parallel-Kurbeln einigermaßen günstig
zu realisieren, da die Lagerpunkte außerhalb des Reaktionskreises von
Hohlrad/Stirnrad liegen.
Ungünstiger sind die Reaktionskräfte infolge der sich verändernden
Hebelverhältnisse bei drei Parallel-Kurbeln im orbitierenden Stirnrad,
da die Antriebskraft zum Hohlrad-Mittelpunkt immer ungünstiger wird.
Mit der Absicht Hochleistungsgetriebe zu bauen, ähnlich klein wie
Stirnradgetriebe oder Planetengetriebe, unter Verwendung flächentragender
Zahnformen in der Paarung Hohlrad/Stirnrad wird nach der vorliegenden
Erfindung das orbitierende Stirnrad in das abtreibende Hohlrad gesetzt
derart, daß diese Position auch die Lagerstelle eines Drei-Parallel-
Kurbeltriebes für eine Orbit-Bewegung des Stirnrades ist. Gleichzeitig
ist diese Lagerstelle der geometrische Ort der Einleitung des Antriebsdrehmoments
eines Elektromotors und somit wird eine koaxiale Getriebebauform
geschaffen in der Anordnung von Antrieb- zur Abtriebwelle. Die
beiden anderen Blindexzenter werden dezentral zur Hohlradmitte angeordnet
und erfordern somit keine Getriebevergrößerung über die Funktionsgröße
des Hohlrades hinaus.
Die beiden "mitgeschleppt" arbeitenden Blindexzenter haben jetzt nur
noch Führungsfunktion für die Orbit-Bewegung des Stirnrades und haben
keinen Anteil am Umsatz des Antriebsdrehmomentes des orbitierenden
Stirnrades. Dieses Antriebsdrehmoment wird jetzt auf direktem und
kürzesten Weg von der Antriebswelle über den darum befindlichen
Exzenter in das Stirnrad geleitet bis zur jeweiligen durch die Orbit-
Bewegung erfolgenden Kontaktpaarung der Zähne von Stirn- und Hohlrad.
Mit dieser Erfindung sind kompakt bauende Hochleistungsgetriebe herstellbar,
alle mit einander arbeitenden Getriebebauteile gehören der Gruppe
der "niederen Elementenpaarung" an, Zahnvorgelege oder Mehrfach-
Verbindungslenker zum Exzenter-Rundlauf sind nicht erforderlich.
In Fig. 1 und Fig. 2 ist das Getriebe in Ansicht und Längsschnitt
dargestellt und die Teile haben die gleichen Nummern.
Nummer 1 ist die Antriebswelle des Elektromotors und Nummer 2 der
umgebende Exzenter, gelagert im Gehäusedeckel und in der gleichsinnig,
aber langsamer drehenden koaxialen Abtriebswelle 7. Die Abtriebswelle 7
ist auch Träger des mit konstanter Winkelgeschwindigkeit drehenden
Hohlrades 6. Das als Innenstirnrad ausgebildete Planetenrad 4 ist
fest verschraubt mit dem Lenker 5. Lenker 5 ist weiter Träger der
beiden Blindexzenter 3, welche dezentral zur Getriebeachse angeordnet
sind. Außer der Lager der Abtriebswelle 7 sind alle Lagerstellen
Gleitlagerungen, ausgeführt im Materialwechsel von Stahl zu Gleitlagermaterial.
Der Exzenter Nummer 2 überträgt sein Antriebsdrehmoment
direkt in das Stirnrad 4 und anteilmäßig über den Lenker 5 auf die
Blidexzenter 3 und dadurch erfährt das Stirnrad 4 infolge der
Führungsfunktion eines Drei-Kurbel-Parallel-Getriebes eine Orbit-
Bewegung innerhalb des Hohlrades 6.
Nummer 8 sind die gestellfesten Lagerbolzen für die geschleppt
drehenden Blindexzenter 3.
Sowohl die Zähne des Hohlrades 6 als auch die Zähne des Stirnrades 4
sind geradflankig ausgeführt und übertragen die Umfangskräfte
flächentragend.
Aus der Fig. 2 ist weiter entnehmbar, daß grundsätzlich das dynamisch
bei schnellen Beschleunigungen und Verzögerungen wirkende GD² bei einem
orbitierenden Stirnrad geringer ist als bei einem orbitierenden
Hohlrad mit seinem größeren Raddurchmesser. Es ist aber auch aus Fig. 2
entnehmbar, daß das GD² bei einem orbitierenden Stirnrad weiterhin
sinkt dadurch, daß die Parallel-Kurbeln oder Exzenter, welche die
Orbit-Bewegung besorgen, nicht mehr in das Stirnrad eingebracht werden,
sondern dezentral und außerhalb des Stirnrades liegen.
Bei Drei-Parallel-Kurbeltrieben für eine Orbit-Bewegung des Hohlrades
oder des Stirnrades müssen die drei Kurbelpunkte auf den Eckpunkten
eines spitzwinkligen Dreiecks liegen mit einem Innenwinkel um 60°.
Fig. 1 zeigt, daß, wenn die Blindexzenter nur Führungsfunktion haben
der Innenwinkel an der Dreiecksspitze bis auf 90° vergrößert werden
kann, was weiterhin zu einem kompakten Getriebe führt.
Claims (3)
1. Zahnrad-Getriebe bestehend aus einem orbitierenden Stirnrad
innerhalb eines Abtriebs-Hohlrades und eines Drei-Parallel-
Kurbeltriebes für die Stirnrad-Orbit-Bewegung
dadurch gekennzeichnet, daß koaxial zusammenfallen die Lage
der Antriebs- wie der Abtriebswelle und des Antriebsexzenters
innerhalb des Systems des Drei-Parallel-Kurbeltriebes mit
zwei weiteren Blindkurbeln.
2. Zahnrad-Getriebe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die als Führungsfunktion für die
Stirnrad-Orbit-Bewegung erforderlichen Blindkurbeln nicht an der
Drehmomentenübertragung teilnehmen und dezentral innerhalb eines
mit dem Stirnrad fest verbundenen Lenkers versetzt zu der Wirkebene
von Stirnrad/Hohlrad gelagert wirken.
3. Zahnrad-Getriebe nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zähne des orbitierenden Stirnrades
ebenso geradflankig und flächentragend ausgeführt sind wie die
Zähne des zusammen arbeitenden Hohlrades, unabhängig von der
gewählten Zähnezahldifferenz der Untersetzung.
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