DE19709695A1 - Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer FlachstrickmaschineInfo
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Description
Insbesondere bei Kleidungsstücken mit Taschen oder Krägen oder
mit besonderen Mustereffekten ist die parallele Erzeugung
eines Grundgestrickes und eines Teilgestrickes wünschenswert,
wobei für die verwendbaren Bindungstechniken für das Grund-
und das Teilgestrick möglichst keine Einschränkungen bestehen
sollten. Bisher bekannte Strickverfahren können dies nicht
leisten. So ist es zwar beispielsweise bekannt, Taschen durch
eine Schlauchrundstricktechnik zu erzeugen, doch weist das
Grundgestrick bei dieser Technik im Bereich des Taschenhinter
grundes linke Maschen auf, was den optischen Eindruck des
Gestrickes stört, da die Taschen meist leicht aufstehen, so
daß auch der Taschenhintergrund zu sehen ist. Nach einem ande
ren Verfahren werden die Taschen als schlaufenförmige Ausbuch
tungen des Grundgestrickes erzeugt, deren Seitenränder später
zusammengenäht werden, was einen hohen Fertigungsaufwand be
deutet.
Zur Vermeidung solcher Einschränkungen schlägt die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf
einer Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadel
betten und einer Maschenumhängeeinrichtung vor, wobei das
Gestrick ein Grundgestrick und mindestens ein das Grundge
strick teilweise überdeckendes Parallelteilgestrick aufweist
und mindestens im Bereich des oder der Parallelteilgestricke
höchstens jede zweite Nadel eines Nadelbettes mit einer Masche
des Grundgestrickes besetzt ist und die einer maschenbesetzten
Nadel des einen Nadelbettes gegenüberliegende Nadel des ande
ren Nadelbettes leer ist und wobei die Maschen des mindestens
einen Parallelteilgestrickes in den nicht mit Grundgestrickma
schen besetzten Nadeln erzeugt werden und die Maschen des
Grundgestrickes im Bereich des mindestens einen Parallelteil
gestrickes vor der Erzeugung von Maschen für das Parallelteil
gestrick auf das andere Nadelbett umgehängt werden. Mit diesem
Verfahren können auf Grundgestricken an beliebigen Stellen
parallele Teilgestricke gebildet werden. Das Grundgestrick
kann jedes bekannte Struktur- und Farbmuster aufweisen, wel
ches mit der Nadeleinteilung des erfindungsgemäßen Verfahrens
gestrickt werden kann. Dabei können die Bindungstechniken über
die Fläche des Grundgestrickes variieren. Das gleiche gilt für
die mit dem Verfahren herstellbaren Parallelteilgestricke.
Auch die geometrische Form des Grundgestrickes und des
Parallelteilgestrickes ist vollkommen beliebig. Die Parallel
teilgestricke können sowohl auf der Vorderseite als auch auf
der Rückseite des Grundgestrickes erzeugt werden und minde
stens an einer Stelle mit dem Grundgestrick verbunden sein.
Die Verbindung mit dem Grundgestrick kann vorteilhafterweise
mittels Fanghenkeln erfolgen. Dabei sind Verbindungen sowohl
entlang von Kanten des Parallelteilgestrickes als auch punktu
elle Verbindungen herstellbar.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann gemäß den Unteransprüchen
so variiert werden, daß mit ihm Parallelteilgestricke erzeugt
werden können, die einen Rippgestrickbereich aufweisen sowie
Parallelteilgestricke, die ein streifenförmiges, abwechselnd
auf der Vorder- und der Rückseite eines Grundgestrickes er
scheinendes Glattrechtsgestrick sind. Ein weiterer Unteran
spruch betrifft die Erzeugung eines Grundgestrickes mit einem
Parallelteilgestrick, das ein Rechts-Rechts-Gestrick mit Be
reichen konstanter Gestrickbreite, Bereichen einer Gestrick
verbreiterung und Bereichen einer Gestrickbreitenminderung
ist.
Zur Illustration dieser drei Ausgestaltungen des erfindungs
gemäßen Verfahrens wird nachfolgend die Herstellung dreier Ge
strickbeispiele anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Gestrickes
mit einer als Parallelteilgestrick gebil
deten Tasche;
Fig. 2 eine Darstellung des Maschenverlaufes zur
Herstellung eines Gestrickes gemäß Fig. 1;
Fig. 3 eine schematische Ansicht eines Gestrickes
mit einem bandförmigen Parallelteilge
strick, das abwechselnd auf der Vorder-
und Rückseite des Grundgestrickes ver
läuft;
Fig. 4 einen Maschenverlauf zur Herstellung eines
Gestrickes gemäß Fig. 3;
Fig. 5 eine schematische Ansicht eines Gestrick
stückes mit einem Reverskragen, der als
Parallelteilgestrick gebildet ist;
Fig. 6 einen Maschenverlauf zur Herstellung ein
zelner Bereiche des Gestrickes nach
Fig. 5.
Fig. 1 zeigt ein Grundgestrick 10, beispielsweise ein Glatt
rechtsgestrick, auf dessen Vorderseite eine Tasche 11, eben
falls als Glattrechtsgestrick, angeordnet ist. Der obere
Rand 11.1 der Tasche 11 ist dabei als Rippgestrick gefertigt.
Die gesamte Tasche 11 wird als Parallelteilgestrick zum Grund
gestrick 10 erzeugt, wobei das anzuwendende Verfahren in
Fig. 2 anhand von Maschenverläufen erläutert ist. In Reihe 1
werden in Strickrichtung von rechts nach links mit einem er
sten Stricksystem S1 die rechten Maschen des Grundgestrickes
mit den Nadeln B, D, F, H, J, L, N, P, R, T gebildet. An
schließend werden in Reihe 2 in gleicher Strickrichtung mit
dem zweiten Stricksystem S2 die Maschen des Grundgestrickes H,
J, L, N im Bereich des Parallelteilgestrickes auf das hintere
Nadelbett umgehängt. In Reihe 3 werden dann mit einem dritten
Stricksystem S3 in Schlittenrichtung von rechts nach links
Rechtsmaschen mit den Nadeln G, I, K, M, O für das Parallel
teilgestrick gebildet. Die Nadel P erzeugt einen Fanghenkel,
wodurch das Parallelteilgestrick an das Grundgestrick angebun
den wird. In Reihe 4 erfolgt ein Zurückhängen der Maschen des
Grundgestrickes auf die Nadeln des vorderen Nadelbettes. In
den Reihen 5 bis 8 wird der gleiche Strickablauf wie in den
Reihen 1 bis 4 in Strickrichtung von links nach rechts durch
geführt. Das Verfahren kann solange wiederholt werden, bis die
gewünschte Höhe des Parallelteilgestrickes, hier der Ta
sche 11, als Glattrechtsgestrick erreicht ist. In den Reihen 9
bis 16 ist dann die Herstellung des Rippgestrickrandes 11.1
der Tasche 11 dargestellt. In Reihe 9 wird zunächst wieder in
Strickrichtung von rechts nach links mit dem ersten Strick
system S1 eine Maschenreihe für das Grundgestrick erzeugt.
Anschließend werden die Maschen H, J, L, N des Grundgestrickes
im Bereich des Parallelteilgestrickes sowie die linken Ma
schen I, M des Parallelteilgestrickes vom vorderen Nadelbett V
auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 11 werden dann
rechte und linke Maschen für das Parallelteilgestrick erzeugt,
wodurch sich die Rippstruktur des Randes 11.1 der Tasche 11
ergibt. Die Nadel P bildet wieder einen Fanghenkel zur Anbin
dung der Tasche 11 an das Grundgestrick 10. In Reihe 12 werden
die Maschen des Grundgestrickes h, j, l, n sowie die linken
Maschen des Parallelteilgestrickes i, m vom hinteren Nadel
bett H auf das vordere Nadelbett V zurückgehängt. Anschließend
erfolgt in den Reihen 13 bis 16 der gleiche Strickvorgang wie
in den Reihen 9 bis 12 in umgekehrter Schlittenrichtung von
links nach rechts. Die Schritte der Reihen 9 bis 16 werden
solange wiederholt, bis der Ripprand 11.1 der Tasche 11 die
gewünschte Höhe erreicht hat.
Fig. 3 zeigt ein Gestrick 20 mit einem besonderen Effektmu
ster, das durch eine glatt links gestrickte Grundfläche 21, an
der ein bandförmiges Parallelteilgestrick 22 angeordnet ist,
gebildet wird, wobei das Parallelteilgestrick jeweils auf der
Sichtseite ein Glattrechtsgestrick ist und abwechselnd in
Bereichen 22.1 auf der Vorderseite des Grundgestrickes 21 und
in Bereichen 22.2 auf der Rückseite des Grundgestrickes 21
verläuft. Der in Fig. 4 dargestellte Maschenverlauf betrifft
einen Höhenrapport des Grundgestrickes 21 mit einem Be
reich 22.1 und einem Bereich 22.2 des bandförmigen Parallel
teilgestrickes 22. Zunächst wird in Reihe 1 mit einem ersten
Stricksystem S1 in Schlittenrichtung von rechts nach links
eine Maschenreihe für das Grundgestrick 21 auf dem hinteren
Nadelbett H erzeugt. Anschließend wird in Reihe 2 in gleicher
Schlittenrichtung mit einem zweiten Stricksystem S2 eine
Rechtsmaschenreihe für das Parallelteilgestrick 22 erzeugt. In
Reihe 3 erfolgt dann eine Maschenreihenbildung für das Grund
gestrick in Schlittenrichtung von links nach rechts, bevor in
Reihe 4 erneut eine Maschenreihe für das Parallelteilgestrick
auf dem vorderen Nadelbett V erzeugt wird. Die Schritte der
Reihen 1 bis 4 werden anschließend solange wiederholt, bis die
gewünschte Höhe des Bereiches 22.1 des Parallelteilgestric
kes 22 auf der Vorderseite des Grundgestrickes 21 erreicht
ist. Dann werden in Reihe 5 alle Maschen F, H, J, L, N des
Parallelteilgestrickes 22 vom vorderen Nadelbett V auf das
hintere Nadelbett H umgehängt, wodurch das Parallelteilge
strick 22 auf die Rückseite des Grundgestrickes 21 wechselt.
Anschließend wird in Reihe 6 auf dem hinteren Nadelbett eine
Maschenreihe für das Grundgestrick 21 erzeugt. Dann werden in
Reihe 7 die Maschen g, i, k, m des Grundgestrickes 21 im Be
reich des Parallelteilgestrickes 22 vom hinteren Nadelbett H
auf das vordere Nadelbett V umgehängt und in Reihe 8 mit einem
dritten Stricksystem S3 in Schlittenrichtung von links nach
rechts eine Maschenreihe für den Bereich 22.2 des Parallel
teilgestrickes 22 erzeugt. In Reihe 9 werden dann die Maschen
des Grundgestrickes 21 wieder auf das hintere Nadelbett H
umgehängt, damit in Reihe 10 in Schlittenrichtung von rechts
nach links eine Maschenreihe für das Grundgestrick 21 auf dem
hinteren Nadelbett H erzeugt werden kann. Anschließend werden
die Maschen g, i, k, in des Grundgestrickes 21 vom hinteren
Nadelbett H auf das vordere Nadelbett V umgehängt, und dann
wird auf dem hinteren Nadelbett H eine Maschenreihe für das
Parallelteilgestrick 22 erzeugt (Reihe 12). In Reihe 13 er
folgt wieder ein Zurückhängen der Maschen des Grundgestric
kes 21 auf das hintere Nadelbett H. Die in den Reihen 6 bis 13
dargestellten Schritte können dann solange wiederholt werden,
bis der Bereich 22.2 des Parallelteilgestrickes 22 auf der
Rückseite des Grundgestrickes 21 die gewünschte Höhe erreicht
hat. Anschließend werden die Maschen des Parallelteilgestric
kes f, h, j, l, n, wie in Reihe 14 gezeigt, vom hinteren Na
delbett H auf das vordere Nadelbett V umgehängt, wodurch das
Parallelteilgestrick 22 wieder auf die Vorderseite des Grund
gestrickes 21 wechselt. Durch wiederholtes Durchführen der
Schritte gemäß Fig. 4 kann der Musterrapport des Parallelteil
gestrickes so oft wie gewünscht wiederholt werden.
Fig. 5 zeigt ein Gestrick 30, bestehend aus einem glatt ge
strickten Grundgestrick 31 und einem Reverskragen 32, der als
Rechts-Rechts-Parallelteilgestrick zum Grundgestrick 21 er
zeugt ist. Der Reverskragen 32 ist dabei aus Bereichen mit
einer Gestrickverbreiterung V, Bereichen mit einer Gestrick
breitenminderung M und Bereichen konstanter Gestrickbreite N
zusammengesetzt. In den Bereichen V und M erfolgt dabei die
Verbreiterung bzw. Breitenminderung nicht direkt am linken
Rand sondern etwas abgesetzt davon, was durch die gestrichelte
Linie 33 angedeutet ist. Fig. 6 beschreibt nun die Herstellung
der einzelnen Bereiche N, V und M des Reverskragens 32. In den
Reihen 1 bis 4 ist dabei zunächst die Herstellung eines Berei
ches N mit konstanter Gestrickbreite anhand des Maschenver
laufes erläutert. In Reihe 1 wird in Strickrichtung von links
nach rechts mit dem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe
des Grundgestrickes auf dem vorderen Nadelbett V gebildet.
Anschließend werden in Reihe 2 mit dem zweiten Stricksystem S2
die Maschen L, N, P, R, T, V, X, Z des Grundgestrickes 31 im
Bereich des parallel gestrickten Reverskragens 32 sowie die
linken Maschen M, Q, U des Parallelteilgestrickes 32 vom vor
deren Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H übertragen.
Daraufhin werden in Reihe 3 mit dem ersten Stricksystem S1 in
Schlittenrichtung von rechts nach links linke und rechte Ma
schen für das Parallelteilgestrick 32 gebildet. Die Nadel Y
trägt eine Verbindungsmasche zum Grundgestrick 31, d. h. zur
Masche der Nadel Z. In Reihe 4 werden die Maschen l, n, p, r,
t, v, x, z des Grundgestrickes 31 sowie die linken Maschen m,
q, u auf das vordere Nadelbett V zurückgehängt. Die Schritte
der Reihen 1 bis 4 können nun solange wiederholt werden, bis
der Bereich N die gewünschte Länge aufweist.
In den Reihen 5 bis 13 ist die Herstellung eines Bereiches V
mit einer Verbreiterung des Parallelteilgestrickes 32 gezeigt.
In Reihe 5 wird in Schlittenrichtung von links nach rechts mit
dem ersten Stricksystem 81 eine Maschenreihe für das Grundge
strick 31 auf dem vorderen Nadelbett V gebildet. Anschließend
werden in gleicher Schlittenrichtung mit dem Stricksystem S2
alle Maschen des Grundgestrickes 31 sowie die Linksmaschen M,
Q, U des Parallelteilgestrickes 32 vom vorderen Nadelbett V
auf das hintere Nadelbett H umgehängt (Reihe 6). In Reihe 7
erfolgt dann das Bilden von rechten und linken Maschen für das
Parallelteilgestrick 32 in Schlittenrichtung von rechts nach
links mit dem Stricksystem 81. Anschließend werden in Reihe 8
die Rechtsmaschen K, O, S, W, Y ebenfalls auf das hintere
Nadelbett H übertragen. In Reihe 9 wird dann nach einem Nadel
bettenversatz des hinteren Nadelbettes H mit dem ersten
Stricksystem S1 in Schlittenrichtung von links nach rechts ein
Teil der Maschen des Parallelteilgestrickes k, m, o, q auf das
vordere Nadelbett V umgehängt. Dabei wird die Masche der Na
del k auf die Nadel I, die Masche der Nadel m auf die Nadel K,
die Masche der Nadel o auf die Masche M und die Masche der
Nadel q auf die Nadel O übertragen, wodurch die Verbreiterung
des Parallelteilgestrickes 32 entsteht. Anschließend wird das
hintere Nadelbett H zurückversetzt und in Reihe 10 die linken
Maschen K, O vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadel
bett H und die Rechtsmaschen s, w, y vom hinteren Nadelbett H
auf das vordere Nadelbett V umgehängt. In Reihe 11 werden dann
in Schlittenrichtung von links nach rechts mit dem ersten
Stricksystem S1 linke und rechte Maschen für das Parallelteil
gestrick 32 gebildet. Die Nadel q bildet zusätzlich einen
Fanghenkel, welcher eine Markierung der Grenzlinie zwischen
den versetzten Maschen und den nicht versetzten Maschen ergibt
(Linie 33 in Fig. 5). In Reihe 12 werden in der gleichen
Strickrichtung alle Maschen, die sich auf dem hinteren Nadel
bett befinden, d. h. alle Maschen des Grundgestrickes 31 sowie
die linken Maschen k, o, u des Parallelteilgestrickes 32 auf
das vordere Nadelbett V umgehängt. In Reihe 13 wird dann wie
der in Schlittenrichtung von rechts nach links mit dem ersten
Stricksystem S1 eine Maschenreihe für das Grundgestrick 31
gebildet. Anschließend können die Schritte der Reihen 5 bis 13
solange wiederholt werden, bis die gewünschte Verbreiterung
des Parallelteilgestrickes 32 erreicht ist.
Die Reihen 14 bis 22 beschreiben die Herstellung eines Berei
ches N des Reverskragens 32 mit einer Verminderung der Ge
strickbreite. In Reihe 14 wird in Strickrichtung von links
nach rechts mit dem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe
für das Grundgestrick 31 auf dem vorderen Nadelbett V gebil
det. Anschließend werden in gleicher Schlittenrichtung mit dem
Stricksystem S2 sämtliche Maschen des Grundgestrickes 31 und
die Linksmaschen I, M, Q, U des Parallelteilgestrickes 32 vom
vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H übertragen
(Reihe 15). Daraufhin werden in Reihe 16 mit dem ersten
Stricksystem S1 linke und rechte Maschen für das Parallelteil
gestrick 32 gebildet. Die Nadel Y trägt dabei wieder die Ver
bindungsmasche zum Grundflächengestrick 31. In Reihe 17 werden
dann ebenfalls in Schlittenrichtung von rechts nach links mit
dem Stricksystem S2 rechte Maschen G, K am linken Rand des
Parallelteilgestrickes 32 vom vorderen Nadelbett V auf das
hintere Nadelbett H und linke Maschen q, u am rechten Rand des
Teilgestrickes 32 vom hinteren Nadelbett H auf das vordere
Nadelbett V umgehängt. Es befinden sich dann nur diejenigen
Maschen g, i, k, in auf dem hinteren Nadelbett H, die am nach
folgenden Mindervorgang teilnehmen. Hierzu wird das hintere
Nadelbett H versetzt und anschließend in Reihe 18 mit dem
ersten Stricksystem S1 in Schlittenrichtung von links nach
rechts die Masche der Nadel g auf die Nadel K, die Masche der
Nadel i auf die Nadel M und die Masche der Nadel k auf die
Nadel O des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Durch diesen
Umhängevorgang wird die Minderung der Breite des Parallelteil
gestrickes 32 bewirkt. Es folgt anschließend in Reihe 19 nach
einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes H ein Umhängen der
linken Maschen M, Q, U des Parallelteilgestrickes 32 vom vor
deren Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H, bevor in Rei
he 20 in Schlittenrichtung von links nach rechts mit dem er
sten Stricksystem S1 linke und rechte Maschen für das
Parallelteilgestrick 32 gebildet werden. Anschließend werden
in Reihe 21 alle Maschen des hinteren Nadelbettes H, d. h.
alle Maschen des Grundgestrickes 31 sowie der Linksmaschen m,
q, u des Parallelteilgestrickes 32 auf das vordere Nadelbett V
übertragen. Danach wird in Reihe 22 auf dem vorderen Nadel
bett V eine Maschenreihe für das Grundgestrick 31 gebildet.
Auch die Schritte der Reihen 14 bis 22 können solange wieder
holt werden, bis der Bereich M des Parallelteilgestrickes 32
auf die gewünschte Breite vermindert ist.
Die in den Figuren dargestellten Beispiele von Grundgestricken
mit Parallelteilgestricken sind lediglich beispielhaft. Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren sind eine Vielzahl weiterer
Kombinationen aus Grundgestricken und Parallelteilgestricken
erzeugbar.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer
Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadelbet
ten (V, H) und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei das
Gestrick ein Grundgestrick (10, 21, 31) und mindestens ein
das Grundgestrick (10, 21, 31) teilweise überdeckendes
Parallelteilgestrick (11, 22, 32) aufweist und mindestens
im Bereich des oder der Parallelteilgestricke (11, 22, 32)
höchstens jede zweite Nadel eines Nadelbettes (V, H) mit
einer Masche des Grundgestrickes (10, 21, 31) besetzt ist
und die einer besetzten Nadel des einen Nadelbettes (V, H)
gegenüberliegende Nadel des anderen Nadelbettes (H, V)
leer ist und wobei die Maschen des mindestens einen
Parallelteilgestrickes (11, 22, 32) in den nicht mit
Grundgestrickmaschen besetzten Nadeln erzeugt werden und
die Maschen des Grundgestrickes (10, 21, 31) im Bereich
des mindestens einen Parallelteilgestrickes (11, 22, 32)
vor der Erzeugung von Maschen für das Parallelteilge
strick (11, 22, 32) auf das andere Nadelbett (V, H) umge
hängt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Parallelteilgestrick (11, 22, 32) mindestens an einer
Stelle mit dem Grundgestrick (10, 21, 31) verbunden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Parallelteilgestrick (11, 22, 32) mittels Fanghenkeln (P,
F) oder Maschen mit dem Grundgestrick (10) verbunden ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das
mindestens eine Parallelteilgestrick (11) einen Rippge
strickbereich (11.1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Herstellung des Rippgestrickbereiches (11.1) folgende
Schritte durchgeführt werden:
- a) Umhängen der Grundgestrickmaschen (H, J, L, N) und der linken Maschen (I, M) des Parallelteilgestrickes (11) auf das hintere Nadelbett (H),
- b) anschließend Erzeugung linker und rechter Maschen für das Parallelteilgestrick (11),
- c) Rückhängen der Grundgestrickmaschen (h, j, l, n) und der linken Maschen (i, m) des Parallelteilgestric kes (11) auf das vordere Nadelbett (V),
- d) Bildung einer Maschenreihe für das Grundgestrick (10),
- e) Wiederholung der Schritte a) bis d), bis die gewünsch te Zahl von Maschenreihen für das Parallelteilge strick (11) erzeugt ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das
mindestens eine Parallelteilgestrick (22) ein streifenför
miges, abwechselnd auf der Vorder- und der Rückseite eines
glatt links gestrickten Grundgestrickes (21) erscheinendes
Glattrechtsgestrick ist, gekennzeichnet durch die Schrit
te:
- a) Erzeugung einer Maschenreihe für das Grundge strick (21) auf dem hinteren Nadelbett (H),
- b) Erzeugung einer Maschenreihe für das Parallelteilge strick (22) auf dem vorderen Nadelbett (V),
- c) Wiederholung der Schritte a) und b), bis das Parallel teilgestrick (22) die gewünschte Höhe auf der Vorder seite des Grundgestrickes (21) erreicht hat,
- d) Umhängen der Maschen (F, H, J, L, N) des Parallelteil gestrickes (22) auf das hintere Nadelbett (H),
- e) Erzeugung einer Maschenreihe für das Grundge strick (21) auf dem hinteren Nadelbett (H),
- f) Umhängen der Grundgestrickmaschen (g, i, k, m) im Be reich des Parallelteilgestrickes (22) auf das vordere Nadelbett (V),
- g) Bildung einer Maschenreihe für das Parallelteilge strick (22) auf dem hinteren Nadelbett (H),
- h) Zurückhängen der Grundgestrickmaschen (G, I, K, M) auf das hintere Nadelbett (H),
- i) Wiederholung der Schritte c) bis h), bis das Parallel teilgestrick (22) auf der Rückseite des Grundgestric kes (21) die gewünschte Höhe erreicht hat,
- j) Umhängen der Maschen (f, h, j, l, n) des Parallelteil gestrickes (22) auf das vordere Nadelbett (V),
- k) Wiederholung der Schritte a) bis j), bis das Gestrick die gewünschte Länge erreicht hat.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das
Parallelteilgestrick (32) ein Rechts-Rechts-Gestrick mit
Bereichen konstanter Gestrickbreite (N), Bereichen einer
Gestrickverbreiterung (V) und Bereichen eine Gestrickbrei
tenverminderung (M) ist, das parallel zu einem glatt
rechts gestrickten Grundgestrick (31) erzeugt wird, ge
kennzeichnet durch die Schritte:
- I. zur Erzeugung von Bereichen konstanter Breite (N)
für das Parallelteilgestrick (32):
- a) Erzeugung einer Maschenreihe für das Grundge strick (31) auf dem vorderen Nadelbett (V),
- b) Umhängen der Grundgestrickmaschen (L, N, P, R, T, V, X, Z) im Bereich des Parallelteilgestric kes (32) und der linken Maschen (M, Q, U) des Parallelteilgestrickes (32) auf das hintere Na delbett (H),
- c) Bildung von rechten und linken Maschen für das Parallelteilgestrick (32),
- d) Rückhängen der Grundgestrickmaschen (l, n, p, r, t, v, x, z) und der linken Maschen (m, q, u) des Parallelteilgestrickes (32) auf das vordere Na delbett (V),
- e) Wiederholung der Schritte a) bis d), bis der Be reich (N) des Parallelteilgestrickes (32) die gewünschte Höhe erreicht hat;
- II. zur Erzeugung von Bereichen (V) mit einer Gestrick
verbreiterung des Parallelteilgestrickes (32) in
Entfernung vom Rand des Parallelteilgestrickes (32):
- a) Erzeugung einer Maschenreihe für das Grundge strick (31) auf dem vorderen Nadelbett (V),
- b) Umhängen der Grundgestrickmaschen und der linken Maschen (M, Q, U) des Parallelteilgestric kes (32) auf das hintere Nadelbett (H),
- c) Bildung von rechten und linken Maschen für das Parallelteilgestrick (32),
- d) Umhängen der Rechtsmaschen (K, O, S, W, Y) des Parallelteilgestrickes (32) auf das hintere Na delbett (H),
- e) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) nach links,
- f) Umhängen eines Teils der Maschen (k, m, o, q) des Parallelteilgestrickes (32) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
- g) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H),
- h) Umhängen der linken Maschen (K, O) des Parallel teilgestrickes (32) auf das hintere Nadel bett (H) und der rechten Maschen (s, w, y) auf das vordere Nadelbett (V),
- i) Stricken von rechten und linken Maschen für das Parallelteilgestrick (32),
- j) Umhängen der Grundgestrickmaschen und der linken Maschen (k, o, u) des Parallelteilgestric kes (32) auf das vordere Nadelbett (V),
- k) Wiederholung der Schritte a) bis j), bis die ge wünschte Gestrickverbreiterung erreicht ist.
- III. zur Erzeugung von Bereichen (M) mit einer Gestrick
breitenminderung des Parallelteilgestrickes (32) in
Entfernung vom Rand des Parallelteilgestrickes (32):
- a) Bildung einer Maschenreihe für das Grundgestrick auf dem vorderen Nadelbett (V),
- b) Umhängen der Grundgestrickmaschen und der linken Maschen (I, M, Q, U) des Parallelteilgestric kes (32) auf das hintere Nadelbett (H),
- c) Bildung von rechten und linken Maschen für das Parallelteilgestrick (32),
- d) Umhängen der rechten Maschen (G, K) am linken äußeren Rand des Parallelteilgestrickes (32) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadel bett (H) und der linken Maschen (q, o) vom hin teren Nadelbett (H) auf das vordere Nadel bett (V), so daß nur noch die am Mindervorgang beteiligten Maschen des Parallelteilgestric kes (32) auf dem hinteren Nadelbett (H) hängen,
- e) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) nach rechts,
- f) Umhängen der Maschen (g, i, k) des Parallelteil gestrickes (32), die am Mindervorgang beteiligt sind, vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
- g) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H),
- h) Umhängen der linken Maschen (M, Q, U) des Parallelteilgestrickes (32) auf das hintere Na delbett (H),
- i) Bildung von linken und rechten Maschen für das Parallelteilgestrick (32),
- j) Umhängen der Grundgestrickmaschen und der linken Maschen (m, q, u) des Parallelteilgestric kes (32) auf das vordere Nadelbett (V),
- k) Wiederholung der Schritte a) bis j), bis die ge wünschte Breitenminderung des Parallelteilge strickes erreicht ist.
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