DE19708036C2 - Ellipsometrisches Mikroskop - Google Patents
Ellipsometrisches MikroskopInfo
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Description
Die Erfindung beschreibt eine neuartige ellipsometrische Vorrichtung zur lateral
ortsaufgelösten ellipsometrischen Mikroskopie und zur integrierenden Punktellipsometrie.
Ellipsometrie ist eine optische Technik zur Messung von Schichtdicken und
Brechungsindizes dünner transparenter und nicht transparenter Schichten und
Schichtsysteme an Oberflächen oder Grenzschichten zwischen zwei Medien. Bei schrägem
Einfall auf die Oberfläche oder Grenzschicht hängt die Reflexion (Reflexions-
Ellipsometrie) oder Transmission (Transmissions-Ellipsometrie) der Probe von der
Polarisation des einfallenden Lichtes ab. Gleichzeitig kommt es zu interferometrischen
Gangunterschieden, die durch die Reflexion des Lichtes an den verschiedenen
Grenzschichten der Probe entstehen. Beide Effekte werden bei der Ellipsometrie zur
Messung ausgenutzt (Azzam, 1977).
Normale ellipsometrische Verfahren mitteln bei der Messung lateral über den Bereich, der
von der Lichtquelle beleuchtet wird. Dies setzt für eine gute Messung auch eine laterale
Homogenität der Proben im Bereich des ausgeleuchteten Meßflecks voraus. Typische
Durchmesser des Beleuchtungsstrahls bei Ellipsometern ohne entsprechende Zusatzoptiken
liegen im Bereich von 500 µm und mehr. Dies führt im Idealfall z. B. bei einem
Einfallswinkel von 70 Grad zu einem Meßfleck von ca. 500 µm . 1000 µm. In vielen
Bereichen, insbesondere in der Halbleiterindustrie werden aber ellipsometrische
Messungen mit einer wesentlich höheren lateralen Auflösung benötigt. Um diese hohe
Ortsauflösung zu erreichen, wurden in den letzten Jahren verschiedene Verfahren
vorgeschlagen. Ein Verfahren beruht auf der Verwendung einer sogenannten Mikrospot-
Optik. Dabei wird der Laserstrahl auf der Beleuchtungsseite kollimiert, um einen möglichst
kleinen Beleuchtungsfleck zu erreichen. Zur Rekonstruktion von Probenparametern
(Schichtdicken und Brechungsindizes einzelner Schichten oder Schichtsysteme) aus den
ellipsometrischen Messungen ist ein definierter Einfallswinkel des Lichtes unabdingbar.
Dies setzt eine Beleuchtung der Probe durch einen parallelen Beleuchtungsstrahl voraus.
Diese Bedingung steht im Widerspruch zur Kollimation des Beleuchtungslichtes in den
obengenannten Mikrospot-Optiken (Barsukov, 1988(1); Barsukov, 1988(2)). Durch
geeignete Blenden im Beobachtungsstrahlengang kann hier Abhilfe geschaffen werden.
Ein weiteres Problem stellt derzeit eine geometrische Beschränkung der Kollimationsoptik
durch den hohen Einfallswinkel dar, so daß zur Zeit nur Auflösungen im Bereich eines
Strahldurchmessers von ca. 10 µm zu erreichen sind. Für ein wirkliches ellipsometrisches
Bild der gesamten Oberfläche muß zudem die Probenoberfläche gerastert werden. Dies
macht dieses Verfahren sehr langsam.
Ein anderes Konzept für ortsaufgelöste Ellipsometrie beruht darauf, daß die
Detektionseinheit eines gewöhnlichen Ellipsometers durch eine Abbildungsoptik ersetzt
wird, mit der die Probenoberfläche unter einem schrägen Winkel (Einfallswinkel,
gemessen gegen die Probennormale) beobachtet wird, d. h. man ersetzt den Punktdetektor
eines gewöhnlichen Ellipsometers durch einen bildgebenden Detektor (Hurd, 1988; Cohn,
1988; Beaglehole, 1988; Cohn, 1991; Liu, 1994; Prakash, 1995; Pak, 1995; Law, 1996).
Das ellipsometrische Bild wird über eine CCD-Kamera aufgezeichnet und jedes einzelne
Pixel-Element der CCD-Kamera wird als eigenes Ellipsometer betrachtet. Dabei treten
verschiedene Probleme auf: Zunächst ist zu bemerken, daß für ellipsometrische Messungen
zwar nur die nullte Ordnung des von der Probe reflektierten Lichtes (im Reflexions-
Modus) benötigt wird. Um aber eine hohe laterale Auflösung bei der Messung zu erhalten,
müssen nach der Abbeschen Theorie der Bildentstehung mindestens die ersten
Beugungsordnungen des untersuchten Objektes mit abgebildeten werden und man erhält
für das laterale Auflösungsvermögen eines Mikroskops (z. B. Bergmann, 1987):
Dabei ist s der Abstand zweier Objekte, die gerade noch getrennt aufgelöst werden können,
λ ist die Wellenlänge des Lichtes AI ist die numerische Apertur der Beleuchtungsoptik und
AO ist die numerische Apertur der Abbildungsoptik. Um eine hohe Auflösung zu erzielen
sind daher entsprechende numerische Aperturen in der Beleuchtungs- und/oder in der
Abbildungsoptik erforderlich, die in der Regel nur durch entsprechend groß dimensionierte
Linsen oder durch Mikroskopobjektive erreichbar sind. Um eine laterale Auflösung von
1 µm zu erreichen ist bei einer Wellenlänge von 632.8 nm (HeNe-Laser) nach obiger
Gleichung eine gesamte numerische Apertur AI + AO von mindestens 0.75 erforderlich.
Derartig hohe numerische Aperturen stellen ein konstruktives Problem bei Einfallswinkeln
von mehr als 50 Grad dar. Dieser Winkel wird durch eine Neigung der Probenoberfläche
gegenüber der optischen Achse des Beleuchtungs- und des Beobachtungsstrahlengangs
erzielt. Insbesondere auf Siliziumoberflächen (Halbleiterindustrie) wird aber Ellipsometrie
in der Regel bei Einfallswinkeln von ca. 70 Grad betrieben, um eine hohe Auflösung in den
ellipsometrischen Meßgrößen Δ und Ψ zu erhalten. Gleichzeitig führt die hohe numerische
Apertur der Abbildungsoptik auch zu einer sehr geringen Tiefenschärfe der Abbildung. Bei
den hohen Einfallswinkeln von 50 Grad und mehr wird somit bei herkömmlichen
mikroskopischen Abbildungen nur ein sehr schmaler Streifen der Probe wirklich scharf
abgebildet, da das reale Bild sehr stark gegen die optische Achse geneigt ist. Es wird daher
versucht durch optische Hilfsmittel wie z. B. eine gegen die optische Achse geneigte
Mattscheibe oder durch eine Drehung der CCD-Kamera gegen die optische Achse die
Neigung des Bildes zu kompensieren und eine saubere, tiefenscharfe Abbildung zu
erreichen (Rotermund, 1995; Jin, 1996). Eine andere aufwendige Kompensation könnte,
ähnlich wie in der Brewster-Winkel-Mikroskopie (Hénon, 1991), durch ein
Nachfokussieren der Optik und eine streifenweise Aufzeichnung des Bildes erfolgen.
Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, bei
ellipsometrischen Messungen eine möglichst hohe laterale Auflösung bei einem beliebigen
Einfallswinkel zwischen 0 und annähernd 90 Grad zu erreichen, gleichzeitig ein direktes
Bild in mikroskopischer Qualität von der Oberfläche zu erhalten und damit ohne Rasterung
ein großes Gesichtsfeld auszumessen.
Diese Probleme werden durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
Mit dem vorgeschlagenen ellipsometrischen Mikroskop können lateral ortsaufgelöst
Messungen zur Bestimmung von Schichtdicken und Brechungsindizes (Real- und
Imaginärteil) von dünnen Schichten und Schichtsystemen auf festen und flüssigen,
transparenten und nichttransparenten Substraten durchgeführt werden. Ebenso können mit
dem vorgestellten Verfahren lateral ortsaufgelöst optische Parameter des Substrats selbst
bestimmt werden. Schließlich ist das ellipsometrischen Mikroskop dazu geeignet
Rauhigkeit, Probendefekte und polarisationsoptische Eigenschaften von dünnen Filmen
oder makroskopisch dicken Substraten (Festkörper und Flüssigkeiten) zu untersuchen. Je
nach gefordertem Einsatz kann das ellipsometrische Mikroskop sowohl in Reflexion als
auch in Transmission eingesetzt werden.
Mit der Erfindung werden verschiedene Vorteile erzielt. Die Orientierung der optischen
Achse des Abbildungssystem senkrecht zu Probenoberfläche erlaubt die Verwendung
herkömmlicher Mikroskopobjektive (Linsen- oder Spiegelobjektive) mit sehr hoher
numerischer Apertur. Dadurch erlaubt die Erfindung ellipsometrische Messungen mit einer
lateralen Auflösung von bis zu 0.5 µm. Außerdem treten die Tiefenschärfeprobleme wie
bei schrägem Beobachtungswinkeln nicht mehr auf. Durch die Abbildung der
Probenoberfläche auf einen ortsauflösenden Detektor wird die ellipsometrische
Information simultan über den gesamten Bereich des ausgeleuchteten und beobachteten
Gesichtsfeldes gewonnen. Eine Rasterung der Oberfläche erübrigt sich somit. Dies bringt
zum anderen gegenüber den normalerweise gebräuchlichen Mikrospot-Optiken einen
enormen Zeitvorteil beim Messen.
Durch die Besonderheit der Beleuchtung eines punktförmigen Bereichs der hinteren
Fokalebene des Mikroskopobjektivs wird eine Beleuchtung der untersuchten Oberfläche
mit parallelem Licht unter definiertem Einfallswinkel erreicht. Eine Verschiebung des
Beleuchtungspunktes in der hinteren Fokalebene erlaubt gleichzeitig eine einfache
Veränderung des Einfallswinkels ohne aufwendige mechanische Aufbauten, wie z. B. ein
Doppelgoniometer.
Für die ellipsometrische Mikroskopie im Durchlicht läßt sich alternativ eine Beleuchtung
des untersuchten Objektes unter definiertem Einfallswinkel erreichen, indem der
Kondensor in seiner hinteren Fokalebene in einem punktförmigen Bereich beleuchtet wird.
Möglichkeiten einer vorteilhaften und für verschiedene Einsatzzwecke angepaßten
Ausgestaltung der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
So ist es möglich, das Ellipsometer in seinem polarisationsoptischen Grundaufbau nach
einem der üblichen ellipsometrischen Verfahren aufzubauen. Die polarisationsoptischen
Komponenten werden idealerweise in Bereichen mit parallelem Strahlengang eingebaut. Es
können mit einem Grundaufbau durch den entsprechenden Einbau der
polarisationsoptischen Komponenten leicht verschiedene Ellipsometeraufbauten (z. B.
PCSA, PSA, PSCA, etc.; P: Polarisator; C: Kompensator; S. Probe; A: Analysator)
realisiert werden. Der Einsatz von doppelbrechenden Materialien für die polarisations
optischen Komponenten stellt dabei die einfachere Aufbauvariante dar, der Einsatz von
elektrooptischen, magnetooptischen oder akustooptischen Komponenten bringt Vorteile
bei Problemen wie Strahlversatz und Strahlablenkung durch die Drehung der doppel
brechenden Komponenten mit produktionsbedingt nicht exakt planparallelen Stirnflächen.
Durch den mikroskopartigen Aufbau des Ellipsometers können leicht verschiedene
Lichtquellen in den Strahlengang über Strahlteilerwürfel, über Lichtleiter oder über
direkten Anbau an das Mikroskop eingekoppelt werden. So können neben verschiedenen
Laserlichtquellen auch das Licht einer Lampe mit geeigneter Monochromatisierung oder
Licht aus einem Spektrometer in das Ellipsometer eingekoppelt werden.
Die Ausleuchtung eines definierten punktförmigen Bereichs in der hinteren Fokalebene des
Mikroskopobjektivs läßt sich durch die Abbildung einer definierten punktförmigen
Lichtquelle auf die hintere Fokalebene erreichen. Als punktförmige Lichtquelle eignet sich
eine homogen ausgeleuchtete Lochblende. Bei der Verwendung von mehreren
Lochblenden können auch einzelne Blenden zu- oder abgeschaltet werden. Durch direkte
Montage von Polarisatoren vor die einzelnen Blenden, kann so einfach zwischen einzelnen
Polarisationszuständen geschaltet werden oder es können verschiedene Polarisations
zustände gemischt werden.
Analog ist es möglich, als punktförmige Lichtquellen die Enden von Lichtleitern zu
verwenden. Bei der Verwendung von polarisationserhaltenden Lichtleitern und einer
Beleuchtung des Lichtleiters mit polarisiertem Licht, erübrigt sich die Verwendung eines
zusätzlichen Polarisators im Strahlengang des Mikroskops. Jede Lichtleiterfaser kann dann
für sich eine eigene Polarisationsrichtung übertragen und durch Veränderung der
Polarisation der Beleuchtung der Lichtleiterfaser oder durch geeignete faseroptische
Komponenten kann diese Polarisation einfach geändert werden. Auch hier können einzelne
Lichtleiter einfach zu oder abgeschaltet werden.
Eine Verwendung des ellipsometrischen Mikroskops bei verschiedenen Wellenlängen
gestattet seinen Einsatz als Spektralellipsometer und erlaubt so einen weitaus größeren
Einsatzbereich. Insbesondere sei hier auch auf die mögliche Verwendung von infrarotem
oder ultraviolettem Licht hingewiesen.
Durch den entsprechenden Einsatz der polarisationsoptischen Komponenten kann das
beschriebene Ellipsometer in jedem üblichen und gewünschten Ellipsometriemodus
betrieben werden.
Durch den mikroskopartigen Aufbau des Ellipsometers ist eine Ausstattung mit üblichen
Mikroskop-Probenverstelltischen leicht möglich. Dies ermöglicht ein leichtes und exaktes
Positionieren der Proben im Ellipsometer. Der mikroskopartige Aufbau des Ellipsometers
erlaubt eine laterale Positionsüberprüfung der Probe durch den optischen Aufbau, durch
den auch die ellipsometrische Messung erfolgt.
Durch die Probenorientierung vertikal zur optischen Achse wird eine exakte
Probenjustierung im Ellipsometer über ein Autokollimationsverfahren mit dem optischen
Aufbau, der auch zur ellipsometrischen Messung benutzt wird, ohne großen zusätzlichen
optischen und mechanischen Aufwand erreicht.
Durch die Möglichkeit, das Ellipsometer sowohl mit einem bildgebenden, ortsauflösenden
Detektor (CCD-Kamera, SIT-Kamera, Restlicht-Kamera, etc.), als auch mit einem
integrierenden Detektor (Photodiode, Photomultiplier, etc.) zu betreiben, ist ein einfaches
Umschalten (bei entsprechendem Aufbau, auch eine simultane Messung) von
ortsaufgelöster ellipsometrischer Ellipsometrie zu integraler Punktellipsometrie möglich.
Eine Erweiterung des Ellipsometeraufbaus mit anderen mikroskopischen und optischen
Verfahren zur Probeninspektion ist möglich. So kann das Ellipsometer durch alle
herkömmliche und konfokale Lichtmikroskopie-Verfahren, z. B. Brewster-Winkel-,
Polarisations-, DIC-, Phasenkontrast-, Fluoreszenzmikroskopie, IR-Mikroskopie und IR-
Spektroskopie durch Interferometrie und Ramanspektroskopie erweitert werden und bietet
so eine Möglichkeit komplexe Strukturuntersuchung und Analysen durchzuführen.
Insbesondere sind mikroskopische IR- und Ramanspektroskopie als mögliche
Erweiterungen des ellipsometrischen Mikroskops möglich. Ebenso sind Erweiterungen
durch zeitauflösende Techniken wie Fluoreszenzlebensdauermessungen möglich.
Die Ausstattung des Ellipsometers mit Vorrichtungen zum automatisierten Probenhandling
und Probenalignment ermöglicht schließlich den Einsatz des Ellipsometers z. B. in
Fertigungsstraßen und unter Reinraumbedingungen in der Halbleiterindustrie.
Durch eine direkte Integration des abbildenden ellipsometrischen Mikroskops in Anlagen
zur Beschichtung und/oder Schichtabtragung ist an lateral strukturierten Oberflächen eine
direkte Prozeßüberwachung und/oder eine Prozeßendkontrolle möglich.
Ähnlich wie bei normaler Mikroskopie sind auch mit dem ellipsometrischen Mikroskop
Immersionstechniken möglich, die die Einsatzmöglichkeiten des Ellipsometers in
Forschung und Entwicklung erheblich erweitern. So kann das Ellipsometer nicht nur an
Luft als Medium betrieben werden, sondern es können z. B. für biophysikalische und
biologische Untersuchungen auch Messungen unter Wasser, in Glyzerin/Wasser-
Mischungen u. ä. durchgeführt werden. Ebenso können in der Physiko-Chemie
Adsorptionsprozesse in Lösungen lateral ortsaufgelöst und zeitaufgelöst untersucht
werden.
Eine sinnvolle Steuerung, Überwachung, Verarbeitung, Auswertung und Darstellung der
Messungen und Ergebnisse erfolgt über entsprechenden Einsatz geeigneter Computer mit
entsprechend geeigneter Bildaufnahme- und Bildverarbeitungs- Hard- und Software und
entsprechenden, geeigneten visuellen und/oder druckenden Ausgabegeräten.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Abbildungen dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine schematische Übersicht über den optischen Aufbau und den optischen
Strahlengang eines ellipsometrischen Mikroskops (Auflicht) am Beispiel eines PCSA-
(Polarizer-Compensator-Sample-Analyzer-) Aufbaus. Der Beleuchtungsstrahlengang ist
dabei schwarz gezeichnet, der Beobachtungsstrahlengang ist grau gezeichnet.
Es wird für das ellipsometrische Mikroskop eine möglichst punktförmige Lichtquelle (1)
verwendet. Durch die darauffolgende Linse (2) wird das entstehende Lichtbündel
parallelisiert.
Im Bereich des parallelen Strahlengangs wird durch den Polarisator (3) und den folgenden
Kompensator (z. B. λ/4-Platte) (4) Licht mit definierter Polarisation erzeugt. Die folgende
Feldblende (5) bestimmt den Bereich der in der Objektebene (6) ausgeleuchtet wird. Über
eine Linse (7) wird die punktförmige Lichtquelle auf einen 45°-Spiegel (8) abgebildet.
Über diesen Spiegel wird das Licht in den eigentlichen Mikroskop-Strahlengang
eingekoppelt und die punktförmige Lichtquelle durch Abbildungslinsen (hier 2 Linsen) (9)
und (10) auf die hintere Fokalebene (11) des Mikroskopobjektives abgebildet. Durch die
Lage bzw. Stellung des 45°-Spiegels (Verschiebung radial zur Achse des Mikroskops,
bzw. Verdrehung aus der 45°-Position) läßt sich der Fokalpunkt in der hinteren Fokalebene
des Mikroskopobjektives (11) verschieben und damit ein anderer Einfallswinkel des Lichts
auf die vordere Fokalebene (6) einstellen.
Die Probe wird durch diesen Aufbau unter definiertem Winkel in der vorderen Fokalebene
(Objektebene) (6) des Mikroskopobjektivs beleuchtet. Das von der Probe reflektierte Licht
wird durch die beiden Abbildungslinsen (9) und (10) am 45°-Spiegel vorbei durch eine
Okularlinse (12) auf den Detektor (z. B. CCD-Kamera für eine Abbildung oder z. B.
Photodiode für eine integrale Messung) (13) abgebildet. Im Okularstrahlengang (hier nicht
ideal gezeichnet) wird die Polarisation des von der Probe reflektierten Lichtes durch einen
Analysator (14) analysiert. Das gezeigte Ellipsometer könnte z. B. als Null-Instrument, als
rotierender-Analysator-Ellipsometer, rotierender-Polarisator-Ellipsometer oder als
rotierender-Kompensator-Ellipsometer betrieben werden.
Fig. 2 zeigt eine schematische Übersicht über den optischen Aufbau und den optischen
Strahlengang eines ellipsometrischen Mikroskops (Durchlicht) am Beispiel eines PCSA-
(Polarizer-Compensator-Sample-Analyzer-) Aufbaus. Der Beleuchtungsstrahlengang ist
dabei schwarz gezeichnet, der Beobachtungsstrahlengang ist grau gezeichnet.
Es wird für das ellipsometrische Mikroskop eine punktförmige Lichtquelle (15) verwendet.
Durch die darauffolgende Linse (16) wird das entstehende Lichtbündel parallelisiert.
Im Bereich des parallelen Strahlengangs wird durch den Polarisator (17) und den folgenden
Kompensator (z. B. λ/4-Platte) (18) Licht mit definierter Polarisation erzeugt. Die folgende
Feldblende (19) bestimmt den Bereich der in der Objektebene (20) ausgeleuchtet wird.
Über eine Linse (21) wird die punktförmige Lichtquelle in die hintere Fokalebene des
Kondensors (22) abgebildet. Durch die Verschiebung der optischen Achse des
Beleuchtungsstrahlengangs gegen die optische Achse des Kondensors (22) wird der
Beleuchtungspunkt in der hinteren Fokalebene des Kondensors verschoben und somit ein
unterschiedlicher Beleuchtungswinkel in der Objektebene (20) erreicht. Das transmittierte
Licht wird über das Objektiv (23) und Linse (24) auf den Detektor (z. B. CCD-Kamera für
eine Abbildung oder z. B. Photodiode für eine integrale Messung) (25) abgebildet und
durch den Analysator (26) analysiert. Das gezeigte Ellipsometer könnte z. B. als Null-
Instrument, als rotierender-Analysator-Ellipsometer, als rotierender-Polarisator-Ellipso
meter oder als rotierender-Kompensator-Ellipsometer betrieben werden.
Fig. 3 zeigt eine Möglichkeit der Gestaltung der Lichtquelleneinheit aus Fig. 1 und Fig. 2
mit einer Quecksilberhöchstdrucklampe (27) mit Reflektor (28) und Kondensor (29).
Anschließend wird das Licht durch einen Linienfilter (30) monochromatisiert und mittels
einer Streuscheibe (31) wird die Lochblende (32) homogen ausgeleuchtet. Zum Schutz des
Farbfilters kann ein Wärmeschutzfilter (33) eingebaut werden.
Fig. 4 zeigt die Möglichkeit, die Beleuchtung der Fig. 1 oder Fig. 2 durch einen Lichtleiter
zu realisieren. Dabei wird ein durch eine geeignete Lichtquelle (34) (mit Licht definierter
Polarisation) beleuchteter (polarisationserhaltender) Lichtleiter (35) so in den Aufbau
integriert, daß ein Ende des Lichtleiters durch die beiden Linsen (36), (37) in die hintere
Fokalebene (38) des Objektivs so abgebildet wird, wodurch in der Objektebene (39) eine
parallele Beleuchtung unter definiertem Einfallswinkel und definierter Polarisation erreicht
wird. Das von der Probe reflektierte Licht wird durch die beiden Abbildungslinsen (36)
und (37) und einer Okularlinse (40) auf den Detektor (z. B. CCD-Kamera für eine
Abbildung oder z. B. Photodiode für eine integrale Messung) (41) abgebildet. Im
Okularstrahlengang (hier nicht ideal gezeichnet) wird die Polarisation des von der Probe
reflektierten Lichtes durch einen Analysator (42) analysiert. Das gezeigte Ellipsometer
könnte z. B. als Null-Instrument, als rotierender-Analysator-Ellipsometer, als rotierender-
Polarisator-Ellipsometer oder als rotierender-Kompensator-Ellipsometer betrieben werden.
Anstelle eines Lichtleiters können auch mehrere (schaltbare) Lichtleiter verwendet werden,
die so eingebaut sind, das verschiedene Polarisationszustände und/oder Winkel der
Beleuchtung eingestellt werden können. Werden keine polarisationserhaltenden Lichtleiter
verwendet, wird vor dem Lichtleiterende im Mikroskopstrahlengang ein Polarisator
verwendet.
Fig. 5 zeigt eine weitere Möglichkeit, die Beleuchtung der Fig. 1 oder Fig. 2 durch einen
Lichtleiter zu realisieren. Dabei wird der von einer geeigneten Lichtquelle (43) (mit Licht
definierter Polarisation) beleuchteter (polarisationserhaltender) Lichtleiter (44) so in den
Aufbau integriert, daß sich das Ende des Lichtleiters in der hinteren Fokalebene (45) des
Objektivs befindet, so daß in der Objektebene (46) eine parallele Beleuchtung unter
definiertem Einfallswinkel und definierter Polarisation erreicht wird. Das von der Probe
reflektierte Licht wird durch eine Okularlinse (47) auf den Detektor (z. B. CCD-Kamera für
eine Abbildung oder z. B. Photodiode für eine integrale Messung) (48) abgebildet. Im
Okularstrahlengang (hier nicht ideal gezeichnet) wird die Polarisation des von der Probe
reflektierten Lichtes durch einen Analysator (49) analysiert. Das gezeigte Ellipsometer
könnte z. B. als Null-Instrument, als rotierender-Analysator-Ellipsometer, als rotierender-
Polarisator-Ellipsometer oder als rotierender-Kompensator-Ellipsometer betrieben werden.
Anstelle eines Lichtleiters können auch mehrere (schaltbare) Lichtleiter verwendet werden,
die so eingebaut sind, das verschiedene Polarisationszustände und Winkel der Beleuchtung
eingestellt werden können. Werden keine polarisationserhaltenden Lichtleiter verwendet,
wird vor dem Lichtleiterende im Mikroskopstrahlengang ein Polarisator verwendet.
Claims (19)
1. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie,
wobei der Aufbau des Ellipsometers im Grundprinzip dem optischen Aufbau eines Auflicht-
oder Durchlichtmikroskops entspricht wobei jedoch die Beleuchtung der Probe über das gesamte
Gesichtsfeld unter einem definierten Einfallswinkel und mit definierter Polarisation erfolgt und
wobei entweder im Falle von Auflicht die Beleuchtung der Probe unter einem definierten
Einfallswinkel und mit definierter Polarisation dadurch erreicht wird, daß die hintere Fokalebene
des Mikroskopobjektivs nur in einem punktförmigen Bereich mit definierter Polarisation
beleuchtet wird oder, daß die hintere Fokalebene des Mikroskopobjektivs an einigen
punktförmigen Bereichen abwechselnd oder gleichzeitig mit definiert polarisiertem Licht
beleuchtet wird, oder wobei im Falle von Durchlicht die Beleuchtung der Probe unter einem
definierten Einfallswinkel und mit definierter Polarisation dadurch erreicht wird, daß die hintere
Fokalebene des Kondensors nur in einem punktförmigen Bereich mit definierter Polarisation
beleuchtet wird oder, daß die hintere Fokalebene des Kondensors an einigen punktförmigen
Bereichen abwechselnd oder gleichzeitig mit definiert polarisiertem Licht beleuchtet wird.
2. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach Patentanspruch 1,
wobei bei Auflicht der Einfallswinkel durch eine geeignete Verschiebung des beleuchteten
punktförmigen Bereichs in der hinteren Fokalebene des Mikroskopobjektivs und bei Durchlicht
der Einfallswinkel durch eine geeignete Verschiebung des beleuchteten punktförmigen Bereichs
in der hinteren Fokalebene des Kondensors verändert wird.
3. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Ellipsometer der Anordnung seiner polarisationsoptischen Komponenten nach einem
gängigen ellipsometrischen Verfahren entspricht, diese polarisationsoptischen Komponenten
dabei in geeigneter Weise in den in Patentanspruch 1 genannten Mikroskopaufbau integriert sind
und sowohl aus herkömmlichen doppelbrechenden Materialien bestehen können oder auch
elektrooptischer, magnetooptischer oder akustooptischer Natur sein können.
4. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Lichteinkopplung in das Mikroskop sowohl direkt als auch über Strahlteilerwürfel
oder Lichtleiter erfolgen kann und als Lichtquellen dabei Lampen mit geeigneter
Monochromatisierung des Lichtes durch Filter oder Spektrometer und/oder Laserlichtquellen mit
oder ohne Strahlaufweitung/Raumfilterung/Koheränz-Zerstörer Verwendung finden.
5. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Beleuchtung der Objektebene mit Licht unter definiertem Einfallswinkel und
definierter Polarisation im Fall von Auflichtmikroskopie durch eine geeignete Abbildung einer
ausgeleuchteten Lochblende oder einer Anzahl von Lochblenden in die hintere Fokalebene des
Mikroskopobjektivs erreicht wird oder im Fall von Durchlichtmikroskopie durch eine geeignete
Abbildung einer ausgeleuchteten Lochblende oder einer Anzahl von Lochblenden in die hintere
Fokalebene des Kondensors.
6. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Beleuchtung der Probe mit definiertem Einfallswinkel und definierter Polarisation im
Fall von Auflichtmikroskopie durch eine geeignete Abbildung des Endes eines Lichtleiters bzw.
durch eine geeignete Abbildung einer Anzahl von Lichtleiterenden in die hinterer Fokalebene
des Mikroskopobjektivs erreicht wird oder im Fall von Durchlichtmikroskopie durch eine
geeignete Abbildung des Endes eines Lichtleiters bzw. durch eine geeignete Abbildung einer
Anzahl von Lichtleiterenden in die hinterer Fokalebene des Kondensors.
7. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-5,
wobei im Fall von Auflichtmikroskopie die Beleuchtung der hinteren Fokalebene des
Mikroskopobjektivs durch eine direkte Positionierung des Endes eines Lichtleiters oder einer
Anzahl von Enden von Lichtleitern in der hinteren Fokalebene des Mikroskopobjektives erreicht
wird oder im Fall von Durchlichtmikroskopie durch die Beleuchtung der hinteren Fokalebene
des Kondensors durch eine direkte Positionierung des Endes eines Lichtleiters oder einer Anzahl
von Enden von Lichtleitern in der hinteren Fokalebene des Kondensors.
8. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Ellipsometer bei verschiedenen Wellenlängen und/oder Einfallswinkeln betrieben
werden kann.
9. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Ellipsometer in einem der bekannten Ellipsometermodi betrieben werden kann.
10. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die untersuchte Probe zur Fokussierung in Richtung der optischen Achse des Mikroskops,
im Bedarfsfall auch in den zur optischen Achse orthogonalen Richtungen, durch geeignete
Verstelleinheiten verschoben und im Bedarfsfall ebenfalls durch geeignete Verstelleinheiten um
die optische Achse gedreht und um zur optischen Achse orthogonale Achsen gekippt werden kann.
11. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Probenpositionierung bezüglich der optischen Achse des Mikroskops über ein
Autokollimationsverfahren erfolgt.
12. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Detektion des Meßsignals bei ortsaufgelöster Ellipsometrischer Mikroskopie über ein
ortsauflösendes Detektionssystem in einem bildgebenden Modus erfolgt oder bei
Punktellipsometrie über einen Punktsensor, der über das gesamte Gesichtsfeld einen integralen
Meßwert liefert, oder daß durch eine Strahlaufteilung im Detektionsstrahlengang eine simultane
Messung von ellipsometrischer Mikroskopie und Punktellipsometrie möglich ist.
13. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Ellipsometer mit zusätzlichen Komponenten zur Probeninspektion durch
herkömmliche und konfokale Verfahren der Lichtmikroskopie, IR-Spektroskopie, IR-Mikros
kopie, Interferometrie, Ramanspektroskopie, mikroskopische IR- oder Ramanspektroskopie,
zeitaufgelöste Fluoreszenzlebensdauermessung ausgerüstet ist, oder diese Komponenten in das
ellipsometrische Mikroskop integriert werden können.
14. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das ellipsometrische Mikroskop mit mechanischen, optischen und elektronischen
Komponenten ausgestattet ist, die ein automatisiertes Handling und Alignment der Proben im
Ellipsometer gestatten.
15. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Ellipsometer in Anlagen zur Beschichtung und/oder zur Schichtabtragung im Rahmen
der Prozeßüberwachung und/oder Prozeßendkontrolle integriert ist oder zur Prozeßüberwachung
und/oder Prozeßendkontrolle verwendet wird.
16. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das ellipsometrische Mikroskop nicht nur für Messungen in Luft, sondern auch für
Messungen in anderen Medien verwendet werden kann.
17. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Steuerung, Überwachung, Verarbeitung, Auswertung und Darstellung der Messungen
und Ergebnisse des ellipsometrischen Mikroskops mittels eines oder mehrerer geeigneter
Computer mit entsprechend geeigneter Bildaufnahme- und Bildverarbeitungs- Hard- und
Software und zugehörigen visuellen und/oder druckenden Ausgabegeräten erfolgt.
18. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Lochblenden bzw. Lichtleiter schaltbar sind.
19. Ellipsometrisches Mikroskop zur lateral ortsaufgelösten Ellipsometrie und zur integrierenden
Punktellipsometrie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Lichtleiter polarisationserhaltend sind.
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