DE19707937A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen flacher Teile - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen flacher TeileInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Prüfen
planparalleler, flacher Teile, insbesondere zum Prüfen der Dicke und der
Keilförmigkeit zweier gegenüberliegender Werkstückoberflächen, bei dem
die Dicke des zu prüfenden Teiles mit einer mechanischen Meßeinrichtung
ermittelt wird.
Feste Körper für technische Zwecke sind durch die Art der Herstellung
immer mit Fertigungsfehlern behaftet, so daß bei Überschreiten der Ferti
gungstoleranzen ihre Funktionalität beeinträchtigt ist. Flache Teile, z. B.
elektrische Kontaktplättchen oder Hartmetallplättchen, müssen insbeson
dere in der Dicke und Planparallelität hohen Anforderungen genügen.
Diese Teile sollen zur Erfüllung ihrer Funktion, z. B. beim Einsatz für
elektrische Kontakte, einen größtmöglichem Flächenkontakt mit anderen
ebenen Flächen gewährleisten.
Die Einhaltung der Dickentoleranz und die Keilförmigkeit derartiger Teile
bestimmen wesentlich die Fehlerarmut bei der späteren Funktionserfüllung
und die Verwendbarkeit bei der Verarbeitung mit Montageautomaten.
Hauptfehler bei flachen Teilen sind Dickenabweichungen und Keiligkeiten,
die die zuverlässige Funktion der Teile behindern. Deshalb werden im und
nach dem Fertigungsprozeß Meß- und Prüfvorrichtungen eingesetzt, die
eine Klassifizierung und Sortierung ermöglichen.
Die im Stand der Technik bekannten Verfahren und Vorrichtungen gestat
ten aber bei Fertigung mit großen Stückzahlen nur, die meßtechnische
Überwachung der Dickentoleranz. Bei keiligen oder in sonstiger Weise
unregelmäßigen Oberflächen können Toleranzunterschreitungen, z. B.
Gestaltabweichungen 1.-6. Ordnung nach DIN 4760, nicht erfaßt werden.
Insbesondere für elektrische Kontaktplättchen sind Prüf- und Sortiervor
richtungen bekannt, bei denen mit Hilfe von Walzen eine Überprüfung
erfolgt. Dabei sind zwei feinbearbeitete zylindrische Walzen, die sich
gegeneinander drehen, im Abstand der Plättchendicke parallel angeordnet.
Die Walzen haben an ihren beiden Walzenenden unterschiedlichen Abstand
voneinander, wobei die Abstandsdifferenz der Toleranzfeldbreite der zu
prüfenden und zu sortierenden Werkstücke entspricht. Die Werkstücke
werden am Ende mit dem geringeren Walzenabstand von oben aufgebracht
und wandern durch eine leichte Neigung der Walzen und durch die
Walzendrehung zum anderen Walzenende. An der Stelle, an der die größte
Walzendicke und der Teilchenabstand übereinstimmen, fallen die Teilchen
durch den Walzenspalt nach unten hindurch. Dort können sie nach der
größten Dicke geordnet aufgefangen und Sortiergruppen zugeordnet
werden.
Zum gleichen Ergebnis kann man gelangen, indem die Teilchen mit Bügel
meßschrauben oder mit einem Meßtasteraufbau mit parallelen Meßflächen
ausgemessen werden.
Der Nachteil all dieser Verfahren ist, daß nur die größte Teilchendicke
festgestellt werden kann, nicht aber eine Keilförmigkeit oder sonstige
Gestaltabweichungen von der idealen Oberfläche. Eine meßtechnische
Überprüfung im Untermaßbereich der Teilchen ist damit ausgeschlossen.
Ein schnelles Messen in großen Stückzahlen ist mit diesen antastenden
Meßverfahren nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrich
tung anzugeben, mit der in großen Stückzahlen gleichartige plättchenför
mige feste Körper sowohl nach ihrer Dicke als auch nach ihren
funktionsrelevanten Hauptformfehlern geprüft und gemessen werden
können, wobei das Meßverfahren die späteren Einsatzbedingungen berück
sichtigen soll.
Erfindungsgemäß gelingt die Lösung der Aufgabe mit einem Verfahren, bei
dem sich die beiden ungefähr planparallelen Werkstückoberflächen des zu
prüfenden Teiles kraft- und formschlüssig an die Prüfflächen anlegen,
wobei die Wirkungslinie der Meßkraft normal zur Oberfläche gerichtet ist
und ungefähr durch die Flächenschwerpunkte der Werkstückoberflächen
gerichtet ist und sich eine der Prüfflächen momentenfrei an die Meßfläche
anlegt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin, daß die
Neigung der Prüfflächen mit einer Lichtstrahlablenkung ermittelt wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung entsteht dadurch, daß zwei Prüfflächen
zueinander mit drei Freiheitsgraden beweglich angeordnet sind, so daß das
Werkstück eine lineare und zwei Drehbewegungen ausführen kann, die
Vorrichtung eine Positioniereinrichtung enthält, mit der die Lage des
Werkstücks so fixiert wird, daß die Wirkungslinie der Meßkraft durch die
Flächenschwerpunkte der Werkstückoberfläche gerichtet ist und an der
Vorrichtung eine optische Neigungsmeßeinrichtung angeordnet ist, mit der
der größte Keilwinkel der Neigung der Prüfflächen gegeneinander ermittelt
wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in
den zugehörigen Unteransprüchen angegeben.
Mit der Erfindung werden durch ein kombiniertes optisch-mechanisches
Verfahren zwei ebene Prüffläche die beiden ungefähr planparallelen
Werkstückoberflächen form- und kraftschlüssig so berührt, daß dabei die
Wirkungslinie der Kraft durch den Flächenschwerpunkt gerichtet ist. Das
erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung
ermöglichen es, in einem Meßvorgang gleichzeitig die Dicke und die
Keilförmigkeit flacher Teile auch bei großen Stückzahlen mit hoher Effek
tivität zu ermitteln. Die zu prüfenden Teile können schnell gemessen und
klassifiziert werden, wobei eine Sortierentscheidung anhand des Toleranz
feldes unmittelbar nach dem Meßvorgang gefällt werden kann.
Die Erfindung wird im folgendem anhand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein Werkstück mit planparallelen Oberflächen,
Fig. 2 ein Werkstück mit keilförmigen Oberflächen,
Fig. 3 ein Werkstück, das neben der Keilförmigkeit noch eine
flächenförmige Formabweichung aufweist,
Fig. 4 eine schematische Darstellung der Vorrichtung und
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung der Vorrichtung.
Die Fig. 1 bis 3 erläutern die für den vorliegend Anwendungsfall
relevanten Gestaltabweichungen eines Körpers mit planparallelen Sollflä
chen.
Das in Fig. 1 dargestellte Werkstück ist ein planparalleles Teilchen, daß
keine Keilförmigkeit aufweist. Demgegenüber ist das Teilchen in Fig. 2
mit einer Keilförmigkeit behaftet. Die flachen Oberflächen sind eben, die
Keilförmigkeit kann ist mit dem größten Keilwinkel zwischen diesen
Ebenen beschrieben werden.
Bei einem in Fig. 3 dargestelltem realen Werkstück ist der Keilförmigkeit
noch eine flächenförmige Formabweichung überlagert. Für diesen Fall
kann die Keilförmigkeit durch den Keilwinkel ermittelt werden, in dem die
unregelmäßigen zu prüfenden Flächen mit ebenen Meß- oder Prüfflächen
bedeckt werden. Diese Flächen werden so auf die Teilchenoberflächen
aufgelegt, daß die Wirkungslinie der Andruckkraft durch den Flächen
schwerpunkt geht. Dadurch werden Flächenabweichungen zwischen realer
Oberfläche und Prüffläche minimiert. Keilförmigkeit und Dickentoleranz
müssen beide im vorgegebenen Toleranzbereich bleiben.
Die Fig. 4 und 5 erläutern die Wirkungsweise der Vorrichtung. Das
Werkstück 1 legt sich bei der Prüfung an die obere Prüffläche 2.1 an, die
am Anlagekörper 2 angebracht ist. Der Anlagekörper 2 kann sich um den
gestellfesten Punkt 4, der hier durch ein kugelförmiges Teil realisiert ist, in
zwei Freiheitsgraden drehend bewegen. Durch die definierte Anordnung
des gestellfesten Punktes 4 und der definierten Lage des Werkstücks 1 in
der Positioniereinrichtung wird gewährleistet, daß die Wirkungslinie W der
Meßkraft durch die Flächenschwerpunkte der Werkstückoberflächen ge
richtet ist. Das Werkstück 1 gelangt mit der Führungsschiene 5 in die für
den Prüfvorgang erforderliche Sollage, wobei durch den mit einer Anlage
kante versehenen Anschlag 6 die Lage des Werkstücks 1 in Bewegungs
richtung definiert wird, während die Lage in der übrigen Freiheitsgraden
durch die Führungsschiene 5 bestimmt wird.
1
Werkstück
2
Anlagekörper
2.1
obere Prüffläche
3
linear beweglicher Teil des Dickenmessers
3.1
untere Prüffläche
4
gestellfester Punkt
5
Führungsschiene
6
Anschlag mit Anlagekante
W Wirkungslinie der Meßkraft
W Wirkungslinie der Meßkraft
Claims (9)
1. Verfahren zum Prüfen planparalleler, flacher Teile, insbesondere zum
Prüfen der Dicke und der Keilförmigkeit zweier gegenüberliegender
Werkstückoberflächen, bei dem die Dicke des zu prüfenden Teiles mit
einer mechanischen Meßeinrichtung ermittelt wird, dadurch gekennzeich
net, daß sich die beiden ungefähr planparallelen Werkstückoberflächen des
zu prüfenden Teiles kraft- und formschlüssig an die Prüfflächen anlegen,
wobei die Wirkungslinie der Meßkraft normal zur Oberfläche gerichtet ist
und ungefähr durch die Flächenschwerpunkte der Werkstückoberflächen
gerichtet ist und sich eine der Prüfflächen momentenfrei an die Meßfläche
anlegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung
der Prüfflächen mit einer Lichtstrahlablenkung ermittelt wird.
3. Vorrichtung zum Prüfen planparalleler, flacher Teile, insbesondere zum
Prüfen der Dicke und der Keilförmigkeit zweier gegenüberliegender
Werkstück-oberflächen, die eine mechanische Meßeinrichtung enthält, mit
der die Dicke des zu prüfenden Teiles ermittelt wird, dadurch gekenn
zeichnet, daß
- - zwei Prüfflächen zueinander mit drei Freiheitsgraden beweglich angeord net sind, so daß das Werkstück eine lineare und zwei Drehbewegungen ausführen kann,
- - die Vorrichtung eine Positioniereinrichtung enthält, mit der die Lage des Werkstücks so fixiert wird, daß die Wirkungslinie der Meßkraft durch die Flächenschwerpunkte der Werkstückoberfläche gerichtet ist und
- - an der Vorrichtung eine optische Neigungsmeßeinrichtung angeordnet ist, mit der der größte Keilwinkel der Neigung der Prüfflächen gegeneinander ermittelt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
- - eine Prüffläche linearbeweglich angeordnet ist, wobei diese Prüffläche mit dem linear beweglichen Teil des Dickenmessers gekoppelt ist,
- - die zweite Prüffläche um einen gestellfesten Punkt mit zwei Freiheitsgra den drehbar gelagert ist und
- - die zweite Prüffläche mit einem Spiegel verbunden ist, der einen von einer gestellfesten Lichtquelle ausgesendeten Lichtstrahl auf einen gestell festen Sensor lenkt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Sensor
ein Flächensensor verwendet wird, bei dem die sensitive Schicht in Form
von konzentrischen Ringen ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lichtquelle ein Laser ist, der einen dünnen Laserstrahl aussendet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Lichtstrahl auf eine Fläche projiziert wird und die Lage des dort entstehen
den Lichtflecks mit einer Bildverarbeitungskamera ausgewertet wird.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die zweite Prüffläche mit einer justierbaren Auflage
am Gestell befestigt ist.
9. Vorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Positioniereinrichtung einen Anschlag mit einer Anlage
kante und eine spielarme Führungsschiene enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997107937 DE19707937A1 (de) | 1997-02-27 | 1997-02-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen flacher Teile |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997107937 DE19707937A1 (de) | 1997-02-27 | 1997-02-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen flacher Teile |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19707937A1 true DE19707937A1 (de) | 1998-09-03 |
Family
ID=7821703
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997107937 Withdrawn DE19707937A1 (de) | 1997-02-27 | 1997-02-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen flacher Teile |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19707937A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2003056273A1 (en) * | 2001-12-21 | 2003-07-10 | Metso Paper Automation Oy | Arrangement for measuring sheet |
| AT501508A1 (de) * | 2005-03-03 | 2006-09-15 | Manfred Dr Prantl | Verfahren zur messung der planparallelität von flächen eines prüfobjekts |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1772702U (de) * | 1958-03-04 | 1958-08-21 | Licentia Gmbh | Dickenmessvorrichtung fuer lamellen keilfoermigen querschnitts. |
| DE2850092A1 (de) * | 1978-11-18 | 1980-05-29 | Bosch Gmbh Robert | Optische messeinrichtung |
| DE3911585A1 (de) * | 1989-04-08 | 1990-10-11 | Rupert Dipl Ing Weiss | Optoelektronisches winkelmessgeraet |
-
1997
- 1997-02-27 DE DE1997107937 patent/DE19707937A1/de not_active Withdrawn
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| AT501508B1 (de) * | 2005-03-03 | 2007-12-15 | Manfred Dr Prantl | Verfahren zur messung der planparallelität von flächen eines prüfobjekts |
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