DE19705907C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Leistungssteuerung von an ein Wechselspannungs-Versorgungsnetz angeschlossenen elektrischen Verbrauchern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Leistungssteuerung von an ein Wechselspannungs-Versorgungsnetz angeschlossenen elektrischen VerbrauchernInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Leistungs
steuerung von an ein Wechselspannungs-Versorgungsnetz
angeschlossenen elektrischen Verbrauchern nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. von einer Vorrichtung
zur Leistungssteuerung von elektrischen Verbrauchern zur
Durchführung dieses Verfahrens nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 4.
Vorrichtungen zur Leistungssteuerung von elektrischen
Verbrauchern, die an eine Wechselspannung, üblicherweise
die Netzspannung angeschlossen sind, sind in vielfältiger
Form bekannt und umfassen zumeist eine Phasenanschnitt
schaltung, durch welche sich der Zündwinkel bei der dem
Verbraucher zugeführten elektrischen Wechselgröße in
gewünschter Weise verstellen läßt, wodurch die zugeführte
Leistung geregelt werden kann.
Bekannt sind solche Phasenanschnittsteuerungen beispiels
weise aus der DE 33 03 126 C2, die eine Vorrichtung zur
Einschaltstrombegrenzung bei einer mit einer Phasenan
schnittsteuerschaltung versehenen Motorsteuerung für den
Antriebsmotor eines Staubsaugers betrifft, sowie bei
spielsweise aus der DE 43 27 070 C1, in welcher eine
Vorrichtung zur Regelung der Leistungsaufnahme eines
Staubsaugers beschrieben ist, bei welcher über eine
Phasenanschnittschaltung die dem den Staubsauger an
treibenden Elektromotor zugeführte Wechselspannung auf
einen solchen Wert geregelt wird, daß dieser dem Effek
tivwert der Motorspannung entspricht. Die dabei jeweils
verwendeten Phasenanschnitt-Steuerschaltungen enthalten
üblicherweise einen Triac, der in Reihe mit dem elek
trischen Verbraucher, in diesem Falle also Elektromotor,
ans Netz geschaltet ist und den Elektromotor mit einer
lückenden (Sinus)Spannung versorgt, je nach gewünschter
Leistung.
Geht man von einer aus diskreten Bauelementen aufgebauten
Schaltung für den Phasenanschnitt aus, wobei hier al
lerdings beliebig hoch integrierte Realisierungsmöglich
keiten bis zur reinen Mikroprozessorsteuerung denkbar und
möglich sind, dann umfaßt die Phasenanschnittsteuerung im
Ansteuerkreis für den Triac einen üblicherweise als
Potentiometer oder Trimmer einstellbaren Widerstand sowie
einen Ladekondensator zur Zündung des Triacs je nach
eingestellten Widerstand, so daß durch entsprechende
Verschiebung des Zündwinkels praktisch beliebige Zwi
schenleistungen bis zum Vollwinkel auf Wunsch abrufbar
sind.
Bei einer bekannten Motorsteuerschaltung (DE 27 02 142 A1)
sind zwei jeweils für eine Stromrichtung gepolte
Thyristoren vorgesehen, zueinander parallel mit dem zu
steuernden Motor in Reihe geschaltet, wobei der eine
Thyristor einer normalen Phasenanschnittsteuerschaltung
zugeordnet ist, während der andere Transistor im Sinne
einer Drehzahlregelung lastabhängig gesteuert wird. Da
her ergibt sich für die Halbwelle einer Stromrichtung
ein gewollter (manuell vorgegebener) Halbwellenanschnitt
zur Drehzahleinstellung entsprechend der Stellung eines
Potentiometers, während der für die andere Halbwelle,
also Stromrichtung zuständige Thyristor einen lastbe
dingten Drehzahlabfall ausgleicht, indem er stromabhän
gig gesteuert wird. Hierdurch ergeben sich jeweils in
nerhalb einer Vollwelle unterschiedliche Phasenan
schnittwinkel, die aber nicht um einen vorgegebenen
Zündwinkel bei aufeinanderfolgenden Vollwellen zeitlich
nach vorn oder hinten verlagert variieren. Eine Oberwel
lenreduktion ist durch ein solches Vorgehen nicht ge
währleistet, weil eine Veränderung im Rhythmus unmittel
bar aufeinanderfolgender positiver und negativer Halb
wellen einer gegebenen Welle erfolgt und weil eine Lang
zeitvariation im Zündwinkel lediglich bei der einen
Halbwelle lastabhängig erfolgt, also in einem um Größen
ordnungen unterschiedlichen Zeitmuster.
In vergleichbarer Weise wird bei einer Vorrichtung zur
Einstellung eines Antriebdrehmomentes oder einer Dreh
zahl eines Elektromotors (DE 195 36 148 A1) eine Kombi
nation aus einer Phasenanschnittsteuerung und einer
Halbwellensteuerung eingesetzt, wobei zunächst lastab
hängig mit größer werdendem Zündwinkel ausschließlich
die Phasenanschnittsteuerung über einen vorgegebenen
Zündwinkelbereich, anschließend ausschließlich die Halb
wellensteuerung eingesetzt wird, bei der je nach erfor
derlicher Leistung eine oder mehrere Halbwellen der
Speisespannung vollständig ausgeblendet werden.
Steigt der Zündwinkel über einen vorgegebenen Wert an
oder ergeben sich bei bestimmten Zündwinkeln zu große
Motorvibrationen, die von einem Vibrationsfühler erfaßt
werden, dann wird der Motor so angesteuert, daß in einer
Kombination aus Phasenanschnittsteuerung und Halbwellen
steuerung der Motor mit einer vorgegebenen Anzahl von
Vollwellen gespeist wird, die sich abwechseln mit einer
vorgegebenen Anzahl von im Sinne einer Phasenanschnitt
steuerung angeschnittenen Vollwellen. Eine Variation der
Zündwinkel zeitlich nach vorn und rückwärts verlegt um
einen vorgegebenen Sollwinkel ist nicht angesprochen.
Das Ganze verläuft so, daß anfänglich, ausgehend vom
Stillstand, der Motor ausschließlich mittels der Phasen
anschnittsteuerung in seiner Drehzahl hochgesteuert
wird; anschließend wird automatisch zunächst ausschließ
lich auf eine geräuschärmere Halbwellensteuerung umge
schaltet, wobei das Halbwellenmuster, welches ganzzahli
ge Züge von Halbwellen aufweist, unterbrochen von voll
ständig gesperrter Stromzufuhr, dieselbe Drehzahl wie
der Phasenanschnitt erbringt.
Erst bei einer weiteren Erhöhung der Drehzahl wird dann
unter kontinuierlicher Änderung des Zündwinkels eine An
zahl von Halbwellen mit der Phasenanschnittsteuerung ad
ditiv zu dem Halbwellenmuster an die Wicklung des Motors
geschaltet. Erreicht der Zündwinkel einen Grenzwinkel,
dann wird die Zahl der Halbwellen im Halbwellenmuster
entsprechend der gewünschten Drehzahl erhöht, während
die Zahl der angeschnittenen Halbwellen nach der Phasen
anschnittsteuerung zurückgesetzt wird. Hinweise auf das
Oberwellenverhalten bzw. die Möglichkeit einer Reduzie
rung von Oberwellen ergeben sich nicht.
Gerade im Zusammenhang mit Oberwellen ist es jedoch ein
derzeit stärker in den Vordergrund rückendes Problem,
daß die solchen Steuerschaltungen innewohnende Erzeugung
von Oberwellen zu einer erheblichen Oberwellenverseu
chung des Netzes führt, die bisher auch nicht durch ein
fache Mittel überwunden werden konnte. Zurückzuführen
ist dies auf immer höher ausgelegte mögliche Maximallei
stungen elektrischer Verbraucher, die dann durch gleich
zeitig eingesetzte Phasenanschnittschaltungen wieder
herabgeregelt werden, wobei im folgenden zum besseren
Verständnis von der Leistung eines Staubsaugermotors
beispielhaft ausgegangen werden soll, obwohl es sich
versteht, daß die Erfindung auf jeden beliebigen elek
trischen Verbraucher anwendbar ist.
Allgemein entstehen Oberwellen, wenn keine sinusförmige
Stromaufnahme vorliegt, deren Frequenz identisch ist mit
der Netzfrequenz. Im Falle des elektrischen Universalmo
tors entstehen zunächst Oberwellen hauptsächlich als un
geradzahlige Harmonische, die in erster Näherung auf die
quadratische Abhängigkeit zwischen Strom und Spannung
zurückzuführen sind. Zusätzliche Oberwellen entstehen
durch die Phasenanschnittsteuerung selbst, die im übri
gen besonders dann stark ausgeprägt sind, wenn sich der
Zündwinkel bei etwa 90° befindet, wenn also durch ent
sprechende Zündung die Stromdurchlässigkeit des Reihen
triacs in etwa in der Mitte der jeweiligen Halbwelle er
folgt.
Die erwähnte Grenze des zulässigen Oberwellengehalts
wird durch staatlich regulierte Vorschriften festgelegt
und wird für den europäischen Bereich durch die soge
nannte EMV-Norm repräsentiert und die insofern auch eine
Leistungsgrenze der zulässigen Motorleistung, die in nu
merischen Werten ausdrückt bei etwa 1200 bis 1400 W
liegt, vorgibt, wenn man allgemein übliche elektrische
Motoren mit den bekannten Phasenanschnittsteuerungen zu
grunde legt.
Die sich durch diese Grenze ergebenden Probleme sind nur
unter Einsatz hoher Kosten zu umgehen oder zu bekämpfen,
wobei die Messungen üblicherweise bei einem Phasenwinkel
von 90° und bezogen auf 16 aufeinanderfolgende Vollwel
len durchgeführt werden, während welcher Zeit der Ober
wellengehalt einen vorgegebenen Wert nicht überschreiten
darf.
Es ist daher auch bekannt, dieses Problem dadurch zu um
gehen, daß man auf der Hardwareseite, nämlich auf Seiten
des Elektromotors, einen Motor mit zwei Feldwicklungen
verwendet, dessen eine Feldwicklung für eine Leistungs
abgabe bis beispielsweise maximal 1400 W zur Verfügung
steht, die über eine Phasenanschnittsteuerung bei gerade
noch zulässigem Oberwellengehalt betrieben werden kann,
während bei einer stärkeren Leistungsanforderung dann
über geeignete Schaltungsmittel (Mikroschalter) auf die
andere Feldwicklung übergegangen wird bei vollständigem
Herausschalten der Phasenanschnittsteuerung, wodurch
dann die volle Leistung mit der zweiten Feldwicklung,
die beispielsweise bei 1800 W liegen kann, im durchge
henden Vollwellenbetrieb, also ohne Phasenanschnitt
steuerung, erreicht werden kann. Hierdurch entfällt dann
natürlich der auf den Phasenanschnitt zurückgehende
Oberwellengehalt gänzlich.
Solche bauaufwendigen Maßnahmen erfordern erhebliches
zusätzliches Material mit entsprechenden hohen Kosten,
nicht zuletzt auch Montagekosten, und machen gerade dann
einen Verzicht auf die Phasenanschnittsteuerung erfor
derlich, wenn diese im Bereich der Abgabe der Höchstlei
stung unter Umständen zur feinfühligen Anpassung beson
ders erwünscht wäre.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, hier Ab
hilfe zu schaffen und ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Leistungssteuerung von an ein Wechselspannungs-
Versorgungsnetz angeschlossenen elektrischen Verbrau
chern zu schaffen, um mit nur geringen schaltungstechni
schen Änderungen der die Spannungsversorgung des Ver
brauchers steuernden Phasenanschnittschaltung eine dra
stische Reduzierung des Oberwellengehaltes zu erreichen,
so daß es möglich ist, auch höhere abzugebende Leistun
gen, beispielsweise bis 1800 W, um hier eine numerische
Zahl zu nennen, innerhalb des vorgegebenen Oberwellen
grenzwertes sicher zu beherrschen.
In einem anderen Zusammenhang sind ferner Spielarten von
Direktumrichtern bekannt (DE 27 02 142 A1 und DE 195 36 148 A1),
bei denen Wechsel- oder Drehstromsteller so an
gesteuert werden, daß der Phasenanschnittwinkel im
Rhythmus einer Frequenz unterhalb der Netzfrequenz vari
iert wird. Ziel der Variation ist allerdings die Erzeu
gung einer Subharmonischen, mit der der gespeiste Dreh
feldmotor dann mit einem Bruchteil der Nenndrehzahl lau
fen soll.
Die Erfindung beruht auf der überraschenden Erkenntnis,
daß durch die bewußte Herbeiführung einer Unsymmetrie im
Zündwinkel zwischen zeitlich aufeinanderfolgenden, aber
nicht notwendigerweise unmittelbar aufeinanderfolgender
Vollwellen geradzahlige Harmonische nur langsam an
wachsen, ungeradzahlig Harmonische jedoch stark redu
ziert werden können.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung lösen daher die genannte Aufgabe jeweils mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 4.
Durch diese Variation oder Einführung einer Unsymmetrie,
was mit anderen Worten bedeutet, daß angewandt auf das
spezifische Ausführungsbeispiel der Leistungsschalter
(Triac) bevorzugt auf kontrollierte Art unregelmäßig
gezündet wird, ergibt sich der Vorteil, daß sich ent
stehende Harmonische zum Teil selbst wieder aufheben und
es daher trotz Beibehaltung der Phasenanschnittsteuerung
bis zur maximalen Leistung hin möglich ist, innerhalb
des vorgegebenen Grenzwertes beispielsweise der EMV-Norm
zu verbleiben, obwohl, worauf auch hingewiesen werden
soll, der auf den Universalmotor selbst zurückgehende
Anteil an Oberwellen hierdurch nicht beeinflußbar ist
und im Grunde auch niemals beeinflußt werden kann, da er
auf die Bauart eines Elektromotors schlechthin
(Eisengehalt) zurückzuführen ist.
Es ist daher möglich und besonders vorteilhaft, daß
durch im Grunde nur geringfügige weitere Maßnahmen, die
im Schaltungsbereich der Phasenanschnittsteuerung
liegen, und daher vergleichsweise kostengünstig zu
realisieren sind, gerade z. B. auch für im
Haushaltsbereich liegende übliche elektrische
Antriebsmotoren ein erheblicher zusätzlicher Leistungs
zuwachs ermöglicht wird, innerhalb des vorgeschriebenen
Oberwellengehalts der EMV-Norm und ohne daß es größerer
Änderungen der Gesamtkonsumtion bedarf, so daß durch die
Erfindung ein entscheidender Vorteil durch den Einsatz
nur geringer Mittel erreicht wird.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterentwicklungen und Verbesserungen
der im Hauptanspruch angegebenen Lösung möglich.
Besonders vorteilhaft ist die Anordnung eines zusätzli
chen parallelen Widerstandes im Ansteuerkreis für den
Triac, wodurch dessen potentiometrischer Widerstand eine
(periodische) Änderung erfährt, und wobei dieser zusätz
liche Widerstand so im Rhythmus der aufeinanderfolgenden
Vollwellen gesteuert wird, daß sich in einer ersten
Vollwelle ein um einen vorgegebenen Zündwinkelwert nach
vorn, also in Richtung größerer Leistungsabgabe, ver
legter Zündwinkel und in einer darauffolgenden Vollwelle
ein zeitlich nach hinten verlegter Zündwinkelwert, also
in Richtung auf geringere Leistungsabgabe ergibt, je
nachdem, ob der parallele Widerstand in dieser Voll
wellenperiode zugeschaltet oder abgeschaltet ist.
Allerdings sei hier nochmals darauf hingewiesen, daß dies
lediglich eine besonders vorteilhafte Realisierung einer
Phasenanschnittschaltung betrifft und die angesprochene
Möglichkeit der Zündwinkelvariierung durch eine Vielzahl
anderer Maßnahmen in hochintegrierter, teilhybrider und
diskreter Schaltungstechnik erreichen läßt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung
nach Aufbau und Wirkungsweise im einzelnen erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 den zeitlichen Verlauf einer Verbraucher-
Speisewechselspannung, wobei bei lückendem
Betrieb durch die Phasenanschnittschaltung
erkennbar ist, daß, wie in durchgezogener
Linienführung gezeigt, der tatsächliche Zünd
winkel in einer Vollwelle zu früh und in der
nachfolgenden Vollwelle zu spät liegt, ver
glichen mit dem Sollwert des Zündwinkels α;
Fig. 2 den Verlauf des Differenzwinkels 6 über dem
Sollwert des Zündwinkels α und
Fig. 3 ein mögliches und auch bevorzugtes Ausfüh
rungsbeispiel einer Phasenanschnittschaltung
in diskreten Bauelementen, zur Reduzierung des
Oberwellenanteils bei elektrischen Verbrau
chern.
Betrachtet man zunächst den im Grundsatz sinusförmig im
Verlauf beispielsweise einer Speisewechselspannung für
einen elektrischen Verbraucher, dann läßt sich dem
Diagramm der Fig. 1 entnehmen, daß an der ersten Voll
welle (siehe jeweils die dick durchgezogene Linienfüh
rung) ein kleinerer tatsächlicher Zündwinkel α' vorhanden
ist, verglichen mit dem Zündwinkel α" in der zweiten
Vollwelle, die sich daher um den Differenzwinkel δ
unterscheiden.
Mit anderen Worten bedeutet dies, daß in der ersten
Vollwelle bei kleinerem α' mit eher großer, eigentlich
mit zu großer Leistung gefahren wird, während in der
zweiten Vollwelle mit dem zu großen Zündwinkel α" mit
kleiner, und zwar zu kleiner Leistung gefahren wird,
immer bezogen auf den tatsächlichen Leistungsanspruch,
der durch den Sollwert-Zündwinkel α gegeben ist, der bei
diesem Ausführungsbeispiel der Einfachheit halber bei 90°
liegen soll und der natürlich selbst, z. B. durch äußeren
Eingriff, wieder verstellbar ist.
Daher liegt bei diesem Ausführungsbeispiel der erste
Zündwinkel α' bei 60° und der zweite Zündwinkel α" bei
120°; der Differenzwinkel δ beträgt somit 60°.
Diese Variation oder Unsymmetrie des Zündwinkels in
nacheinander ablaufenden Vollwellen (nicht notwendiger
weise unmittelbar aufeinanderfolgender Vollwellen) der
den Verbraucher speisenden Wechselspannungsgröße beruht
auf der weiter vorn schon erwähnten Erkenntnis, daß dann,
wenn eine solche Unsymmetrie des Zündwinkels nicht
zwischen positiver und negativer Halbwelle einer Voll
welle, sondern zeitlich zwischen zwei aufeinanderfolgen
den Wellen erzeugt wird, die geradzahligen Harmonischen
langsam anwachsen und die ungeradezahligen stark redu
ziert werden. Dies kommt gerade der Leistungssteuerung
bei einem Elektromotor entgegen, der von sich aus schon
eher ungeradezahlige Harmonische erzeugt, die sich durch
Schaltungen, wie eben schon erwähnt, natürlich nicht
beeinflussen lassen. Insgesamt wird hierdurch aber durch
die aufeinanderfolgenden Unsymmetrien der Zündwinkelver
teilung in Abweichung vom Sollwert des Zündwinkels α der
Gesamtoberwellengehalt soweit herabgesetzt, daß den
Grenzwertbedingungen der erwähnten Vorschriften Genüge
getan werden kann.
Dabei ergibt sich natürlich keine Abweichung von dem
gewünschten Leistungsollwert des Verbrauchers, da die
tatsächlichen Zündwinkel α', α" um den Sollwert des
Zündwinkels herum variieren, nämlich einmal nach der
einen und zum anderen nach der anderen Seite, also
sozusagen mit Vorzündung und mit Nachzündung arbeiten,
wobei der Zündwinkelversatz, also der Differenzwinkel δ
bevorzugt, z. B. bei einem angenommenen Sollwert des
Zündwinkels α von 90° maximal, beispielsweise 60°
betragen sollte, wie der Diagrammverlauf der Fig. 2
zeigt. Bei Annäherung an die maximale Leistung, d. h. je
kleiner der Sollwert des Zündwinkels α selbst wird und im
äußersten Fall bei einem Zündwinkel α von 0°, wenn gar
kein Phasenanschnitt mehr erfolgt, ist natürlich auch der
Differenzwinkel δ = 0. In diesem Fall wird die Zündwin
kelvariation aber auch nicht mehr benötigt, da durch die
Phasenanschnittschaltung im wesentlichen keine Oberwellen
mehr erzeugt werden. Gleiches trifft auf die Leistungs
abgabe 0, also maximalen Sollwert des Zündwinkels α zu.
Auch in diesem Falle, wenn also der Reihentriac bei einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel einer Phasenanschnitt
schaltung gar nicht mehr öffnet, ist der Differenzwinkel
δ ebenfalls gleich Null (siehe hierzu den Kurvenverlauf
der Fig. 2).
Anschaulich läßt sich das durch die Erfindung gefundene
Prinzip so verstehen, daß in der Vollwelle mit großem
Zündwinkel (entsprechend kleiner Leistung) die dritte
Harmonische klein und in der Phase zum Nulldurchgang hin
verschoben ist. In der Vollwelle mit kleinem Zündwinkel
(entsprechend großer Leistung) ist die dritte Harmonische
zwar kräftig, jedoch in der Phase in umgekehrter Richtung
verschoben, so daß sich die zwei dritten Harmonischen,
die aus den beiden Vollwellen mit unterschiedlichem
Zündwinkel von jeweils α' und α" resultieren, zum Teil
selbst aufheben können. Für die anderen Harmonischen
können ähnliche Betrachtungen angestellt werden, die aber
im Vergleich zur dritten Harmonischen weniger bis
unbedeutend sind.
An einem Versuchsaufbau mit einem Motor mit einer
Leistung von 1200 W ergab sich bei einem Sollwert-
Zündwinkel α von 90° eine ursprüngliche dritte Harmoni
sche von 2,3 A. Durch einen Zündwinkelversatz von 45°
jeweils nach vorn und nach hinten, d. h. beispielsweise
von einem α' von 45° und einem α" von 135° ergab sich
eine Reduzierung dieser dritten Harmonischen von den
erwähnten 2,3 A auf 1,5 A, wobei der Motor selbst unter
voller Last eine dritte Harmonische von 1,3 A verursach
te. Gleichzeitig wuchs die vierte Harmonische von ca. 50 mA
auf 300 mA an, verblieb also selbst schon in diesem
Bereich eher unbedeutend.
Diese Messungen verifizieren eine durchaus drastische
Abnahme des Oberwellen-Gesamtgehalts allein durch die
durch die Erfindung gewährleistete Zündwinkelvariation,
die sich in einfacher Weise wie im folgenden beschrieben
realisieren läßt.
Entsprechend Fig. 3 sind als übliche Bestandteile einer
Phasenanschnittsteuerung der Verbraucher M als Elek
tromotor und der in beiden Halbwellen leitend schaltbare
Reihentriac zum Motor M mit T angegeben.
Im Ansteuerkreis des Motors befindet sich neben dem
üblichen Kondensator C ein entsprechendes Reihenpotentio
meter P, wobei vom Verbindungspunkt des Kondensators C
und des Reihenpotentiometers P über einen Diac D und
einen Reihenwiderstand R die Ansteuerung des Triac-Gates
erfolgt.
Parallel zum Widerstand des Potentiometers P ist ein
weiterer Widerstand R1 geschaltet, der in Reihe mit einem
Schalter S liegt, der im geschlossenen Zustand den
parallelen Widerstand R1 zum Widerstandswert des Poten
tiometers P wirksam werden läßt bzw. im geöffneten
Zustand herausschaltet.
Angesteuert wird der Schalter S. der ein beliebiger
elektronischer, vorzugsweise transistorisierter schneller
Schalter sein kann, in diesem Falle von einem Flipflop
FF, welches an seinem Eingang E über einen Widerstand R3
mit der halben Netzfrequenz periodisch umgeschaltet wird;
die Speisung des Flipflops FF erfolgt über die Reihen
schaltung eines Widerstandes R2 mit einer Diode D1.
Wie bekannt erfolgt bei einer normalen Phasenanschnitt
steuerung unabhängig von der Polarität und der Zeit bei
einem bestimmten Winkel die Zündung des Triacs, wobei
sich der Zündwinkel durch die Einstellung des Potentiome
ters verändern läßt. Durch die zusätzliche periodische
Veränderung dieses Widerstands des Potentiometers P mit
der halben Netzfrequenz (beim Ausführungsbeispiel also 25 Hz,
wenn eine deutsche oder europäische Netzfrequenz von
50 Hz zugrunde gelegt wird) läßt sich erreichen, daß der
Parallelwiderstand R1 in der einen Vollwelle bei ge
schlossenem Schalter dem leistungsstellenden Potentiome
ter P parallel liegt und in der nächsten Vollwelle bei
geöffnetem Schalter wieder herausgeschaltet ist. Dies
führt zu einer entsprechenden periodischen Änderung des
Widerstandswerts des Potentiometers P und einer ent
sprechenden Verlagerung des Zündwinkels α zeitlich nach
vorn oder hinten auf die Werte α' bzw. α" wie in Fig. 1
gezeigt, wodurch der gewünschte Zweck erreicht ist. Dabei
wird das Flipflop FF durch die halbe Netzfrequenz im
positiven Nulldurchgang getriggert.
Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die
Erfindung durch dieses anhand der Zusammenstellung von
diskreten Bauelementen erläuterte Ausführungsbeispiel
einer Phasenanschnittschaltung nicht eingeschränkt oder
der erfinderische Rahmen vorgegeben wird, sondern die
Erfindung kann durch beliebige schaltungstechnische
Maßnahmen realisiert werden und auch in hochintegrierter
Form etwa anhand eines schnellen Mikroprozessors reali
siert werden. Es ist auch möglich, jeweils auf den
Anwendungszweck bezogen, eine größere Anzahl von Voll
wellen mit einem vorgegebenen ersten Wert eines Zündwin
kels α' zu steuern und erst nach Ablauf von einigen
Vollwellen auf den zweiten, in der entgegengesetzten
Richtung zum Sollwert des Zündwinkels versetzten Zündwin
kel überzugehen, wobei empirische Versuche gut geeignet
sind um festzustellen, ob und in welcher Weise der
jeweils angesteuerte Verbraucher hierdurch beeinflußt
wird, beispielsweise durch Änderung der von ihm abgegebe
nen Geräuschentwicklung, Flackern bei Lichtbänken u. dgl..
Es versteht sich auch, daß keine Beschränkung auf die
jeweiligen vorhandenen oder von den Versorgungswerken zur
Verfügung gestellten Netzfrequenzen erforderlich ist;
nötigenfalls kann mit anderen Frequenzen, mit Frequenz
verdoppelung u. dgl. gearbeitet werden, soweit sich dies
als sinnvoll erweist, auch ein Bereich der Ansteuerung
der Zeitkonstantenansteuerung für die Triac-Zündung. Hier
könnte im übrigen auch mit jedem beliebigen, technisch
noch sinnvollen zeitlichen Verteilungsmuster, gegebenen
falls auch stochastischer Natur, gearbeitet werden.
Claims (7)
1. Verfahren zur Leistungssteuerung von an ein
Wechselspannungs-Versorgungsnetz angeschlossenen
elektrischen Verbrauchern, insbesondere
Elektromotoren, elektrische Universalmotoren zum
Betrieb von Elektrogeräten, Küchengeräten,
Staubsaugern u. dgl., von ohmschen Verbrauchern wie
Elektroheizungen o. dgl., durch Änderung des
Phasenanschnitts der dem Verbraucher zugeführten
elektrischen Wechselgröße, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Reduzierung des Oberwellengehalts der das
Ausmaß des Phasenanschnitts bestimmende Zündwinkel
(α', α ") bei aufeinanderfolgenden Vollwellen um
den vorgegebenen, der gewünschten Leistungsaufnahme
entsprechenden Sollwert (α) des Zündwinkels herum
abwechselnd nach größeren und nach kleineren Werten
variiert wird, derart, daß bei gleichzeitigem
langsamen Anwachsen geradzahliger Harmonischer
ungeradzahlige Harmonische stark reduziert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer ersten Vollwelle der tatsächliche
Zündwinkel (α1) gegenüber dem Sollwert des
Zündwinkels (α) in beiden Halbwellen kleiner und
bei einer unmittelbar darauffolgenden Vollwelle der
tatsächliche Zündwinkel (α") gegenüber dem
Sollwert-Zündwinkel (α) um annähernd den gleichen
Betrag größer ist, wodurch sich die durch die
Phasenanschnittsteuerung selbst erzeugten dritten
Harmonischen mindestens teilweise selbst aufheben.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die tatsächliche Zündwinkelva
riation in zeitlich aufeinanderfolgenden Vollwellen
auch stochastisch mit hoher Wahrscheinlichkeit
gegenläufiger Entwicklungen innerhalb weniger
Vollwellen durchgeführt wird.
4. Vorrichtung zur Leistungssteuerung von an ein
Wechselspannungs-Versorgungsnetz angeschlossenen
elektrischen Verbrauchern, insbesondere
Elektromotoren oder elektrischen Universalmotoren
zum Betrieb von Elektrogeräten, Küchengeräten,
Staubsaugern, von ohm'schen Verbrauchern wie
Elektroheizungen u. dgl., wobei durch die
Leistungssteuerung eine Änderung des
Phasenanschnittwinkels der dem Verbraucher
zugeführten elektrischen Größe vorgenommen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß eine den tatsächlichen
Zündwinkel (α', α ") um den Sollwert (α) des
Zündwinkels der gewünschten Leistungsaufnahme
variierende Steuerschaltung vorgesehen und so
ausgebildet ist, daß innerhalb weniger Vollwellen
der Zündwinkel (α', α ") abwechselnd nach größeren
und nach kleineren Werten verändert wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 6, mit einem in Reihe zum
Verbraucher geschalteten Triac, dem pro (direkt)
aufeinanderfolgender Vollwellen der zum Verbraucher
zu schaltenden Versorgungsspannung unterschiedliche
Zündwinkelsignale zugeführt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem Triac (T) ein Zündwinkel-
Steuergerät zugeordnet ist, welches bei unmittelbar
oder zeitlich im nahen Abstand aufeinanderfolgenden
Vollwellen der den Verbraucher speisenden elek
trischen Wechselgröße dem Triac tatsächliche Zünd
winkelsignale (α', α ") zuführt, die gegenüber dem
Sollwert des Zündwinkels (α) bei einer vorgegebenen
Leistungsabgabe zeitlich nach vorn oder hinten um
vorzugsweise gleiche Winkeldifferenzbeträge
versetzt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß dem einstellbaren Widerstand
(Potentiometer P) im Ansteuerkreis (Potentiometer P
und Kondensator C) des Triacs (T) ein mit der
halben Netzfrequenz schaltendes Kippglied (Flipflop
FF) zugeordnet ist, welches mittels eines Schalters
(S) dem leistungsstellenden Potentiometer (P) einen
Widerstand (R1) vorgegebener Größe in der einen
Vollwelle parallelschaltet und in der nächsten oder
in einer der nächstfolgenden Vollwellen durch
Öffnung des Schalters wegschaltet.
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|---|---|---|---|
| DE1997105907 DE19705907C2 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren und Vorrichtung zur Leistungssteuerung von an ein Wechselspannungs-Versorgungsnetz angeschlossenen elektrischen Verbrauchern |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007035954A1 (de) | 2007-07-30 | 2009-02-05 | Royal Appliance International Gmbh | Verfahren zur Leistungsregelung elektrischer Verbraucher an einem Wechselstromnetz |
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| DE2702142A1 (de) * | 1977-01-20 | 1978-08-03 | Bosch Gmbh Robert | Drehzahlregler fuer einen universalmotor |
| AT372556B (de) * | 1978-12-28 | 1983-10-25 | Loher Gmbh | Steuerungseinrichtung zur frequenz- und amplitudenabhaengigen steuerung eines direkt -thyristor-umrichters zur speisung eines drehstrommotors |
| DE19536148A1 (de) * | 1995-09-28 | 1997-04-03 | Wilo Gmbh | Leistungssteuerung für elektrisch betriebene Heizungspumpen |
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1997
- 1997-02-14 DE DE1997105907 patent/DE19705907C2/de not_active Expired - Fee Related
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