DE19705686A1 - Verfahren zur Herstellung einer Palette zur Werkstückbearbeitung und nach dem Verfahren hergestellte Palette - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Palette zur Werkstückbearbeitung und nach dem Verfahren hergestellte PaletteInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ein Verfahren zur
Herstellung einer Palette zur hochgenauen
Werkstückbearbeitung und eine nach diesem Verfahren
hergestellte Palette.
Zum Stand der Technik wird zunächst auf die eigene
Patentanmeldung P 43 41 743.4 des Anmelders verwiesen. Die
dortige Offenbarung soll vollinhaltlich von der Offenbarung
der vorliegenden Erfindung umfaßt sein.
Bei der älteren Patentanmeldung des gleichen Anmelders wurde
eine Aufspannplatte für eine Spannvorrichtung mit
Einzugsnippel geschildert, bei welcher die Aufspannplatte
hochgenau über die gesamte Fläche bearbeitet werden mußte
und in deren Bohrungen entsprechende Einzugsnippel hochgenau
eingepaßt wurden, damit diese Aufspannplatte auf einem
entsprechenden Bearbeitungszentrum aufgespannt und zur
hochgenauen Halterung von darauf zu bearbeitenden Werkstücken
geeignet war.
Der Begriff Aufspannplatte wird in dem Sinne benutzt, daß es
sich um eine herkömmliche Halterungsplatte handelt, die
lediglich dazu geeignet ist, einmalig mit Hilfe von festen
Verbindungsmitteln auf einer entsprechenden Fläche einer
Werkzeugmaschine befestigt zu werden. Der Begriff Palette
wird in dem Sinne benutzt, daß es sich um eine
schnellwechselbare Palette handelt, die also mit
entsprechenden Einzugsnippeln verbunden ist, wobei die
Einzugsnippel in entsprechende Schnellspannzylinder
eingreifen, welche dann diese Palette schnellwechselbar auf
den Spannzylindern ausbilden.
Die Anordnung von Einzugsnippeln in Bezug zu den
Montagebohrungen der Palette war Gegenstand der älteren
Patentanmeldung. Hierbei wurde ein nullpunkt-orientiertes
System geschaffen, wobei stets sichergestellt ist, daß der
an der Palette angeordnete Einzugsnippel in einer bestimmten
Orientierung zu den Zentrierbohrungen der Palette angeordnet
ist, um ein nullpunkt-orientiertes Spannen der Werkstücke zu
erreichen.
Nachteil der bekannten Palette war jedoch, daß man die
gesamten Flächen der Palette hochgenau bearbeiten mußte, was
mit einem hohen Maschinenaufwand, Zeitaufwand und mit einer
entsprechenden Umweltbelastung verbunden war.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine
schnellwechselbare Palette zur Einspannung von Werkstücken
auf einem Bearbeitungszentrum so weiterzubilden, daß sie bei
gleich hoher Güte und Spanngenauigkeit wesentlich
kostengünstiger, einfacher, schneller und umweltfreundlicher
hergestellt werden kann.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch die
technische Lehre der unabhängigen Ansprüche gekennzeichnet.
Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß nun nicht mehr
die gesamten Oberflächen einer Rohpalette hochgenau
bearbeitet werden, wie dies in der DE 43 41 743.4 geschildert
war, sondern daß nur noch einzelne "Inseln" auf der
Rohpalette angebracht werden, welche Inseln hochgenau
bearbeitet werden, daß aber die Flächen außerhalb dieser
Inseln nicht mehr bearbeitet werden müssen. Ebenso entfällt
das rundumlaufende Bearbeiten der Stirnkanten dieser
Rohpalette, was vorher beim Stand der Technik noch
erforderlich war.
Damit ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß man nur an
den Stellen der Rohpalette Bearbeitungsvorgänge vornehmen
muß, die tatsächlich zur Aufnahme von entsprechenden
Halterungen, Spannelementen, Einzugsnippeln und dergleichen
bestimmt sind, während alle anderen Flächen unbearbeitet
bleiben.
Die Erfindung geht nämlich zutreffender Weise davon aus, daß
für eine hochgenaue Bearbeitung die Lage der Werkstücke
gegenüber der Palette nicht bekannt sein muß; es muß
lediglich festgelegt werden, welche Lage die Werkstücke
gegenüber den Einrichtungen zum Spannen der Palette an der
Werkzeugmaschine oder einem Tisch der Werkzeugmaschine haben.
Es reicht also aus, die bearbeiteten Stellen der Palette in
hochgenauer Ausrichtung zueinander anzubringen und
anschließend die Einrichtungen zum Spannen, die auch als
Einzugsnippel bezeichnet werden, hochgenau gegenüber diesen
bearbeitenden Stellen anzubringen.
Nach dem Stand der Technik mußte mindestens eine Stirnkante
senkrecht zu einer weiteren Stirnkante der Rohpalette
bearbeitet werden, um zwei zueinander senkrecht stehende
Bezugsflächen zu erreichen, welche gestatten, daß die
Rohpalette zwecks Bearbeitung lagenrichtig und hochgenau
eingespannt werden kann. Dies entfällt bei der vorliegenden
Erfindung, denn nach der vorliegenden Erfindung werden statt
der Anbringung von entsprechenden, senkrecht zueinander
stehenden Bezugsflächen sogenannte Paßbohrungen in der
Rohpalette angebracht, welche Paßbohrungen dann für das
hochgenaue Einspannen und demzufolge lagenrichtige
Einspannung der Rohpalette auf einem Bearbeitungstisch
dienen.
Das erfindungsgemäße Verfahren läuft also im wesentlichen in
folgenden Verfahrensschritten ab:
- 1. Es wird eine unbearbeitete, möglicherweise noch
verzunderte Rohpalette (Eisenplatte) auf einem
Bearbeitungstisch eingespannt, wobei die Einspannung an den
unbearbeiteten Seitenflächen erfolgt.
Zur Erhöhung der Genauigkeit kann die Rohpalette auch über eine Lochrasterpalette gehalten werden; dies ist allerdings nicht zwingend erforderlich. - 2. Die so eingespannte Rohpalette wird nun mit voneinander beabstandeten Bohrungen versehen, und rings um die Bohrungen werden hochgenaue scheibenförmige Zirkularflächen in die Oberfläche der Platte eingearbeitet.
- 3. Die Einarbeitung dieser Inselflächen erfolgt zunächst an der Oberseite der zu bearbeiteten Rohpalette.
- 4. Die Rohpalette wird aus ihrer Einspannung auf dem Bearbeitungstisch entfernt, und in die bearbeitete Insel wird ein Einzugsnippel eingeschraubt und in der Bohrung verspannt.
- 5. Die Palette wird dann gewendet und mit dem an der bearbeiteten Insel und in der Bohrung befestigten Einzugsnippel direkt unter Weglassung der vorher ggf. noch vorhandenen Lochrasterpalette auf der Schnell- Spannvorrichtung eingespannt, welche vorher zur Schnellspannung der Lochrasterpalette diente.
- 6. Es wird die Insel an der gegenüberliegenden Seite der
Fläche der Rohpalette nun gefräst und hochgenau bearbeitet,
und es werden hochgenau Aufnahmebohrungen in die Rohpalette
eingearbeitet, welche noch mit einem Gewinde ausgestattet
werden können.
Um die Aufnahmebohrungen herum können noch weitere Bohrungen angeordnet werden, die einen größeren radialen Abstand von der Aufnahmebohrung aufweisen. Diese Aufnahmebohrung dient zur Aufnahme und Festlegung von zu bearbeitenden Werkstücken.
Die genannten Bohrungen für die Aufnahme der Einzugsnippel können als Sackbohrungen oder als Durchgangsbohrungen ausgebildet sein.
Die so hergestellte Rohpalette ist damit fertiggestellt und kann nun als Schnellwechselpalette in einem beliebigen Bearbeitungszentrum eingesetzt werden, wobei auf dieser fertiggestellten Palette die Werkstücke in den Aufnahmebohrungen gehalten sind und mit zusätzlichen Befestigungsmitteln in den zirkular die Aufnahmebohrungen umgebenden Bohrungen festgelegt sind. - 7. In einem weiteren Verfahrensschritt kann es dann falkultativ vorgesehen werden, daß statt des einen - nach der einen Seite der fertiggestellten Palette ragenden - Einzugsnippels zwei gegeneinander gerichtete Einzugsnippel in der vorher erwähnten Durchgangsbohrung im Bereich der Insel festgelegt werden, so daß die fertiggestellte Palette entweder an der Oberseite oder an der Unterseite wahlweise in zugeordnete Schnellspannzylinder eingeführt und dort gespannt werden kann.
Die gegeneinander gestellten Nippel, die sowohl an der
Oberseite als auch an der Unterseite der fertiggestellten
Palette befestigt sind, werden nur dann verwendet, wenn die
Palette auch wendbar ausgebildet sein muß.
Es ist also nicht mehr erforderlich, die Palette vollflächig
zu bearbeiten; eine Bearbeitung wird nur an dem für das
Anbringen von Bauteilen erforderlichen Stellen, den
sogenannten Inseln, vorgenommen. Es ist hierbei nicht weiter
kritisch, wenn die Palette selbst geringfügig verworfen ist;
in diesem Fall werden die Inseln alle auf eine gemeinsame
Höhe, die als Bezugsfläche für die Ausrichtung in z-Richtung
dient, abgefräst.
Es ergibt sich als weiterer Vorteil, daß die Palette
vollumlaufend am Rand bearbeitet werden kann. Ein Umspannen
der Pratzen, die bisher die Palette am Rand gehalten haben,
ist nicht mehr erforderlich. Dies führt zu einer erheblichen
Zeitersparnis und erhöhter Genauigkeit.
Für das Anbringen der Inseln sollte die Palette möglichst
spannungsfrei, d. h. ohne Verformung, eingespannt werden.
Grund ist, daß die Palette in gewissem Umfang elastisch ist
und daher beim Lösen der Aufspannung wieder in die
Ausgangsform zurückkehren möchte. Dies führt zu Verzug und
damit zu Fertigungsungenauigkeiten.
Die Halterung über die in den Inseln angebrachten Nippel
erfolgt im wesentlichen ohne Verformung der Palette und sorgt
so für eine sehr hohe Genauigkeit.
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt
sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen
Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der
einzelnen Patentansprüche untereinander.
Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung,
offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den
Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung werden als
erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in
Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen
Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert.
Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der
Erfindung hervor.
Es zeigen:
Fig. 1 zeigt schematisiert im Schnitt eine Darstellung
der Bearbeitung der Rohpalette auf einem
Bearbeitungszentrum mit Einspannung in einer
Lochrasterpalette;
Fig. 2 die Draufsicht auf die Darstellung nach Fig.
1;
Fig. 3 die um 180° gewendete Rohpalette mit direkter
Einspannung in Schnellspannzylindern im
Schnitt;
Fig. 4 die Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 3;
Fig. 5 eine Draufsicht auf eine gegenüber Fig. 3
abgewandelte Ausführungsform einer Rohpalette;
Fig. 6 der Schnitt durch die Palette nach Fig. 5;
Fig. 7 die Draufsicht auf die Rückseite der Palette
nach Fig. 6;
Fig. 8 eine weitere Abwandlung einer Palette mit
Darstellung eines Adapters im Schnitt;
Fig. 9 eine gegenüber Fig. 8 abgewandelte
Ausführungsform;
Fig. 10 die Draufsicht auf die Fig. 9;
Fig. 11 die Draufsicht auf eine Rohpalette mit
Darstellung von zwei verschiedenen
Einspannstellen;
Fig. 12 eine gegenüber Fig. 11 abgewandelte
Ausführungsform mit vier Einspannstellen;
Fig. 13 eine gegenüber Fig. 11 abgewandelte
Ausführungsform mit sechs Einspannstellen;
Fig. 14 eine gegenüber Fig. 11 abgewandelte
Ausführungsform mit acht Einspannstellen.
Fig. 15 eine Draufsicht auf die Verwendung einer
erfindungsgemäßen Rohplatte;
Fig. 16 eine Seitenansicht mit teilweiser Schnittdar
stellung durch Fig. 15.
In Fig. 1 ist dargestellt, daß zwei im Abstand voneinander
angeordnete Schnellspannzylinder 1 jeweils einen
Einzugsnippel 2 aufnehmen, welcher Einzugsnippel an der
Unterseite einer Lochrasterpalette 3 befestigt ist. Diese
Lochrasterpalette 3 dient als Bearbeitungspalette zur
Halterung der auf ihr angeordneten Rohpalette 6.
In der Lochrasterpalette 3 ist eine Vielzahl von
Paßbohrungen 5 angeordnet und es sind insgesamt vier
Flachspanner 4 in den Paßbohrungen 5 verankert, die sich mit
ihren Pratzen 7 an den gegenüberliegenden Seitenflächen der
Rohpalette 6 anlegen.
An mindestens einer Stirnseite liegt die zu bearbeitende
Rohpalette 6 an einem Anschlag 18 an, der ebenfalls paßgenau
in einer Paßbohrung 5 der Lochrasterpalette 3 angeordnet
ist.
Wichtig ist, daß die Mittenlängslinie durch den Anschlag 18
einer Nullpunktlinie X (9) entspricht, während die
Mittenlängslinie durch eine Reihe der Paßbohrungen 5 an der
Längsachse der Lochrasterpalette 3 einer Nullpunktlinie Y (8)
entspricht.
Damit ist sichergestellt, daß der Anschlag 18 lagenrichtig
in X-Y-Richtung ausgerichtet ist und die zu bearbeitende
Rohpalette 6 lagengenau auf der Lochrasterpalette 3 befestigt
ist.
Wie bereits eingangs ausgeführt worden ist, ist es nicht
erforderlich, die Rohpalette 6 mit extrem hoher Präzision auf
der Lochlasterpalette zu befestigen. Wichtig ist lediglich,
daß die Rohpalette sich innerhalb eines bestimmten, relativ
groß wählbaren Toleranzraumes befindet.
In einem ersten Bearbeitungsschritt werden nun die beiden
beabstandeten Durchgangsbohrungen 11 angebracht, wobei die
Durchgangsbohrungen 11 etwa zu der Nullpunktlinie der
Einzugsnippel 2 fluchten.
Dies ist durch ein entsprechendes Markierungssymbol 19 in
Fig. 1 dargestellt.
Nach der Herstellung der Durchgangsbohrungen 11, die genau zu
der Längsmittenachse der Einzugsnippel 2 fluchten, werden nun
die sogenannten Inseln 10 rings um die Durchgangsbohrungen 11
hochgenau bearbeitet. Diese Inseln sind genau in der X-Y-Richtung
ausgerichtet und in Z-Ebene genau eben und
entsprechend dem eigentlichen Bearbeitungsvorgang einer
Rohpalette, der sich nach dem Stand der Technik über die
gesamte Oberfläche der Rohpalette erstrecken müßte und der
erfindungsgemäß nur im Bereich dieser Insel angebracht wird.
Wichtig ist also, daß die hochgenaue Bearbeitung der
Oberflächen der Rohpalette nur im Bereich von Inseln 10, 10a
erfolgt.
Nach der Herstellung dieser Inseln 10 an der Oberseite 20 der
Rohpalette 6 wird nun die entsprechende Unterseite 21 in
analoger Weise bearbeitet.
Hierzu wird zunächst der Einzugsnippel 2 aus dem entlasteten
Schnellspannzylinder 1 gelöst, so daß die Lochrasterpalette
3 mit der darauf festgespannten Rohpalette 6 entfernt werden
kann.
Es wird dann in einem nächsten Schritt ein Einzugsnippel 15
in der Durchgangsbohrung 12 dadurch befestigt, daß der
Einzugsnippel 15 mit einem Spreizkonus 22 verbunden wird und
der Spreizkonus 22 mittels einer Schraube 23 in der
Durchgangsbohrung 11 verspannt wird.
Der so an der Oberseite 20 befestigte Einzugsnippel 15 wird
dann direkt - unter Weglassung der Lochrasterpalette 3 - in
dem Schnellspannzylinder 1 gespannt. Diese Situation ist in
Fig. 3 dargestellt.
Es werden nun die nächsten Bearbeitungsschritte vorgenommen,
daß nämlich auch an der Unterseite 21 die Insel 10a
hochgenau bearbeitet wird, die genau zu der vorher
bearbeiteten Insel 10 an der Oberseite 20 fluchtet und genau
parallel zu dieser ist.
Gleichzeitig erfolgen eine Reihe weiterer
Bearbeitungsschritte, indem nämlich noch weitere
Aufnahmebohrungen 12 hochgenau und lagenrichtig in der
Rohpalette 6 angebracht werden, und rings um diese
Aufnahmebohrungen 12 werden weitere hochgenau bearbeitete
Inseln 13 angebracht. Diese Inseln sind in der Regel immer
zirkular, d. h. ringsumlaufend, scheibenförmig, sie können
jedoch in Sonderausführungen nach der vorliegenden Erfindung
auch dreieckig oder viereckig sein. Es kommt lediglich darauf
an, daß nur im Bereich der tatsächlichen Halterungen oder
Festspannflächen der Rohpalette eine hochgenaue Bearbeitung
stattfindet.
Im Bereich der Inseln 13 können noch weitere Bohrungen 14
angebracht werden, die z. B. zum Durchfahren von Bohrern zur
Bearbeitung des darauf zu befestigenden Werkstückes 16
dienen.
Die Fig. 5 bis 7 zeigen, daß anstatt eines einzigen
Einzugsnippels 15 auch zwei gegeneinander gerichtete
Einzugsnippel 15, 15a gegeneinander gerichtet und zueinander
fluchtend in der jeweiligen Durchgangsbohrung 11
eingeschraubt werden können. Auf diese Weise ist es möglich,
die so hergestellte Palette 6 als Wendepalette auszubilden,
weil sie sowohl von der Oberseite her als auch von der
Unterseite her in einer entsprechenden Spannaufnahme
(Schnellspannzylinder 1) festgelegt werden kann.
Nachdem die Durchgangsbohrung 11 als Nullpunktbohrung
definiert wird, ist es demzufolge möglich, daß die beiden
gegeneinandergestellten Nippel 15, 15a genau fluchtend
zueinander ausgerichtet sind und daher ein absolut
hochgenaues Wenden der fertiggestellten Palette zwecks
Bearbeitung der Werkstücke 16 mittels Bearbeitungswerkzeugen
möglich ist.
Die Fig. 6 zeigt die Festlegung eines Werkstückes 16 in
einer dementsprechenden Aufnahmebohrung 12, wobei die
Bohrungen 24 am Werkstück 16 dadurch hergestellt wurden,
daß durch die Bohrungen 14 in der Palette mittels eines
Bohrers hindurchgefahren wurde, um in das Material des
Werkstückes 16 einzudringen.
Ebenso können weitere Bohrungen, Schlitze und andere
Bearbeitungen an der Oberseite und Unterseite des Werkstückes
vorgenommen werden, wobei die fertiggestellte Palette
beliebig gewendet werden kann.
Die Bearbeitung des Werkstückes 16 nach Fig. 6 erfolgt
hierbei von der Unterseite 21 her, wo die entsprechenden
Bearbeitungswerkstücke angeordnet sind. Um also die oberen
Teile des Werkstückes, die an der Oberseite 20 der Palette
liegen, zu bearbeiten, wird die gesamte Palette 6 umgedreht
und die Oberseite 20 kommt dann nach unten zu liegen.
Ebenso ist es möglich, im Winkel von 90° versetzt zu den
vorher beschriebenen Bearbeitungsrichtungen noch weitere
Bearbeitungsvorgänge an den Werkstücken 16 vorzunehmen.
Die Fig. 8 bis 10 zeigen die Verwendung von sogenannten
Adaptern 10, die als Zwischenstück auf die Inseln 10, 10a
eingesetzt werden, wenn die Werkstücke 16a länger ausgebildet
sind. Hierdurch wird vermieden, daß die länger ausgebildeten
Werkstücke 16a auf dem Maschinentisch anschlagen, der etwa in
Höhe der Schnellspannzylinder 1 angeordnet ist.
Es wird hierbei ein Spezialnippel 25 verwendet, der durch
eine entsprechende Durchgangsbohrung im Adapter 17
hindurchgreift und der ebenso als Einzugsnippel ausgebildet
ist, so wie dies anhand der Nippel 2, 15 beschrieben wurde.
Wichtig ist, daß der Adapter 17 hochgenau bearbeitete obere
und untere Flächen 26 aufweist, die mit den zugeordneten
Inseln 10, 10a korrespondieren.
Es wird auch die Mantellinie des Adapters 17 hochgenau
bearbeitet.
Die Fig. 11 bis 14 zeigen die Anordnung von verschiedenen
Inseln 10 auf verschiedenen Palettengrößen, wobei hier die
Paletten 6a-d gezeichnet sind.
Aus der Fig. 11 ist erkennbar, daß derartige Inseln 10 auf
einer relativ kleinen Palette in dichtem Abstand zueinander
angeordnet werden und hierbei der eine Einzugsnippel 15 einen
Zentrierbund trägt, der nullpunktorientiert die lagenrichtige
Fixierung der Palette 6a definiert, während der andere
Einzugsnippel 15b ein Spiel in Ausgleichsrichtung 27
gestattet. Bei anwachsender Temperatur verschiebt sich
demgemäß der Einzugsnippel 15b in Ausgleichsrichtung nach
rechts, während bei abnehmender Temperatur dieser
Einzugsnippel 15b sich in Ausgleichsrichtung 27 nach links
verschiebt. Bei einem etwa 1 m langen Aluminiumteil, welches
zur Herstellung der Rohpalette verwendet wird, beträgt das
Ausgleichsspiel bei einem Temperaturunterschied von 10°C
etwa 8/100 mm je nach Legierung auch mehr oder weniger.
Die Fig. 12 zeigt, daß mehrere Einspannstellen verteilt auf
einer Palette 6b angeordnet sind, wobei eine einzige
Einspannstelle als nullpunktorientierte Einspannstelle 28
ausgebildet ist, während die andere Einspannstelle 29 mit dem
vorher erwähnten Einzugsnippel 15b ausgerüstet ist, der das
vorher erwähnte Spiel in Ausgleichsrichtung 27 zuläßt.
Die weiteren Einspannstellen 30 haben keinerlei
Zentrierfunktion, weil sie mit einem Spiel von etwa 2/10 mm
behaftet sind und dienen nur dazu, daß die gesamte Palette
6b auf der Einspannvorrichtung festgespannt wird.
Die gleichen Verhältnisse sind in analoger Form in den
Zeichnungen der Fig. 13 und 14 dargestellt.
Hier ist wiederum dargestellt, daß bevorzugt die
nullpunktorientierte Einspannstelle 28 etwa in der Mitte der
Palette 6c angeordnet ist, und die den Ausgleich schaffenden
Einspannstellen 29 in einer Linie zu der
nullpunktorientierten Einspannstelle 28 liegen, und zwar in
Richtung der größten Erstreckung der Palette 6c.
Es werden also links und rechts von der nullpunktorientierten
Einspannstelle 28 zwei Einspannstellen 29 angeordnet, welche
das Ausgleichsspiel in den Pfeilrichtungen 27 ermöglichen.
Parallel zu diesen drei Einspannstellen 28, 29 sind wiederum
die spielbehafteten Einspannstellen 30 angeordnet.
Die Fig. 14 zeigt in analoger Darstellung, daß die
nullpunktorientierte Einspannstelle 28 an der oberen, linken
Ecke der Palette 6d angeordnet ist und die das
Ausgleichsspiel gewährleistende Einspannstelle 29 am
weitesten von der Einspannstelle 28 entfernt ist und zwischen
diesen beiden Einspannstellen 28, 29 die spielbehafteten
Einspannstellen 30 gleichmäßig verteilt über die Fläche der
Platte angeordnet sind.
Die Fig. 15 und 16 zeigen die Verwendung einer
erfindungsgemäßen Rohpalette 6. Sie wird in bereits
geschilderter Weise mittels Einzugsnippel in
Schnellspannzylindern 1 gehalten. An der Rohpalette 6 sind
mehrere Halter 31 für ein Werkstück 32 vorgesehen. Es ist
selbstverständlich ebenfalls möglich, nicht nur eines,
sondern mehrere Werkstücke auf geeignete Weise zu befestigen.
In diesen beiden Figuren ist deutlich erkennbar, daß wie
erfindungsgemäß vorgeschlagen, nur an bestimmten Stellen der
Palette 6 eine Bearbeitung vorgenommen worden ist.
Insbesondere am Rand und an nicht für das Einspannen
wesentlichen Oberflächen sind noch Ungenauigkeiten
verblieben.
Der Kern der vorliegenden Erfindung liegt also darin, daß
man mit sehr geringem Maschinenaufwand und relativ geringem
Arbeitsaufwand eine hochgenaue Bearbeitung einer
Bearbeitungspalette durchführen kann, was bisher nur mit
wesentlich höherem Aufwand, höheren Kosten und einer
wesentlich höheren Umweltbelastung möglich war.
Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Palette werden nur
noch etwa 10% der vorher aufzuwendenden Bearbeitungskosten
aufgewendet.
Ebenso werden Einkaufskosten gespart, denn es müssen nicht
mehr vorbearbeitete (z. B. vorgeschliffene) Rohpaletten
verwendet werden, sondern es können vollkommen unbearbeitete
Eisenplatten verwendet werden, die im Einkauf wesentlich
billiger sind als vergleichsweise die vorbearbeiteten
Paletten, die nach dem Stand der Technik benötigt wurden.
Darüber hinaus werden Einsparungen bei Energie,
Bearbeitungswerkzeugen (geringerer Verschleiß), Kühlmittel
und Arbeitszeit erreicht.
1
Schnellspannzylinder
2
Einzugsnippel
3
Lochrasterpalette
4
Flachspanner
5
Paßbohrung
6
Rohplatte a, b, c, d
7
Pratze
8
Nullpunkt Y
9
Nullpunkt X
10
Insel
10
a
11
Durchgangsbohrung
12
Aufnahmebohrung
13
Insel
14
Bohrung
15
Einzugsnippel
15
b (konische Aufnahme)
16
Werkstück
17
Adapter
18
Anschlag
19
Markierungssymbol
20
Oberseite
21
Unterseite
22
Spreizkonus
23
Schraube
24
Bohrung
25
Spezialnippel
26
Fläche
27
Ausgleichsrichtung
28
Einspannstelle
29
Einspannstelle
30
Einspannstelle
31
Halter
32
Werkstück
Claims (9)
1. Palette zum Aufspannen und zur hochgenauen Bearbeitung von
Werkstücken, die an einer oder beiden Seiten der Palette
eingespannt sind, wobei die Palette mit Einrichtungen zum
automatischen und hochgenauen Spannen an einer
Werkzeugmaschine oder dgl. versehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Palette (6) nur an einzelnen Stellen
(10, 10a, 13) bearbeitet ist.
2. Palette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stellen (10, 10a, 13) hochgenau zueinander orientiert sind.
3. Palette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Palette (6) im Bereich der Stellen (10, 10a, 13) mit
Bohrungen (11, 12, 14) versehen ist.
4. Palette nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bohrungen (11, 12, 14) als Durchgangsbohrungen ausgebildet
sind.
5. Palette nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zum Spannen als
Einzugsnippel (2; 15) ausgebildet sind.
6. Verfahren zur Herstellung einer Palette mit folgenden
Schritten:
- - Spannen der Palette (6) in nicht genau bestimmter Lage an einer Werkzeugmaschine oder dgl,
- - Stellenweises spanabhebendes Bearbeiten dieser Palette (6) zum Erzeugen von bearbeiteten Stellen (10, 10a, 13), die hochgenau zueinander ausgerichtet sind,
- - Anbringen von Einrichtungen (2, 15) zum hochgenauen und automatischen Spannen,
- - Wenden der Palette (6) und
- - Anbringen einer oder weiterer bearbeiteter Stellen (10, 10a, 13) auf der gegenüberliegenden Seite der Palette (6).
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß für
die Einrichtungen (2, 15) Aufnahmen in Form von Bohrungen
(11), insbesondere in Form von Durchgangsbohrungen,
angebracht werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
weitere Bohrungen (12, 14) angebracht werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß in eine oder mehrere Bohrungen (11, 12, 14) ein Gewinde
geschnitten wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997105686 DE19705686A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Herstellung einer Palette zur Werkstückbearbeitung und nach dem Verfahren hergestellte Palette |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997105686 DE19705686A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Herstellung einer Palette zur Werkstückbearbeitung und nach dem Verfahren hergestellte Palette |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19705686A1 true DE19705686A1 (de) | 1998-08-20 |
Family
ID=7820259
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997105686 Withdrawn DE19705686A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Herstellung einer Palette zur Werkstückbearbeitung und nach dem Verfahren hergestellte Palette |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1997
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