DE19705617C1 - Verfahren zum Einfassen von Scheibenartigen Bauteilen - Google Patents
Verfahren zum Einfassen von Scheibenartigen BauteilenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einfassen von scheibenartigen Bauteilen wie
Duschabtrennungen, Trennwandelemente und dergleichen, wobei ein U-förmiges Einfaß
profil um die Ränder des Bauteils gelegt wird.
Die bekannten Einfaßprofile (vgl. DE-GM 71 20 717) sind derart aufgebaut, daß sie mit
ihrem U-förmigen Aufnahmeraum die Scheibenränder umfassen. An ihren Außenflächen
sind längsverlaufende Dichtelemente angeformt, welche die Abdichtung der eingefaßten
Scheiben in Aufnahmerahmen übernehmen. Diese Abdichtung ist beim Einsatz in Dusch
abtrennungen zwingend erforderlich, damit das Spritzwasser nicht über die Rahmen der
Duschabtrennung nach außen gelangen kann.
Die umlaufenden Einfaßprofile sind in den Eckbereichen verschweißt, wobei die einzelnen
Profillängen in den Gehrungsschnittebenen durch Heizspiegel auf Schweißtemperatur
gebracht, danach zusammengeführt und miteinander verschweißt werden.
Der Nachteil dieser Verbindungsmethode wird darin gesehen, daß die Einfaßprofile in den
Gehrungseckbereichen auf Schweißtemperatur gebracht und danach zusammengepreßt
werden. Dieser Preßvorgang dauert wenigstens bis zum Absinken der Schweißtemperatur
unterhalb des Kristallitschmelzpunktes an. Bei diesem Schweißvorgang wirkt besonders
nachteilig, daß der auf Schweißtemperatur gebrachte polymere Werkstoff der Einfaßprofile
beim Preßvorgang im Gehrungseckbereich sowohl nach innen als auch nach außen
gepreßt wird. Dadurch entstehen Materialansammlungen wie Schweißgrate in den Eck
bereichen, die zumindest an den Sichtflächen wieder entfernt werden müssen. Dies ist ein
aufwendiger Konfektionsvorgang, der die Kosten für solche Einfaßrahmen negativ be
einflußt.
Ein besonderer Nachteil wird darin gesehen, daß durch diesen Schweißvorgang mit
anschließendem Konfektionieren in den Eckbereichen die außen umlaufenden Dichtlippen
der Einfaßprofile beschädigt werden. Dadurch ist in den besonders sensiblen Eckbereichen
eine einwandfreie Abdichtung nicht mehr garantiert.
Hier setzt die Erfindung ein, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, die Nachteile des Standes
der Technik zu umgehen und ein Verfahren zum Einfassen von scheibenartigen Bauteilen
anzugeben, mit welchem ohne aufwendige Konfektionsarbeiten eine einwandfreie
Scheibeneinfassung bei gleichzeitigem Erhalt der außen umlaufenden Dichtlippen
gewährleistet ist.
Erfindungsgemäß wird dazu vorgeschlagen, daß das Einfaßprofil einstückig um das Bauteil
einschließlich der Eckbereiche herumgezogen wird und daß anschließend die durch die
Zugkräfte in den Eckbereichen verformten Teilabschnitte des Einfaßprofils mit einem
Werkzeug fixiert, auf Verformungstemperatur gebracht und anschließend durch Aufbringen
einer Preßkraft in die Ausgangsform des Einfaßprofils bleibend zurückgeformt werden.
Das wesentliche Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß nicht gestreckte
Längen durch Gehrungseckverschweißung zu dem Rahmen geformt werden, sondern daß
das Einfaßprofil einstückig um das gesamte Bauteil herumgezogen wird. Dadurch steigen in
den Eckbereichen die freien Schenkel des U-förmigen Einfaßprofils auf. Diese auf
gestiegenen Teilbereiche werden anschließend thermisch behandelt, wobei sie durch
Anwendung von Preßkräften in die ursprünglich gegebene Ausgangsform des U-förmigen
Einfaßprofils zurückgeformt werden.
Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, daß die rückzuformenden Teilabschnitte des
Einfaßprofils berührungsfrei erwärmt werden. Hierbei erfolgt die Erwärmung beispielsweise
mittels Warmluft, bevorzugt jedoch mittels Strahlungswärme. Wesentlich hierbei ist, daß die
Rückverformungstemperatur nicht gleich der Schweißtemperatur des bekannten Standes
der Technik ist, sondern daß hier mit geringeren Temperaturen gearbeitet werden kann.
Von besonderem Vorteil ist es, daß bei der thermischen Rückformung nach der Erfindung in
den Eckbereichen des Einfaßprofils auch die äußeren Dichtlippen durchgehend wieder mit
zurückgeformt werden. Diese Dichtlippen sind beim herumziehen des Einfaßprofils um die
Eckbereiche besonders stark verformt worden. Ohne die erfindungsgemäße Behandlung
würden diese Dichtlippen gerade in den Eckbereichen ihre Dichtfunktion nicht mehr
ausüben können. Durch die erfindungsgemäße Rückformung werden diese Dichtlippen in
den Eckbereichen in ihren Ausgangszustand zurückversetzt und können somit auch in den
Ecken ihre Dichtfunktion anstandslos ausüben.
Von Vorteil ist weiter, daß das zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
benutzte Formwerkzeug die Negativform des Einfaßprofils aufweist und eine Kühlein
richtung besitzt. Mit dieser Kühleinrichtung wird erreicht, daß eine unzulässige Erwärmung
des Werkzeugs bei ständigem Einsatz vermieden wird, wodurch konstante Arbeits
bedingungen bei fortlaufendem Arbeiten mit diesem Werkzeug garantiert werden. Die
Kühlung kann dabei je nach Werkzeugausführung mit Luft oder mit Wasser erfolgen.
Dieses Werkzeug muß über Schließkräfte verfügen, welche zur Zurückformung der
verformten Teilabschnitte des Einfaßprofils erforderlich sind.
Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Mitarbeit der erfindungs
gemäßen Vorrichtung wird nachstehend wie folgt geschildert:
Das U-förmige Einfaßprofil wird zunächst in einer Länge vorgehalten, die der Abwicklung
der vier Seitenwände des scheibenartigen Bauteils entspricht. Das Einfaßprofil selbst ist
aus elastischem oder teilelastischem Kunststoff hergestellt. Bei der industriellen Herstellung
der Einfaßrahmen wird das Einfaßprofil dann auf ein Montageelement aufgezogen, welches
eine Platte ist, die in der Dicke dem später vorgesehenen scheibenartigen Bauteil
entspricht. Bei diesem Herumlegen um das Gegenstück wird das Einfaßprofil in den
Eckbereichen stark verformt, d. h., die Eckbereiche stellen sich auf und die Dichtlippen an
den Außenseiten des Einfaßprofils legen sich an diese Außenseiten an.
Danach wird das erfindungsgemäße Werkzeug über die Eckbereiche gefahren, wobei die
Werkzeugteile lagegeführt sind, um ein Verkanten bei der anschließenden thermischen
Umformung zu vermeiden.
Die dem Werkzeug immanenten Schließkräfte müssen je nach Material des Einfaßprofils,
der Raumform, der Temperatur und ähnlichen Kriterien am konkreten Einzelfall ermittelt und
bei der Auslegung und Dimensionierung der Pneumatikzylinder entsprechend berücksichtigt
werden.
Nach der berührungsfreien Erwärmung der Eckbereiche setzen die Preßkräfte der
Pneumatikzylinder des Werkzeuges die Werkzeugteilbereiche in Bewegung und über die
Werkzeugteilbereiche werden die aufgestellten Ecken derart zurückgeformt, daß diese
Ecken wieder die Kontur der ursprünglichen Form des Einfaßprofils annehmen und sich
dabei entsprechend der Einfaßsituation in der gestreckten Länge einfassend um die Ecken
des scheibenartigen Bauteils legen. Damit sind die Ecken in gleicher Weise geformt wie die
gestreckten Längen.
Zu beachten ist bei diesem Vorgang, daß die Erwärmung des Einfaßprofils in den Eckbe
reichen abhängig ist von der Profilraumform, von dem verwendeten Polymer-Matehal, vom
Grad der Umformung in den Eckbereichen usw. Bei der Abkühlphase nach erfolgter
Umformung ist bei geschlossenem Werkzeug eine Haltezeit erforderlich, die nach gleichen
Kriterien ermittelt werden muß.
Nach dem Rückformen der Eckbereiche und erfolgter Abkühlung werden die Werkzeuge
geöffnet und der erzeugte Rahmen wird von dem Gegenstück abgenommen. Da dieser
Rahmen in den Eckbereichen nicht - wie beim Stand der Technik üblich - geschnitten und
dann verschweißt wurde, sondern da der Rahmen einstückig über die Bereiche gezogen ist,
gibt es in diesen Eckbereichen bei der Arbeit mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kein
Schneiden mit anschließender Verschweißung und damit Schaffung einer Problemstelle.
Diese Problemstelle entsteht beim Stand der Technik meistens durch nicht sachgerechtes
Verschweißen, was im späteren Einsatz zu Sollbruchstellen und damit zum Unbrauch
barwerden des Rahmens führt. Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
und des damit hergestellten Einfaßrahmens wird gerade darin gesehen, daß solche Soll
bruchstellen durch die fehlenden Schnitte in den Eckbereichen vermieden werden.
Falls erforderlich, kann die einzige Stoßstelle des mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Einfaßrahmens, die auf die am wenigsten sichtbare Seite des scheibenartigen
Bauteils verlegt werden kann, mit dem Rückformen der Ecken gleichzeitig stumpf
geschweißt werden. Dies ist dann die einzige Schweißstelle des Rahmens, die aber aus
den anfälligen Eckbereichen in die gestreckte Länge verlegt ist.
Die erfindungsgemäß hergestellten Rahmen können entsprechend den verlangten
Rahmengrößen vorgefertigt und im vorgefertigten Zustand an die verarbeitende Industrie
ausgeliefert werden. Durch die materialimmanente Elastizität kann auch der völlig
geschlossene Einfaßrahmen nach Herstellung der Querschnittsverschweißung bei der
verarbeitenden Industrie auf die scheibenartigen Bauteile aufgezogen werden, wobei der
Rahmen elastisch aufgeweitet und auf die Ränder der scheibenartigen Bauteile aufge
schnappt wird. Dieser Rahmen bildet dann ein umlaufendes Dichtungssystem ohne offene
Trennstelle bzw. ohne Trennung und nachträglicher Wiederverschweißung in den Eckbe
reichen. Er bietet eine optisch hochwertige Verbindung ohne Gratbildung in den Eckbe
reichen, da bei der erfindungsgemäßen Umformung in diesen Bereich evtl. überschüssiges
Material zur Formung der Dichtlippen über die Ecken benötigt wird. Der Einfaßrahmen kann
in der Fabrik komplett nach den Wünschen des Abnehmers vorkonfektioniert werden und
ist beim Abnehmer dann einfach weiterzuverarbeiten. Gegenüber dem Aufwand für das
Spiegelschweißen in den Eckbereichen nach dem bekannten Stand der Technik ist der
technische Aufwand für die Herstellung des erfindungsgemäßen Einfaßrahmens gering und
damit kostengünstig.
Claims (4)
1. Verfahren zum Einfassen von scheibenartigen Bauteilen wie Duschabtrennungen,
Trennwandelemente und dergleichen, wobei ein U-förmiges Einfaßprofil um die
Ränder des Bauteils gelegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Einfaßprofil ein
stückig um das Bauteil einschließlich der Eckbereiche herumgezogen wird, und daß
anschließend die durch die Zugkräfte in den Eckbereichen verformten Teilabschnitte
des Einfaßprofils mit einem Werkzeug fixiert, auf Verformungstemperatur gebracht
und anschließend durch Aufbringen einer Preßkraft in die Ausgangsform des
Einfaßprofils bleibend zurückgeformt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rückzuformenden
Teilabschnitte des Einfaßprofils berührungsfrei erwärmt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der
thermischen Verformung der Eckbereiche des Einfaßprofils auch dessen Dichtlippen
in den Eckbereichen durchgehend mit zurückgeformt werden.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Werkzeug die Negativform des Einfaßprofils
aufweist und eine Kühleinrichtung besitzt sowie über Schließkräfte zur Zurück
formung der verformten Teilabschnitte des Einfaßprofils verfügt.
Priority Applications (2)
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| DE (1) | DE19705617C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2009124744A3 (de) * | 2008-04-09 | 2011-03-03 | Rehau Ag + Co | Verfahren zur herstellung eines dekorprofils an dem wenigstens ein funktionselement angebracht ist |
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| EP0022131A1 (de) * | 1979-06-29 | 1981-01-07 | Semperit Aktiengesellschaft | Dichtungsrahmen |
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| NL80769C (de) * | 1900-01-01 | |||
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1997
- 1997-02-14 DE DE1997105617 patent/DE19705617C1/de not_active Expired - Fee Related
- 1997-11-14 EP EP97119935A patent/EP0858879A3/de not_active Withdrawn
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Also Published As
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| EP0858879A3 (de) | 1999-02-10 |
| EP0858879A2 (de) | 1998-08-19 |
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