DE19703113C2 - Hydraulische Flügelzellenmaschine - Google Patents
Hydraulische FlügelzellenmaschineInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F04—POSITIVE - DISPLACEMENT MACHINES FOR LIQUIDS; PUMPS FOR LIQUIDS OR ELASTIC FLUIDS
- F04C—ROTARY-PISTON, OR OSCILLATING-PISTON, POSITIVE-DISPLACEMENT MACHINES FOR LIQUIDS; ROTARY-PISTON, OR OSCILLATING-PISTON, POSITIVE-DISPLACEMENT PUMPS
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- Structures Of Non-Positive Displacement Pumps (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Flügelzellen
maschine mit einem Rotor, in dem mehrere Flügel radial
bewegbar angeordnet sind, und mit einem Stator, der
eine Statorbohrung aufweist, deren Wand als Führungs
kontur ausgebildet ist, an der die Flügel anliegen.
Derartige Maschinen, die auch verkürzt als "Flügelma
schinen" bezeichnet werden, können sowohl als Motor
ausgebildet sein (US 4 376 620, US 3 254 570) als auch
als Pumpe (US 3 255 704).
Aus Gründen der Einfachheit soll die nachfolgende Er
läuterung anhand eines Motors vorgenommen werden.
Bei einer derartigen Maschine hat die Führungskontur
Arbeitsbereiche, in denen die Flügel radial ausgefahren
sind und Zwischen- oder Ruhebereiche, in denen die Flü
gel radial in den Rotor eingefahren sind. In den Ar
beitsbereichen wird bei einem Motor eine Druckdifferenz
über die Flügel angelegt, beispielsweise dadurch, daß
ein Ende des Arbeitsbereichs mit einem Pumpenanschluß
verbunden ist und das andere mit einem Tankanschluß.
Der hydraulische Druck wirkt dann auf die ausgefahrenen
Flügel und erzeugt das Drehmoment. Umgekehrt erzeugen
bei einer Pumpe die ausgefahrenen Flügel den hydrauli
schen Druck.
Wie bei allen hydraulischen Maschinen ist es auch bei
einer Flügelzellenmaschine wichtig, daß die Maschine
dicht ist, also möglichst wenig innere Leckagen auf
weist. Besondere Probleme bieten dabei Bereiche in der
Maschine, wo die Dichtung zwischen beweglichen Teilen
aufrechterhalten werden muß. Bei einer Flügelzellenma
schine ist ein besonders kritischer Bereich der, in dem
die Flügel an der Führungskontur anliegen. Um die Dich
tigkeit hier aufrechtzuerhalten, müssen die Flügel mit
einer gewissen Kraft radial nach außen gedrückt werden,
so daß sie mit einem entsprechenden Druck an der Füh
rungskontur anliegen. Hierbei entsteht Reibung, die ei
nen Verschleiß zur Folge hat. Der Verschleiß ist ins
besondere dann kritisch, wenn man Hydraulikflüssigkei
ten verwendet, die nur schlechte schmierende Eigen
schaften haben, wie beispielsweise Wasser.
Die DE 26 46 635 B2 zeigt eine hydraulische Drehflügelma
schine mit einem Stator, in dem Flügel im wesentlichen
radial verschiebbar angeordnet sind. Die Flügel werden
radial nach außen gedrückt und liegen an der Innenseite
einer Führungskontur an. An ihrer Vorderseite in Dreh
richtung weisen die Flügel eine Nut auf, die in be
stimmten radialen Stellungen einer Verbindung vom Um
fang zu einem Druckraum herstellt, der unterhalb des
Flügels angeordnet ist, so daß der Flügel durch den
dann herrschenden Druck nach außen gedrückt wird. Zu
sätzlich ist auf der nachlaufenden Seite des Flügels
eine Verbindung von der Oberfläche zu dem Druckraum
vorgesehen, wobei beide Kanäle zur Verminderung des
Verschleißes dienen sollen.
Die DE 31 48 000 A1 zeigt eine Flügelzellenpumpe mit Flü
geln, die in Schlitzen im Rotor angeordnet sind und
sich im Betrieb im ausgefahrenem Zustand leicht schräg
stellen können. Hierbei liegt die vorlaufende untere
Kante des Flügels an der entsprechenden Wand des
Schlitzes an, während die nachlaufende obere Kante des
Schlitzes am Flügel anliegt. Die Kanten bilden jeweils
Dichtungslinien, so daß unterhalb des Flügels ein ge
schlossener Raum entsteht. Dieser Raum wird dadurch
geöffnet, daß die untere vorlaufende Kante des Flügels
mit Kerben oder Ausnehmungen versehen ist, durch die
der Druck auf der vorlaufenden Seite des Flügels unter
den Flügel gelangen kann. Auch diese Maßnahme soll dazu
beitragen, den Verschleiß zu vermindern.
Die DD 46 525 zeigt einen Vielzellenverdichter, der als
Flügelzellenmaschine ausgebildet ist, wobei die Flügel
an ihrer radialen Außenseite eine Kunststoffkappe tra
gen, die über gute Laufeigenschaften und hohe Abriebfe
stigkeit verfügt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Lebens
dauer einer Maschine zu verlängern.
Diese Aufgabe wird bei einer hydraulischen Flügelzel
lenmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß mindestens ein Flügel an seinem an der Führungskon
tur anliegenden Ende einen Verschleißbereich, insbeson
dere eine Verschleißleiste, aufweist, und daß eine Ka
nalanordnung zwischen Hochdruck- und Niederdruckseite
des Flügels vorgesehen ist, die gesperrt ist, solange
der Verschleißbereich eine vorbestimmte Stärke auf
weist, und die geöffnet ist, wenn der Verschleißbereich
dünner als die vorbestimmte Stärke ist.
Der Begriff des "Verschleißbereichs" ist hier funktio
nal zu verstehen, d. h. es muß sich nicht unbedingt um
ein getrenntes, am Flügel befestigtes Teil handeln,
dessen Material andere Verschleißeigenschaften als der
Flügel aufweist. Der Verschleißbereich kann auch ein
fach durch den Bereich des Flügels an dieser Kante ge
bildet werden. Es kann sich aber auch um eine Ver
schleißleiste handeln. Die Verschleißleiste kann z. B.
aus einem Material gewählt werden, das mit dem Material
der Führungskontur möglichst reibungsarm zusammenwirkt.
Wenn der Stator und mit ihm die Führungskontur bei
spielsweise aus Stahl gebildet ist, dann kann die Ver
schleißleiste beispielsweise aus einem Kunststoff ge
bildet sein, der aus der Gruppe der hochfesten thermo
plastischen Kunststoffe auf der Basis von Polyarylet
herketonen ausgewählt ist. In Frage kommen hier bei
spielsweise Polyetheretherketone, Polyamide, Polyaceta
len, Polyarylether, Polyethylenterephthalate, Polyviny
lensulfite, Polysulfone, Polyethersulfone, Polyetheri
mide, Polyamidimid, Polyarcylate, Phenolharze, wie No
volack-Harze, oder ähnliches, wobei als Füllstoffe
Glas, Graphit, Polytetrafluorethylen oder Kohlenstoff,
insbesondere in Faserform, verwendet werden können.
Besonders bewährt hat sich hierbei Polyetheretherketon
(PEEK). Bei Verwendung derartiger Materialien läßt sich
auch Wasser als Hydraulikflüssigkeit verwenden. Aller
dings ergibt sich hier trotz der Reibungsarmut der Ver
schleißleiste eine gewisse Abnutzung mit der Zeit. Die
Verschleißleiste kann zwar einteilig mit dem Flügel
ausgebildet sein. In der Regel wird aber eine Verstär
kung des Flügels aus Metall erforderlich sein, um die
doch recht hohen Kräfte, die auf den Flügel wirken,
aufnehmen zu können. Wenn sich nun der Verschleißbe
reich abnutzt, dann kann der Fall auftreten, daß die
Verstärkung an der Führungskontur zur Anlage kommt und
dort reibt. In diesem Fall treten sehr schnell bleiben
de Schäden auf, die zu einer dauerhaften Unbrauchbar
keit der gesamten Maschine führen. Eine Überarbeitung
des Stators ist aus wirtschaftlichen Gründen oft nicht
mehr sinnvoll. Um dem vorzubeugen ist die Kanalanord
nung zwischen der Hochdruck- und der Niederdruckseite
des Flügels vorgesehen. Die Kanalanordnung wirkt mit
dem Verschleißbereich bzw. der Verschleißleiste derart
zusammen, daß bei einem bestimmten Abnutzungsgrad des
Verschleißbereichs ein "Kurzschluß" zwischen der
Hochdruck- und der Niederdruckseite entsteht. Dieser
Kurzschluß wird gebildet, bevor die Gefahr einer dau
erhaften Beschädigung des Stators entsteht. In diesem
Fall bleibt die Maschine stehen. Der Benutzer bekommt
hierdurch ein eindeutiges Signal, daß die Maschine
überholt werden muß. Die Überholung kann allerdings
relativ einfach erfolgen. Es müssen nur die abgenutzten
Flügel gegen neue ausgetauscht werden. Ein derartiger
Vorgang läßt sich aber relativ einfach bewerkstelligen.
Grundsätzlich reicht es aus, wenn ein, zwei oder drei
Flügel den Verschleißbereich und die Kanalanordnung
aufweisen. Man kann beispielsweise eine Betriebsdauer
von 1.000 oder 10.000 Stunden vorgeben, nach der eine
Überholung der Maschine nötig ist. Die Maschine bleibt
dann stehen, wenn sich der Kurzschluß über den "Kon
trollflügel" ergibt. Oft ist es aber günstig, alle Flü
gel so auszubilden.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Kanal
anordnung mindestens einen beweglichen Kanal auf, der
im Flügel angeordnet ist und mindestens einen stationä
ren Kanal, der im Rotor angeordnet ist. Der bewegliche
Kanal stellt dann, wenn der Verschleißbereich bzw. die
Verschleißleiste eine vorbestimmte Stärke unterschrei
tet, mit Hilfe des stationären Kanals im Rotor die Ver
bindung zwischen der Hochdruck- und der Niederdrucksei
te des Flügels her. Da die Dicke oder Stärke des Ver
schleißbereichs mit ausschlaggebend dafür ist, wie weit
der Flügel beim Umlaufen aus dem Rotor herausgefahren
wird, läßt sich mit Hilfe des beweglichen Kanals eine
Steuerung des "Kurzschlußpfades" relativ einfach be
werkstelligen.
Vorzugsweise weist der bewegliche Kanal eine Öffnung
auf der Hochdruckseite des Flügels auf, die bei intak
tem Verschleißbereich und eingefahrenem Flügel vom Ro
tor abgedeckt ist. Die Öffnung kann sowohl eine Bohrung
sein, die eine Verbindung zwischen der Oberfläche des
Flügels auf der Hochdruckseite und einen im Innern an
geordneten Kanal, beispielsweise eine Bohrung, dar
stellt. Sie kann aber auch einfach eine Nut in der ent
sprechenden Seite des Flügels sein, die dann zusammen
mit dem Rotor den Kanal bildet. Bei dieser Ausgestal
tung wird der Kurzschluß bei abgenutztem Verschleißbe
reich dann erzeugt, wenn sich der Flügel im Zwischenbe
reich befindet. Solange der Verschleißbereich intakt
ist, ist der bewegliche Kanal vom Rotor abgedeckt. Um
gekehrt ist der Kanal nicht mehr vom Rotor abgedeckt,
wenn der Veschleißbereich abgenutzt ist. In diesem Fall
kann Hydraulikflüssigkeit durch den Spalt zwischen Ro
tor und Stator und den Kanal zur Niederdruckseite ge
langen.
Mit Vorteil ist der stationäre Kanal in einer Seiten
platte des Rotors ausgebildet. Diese Seitenplatte ro
tiert gemeinsam mit dem Rotor. Dadurch, daß man den
stationären Kanal hier anordnet, bleibt sowohl die
Hochdruckseite als auch die Niederdruckseite des Flü
gels frei für andere Steuereinrichtungen.
Mit Vorteil ist der stationäre Kanal bei ausgefahrenem
Flügel durch den Flügel verschlossen. Dies gilt sowohl
für den abgenutzten als auch für den nicht-abgenutzten
Zustand des Verschleißbereichs. Im ausgefahrenen Zu
stand bildet der Flügel einen Arbeitsflügel, der von
der Druckdifferenz zwischen Hochdruck- und Niederdruck
seite voll belastet ist. In diesem Zustand sollte kein
Kurzschluß entstehen. Dieser bleibt vielmehr auf die
Zwischenbereiche begrenzt.
Vorzugsweise weist der Flügel hierbei an mindestens
einer Stirnseite eine zur Niederdruckseite und zu dem
den Verschleißbereich enthaltenden Ende offene Ausneh
mung auf, die sich radial soweit nach innen erstreckt,
daß sie bei eingefahrenem Flügel den stationären Kanal
zumindest teilweise überdeckt, bei ausgefahrenem Flügel
hingegen keine Überdeckung mit dem stationären Kanal
bildet. Hierdurch kann man den stationären Kanal noch
zu einem weiteren Zweck ausnutzen. Wenn nämlich der
Flügel eingefahren ist, dann kann Hydraulikflüssigkeit
unter Druck aus dem in Drehrichtung nächstliegenden
Druckanschluß zum Flügel gelangen und durch die Ausneh
mung und den stationären Kanal an die Basis des Flügels
gelangen, so daß der Flügel radial nach außen geschoben
wird. Dies gilt allerdings nur für den Flügel, der dem
Druckanschluß als nächstem benachbart ist. Sobald der
Flügel dann in den Arbeitsbereich oder zuvor in den
Kommutierungsbereich gelangt und ausgefahren wird, ist
diese Druckbeaufschlagung allerdings nicht mehr notwen
dig und wünschenswert. Die entsprechende Seite des Flü
gels ist dann nämlich dem Niederdruck ausgesetzt, so
daß die Verbindung zwischen dieser Seite und der Basis
unterbrochen werden muß. Gleichzeitig kann man aber
über die Ausnehmung einen Teil des Kurzschlußpfades
bilden, so daß im eingefahrenen Zustand und bei abge
nutztem Verschleißbereich über die Ausnehmung, den sta
tionären Kanal und den beweglichen Kanal eine Verbin
dung zwischen Hochdruck- und Niederdruckseite der Ma
schine gebildet werden kann.
Vorzugsweise weist die Führungskontur mindestens einen
Arbeitsbereich und mindestens einen Zwischenbereich
auf, wobei der Abstand der Flügel in Umfangsrichtung
und die Länge des Zwischenbereichs so aufeinander abge
stimmt sind, daß sich in mindestens einer Position des
Rotors nur ein Flügel im Zwischenbereich befindet.
Hierdurch wird sichergestellt, daß bei Abnutzung des
Verschleißbereichs auch nur eines einzigen Flügels die
Maschine aufgrund des Kurzschlusses zwischen Hochdruck-
und Niederdruckseite stillgesetzt wird. Dieser Kurz
schlußpfad wird nicht durch einen anderen Flügel ver
schlossen, der möglicherweise noch nicht ausreichend
abgenutzt ist.
Mit Vorteil weist die Führungskontur mindestens einen
Kommutierungsabschnitt auf, in dem die Flügel von außen
nach innen geführt werden, wobei sowohl am Beginn als
auch am Ende des Kommutierungsabschnitts ein Nieder
druckanschluß vorgesehen ist. Hierdurch ist es zum ei
nen möglich, den Flügel nach innen zu fahren, ohne daß
eine Kraft in Umfangsrichtung auf ihn wirkt. Der Druck
auf beiden Seiten des Flügels ist nämlich gleich. Zum
anderen läßt sich mit dieser Ausgestaltung aber auch
vermeiden, daß der Kurzschlußpfad, der beim Einfahren
des Flügels auch bei intaktem Verschleißbereich kurz
zeitig gebildet wird, negative Auswirkungen auf das Be
triebsverhalten der Maschine zeigt, solange der Ver
schleißbereich noch nicht entsprechend abgenutzt ist.
Durch diese Ausgestaltung mit den Niederdruckanschlüs
sen an beiden Enden des Kommutierungsabschnitts wird
erreicht, daß sich beim Einfahren des Flügels zwar
kurzzeitig der Kurzschlußabschnitt öffnen kann. Auf
grund der fehlenden Druckdifferenz über den Kurzschluß
kanal kann aber keine Hydraulikflüssigkeit durchflie
ßen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen hydraulischen
Flügelzellenmotor,
Fig. 2 einen Schnitt II-II nach Fig. 1,
Fig. 3 verschiedene Ansichten eines Flügels,
Fig. 4 einen vergrößerten Ausschnitt A aus Fig. 2 und
Fig. 5 den Ausschnitt mit abgenutzten Flügeln.
Ein Flügelzellenmotor 1 weist einen Stator 2 auf, in
dem ein Rotor 3 drehbar gelagert ist. Der Stator 2
weist eine Statorbohrung mit einer Führungskontur 4
auf, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel zwei Ar
beitsbereiche mit vergrößertem Durchmesser und zwei
Zwischenbereiche aufweist, deren Durchmesser nur ge
ringfügig größer als der Außendurchmesser des Rotors 3
ist.
Im Rotor 3 sind mehrere, im vorliegenden Ausführungs
beispiel acht Flügel 5 angeordnet, die im Rotor 3 radi
al verfahrbar sind. Sie liegen unter der Wirkung von
Federn 6 an der Führungskontur 4 des Stators 2 an.
Zwischen den Arbeitsbereichen und den Zwischenbereichen
der Führungskontur 4 befinden sich Kommutierungsberei
che, in denen die Flügel 5 ein- bzw. ausgefahren wer
den. Sowohl am Beginn als auch am Ende eines jeden Kom
mutierungsabschnitts sind Versorgungsanschlüsse glei
cher Art vorgesehen. Bei der durch den Pfeil 7 darge
stellten Drehrichtung werden die Arbeitsbereiche durch
Druckanschlüsse P mit Hydraulikflüssigkeit versorgt,
die durch Tankanschlüsse T am Ende der Arbeitsbereiche
wieder abfließen kann.
Wie aus den Fig. 4 und 5 ersichtlich ist, existiert
zwischen dem Stator 2 und dem Rotor 3 auch im Zwischen
bereich ein kleiner Spalt 8. Die Flügel 5 schließen
also auch im eingefahrenen Zustand nicht bündig mit der
Oberfläche des Rotors 3 ab, sondern stehen um die Stär
ke des Spalts 8 vor und liegen an der Führungskontur 4
des Stators 2 an.
Der Rotor 3 ist auf beiden Seiten mit Seitenplatten 9,
10 versehen, die sich mit dem Rotor zusammen drehen.
Die Seitenplatten 9, 10 weisen für jeden Flügel 5 einen
Kanal 11 auf, der mit der in Fig. 3c dargestellten
Stirnseite 12 zusammenwirkt. Der Kanal 11 ist als zum
Rotor 3 hin offenen Nut ausgebildet. Er wird durch den
Flügel 5 verschlossen. Um die nachfolgende Erläuterung
zu vereinfachen, sind die Kanäle 11 in Fig. 4 und 5
strichpunktiert eingezeichnet. Da sich die Kanäle 11 im
Rotor 3 stationär befinden, werden sie im folgenden
auch als "stationäre Kanäle" bezeichnet.
Fig. 3 zeigt einen Flügel 5 von verschiedenen Seiten
und zwar Fig. 3a die Hochdruckseite 13, Fig. 3b einen
Schnitt b-b von Fig. 3a, Fig. 3c die bereits erwähnte
Stirnseite 12 in Ansicht c von Fig. 3a und Fig. 3b die
Niederdruckseite 14 des Flügels 5. Die Ausdrücke "Hoch
druckseite" und "Niederdruckseite" gelten insbesondere
für den Betrieb als Motor.
Der Flügel 5 weist in Radialrichtung verlaufende Boh
rungen 15 auf, die die Federn 6 aufnehmen. Die Bohrun
gen 15 sind durch Bohrungen 16, die senkrecht zur Hoch
druckseite 13 verlaufen, mit der Hochdruckseite 13 ver
bunden. Ferner sind in der Hochdruckseite 13 Oberflä
chennuten 17 vorgesehen, die vom Rotor 3 abgedeckt wer
den, wobei der Abdeckungsgrad abhängig ist von der ra
dialen Position des Flügels 5 in Bezug zum Rotor. Zur
Vereinfachung der Erläuterung sind die Oberflächennuten
17 in den Fig. 4 und 5 gestrichelt eingezeichnet. Dort
ist auch erkennbar, daß die Abdeckung der Oberflächen
nuten 17 durch den Rotor 3 auch abhängig ist von dem
Abnutzungsgrad der Flügel 5.
Der Flügel 5 weist an jeder Stirnseite 12 noch eine
Ausnehmung 18 auf, die sich zur Niederdruckseite 14 hin
öffnet. Ferner steht die Ausnehmung 18 in Verbindung
mit der Kante 19, mit der der Flügel 5 an der Führungs
kontur 4 anliegt.
In Fig. 3d ist dargestellt, daß der Flügel 5 einteilig
aus Kunststoff, im vorliegenden Fall Polyetheretherke
ton (PEEK), hergestellt ist, der mit einer Stahlarmie
rung 20 verstärkt ist. In Fig. 1 ist dargestellt, daß
der Flügel 5 zweiteilig ausgebildet ist, wobei ein ra
dial innerer Teil 21 aus Stahl gebildet ist, der mit
einer Verschleißleiste 22 am radial äußeren Teil ver
sehen ist. In Fig. 3b wird die Verschleißleiste 22
durch das radial äußere Ende gebildet. Die Verschleiß
leiste erstreckt sich dementsprechend von der Kante 19
bis zur Armierung 20.
Der Motor 1 arbeitet nun wie folgt: An den Druckan
schlüssen P wird Hydraulikflüssigkeit, beispielsweise
Wasser, unter Druck zugeführt. Die Hydraulikflüssigkeit
wandert nun einerseits entgegen der Drehrichtung (Pfeil
7) durch den Spalt 8. Sie gelangt dann über die Ausneh
mung 18, die in teilweiser Überdeckung mit dem Kanal 11
steht, unter den Flügel 5, der den Druckanschluß P als
nächsten erreichen würde, an seine Basis 24 und preßt
ihn radial auswärts gegen die Führungskontur 4. Hier
durch wird der Druckanschluß P gegen den Tankanschluß T
abgedichtet, der entgegen der Drehrichtung als nächster
liegt.
Wenn nun der Flügel 5 den ersten Druckanschluß P des
Kommutierungsbereichs überfahren hat, sieht er sowohl
auf der Hochdruckseite 13 als auch auf der Niederdruckseite
14 den gleichen Druck. Aufgrund der Hydraulikflüssig
keit, die immer noch über die Ausnehmung 18 und den
Kanal 11 an seine Basis 24 gelangt, wird der Flügel 5
weiter nach außen verschoben. Hierbei wird er auch
durch die Feder 6 unterstützt. Bevor die Überdeckung
der Ausnehmung 18 und des Kanals 11 endet, gelangt je
doch die Bohrung 16 bzw. die Oberflächennut 17 aus dem
Rotor 3 heraus, so daß nun die Hydraulikflüssigkeit auf
diesem Weg, d. h. sowohl durch die Bohrungen 15, 16 als
auch durch die Oberflächennuten 17 an die Basis 24 des
Flügels 5 in den dort befindlichen Druckraum 23 gelan
gen kann. Der Flügel 5 wird dadurch weiter an der Füh
rungskontur 4 angedrückt gehalten. Wenn der Flügel 5
den Kommutierungsbereich mit den beiden Druckanschlüs
sen P verlassen hat, liegt auf der Hochdruckseite 13
der Druck aus den Pumpenanschlüssen P an. Solange der
in Drehrichtung vorauseilende Flügel den nachfolgenden
Tankanschluß T noch nicht passiert hat, ist in der Zel
le zwischen den beiden Flügel 5 der Hochdruck einge
schlossen. Sobald aber der nächste Flügel 5 den Tank
anschluß T passiert hat, ergibt sich eine Druckdiffe
renz, weil dann auf der Niederdruckseite 14 des Flügels
5 der Tankdruck anliegt. Diese Druckdifferenz erzeugt
das für die Bewegung des Rotors 3 erforderliche Moment.
Sobald der Flügel 5 den ersten Tankanschluß T passiert
hat, kann die Hydraulikflüssigkeit durch die Bohrungen
15, 16 bzw. die Oberflächennuten 17 von der Basis her
abfließen und der Flügel 5 kann eingefahren werden.
Aufgrund der Drücke, mit denen die Flügel 5 gegen die
Führungskontur 4 gepreßt werden, entsteht an der Kante
19 ein Verschleiß, d. h. eine Abnutzung. Dies ist in den
Fig. 4 und 5 dargestellt. Es ist zu erkennen, daß die
Verschleißleiste 22 dünner wird, d. h. der Flügel 5 wird
in Fig. 5 radial weiter nach außen gefahren.
Hierbei ergibt sich nun folgendes: In Fig. 4 ist die
Oberflächennut 17 (gleiches gilt entsprechender Weise
für die Bohrung 16) vom Rotor 3 verschlossen, wenn der
Flügel 5 in den Rotor eingefahren ist. Es ist zwar mög
lich, daß Hydraulikflüssigkeit, die durch den Spalt 8
fließt, über die Ausnehmung 18 und den Kanal 11 zur
Basis 24 des Flügels 5 gelangt und diesen radial nach
außen drückt. Ein weiteres Vordringen der Hydraulik
flüssigkeit ist aber praktisch nicht möglich. Dies um
somehr, als der Flügel 5 entgegen dem Uhrzeigersinn
gegen den Stator 3 gepreßt wird, so daß ein Vordringen
von Hydraulikflüssigkeit auf der Hochdruckseite 13 des
Flügels 5 praktisch nicht möglich ist.
Wenn der Flügel 5 ausgefahren ist (in Fig. 4 der untere
Flügel), dann steht zwar die Oberflächennut 17 mit dem
Hochdruck in Verbindung, so daß Hydraulikflüssigkeit
zur Basis 24 des Flügels 5 vordringen und diesen gegen
die Führungskontur 4 pressen kann. Ein weiteres Vor
dringen der Hydraulikflüssigkeit zur Niederdruckseite
ist aber nicht möglich, weil die Niederdruckseite 14
gegen den Rotor 3 gepreßt wird.
Anders sieht es hingegen aus, wenn die Verschleißleiste
22 verschlissen ist, also ihre Stärke vermindert ist.
In diesem Fall steht die Oberflächennut 17 noch mit dem
Spalt 8 in Verbindung, und zwar auch dann, wenn der
Flügel 5 durch die Führungskontur 4 soweit wie möglich
in den Rotor 3 hineingedrückt worden ist. Gleichzeitig
steht aber auch die Ausnehmung 18 noch mit dem Kanal 11
in Verbindung, so daß sich ein Kurzschlußpfad ergibt,
der gebildet ist durch den Spalt 8, die Ausnehmung 18,
den Kanal 11, den Druckraum 23 an der Basis 24 des Flü
gels und die Oberflächennuten 17. In diesem Fall kann
Hydraulikflüssigkeit vom Pumpenanschluß P zum Tankan
schluß T fließen. Dieser Flüssigkeitsstrom wird zwar
etwas gedrosselt, weil der Kurzschlußkanal 8, 18, 11,
23, 17 einen gewissen Strömungswiderstand bietet. Am
Betriebsverhalten der Maschine ist jedoch deutlich zu
merken, daß ein Kurzschluß aufgetreten ist. In den mei
sten Fällen führt dies dazu, daß der Motor 1 anhält.
Der Betreiber weiß dann, daß er die Flügel 5 auswech
seln muß.
Es ist ersichtlich, daß für die Kanalanordnung ledig
lich Kanäle erforderlich sind, die auch für die Druck
steuerung der Flügel 5 benötigt werden. Die Abnahme der
Verschleißschicht steuert lediglich das Öffnen dieser
Kanäle.
Im regulären Betrieb, also bei intakter Verschleißlei
ste 22 ergibt sich sowohl beim Einfahren als auch beim
Ausfahren der Flügel 5 zwar kurzzeitig die Situation,
daß der Kurzschlußpfad geöffnet wird. Dies ist jedoch
unkritisch, weil auf beiden Seiten des Flügels 5 der
gleiche Druck anliegt. Diese Ausbildung hat sogar den
Vorteil, daß unter dem Flügel 5 nie ein geschlossener
Raum entstehen kann, in dem sich ein nicht gewollter
Druck aufbaut.
Claims (8)
1. Hydraulische Flügelzellenmaschine mit einem Rotor,
in dem mehrere Flügel radial bewegbar angeordnet
sind, und mit einem Stator, der eine Statorbohrung
aufweist, deren Wand als Führungskontur ausgebildet
ist, an der die Flügel anliegen, dadurch gekenn
zeichnet, daß mindestens ein Flügel (5) an seinem
an der Führungskontur (4) anliegenden Ende einen
Verschleißbereich (22), insbesondere eine Ver
schleißleiste, aufweist, und daß eine Kanalanord
nung (8, 18, 11, 23, 17) zwischen Hochdruck- und
Niederdruckseite (13, 14) des Flügels (5) vorgese
hen ist, die gesperrt ist, solange der Verschleiß
bereich (22) eine vorbestimmte Stärke aufweist, und
die geöffnet ist, wenn der Verschleißbereich (22)
dünner als die vorbestimmte Stärke ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanalanordnung (8, 18, 11, 23, 17) minde
stens einen beweglichen Kanal (15, 16; 17) auf
weist, der im Flügel (5) angeordnet ist und minde
stens einen stationären Kanal (11), der im Rotor
(3) angeordnet ist.
3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der bewegliche Kanal (15, 16; 17) eine Öffnung
(16, 17) auf der Hochdruckseite (13) des Flügels
(5) aufweist, die bei intaktem Verschleißbereich
(22) und eingefahrenem Flügel (5) vom Rotor (3)
abgedeckt ist.
4. Maschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der stationäre Kanal (11) in einer
Seitenplatte (9, 10) des Rotors (3) ausgebildet
ist.
5. Maschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der stationäre Kanal (11) bei
ausgefahrenem Flügel (5) durch den Flügel (5) ver
schlossen ist.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flügel (5) an mindestens einer Stirnseite
(12) eine zur Niederdruckseite (14) und zu dem den
Verschleißbereich (22) enthaltenden Ende (19) offe
ne Ausnehmung (18) aufweist, die sich radial soweit
nach innen erstreckt, daß sie bei eingefahrenem
Flügel (5) den stationären Kanal (11) zumindest
teilweise überdeckt, bei ausgefahrenem Flügel (5)
hingegen keine Überdeckung mit dem stationären Ka
nal (11) bildet.
7. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungskontur (4) minde
stens einen Arbeitsbereich und mindestens einen
Zwischenbereich aufweist, wobei der Abstand der
Flügel (5) in Umfangsrichtung und die Länge des
Zwischenbereichs so aufeinander abgestimmt sind,
daß sich in mindestens einer Position des Rotors
(3) nur ein Flügel (5) im Zwischenbereich befindet.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungskontur (4) minde
stens einen Kommutierungsabschnitt aufweist, in dem
die Flügel (5) von außen nach innen geführt werden,
wobei sowohl am Beginn als auch am Ende des Kommu
tierungsabschnitts ein Niederdruckanschluß (T) vor
gesehen ist.
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