DE19703896C1 - Abgreifzange - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Abgreifzange aus zwei an einem Gelenk
schwenkbar gelagerten, im geöffneten Zustand gegeneinander elektrisch iso
lierten Zangenhälften mit jeweils einem Betätigungsschenkel, jeweils einem im
Bereich des Gelenks liegenden Zwischenabschnitt und jeweils einem Klemm
schenkel, die mit Federkraft gegeneinander gedrückt sind.
Derartige Abgreifzangen dienen der elektrisch leitenden und lösbaren Klemm
verbindung von elektrisch leitenden Kabeln, Seilen, Drähten, Anschlußteilen von
integrierten Bauteilen, elektrischen Bauelementen sowohl mit Drahtanschluß als
auch unbedrahtet (SMD-Bauteilen) und dergleichen für Widerstandsmessungen
im Bereich kleiner ein Ohm bis in den Milliohmbereich mit einer Meßgenauigkeit
bis zu 1%. Bei dieser sogenannten Kelvin- oder Vierleitermeßmethode werden
die Übergangswiderstände am Meßpunkt sowie die Widerstände der Meßlei
tungen kompensiert. Die Zangenhälften der Meßzange sind gegeneinander elek
trisch isoliert. In vielen Fällen, insbesondere auch bei dünnen Drähten oder
schwer zugänglichen Anschlüssen z. B. in Hohlräumen von Steckern oder engen
Gehäusen steht der Anwender häufig vor dem Problem einer genauen An
passung der Kontaktierung an seine Meßaufgabe. Häufig sind die bekannten
Meßzangen für die integrierten elektrischen Bausteine mit Durchmessern der An
schlußdrähte unter einem Millimeter sowie die Messung in engen Einbauräumen
nicht geeignet, da zum einen ihre Baugröße ein Anbringen am Meßobjekt ver
hindert und zum andern das Gewicht der Zange zu groß ist und die mecha
nische Belastbarkeit des Prüflings gefährdet.
In der US 5 234 359 ist eine Abgreifzange als bekannt angegeben, die zwei
in einem Gelenk schwenkbar gelagerte, im geöffneten Zustand gegeneinander
elektrisch isolierte Zangenhälften mit jeweils einem Betätigungsschenkel und
jeweils einem Klemmschenkel aufweist, die mit Federkraft gegeneinander
gedrückt sind. Die Klemmschenkel enthalten elektrisch leitendes Flachmaterial
und sind vor dem Gelenk in relativ voluminöse Halteelemente eingesetzt, die in
die Betätigungsschenkel übergehen. Über den genauen Aufbau der Zangenhälf
ten und die geometrische Form der Klemmschenkel ist im einzelnen nichts aus
gesagt.
In der DE-AS 11 17 684 ist eine Abgreifzange gezeigt, bei der die Klemm
schenkel und die Betätigungsschenkel einstückig ineinander übergehen. Der eine
Klemmschenkel ist im Querschnitt kreisbogenförmig geformt, während die an
dere Zangenhälfte einstückig seitliche Gelenkabschnitte trägt und an seinem
hinteren Schenkel mit einer Buchse versehen ist, so daß der Aufbau viele Stanz- und
Biegemaßnahmen erfordert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abgreifzange bereitzustellen, die
einfach und kostengünstig aufgebaut ist und eine zuverlässige Kontaktierung
insbesondere auch an dünnen Leitungen und in engen Einbauräumen zuläßt.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Hiernach ist
vorgesehen, daß die beiden Zangenhälften jeweils einstückig aus im Quer
schnitt rechteckförmigem Metallprofil bestehen und gegenüber dem zum Ge
lenk gerichteten hinteren Bereich der Klemmschenkel in der Breite verjüngt sind.
Infolge dieser Maßnahmen ist der Aufbau einfach, da es sich erübrigt, se
parate Kontaktelemente in die Klemmschenkel einzusetzen. Aufgrund der Ver
jüngung des vorderen Bereichs der Klemmschenkel wird eine Messung an dün
nen Drähten und schwer zugänglichen Stellen erleichtert.
Für den einfachen Aufbau und eine gute Funktion sind weiterhin die Maß
nahmen vorteilhaft, daß das Gelenk eine Gelenkrolle aus Kunststoff mit beider
seitigem Bund aufweist, die zwischen den entsprechend der Krümmung der Ge
lenkrolle auf der Innenseite konkav gewölbten Zwischenabschnitten aufgenom
men ist.
Die Gelenkrolle mit dem Bund bietet nicht nur einen zuverlässigen, im geöffne
ten Zustand isolierten Sitz der beiden Zangenhälften, sondern durch den bei
derseitigen Bund können zum Anlegen an zwei eng benachbarten Meßpunkten
auch zwei Zangen isoliert nebeneinander angeordnet werden.
Ein einfacher Aufbau zum Erzeugen der Federkraft, wobei isolierende Teile ver
wendet werden, besteht darin, daß die Federkraft als Spannkraft von min
destens einem um den hinteren Bereich der Klemmschenkel geschobenen
Gummiring oder elastischen Kunststoffring aufgebracht wird. Diese Maßnahme
trägt ebenfalls, wie auch die vorhergehend genannten Maßnahmen, zur ein
fachen Montage bei. Werden mehrere, parallele Gummiringe verwendet, so kann
nicht nur die Spannkraft erhöht werden, sondern es wird auch die Zuver
lässigkeit gesteigert und die Führung der Klemmschenkel begünstigt. Für einen
guten Sitz ist weiterhin vorteilhaft, daß der oder die Gummiringe in seitliche
Aussparungen der Klemmschenkel eingelegt sind. Die Gummiringe tragen eben
falls zur Isolierung nebeneinander angeordneter Meßzangen bei.
Für eine einfache, isolierende Montage der beiden Zangenhälften an dem Gelenk
ist vorteilhaft vorgesehen, daß die beiden Zangenhälften mittels elastischer Hal
teringe am Gelenk gegen seitliches Verschieben gesichert sind.
Eine gute Kontaktgabe bei einfacher Herstellung wird dadurch begünstigt, daß
die Zangenhälften aus Messing bestehen und daß die Klemmschenkel auf ihrer
Innenseite mit einer Quer-Riffelung versehen sind.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Be
zugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Abgreifzange 1 in seitlicher Ansicht und in Draufsicht,
Fig. 2 eine Zangenhälfte der Abgreifzange gemäß Fig. 1 in Seitenansicht
und in Draufsicht,
Fig. 3 einen Abschnitt zweier Abgreifzangen mit unterschiedlicher Breite
der Klemmschenkel im vorderen Bereich,
Fig. 4 eine genauere Darstellung der Abgreifzange in Draufsicht und in seit
licher Ansicht,
Fig. 5 einen vorderen Bereich der in Fig. 4 gezeigten Abgreifzange,
Fig. 6 zwei an einem Prüfling nebeneinander angeordnete Abgreifzangen,
Fig. 7 bis 9 eine in verschieden tiefe Hohlräume eines Meßobjekts
eingeführte, an einen Anschluß angelegte Abgreifzange.
Fig. 1 zeigt eine Abgreifzange 1 mit zwei Zangenhälften 10, die an einem Gelenk
2 schwenkbar festgelegt sind. Wie insbesondere auch in Fig. 2 dargestellt,
bestehen die Zangenhälften 10 jeweils aus einem Betätigungsschenkel 9, einem
im Bereich des Gelenks 2 angeordneten Zwischenabschnitt 8 sowie einem vor
dem Gelenk ausgebildeten Klemmschenkel 4, der auf seiner Innenseite eine
Quer-Riffelung 4.2 trägt. Im Bereich der Klemmschenkel 4 sind über diese meh
rere nebeneinanderliegende Gummiringe 3 geschoben, mit denen eine Federkraft
bzw. Spannkraft zum Festlegen der Abgreifzange 1 an einem Prüfling 5 (vgl. Fig. 6
bis 9) erzeugt wird. Die Gummiringe 3 sind in eine seitliche Aussparung 4.1
der Klemmschenkel 4 nahe dem Gelenk 2 eingelegt und so fixiert. Die Klemm
schenkel 4 sind im vorderen, an dem Prüfling 5 anzulegenden Bereich verjüngt,
um einen schmalen Kontaktierungsabschnitt zu bilden, der in seiner Breite we
niger als die Hälfte des zu dem Gelenk 2 gerichteten hinteren Abschnitts des
Klemmschenkels 4 betragen kann, wie die Fig. 3, 4, 5 und 6 zeigen.
Die beiden Zangenhälften 10 bestehen jeweils aus einem im Querschnitt
rechteckförmigen, im Vergleich zu ihrer Breite flachen, einstückigen Profilab
schnitt aus Messing. Dies ergibt bei einfacher Herstellung auch eine zuver
lässige Kontaktierung. Die beiden Zwischenabschnitte 8 sind entsprechend einer
zwischen ihnen aufgenommenen Kunststoff-Gelenkrolle 2.1 geformt, die beider
seits mit dem Bund versehen sind, der gleichzeitig einen genauen Sitz der bei
den Zangenhälften 10 und eine seitliche Isolierung ergibt, wie aus Fig. 4 ersicht
lich. Mittels zusätzlicher elastischer Halteringe 2.2. sind die beiden Zangen
hälften 10 an der Gelenkrolle 2.1 auf einfache Weise und isoliert festgelegt. Die
beiden Betätigungsschenkel 9 sind im geschlossenen Zustand der Abgreifzange 1
soweit voneinander entfernt, daß sich die Klemmschenkel 4 genügend weit von
einander auseinanderspreizen lassen, ohne daß die Betätigungsschenkel 9 mit
einander in Kontakt treten. Am hinteren Bereich der Betätigungsschenkel 9 sind
Verbindungsdrähte 6 angeschlossen, wie die Fig. 6 bis 9 erkennen lassen.
Die Fig. 6 bis 9 zeigen verschiedene Anwendungsfälle der Abgreifzange 1. In
Fig. 6 sind zwei Abgreifzangen 1 dicht nebeneinander an einem kleinen Prüfling 5
angelegte wobei die beiden Gelenkrollen 2.1 sowie auch die Gummiringe 3
gleichzeitig eine Isolierung der beiden Abgreifzangen 1 gegeneinander gewähr
leisten. Gemäß Fig. 7 ist eine Abgreifzange 1 mit dem vorderen Bereich ihrer
Klemmschenkel 4 in einen schmalen Hohlraum eingeführt und dort an einem
Prüfling 5 bzw. Anschlußdraht desselben angelegt. Gemäß Fig. 8 ist die
Abgreifzange 1 bis zu dem Gelenk 2 in einen Hohlraum eingeführt, während gemäß Fig. 9
die Abgreifzange 1 nahezu vollständig in einen Hohlraum geführt und darin an
einen Prüfling 5 angeklemmt ist. Eine derartige Verwendung der Abgreifzange 1
wird durch die geringen Abmessungen ermöglicht. Die gesamte Baulänge be
trägt beispielsweise weniger als 60 mm bei einer Zangenbreite im Bereich der
Klemmschenkel 4 von z. B. weniger als 6 mm und im vorderen Bereich der
Klemmschenkel 4 von weniger als 3 mm. Die Stärke der Klemmschenkel 4 kann
ebenso wie das gesamte rechteckförmige Profil 2 mm oder weniger, z. B. 1,5
mm, betragen, so daß sich bei einfacher Ausbildung sehr geringe Abmessungen
insbesondere im vorderen Bereich der Klemmschenkel 4 erzielen lassen. Ist der
vordere Bereich der Klemmschenkel 4, wie in den Figuren gezeigt, seitlich aus
gebildet, wobei nur die eine Längsseite des Profils sich bis zur Spitze erstreckt,
während das Profil an der anderen Längsseite unter Bildung eines gerundeten
oder schrägen Abschnitts ausgenommen ist, so können die Meßpunkte bei Ver
wendung zweier Abgreifzangen 1 sehr eng nebeneinander gewählt werden.
Bei einfachem Aufbau gewährleistet die beschriebene Abgreifzange 1 eine
einfache Handhabung und optimale Kontaktierungsmöglichkeiten. Die elasti
schen Halteringe 2.2 und die Gummiringe 3 können z. B. einfach O-Ringe sein.
Überragt der Außenumfang des Bundes der Gelenkrolle 2.1 die Außenseite der
Zwischenabschnitte 8, so ist auch eine gute Isolierung in der Höhe zusammen
mit den Gummiringen 3 gegeben, wodurch ebenfalls der Gefahr von Kurzschlüs
sen begegnet wird. Der leichte Aufbau der Abgreifzange 1 läßt es zu, diese
auch bei extrem dünnen Drähten, z. B. bis zu einem Durchmesser von 0,1 mm
zu verwenden, wie sie etwa bei kleinen Printtransformatoren, Wicklungen, Spu
len vorkommen.
Claims (6)
1. Abgreifzange aus zwei an einem Gelenk (2) schwenkbar gelagerten, im
geöffneten Zustand gegeneinander elektrisch isolierten Zangenhälften
(10) mit jeweils einem Betätigungsschenkel (9), jeweils einem im Bereich
des Gelenks (2) liegenden Zwischenabschnitt (8) und jeweils einem
Klemmschenkel (4), die mit Federkraft (3) gegeneinander gedrückt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Zangenhälften (10) jeweils einstückig aus im Querschnitt
rechteckförmigem, flachem Metallprofil bestehen und gegenüber dem
zum Gelenk (2) gerichteten hinteren Bereich der Klemmschenkel (4) in der
Breite verjüngt sind.
2. Abgreifzange nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gelenk (2) eine Gelenkrolle (2.1) aus Kunststoff mit beider
seitigem Bund aufweist, die zwischen den entsprechend der Krümmung
der Gelenkrolle (2.1) auf der Innenseite konkav gewölbten Zwischenab
schnitten (8) aufgenommen ist.
3. Abgreifzange nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Federkraft als Spannkraft von mindestens einem um den hinteren
Bereich der Klemmschenkel (4) geschobenen Gummiring (3) oder
elastischen Kunststoffring aufgebracht wird.
4. Abgreifzange nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Gummiringe (2) bzw. Kunststoffringe in seitliche
Aussparungen (4.1) der Klemmschenkel (4) eingelegt sind.
5. Abgreifzange nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Zangenhälften (10) mittels elastischer Halteringe (2.2) am
Gelenk (2) gegen seitliches Verschieben gesichert sind.
6. Abgreifzange nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zangenhälften (10) aus Messing bestehen und
daß die Klemmschenkel (4) auf ihrer Innenseite mit einer Quer-Riffelung
(4.2) versehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997103896 DE19703896C1 (de) | 1997-02-03 | 1997-02-03 | Abgreifzange |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1997103896 DE19703896C1 (de) | 1997-02-03 | 1997-02-03 | Abgreifzange |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19703896C1 true DE19703896C1 (de) | 1998-03-05 |
Family
ID=7819100
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19703896C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN103558421A (zh) * | 2013-11-02 | 2014-02-05 | 国家电网公司 | 用于断路器电气试验的接线杆 |
| DE202015006438U1 (de) | 2015-09-09 | 2015-10-01 | Herbert Amrhein | Abgreifzange |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1117684B (de) * | 1959-10-30 | 1961-11-23 | Hirschmann Radiotechnik | Kleine Abgreifklemme |
| DE8314544U1 (de) * | 1983-04-22 | 1983-09-29 | Hubert, Thomas, 7071 Ruppertshofen | Vorrichtung zur Herstellung einer elektrischen Verbindung am Ende einer Leitung |
| US5234359A (en) * | 1991-08-28 | 1993-08-10 | Hewlett-Packard Company | Terminal device for electrical connection |
-
1997
- 1997-02-03 DE DE1997103896 patent/DE19703896C1/de not_active Expired - Fee Related
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| CN103558421A (zh) * | 2013-11-02 | 2014-02-05 | 国家电网公司 | 用于断路器电气试验的接线杆 |
| CN103558421B (zh) * | 2013-11-02 | 2015-12-02 | 国家电网公司 | 用于断路器电气试验的接线杆 |
| DE202015006438U1 (de) | 2015-09-09 | 2015-10-01 | Herbert Amrhein | Abgreifzange |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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