DE19702692A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Vernadeln einer Vliesbahn - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Vernadeln einer VliesbahnInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Vernadeln einer Vliesbahn mit Hilfe
von in die Vliesbahn wiederholt einstechenden Nadeln, wobei die Vliesbahn während
des Nadeleingriffes unter einer Verstreckung und während der Freigabe durch die
Nadeln unter einer Beschleunigung mit einer kontinuierlichen Abzugsgeschwindigkeit
aus dem Vernadelungsbereich abgezogen wird, sowie auf eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Bei einem kontinuierlichen Abzug einer Vliesbahn aus einer Vernadelungsvorrichtung
wird die Vliesbahn während des Nadeleinstiches gegenüber dem kontinuierlichen
Abzug mit der Wirkung zurückgehalten, daß die Vliesbahn in Abzugsrichtung ver
streckt wird. Beim Austritt der Nadeln aus der Vliesbahn wird diese über den kon
tinuierlichen Abzug auf die Abzugsgeschwindigkeit beschleunigt und gegenüber den
Nadeln weitergefördert, bis die Vliesbahn durch den neuerlichen Nadeleinstich wieder
gebremst wird. Die kontinuierliche Abzugsgeschwindigkeit hängt daher vom zulässi
gen Verstreckungsgrad für die Vliesbahn, von der Einstichfrequenz der Nadeln und
vom Nadelhub und damit von der Zeitspanne der Vliesfreigabe durch die Nadeln ab.
Diese Einflußgrößen begrenzen aber auch die mögliche Abzugsgeschwindigkeit. Um
trotz dieser Begrenzung eine Steigerung der kontinuierlichen Abzugsgeschwindigkeit
zu erreichen, ist es bekannt, das Nadelbrett zusätzlich in Vliesdurchlaufrichtung
hin- und hergehend anzutreiben, so daß die Nadeln während des Einstiches eine Bewe
gungskomponente in Abzugsrichtung aufweisen, was zwar eine beschränkte Steige
rung der Abzugsgeschwindigkeit erlaubt, jedoch mit einem vergleichsweise großen
Aufwand erkauft werden muß.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Vernadeln einer
Vliesbahn der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, daß mit einem geringen
Aufwand eine Steigerung der kontinuierlichen Abzugsgeschwindigkeit möglich wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Vliesbahn nach ihrer Ver
nadelung, aber vor dem kontinuierlichen Abzug während der Freigabe durch die
Nadeln auf eine die Abzugsgeschwindigkeit übersteigende Geschwindigkeit beschleu
nigt wird.
Durch die zusätzliche Beschleunigung der Vliesbahn während ihrer Freigabe durch
die Nadeln kann die Vliesbahn mit einer die Abzugsgeschwindigkeit erheblich über
steigenden Geschwindigkeit an den außer Eingriff befindlichen Nadeln vorbeigezogen
werden, so daß sich im Bereich der Nadeln eine entsprechend größere mittlere
Durchlaufgeschwindigkeit für die Vliesbahn einstellt. Dies ist trotz der Beschränkung
auf einen vorgegebenen Verstreckungsgrad möglich, weil die dem nachfolgenden
kontinuierlichen Abzug voreilende Beschleunigung der Vliesbahn deren Zugentlastung
bei einer geförderten Überlänge ergibt, die während des Nadeleinstiches und der
damit verbundenen Abbremsung der Vliesbahn erst über den kontinuierlichen Abzug
ausgetragen werden muß, bevor auf die Vliesbahn Zugkräfte zur Verstreckung
ausgeübt werden können.
Besonders vorteilhafte Verhältnisse ergeben sich für die zusätzliche Beschleunigung
der Vliesbahn, wenn die Vliesbahn mit Hilfe eines eine Strömungskomponente in
Abzugsrichtung aufweisenden, kontinuierlichen Förderluftstromes auf eine die Abzugs
geschwindigkeit übersteigende Geschwindigkeit beschleunigt wird. Dieser konti
nuierliche Förderluftstrom sorgt für eine rasche Mitnahme der Vliesbahn, sobald diese
durch die Nadeln freigegeben wird wobei hohe Fördergeschwindigkeiten aufgrund der
möglichen hohen Strömungsgeschwindigkeiten in einfacher Weise erreicht werden
können.
In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn die lediglich mit Hilfe des Förder
luftstromes aus dem Nadelbereich geförderte Vliesbahn vor ihrem Abzug in einem
Längsabschnitt zugspannungsfrei geführt wird, weil die Vliesbahn in diesem Fall im
Nadelbereich lediglich durch den Förderluftstrom auf Zug belastet wird, was in Ab
hängigkeit von den Strömungsverhältnissen vergleichsweise geringe Zugbelastungen
der Vliesbahn während des Nadeleingriffes mit sich bringt, so daß eine Vernadelung
möglich wird, die ohne eine Verstreckung der genadelten Vliesbahn auskommt. Die
schrittweise Förderung der Vliesbahn während der Freigabe durch die Nadeln wird
durch den Förderluftstrom in einfacher Art sichergestellt, wenn die Vliesbahn dem
Nadelbereich kontinuierlich zugefördert wird und folglich die während des Nadelein
griffes vor dem Nadelbereich gestaute Vorratslänge bei der Vliesfreigabe durch die
Nadeln über den kontinuierlich auf die Vliesbahn einwirkenden Förderluftstrom durch
den Nadelbereich abgezogen werden kann. Die Zulaufgeschwindigkeit bestimmt somit
die mittlere Durchlaufgeschwindigkeit der Vliesbahn durch den Nadelbereich.
Um zu Oberflächenmustern führende Einstichanhäufungen in der Vliesbahn zu
vermeiden, kann die mit einer vorgegebenen Zuführgeschwindigkeit angeförderte
Vliesbahn während der Freigabe durch die Nadeln zulaufseitig der Nadeln unter
schiedlich weit quer zur Vliesbahn abgelenkt und ablaufseitig der Nadeln jeweils bis
zur Spannlage nachgezogen werden. Durch die vorgegebene, kontinuierliche Zuführ
geschwindigkeit der Vliesbahn zu den Nadeln staut sich die Vliesbahn während des
die Weiterförderung der Vliesbahn behindernden Nadeleingriffes beispielsweise in
Form eines freien Durchhanges vor dem Nadelbereich, so daß bei der Freigabe der
Vliesbahn durch die Nadeln die aufgestaute Vorratslänge der Vliesbahn durch das
ablaufseitige Nachziehen der Vliesbahn wieder aufgebraucht wird. Wird nun die
Vliesbahn während der Abzugsbewegung zulaufseitig quer zur Vliesbahn abgelenkt,
so verkürzt sich die mögliche Nachziehlänge bis zur Spannlage. Mit unterschiedlichen
Ablenkungsweiten können daher in einfacher Weise unterschiedliche Förderschritte
für die Vliesbahn während ihrer Freigabe durch die Nadeln mit der Wirkung sicherge
stellt werden, daß eine Musterbildung an der Oberfläche der Vliesbahn durch un
gleichmäßige Einstichdichten der Nadeln weitgehend vermeidbar sind, und zwar in
einem weiten Bereich der mittleren Vorschubgeschwindigkeiten.
Zur Durchführung des Verfahrens kann von einer üblichen Vernadelungsvorrichtung
ausgegangen werden, die wenigstens ein in Einstichrichtung hin- und hergehend
antreibbares Nadelbrett, eine dem Nadelbrett gegenüberliegende Stichunterlage und
einen der Stichunterlage mit Abstand nachgeordneten, kontinuierlich angetriebenen
Walzenabzug für die genadelte Vliesbahn umfaßt. Es braucht lediglich zwischen der
Stichunterlage und dem Walzenabzug ein Vliesförderer mit einer Fördergeschwindig
keit größer als die Abzugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges vorgesehen zu
werden. Eine kontinuierliche Fördergeschwindigkeit des zusätzlichen Vliesförderers
stellt dabei zwar einen einfachen Antrieb sicher, setzt jedoch voraus, daß während
des Nadeleinstiches ein entsprechender Schlupf zwischen dem Vliesförderer und der
Vliesbahn zugelassen wird. Dieser Schlupf muß allerdings eine entsprechende
Vliesmitnahme nach dem Freigeben der Vliesbahn durch die Nadeln erlauben.
Um die zu beschleunigende Vliesmasse möglichst gering zu halten, kann der Stich
unterlage ein antreibbares Einlaufwalzenpaar vorgeordnet werden, dessen Förderge
schwindigkeit so gewählt wird, daß die Vorschublänge, um die die Vliesbahn nach
ihrer Freigabe durch die Nadeln weitergefördert wird, während des Nadeleinstiches
unmittelbar vor der Stichunterlage zur Verfügung gestellt wird. Mit Hilfe des der
Stichunterlage nachgeordneten Vliesförderers braucht dann im wesentlichen lediglich
der im Bereich der Stichunterlage befindliche Vliesbahnabschnitt entsprechend be
schleunigt zu werden.
Wie bereits ausgeführt wurde, kann zur zusätzlichen Vliesbahnbeschleunigung mit
besonderem Vorteil eine Blasluftströmung eingesetzt werden. Zu diesem Zweck kann
der Vliesförderer aus wenigstens einer unter einem spitzen Winkel gegenüber der
Vliesbahn geneigten Blasdüse für eine in Abzugsrichtung verlaufende Strömungs
komponente bestehen. Anstelle einer sich im wesentlichen über die Vliesbahnbreite
erstreckenden Blasdüse können aber auch mehrere über die Vliesbahnbreite verteilte
Blasdüsen vorgesehen werden. Zur Berücksichtigung besonderer Förderbedingungen
können die Blasdüsen in Abzugsrichtung hintereinander angeordnet werden. Die
Blasluft kann zumindest teilweise über eine auf der der Blasdüse gegenüberliegenden
Vliesbahnseite vorgesehene luftdurchlässige Führungsfläche für die Vliesbahn
abgeführt werden. Wird die Führungsfläche durch den Mantel einer in Abzugsrichtung
umlaufenden Trommel gebildet, so ergibt sich durch diese umlaufende Trommel eine
Unterstützung der Vliesbahnbeschleunigung.
Eine weitere Möglichkeit, die Vliesbahn zwischen der Stichunterlage und dem Wal
zenabzug auf eine die Abzugsgeschwindigkeit übersteigende Geschwindigkeit zu be
schleunigen, besteht darin, daß der Vliesförderer aus wenigstens einem die Vliesbahn
mit Schlupf in seinem Durchtrittsspalt aufnehmenden Walzen paar besteht, das mit
einer die Abzugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges übersteigenden Umfangs
geschwindigkeit antreibbar ist. Wegen des kontinuierlichen Walzenantriebes werden
auch für diesen Vliesförderer vorteilhafte Antriebsbedingungen geschaffen. Um die
Vliesmitnahme während der Freigabe durch die Nadeln zu verbessern, kann wenig
stens eine der Walzen des Vliesförderers den Schlupf während des Nadeleinstiches
bestimmende Abflachungen aufweisen, so daß für die Vliesmitnahme ein gegenüber
dem Schlupfbereich erheblich größerer Reibungsschluß zwischen den Walzen und
der Vliesbahn sichergestellt werden kann. Voraussetzung ist selbstverständlich, daß
die Umdrehungszahl der Walzen unter Berücksichtigung der Anzahl der über den
Umfang verteilten Abflachungen in Abhängigkeit von der Hubfrequenz des Nadel
brettes gewählt wird.
Um sich periodisch ändernde Förderschritte für die Vliesbahn zwischen den Nadelein
stichen zu erreichen, kann in vorteilhafter Weise zwischen der Stichunterlage und
dem Walzenabzug ein in Abhängigkeit von der Hubfrequenz des Nadelbrettes
periodisch auf die Vliesbahn einwirkender Vliesförderer vorgesehen sein. Mit dem
Einwirken dieses Vliesförderers auf die Vliesbahn stellt sich ein größerer Förderschritt
ein. In Abhängigkeit von der Hubfrequenz des Nadelbrettes kann somit die Vliesbahn
zumindest nach einer bestimmten Anzahl von Nadelhüben mit einem größeren
Förderschritt gegenüber den Nadeln weitergefördert werden, um das Entstehen von
Oberflächenmustern durch entsprechende Einstichanhäufungen zu vermeiden. Die
kontinuierliche Abzugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges bestimmt dabei den
mittleren Vorschub. Wird nämlich die Vliesbahn durch die zusätzliche Vorschubein
richtung zwischen zwei Nadelhüben mit einem größeren Förderschritt gegen den
Walzenabzug hin gefördert, so muß beim nachfolgenden Förderschritt zunächst die
durch die zusätzliche Vorschubeinrichtung geförderte Überlänge der Vliesbahn durch
den Walzenabzug ausgefördert werden, bevor der Walzenabzug die Vliesbahn für
einen weiteren, entsprechend verringerten Förderschritt nachziehen kann.
Aufgrund der vergleichsweise hohen Hubfrequenzen ist für eine ruckartige Zusatz
förderung der Vliesbahn zu sorgen. Dies kann vorteilhaft dadurch sichergestellt
werden, daß der Vliesförderer aus einer kontinuierlich umlaufenden, zum Walzen
abzug parallelen Walze mit radialen Mitnehmeransätzen zur Vliesbahnablenkung quer
zur Vliesfläche besteht. Die durch die Vliesbahnablenkung quer zur Vliesfläche
bedingte Vergrößerung der Bahnlänge zwischen der Stichunterlage und dem Walzen
abzug bestimmt den größeren Förderschritt während der Vliesfreigabe durch die
Nadeln, wobei wegen der kontinuierlich umlaufenden, mit entsprechenden Mitnehmer
ansätzen versehenen Walze des Vliesförderers sehr einfache Antriebsverhältnisse
erzielt werden. Wird der radiale Abstand der Mitnehmeransätze von der Drehachse
der Walze unterschiedlich groß gewählt, so wird die Förderschrittvergrößerung durch
den Vliesförderer variiert. Damit die Vliesmitnahme in Förderrichtung durch die Mit
nehmeransätze gesteigert werden kann, können die Mitnehmeransätze mit einem den
Reibschluß gegenüber der Vliesbahn vergrößernden Reibbelag versehen werden.
Ein ungleichmäßiger Vliesvorschub zum Herstellen einer musterfreien Oberfläche
kann auch dadurch erreicht werden, daß zwischen der Stichunterlage und dem
Einlaufwalzenpaar eine zusätzliche in Abhängigkeit von der Hubfrequenz des Nadel
brettes periodisch auf die Vliesbahn einwirkende Ablenkeinrichtung vorgesehen ist.
Ablaufseitig der Stichunterlage ist allerdings ein einen Schlupf gegenüber der Vlies
bahn zulassender Vliesförderer vorzusehen. Der mögliche Schlupf zwischen diesem
Vliesförderer und der Vliesbahn ist zur Berücksichtigung der unterschiedlichen
Förderschritte erforderlich, die sich aufgrund der verschiedenen zulaufseitigen Ablenk
weiten der Vliesbahn ergeben, wenn unzulässige Zugspannungen auf die Vliesbahn
insbesondere bei höheren mittleren Vorschubgeschwindigkeiten vermieden werden
sollen. Die Ablenkeinrichtung kann dabei aus einer umlaufenden, zum Einlaufwalzen
paar parallelen Walze mit radialen Ablenkansätzen für die Vliesbahn bestehen, so
daß die je nach der Drehstellung der Walze gegen die Vliesbahn vorstehenden oder
diese freigebenden Ablenkansätze die jeweilige Vliesbahnablenkung bestimmen.
Wegen des kontinuierlichen Walzenumlaufes ergeben sich für den Walzenantrieb sehr
einfache Konstruktionsverhältnisse, zumal die Drehzahl ohne weiteres in Abhängigkeit
von der Hubfrequenz der Nadeln gesteuert werden kann. Wird der radiale Abstand
der Mitnehmeransätze von der Drehachse der Walze unterschiedlich groß gewählt, so
wird die Förderschrittveränderung durch die Ablenkeinrichtung variiert.
Damit eine hohe Beschleunigung der Vliesbahn während der Vliesfreigabe durch die
Nadeln sichergestellt werden kann, kann zwischen den Einlaufwalzen und der
Stichunterlage im Bereich einer freien Vliesbahnführung auf der der Stichunterlage
gegenüberliegenden Seite der Vliesbahn wenigstens eine weitere quer zur Vliesbahn
ausgerichtete Blasdüse angeordnet sein, mit deren Hilfe die Speicherung der während
des Nadeleingriffes und der dabei unterbrochenen Vliesbahnförderung dem Nadelbrett
zugeförderte Vliesbahnlänge im Bereich der freien Vliesbahnführung in Form eines
Durchhanges unterstützt wird. Diese Vliesbahnlänge wird dann nach der Vliesbahn
freigabe durch die Nadeln aus diesem Speicher mit geringem Kraftaufwand abgezo
gen. Die quer zur Vliesbahn ausgerichtete Blasdüse sorgt für eine störungsfreie Aus
bildung eines Vliesbahndurchhanges im jeweiligen Ausmaß der angeförderten
Vliesbahnlänge. Aufgrund der Blasdüsenanordnung auf der der Stichunterlage
gegenüberliegenden Seite der Vliesbahn wird außerdem ein Abheben der Vliesbahn
von der Stichunterlage wirksam verhindert.
Insbesondere bei höheren Durchlaufgeschwindigkeiten besteht die Gefahr, daß am
Beginn des Einstichvorganges die Vliesbahn aufgrund ihrer Bewegungskomponente
quer zu den Nadeln durch die scharfen Nadelspitzen im Bereich der Vliesoberfläche
in Vliesdurchlaufrichtung angeritzt wird. Zur weitgehenden Vermeidung dieser Ritzge
fahr kann das Nadelbrett im Bereich wenigstens eines sich quer zur Vliesdurch
laufrichtung erstreckenden Abschnittes einzelne in Einstichrichtung über die anderen
Nadeln vorragende Nadeln aufweisen. Die in Einstichrichtung über die anderen
Nadeln vorragenden Nadeln dringen naturgemäß vor den anderen Nadeln in die
Vliesbahn ein, so daß diese vorragenden Nadeln die Vliesbahn weitgehend abbrem
sen, bevor die anderen Nadeln in die Vliesoberfläche eindringen können. Damit wird
die Anritzgefahr der Vliesoberfläche auf den Bereich der wenigen vorragenden Nadeln
beschränkt was in der Praxis zu einer Unterdrückung der merkbaren, auf das
An ritzen durch die Nadelspitzen zurückgehenden Beeinträchtigungen der genadelten
Vliesbahn führt. Die Anzahl der vorragenden Nadeln ist unter Berücksichtigung der
Nadelbelastung so zu wählen, daß mit der gewählten Nadelanzahl eine ausreichende
Bremswirkung auf die Vliesbahn ausgeübt werden kann, ohne eine unzulässige
Nadelbelastung in Kauf nehmen zu müssen. Um die höhere Nadelbelastung zu
berücksichtigen, können die vorragenden Nadeln mit einem dickeren Schaft als die
anderen Nadeln versehen sein.
Damit die über die anderen Nadeln vorragenden Nadeln aufgrund ihrer Einzelstellung
nicht das gleichmäßige Oberflächenbild der genadelten Vliesbahn stören können,
empfiehlt es sich, die vorragenden Nadeln in einem zulaufseitigen Abschnitt des
Nadelbrettes vorzusehen, damit die allenfalls durch die vorragenden Nadeln bedingten
singulären Stellen durch die nachfolgenden Nadeleinstiche überdeckt werden können.
Wird die Fördergeschwindigkeit des Walzenabzuges in Abhängigkeit von einer zwi
schen der Blasdüse und dem Walzenabzug gespeicherten Vorratslänge der Vliesbahn
gesteuert, so kann in einfacher Art ein weitgehend zugspannungsfreies Nadeln
erreicht werden, weil eine auf den Nadelbereich durchgreifende Zugbelastung der
Vliesbahn vermieden wird. Übersteigt nämlich die vor dem Walzenabzug gespeicherte
Vorratslänge eine vorgegebene Obergrenze, so wird durch eine Steigerung der Ab
zugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges ein Teil der Vorratslänge ausgetragen. Bei
einem Unterschreiten einer vorgegebenen Untergrenze wird die Abzugsgeschwindig
keit erniedrigt. Mit einer solchen Geschwindigkeitssteuerung des Walzenabzuges
werden allfällige Ungleichmäßigkeiten, die sich auf den Vorschub der Vliesbahn im
Nadelbereich auswirken, selbständig berücksichtigt. Für die gespeicherte Vorratslänge
könnte eine gesonderte Speichereinrichtung vorgesehen werden. Im allgemeinen
genügt jedoch eine entsprechende Vorratsschlaufe der Vliesbahn unmittelbar vor dem
Walzenabzug.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum kontinuierlichen Vernadeln einer vorverfestig
ten Vliesbahn wird anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens in einer
schematischen Seitenansicht,
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer Ausführungsvariante der
erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Vernadeln einer vorverfestigen
Vliesbahn in einem vereinfachten Längsschnitt,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung aus
schnittsweise in einem gegenüber der Fig. 3 größeren Maßstab,
Fig. 5 eine um eine zulaufseitige Ablenkeinrichtung gegenüber der Vorrichtung nach
der Fig. 3 erweiterte Vorrichtung ausschnittsweise im Bereich dieser Ablenk
einrichtung in einem größeren Maßstab,
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer
vereinfachten Seitenansicht,
Fig. 7 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit unterschiedlich langen Nadeln aus
schnittsweise in einer schematischen, zum Teil aufgerissenen Seitenansicht in
einem größeren Maßstab,
Fig. 8 das Nadelbrett der Vorrichtung nach der Fig. 7 in einer Ansicht von der Nadel
seite her und
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer
vereinfachten Seitenansicht.
Die Vorrichtung gemäß der Fig. 1 weist ein Nadelbrett 1 mit Nadeln 2 auf, die in eine
vorverfestigte, vorzugsweise vorgenadelte Vliesbahn 3 einstechen, und zwar im
Bereich einer Vliesführung 4, die aus einer dem Nadelbrett 1 gegenüberliegenden
Stichunterlage 5 und einem Abstreifer 6 zwischen der Stichunterlage 5 und dem
Nadelbrett 1 besteht. Die vernadelte Vliesbahn 3 wird in herkömmlicher Weise über
einen kontinuierlich angetriebenen Walzenabzug 7 abgezogen. Zum Unterschied zu
herkömmlichen Vorrichtungen dieser Art ist zwischen der Vliesführung 4 und dem
Walzenabzug 7 ein zusätzlicher Vliesförderer 8 vorgesehen, der einen Schlupf
gegenüber der Vliesbahn 3 zuläßt und eine kontinuierliche Fördergeschwindigkeit
größer als die Abzugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges 7 aufweist. Dieser Vliesför
derer besteht aus einer unter einem spitzen Winkel gegenüber der Vliesbahn 3
geneigten Blasdüse 9, der auf der gegenüberliegenden Vliesbahnseite eine luftdurch
lässige Führungsfläche 10 zugeordnet ist. Anstelle einer unbeweglichen Führungs
fläche 10 könnte auch eine umlaufende Trommel 10a vorgesehen werden, wie dies
strichpunktiert angedeutet ist. Wird die Vliesbahn 3 beim Herausziehen der Nadeln 2
freigegeben, so bedingt die in Abzugsrichtung verlaufende Strömungskomponente der
Blasdüse 9 eine rasche Beschleunigung der Vliesbahn 3 auf eine die kontinuierliche
Abzugsgeschwindigkeit übersteigende Geschwindigkeit mit der Wirkung, daß die
aufgrund des Geschwindigkeitsunterschiedes durch den Vliesförderer 8 angeförderte
Überlänge der Vliesbahn 3 sich in einem Durchhang 11 vor dem Walzenabzug 7
staut. Wird beim nachfolgenden Nadeleinstich die Vliesbahn 3 gebremst, so wird
zunächst diese Überlänge über den Walzenabzug 7 ausgefördert und dann die
Vliesbahn 3 allenfalls einer Verstreckung unterworfen, bis die Vliesbahn 3 durch die
Nadeln 2 wieder freigegeben wird.
In der Fig. 2 ist als Vliesförderer 8 ein Walzenpaar 12 vorgesehen, das mit einer die
Umfangsgeschwindigkeit des Walzenabzuges 7 übersteigenden Umfangsgeschwindig
keit kontinuierlich angetrieben wird und die Vliesbahn 3 in seinem Durchtrittsspalt mit
Schlupf aufnimmt. Während des dargestellten Nadeleingriffes und dem damit ver
bundenen Zurückhalten der Vliesbahn 3 ergibt sich somit zwischen der Vliesbahn 3
und dem kontinuierlich drehenden Walzenpaar 12 ein entsprechender Schlupf. Bei
einer Vliesfreigabe durch die Nadeln 2 reichen jedoch die Reibungskräfte zwischen
dem Walzenpaar 12 und der Vliesbahn 3 für eine entsprechende Beschleunigung der
Vliesbahn 3 aus. Um eine solche schrittweise Förderung zu erleichtern, kann zumin
dest eine der beiden Walzen 12 mit den Schlupfbereich bestimmenden Abflachungen
12a versehen sein, wie dies in der Fig. 2 strichpunktiert eingezeichnet ist.
Damit über den zusätzlichen Vliesförderer 8 nur ein beschränkter Vliesbahnabschnitt
beschleunigt werden muß, kann der Vliesführung 4 ein Einlaufwalzenpaar 13 vor
gelagert werden, dessen kontinuierliche Umfangsgeschwindigkeit so ausgelegt ist,
daß durch das Einlaufwalzenpaar 13 die Vliesbahn 3 während des Nadeleinstiches in
einer Länge angefördert wird, die gerade dem Vorschubweg der Vliesbahn 3 zwi
schen zwei aufeinanderfolgenden Nadeleinstichen entspricht. Dies bedeutet, daß sich
während des Nadeleinstiches zwischen der Vliesführung 4 und dem Einlaufwalzen
paar 13 ein freier Durchhang 14 der Vliesbahn 3 aufbaut, wie dies in der Fig. 2
angedeutet ist. Mit der Vliesbahnbeschleunigung während der Vliesfreigabe durch die
Nadeln 2 wird die in diesem Durchhang 14 gespeicherte Überlänge aufgebraucht.
In der Fig. 3 wird eine konstruktive Lösung der in Fig. 1 schematisch dargestellten
Vorrichtung gezeigt. Das in einem Nadelbalken 15 gehaltene Nadelbrett 1 wird über
einen Schubkurbeltrieb 16 angetrieben, der aus zwei parallelen, gegensinnig ange
triebenen Kurbel- oder Exzenterwellen 17 und aus auf diesen gelagerten Schub
stangen gebildet wird, die durch eine Koppel miteinander verbunden sind, an der die
Stoßstangen 18 zur Nadelbrettbewegung angelenkt sind. Zur Einstellung der Einstich
tiefe und zur Anpassung an die jeweilige Vliesdicke sind sowohl die Stichunterlage 5
als auch der Abstreifer 6 über Stelltriebe 19 der Höhe nach einstellbar.
Die Stichunterlage 5 und der Abstreifer 6 weisen eine stetige Krümmung auf, so daß
sich in Vliesdurchlaufrichtung unterschiedlich geneigte Abschnitte für die Vliesführung
4 ergeben. Da sich die Vliesbahn 3 an die Stichunterlage 5 flächig anlegt, ergeben
sich für die Nadeln 2 gegenüber der Vliesoberfläche in Abhängigkeit von der jeweili
gen Neigung der Stichunterlage 5 unterschiedlich geneigte Einstichkanäle. Die
Durchschnittsneigung der Stichunterlage 5 verläuft zur Bewegungsrichtung des
Nadelbrettes 1 geneigt, so daß sich eine entsprechende Vorzugsneigung der Nadel
einstiche in die Vliesbahn 3 ergibt, und zwar im Sinne von Einstichen mit einer Kom
ponente in Vliesdurchlaufrichtung. Diese überwiegende Einstichrichtung bringt eine
Steigerung der Längsfestigkeit der Vliesbahn 3 mit sich.
Die Stichunterlage 5 ist ablaufseitig zur Führungsfläche 10 verlängert, der auf der
gegenüberliegenden Vliesbahnseite die Blasdüse 9 zugeordnet ist. Diese Blasdüse 9
ist vorzugsweise am Abstreifer 6 befestigt, so daß sich ein vorgegebener Abstand zur
Vliesoberfläche ergibt. Da die Blasdüse 9 aufgrund der abfallenden Führungsfläche
10 mit der Vliesbahn 3 einen spitzen Winkel einschließt, wird über den Blasluftstrom
auf das Vliesband 3 eine Förderkraft in Abzugsrichtung ausgeübt. Diese Förderkraft
bewirkt beim Freigeben der Vliesbahn 3 durch die Nadeln 2 eine entsprechende Be
schleunigung der Vliesbahn 3 auf eine die kontinuierliche Abzugsgeschwindigkeit
durch das Walzenabzugspaar 7 überholende Geschwindigkeit, wodurch die kon
tinuierliche Abzugsgeschwindigkeit erheblich gesteigert werden kann. Wegen der in
Abzugsrichtung abfallenden Führungsfläche 10 wird die durch den Blasluftstrom
bedingte Beschleunigung der Vliesbahn 3 durch die Schwerkraft unterstützt.
Gemäß der Fig. 4 besteht der zusätzliche Vliesförderer 8 aus einer kontinuierlich um
laufenden Walze 20 mit drei über den Umfang verteilten Mitnehmeransätzen 21, die
bei einer Walzendrehung nacheinander die Vliesbahn 3 periodisch unter einer Aus
lenkung quer zur üblichen Durchlaufebene 22 mitnehmen, wie dies der Fig. 4 ent
nommen werden kann. Da die Drehzahl der Walze 20 in Abhängigkeit von der
Hubfrequenz des Nadelbrettes 1 so gewählt wird, daß die Vliesbahn 3 während einer
Freigabe durch die Nadeln 2 ausgelenkt wird, wird die Vliesbahn 3 um eine gegen
über dem allein durch den Walzenabzug 7 vorgegebenen Förderschritt größere, durch
die auslenkungsbedingte Wegverlängerung und die Mitnahme in Förderrichtung be
stimmte Förderstrecke gegenüber dem Nadelbrett 1 weitergefördert. Dieser größere
Förderschritt zieht allerdings einen kleineren Förderschritt nach sich, weil ja beim
folgenden Förderschritt zunächst die beim vorhergehenden Förderschritt im Vergleich
zum mittleren Vorschub geförderte Überlänge durch den Walzenabzug 7 ausgefördert
werden muß, bevor die Vliesbahn 3 durch die Vliesführung 4 weitergefördert werden
kann. Um den angestrebten Effekt sicherzustellen, ist die Drehzahl der Walze 20 auf
die Hubfrequenz des Nadelbrettes 1 so abzustellen, daß die Mitnehmeransätze 21
zumindest nach einer bestimmten Anzahl von Nadelbretthüben auf die Vliesbahn 3
auslenkend einwirken. Damit die durch den Vliesförderer 8 bewirkten Förderschritt
verlängerungen unterschiedlich groß ausfallen, kann die radiale Erstreckung der
Mitnehmeransätze 21 entsprechend der Fig. 4 voneinander verschieden groß gewählt
werden. Die Mitnehmeransätze 21 können außerdem mit einem den Reibungsschluß
gegenüber der Vliesbahn 3 vergrößernden Belag 23 versehen sein, damit eine ent
sprechende Vliesmitnahme in Förderrichtung sichergestellt ist.
Gemäß der Fig. 5 ist zwischen dem Einlaufwalzenpaar 13 und der Vliesführung 4
eine Ablenkeinrichtung 24 für die Vliesbahn 3 in Form einer kontinuierlich umlaufen
den Walze 25 vorgesehen, die z. B. drei radial unterschiedlich weit abstehende
Ablenkansätze 26 aufweist. Wie beim Vliesförderer 8 in der Fig. 4 wird die Vliesbahn
3 je nach der Drehstellung der Walze 25 durch die Ablenkansätze 26 quer zur
üblichen Durchlaufebene 27 abgelenkt. Da die Drehzahl der Walze 25 in Abhängigkeit
von der Hubfrequenz des Nadelbrettes 1 so gewählt wird, daß die Vliesbahn 3
zumindest nach einer vorgegebenen Anzahl von Nadelhüben während einer Freigabe
durch die Nadeln 2 abgelenkt wird, muß die Vliesbahn 3 einen von der jeweiligen
Ablenkungsweite abhängig größeren Weg zwischen dem Einlaufwalzenpaar 13 und
der Vliesführung 4 zurücklegen. Diese Wegverlängerung gegenüber der üblichen
Durchlaufebene 27 bedingt unterschiedliche Förderschritte für die Vliesbahn 3 in
Abhängigkeit von der jeweiligen Auslenkungsweite, wenn für ein Nachziehen der
Vliesbahn 3 bis zur Spannlage während der Vliesfreigabe durch die Nadeln 2 gesorgt
ist. In diesem Zusammenhang ist ja zu bedenken, daß während des Nadeleingriffes
und dem damit verbundenen Festhalten der Vliesbahn 3 gegen ein Verschieben in
der Vliesführung 4 sich zwischen dem Einlaufwalzenpaar 13 und der Vliesführung 4
wegen der kontinuierlichen Zuführung der Vliesbahn 3 ein Bandstau in Form eines
freien Durchhanges ergibt, der bei der Vliesfreigabe durch die Nadeln 2 ablaufseitig
nachgezogen werden muß. Da die Länge der einzelnen Förderschritte durch die
Ablenkweiten mitbestimmt wird, kann durch einen unterschiedlichen radialen Abstand
der Ablenkansätze 26 zur Drehachse der Walze 25 die Förderschrittlänge variiert
werden, wie dies in der Fig. 5 strichpunktiert angedeutet ist.
Zwischen den Einlaufwalzen 13 und der Stichunterlage 5 ist auf der der Stichunter
lage 5 abgewandten Seite der Vliesbahn 3 gemäß der Fig. 6 eine weitere Blasdüse
28 vorgesehen, deren Blasluftstrom quer zur Vliesbahn 3 verläuft. Da die Vliesbahn
3 während des Nadeleingriffes durch die Nadeln 2 des Nadelbrettes 1 gegen eine
Förderung festgehalten wird, wird die während des Nadeleingriffes über die Ein
laufwalzen 8 angeförderte Vliesbahnlänge im Bereich der freien Vliesführung 29 zwi
schen der Stichunterlage 5 und den Einlaufwalzen 13 durch den Blasluftstrom der
Blasdüse 28 zu einem Durchhang 30 ausgelenkt. Dieser Durchhang 30 bildet einen
Vliesbahnspeicher, der während der Freigabe der Vliesbahn 3 durch die Nadeln 2
wegen der zusätzlichen Vliesbahnbeschleunigung über den Blasluftstrom der Blasdü
se 9 wieder entleert wird. Wird beim nachfolgenden Nadeleinstich die Vliesbahn 5 ge
bremst, so wird zunächst die vor dem Walzenabzug 7 angestaute Überlänge über die
Abzugswalzen 7 ausgefördert, bevor auf die Vliesbahn 3 eine Zugspannung ausgeübt
werden kann, die zu einer Verstreckung der Vliesbahn 3 führt. Diese Verstreckung
kann über die Differenz der kontinuierlichen Einlauf- und Abzugsgeschwindigkeiten
eingestellt werden.
Da die zwischen den einzelnen Nadeleingriffen erreichbare Fördergeschwindigkeit der
Vliesbahn 3 zu Beginn des Nadeleingriffes am größten ist, besteht die Gefahr, daß
die in die quer zu den Nadeln 2 bewegte Vliesoberfläche eindringenden, scharfen
Nadelspitzen die Vliesoberfläche verletzen. Um nun diese Anritzgefahr, die mit
zunehmender Durchlaufgeschwindigkeit der Vliesbahn 3 steigt, vermeiden zu können,
ist das Nadelbrett 1 gemäß den Fig. 7 und 8 im Bereich wenigstens eines sich quer
zur Vliesdurchlaufrichtung 31 erstreckenden Abschnittes mit einzelnen in Einstichrich
tung über die anderen Nadeln 2 vorragenden Nadeln 2a ausgerüstet, wie dies ins
besondere die Fig. 7 erkennen läßt. Diese Nadeln 2a sind gemäß der Fig. 8 im
strichpunktiert umrissenen, mit den Nadeln 2 bestückten Nadelbereich 32 in einem
zulaufseitigen Abschnitt 33 des Nadelbrettes 1 verteilt angeordnet und stechen wegen
ihrer größeren Länge vor den anderen Nadeln 2 in die Vliesbahn 3 ein. Die Fig. 7
zeigt diese Nadelbrettstellung, in der die Vliesbahn 3 durch die vorragenden Nadeln
2a abgebremst wird, bevor die anderen Nadeln 2 die Vliesoberfläche erreichen. Dies
bedeutet, daß eine Ritzgefahr nur örtlich beschränkt im Bereich der Nadeln 2a
auftreten kann, was wegen der wenigen für die Vliesbahnabbremsung erforderlichen,
über die Arbeitsbreite verteilten Nadeln 2a zu keiner unzulässigen Beeinträchtigung
der genadelten Vliesbahn 3 führen kann. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken,
daß der gegenseitige Achsabstand der vorragenden Nadeln 2a um ein Vielfaches,
beispielsweise mehr als das Zehnfache, größer als der gegenseitige Achsabstand der
übrigen Nadeln 2 ist. In der Praxis hat sich ein Achsabstand der längeren Nadeln 2a
von 6 bis 10 cm als durchaus vorteilhaft herausgestellt. Die durch die vereinzelt vor
gesehenen Nadeln 2a gegebenen singulären Vernadelungsstellen können zumindest
dann zu keiner Beeinträchtigung des Oberflächenbildes der Vliesbahn 3 führen, wenn
durch die nachfolgende Vernadelung mit Hilfe der übrigen Nadeln 2 diese Singulär
stellen überdeckt werden, wie dies bei der Anordnung der vorragenden Nadeln 2a in
einem zulaufseitigen Abschnitt 33 des Nadelbrettes 1 der Fall ist.
Wie der Fig. 9 entnommen werden kann, kann ein Durchgriff der Förderwirkung des
Walzenabzuges 7 auf den Nadelbereich wirksam verhindert werden, wenn zwischen
der Blasdüse 9 des zusätzlichen Vliesförderers 8 und dem Walzenabzug 7 eine zug
spannungsfreie Führungsstrecke 34 für die Vliesbahn 3 vorgesehen ist. Im Bereich
dieser Führungsstrecke 34 wird die Vliesbahn 3 in Form einer Vorratsschlaufe 35
gespeichert, wobei mit Hilfe von einer die Ober- und die Untergrenze für die Vorrats
länge der Vliesbahn 3 überwachenden Einrichtung 36, beispielsweise Lichtschranken,
der Antrieb 37 des Walzenabzuges 7 über eine Steuereinrichtung 38 so gesteuert
wird, daß die in der Vorratsschlaufe 35 gespeicherte Vorratslänge stets innerhalb der
vorgegebenen Ober- und Untergrenze liegt. Erreicht die Vorratslänge die obere
Grenze, so spricht die Überwachungseinrichtung 36 an und bewirkt im Zusammen
hang mit der Steuereinrichtung 38 für den Antrieb 37 des Walzenabzuges 7 eine
Erhöhung der Abzugsgeschwindigkeit. Beim Ansprechen der Überwachungsein
richtung 36 im Bereich des unteren Grenzwertes wird die Abzugsgeschwindigkeit des
Walzenabzuges 7 verringert. Die strichpunktiert angedeuteten Vorratsschlaufen 35
sollen diese Grenzwerte veranschaulichen.
Wegen der vor dem Walzenabzug 7 vorgesehenen zugspannungsfreien Führungs
strecke 34 für die Vliesbahn 3 bleiben die Zugspannungen, die während des Nadel
eingriffes auf die Vliesbahn 3 wirken, beschränkt, weil im Bereich der Nadeln 2 aus
schließlich die über die Förderluft der Blasdüse 9 auf die Vliesbahn 3 ausgeübten
Kräfte in Abzugsrichtung wirksam werden können. Damit wird ein weitgehend zug
spannungsfreies Vernadeln der Vliesbahn 3 ermöglicht, was einen im wesentlichen
störungsfreien Vernadelungsvorgang sicherstellt. Um die in Abzugsrichtung auf die
Vliesbahn 3 einwirkenden Kräfte über den Förderluftstrom der Blasdüse 9 den
jeweiligen Anforderungen entsprechend einstellen zu können, kann der Förderluft
strom durch die Blasdüse 11 gesteuert werden, beispielsweise über Steuerklappen
oder über eine Steuerung des Gebläses. Wie der Fig. 9 entnommen werden kann, ist
die Blasdüse 9 mit einer zusätzlichen Injektorluftöffnung 39 versehen, die besonders
günstige Strömungsverhältnisse gewährleistet.
Claims (23)
1. Verfahren zum Vernadeln einer Vliesbahn mit Hilfe von in die Vliesbahn
wiederholt einstechenden Nadeln, wobei die Vliesbahn während des Nadeleingriffes
unter einer Verstreckung und während der Freigabe durch die Nadeln unter einer
Beschleunigung mit einer kontinuierlichen Abzugsgeschwindigkeit aus dem Vernade
lungsbereich abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Vliesbahn nach ihrer
Vernadelung, aber vor dem kontinuierlichen Abzug während der Freigabe durch die
Nadeln auf eine die Abzugsgeschwindigkeit übersteigende Geschwindigkeit beschleu
nigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vliesbahn mit
Hilfe eines eine Strömungskomponente in Abzugsrichtung aufweisenden, kontinuierli
chen Förderluftstromes auf eine die Abzugsgeschwindigkeit übersteigende Geschwin
digkeit beschleunigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lediglich mit
Hilfe des Förderluftstromes aus dem Nadelbereich geförderte Vliesbahn vor ihrem
Abzug in einem Längsabschnitt zugspannungsfrei geführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
mit einer vorgegebenen Zuführgeschwindigkeit angeförderte Vliesbahn während der
Freigabe durch die Nadeln zulaufseitig der Nadeln unterschiedlich weit quer zur Vlies
bahn abgelenkt und ablaufseitig der Nadeln jeweils bis zur Spannlage nachgezogen
wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
4 mit wenigstens einem in Einstichrichtung hin- und hergehend antreibbaren Nadel
brett, mit einer dem Nadelbrett gegenüberliegenden Stichunterlage und mit einem der
Stichunterlage nachgeordneten, kontinuierlich angetriebenen Walzenabzug für die
genadelte Vliesbahn, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Stichunterlage (5)
und dem Walzenabzug (7) ein Vliesförderer (8) mit einer Fördergeschwindigkeit
größer als die Abzugsgeschwindigkeit des Walzenabzuges (7) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stichunterlage
(5) ein antreibbares Einlaufwalzenpaar (13) vorgeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Vliesförderer (8) aus wenigstens einer unter einem spitzen Winkel gegenüber der
Vliesbahn (3) geneigten Blasdüse (9) für eine in Abzugsrichtung verlaufende Strö
mungskomponente besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der
Blasdüse (9) gegenüberliegenden Vliesbahnseite eine luftdurchlässige Führungsfläche
(10) für die Vliesbahn (3) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungs
fläche (10) durch den Mantel einer in Abzugsrichtung umlaufenden Trommel (10a) ge
bildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Vliesförderer (8) aus wenigstens einem die Vliesbahn (3) mit Schlupf in seinem
Durchtrittsspalt aufnehmenden Walzenpaar (12) besteht, das mit einer die Abzugsge
schwindigkeit des Walzenabzuges (7) übersteigenden Umfangsgeschwindigkeit
antreibbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine
der Walzen des Vliesförderers (8) den Schlupf während des Nadeleinstiches bestim
mende Abflachungen aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Stichunterlage (5) und dem Walzenabzug (7) ein in Abhängigkeit von der Hubfre
quenz des Nadelbrettes (1) periodisch auf die Vliesbahn (3) einwirkender Vliesförderer
(8) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Vliesförderer
(8) aus einer kontinuierlich umlaufenden, zum Walzenabzug (7) parallelen Walze (20)
mit radialen Mitnehmeransätzen (21) zur Vliesbahnablenkung quer zur Vliesfläche
besteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmeran
sätze (21) einen unterschiedlichen radialen Abstand zur Drehachse der Walze (20)
aufweisen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Mit
nehmeransätze (21) einen den Reibschluß gegenüber der Vliesbahn (3) vergrößern
den Belag (23) aufweisen.
16. Vorrichtung nach, einem der Ansprüchen 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Stichunterlage (5) und dem Einlaufwalzenpaar (13) eine zusätz
liche, in Abhängigkeit von der Hubfrequenz des Nadelbrettes (1) periodisch auf die
Vliesbahn (3) einwirkende Ablenkeinrichtung (24) vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkein
richtung (24) aus einer umlaufenden, zum Einlaufwalzenpaar (13) parallelen Walze
(25) mit radialen Ablenkansätzen (26) für die Vliesbahn (3) besteht.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablenkan
sätze (26) einen unterschiedlichen radialen Abstand zur Drehachse der Walze (25)
der Ablenkeinrichtung (24) aufweisen.
19. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
Einlaufwalzen (13) und der Stichunterlage (5) im Bereich einer freien Vliesbahnfüh
rung (29) auf der der Stichunterlage (5) gegenüberliegenden Seite der Vliesbahn (3)
wenigstens eine quer zur Vliesbahn (3) ausgerichtete Blasdüse (28) angeordnet ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
das Nadelbrett (1) im Bereich wenigstens eines sich quer zur Vliesdurchlaufrichtung
(31) erstreckenden Abschnittes einzelne in Einstichrichtung über die anderen Nadeln
(2) vorragende Nadeln (2a) aufweist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die vorragenden
Nadeln (2a) einen dickeren Schaft als die anderen Nadeln, (2) aufweisen.
22. Vorrichtung nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß die vor
ragenden Nadeln (2a) in einem zulaufseitigen Abschnitt (33) des Nadelbrettes (1)
vorgesehen sind.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fördergeschwindigkeit des Walzenabzuges (7) in Abhängigkeit von einer zwischen
der Blasdüse (9) und dem Walzenabzug (7) gespeicherten Vorratslänge der Vliesbahn
(3) steuerbar ist.
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