DE19700625C2 - Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung von TablettenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten oder Preßlin
gen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Automatische Vorrichtungen zur Herstellung von Tabletten basieren auf dem Prin
zip, daß ein Tablettiergut aufgrund eines Preßvorganges zu einer Tablette verpreßt
wird. Hierzu dienen zwei bewegliche Stempel als Preßwerkzeuge.
Bekannte auto
matische Vorrichtungen zur Herstellung von Tabletten besitzen vertikal ausgerichtet
einen Unterstempel, der in einer Matrize läuft und einen Oberstempel, der in die
Matrize nur zur Pressung eingegeführt wird. Der Oberstempel gleitet in die Matrize,
schiebt das Pulver zusammen und preßt die Tablette. Von ihm und seinem Preß
druck hängen Dicke, Festigkeit und Preßglanz der Tablette ab. Die Einführungstiefe
und die Druckstärke lassen sich regulieren. Der Unterstempel befindet sich inner
halb der Matrize. Er begrenzt den Füllraum nach unten. Während des Preßvor
gangs bildet er in der Regel das Gegenlager. Nach Abschluß der Pressung wird er
nach oben geführt und bringt dadurch die Tablette auf den Matrizenrand, wo sie
beiseite geschoben wird. Im nächsten Takt fällt der Unterstempel in seine Aus
gangsstellung zurück und der Matrizenraum ist zur Aufnahme der nächsten Füllung
bereit. Die Befüllung der Matrizen erfolgt über einen Fülltrichter, dessen unterer Teil
Füllschuh genannt wird.
Diese bekannten Vorrichtungen werden heute in der Regel als Rundlauftabletten
maschinen ausgebildet. Bei diesen Typen steht der Füllschuh des Fülltrichters fest,
während die Matrize beweglich ist. Eine runde Horizontalplatte trägt eine Anzahl
von Matrizen. Zu jeder Matrize gehören, wie zuvor ausgeführt, ein Ober- und
ein Unterstempel. Durch Rollen werden die Stempel jeweils gehoben und gesenkt.
Durch Drehung einer horizontalen Platte werden die Matrizen mit ihren Stempeln
nacheinander in füllbereite Stellung unter den Füllschuh gebracht.
Im Preßraum der vorbekannten Tablettenmaschinen entsteht während des Preß
vorgangs Staub, der sich zunächst auf den freien Oberflächen der Oberstempel
ablagert. Dabei vermengt sich der sich ablagernde Staub mit dem aus der Führung
des Stempelschafts austretenden Schmierfilm und gelangt über den Matrizentisch
in den Füllschuh. Dieser Effekt führt zu den sogenannten "schwarzen Flecken" auf
der Tablettenoberfläche.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist bereits aus der DE 30 49 597 C2 bekannt.
Dort sind in entsprechenden umlaufenden Ringnuten des Ober- und Unterstempels
durchgehende, flexible Zwischenwände zwischen den Matrizen und den Stempel
führungen vorgesehen. Es wird hier also eine möglichst hermetische Abtrennung zu
den Matrizen geschaffen. Diese flexiblen Zwischenwände sind vergleichsweise
kompliziert einzubauen und aufgrund der schnellen Auf- und Abbewegung der ent
sprechenden Stempel sind sie verschleißgefährdet.
Aus der DE 24 62 102 B2 ist eine Rundlauftablettenpresse bekannt, die einen
napfförmigen Staubfänger in Form einer Manschette aufweist, wobei dieser Staub
fänger an seinem offenen Ende eine innen vorspringende Fangkante mit nach in
nen abgeschrägter Oberseite aufweist. Bei der Auf- und Abbewegung des napfför
migen Staubfängers soll ein Herausschleudern der im Napf bereits aufgefangenen
gegebenenfalls ölgetränkten Staubpartikel durch diese Kante wirksam verhindert
werden. Es trifft wohl zu, daß ein Teil der aufgefangenen Staubpartikel durch diese
überstehende Kante während der Auf- und Abwärtsbewegung des Stempels im
Napf gehalten werden kann. Ein anderer Teil der entsprechend ölgetränkten
Staubpartikel wird aber an der vorspringenden Kante vorbei aus dem Napf heraus
geschleudert werden und so in den Brembereich der Tablette oder des Preßlings
gelangen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die gattungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von
Tabletten oder Preßlingen derart weiterzubilden, daß die sogenannten "schwarzen
Flecken" möglichst vermieden werden.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einer gattungsgemäßen Vorrichtung gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die kennzeichnenden Merkmale des
Hauptanspruchs gelöst. Demnach ist am Stempelschaft des Oberstempels ein Ring
angeordnet, der aus einem verformbaren sowie Flüssigkeit aufsaugenden und
speichernden Material besteht. Ein derartiger vom Oberstempel abstehender Ring
wirkt als Schwamm und fängt das am Stempelschaft des Oberstempels aufgrund
der Schwerkraft herablaufende Schmiermittel auf. Durch diesen Ring im Stempel
schaftbereich des Oberstempels wird eine Barriere für das Schmiermittel geschaf
fen, die dieses nicht nur auffängt, sondern zusätzlich aufsaugt, so daß sich der
Staub mit dem Schmiermittel nicht mehr ohne weiteres verbinden kann. Die Ringe
können nach vorbestimmter Maschinenlaufzeit auf sehr einfache Art und Weise
ausgetauscht werden.
Vorteilhaft ist es, wenn im Stempelschaft des Oberstempels eine rundumlaufende
Nut ausgebildet ist, in welcher der Ring fixierbar ist. Hierzu hat der aus dem ver
formbaren Material bestehende Ring eine Innenbohrung, die einen geringfügig klei
neren Durchmesser aufweist als der Durchmesser des Stempelschafts des Ober
stempels im Bereich der rundumlaufenden Nut. Aufgrund der Flexibilität ist der Ring
über den Bereich des Stempelschaftes schiebbar, der einen noch größeren Durch
messer aufweist. Im Bereich der Nut dehnt sich der zuvor zusammengepreßte Teil
des Ringes aus und sorgt dadurch für einen sicheren Halt des Ringes an der vor
gegebenen Stelle des Stempelschafts.
Grundsätzlich kann der Ring aus jedem Material bestehen, das eine genügende
Verformbarkeit und entsprechende Saug- und Speichereigenschaften für Flüssig
keit hat. Weiterhin sollte das Material weitgehend abriebsfrei sein und aus lebens
mittelrechtlich unbedenklichem Material bestehen. Vorteilhaft besteht es aus einem
schwammartigen Schaumstoff oder aus Zellulose.
Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann der Ring von einer nach
obenhin geöffneten Manschette aus Gummi oder Kunststoff, die beispielsweise
ebenfalls in der Nut des Stempelschaftes angeordnet ist, zur Matrize hin und zur
Seite hin umschlossen sein. Diese Manschette bietet einen weiteren Schutz dafür,
daß das am Stempelschaft herunterlaufende Schmiermittel nicht in den Stempelbe
reich gerät. Die Kombination ist besonders vorteilhaft, da die Gummimanschette
aufgrund ihrer Dichtigkeit eine sichere Barriere bildet, während der schwammartige
Ring dafür sorgt, daß das herablaufende Öl wie durch einen Schwamm aufgesogen
wird. Das aufgesaugte Schmiermittel kann sich aber mit entsprechendem Pulver
nicht mehr vermengen, so daß hier die Bildung der "schwarzen Flecken" wirksam
verhindert wird.
Eine ähnliche Wirkung wie die Kombination des Rings mit der Gummimanschette
hat beispielsweise ein Schaumstoffring, dessen Rand und Boden vergleichsweise
dichter und steifer ausgebildet ist. Ein derartiger Rand und Boden kann beispiels
weise dadurch gebildet werden, daß der Schaumstoffring in den entsprechenden
Bereichen einer Wärmebehandlung unterzogen wird. Es kann aber auch ein Rand
und Boden aus Fremdmaterialien gebildet sein. Gegebenenfalls kann auch nur der
Rand bzw. nur der Boden entsprechend dichter ausgeführt sein als der Rest des
Ringes. Der Ring kann in seinem äußeren Querschnitt rund ausgebildet sein, er
kann aber auch eine mehreckige Außenumrandung im Querschnitt gesehen auf
weisen, die beispielsweise viereckig bis sechzehneckig ausgebildet sein kann.
Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Stempel
schaft des Oberstempels in einer Führungsplatte gelagert, wobei eine Dichtlippe
am Austrittsbereich der Führungsplatte derart angeordnet ist, daß sie den Stempel
schaft umschließt. Der Ring am Stempelschaft des Oberstempels ist derart ange
ordnet, daß er am höchsten Punkt der Aufwärtsbewegung des Stempelschaftes des
Oberstempels in die Dichtlippe hineindrückbar ist und dadurch leicht verformbar ist.
Dadurch kann der Ring das im Dichtlippenbereich austretende Schmiermittel gleich
auffangen und somit unmittelbar die Verbindung des Schmiermittels mit den Staub
partikeln verhindern.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: Eine perspektivische Darstellung eines Rings zum Einsatz in eine
erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten oder
Preßlingen,
Fig. 2: eine Seitenansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Vorrich
tung und
Fig. 3: eine weitere teilweise geschnittene Seitenansicht eines Teils einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In Fig. 2 ist schematisch ein Stempelschaft 10 eines Oberstempels 12 einer kon
ventionellen Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten oder Preßlingen (hier nicht
näher dargestellt) gezeigt. Im Bereich des Stempelschafts 10 ist eine hier nicht nä
her dargestellte Nut ausgenommen, in welcher ein Ring 14 aus Schaumstoff einge
paßt ist. Dieser Schaumstoffring, der in Fig. 1 gesondert dargestellt ist, weist mittig
eine kreisrunde Ausstanzung 16 auf. Die Ausstanzung 16 weist einen geringfügig
geringeren Durchmesser als das Außenmaß der hier nicht näher dargestellten Nut
des Stempelschaftes 10 auf, so daß sich aufgrund der Elastizität des Schaum
stoffrings 14 ein fester Sitz in der Nut des Stempelschaftes 10 ergibt.
In Fig. 3 ist schematisch dargestellt, wie der Stempelschaft 10 des Oberstempels in
einer Führungsplatte 18 gelagert ist. Der Stempelschaft 10 ist in hier nicht näher
dargestellter Art und Weise mit einem Schmiermittel geschmiert, so daß eine ein
wandfreie Verschieblichkeit in Doppelpfeilrichtung a gewährleistet ist. Am Austritts
bereich des Stempelschaftes 10 aus der Führungsplatte 18 ist eine den Stempel
schaft 10 umschließende Dichtlippe 20 angeordnet, die bereits weitgehend ein
Austreten von Schmiermittel verhindert. Allerdings kann der sich aufgrund der Auf-
und Abwärtsbewegung bildende Schmiermittelfilm durch die Dichtlippe 20 nicht
vollständig beseitigt werden. Hierzu dient der schwammartige flexible Ring 14, der
im oberen Totpunkt der Aufwärtsbewegung des Stempels 12 in der in Fig. 3 darge
stellten Position liegt. In dieser Position drückt sich die Dichtlippe 20 in den flexiblen
Ring 14 ein, so daß das im Spaltbereich aus diesem Stempelschaft 10 und Dicht
lippe 20 austretende Schmiermittel gleich durch den schwammartigen Ring 14 auf
gesogen wird.
Hierdurch kann das Entstehen eines unerwünschten Schmiermittelfilms auf der
freien Oberfläche des Stempelschafts wirksam verhindert werden, so daß auch die
Gefahr gebannt ist, daß sich auf der Oberfläche des Stempelschafts ablagernder
Staub mit dem Schmiermittelfilm verbindet und beim Herabfallen von der Schafto
berfläche in das zu pressende Füllgut gelangt.
Die flexiblen schwammartigen Ringe 14 sind nach Aufsaugen einer bestimmten
Ölmenge leicht gegen neue Ringe 14 austauschbar.
Claims (9)
1. Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten oder Preßlingen mit mindestens
jeweils zwei im Verhältnis zueinander beweglichen und vertikal ausgerichteten
Preßstempeln, nämlich einem Oberstempel mit rundumlaufender Nut und ei
nem Unterstempel, und mindestens einer mit diesen zusammenwirkenden
Matrize, wobei am Stempelschaft des Oberstempels ein verformbarer Ring
angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ring aus einem Flüssigkeit aufsaugenden und speichernden Material
besteht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ring aus
Schaumstoff besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ring aus
Zellulose besteht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ring von einer an sich bekannten nach oben hin geöffneten Manschette
aus Gummi oder Kunststoff umschlossen ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Stempelschaft des Oberstempels in einer Führungsplatte
gelagert ist, daß eine Dichtlippe am Austrittsbereich der Führungsplatte derart
angeordnet ist, daß sie den Stempelschaft umschließt und daß der Ring am
Stempelschaft des Oberstempels derart angeordnet ist, daß er am höchsten
Punkt der Aufwärtsbewegung des Stempelschafts des Oberstempels in die
Dichtlippen hineindrückbar und dadurch leicht verformbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ring einen kreisrunden Außenquerschnitt aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ring einen mehreckigen Außenumfang, vorzugsweise einen viereckigen
bis sechzehneckigen Außenumfang aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ring einen äußeren Rand und/oder Boden aufweist, der verglichen mit
dem übrigen Bereich des Rings dichter und steifer ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Rand
und/oder Boden des Ringes aus einem anderen Material gebildet ist als der
Ring.
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|---|---|---|---|
| DE19700625A DE19700625C2 (de) | 1996-01-30 | 1997-01-10 | Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten |
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| DE29610503U DE29610503U1 (de) | 1996-01-30 | 1996-06-14 | Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19700625A1 DE19700625A1 (de) | 1997-07-31 |
| DE19700625C2 true DE19700625C2 (de) | 1998-10-29 |
Family
ID=26058594
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19700625A Expired - Lifetime DE19700625C2 (de) | 1996-01-30 | 1997-01-10 | Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19700625C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1354696A2 (de) | 2002-03-22 | 2003-10-22 | Wolfram Minke | Tablettenmaschine |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2462102B2 (de) * | 1974-05-21 | 1976-12-23 | Ausscheidung aus: 24 24 655 Kilian & Co GmbH, 5000 Köln | Rundlauftablettenpresse |
| DE3049597C2 (de) * | 1980-12-31 | 1982-10-28 | Kilian & Co GmbH, 5000 Köln | Tablettenpresse |
-
1997
- 1997-01-10 DE DE19700625A patent/DE19700625C2/de not_active Expired - Lifetime
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| DE2462102B2 (de) * | 1974-05-21 | 1976-12-23 | Ausscheidung aus: 24 24 655 Kilian & Co GmbH, 5000 Köln | Rundlauftablettenpresse |
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| DE10212949C1 (de) * | 2002-03-22 | 2003-11-20 | Wolfram Minke | Tablettenmaschine |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19700625A1 (de) | 1997-07-31 |
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