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DE19700535C1 - Verwendung eines physiologisch aktiven Polypeptids - Google Patents

Verwendung eines physiologisch aktiven Polypeptids

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DE19700535C1
DE19700535C1 DE19700535A DE19700535A DE19700535C1 DE 19700535 C1 DE19700535 C1 DE 19700535C1 DE 19700535 A DE19700535 A DE 19700535A DE 19700535 A DE19700535 A DE 19700535A DE 19700535 C1 DE19700535 C1 DE 19700535C1
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DE
Germany
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hepatitis
treatment
polypeptide
patients
liver disease
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DE19700535A
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English (en)
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Zachari Prof Krastev
Juergen Dr Kuhlmey
Martin Hartleb
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HORFERVIT PHARMA GmbH
Original Assignee
HORFERVIT PHARMA GmbH
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells

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  • Veterinary Medicine (AREA)
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Description

Die Erfindung betrifft die Verwendung eines physiologisch aktiven Polypeptids.
Erkrankungen der Leber beschäftigen bereits seit sehr lan­ ger Zeit die Heilkundigen der verschiedensten Kulturkrei­ se. Zu vielfältig sind die verschiedenen Ausprägungen der Erkrankungen dieser unpaaren exokrinen Drüse mit ihren vielseitigen Stoffwechselfunktionen und ebenso deren Ursa­ chen. Aus diesem großen Formenkreis der Lebererkrankungen tritt besonders Hepatitis mit ihren mannigfaltigen Ausprä­ gungen hervor. Auch heute ist ein vollständiges Verständ­ nis der verschiedenen Ursachen dieser Erkrankungen nicht vorhanden, wie erst wieder in jüngster Vergangenheit mit der Entdeckung des Hepatitis-C-Virus (HCV) gezeigt wurde, das für ca. 70 bis 80% der Non-A-Non-B-Hepatiden verant­ wortlich zu sein scheint. Ein besonders gut untersuchter Erreger von Hepatitis, genauer Serumhepatitis oder Virus­ hepatitis B, ist das Hepatitis-B-Virus (HBV).
Die derzeitigen Strategien bezüglich der Behandlung von Hepatitis B und C beruhen entweder auf der Verwendung an­ tiviraler Agenzien, wie beispielsweise α-Interferon (α- IFN) und Nukleotidanaloga, oder immunmodulatorischer Agenzien. Die Notwendigkeit der Behandlung ergibt sich besonders mit Blick auf die Tatsache, daß sich bei 10 bis 20% der Patienten mit Hepatitis B eine nach etwa 20 Jah­ ren zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führende chronische Erkrankung einstellt. Bei Hepatitis C-Patienten beträgt dieser Anteil etwa 50 bis 60%, wobei insoweit die thera­ peutische Prognose noch schlechter als im Falle von Hepa­ titis B ist.
Die Wirkung von Nukleotidanaloga besteht lediglich in ei­ nem temporären Block betreffend die Replikation der Viren, wobei nach Absetzen der Behandlung die Replikation wieder erneut auftritt. Dabei ist die Toxizität derartiger Ver­ bindungen hoch und kann unter Umständen verheerend wirken.
Ein weiteres Mittel ist Levamisol, von dem gezeigt werden konnte, daß es bei Kindern mit chronischer HBV-Infektion nach 6- bis 18-monatiger Behandlung Serokonversion hin zu Antikörpern gegen Hepatitis-B-Kernantigenen (anti-HBeAg) bewirkt. Bei Erwachsenen zeigten Kontrollversuche, daß eine verbesserte Rate hinsichtlich des Fehlens von Hepati­ tis-Be-Kernantigenen und Hepatitis-B-Virus-DNA (HBV-DNA), der Clearance von HBcAg (Hepatitis-B-Kernantigen) von der Leber, Normalisierung der Aminotransferase-Aktivitäten und ein verbesserter histologischer hepatischer Befund in man­ chen Fällen erreicht werden kann. Trotz dieser Vorteile sind die mit Levamisol erreichbaren Resultate in keinster Weise befriedigend.
Versuche, die Wirkungen von Levamisol durch Kombination desselben mit rekombinantem IFN zu verbessern, waren nicht erfolgreich.
Ebenfalls ohne Erfolg ist eine Behandlung von chronischer Hepatitis B bestehend aus der kombinierten Verabreicherung von Thymopentin und IL-2.
Die Verabreichung von α-IFN erlaubt zwar prinzipiell eine wirksame Behandlung, jedoch ist der Anteil der auf diesen Wirkstoff ansprechenden Patienten mit rund 30 bis 40% zu niedrig, um eine tatsächlich wirksame, in die Breite des Patientenkreises reichende Behandlung zu erlauben. Beson­ ders für diese Patienten sowie solche mit Rezidiv und sol­ che mit Leberzirrhose bedarf es alternativer Mittel zur Behandlung. Darüber hinaus tritt bei einer auf α-IFN ba­ sierenden Therapie nach Abschluß derselben in einer nicht unerheblichen Zahl von Fällen die Krankheit erneut auf. Weitere aus der Verabreichung von α-IFN resultierende Pro­ bleme sind in dessen Nebenwirkungsspektrum, und hier ins­ besondere in Form von Gewichtsverlust und verändertem Ap­ petit, begründet.
Ähnliches gilt für die Therapie von Hepatitis C. Auch hier erfolgt die Therapie unter Verwendung von α-IFN, wobei die oben geschilderten Probleme hinsichtlich der Anzahl der Patienten, die auf diese Therapie nicht ansprechen, ähn­ lich gelagert sind. Auch die derzeit angewandte Kombina­ tionstherapie bestehend in der Verabreichung von α-IFN und Ribavirin stellt letztendlich keine geeignete Therapie dar.
Aus der DE-PS 6 17 566 ist ein Verfahren zur Herstellung eines physiologisch aktiven Peptids bekannt, wobei reticulo-en­ dothelialreiche Organe von Säugetieren bei einer Tempera­ tur von mehr als 45°C einer vollständigen enzymatischen Proteolyse unterworfen werden, dann das Reaktionsgemisch von unlöslichen Bestandteilen getrennt und daraufhin das Polypeptid durch eine Polypeptidabtrennungsmethode abge­ trennt wird.
DE 31 51 979 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen eines cholesterinspiegelsenkenden Polypeptids aus reticu­ lo-endothelreichen Organen von Säugetieren, wobei reticu­ lo-endothelreiche Organe von Säugetieren in an sich be­ kannter Weise bei einer Temperatur von nicht höher als 50°C einer vollständigen enzymatischen Proteolyse unter­ worfen werden und anschließend ein mechanisches Abtrennen der Feststoffe und Einengen und Lyophilisieren der Proteo­ lyse-Lösung erfolgt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mittel zur Behandlung von Lebererkrankungen zur Verfügung zu stellen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch die Ver­ wendung gemäß Anspruch 1.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteran­ sprüchen.
Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß sich ein aus der DE-PS 16 17 566 und der DE 31 51 979 A1 bekanntes physiologisch aktives Peptid im Sinne einer weiteren Indikation zur Behandlung von Lebererkrankungen eignet. Klinische Untersuchungen haben erwiesen, daß durch Verwendung des besagten physiologisch aktiven Polypeptids eine Behandlung der Lebererkrankung möglich war. Besonders bei der Behandlung infektiöser Lebererkrankungen wie Hepa­ titis C und Hepatitis B konnte eine Verringerung der ent­ sprechenden viralen Nukleinsäuren sowie spezifischer Sur­ rogatmarker in Form von Leberenzymen nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde unter dem Einfluß des besagten phy­ siologisch aktiven Polypeptids eine Zunahme von Appetit und Körpergewicht festgestellte was ein großer therapeuti­ scher Erfolg ist.
Ganz besonders überraschte dabei die Tatsache, daß die un­ ter Verwendung des physiologisch aktiven Polypeptids er­ folgende Behandlung auch bei solchen Patienten ansprach, die ansonsten auf das bei derartigen Erkrankungen - zumin­ dest versuchsweise - verwendete Interferon, typischerweise α-Interferon, mit keiner Verbesserung der genannten dia­ gnostischen Marker bzw. allgemeinen Symptome wie Appetit und Körpergewicht reagierten.
Gleiches gilt auch für die Patientengruppe, die unter Le­ berzirrhose leidet.
Mit der hierin beschriebenen Verwendung wird auch die Be­ reitstellung eines Arzneimittels möglich, um solche Pa­ tienten zu behandeln, bei denen eine Behandlung auf der Basis von Interferon, und insbesondere α-Interferon, kon­ traindiziert ist.
Zur näheren Erläuterung des Verfahrens zur Herstellung des erfindungsgemäß verwendeten bzw. zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von Lebererkrankungen verwen­ deten physiologisch aktiven Polypeptids wird auf die ge­ nannten Druckschriften, nämlich DE-PS 16 17 566 und DE 31 51 979 A1 verwiesen, die insoweit ausdrücklich zur Ergän­ zung des Erfindungsgedankens herangezogen werden. In bei­ den Druckschriften ist im Sinne einer ersten Indikation die Verwendung des physiologisch aktiven Polypeptids zum Senken des Cholesterinspiegels im menschlichen Blut be­ schrieben.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Beschreibung klinischer Versuchsreihen im einzelnen näher erläutert. Es ist noch darauf hinzuweisen, daß bei Verwendung eines phy­ siologisch aktiven Polypeptids, wobei dieses ausschließ­ lich aus Milz gewonnen wurde, sich dieses ganz besonders vorteilhaft erwiesen hat.
Klinische Studien betreffend die Verwendung von Polyerga® zur Behandlung von chronischer Hepatitis B
Die Studie umfaßte 10 Patienten, die die folgenden Krite­ rien erfüllten: Chronische Hepatitis-B-Infektion, histolo­ gisch bewiesene Diagnose chronischer Hepatitis mit oder ohne Zirrhose, Alter zwischen 17 und 65 Jahren, Hepatitis- B-Oberflächenantigen (HBsAg)-positiv seit mehr als einem Jahr, HIV- und HDV-negativ und keine zusätzlichen chroni­ schen Erkrankungen anderer Organsysteme. Gleichzeitig wa­ ren folgende Ausschlußkriterien definiert worden: Parallel einhergehende schwere Erkrankung, nicht kompensierte Zirr­ hose oder hepatozelluläres Karzinom, übermäßiger Alkohol­ genuß, Behandlung mit immunsuppressiven Agenzien oder IFN in den vorhergehenden sechs Monaten. Eine weitergehende Charakterisierung der an der Studie beteiligten Patienten findet sich in Tabelle 1.
TABELLE 1
Vor Aufnahme der Studien wurden die Patienten untersucht und klinisch bewertet. Blut wurde entnommen und bei -20°C bis zur Analyse gelagert. Neben serologischen Markern wie Hepatitis-B-Virus-DNA (HBV-DNA), Hepatitis-Be-Kernantigen (HBeAg), Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg) sowie An­ tikörpern gegen HIV und HCV wurden die Leberwerte betref­ fend Alanin-Aminotransferase (ALT), Blutbild, Blutplätt­ chen, Prothrombin, Gesamtbilirubin, alkalische Phosphata­ se, Aspartat-Aminotransferase (AST), γ-Glutamil-Transpep­ tidase (γ-GTP), Glucose, Gesamtprotein, Albumin, Kreati­ nin, Elektrolyte (Na⁺, K⁺, Cl⁻) bestimmt und eine Urinanalyse durchgeführt.
Die klinische Bewertung betraf Müdigkeit, Appetitverlust, Leberkonsistenz und Schmerz im rechten oberen Quadranten.
Eine klinische Untersuchung und die Bestimmung der Labor­ parameter wurde anfangs und danach in sechswöchigen Inter­ vallen vorgenommen. Die viralen Marker wurden unter Ver­ wendung kommerzieller Enzymimmunoassays bestimmt. HBV-DNA wurde nachgewiesen unter Verwendung einer semi-quantitati­ ven, nicht-radioaktiven Dot-Blot-Hybridisierung mit Digo­ xigenin-markierter vollständiger HBV-DNA (Naoumov, N. V.; Journal of Hepatology (1991) 12: 382-385). HBcAg im Leber­ gewebe wurde nachgewiesen unter Verwendung von polyklona­ lem Kaninchen-anti-HBcAg als ersten Antikörper und bioti­ nyliertem Ziegen-anti-Kaninchen als zweiten Antikörper. Die spezifische Reaktion wird durch Standard-HBc-HRPO (DA­ KO) entwickelt, wie beschrieben von Naoumov (Naoumov, N.V.; Gastroenterology (1990) 99 (3): 793-8).
Die Patienten erhielten Polyerga®, hergestellt von der Fir­ ma HorFerVit Pharma, als subkutane Injektionen dreimal pro Woche und drei Tabletten pro Tag über einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Gesamtdauer der Behandlung betrug 24 Wochen. Die Ergebnisse wurden unter Verwendung des gekop­ pelten t-Tests, Wilcoxon Matched Pairs-Test und Sign-Test bewertet.
Bei den in die Studie aufgenommenen Patienten wurden keine Antikörper gegen Hepatitis-D-Virus (HDV) gefunden und ebensowenig Hepatitis-D-Virus-Antigen im Lebergewebe. Dar­ über hinaus hatte keiner der Patienten HIV- oder HCV-Anti­ körper.
Die Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 2 zusammengefaßt und können wie folgt kommentiert werden:
Sechs der zehn Patienten waren HBeAg-positiv und vier HBeAg-negativ. Während der Therapie wurde weder ein Ver­ schwinden noch ein erneutes Auftauchen von HBeAg beobach­ tet.
Betrachtet man die Aktivität der Alanin-Aminotransferase (ALT) im Serum, so zeigt sich, daß am Ende der Behand­ lungsperiode eine signifikante Reduktion zu beobachten war, nämlich von einem ALT-Titer von 87,2 ± 55,4 auf 62,6 ± 41,9.
Hinsichtlich des Nachweises von HBV-DNA wurde der Effekt von Polyerga® statistisch signifikant für den Fall, daß Patient Nr. 8, der einen extremen Anstieg an HBV-DNA auf­ wies, aus der statistischen Analyse herausgenommen wurde. Dann ergab sich ein Gehalt an HBV-DNA, ausgedrückt in pg/ml vor der Behandlung von 267,2 ± 192,8 und von 173,3 ± 186,5 nach der Behandlung. Bezogen auf Absolutwerte konnte am Ende der Behandlung bei drei Patienten HBV-DNA im Serum nicht mehr nachgewiesen werden, wobei die Nachweisgrenze des verwendeten Testsystems bei 5 pg/ml lag.
Betreffend den ALT-Titer konnte festgestellt werden, daß innerhalb des ersten Monats nach Polyerga®-Applikation bei 50% der Patienten ein vorübergehender Anstieg der Serum- ALT beobachtet wurde, die im Wilcoxon-Test mit einer Wahr­ scheinlichkeit von P = 0,043 statistisch signifikant war. Unterscheidet man bezüglich Patienten, die HBeAg-positiv sind und solchen, die HBeAg-negativ sind, so ergibt sich, daß bei der erstgenannten Gruppe sich kein signifikanter Unterschied einstellte, wohl jedoch in der letztgenannten Gruppe. Betrachtet man die Gruppe der Patienten mit einem geringen Gehalt an HBV-DNA vor der Behandlung, d. h. unter­ halb 250 pg/ml, und jener Gruppe mit HBV-DNA < 250 pg/ml, so stellt man auch dabei fest, daß in der erstgenannten Gruppe die Verringerung des ALT-Niveaus unter Zugrundele­ gung aller in dieser Studie verwendeten statistischen Tests signifikant war, im Unterschied zur zweiten, einen hohen HBV-DNA-Gehalt aufweisenden Gruppe.
Bei keinem der an der Studien beteiligten Patienten wurden größere Veränderungen in den sonstigen hämatologischen und biochemischen Tests beobachtet. Darüber hinaus wurden kei­ ne ernsthaften Nebenwirkungen während der Anwendung von Polyerga® mit Ausnahme einer milden Reizung an der Injek­ tionsstelle beobachtet.
Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch Patient Nr. 8, bei dem ein extremer Anstieg der HBV-Repli­ kation beobachtet wurde. Es ist davon auszugehen, daß sich dieser Patient in der frühen Immuntoleranzphase befand, wobei mehr als 90% der Hepatozyten mit HBcAg beladen sind und ein hoher Gehalt an HBV-DNA im Serum auftritt. Ähnlich Patienten 8 wurde auch bei Patient 5 ein Anstieg des HBV- DNA-Titers im Verlauf der Studie beobachtet bei einer deutlichen Verringerung des ALT-Titers. Aus dieser Verrin­ gerung des ALT-Gehaltes ergibt sich, daß Polyerga® auch in den Fällen zur Behandlung chronischer Hepatitis B geeignet ist, in denen die Anwendung einer auf α-IFN basierenden Therapie keine Wirkung hat.
Aus der vorgenannten Studie wird ersichtlich, daß selbst unter den erschwerenden Bedingungen einer vorhandenen Le­ berzirrhose das physiologisch aktive Polypeptid, speziell Polyerga®, erfolgreich zur Behandlung von Hepatitis B ver­ wendet werden kann.
TABELLE 2
Zur Verdeutlichung der in Tabelle 2 aufgelisteten Ergeb­ nisse der klinischen Studie wird auf Fig. 1 verwiesen, die den Verlauf des HBV-DNA-Gehaltes im Serum der Patienten während der Behandlung mit Polyerga® aufzeigt.
Klinische Versuche betreffend die Verwendung von Polyerga® zur Behandlung von Hepatitis C
Es wurden erste klinische Versuche an Patienten durchge­ führt, die an Hepatitis C erkrankt waren. Auch hier wurde nach Verabreichung von Polyerga® gemäß dem in der oben an­ geführten klinischen Studie betreffend die Behandlung von chronischer Hepatitis B aufgezeigten Applikationsschema eine Verbesserung des Gesundheitszustandes beobachtet. Diese Verbesserung des Gesundheitszustandes bestand zum einen in der Verringerung des Gehaltes an HBC-RNA im Serum und zum anderen in einer Verringerung des ALT-Gehaltes im Serum. Darüber hinaus wurde analog zu der oben zitierten klinischen Studie bei den Patienten eine allgemeine Stei­ gerung der Leberfunktion beobachtet, die wahrscheinlich die Ursache für die ebenfalls beobachtete Zunahme von Ap­ petit und Körpergewicht darstellt.

Claims (6)

1. Verwendung eines physiologisch aktiven Polypeptids, hergestellt durch unvollständige enzymatische Proteolyse reticulo-endothelialreicher Organe von Säugetieren bei einer Temperatur von nicht mehr als 45°C, Abtrennen der unlöslichen Bestandteile, Einengung und Lyophilisation der Proteolyselösung, zur Behandlung von Lebererkrankungen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lebererkrankung eine infektiöse Lebererkrankung ist.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­ net, daß die Lebererkrankung Hepatitis C ist.
4. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­ net, daß die Lebererkrankung Hepatitis B ist.
5. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Lebererkrankung chronische Hepatitis B ist.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lebererkrankung Leberzirrhose dar­ stellt.
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