DE19654501C1 - Verfahren zur Roheisenentschwefelung - Google Patents
Verfahren zur RoheisenentschwefelungInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21C—PROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
- C21C1/00—Refining of pig-iron; Cast iron
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- Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von zur Weiterverarbeitung zu
Stahl in Sauerstoffaufblaskonvertern bestimmten Roheisenschmelzen gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Ein gattungsmäßiges Verfahren ist aus der DE 38 36 549 C1 bekannt. Bei diesem
Verfahren wird als Entschwefelungsschlacke die im Sauerstoffaufblasverfahren
anfallende Konverterschlacke zugesetzt. Die Konverterschlacke wird wahlweise in
flüssiger Form direkt aus dem Konverter in die zur Aufnahme des Roheisens
bestimmte Behandlungspfanne eingefüllt und anschließend das Roheisen auf die
Schlacke gegossen. Alternativ wird vorgeschlagen, die nach dem Abguss aus dem
Konverter erkaltete Konverterschlacke kleinstückig mit einer maximalen Stückgröße
von 50 mm aufzubereiten und in dieser Form dem Roheisen zuzugeben. Nachteilig
bei dem bekannten Verfahren ist die geringe Sulfidkapazität der eingesetzten
Konverterschlacke, so daß der Anteil zusätzlicher teurer Entschwefelungsreagenzien
weiterhin sehr hoch ist.
In dem DE 88 16 829.8 U1 wird als Mittel zur Entschwefelung von
Roheisenschmelzen ein Gemisch von Calziumcarbid und Magnesium angegeben. Um
eine gute Dosierbarkeit bei der Injektion zu gewährleisten und um eine Entmischung
auch beim längeren Stehen und beim Transport zu verhindern, wird vorgeschlagen,
daß das Schüttgewicht und die Korngröße beider Komponenten im selben Bereich
liegen. In einer bevorzugten Ausführungsform sind beide Komponenten mit einer
öligen Flüssigkeit beschichtet. Dadurch ist die Möglichkeit der Entmischung noch
geringer und die Dosierbarkeit damit noch präziser möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Entschwefelung von Roheisen
anzugeben, bei dem der Anteil der üblichen teuren Entschwefelungsreagenzien wie
Kalziumcarbid und Magnesium signifikant reduziert und die Menge der
abzusetzenden und zu entsorgenden Schlackenmenge verringert wird.
Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1
angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Bestandteil von
Unteransprüchen.
Im Unterschied zum bekannten Stand der Technik wird keine Konverterschlacke,
sondern eine in der Sekundärmetallurgie anfallende Schlacke, z. B.
Giesspfannenschlacke oder Calciumcarbid mit Magnesium oder Schlacke zusammen
mit Calciumcarbid und Magnesium als Feststoffgemisch in gemahlener Form
eingesetzt. Durch die vorgeschaltete Mahlung werden die Entschwefelungsreagenzien
pneumatisch förderbar und verbessern die Entschwefelungsbedingungen, da durch die
kleine Korngröße die spezifische Oberfläche vergrößert wird. Dabei liegt die Korngröße
für alle verwendeten Reagenzien unter 1 mm, wobei der Durchschnitt für
Kalziumcarbid 0,03 mm, für Magnesium 0,5 mm und für die Schlacke 0,7 mm beträgt.
Der Vorteil der Verwendung dieser Schlacke ist darin zu sehen, daß sie eine Basizität
von mindestens 4 und geringe Eisengehalte im Bereich von 4-6 Gewichtsprozent und
Phosphorgehalte ≦ 0,4 Gewichtsprozent aufweist. Da die Gießpfannenschlacke im
Regelfall noch eine durchschnittliche relative Feuchtigkeit von 8% aufweist, wird diese
z. B. einer Mahltrocknung unterzogen, um ein Verbacken in der Tauchlanze zu
vermeiden. Die so aufbereitete sekundärmetallurgische Schlacke ist geeignet,
wahlweise über eine Tauchlanze direkt in die Roheisenbehandlungs-, Hochofenpfanne
oder in die Roheisenrinne eingebracht zu werden.
Durch den Einsatz einer Gießpfannenschlacke als Entschwefelungsreagens werden
die Kosten für den Prozeß der Roheisenentschwefelung reduziert. Gleichzeitig wird die
Menge der abzusetzenden und zu entsorgenden Schlackenmenge verringert, was sich
wiederum kostengünstig auswirkt.
Anhand eines Beispieles wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert.
200 t Roheisen mit einem S-Gehalt von 500 ppm werden in eine Behandlungspfanne
gefüllt. Durch Einblasen von 100% gemahlener Gießpfannenschlacke (20 kg/t
Roheisen) wird der Schwefelgehalt im Roheisen innerhalb von 15 min. auf Gehalte
< 200 ppm abgesenkt. Die weitere Entschwefelung erfolgt unter Zugabe von
Calciumcarbid und Magnesium.
Claims (6)
1. Verfahren zur Entschwefelung von zur Weiterverarbeitung zu Stahl in
Sauerstoffaufblaskonvertern bestimmten Roheisenschmelzen, bei dem die in
eine Pfanne abgegossene Schmelze mit einer festen calciumoxidhaltigen im
Stahlherstellungsprozeß anfallenden Schlacke sowie mit anderen
Entschwefelungsreagenzien in engen Kontakt gebracht wird, wobei die
Schlacke vor ihrem Einsatz kleinstückig aufbereitet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Schlacke die in der Sekundärmetallurgie anfallende Schlacke mit einer
Basizität von min. 4 und geringen Eisengehalten im Bereich von 4-6
Gewichtsprozent und Phosphorgehalten im Bereich ≦ 0,4 Gewichtsprozent in
gemahlener Form allein oder die in der Sekundärmetallurgie anfallende
Schlacke zusammen mit Calciumcarbid und Magnesium als Feststoffgemisch
in gemahlener Form eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Korngröße der Entschwefelungsreagenzien unter 1 mm liegt, wobei
der Durchschnitt für Kalziumcarbid auf 0,3 mm, für Magnesium auf 0,5 mm und für die
Schlacke auf 0,7 mm eingestellt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke einer trocknenden Aufbereitung unterzogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entschwefelungsreagenzien unter Überdruck in die Schmelze
eingeblasen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entschwefelungsreagenzien auf direktem Weg in die Roheisen-
Hochofenpfanne oder Roheisenrinne eingetragen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke für eine Vorentschwefelung des Roheisens verwendet wird
und die weitere Entschwefelung unter Zugabe von Calciumcarbid und
Magnesium erfolgt.
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