DE19653633A1 - Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise für vorzugsweise Niedrigenergiebauten mit vollständiger zerstörungsfreier Rückbaufähigkeit - Google Patents
Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise für vorzugsweise Niedrigenergiebauten mit vollständiger zerstörungsfreier RückbaufähigkeitInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine die verschiedenen Funktionen des Baukörpers vor
wohnungs- und Gewerbebauten integrierende Niedrigenergie- Bauweise, ge
stützt auf tragende Elemente aus homogenisiertem Holz, mit maximierter Vor
fertigung und vollständiger Rückbaufähigkeit nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Trotz des allgemein hohen Stellenwertes neuer Technologien in einem Indu
striestaat wie der Bundesrepublik Deutschland dominieren im Wohnungs- und
Gewerbebau weitgehend traditionelle Konstruktions- und Arbeitsweisen, be
stenfalls zaghafte Weiterentwicklungen. Alle neuen Ansätze, auch die In
itiativen staatlicher Stellen, bleiben zu stark der eingeführten Technik
verhaftet und lassen nicht den veränderten energetischen Anforderungen in
engster Verbindung mit den wirtschaftlichen Kriterien entsprechende neue
und systemtechnisch durchdachte Lösungen erkennen.
Die Wärmedämmung, die der Steinbau nur als kostspielige Zusatzmaßnahme und
der gängige Holzständerbau nur in Grenzen in den Baukörper integrieren
kann, ist eine der aus volks- und betriebswirtschaftlichen Gründen heute am
deutlichsten propagierte Anforderung. Für technisch-physikalische und sy
stemtechnisch vernünftige Lösungen, die also Statik und Wärmedämmung nicht
sequentiell betrachten, stehen im Ausland entwickelte Konstruktionselemente
und Halbzeuge zur Verfügung, deren Einsatzpotential hier noch kaum bekannt
ist.
Noch völlig unbefriedigend ist der Stand der Technik hinsichtlich der Modi
fikationsfähigkeit von Bauten, um der Dynamik der Familienstruktur und der
Raumnutzung Rechnung zu tragen; bis hin zum kompletten zerstörungsfreien
Rückbau, nämlich dem mobilen Eigenheim.
Der traditionelle Holzrahmen- und -ständerbau, die Tafelbauweise, aber auch
der Fertighausbau, Anfänge des elementierten Bauens, können ein den Bau
herrn befriedigendes Preis-/Leistungsverhältnis nur in den seltensten Fäl
len erreichen. Berechtigte individuelle Wünsche, eine unterentwickelte Lo
gistik der Bauabwicklung und eine rückläufige Handwerkerqualifikation erhö
hen Kosten und Zeitbedarf.
Das ökologisch attraktive Baumaterial Holz findet in zunehmender Weise Ver
wendung. Den verschiedensten Systemen des Holzrahmen- und -ständerbaus und
der Tafelbauweise haftet jedoch der Nachteil an, daß mit Bauteilen aus na
türlichem Holz keine für eine zeitsparende Endmontage notwendige geometri
sche Präzision der Bauteile erreicht werden kann. Somit werden noch immer
erhebliche Handwerkerstunden auf der Baustelle erforderlich. Daß eine abso
lute Winddichtigkeit langzeitlich nicht zu erreichen ist, ist offensicht
lich. Ursache des sequentiellen Abarbeitens der Aufgaben der verschiedenen
Gewerke auf der Baustelle ist das nach dem Stand der Technik unterentwic
kelte integrale Baukonzept, bzw. das Fehlen des technisch-wirtschaftlich
denkenden Systemingenieurs.
Damit sind offensichtlich und allein wegen des fehlenden Know how Transfer
aus anderen Branchen die Entwicklungslinien, Arbeits- und Fertigungsmetho
den im Vorteil, die sich auf verfahrenstechnisch aufbereitete Materialien
kombinierbare und industriell gefertigte Komponenten und auf konsequentes
elementiertes Bauen stützen, zusammen mit einer Bauzeit- und mehrjährigen
Qualitätsgarantie.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine energetisch und wirtschaft
lich vorteilhafte Bauweise zu schaffen, sowohl für den ein- und mehrge
schossigen Wohnungs- als auch für den Gewerbebau und für Nebengebäude. Durch
Integration nahezu aller Funktionen (Statik, Wärme- und Schalldämmung,
Brandschutz, Lichteinlaß, Lüftung, elektrische und sanitäre Ausrüstung,
Heizung, Kommunikation) in industriell vorfabrizierte Bauelemente soll der
Zeitaufwand auf der Baustelle minimiert sowie die Modifikation der Raumauf
teilung und der Rückbau im Falle eines späteren Bedarfs ermöglicht werden.
Der erfindungsgemäßen Lösung der Aufgabe liegen eindeutige fertigungs- und
nutzerbezogene Systemspezifikationen zugrunde. Dazu zählen:
- - freiwählbarer Grundriß unter Beachtung eines minimierten Außenoberflä chen- zu Bauvolumenverhältnisses als wichtige Anforderung an den Gebäude typ Niedrigenergiehaus,
- - keine Einschränkung hinsichtlich Rastermaßen bei Bauteilen in jeglicher Anordnung unter Beachtung der Lieferabmessungen von Halbzeugen (Platten, Isolationsmaterial u. a.),
- - Minimierung der konstruktiven Vielfalt durch Einsatz von Wiederholteilen für tragende und nichttragende Wände, Decken- und Bodenelemente und Ver bindungen,
- - elementiertes Bauen hohen Integrationsgrades einschließlich Ausrüstung mit maßgenauer Verbindungstechnik,
- - Minimierung der Erd- und Fundamentierungsarbeiten,
- - möglichst monovalente und dezentrale Energieversorgung (Warmwasser, Hei zung).
Auf die Tatsache, daß diese Spezifikationen sich nicht auf das Bauen in der
mitteleuropäischen Klimazone beschränken, sondern sich mit geringfügigen
Ergänzungen für arktische, tropische und aride Regionen anpassen lassen,
wird gezielt hingewiesen.
In der Verwirklichung dieses systemtechnischen Ansatzes ergeben sich die
folgenden Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Bauweise.
Die tragenden Grundelemente sind für ein- und mehrgeschossige Bauten Doppel-
T-Träger und Tafeln hoher geometrischer Präzision aus homogenisiertem Holz
(Restfeuchte 8%) mit hervorragender Steifigkeit und im Falle der Träger mit
einer die Wärmeübertragung behindernden Stegdicke von z. B. 10 mm. Träger nur
weniger verschiedener Abmessungen werden durch Längs- und Querstellung in
der Richtung der Wandausdehnung für die tragenden Außen- und Innenwände und
für nicht tragende Innenwände eingesetzt. Das bevorzugte Rastermaß leitet
sich aus den Abmessungen der handelsüblichen, abdeckenden Tafeln und der
die Zwischenräume füllenden wärmedämmenden Materialien ab.
Die geometrische Ausbildung der Doppel-T-Träger mit einer Dicke des Ober-
und Unterflanschs von z. B. etwa 40 mm ermöglicht den Wandaufbau als vorteil
haftes Dreikammersystem. Auf der äußeren Vertafelung wird mittels einer
Auflattung der Hinterlüftungsraum geschaffen. Die Abdeckung nach außen läßt
alle Freiheiten der bekannten und künftigen Außenfrontgestaltungen zu. Die
mittlere Kammer bildet etwa in der Dicke der Steghöhe des tragenden Profils
die wesentliche Wärmedämmschicht. Die dritte Kammer, die Installationskam
mer, in der Dicke des zum Innenraum gerichteten Flanschs liefert neben der
Aufgabe einer weiteren thermischen Isolationsschicht Raum für alle Versor
gungsleitungen.
In das zu angepaßte Raster fügen sich maßgenau Fenster der verschiedenen
konstruktiven und thermischen Varianten ein. Der Blendrahmen trägt zur Aus
steifung der Wandkonstruktion bei.
Boden, Decke und Dach sind in nahezu gleicher Weise aufgebaut, wobei zu
sätzlicher Schallschutz nach Bedarf eingebracht werden kann.
Die Eck- und ggf. Längsverbindung von Wänden sowie die Horizontalverbindung
von Wand/Decke/Boden/Dach werden formschlüssig ausgeführt, z. B. durch in
eine breite Längsnut einzuführende, leicht konische Spurhölzer. Die ergän
zende kraftschlüssige Verbindung leisten vom Hausinneren zugängliche und/
oder auch nur während des Auf- und Abbaus bedienbare Verriegelungsmechanis
men. Beide, Form- und Kraftschuß, garantieren die Winddichtigkeit und die
Lösbarkeit, auch auf Grund der über die gesamte Lebensdauer unveränderli
chen Formstabilität aller Bauteile. Daß damit die Fähigkeit zur Änderung
der Raumnutzung und einfachen Reparatur bis hin zur vollständigen zerstö
rungsfreien Rückbaufähigkeit und somit Mobilität des gesamten Baukörpers
konstruktiv zerstörungsfrei realisiert wird, ist ein weiterer Vorteil der
beschriebenen Bauweise.
Isolationsqualität und Winddichtigkeit führen zu einer Wärmedurchgangszahl,
Wände, Boden und Dach einschließend, von unter k = 0,15 W/m2, K. Damit ist die
vorliegende Bauweise hinsichtlich des Energiebedarfs im unteren Bereich der
Niedrigenergiekonstruktionen anzusiedeln.
Als Fundament eignen sich Streifen- oder Punktfundamentbauarten, wenn in
wirtschaftlich sinnvoller Weise auf den Keller verzichtet wird, dessen zu
sätzliches Raumangebot funktional ohnehin vorteilhafter in den Baukörper
integriert wird. Der Erdgeschoßfußboden, ggf. auch die Kellerdecke mit
thermischer Isolation, sind damit Bestandteil der erfindungsgemäßen Bauwei
se. Ohne Keller ist mit dieser Ausführungsform der Baukörper von unten be
lüftet und die in Ansatz zu bringenden Windlasten vermindern sich.
Aus dem spezifischen Wärmebedarf des Niedrigenergiehauses resultieren, min
destens im Falle des Einfamilienhauses, die Zweckmäßigkeit einer monovalen
ten, nämlich ausschließlich elektrischen Energieversorgung. Im Einzelfall
sind die Einflüsse von Tarifstruktur, Wärmespeicherkapazität des Hauses und
der Inneneinrichtung, Luftwechsel und möglichem Energiemanagement zu unter
suchen. Gerichtet auf Energieverbrauch und Behaglichkeit ist die elektrisch
versorgte Niedertemperatur-Wandstrahlungsheizung eine bevorzugte Lösung
der Wärmeversorgung. Heizfolie, Stromversorgung, Busleitungen und Ansteue
rung lassen sich in konstruktiv einfacher Weise in der genannten Installa
tionskammer sowohl bei der Erstausrüstung als auch bei Nachrüstung anord
nen. Durch ergänzende Sicherheitsmaßnahmen wird den VDE-Richtlinien Rech
nung getragen.
Die systemtechnisch aufwendigere, wasserdurchflossene Röhrenanordnung er
laubt auch eine Teilklimatisierung, wenn in Ergänzung der Nutzung der Kühl
kapazität des nicht zu erwärmenden Brauchwassers ein Kaltwassersatz instal
liert wird.
Auch regenerative Energieversorgungstechniken (Photovoltaik, Solarthermik,
Erdwärme) lassen sich in das beschriebene Basissystem einkoppeln. Unter
Beibehaltung des konstruktiven Konzepts kann damit der Übergang zum Passi
vhaus problemlos realisiert werden.
Die Ausbildung der Wände, Decken und des Daches genügen den Anforderungen
des elementierten Bauens, nämlich der Maximierung der Wertschöpfung im Fa
brikationsraum und der verschnittfreien Endmontage auf der Baustelle. Die
zu transportierenden Einheiten, deren Abmessungen allein durch die Trans
portvorschriften gegeben sind, umfassen nicht nur die tragende Struktur und
Wärmedämmung, sondern auch Fenster, Elektro- und Sanitärinstallation u. a.
Damit haben alle Gewerke ihren wesentlichen Beitrag bei der Vorfertigung zu
leisten. Bei der Endmontage werden diese Fachkräfte nur zum Verbinden, An
schließen und Inbetriebnehmen benötigt.
Die relevanten DIN-, VDE-, Feuer- und Schallschutzvorschriften werden durch
die entsprechende Materialauswahl und die Konstruktion selbst eingehalten.
Schließlich wird im Hinblick auf eine ökologisch-wirtschaftliche Gesamtbi
lanz auf die vollständige problemlose Entsorgungsfähigkeit des Baukörpers
nach der beschriebenen Bauweise hingewiesen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung und konstruktive Einzelheiten sind in
den nachfolgenden Zeichnungen dargestellt, die unter Angabe weiterer Vor
teile beschrieben werden.
Es zeigen
Fig. 1 den Aufbau der Außenwand mit der rechtwinkligen Verbindung
zweier Außenwände im Horizontalschnitt,
Fig. 2 die Stoßstellen der Eckverbindung vor dem Zusammenfügen der
beiden Wände im Horizontalschnitt,
Fig. 3 einen Teil einer tragenden Innenwand und deren Verbindung
mit einer Außenwand im Horizontalschnitt,
Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch das Deckenauflager, die Decke
und die aufgesetzte Außenwand,
Fig. 5 die drei Bauteile nach Fig. 4 vor dem Zusammenfügen,
Fig. 6 das Versetzen zweier übereinander liegender Geschosse im
Vertikalschnitt,
Fig. 7 das Deckenauflager mit einer Obergeschoßdecke und zwei Au
ßenwandelementen im Vertikalschnitt.
Der Horizontalschnitt durch die Außenecke, an der die Außenwände 1 und 2
zusammenstoßen, Fig. 1, verdeutlicht den kastenförmigen Aufbau der Wand.
Die Wandstärke wird im wesentlichen durch die Steghöhe der Doppel-T-Pro
file 10 und 11 gebildet, die sich aus noch zu erläuternden Gründen in den
Flanschquerschnitten unterscheiden. Die nach außen gerichtete Wandseite
wird durch die dampfoffene Platte 12, die nach innen gerichtete Wandseite
durch die als Dampfsperre wirkende und luftdicht auf die Flanschunterseite
eingeklebten Plattenabschnitte 13 abgeschlossen. Mit diesem Aufbau entste
hen die Isolationskammern 3, das Mittelstück des Dreikammer-Wandaufbaus.
Die Hinterlüftungsräume 4 ergeben sich mit der Auflattung 14 und der aus
steifenden Platte 15, die auch die in Fig. 1 nicht dargestellte Außenhaut
aufnimmt, deren Ausführung (z. B. Putz, Ziegel-, Stein- oder Metallplatten,
Holzschalung) dem Bauherrn überlassen bleibt. Für die Bauteile Plattenab
schnitte 13, Auflattung 14 und Platten 15 wird vorzugsweise das gleiche Ma
terial gewählt, nämlich ein modifiziertes und homogenisiertes Holz, das
sich durch eine nahezu konstante Feuchte von etwa 8% auszeichnet.
Diese Materialeigenschaft, die auch die Träger 10 und 11 aufweisen, ist ei
ne der wesentlichen notwendigen Voraussetzungen für die Stabilität der mit
der industriellen Vorfertigung erreichten Maßgenauigkeit der Bauteile, auch
bei unterschiedlichen Umweltbedingungen (Lufttemperatur, Feuchte) während
der Fertigung, des Transports, evtl. der Lagerung und des Zusammenbaus.
Die sog. Installationskammer 5, die dritte des Dreikammeraufbaus, und deren
Tiefe, die sich aus der Stärke des Trägerflanschs ergibt, schließt die die In
nenwand des Raumes bildende Platte 17 ab. Hierfür kann, unter Aufrechter
haltung eines Beitrags zur Wandversteifung z. B. eine Holzverschalung, Gip
splatte oder ein Tapetenträger gewählt werden.
Dieser Wandaufbau, zusammengesetzt aus den Kammern Wärmedämmung 3, Hinter
lüftung 4 und der Installation 5, integriert insbesondere mittels der so
wohl nach statischen als auch nach thermischen Anforderungen dimensionier
ten Doppel-T-Träger die Funktionen Tragen, Dämmen und Dichten in einer
dauerhaft maßhaltigen Kastenkonstruktion. Daraus leitet sich ab, daß infol
ge der geklebten Verbindung der Träger 10 und 11 mit den Plattenabschnitten
13, und dies in entsprechender Weise durch die Verbindung mit Schwelle und
Rähm, die Installationskammer 5 gegen die Isolationskammer 3 vollständig
dicht ist. Somit kann das Problem einer luftzugbehafteten Verbindung der
Versorgungsleitungen (Stromversorgung, Signalleitungen, Heizung, Brauchwas
ser, Gas, Zentralstaubsauger) zwischen Innenraum und Isolationskammer nicht
auftreten.
Die in den meisten Fällen sinnvolle Wahl von Trägern mit verschiedenen
Flanschquerschnitten 10 bzw. 11 (bei gleicher Gesamthöhe) leitet sich aus
der Notwendigkeit einer erhöhten Steifigkeit ab, dort wo Fenster die durch
gehende Wand unterbrechen und mit dem Anschluß einer zweiten Wand eine Rau
mecke gebildet wird.
Die konstruktive Ausbildung der Ecke trägt neben der notwendigen Steifig
keit und Maßgenauigkeit der Anforderung Rechnung, daß gemäß dem Anspruch
eines wirtschaftlich zu bauenden und zu betreibenden Niedrigenergiehauses
auch hier der Isolationsquerschnitt ohne irgendwelche Wärmebrücken durch
gängig ausgeführt werden muß.
In Fig. 2 sind die mit Fig. 1 beschriebenen eckennahen Teile 1 und 2 der
Außenwände auseinandergezogen, bzw. in einer Anordnung vor dem Zusammenfü
gen dargestellt. Die Trennungslinie bzw. Stoßstelle verläuft zwischen den
Flanschen der Träger 10' und 10'' sowie 10''' und 11'. Die Stoß- oder Ver
bindungsflächen sind mit den Dichtbändern 20 belegt, bestehend aus unver
rottbarem Material. Der von der Außenwandverkleidung gebildete Vorsprung 21
der Wand 1 greift in den Versatz 22 der Außenwandverkleidung der Wand 2
ein, wobei diese Verbindungsstelle ebenfalls mit Dichtband 23 belegt ist.
Der Raum 24, Fig. 1, der an der Verbindung entsteht, wird beim Zusammenfü
gen der Wände 1 und 2 mit Isolationsmaterial gefüllt.
Die kraftschlüssige Verbindung aneinanderstoßender Wände wird beispielswei
se durch eine hier nicht dargestellte und in der Fläche der Dichtungen 20
angeordnete Vorrichtung bewerkstelligt. Mit Hilfe einer von außen wirkenden
Kraft, die von einer Hilfsvorrichtung geliefert werden kann (mechanisch,
hydraulisch, pneumatisch, elektrisch) fügen sich die Wandelemente form- und
kraftschlüssig aneinander. Alternativ kann auch, wie mit den strich-punk
tierten Linien 25 und 26 dargestellt, eine Verschraubung vorgesehen werden.
Erfindungsgemäß handelt es sich im Interesse der Möglichkeit des Rückbaus
um dauerhaft gesicherte und lösbare Verbindungen.
Der Horizontalschnitt in Fig. 3 zeigt im unteren Teil die konstruktive Aus
bildung einer tragenden Innenwand, die im oberen Teil an eine Außenwand
stößt. Die Doppel-T-Träger 10 gleicher Abmessungen wie in den Außenwän
den, sind hier im Interesse einer geringen Stärke der Innenwände längsge
stellt. Die Verbindung der Träger erfolgt durch Schwelle und Rähm. Die
beidseitige Abdeckung liefern die Platten 30 und 31, beispielsweise Holz-
oder Gipsfaserplatten. Ergänzend können bei der Materialwahl und der Wand
stärke auch schalltechnische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Die Räu
me 32 zwischen Trägersteg und Platte und 33 zwischen den Flanschen benach
barter Träger werden zweckmäßigerweise mit Dämmaterial gefüllt. Dabei
bleibt zur besseren Schalldämmung ein Teil des Raums frei. Die Versorgungs
leitungen 34 können sowohl im freibleibenden als auch im mit Dämmaterial
gefüllten Bereich angeordnet werden.
Die beschriebene Innenwand stößt unter Einfügung der Dämmplatte 35 schall
technisch isoliert an die Außenwand 6. Die beidseitige Beilattung 36 um den
Träger 10, die bei der Vorfertigung mit angebracht wird, ist für die Befe
stigung der Platten 37 und 38 notwendig.
Zur Zugänglichkeit der Verriegelung zwischen den aneinanderstoßenden Flan
schen der Träger 10 sind Aussparungen in den Platten 30 und 31 vorgesehen.
Der Vertikalschnitt durch das Deckenauflager 40, die Decke 41 und die Wand
42, Fig. 4, läßt erkennen, daß die Wärmedämmung bis nahe an die Außenober
fläche geführt wird. Dies gilt weitgehend auch für die um 90 Grad gedrehte
Schnittrichtung.
Das Deckenauflager 40, hergestellt aus modifiziertem Holz, ist als Ring
schwelle ausgebildet, die auf das Streifenfundament bzw. die Kellerwand 43
aufgelegt und verankert wird. Mit Hilfe des Spurholzes 44 und des Gegen
stücks 45, das an der vorgefertigten Deckenplatte 46 befestigt ist, ergibt
sich bei der Endmontage eine maßgenaue Führung.
Die Verbindung zwischen der Decke 41 und der Wand 42 ist mit einem führen
den Mittelsteg 47 konstruktiv ähnlich gestaltet. Zur kraftschlüssigen Ver
bindung dieser Bauteile werden gleiche oder ähnliche Verriegelungsmechanis
men eingesetzt, wie anhand von Fig. 1 und 2 beschrieben.
Wie in Fig. 4 erkennbar steht die die Innenseite der Außenwand bildende
Platte 17 zurück, um die Zugänglichkeit der Installationskammer und damit
die Verlegung der Versorgungsleitungen zu gewährleisten. Zur Abdeckung die
ses umlaufenden Spalts ist die abschraubbare Scheuerleiste 48 vorgesehen.
Ein beispielhafter Bodenaufbau mit in zwei Schichten kreuzweise angeordne
ten Lagerhölzern 49, dem Fußboden 50 und den Versorgungsleitungen 51 sind
ergänzend schematisch dargestellt.
Fig. 5 zeigt die Trennung, bzw. das Zusammenfügen der mit Fig. 4 beschrie
benen Bauteile. Dazu sind weder Meßgeräte noch spezielle Fügevorrichtungen
erforderlich, sondern nur die bekannten Hubvorrichtungen entsprechender
Tragkraft und Ausladung. Das elementierte Bauen verlagert die Einhaltung
der Maßgenauigkeit in die Werkhalle und gibt den Ablauf der Endmontage ein
deutig vor.
Bei mehrgeschossigen Bauten kann es empfehlenswert sein, das jeweils darü
berliegende Geschoß, umlaufend oder nur an der Wetterseite, um ein geringes
Maß zu übersetzen, Fig. 6. Besonders beim Anspruch einer Niedrigenergie-
oder Passivhausbauweise ist es bauphysikalisch sinnvoll, den Regen mög
lichst von den Außenwänden fernzuhalten. Der Versatz 60 führt zum Abreißen
und Abtropfen des dem Gebäude Wärme entziehenden Wasserfilms. Gleichzeitig
liefert diese konstruktive Lösung eine geschoßweise Hinterlüftung 4.
Der Wanddurchbruch 61 ist für ein Fenster vorgesehen. Die gestrichelten
Kreise 62 und 63 bezeichnen mögliche Stegdurchbrüche in den Doppel-T-Trä
gern zum Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen.
Die Darstellung der Fig. 7 entspricht der von Fig. 4, wobei hier das Dec
kenauflager 70 mit einer Obergeschoßdecke 71 und zwei Außenwandelementen 72
und 73 gezeigt ist. Der Aufbau der Geschoßdecke 71 entspricht dem der Au
ßenwand, wobei hier konstruktiv besondere Aufmerksamkeit dem Schallschutz
gilt. Der Schnitt 74 verläuft rechtwinklig durch die Geschoßdecke 71. Die
bekannte Schallängsübertragung der Decke über die Trennwände in die Innen
räume wird durch die vorliegende Konstruktion deutlich verringert. Gleiches
gilt für die Übertragung zwischen übereinanderliegenden Räumen infolge der
mit dem gewählten Material festigkeitsmäßig ausreichenden geringen Stegdic
ke der Doppel-T-Träger. Alle schalltechnischen Grenzwerte werden deutlich
unterschritten.
Soll für Passivhäuser die Wärmedämmung noch weiter verbessert werden, ist
dies auf einfache Weise möglich. Ohne neue Konstruktionsmerkmale einführen
zu müssen, ist allein durch die Wahl von Doppel-T-Trägern größerer Steg
höhe die Stärke der Wärmedämmschicht zu erhöhen. Die aus statischen Gründen
dann notwendige größere Stegdicke ändert in erster Näherung das wärmetech
nisch maßgebende Verhältnis von Stegdicke zu -höhe nicht.
Claims (8)
1. Konstruktive und fertigungsgerechte Ausführung von Wand-, Boden-, Dec
ken- und Dachelementen nach der vorfabrizierten Holzelement-Bauweise,
vorzugsweise für den Wohnungs- und Gewerbebau nach der Kategorie des
Niedrigenergiehauses, dadurch gekennzeichnet, daß die tragenden und
nichttragenden Strukturelemente unterschiedlicher Wandstärke aus weitge
hend gleichen Halbzeugen, nämlich profilierten, bereichsweise dünnwandi
gen Trägern, vorzugsweise aus homogenisiertem Holz bestehen und durch
Platten aus vorzugsweise dem gleichen Ausgangsmaterial abgedeckt werden,
wodurch eine dünnwandige Kastenstruktur hoher Steifigkeit, hoher Wärme
dämmung und Präzision gebildet wird.
2. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufbau der Außenwände ein integriertes, hochwärmedäm
mendes und winddichtes Dreikammersystem bildet mit den Funktionen Hinter
lüftung, Struktur und Wärmedämmung, und Installation der haustechnischen
Ausrüstung.
3. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Aufbau der tragenden und nichttragenden Innenwände ein
wärme- und schalldämmendes Zweikammersystem bildet mit den Funktionen
Struktur, Dämmung und Installation der haustechnischen Ausrüstung.
4. Vorfabrizierte Holzelement- Bauweise nach den Ansprüchen 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß der kammerförmige Aufbau auch beim Stoß zweier
Außenwandelemente, bei Innen- und Außenecken, gegeben, insbesondere der
Isolationsquerschnitt vollständig durchgängig ist.
5. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach den Ansprüchen 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß im Falle mehrstöckiger Geschoßbauten, die Au
ßenwände eines Geschosses, mindestens an der vom Regen beaufschlagten
Wetterseite gegenüber denen des darunterliegenden Geschosses um den Be
trag nach außen vorgezogen sind, der notwendig ist, um für ablaufendes
Regenwasser eine geschoßweise Tropfkante zu bilden und um den geschoßwei
sen Eintritt von Frischluft zur konvektiven Durchströmung der Hinterlüf
tungskammer zu ermöglichen.
6. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach den Ansprüchen 1 bis 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß für die Strukturbauteile (Teile mit tragender
und Dichtungen bildender Funktion) solche Materialien verwendet werden,
die natürlichen Ursprungs durch einen verfahrenstechnischen Prozeß so be
handelt bzw. homogenisiert wurden, daß sie einzeln und im Verbund bei al
len vorkommenden klimatischen Umgebungsbedingungen ihre geometrische Ge
nauigkeit über die Lebensdauer des Baus beibehalten.
7. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach Anspruch 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verbindung der Wand-, Boden- und Deckenelemente
formschlüssig durch eine exakte geometrische Positionierung in Längs- und
Querrichtung und kraftschlüssig mittels innenraumseitig im Rohbau leicht
und später mit geringem Aufwand zugänglicher arretier- und lösbarer Ver
riegelungsmechanismen wärme- und winddicht erfolgt.
8. Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise nach den Ansprüchen 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die industrielle Vorfertigung nach dem Prinzip
des elementierten Bauens die tragende Struktur, Wärmedämmung, Fenster,
Türen und alle Leitungen, Steuer-, Regel- und Verteileinrichtungen zur
Energie- und Sanitärversorgung, Klimatisierung und Kommunikation umfaßt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996153633 DE19653633A1 (de) | 1996-12-20 | 1996-12-20 | Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise für vorzugsweise Niedrigenergiebauten mit vollständiger zerstörungsfreier Rückbaufähigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996153633 DE19653633A1 (de) | 1996-12-20 | 1996-12-20 | Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise für vorzugsweise Niedrigenergiebauten mit vollständiger zerstörungsfreier Rückbaufähigkeit |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19653633A1 true DE19653633A1 (de) | 1999-06-24 |
Family
ID=7815751
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996153633 Withdrawn DE19653633A1 (de) | 1996-12-20 | 1996-12-20 | Vorfabrizierte Holzelement-Bauweise für vorzugsweise Niedrigenergiebauten mit vollständiger zerstörungsfreier Rückbaufähigkeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19653633A1 (de) |
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