DE19652513A1 - Küvette, Transferoptik und Spektroskopievorrichtung für die Absorptionsspektroskopie von Gasen - Google Patents
Küvette, Transferoptik und Spektroskopievorrichtung für die Absorptionsspektroskopie von GasenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Küvette für die Absorptionsspektroskopie von Gasen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, eine zugehörige optische Vorrichtung, die
sogenannte Transferoptik, zum Leiten eines angebotenen Meßlichts zu der Küvette
und von der Küvette zu einem Detektorsystem und eine Spektroskopievorrichtung,
welche eine derartige Küvette mit Transferoptik, eine Lichtquelle für das Meßlicht
und ein Detektorsystem enthält und betrifft ferner deren Verwendung.
Unter dem Begriff "Gase" sind hier sowohl einzelne, reine Gase und/oder Dämpfe
als auch Mischungen zu verstehen, die aus einzelnen, reinen Gasen und/oder
Dämpfen bestehen. Mit der Bezeichnung "Dämpfe" sind hier gasförmige,
kondensierbare Substanzen gemeint, die nur aus einer einzigen Phase bestehen.
Diese einzelnen, reinen Gase und/oder Dämpfe werden im folgenden auch als
"Komponenten" des Gases bezeichnet.
Bei der Absorptionsspektroskopie von Gasen wird der Strahl eines Meßlichts durch
eine Küvette geleitet, die das zu analysierende Gas enthält. Das Gas durchströmt
dabei in der Regel die Küvette. Nach seinem Austritt aus der Küvette wird das
Meßlicht zu einem Detektorsystem geleitet, welches den durch Absorption bei
verschiedenen Wellenlängen hervorgerufenen Intensitätsverlust des Meßlichts
detektiert. Für eine relativ geringe Absorbanz, das bedeutet ein relativ geringes
Absorptionsvermögen und damit einen relativ geringen Intensitätsverlust des
Meßlichts beim Durchdringen des Gases, ist eine relativ große Absorptionsweglänge
erforderlich, damit überhaupt ein detektierbares Meßsignal entsteht. Unter dem
Begriff "Absorptionsweglänge" soll im folgenden die Summe der Längen aller
optischen Wegstrecken verstanden werden, die ein die Küvette durchlaufender
Lichtstrahl in dem zu vermessenden Gas zurücklegt.
Eine relativ große Absorptionsweglänge kann beispielsweise mit der bekannten
Anordnung nach White (J. Opt. Soc. Amer. 32 (1942), 285) erreicht werden. Diese
Anordnung legt den Strahlengang durch eine Küvette so fest, daß der Lichtstrahl
zwischen einem Feldspiegel und zwei Objektspiegeln an den beiden Enden der
Küvette hin- und herreflektiert wird. Durch Verstellen mindestens eines
Objektspiegels läßt sich die Anzahl der Reflexionen ändern, so daß die
Absorptionsweglänge in Inkrementen von der Größe der vierfachen optischen
Basislänge der optischen Anordnung variabel ist.
Die richtige Wahl der Absorptionsweglänge ist insbesondere für die quantitative
Bestimmung der Komponenten eines Gasgemisches wesentlich, da einerseits bei zu
kleiner Absorptionsweglänge kein sinnvoll analysierbares Meßsignal detektiert
werden kann und andererseits die Absorptionsweglänge so groß sein kann, daß
eine Totalabsorption auftritt. Der Grad der Absorption ist nämlich unter anderem von
der Konzentration des absorbierenden Gases abhängig, so daß für verschiedene
Konzentrationsbereiche verschiedene Absorptionsweglängen verwendet werden
müssen.
Bei den bekannten Küvetten treten Probleme auf, wenn in einem zu analysierenden
Gas Komponenten mit stark unterschiedlicher Konzentration und/oder stark
unterschiedlicher Absorbanz vorhanden sind. Wird die Absorptionsweglänge so
gewählt, daß auch kleine Konzentrationen und/oder Absorbanzen erfaßt werden, tritt
in Teilen des Spektrums oft eine Totalabsorption aufgrund der Komponenten mit
einer großen Konzentration und/oder Absorbanz auf, so daß in diesen Bereichen
eine sinnvolle Messung nicht möglich ist. Wird umgekehrt die Absorptionsweglänge
so gewählt, daß die Komponenten mit einer hohen Konzentration und/oder
Absorbanz analysiert werden können, sind die Signale von Komponenten mit kleinen
Konzentrationen oder Absorbanzen zu gering, um noch vom Detektorsystem erfaßt
zu werden. Derartige Gase konnten daher bislang nur durch mehrere, getrennte
Messungen zufriedenstellend analysiert werden, wobei dann meistens zwischen
einzelnen Messungen die Küvette ausgewechselt werden mußte. Diese Probleme
treten sowohl bei einer quantitativen Messung als auch bei einer qualitativen
Messung auf, wobei insbesondere für eine sinnvolle quantitative Messung ein
hinreichend gutes Meßsignal Voraussetzung ist.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Küvette für die Absorptionsspektroskopie von
Gasen zu schaffen, welche eine relativ einfache qualitative und quantitative
Bestimmung von Gasen, insbesondere von Gasen mit Komponenten stark
unterschiedlicher Konzentrationen und/oder Absorbanzen, ermöglicht. Eine weitere
Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine entsprechende Transferoptik und eine
entsprechende Spektroskopievorrichtung zu schaffen sowie deren Verwendung
vorzusehen.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch eine Küvette gemäß Anspruch 1,
eine Transferoptik nach Anspruch 8 und eine Spektroskopievorrichtung nach
Anspruch 19 sowie eine Verwendung gemäß Anspruch 20 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Küvette gemäß der Erfindung ist mit einer ersten optischen Einrichtung zum
Führen von Meßlicht durch die Küvette, welche einen ersten Strahlengang durch die
Küvette festlegt und einer zweiten optischen Einrichtung, welche einen zweiten
Strahlengang durch die Küvette festlegt, versehen, wobei die erste
Absorptionsweglänge für Strahlen des Meßlichts, die entsprechend dem ersten
Strahlengang durch die Küvette laufen, größer ist als die zweite
Absorptionsweglänge für Strahlen des Meßlichts, die entsprechend dem zweiten
Strahlengang durch die Küvette laufen. Unter den Begriffen "erster Strahlengang"
und "zweiter Strahlengang" sind hier zwei prinzipielle, voneinander zunächst
unabhängige Strahlengänge durch die Küvette gemeint. Dadurch, daß mit nur einer
Küvette die Absorption gleichzeitig bei einer relativ geringen Absorptionsweglänge
und bei einer relativ großen Absorptionsweglänge gemessen werden kann, können
Komponenten eines Gases mit relativ stark unterschiedlichen Absorbanzen und/oder
Konzentrationen erfaßt werden, ohne die Küvette auszutauschen.
Die Küvette wird vorzugsweise vom zu messenden Gas durchströmt. Es ist ferner
vorgesehen, daß die Einrichtungen zum Durchströmen des Gases ein Evakuieren
oder Spülen in beliebiger Reihenfolge zur Konditionierung der Küvette,
beispielsweise mit einem Inertgas, gestatten.
Die Absorptionsweglängen des ersten und zweiten Strahlengangs werden so
festgelegt, daß sie sich mindestens um einen Faktor 4, typischerweise mindestens
um einen Faktor 10, unterscheiden. Es ist möglich, die beiden
Absorptionsweglängen zum Beispiel so zu wählen, daß im zweiten Strahlengang
kein Absorptionssignal und eine meßbare Absorption im ersten Strahlengang auftritt.
Die optische Anordnung, welche den ersten Strahlengang durch die Küvette festlegt,
entspricht vorzugsweise prinzipiell der optischen Anordnung nach White. Diese
Anordnung findet ihre konkrete, optimierte Verwirklichung beispielsweise bei einer
Küvette aus Quarz mit einem quasi-ovalen Querschnitt der Dr. Bastian GmbH FWT.
Vorzugsweise können das erste Lichteinlaßfenster und das erste Lichtauslaßfenster
an dem Flansch angeordnet sein, der den Feldspiegel der Anordnung nach White
aufnimmt. Als Werkstoff für diese Küvettenfenster kann beispielsweise KBr
verwendet werden. Eine gasdichte Anordnung der Küvettenfenster an der Küvette
kann beispielsweise durch spezielle Flanschen und elastisches Dichtungsmaterial
erfolgen. Um mehr als nur zwei Konzentrationsbereiche und/oder
Absorbanzbereiche abzudecken, kann die erfindungsgemäße Küvette auch mehr als
zwei unterschiedliche Strahlengänge für das hindurchtretende Licht aufweisen,
indem die Absorbtionsweglänge im ersten Strahlengang selbst für dieselbe Probe
des Gases inkremental, typisch über mindestens eine Größenordnung hinweg,
immer wieder neu eingestellt wird. Dies kann bei der Anordnung nach White durch
Bewegen von mindestens einem der Objektspiegel erfolgen. Die Einstellung erfolgt
vorteilhaft von außen.
Die optische Anordnung, welche den zweiten Strahlengang durch die Küvette
festlegt, besteht im einfachsten Fall aus einem zweiten Lichteinlaßfenster und einem
zweiten Lichtauslaßfenster für das Meßlicht, welche aus einem Werkstoff mit
entsprechenden optischen Eigenschaften bestehen. Als Werkstoff kann
beispielsweise KBr verwendet werden und diese Küvettenfenster können ebenfalls
mit Hilfe von Spezialflanschen und elastischem Dichtungsmaterial gasdicht an der
Küvette angeordnet sein.
Das zweite Lichteinlaßfenster und das zweite Lichtauslaßfenster sind in der Küvette
bevorzugt in etwa gegenüberliegend so angeordnet, daß die zweite
Absorptionsweglänge in etwa der Länge des Küvettendurchmessers entspricht,
wobei diese Küvettenfenster an dem Flansch angeordnet sind, der den Feldspiegel
der Anordnung nach White aufnimmt. Bei dem zweiten Strahlengang in der Küvette
verläuft das Meßlicht, wenn der Eintritt des Strahls des Meßlichts durch das erste
Lichteinlaßfenster von unten erfolgt, vorzugsweise oberhalb des Feldspiegels der
Anordnung nach White.
Der von dem zweiten Lichteinlaßfenster in die Küvette laufende Strahl des Meßlichts
kann gemäß der Erfindung auch auf einen Spiegel, beispielsweise einen
Planparallelspiegel, auftreffen, welcher den Lichtstrahl in das Gas zurückreflektiert,
so daß die Absorptionsweglänge des zweiten Strahlengangs verdoppelt wird. Der
Planparallelspiegel kann dem zweiten Lichteinlaßfenster gegenüberliegend in oder
an der Wand, vorzugsweise anstelle des zweiten Lichtauslaßfensters, oder
bevorzugt außerhalb der Küvette, angeordnet sein. Im letzteren Fall ist es
vorteilhaft, wenn der Planparallelspiegel zwischen mindestens zwei Positionen
beweglich ist, wobei in einer Position der Lichtstrahl zur Verdopplung der zweiten
Absorptionsweglänge in das Gas zurückreflektiert und in der anderen Position von
der Küvette weggeführt wird, um anschließend einem Detektorsystem zugeführt zu
werden. In dem hier behandelten Fall ist das zweite Lichteinlaßfenster und ggf. auch
das zweite Lichtauslaßfenster bevorzugt vergrößert, da durch diese(s) Fenster die
Strahlen des Meßlichts in die Küvette eintreten und die Küvette dadurch auch wieder
verlassen.
Die Küvette weist vorteilhaft eine längliche Form auf. Dabei ist die Richtung der
Strahlen des Meßlichts bei dem ersten Strahlengang im wesentlichen parallel und
bei dem zweiten Strahlengang im wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung der
Küvette. Die Küvette weist vorzugsweise einen quasi-ovalen Küvettenquerschnitt auf.
Das hat den Vorteil, daß das Verhältnis zwischen Volumen der Küvette und der
Größe der optischen Basislänge günstiger ist als bei einem kreisrunden Querschnitt.
Die Küvette besteht vorzugsweise aus Quarzglas oder innenvergoldetem Edelstahl
als Werkstoff.
Nach der Erfindung kann die Küvette vorteilhaft thermostatisiert werden, ohne die
Funktion des Gesamtsystems zu beeinträchtigen. Zum Beispiel kann eine elektrisch
betriebene und regelbare Heizung von außen an der Küvette angeordnet werden.
Die Heizung kann vorzugsweise aus drei Teilen bestehen, gemäß den drei
Konstruktionsbereichen der Küvette, dem Korpus und den beiden, den Korpus
abschließenden Endflanschen.
Die erfindungsgemäße Transferoptik dient zur Ein- bzw. Auskopplung des Meßlichts
in die Küvette und von der Küvette in das Detektorsystem. Unter dem Begriff
"Detektorsystem" sind hier alle Anordnungen und Einrichtungen zu verstehen, mit
denen das aus der Küvette kommende Meßlicht aufgenommen, weitergeleitet
und/oder verarbeitet wird. Das Detektorsystem kann ein oder mehrere einzelne
Detektoren enthalten. Die Transferoptik wird vorteilhaft insbesondere dafür
verwendet, Meßlicht aus einem beliebigen, kommerziell erhältlichen Spektrometer
ein- bzw. auszukoppeln. Durch eine besondere Ausgestaltung der Transferoptik ist
es möglich, den ersten Strahlengang und den zweiten Strahlengang durch die
Küvette entweder wahlweise oder gleichzeitig zu realisieren. Das geschieht
bevorzugt mittels eines zwischen mindestens zwei Positionen beweglichen Spiegels
bzw. durch Verwendung eines Strahlteilers. Die Transferoptik kann ferner über
dasselbe Küvettenfenster Meßlicht gemäß dem zweiten Strahlengang ein- und
auskoppeln, wenn dieser gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung
derart ausgebildet ist, daß über das Küvettenfenster eingestrahltes Meßlicht von
einem Spiegel zu demselben Fenster zurückreflektiert wird.
Vorzugsweise kann man das Meßlicht in den beiden Strahlengängen bei Bedarf
modifizieren. Es wird zum Beispiel in einem der die Transferoptik passierenden
Strahlengänge, vor oder nach der Küvette, ein entsprechend gewähltes
Bandpaßfilter, zum Beispiel Bandpaßfilter mit festem oder durchstimmbaren
Wellenlängebereich, eingesetzt. Dadurch können Bereiche von Totalabsorption in
diesem Strahlengang eliminiert werden. Diese Methode ist sinngemäß auch für
beide Strahlengänge gleichzeitig und vorteilhaft anwendbar. Der entsprechende
Einsatz mindestens je eines geeigneten Polarisationsfilters beim zweiten
Strahlengang vor und nach der Küvette erlaubt, insbesondere bei der Verwendung
eines Strahlteilers, eine Unterscheidung der Absorptionsvorgänge zwischen dem
zweiten Strahlengang und dem ersten Strahlengang des Meßlichts.
Die erfindungsgemäße Spektroskopievorrichtung besteht im einfachsten Fall aus der
erfindungsgemäßen Küvette mit einer Transferoptik, mindestens einer
Meßlichtquelle und einem Detektorsystem mit einem oder mehreren Detektoren.
Vorzugsweise kann als Meßlichtquelle und als Detektorsystem ein kommerziell
erhältliches Absorptionsspektrometer verwendet werden. Eine derartige Vorrichtung
wird bevorzugt für den ultravioletten bis sichtbaren Spektralbereich (UV bis VIS) und
besonders bevorzugt im gesamten Infrarotbereich (NIR, MIR, FIR) eingesetzt. Mit
zwei einzelnen Detektoren eines Detektorsystems bzw. zwei Detektorsystemen
können während eines Meßvorgangs auch Komponenten mit stark unterschiedlichen
Konzentrationen und/oder Absorbanzen gemessen werden, denn die Messung der
Absorption des Gases durch die Küvette kann so für eine geringe und eine relativ
große optische Wegstrecke gleichzeitig erfolgen. Wird nur ein einzelner Detektor
bzw. Detektorsystem verwendet, wird das Gas typisch durch seriell durchgeführte
Messungen analysiert. Dazu wird die Absorption des Gases in der Küvette
nacheinander, beispielsweise zuerst für den zweiten Strahlengang und danach -
nach Umstellung von optischen Bauteilen der Transferoptik für den ersten
Strahlengang gemessen, ohne dabei an der Küvette selbst etwas zu verändern.
Gegebenenfalls kann auch ein Summenspektrum gemessen werden, wobei sich die
beiden Spektren durch gleichzeitige Abbildung der Strahlen des Meßsignals aus
dem ersten und zweiten Strahlengang in der Küvette auf den Detektor bzw. das
Detektorsystem überlagern. Durch eine anschließende Bearbeitung des
aufgenommenen Summenspektrums, zum Beispiel durch ein geeignetes
Computerprogramm, können auch im Summenspektrum versteckte analytische
Informationen gewonnen werden.
Die vorangehend beschriebenen Merkmale und Vorteile der Erfindung werden an
der folgenden detaillierten Beschreibung zweier Ausführungsbeispiele anhand der
beigefügten Zeichnungen verdeutlicht. Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Spektroskopievorrichtung und
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Spektroskopievorrichtung.
Fig. 1 zeigt ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Spektroskopievorrichtung mit der
erfindungsgemäßen Küvette 1. Die Lichtquelle 2 in Fig. 1 kann zum Beispiel das
modulierte IR-Licht aus einem FTIR-Spektrometer sein. Der Detektor 3 ist dann
dessen gegebenenfalls ausgelagerter IR-Detektor. Die Küvette 1 besteht im
wesentlichen aus einem Profilrohr 4 quasiovalen Querschnitts mit einem seitlichen
Gaseinlaßstutzen 5 in der Mitte des Rohres 4 und aus zwei das Profilrohr 4 gasdicht
abschließenden Flanschen 6, 7 mit je einem Gasauslaßstutzen 8, 9. Durch die sich im
unteren Flansch 7 befindlichen Küvettenfenster 10 und 11 wird das Meßlicht in die
Küvette 1 so ein- und ausgekoppelt, daß dadurch ein typischer Strahlengang nach
White zwischen den Spiegeln 12, 13 (Objektspiegel) und 14 (Feldspiegel) festgelegt
wird. Die Anzahl der Reflexionen im Strahlengang und damit die
Absorptionsweglänge ist durch mechanisches Verstellen eines der Objektspiegel 12, 13,
z. B. durch eine Mikrometerschraube, inkrementell variabel. Insoweit entspricht
die Küvette 1 der Anordnung nach White. Im Unterschied dazu sind an den Seiten
der Küvette 1 im unteren Flansch 7 das Lichteinlaßfenster 15 und das
Lichtauslaßfenster 16 vorgesehen, welche auf einer geraden Linie quer zur
Längsrichtung der Küvette 1 liegen. Die beiden Fenster 15 und 16 legen einen
zweiten, unveränderlichen Strahlengang durch die Küvette 1 mit geringer
Absorptionsweglänge fest, den bereits oben besprochenen ersten Strahlengang, die
sogenannte Kurzweg-Strecke, wogegen die Absorptionsstrecke zwischen den
Fenstern 10 und 11 den zweiten Strahlengang, die sogenannte Langweg-Strecke,
darstellt.
Die Ein- bzw. Auskopplung des Meßlichts von der Lichtquelle 2 in die Küvette 1 und
in den Detektor 3 geschieht durch die Transferoptik 17. Der Spiegel 18 in der
Transferoptik 17 ist in Richtung des Pfeils A beweglich. Je nach der Stellung dieses
Spiegels (inner- bzw. außerhalb des von der Lichtquelle kommenden Strahlengangs)
wird das Meßlicht entsprechend der Kurz- oder der Langweg-Strecke mittels der
Spiegel 19, 20 und 21 bzw. 22, 23, 24 und 25, 26, 27 in der Transferoptik 17 durch
die Küvette 1 zum Detektor 3 geleitet. Die entsprechend gewählten optischen
Parameter der Spiegel 22, 23 und 24, bzw. 25, 26 und 27 gewährleisten gleichzeitig
die Anpassung der Öffnungsverhältnisse der Küvette 1 an die des z. B. FTIR-Spek
trometers bzw. des Detektors 3. Zwischen dem beweglichen Spiegel 18 und
dem Spiegel 22 kann z. B. ein der jeweiligen analytischen Meßaufgabe entsprechend
gewähltes Bandpaßfilter 28 eingesetzt werden. Für gewisse Anwendungen kann es
sinnvoll sein, das Bandpaßfilter 28 in der Kurzweg-Strecke, zwischen dem Spiegel
19 und dem Lichteinlaßfenster 15 einzusetzen oder sogar in beiden prinzipiellen
Strahlengängen (vgl. oben).
Zur qualitativen und quantitativen Bestimmung von Gasen kann die in Fig. 1
gezeigte Anordnung auf verschiedene Weisen betrieben werden.
Zum einen arbeitet man seriell, d. h., das aus dem Spektrometer kommende Licht
wird durch Änderung der Position des Spiegels 18 abwechselnd entlang der Kurz- bzw.
Langweg-Strecke geleitet. Dementsprechend empfängt der Detektor 3
Lichtsignale, welche jeweils der Absorption des Gases entlang nur einem der beiden
prinzipiellen Strahlengänge entspricht.
Alternativ kann der Spiegel 18 in "Kurzstrecke"-Position mit einem geeigneten
Strahlteiler ersetzt werden. Dank dem Strahlteiler durchläuft das Meßlicht in diesem
Falle beide Meßstrecken gleichzeitig, und der Detektor 3 empfängt summarische,
aus den beiden prinzipiellen Strahlengängen stammende Lichtsignale.
Entsprechend dieser parallelen Arbeitsweise erhält man ein aus zwei Teilspektren
zusammengesetztes Gesamtspektrum. Insbesondere bei dieser Arbeitsweise kann
die Anwendung eines 28 oder mehrerer Bandpaßfilter sinnvoll sein, indem durch
Ausblendung von Spektralbereichen, in denen ohne solche Filter Totalabsorption
aufträte, die Messung der Absorption in der jeweils anderen prinzipiellen Meßstrecke
möglich ist. In Fällen, wo keine Totalabsorption auftritt, kann man durch geeignete,
softwaremäßige Subtraktion von Gesamtspektren, die ohne und mit Bandpaßfilter
aufgenommen worden sind, auch komplizierte gasanalytische Aufgaben effektiv
lösen. Eine weitere Effektivitätssteigerung kann man dadurch erreichen, daß
das(die) verwendete(n) Bandpaßfilter durchstimmbar ist (sind).
Fig. 2 zeigt das Beispiel einer zweiten Ausführungsform, einer Variante der
erfindungsgemäßen Küvette 1 mit Transferoptik. Dabei sind gleiche, unveränderte
Bestandteile mit den gleichen Bezugszeichen versehen, wie in Fig. 1, und werden
nicht mehr näher erläutert. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten
dadurch, daß anstelle des Lichtauslaßfensters 16 in der ersten Ausführungsform
hier ein Spiegel 29 vorgesehen ist. Außerdem ist der Spiegel 19 in dieser Variante
so eingerichtet, daß das vom Spektrometer kommende Meßlicht schräg auf das
Lichteinlaßfenster 15 einfällt. Dementsprechend verläßt der vom Spiegel 29
zurückreflektierte Strahl die Küvette 1 durch dasselbe Lichteinlaßfenster 15, und
zwar zum einfallenden Licht so versetzt, daß er über die Spiegel 30 und 31 auf dem
Detektor 3 abgebildet wird.
Der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform zugrunde liegende Strahlengang der
sogenannten Kurzweg-Strecke kann auch durch eine Kombination der beiden, hier
ausführlich beschriebenen Ausführungsformen verwirklicht werden. In diesem Fall
wird das Lichtauslaßfenster 16 belassen und der Spiegel 20 gegen einen
mindestens zwischen zwei Positionen beweglichen Spiegel ausgetauscht (vgl. Fig. 1).
Ist dieser Spiegel in etwa senkrechter Position, wird die sogenannte Kurzweg-
Strecke bei verdoppelter Absorptionsweglänge realisiert, gemäß Fig. 2. Befindet sich
der Spiegel 20 in der schrägen Position unter etwa 45°, wird die Kurzweg-Strecke
nur beim einfachen Durchgang verwirklicht. Das bedeutet, daß in dieser
Ausführungsform außer den Spiegeln 30 und 31 auch der Spiegel 21 in der
Transferoptik 17 vorhanden sein muß.
Die vorangehend beschriebenen Ausführungsformen lassen sich im Sinne einer
kompakten Bauweise weiterentwickeln, indem die in Fig. 1 und 2 dargestellte
Spiegeloptik mitsamt des Detektors 3 teilweise oder ganz in die Küvette 1 integriert
wird, und dieselben Küvettenfenster mehr als eine Funktion erfüllen. Im Extremfall
weist die erfindungsgemäße Küvette nur ein ein einziges Fenster auf, wobei die
Strahlaufteilung auf kurze und lange Absorptionsstrecke im inneren der Küvette
erfolgt.
Claims (21)
1. Küvette (1) für die Absorptionsspektroskopie von Gasen mit einer ersten
optischen Einrichtung (10, 11, 12, 13, 14) zum Führen von Meßlicht durch
die Küvette (1), welche einen ersten Strahlengang durch die Küvette (1)
festlegt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Küvette (1) eine zweite optische Einrichtung (15, 16) zum Führen
von Meßlicht durch die Küvette (1) zugeordnet ist, welche einen zweiten
Strahlengang durch die Küvette (1) festlegt, wobei die erste
Absorptionsweglänge für Strahlen des Meßlichts, die entsprechend dem
ersten Strahlengang durch die Küvette (1) laufen, größer ist als die zweite
Absorptionsweglänge für Strahlen des Meßlichts, die entsprechend dem
zweiten Strahlengang durch die Küvette (1) laufen.
2. Küvette (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Küvette (1) eine Einrichtung (5, 8, 9) zum Durchleiten von Gasen
durch die Küvette (1) zugeordnet ist und daß der erste und zweite
Strahlengang des Meßlichts den Strömungsweg des Gases in der Küvette
(1) durchsetzt.
3. Küvette (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verhältnis der ersten Absorptionsweglänge zur zweiten
Absorptionsweglänge mindestens zehn zu eins beträgt.
4. Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zweiten optischen Einrichtung (15, 16) ein Spiegel zugeordnet ist,
welcher die Strahlen des Meßlichts, die durch das Gas hindurchgetreten
sind, in das Gas zurückreflektiert und dadurch die zweite
Absorptionsweglänge in etwa verdoppelt.
5. Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Absorptionsweglänge inkremental veränderbar ist.
6. Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Küvette (1) eine längliche, rotationssymmetrische Form aufweist
und die Richtung der Strahlen des Meßlichts bei dem ersten Strahlengang
im wesentlichen parallel zur Längsrichtung der Küvette (1) und bei dem
zweiten Strahlengang im wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung der
Küvette (1) sind.
7. Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Küvette (1) eine Thermostatisierung zugeordnet ist.
8. Transferoptik (17) zum Leiten des Meßlichts von einer Lichtquelle (2) zu
der Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 und von der Küvette (1)
zu einem Detektorsystem (3),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transferoptik (17) Einrichtungen aufweist, welche Strahlen des
Meßlichts entsprechend dem ersten Strahlengang und entsprechend dem
zweiten Strahlengang durch die Küvette (1) hindurchtreten lassen.
9. Transferoptik (17) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß Strahlen des Meßlichts für den ersten Strahlengang durch Spiegel (22,
23, 24) zur Küvette (1) geführt und durch Spiegel (25, 26, 27) von der
Küvette (1) zum Detektorsystem (3) geführt werden und daß Strahlen des
Meßlichts für den zweiten Strahlengang durch Spiegel (18, 19) zur Küvette
(1) geführt und durch Spiegel (20, 21) von der Küvette (1) zum
Detektorsystem (3) geführt werden.
10. Transferoptik (17) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß Strahlen des Meßlichts für den zweiten Strahlengang gemäß Anspruch
4, die aus der Küvette (1) austreten, durch Spiegel (30, 31) zum
Detektorsystem (3) geführt werden.
11. Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transferoptik (17) mindestens ein Bandpaßfilter (28) zugeordnet
ist, durch welchen Strahlen des Meßlichts geleitet werden, die
entsprechend dem ersten oder zweiten Strahlengang durch die Küvette (1)
laufen.
12. Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transferoptik (17) zumindest eine optische Einrichtung (18)
zugeordnet ist, welche Strahlen des Meßlichts alternativ entsprechend dem
ersten oder dem zweiten Strahlengang durch die Küvette (1)
hindurchtreten läßt.
13. Transferoptik (17) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die optische Einrichtung einen zwischen mindestens zwei Positionen
beweglichen Spiegel (18) aufweist, welcher in einer ersten Position die
ankommenden Strahlen des Meßlichts entsprechend dem ersten
Strahlengang durch die Küvette (1) laufen läßt und in einer zweiten
Position die ankommenden Strahlen des Meßlichts entsprechend dem
zweiten Strahlengang durch die Küvette (1) laufen läßt.
14. Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transferoptik (17) zumindest eine optische Einrichtung (18)
zugeordnet ist, welche Strahlen des Meßlichts teilweise entsprechend dem
ersten Strahlengang und teilweise entsprechend dem zweiten
Strahlengang durch die Küvette (1) hindurchtreten läßt.
15. Transferoptik nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß als optische Einrichtung ein spezieller Spiegel in fester Position oder
ein Strahlteiler verwendet wird, mit dessen Hilfe die Strahlen des Meßlichts
den ersten und zweiten Strahlengang gleichzeitig durchlaufen können.
16. Transferoptik (17) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim zweiten Strahlengang vor und nach der Küvette (1) jeweils
mindestens ein Polarisationsfilter mit reproduzierbar variabler
Polarisationsrichtung angeordnet ist.
17. Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 16
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transferoptik (17) dafür eingerichtet ist, die entsprechend dem
ersten Strahlengang durch die Küvette (1) laufende Strahlen des Meßlichts
und die entsprechend dem zweiten Strahlengang durch die Küvette (1)
laufenden Strahlen des Meßlichts zu demselben Detektorsystem (3) oder
Detektor zu leiten.
18. Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 16
dadurch gekennzeichnet,
daß sie dafür eingerichtet ist, die entsprechend dem ersten Strahlengang
durch die Küvette (1) laufenden Strahlen des Meßlichts zu einem ersten
Detektorsystem oder Detektor und die entsprechend dem zweiten
Strahlengang durch die Küvette laufenden Strahlen des Meßlichts zu
einem zweiten Detektorsystem (3) oder Detektor zu leiten.
19. Spektroskopievorrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus einer Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, einer
Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 18, mindestens einer
Lichtquelle (2) für das Meßlicht und mindestens einem Detektorsystem (3)
mit mindestens einem Detektor besteht.
20. Verwendung einer Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, einer
Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 18 und einer
Spektroskopievorrichtung zur Messung eines Absorptionsspektrums im
ultravioletten bis sichtbaren Spektralbereich.
21. Verwendung einer Küvette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, einer
Transferoptik (17) nach einem der Ansprüche 8 bis 18 und einer
Spektroskopievorrichtung zur Messung eines Absorptionsspektrums im
gesamten Infrarotbereich.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996152513 DE19652513A1 (de) | 1996-12-17 | 1996-12-17 | Küvette, Transferoptik und Spektroskopievorrichtung für die Absorptionsspektroskopie von Gasen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996152513 DE19652513A1 (de) | 1996-12-17 | 1996-12-17 | Küvette, Transferoptik und Spektroskopievorrichtung für die Absorptionsspektroskopie von Gasen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19652513A1 true DE19652513A1 (de) | 1998-06-18 |
Family
ID=7815025
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996152513 Ceased DE19652513A1 (de) | 1996-12-17 | 1996-12-17 | Küvette, Transferoptik und Spektroskopievorrichtung für die Absorptionsspektroskopie von Gasen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19652513A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19848120A1 (de) * | 1998-10-20 | 2000-05-18 | Abb Patent Gmbh | Einrichtung zur Messung der Strahlungsabsorption von Gasen |
| DE10141632A1 (de) * | 2001-08-24 | 2003-11-27 | Wissenschaftliche Werkstatt Fu | Gasanalytische Vorrichtung in Infrarotoptischen Küvetten mit quergestellten Strahlern und Detektoren |
| EP1845362A1 (de) * | 2006-04-15 | 2007-10-17 | Krieg, Gunther, Prof.Dr.Ing. | Spektroskopievorrichtung |
| EP1847827A1 (de) * | 2006-04-20 | 2007-10-24 | ABB PATENT GmbH | Nichtdispersiver Infrarot-Gasanalysator |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3916195A (en) * | 1974-06-17 | 1975-10-28 | Philco Ford Corp | Non-dispersive multiple gas analyzer |
-
1996
- 1996-12-17 DE DE1996152513 patent/DE19652513A1/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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