DE19650171C1 - Vorrichtung zum Strahlen mit wahlweise trockenem oder feuchtem Strahlmittel - Google Patents
Vorrichtung zum Strahlen mit wahlweise trockenem oder feuchtem StrahlmittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Strahlen
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
Derartige Einrichtungen werden hauptsächlich für die Sa
nierung von Gebäuden und Einrichtungen aus Stahl, Stein
oder Beton verwendet.
Bekannt sind Einrichtungen zum Trockenstrahlen, bei de
nen trockenes Granulat aus einem Druckkessel mit Hilfe
von Druckluft zu einer Austrittsdüse eines Strahlschlau
ches getrieben wird.
Trockenstrahleinrichtungen arbeiten effektiv, können
aber im erheblichen Maße die Gesundheit der im Umfeld
befindlichen Menschen und die Umwelt belasten.
Um den trockenen Staub, insbesondere Feinstaub, des
Strahlmittels zu binden, werden Trockensandstrahlgeräte
mit Wasserinjektion benutzt.
Vielfach im Einsatz sind auch Einrichtungen zum Feucht-
bzw. Naßstrahlen.
So ist aus der EP 0 514 945 B1 ein Wasser/Sand-Dosiergerät
bekannt, das aus einem mit Wasser und mit einem Strahl
mittel gefüllten Druckkessel mit einer Verbindung zum
Strahlschlauch, einer Wasserversorgungsanlage für den
Druckkessel und einer Treibluftversorgungsanlage für den
Strahlschlauch besteht.
Die Wasserversorgungsanlage besitzt ein Dreiwegeventil
zur Einleitung des Wassers in den oberen Bereich und in
den unten am Druckkessel angeordneten Auslaß. Die Was
serpumpe hat ebenfalls Verbindung zum Strahlschlauch.
Diese Feuchtstrahleinrichtung hat den Nachteil, daß sich
bei der Gemischregulierung die Volumenanteile des
Strahlmittels und des Wassers direkt beeinflussen. Das
bedeutet, daß sich z. B. bei der Zugabe von Wasser im
unteren Bereich des Druckkessels die Volumenanteile des
Strahlmittels im gleichen Umfange verringern. Weniger
Strahlmittel bedeutet aber eine geringere Strahllei
stung. Das Verhältnis von Wasser zu Strahlmittel ist un
bestimmt.
Außerdem kann mit dieser Einrichtung nicht mit trockenem
Strahlmittel gestrahlt werden.
Es ist aus der DE 43 35 382 A1 auch schon ein Strahlge
rät bekannt geworden, das zum Trockenstrahlen und zum
Feuchtstrahlen verwendet werden kann. Dieses Strahlgerät
besitzt eine Luftversorgungsanlage bestehend aus einem
Kompressor und Zuleitungen für den oberen Bereich des
Druckkessels, für den Auslaufbereich des Druckkessels
und für den Strahlschlauch. Eine separate Wasserzulauf
leitung mündet in den oberen Bereich des Druckkessels.
Dieses Strahlgerät besitzt im Feuchtstrahlverfahren
ebenfalls nur eine unzureichende Strahlleistung, da hier
praktisch keine geregelte Vermischung des Strahlmittels
mit dem Wasser möglich ist.
Ein Trockensandstrahlen mit Wasserinjektion sowie ein
nachträgliches Waschverfahren sind nicht vorgesehen.
Es besteht daher die Aufgabe, eine Vorrichtung zum
Strahlen mit trockenem oder feuchtem Sand und zum an
schließendem Waschen zu entwickeln, die universell für
alle genannten Verfahren einsetzbar und dabei einfach
und kompakt ausgeführt ist und die beim Feuchtsandstrah
len eine unabhängige Regulierung der Volumenanteile von
Wasser und Strahlmittel ermöglicht, so daß immer ein Op
timum an Feinstaubbindung und Strahlleistung erzielt
werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Eine zweckdienliche Ausgestaltung der Erfindung ergibt
sich aus den Merkmalen des Unteranspruchs 2.
Die Erfindung beseitigt die aufgezeigten Nachteile der
bekannten Lösungen.
Die Vorrichtung ist im Bereich des Trocken- und des
Feuchtstrahlens sowie zum Waschen einsetzbar. Dieser
Vorteil wirkt sich in erster Linie beim Anwender solcher
Vorrichtungen aus, in dem er mit nur einer Vorrichtung
auf die unterschiedlichsten Anforderungen flexibel rea
gieren kann.
Von besonderem Vorteil ist es, daß die Vorrichtung in
der am meisten verwendeten Betriebsart, dem Naßstrahlen,
als Schlämmstrahlgerät arbeitet und in allen üblichen
Druck- und Leistungsbereichen stufenlos regelbar ist und
problemlos arbeitet, so daß das Gerät auf den Anwen
dungsfall optimal angepaßt werden kann.
Die Erfindung soll nachstehend an Hand eines Ausfüh
rungsbeispieles näher erläutert werden.
Dazu zeigt die Figur ein Wirkschaltbild der Erfindung.
Die Vorrichtung zum Strahlen besitzt als zentrales Ele
ment einen in bekannter Weise ausgebildeten Strahlkessel
1. Dieser Strahlkessel 1 ist nach außen luftdicht ver
schlossen und mit einem konischen Auslaufanschluß 2 und
mit einem verschließbaren Befülltrichter 3 ausgerüstet.
Im oberen Bereich des Strahlkessels 1 befindet sich ein
Überlauf mit einem Sperrventil 4.
Der Strahlkessel 1 besitzt ebenfalls im oberen Bereich
eine Versorgungsleitung 5. Im unteren Bereich befindet
sich der Auslaufanschluß 2, der in ein Sperrventil 6
mündet, das andererseits mit einer Luftleitung 7 im An
schluß 8 verbunden ist, die über einen Strahlmittel
schlauch 9 zu einer Strahldüse 10 führt.
Die Versorgungsleitung 5 ist über einen Abzweig 11 ei
nerseits mit einer Wasserversorgungsanlage und ander
seits mit einer Luftversorgungsanlage verbunden.
Die Luftversorgungsanlage besitzt einen Kompressor 12,
der über einen Abzweig 13 einerseits über die Luftlei
tung 7 mit dem Strahlmittelschlauch 9 und andererseits
über eine Luftleitung 14 und den Abzweig 11 mit der Ver
sorgungsleitung 5 und damit mit dem Strahlkessel 1 ver
bunden ist. In der zum Strahlmittelschlauch 9 führenden
Luftleitung 7 ist ein Sperrventil 15 und in der zum
Strahlkessel 1 führenden Luftleitung 14 ein Sperrventil
16 angeordnet. Zum Abzweig 13 und zum Sperrventil 15
verläuft eine Bypassleitung 17 mit einem Druckminderven
til 18. In Strömungsrichtung hinter der Bypassleitung 17
befindet sich in der Luftleitung 7 ein Sperrventil 19.
Die Wasserversorgungsanlage besitzt eine Wasserpumpe 20
mit einer Wasserdruckleitung 21, die zu einem Abzweig 22
mit einer Vier-Wege-Verteilung führt.
Von diesem Abzweig 22 führt einerseits eine Wasserdruck
leitung 23 mit einem verstellbaren Drosselventil 24 über
die Versorgungsleitung 5 zum Strahlkessel 1.
Andererseits führt eine Wasserdruckleitung 25 über eine
Wasserdruckleitung 26 zur Luftleitung 7 und mündet zwi
schen dem Sperrventil 19 und dem Anschluß 8 in die Luft
leitung 7 ein. In dieser Wasserdruckleitung 25 befindet
sich ein Sperrventil 27.
Vom Abzweig 22 führt eine weitere, das Sperrventil 27
umgehende, Bypassleitung 28 zur Wasserdruckleitung 26.
In der Bypassleitung 28 befindet sich in Strömungsrich
tung ein Sperrventil 29 und anschließend ein verstellba
res Drosselventil 30.
In der Bypassleitung 17 befindet sich hinter dem Druck
minderventil 18 ein Abzweig 31, von dem eine Druckluft
leitung 32 über ein Sperrventil 33 zur Wasserpumpe 20
führt.
Damit sind der Kompressor 12 und die Wasserpumpe 20
wirksam miteinander gekoppelt. Im Bedarfsfall ist die
Wasserpumpe 20 als Druckübersetzer mit einem vorzugswei
se feststehenden Druckübersetzungsverhältnis eingesetzt,
die einen gegenüber dem Luftdruck erhöhten Wasserdruck
realisiert.
In der Betriebsart Trockensandstrahlen befindet sich ein
besonders vorbehandeltes Strahlmittel im Strahlkessel 1.
Zunächst sind alle Ventile geschlossen, so auch das
Sperrventil 33, womit die Luftversorgungsanlage von der
Wasserversorgungsanlage getrennt ist. Mit der Inbetrieb
nahme des Kompressors 12 wird das Sperrventil 16 geöff
net, wodurch Druckluft in den Strahlkessel 1 gelangt und
hier das Strahlmittel unter Druck setzt. Ebenfalls wird
das Sperrventil 15 geöffnet. Danach wird mit Hilfe des
Sperr- und Regelventiles 6 die gewünschte und bereitzu
stellende Menge an Strahlmittel eingestellt und nachfol
gend zunächst das Sperrventil 19 geöffnet. Das in die
Luftleitung 7 im Anschluß 8 gelangende Strahlmittel wird
beschleunigt und durch den Strahlmittelschlauch 9 zur
Strahldüse 10 gefördert.
In der Betriebsart Trockensandstrahlen mit Wasserinjek
tion wird zusätzlich das Sperrventil 33 geöffnet und da
mit die Wasserpumpe 20 aktiviert. Durch Öffnen des
Sperrventiles 29 wird eine bestimmbare Menge an Wasser
über die Bypassleitung 28, das Drosselventil 30 und die
Wasserdruckleitung 26 in die zum Strahlmittelschlauch 9
führende Luftleitung 7 gefördert. Damit entsteht in der
Luftleitung 7 ein Treibmittel mit einer besonderen Luft-
/Wasser-Mischung. Der definierte Wasseranteil in der
Luftleitung 7 bestimmt in Verbindung mit dem aus dem
Sperr- und Regelventil 6 austretenden Wasser/Strahlmit
telgemisch das Mischungsverhältnis von Wasser zu Strahl
mittel im Strahlmittelschlauch 9.
In der Betriebsart Naßstrahlen wird das Sperrventil 16
geschlossen und damit die Luftzufuhr zum Strahlkessel 1
unterbrochen. Durch Betätigung des Drosselventiles 24
wird Wasser in einer für das Strahlmittel sättigenden
Menge in den Strahlkessel 1 gefördert.
So stellt sich beispielsweise ein Mischungsverhältnis
von Strahlmittel und Wasser von 70 zu 30 ein, das eine
erforderliche Fließfähigkeit des Strahlmittel-/Wasser-
Gemisches garantiert.
Danach wird ein Treibmittel aus Luft und Wasser in der
Luftleitung 7 hergestellt, in dem das Sperrventil 29 in
der Bypassleitung 28 und das Drosselventil 30 geöffnet
werden.
Durch die Betätigung des Drosselventiles 30 wird eine
jeweils gewünschte Menge an Wasser der in der Luftlei
tung 7 befindlichen Treibluft zugemischt.
Diese über die Luftleitung 7 dem Strahlmittel-/Wasser-
Gemisch zusätzlich zugeführte Wassermenge verändert das
Mischungsverhältnis des an der Strahldüse 10 verfügbaren
Gemisches von Strahlmittel zu Wasser auf einen neuen,
gewünschten Wert.
Dieses gewünschte Mischungsverhältnis von Strahlmittel
und Wasser an der Strahldüse 10 richtet sich einerseits
nach dem optimalen Grad der Feinstaubbindung und ande
rerseits nach der Art (Stein, Beton, Stahl) des zu bear
beitenden Objektes und nach der Art des Bearbei
tungsvorganges (Grobstrahlen, Feinstrahlen) . Durch eine
feinfühlige Betätigung des Drosselventiles 30 in der By
passleitung 28 kann so stets ein für den Anwendungsfall
effektives Mischungsverhältnis von Strahlmittel und Was
ser gewählt und über die Bearbeitungszeit konstant ge
halten werden.
In der Betriebsart Waschen wird das Drosselventil 24 ge
schlossen und damit die Wasserzufuhr für den Strahlkes
sel 1 unterbrochen. Das in der Bypassleitung 28 befind
liche Sperrventil 29 wird ebenfalls geschlossen und da
für das Sperrventil 27 in der Wasserdruckleitung 25 ge
öffnet. Auf diesem Wege kann der Luftleitung 7 unter
Umgehung des feinfühligen Drosselventiles 30 eine aus
reichende Wassermenge bereitgestellt werden.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Strahlen mit wahlweise trockenem oder feuch
tem Sand, bestehend aus einem Strahlkessel
- - mit einem Befülltrichter für die Zuführung eines Strahlmittels,
- - mit einem unteren Auslaßanschluß für die Abführung eines Strahlmittelgemisches zu einem Strahlmittel schlauch und
- - mit einem oberen Versorgungsanschluß mit Verbindung zu einer Luftversorgungsanlage und einer Wasserversor gungsanlage, wobei
- - die Luftversorgungsanlage aus einem Kompressor mit zum Strahlkessel und zum Strahlschlauch führenden Leitungen und
- - die Wasserversorgungsanlage aus einer Wasserpumpe mit einem verzweigten Leitungssystem besteht,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß das Leitungssystem der Wasserversorgungsanlage in der Wasserdruckleitung (21) einen Abzweig (22) mit einer Vier-Wege-Verteilung besitzt,
- - der über eine erste Wasserdruckleitung (23) und einem Drosselventil (24) mit dem Strahlkessel (1) verbunden ist,
- - der über eine zweite Wasserdruckleitung (25) und einem Sperrventil (27) mit einer zur Luftleitung (7) führenden Wasserdruckleitung (26) verbunden ist und
- - der über eine Bypassleitung (28), einem Sperrventil (29) und einem Drosselventil (30) ebenfalls mit der zur Luftleitung (7) führenden Wasserdruckleitung (26) verbunden ist,
- - die Wasserdruckleitung (26) in Strömungsrichtung vor dem Strahlmittelschlauch (9) und dem Anschluß (8) in die Luftleitung (7) einmündet und
- - daß die Wasserversorgungsanlage mit der Luftversor gungsanlage über eine Druckluftleitung (32) und einem Sperrventil (33) gekoppelt ist und daß dadurch der Kompres sor (12) der Luftversorgungsanlage auch als An trieb für die Wasserversorgungsanlage wirkt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckluftleitung (32)
ein Druckübersetzer mit vorzugsweise festeingestelltem
Druckübersetzungsverhältnis eingesetzt ist, der den
Druck der Wasserversorgungsanlage gegenüber dem
vom Kompressor (12) erzeugten Druck heraufsetzt.
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