DE19648790A1 - Werkzeugschleifscheibe - Google Patents
WerkzeugschleifscheibeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Werkzeugschleifmaschine, insbesondere
zum Schärfen und Nachschleifen von Bohrern, Fingerfräsern,
Reibahlen und dergleichen.
Werkzeugschleifmaschinen zum Schärfen oder Nachschleifen von
Schneidwerkzeugen, insbesondere Fingerfräsern mit Kugelschneidkopf
sind heute in der Regel CNC-gesteuert. Um sich den verschiedenen
Geometrien von Fingerfräsern mit Kugelschneidkopf anpassen zu
können, benötigen die Schleifmaschinen mindestens fünf
CNC-gesteuerte Achsen. Dies gilt auch für normale Fingerfräser und
konische Fingerfräser mit Kugelschneidkopf. Die bekannten
Werkzeugschleifmaschinen weisen in der Regel eine Mehrzahl von
Schleifscheiben auf, die sich in eine Schleifstellung bewegen
lassen, um die erforderliche Flexibilität beim Schleifen
verschieden großer Werkzeuge und unterschiedlicher Geometrien zu
gewährleisten. Dabei werden unterschiedliche, geeignete
Schleifscheiben für die unterschiedlichen Arbeitsgänge vorgesehen,
wie z. B. Spiralnutschleifen, Schleifen des Werkzeugendes,
Vorschleifen und Fertigschleifen usw. Diese Mehrzahl an
Schleifscheiben kann entweder auf einer einzigen Schleifspindel
nebeneinander angeordnet sein, wobei die Schleifscheiben so
beabstandet sein müssen, daß keine Behinderung beim Schleifen
eines Werkzeugs mit der einen oder der anderen Schleifscheibe
eintritt. Statt mehrere Schleifscheiben auf einer Spindel
anzuordnen, können auch eine Mehrzahl von Spindeln mit jeweils
einer oder mehreren Schleifscheiben vorgesehen sein, von denen die
jeweils benötigte in die Arbeits- bzw. Schleifstellung bewegt
wird.
Bei der Lösung mit mehreren Schleifscheiben auf einer
Schleifspindel können nur verhältnismäßig kleine Schleifscheiben
mit einem Durchmesser zwischen 50 und 100 mm verwendet werden, um
einen zu großen Abstand zwischen den Schleifscheiben und damit
einen zu großen Überhang der Schleifscheibe auf der Schleifspindel
zu vermeiden. Dies ist notwendig, da die Gefahr der gegenseitigen
Behinderung umso größer ist, je größer der Durchmesser der
Schleifscheiben ist, wenn davon mehrere auf einer Schleifspindel
angeordnet sind, insbesondere wenn Werkzeuge mit Spiralnuten, wie
Fingerfräser, bearbeitet werden sollen. Des weiteren sind für
bestimmte Schleifbearbeitungsgänge, insbesondere beim Schleifen
von Fingerfräsern mit Kugelschneidkopf Schleifscheiben mit kleinem
Durchmesser erforderlich, mit denen die Nut im Kugelschneidkopf
geschliffen wird, während für andere Bearbeitungsvorgänge am
selben Werkzeug größere Schleifscheiben leistungsfähiger sind. Um
jedoch gegenseitige Behinderungen beim Schleifen zu vermeiden,
müssen die Schleifscheiben auf einer Spindel im wesentlichen den
gleichen Durchmesser aufweisen.
Bei einer bekannten Lösung mit zwei Schleifscheiben auf zwei
Schleifspindeln sind die Schleifspindeln koaxial zueinander
angeordnet, wobei diese Achse waagerecht verläuft und die
Schleifscheiben durch Drehung um eine senkrechte Achse, die etwa
mittig zwischen den beiden Schleifspindeln verläuft, in eine
Position zum Bearbeiten eines Werkzeugs bewegbar sind. Die
Drehachse, um die die Schleifspindeln mit den Schleifscheiben
gedreht werden, um sie in die jeweilige Arbeitsstellung zu
bringen, ist stets relativ weit von der Schleifscheibe entfernt,
wodurch auch bei sehr steifer Bauweise Vibrationen und
Ungenauigkeiten beim Indexieren auftreten können. Die Möglichkeit,
die Spindeln an einem sehr steifen Träger anzuordnen, ist dazu
noch dadurch eingeschränkt, daß unterhalb der Schleifspindel ein
freier Raum vorhanden sein muß, um die Bewegung von
verhältnismäßig langen Werkzeugen nicht zu behindern. Für das
Schleifen mit hoher Leistung und hohem Werkstoffabtrag reicht die
Steifigkeit dieser Bauweise daher häufig nicht aus.
Zum Abrichten der Schleifscheiben ist es bei den bekannten
Werkzeugschleifmaschinen des weiteren erforderlich, die
Schleifscheiben auszubauen und in einer gesonderten
Abrichtvorrichtung abzurichten.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine
Werkzeugschleifmaschine mit mindestens zwei Schleifspindeln zu
schaffen, die es erlaubt, die Achsen der Schleifspindeln nahe
aneinander zu rücken und in einem steifen Träger anzuordnen, so
daß ein Schleifen mit großer Leistung und großem Werkstoffabtrag
ohne Gefahr von Vibrationen und mit großer Genauigkeit möglich
ist. Des weiteren soll eine Möglichkeit zum Abrichten der
Schleifscheiben in der Werkzeugschleifmaschine geschaffen werden.
Ausgehend von dieser Problemstellung wird bei einer
Werkzeugschleifmaschine der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen,
daß sie eine in allen erforderlichen Achsen bewegbare
Werkzeugaufnahme und einen um eine senkrechte Achse drehbaren,
massiven Träger großer Masse für mindestens zwei antreibbare,
senkrechte Schleifspindeln mit Schleifscheiben aufweist. Dadurch
daß die senkrechten Schleifspindeln parallel zur senkrechten Achse
des drehbaren Trägers angeordnet sind, lassen sie sich nahe an die
Drehachse des Trägers heranrücken, gewährleisten jedoch in der
Arbeitsstellung genügend freien Raum parallel zur Schleifspindel,
um lange Werkzeuge bearbeiten zu können.
Der Überhang der Schleifspindel ist vernachlässigbar und der
massive Träger großer Masse gewährleistet eine vibrationsfreie
Bearbeitung mit großer Leistung.
Während sich jeweils eine Schleifspindel mit der Schleifscheibe in
einer Arbeitsstellung befindet, läßt sich die Schleifscheibe an
der anderen Schleifspindel im Bereich einer Abrichtvorrichtung
abrichten, ohne daß die Schleifscheibe oder die Schleifspindel mit
der Schleifscheibe aus der Werkzeugschleifmaschine ausgebaut
werden müssen.
Der Träger kann vorzugsweise aus einer massiven Scheibe mit einer
etwa der Länge der Schleifspindel entsprechenden Dicke und einer
ebenfalls massiven Welle bestehen, wobei die Welle in einem
Lagerkörper eines Maschinengestells drehbar sowie heb- und senkbar
geführt sein kann und zwischen dem oberen Ende des Lagerkörpers
und der Unterseite der Scheibe Indexiervorsprünge und
-vertiefungen angeordnet sein können und die Arretierung durch die
Schwerkraft erfolgt.
Wenn im oberen Ende des Lagerkörpers drei gleichmäßig beabstandete
Indexierkugeln und in die Unterfläche des Tellers sechs mit
jeweils einer Vertiefung versehene Indexiereinsätze mit dem halben
Abstand der Indexierkugeln eingelassen sind, ergibt sich in der
Arretierstellung eine Dreipunktauflage der Scheibe, während durch
die sechs Indexiereinsätze nacheinander sechs Schleifspindeln mit
Schleifscheiben in die Arbeitsstellung bringbar sind.
Da das Anheben und Absenken des Trägers sowie das Drehen
ausschließlich zum Indexieren der jeweilig benötigten
Schleifspindel mit Schleifscheibe erfolgt, ist es möglich, in der
massiven Welle für die Scheibe eine Bohrung vorzusehen, in die ein
gehäusefester Kolben abgedichtet eingreifen kann, durch den eine
Druckmittelleitung geführt ist. An derselben Welle kann ein
Indexierantrieb angreifen, so daß das Weiterschalten durch kurzes
Anheben des Trägers durch Zufuhr von Druckmittel über die
Druckmittelleitung erfolgt und danach das Weiterdrehen mittels des
Indexierantriebs durchgeführt wird. Dieser Indexierantrieb braucht
nicht hochgenau die jeweilige Arbeitsstellung anzufahren, da das
eigentliche Indexieren in der vorgeschriebenen Stellung durch die
Arretierung mittels der Indexiervorsprünge und -vertiefungen durch
Schwerkraft erfolgt.
Vorzugsweise können unabhängige Antriebe wenigstens für die
Schleifspindel in der Arbeitsstellung und für die Schleifspindel
in der Abrichtstellung vorgesehen sein, damit beide Vorgänge
unabhängig voneinander und gleichzeitig ablaufen können.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der
Werkzeugschleifmaschine besteht darin, daß sechs oder mehr
Schleifspindeln regelmäßig beabstandet in der Scheibe gelagert
sind, jede Schleifspindel aus der Unterseite der Scheibe
herausragende Riemenscheiben aufweist, ein Treibriemen um
wenigstens die Riemenscheibe der Schleifspindel in der
Arbeitsstellung und um eine Riemenscheibe eines Antriebsmotors
gelegt ist, ohne die Riemenscheibe der Schleifspindel der
Abrichtstellung anzutreiben und der Antrieb für die Schleifspindel
in der Abrichtstellung in dieser Stellung mit der jeweiligen
Schleifspindel kuppelbar ist.
Vorzugsweise kann der Antrieb für die Schleifspindel in der
Abrichtstellung aus einem am Lagerkörper höhenverstellbar
angeordneten Antriebsmotor mit einer mit der Schleifspindel in der
Abrichtstellung axial zum Eingriff bringbaren Kupplung bestehen.
Auf diese Weise braucht der Antrieb für die Schleifspindel in der
Abrichtstellung nur dann mit der Schleifspindel gekuppelt zu
werden, wenn ein Abrichtvorgang erforderlich ist.
Das Abrichtwerkzeug kann vorzugsweise aus einer in senkrechter und
waagerechter Richtung bewegbaren, mit einer Schleifscheibe an
einer Schleifspindel in der Abrichtstellung in Eingriff
bringbaren, angetriebenen Diamantschleifscheibe bestehen.
Wenn die Werkzeugaufnahme gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung um eine waagerechte Achse schwenkbar, in Richtung
dieser Achse und radial dazu verschiebbar und drehbar ist und
hierzu die Werkzeugaufnahme von einem unverdrehbar und axial
verschiebbar in einer präzise gelagerten Hohlwelle geführten
Schaft getragen wird, wobei die Hohlwelle in einem an einem
Schlitten waagerechten geführten Träggehäuse angeordnet und der
Schlitten senkrecht am Maschinengestell geführt ist, läßt sich die
Werkzeugaufnahme in allen erforderlichen Achsen bewegen, wobei
sich diese Bewegungen in vorteilhafter Weise CNC-gesteuert
ausführen lassen.
Die Werkzeugaufnahme kann dabei an einem am Schaft befestigten
Träger radial verschiebbar geführt sein, während der Drehantrieb
über einen Riementrieb mit fest gelagerten Riemenscheiben und
darin verschiebbar geführter Antriebswelle auf die
Werkzeugaufnahme wirken kann.
Wenn dann ein Drehgeber auf der Riemenscheibe den Drehantrieb für
eine winkelgenaue Drehung der Werkzeugaufnahme steuert, treten
keine Ungenauigkeiten in der Drehbewegung des zu schleifenden
Werkzeugs auf, auch wenn der Riementrieb nicht schlupffrei
arbeitet.
Erfindungswesentlich ist, daß eine Mehrzahl von Schleifspindeln,
beispielsweise sechs Schleifspindeln, in einem Träger mit
senkrechter Drehachse gelagert sind. Der Träger ist massiv mit
großer Masse gestaltet, so daß ein vibrationsfreier Lauf der
Schleifscheiben gewährleistet ist. Der Träger ruht in der
Arbeitsstellung auf drei Punkten, und durch das Gewicht des
Trägers und der Spindeln ist die Arretierung in der jeweiligen
Indexierstellung gewährleistet. Jede Schleifspindel ist am der
Schleifscheibe entgegengesetzten Ende mit einer Riemenscheibe
versehen und diese dient zusätzlich als Kupplungselement. Ein
Triebriemen umfaßt fünf der sechs Riemenscheiben an den
Schleifspindeln, die somit gleichzeitig von einem Elektromotor
angetrieben werden. Durch diese Anordnung ist stets eine
Riemenscheibe einer Schleifspindel nicht in Berührung mit dem
Treibriemen, und diese Schleifspindel liegt der in der
Arbeitsstellung befindlichen Schleifspindel diametral gegenüber.
In dieser Stellung läßt sich diese Schleifspindel durch eine
unabhängigen Antriebsmotor in Drehung versetzen, indem ein
Kupplungselement an einer Welle des Antriebsmotors mit dem
Kupplungselement an der Riemenscheibe dieser Schleifspindel
gekuppelt wird, so daß sich diese Schleifspindel mit der
Schleifscheibe mit einer geeigneten Geschwindigkeit in Drehung
versetzen läßt, um die Schleifscheibe abzurichten oder in Form zu
bringen, unabhängig vom Schleifzyklus, wobei hierfür einen in zwei
Achsen CNC-gesteuerte Abrichtvorrichtung verwendet wird. Aufgrund
dieser Anordnung läßt sich jede Schleifscheibe abrichten, ohne daß
der Abrichtvorgang Rückwirkungen auf den Schleifvorgang hat. Es
ist möglich, wenigstens sechs Schleifscheiben mit
unterschiedlichen Formen und Abmessungen für den Schleifvorgang
zur Verfügung zu stellen, ohne daß durch die Schleifscheiben eine
gegenseitige Behinderung eintritt.
Falls das zu schleifende Werkzeug so gestaltet ist, daß sich die
Schleifscheiben gegenseitig nicht im Wege stehen können, können
mehr als eine Schleifscheibe beabstandet auf einer Schleifspindel
angeordnet sein und zum Schärfen oder Nachschleifen von Bohrern,
Fingerfräsern, Reibahlen und dergleichen Verwendung finden. Da die
Schleifspindeln in der Nähe der Peripherie des Trägers angeordnet
sind, ist parallel zur Schleifspindelachse genügend freier Raum
vorhanden, um auch sehr lange Werkzeuge schleifen zu können. Die
drei Punkte der Dreipunktlagerung des Trägers lassen sich mit
großem Abstand voneinander an der Scheibe des Trägers anordnen,
wodurch die Steifigkeit der Verriegelung durch die Schwerkraft und
die Genauigkeit der Indexierung verbessert wird.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren erläutert. In der
Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht, teilweise im
Schnitt einer erfindungsgemäßen
Werkzeugschleifmaschine,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Werkzeugschleifmaschine
gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine vergrößerte Detailansicht, teilweise im
Schnitt der Werkzeugaufnahme und ihres Antriebs
und
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht einer
Abrichtvorrichtung.
An einem Untergestell 1 ist eine Blechwanne 91 befestigt, die zum
Auffangen der beim Schleifen verwendeten Kühlflüssigkeit und des
Materialabtrags dient. Mit dem Untergestell 1 ist ein
Maschinengestell 2 verbunden, das an einem seitlichen Bereich eine
Bohrung 3 für eine massive Welle 5 aufweist. Diese massive Welle 5
ist einstückig mit einer Scheibe 4 hergestellt und dienen als
Träger für sechs im Bereich der Peripherie der Scheibe 4
angeordnete Schleifspindeln 17.
In der Unterfläche der Scheibe 4 sind sechs Indexiereinsätze 6 mit
Vertiefungen für drei in der Oberseite des Lagerkörpers 93
angeordnete Indexierkugeln 7 vorgesehen. Die Scheibe 4 ruht somit
über die Indexiereinsätze 6 auf den drei Indexierkugeln 7 mit
einer Drei-Punkt-Auflage aufgrund der Schwerkraft und ist dadurch
in ihrer jeweiligen Stellung sicher arretiert.
Im Bereich des unteren Endes der Welle 5 ist eine Bohrung 11
angeordnet, die in Verbindung mit einem gehäusefesten Kolben 9,
der in der Bohrung 3 abgedichtet geführt ist, eine
Hydraulik-Kolben-Zylinder-Einheit bildet. Im Kolben 9 ist eine
Hydraulikleitung 10 angeordnet, über die sich Druckmittel in einen
Zylinderraum in der Bohrung 11 oberhalb des Kolbens 9 zum Anheben
der Scheibe 4 und der Welle 5 einführen läßt. Wird die Scheibe 4
mit der Welle 5 auf diese Weise so weit angehoben, daß die
Vertiefungen in den Einsätzen 6 von den Indexierkugeln 7 frei
kommen, läßt sich die Scheibe 4 mit der Welle 5 frei um die
senkrechte Achse 97 drehen.
Zu diesem Zweck ist am freien Ende der Welle 5 eine Riemenscheibe
13 befestigt, die über einen Treibriemen 14 mit einer
Riemenscheibe 15 an einem Antriebsmotor 16 in Verbindung steht.
Der Antriebsmotor 16 dreht die Scheibe 4 mit der Scheibe 5 um eine
bestimmte Winkelstellung weiter, um eine mittels eines
Spindelflanschs 27 an einer Schleifspindel 17 befestigte
Schleifscheibe 26 in eine Schleifstellung zu bringen, in der die
Schleifscheibe 26 einem zu schleifenden Werkzeug 89
gegenübersteht. Die genaue Indexierung der jeweilig benötigten
Schleifscheibe erfolgt durch die bereits erwähnten
Indexiereinsätze 6 und die Indexierkugeln 7 durch Schwerkraft,
wenn die Scheibe 4 mit der Welle durch Druckentlastung über die
Hydraulikleitung 10 wieder angesenkt wird. Die sechs in Fig. 2
ersichtlichen Schleifspindeln 17 sind gleichmäßig beabstandet
voneinander und parallelachsig zur Drehachse 97 im Bereich der
Peripherie der Scheibe 4 angeordnet, so daß sich die
Schleifscheiben oberhalb der Scheibe 4 befinden, während an den
Schleifspindeln 17 angeordnete Riemenscheiben 18 über die
Unterseite der Scheibe 4 hinausragen.
Die Dicke der Scheibe 4 ist so bemessen, daß die Schleifspindeln
17 im wesentlichen über ihre gesamte Länge in der Scheibe gehalten
werden. Dies bewirkt eine sichere, vibrationsarme Lagerung der
Schleifspindeln 17, gleichzeitig ergibt sich für die Scheibe mit
der Welle 5, die massiv ausgebildet sind, eine große Masse, die
ebenfalls zum vibrationsarmen Lauf der Schleifscheiben 26 aufgrund
der großen Steifigkeit und Trägheit beiträgt.
Parallelachsig zur Scheibe 4 mit der Welle 5 ist ein Antriebsmotor
21 im Maschinengestell 2 angeordnet, dessen Riemenscheibe 20 fünf
der sechs Schleifspindeln 17 über einen Treibriemen 19 antreibt,
da der Umschlingungswinkel des Treibriemens 19 so gewählt ist, daß
die Riemenscheibe 18 an einer sechsten Schleifspindel 17 nicht
angetrieben wird. Diese Schleifspindel 17 läßt sich mittels eines
Antriebsmotors 24 unabhängig von den fünf anderen Schleifspindeln
17 in Drehung versetzen. Zu diesem Zweck weist der Antriebsmotor
24 ein konisches Kupplungselement 23 auf, das sich in eine
konische Öffnung 22 in der Antriebsriemenscheibe 20 einbringen und
auf diese Weise kuppeln läßt. Zu diesem Zweck ist der
Antriebsmotor 24 mittels Gleitstücken 25 am Lagerkörper 93
gelagert und läßt sich wahlweise und gesteuert in die
eingekuppelte und die ausgekuppelte Stellung fahren.
Während die fünf Schleifspindeln 17 mit den Schleifscheiben 26
über den Treibriemen 19 durch den Antriebsmotor 21 in Drehung
versetzt werden und sich eine der Schleifscheiben 26 in der
Arbeitsstellung befindet, läßt sich die diametral
gegenüberliegende Schleifscheibe 26 abrichten. Zu diesem Zweck ist
auf einer Platte 98 auf dem Maschinengestell 2 ein Abrichtwerkzeug
in Form einer Diamantscheibe 28 angeordnet. Diese Diamantscheibe
28 wird durch einen Antriebsmotor 29 in Drehung versetzt, wobei
dieser Antriebsmotor an einem Schlitten 30 und mittels
Führungsschuhen 31 an senkrechten Gleitführungen 32 an einem
Ständer 37 gelagert ist. Der Schlitten 30 läßt sich mittels eines
Stellmotors 36 senkrecht an den Gleitführungen 32 verschieben,
indem der Stellmotor 36 über eine Kupplung 35 mit einer
Kugelumlaufspindel 33 in Verbindung steht, die einerseits an einem
Ansatz des Schlittens 30 angreift und andererseits mittels eines
Lagers 34 am Ständer 37 gelagert ist. Der Ständer 37 ist mittels
Führungsschuhen 38 auf waagerechten Führungsschienen 39 gelagert
und läßt sich in waagerechter Richtung mittels eines Stellmotors
43 bewegen, der über eine Kupplung 42 mit einer am Ständer 37
angreifenden Kugelumlaufspindel 40 gekuppelt ist. Ein Lager 31
trägt die Kugelumlaufspindel 40 im Bereich der Kupplung 42.
Zum Abrichten der in der Abrichtstellung befindlichen
Schleifscheibe 26 wird der Antriebsmotor 24 mittels eines nicht
dargestellten Stellantriebs senkrecht nach oben bewegt, bis das
konische Kupplungselement 23 in die konische Öffnung 20 der
Riemenscheibe 18 kuppelnd eingreift. Nunmehr wird die
Schleifscheibe 26 durch den Motor 24 unabhängig von den übrigen
Schleifscheiben 26 in Drehung versetzt, während die Diamantscheibe
28 mittels der Stellmotoren 36 und 43 in die Abrichtposition
gebracht wird. Die Diamantscheibe 28 kann als Formscheibe
ausgebildet sein, um der Schleifscheibe 26 ein bestimmtes Profil
zu geben, oder kann dazu dienen, die Schleifscheibe 26 genau
zylindrisch abzurichten.
An einer senkrechten Seite des Maschinengestells 2, benachbart zum
Lagerkörper 93 sind senkrechte Führungsschienen 48 angeordnet, an
der ein Schlitten 46 mittels Führungsschuhen 47 senkrecht auf- und
abbeweglich geführt ist. Die senkrechte Bewegung des Schlittens 46
wird durch eine Kugelumlaufspindel 49 bewirkt, die am
Maschinengestell 2 in einem Lager 50 gelagert ist und über eine
Kupplung 51 mit einem Stellmotor 52 gekuppelt ist. Am Schlitten 46
sind parallele, waagerechte Führungsschienen 53 angeordnet, an
denen ein Gehäuse 55 mittels Führungsschuhen 54 in waagerechter
Richtung verschiebbar geführt ist. Auch diese Bewegung wird durch
eine Kugelumlaufspindel 56 hervorgerufen, die am Traggehäuse 55 in
einem Lager 57 gelagert ist und mittels einer Kupplung 58 mit
einem Stellmotor 59 gekuppelt ist.
Im Traggehäuse 55 ist eine Hohlwelle 60 mittels
Präzisionswälzlagern 61 gelagert. An der Hohlwelle 60 ist ein
Schneckenrad 62 angeordnet, in das eine durch einen Stellmotor 64
angetriebene Schnecke 63 eingreift. Mittels dieses Stellmotors 64
läßt sich die Hohlwelle 60 um eine waagerechte Achse 94 drehen.
In der Hohlwelle 60 sind Führungsschienen 67 angeordnet, die
Führungsschuhe 66 eines quadratischen Schafts 65 umgreifen. Mit
dem Schaft 65 ist koaxial eine Kugelumlaufspindel 68 verbunden,
die an der Hohlwelle 60 mittels eines Lagers 69 gelagert ist. Die
Kugelumlaufspindel 68 ist mit einem Stellmotor 71 über eine
Kupplung 70 gekuppelt und läßt sich mittels dieses Stellmotors 71
koaxial zur Hohlwelle 60 verschieben, kann sich jedoch gegenüber
der Hohlwelle 60 nicht verdrehen. Am Schaft 65 ist ein Träger 73
befestigt, der zur Führung eines Gehäuses 85 für eine
Werkzeugaufnahme 88 dient. Das Gehäuse 85 ist mittels Gleitschuhen
86 an Führungsschienen 87 des Trägers 73 radial bezüglich der
waagerechten Achse 94 verschiebbar gelagert. An der
Werkzeugaufnahme 88 ist ein zu schleifendes Werkzeug 89
angeordnet. Die Radialverschiebung des Gehäuses 85 wird durch eine
genutete Antriebswelle 83 bewirkt, die sich in einer Riemenscheibe
95 axial verschieben läßt, mit dieser Riemenscheibe 95 jedoch
drehfest gekuppelt ist. Die Riemenscheibe 95 ist mittels
Wälzlagern 82 in einem Gehäuse 74 gelagert, das am Träger 73
befestigt ist.
Parallelachsig zur Antriebswelle 83 und zur Riemenscheibe 95 ist
im Gehäuse 74 eine Riemenscheibe 96 mittels Wälzlagern 77
gelagert. Diese Riemenscheibe 96 wird über eine Kupplung 78 von
einem Drehantrieb 79 in Drehung versetzt und überträgt diese
Drehung auf die Riemenscheibe 95 und damit die Antriebswelle 83
mittels eines Treibriemens 80. Da der Antrieb mittels eines
Treibriemens 80 schlupfbehaftet ist, ist auf einer Welle 81 für
die Riemenscheibe 95 ein Drehgeber 90 angeordnet, der die genaue
Winkelposition der Riemenscheibe 95 und damit der Antriebswelle 83
aufnimmt und die Drehung des Stellmotors 79 entsprechend steuert,
um eine winkelgenaue Drehung des zu schleifenden Werkzeugs 89 zu
steuern, wenn z. B. Spiralnuten in das zu schleifende Werkzeug 89
einzuschleifen sind.
Die gesamte Werkzeugschleifmaschine ist durch eine obere Haube 92
abgeschlossen, so daß die beim Schleifen verwendete
Kühlflüssigkeit nicht in die Umgebung gelangen kann, sondern in
der Wanne 91 aufgefangen und von dort beispielsweise einer
Filtereinrichtung zugeführt wird.
Das zu schleifende Werkzeug 89 läßt sich in der beschriebenen
Weise in fünf Achsen bewegen, nämlich senkrecht durch die Bewegung
des Schlittens 46, waagerecht durch die Bewegung des Traggehäuses
55, in Achsrichtung der Hohlwelle 60 durch die Bewegung des
Schafts 65, durch Drehung um die waagerechte Achse 95, durch die
radiale Bewegung entlang der Führungen 87 am Träger 73 und durch
die Drehung des zu schleifenden Werkzeugs 89 um die eigene Achse.
Auf diese Weise lassen sich CNC-gesteuert in Verbindung mit
entsprechend geformten Schleifscheiben 26 an den Schleifspindeln
17, entsprechend der jeweiligen Arbeitsstellung sämtliche
Bearbeitungsschritte des zu schleifenden Werkzeugs 89 durchführen,
während gleichzeitig eine nicht benutzte Schleifscheibe 26 mittels
der Diamantscheibe 28 abgerichtet wird.
Durch die solide Bauweise des Untergestells 1 und des
Maschinengestells 2 und die große Masse der Scheibe 4 und der
Welle 5, die die Schleifspindeln 17 aufnehmen, ist ein
vibrationsarmer Lauf der jeweils in Arbeitsstellung befindlichen
Schleifscheibe 26 gewährleistet, der noch dadurch gefördert wird,
daß der Abstand der Schleifspindel 17 von der Drehachse 97 gering
ist und sich die Indexiereinsätze 6 und die Indexierkugeln 7
unmittelbar benachbart zu den Schleifspindel 17 befinden. Daher
reicht die Arretierung mittels der Indexiereinsätze 6 und der
Indexierkugeln 7 durch die Schwerkraft aus, um eine sichere und
genaue Indexierung der sich in der Arbeitsstellung befindlichen
jeweiligen Schleifscheibe 26 zu gewährleisten.
Aufgrund des Riemenantriebs für die Schleifspindeln und für das
Indexieren der Scheibe 4 mit den Schleifspindeln 17 sind keine
besonderen Maßnahmen erforderlich, wenn die Scheibe zum
Weiterdrehen um einige Millimeter angehoben wird, da die
Riementriebe diese geringfügigen axialen Verschränkungen ohne
weiteres verkraften.
Mit der erfindungsgemäßen Werkzeugschleifmaschine ist es auch
möglich, mehrere Abrichtwerkzeuge radial zur Scheibe 4 anzuordnen,
um auf diese Weise Formschleifscheiben 26 durch unterschiedliche
Profildiamantscheiben 28 wieder in Form zu bringen, ohne die
Werkzeugschleifmaschine zum Auswechseln von Profildiamantscheiben
anzuhalten und öffnen zu müssen.
Claims (15)
1. Werkzeugschleifmaschine, insbesondere zum Schärfen und
Nachschleifen von Bohrern, Fingerfräsern, Reibahlen und
dergleichen mit
- - einer in allen erforderlichen Achsen bewegbaren Werkzeugaufnahme (88) und
- - einem um eine senkrechte Achse (97) drehbaren massiven Träger (4, 5) großer Masse für mindestens zwei antreibbare, senkrechte Schleifspindeln (17) mit Schleifscheiben (26).
2. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Träger (4, 5) aus einer massiven
Scheibe (4) mit einer etwa der Länge der Schleifspindeln (17)
entsprechenden Dicke und einer ebenfalls massiven Welle (5)
besteht.
3. Werkzeugschleifmaschinen nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Welle (5) in einem Lagerkörper (93)
eines Maschinengestells (2) drehbar sowie heb- und senkbar
geführt ist und zwischen dem oberen Ende des Lagerkörpers und
der Unterseite der Scheibe (40) Indexier-Vorsprünge (7) und
-vertiefungen (6) angeordnet sind und die Arretierung durch
die Schwerkraft erfolgt.
4. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß im oberen Ende des Lagerkörpers (93) drei
gleichmäßig beabstandete Indexierkugeln (7) und in der
Unterfläche der Scheibe (4) sechs mit jeweils einer Vertiefung
versehene Indexiereinsätze (6) mit dem halben Abstand der
Indexierkugeln (7) eingelassen sind.
5. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß in eine Bohrung (11) der Welle (5) ein
gehäusefester Kolben (9) abgedichtet eingreift und durch den
Kolben (9) eine Druckmittelleitung (10) zur Bohrung (11)
geführt ist.
6. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 2, 3, 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Welle (5) ein Indexierantrieb (13,
14, 15, 16) angreift.
7. Werkzeugschleifmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Arbeitsstellung einer
Schleifspindel (17) im Bereich der Werkzeugaufnahme (88) und
wenigstens eine Abrichtstellung einer weiteren Schleifspindel
(17) im Bereich wenigstens einer Abrichtvorrichtung (28, 29).
8. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch
unabhängige Antriebe (18, 19, 20, 21; 18, 23, 24) wenigstens
für die Schleifspindel (17) in der Arbeitsstellung und für die
Schleifspindel (17) in der Abrichtstellung.
9. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß sechs oder mehr parallelachsige
Schleifspindeln (17) regelmäßig beabstandet in der Scheibe (4)
gelagert sind, jede Schleifspindel (17) aus der Unterseite der
Scheibe (4) herausragende Riemenscheiben (18) aufweist, ein
Treibriemen (19) um wenigstens die Riemenscheibe (18) der
Schleifspindel (17) in der Arbeitsstellung und um eine
Riemenscheibe (20) eines Antriebsmotors (21) gelegt ist, ohne
die Riemenscheibe (18) der Schleifspindel (17) in der
Abrichtstellung anzutreiben und der Antrieb (18, 23, 24) für
die Schleifspindel (17) in der Abrichtstellung in dieser
Stellung mit der jeweiligen Schleifspindel (17) kuppelbar ist.
10. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antrieb für die Schleifspindeln (17)
in der Abrichtstellung aus einem am Lagerkörper (93)
höhenverstellbar angeordneten Antriebsmotor (24) mit einer mit
der Schleifspindel (17) in der Abrichtstellung axial zum
Eingriff bringbaren Kupplung (18, 22, 23) besteht.
11. Werkzeugschleifmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche
7 bis 10, gekennzeichnet durch ein in senkrechter und
waagerechter Richtung bewegbares, mit einer Schleifscheibe
(26) an einer Schleifspindel (17) in der Abrichtstellung in
Eingriff bringbares Abrichtwerkzeug (28).
12. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 12, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abrichtwerkzeug (28) aus einer
angetriebenen Diamantschleifscheibe besteht.
13. Werkzeugschleifmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 12, gekennzeichnet durch eine um eine waagerechte Achse
(94) schwenkbare, in Richtung dieser Achse (94) und radial
dazu verschiebbare und drehbare Werkzeugaufnahme (88).
14. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahme (88) von einem
unverdrehbar und axial verschiebbar in einer präzise
gelagerten Hohlwelle (60) geführten Schaft (65) getragen wird,
wobei die Hohlwelle (60) in einem an einem Schlitten (46)
waagerecht geführten Traggehäuse (55) angeordnet und der
Schlitten (46) senkrecht am Maschinengestell (2) geführt ist.
15. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahme (88) an einem am
Schaft (65) befestigten Träger (73) radial verschiebbar
geführt ist, der Drehantrieb (79) über einen Riementrieb (80,
95, 96) mit fest gelagerten Riemenscheiben (95, 96) und darin
verschiebbar geführter Antriebswelle (83) auf die
Werkzeugaufnahme (88) wirkt und ein Drehgeber (90) auf der
Riemenscheibe den Drehantrieb (71) für eine winkelgenaue
Drehung der Werkzeugaufnahme (88) steuert.
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| DE19648790C2 (de) | 2003-09-25 |
| US5980365A (en) | 1999-11-09 |
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