DE19647185A1 - Vorrichtung zum Bestimmen der Ozonkonzentration in Luft - Google Patents
Vorrichtung zum Bestimmen der Ozonkonzentration in LuftInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bestimmen der Ozonkonzentration in
Luft unter Nutzung der Oberflächen-Chemilumineszenz.
In der Klimaforschung oder in der routinemäßigen Wetterbeobachtung ist häufig
eine Messung von Ozonvertikalprofilen in der Atmosphäre erforderlich. Über leicht
zugänglichen Gebieten erfolgt die Messung üblicherweise mit Ballonsonden vom
Boden aus. Über schwer zugänglichen Gebieten, wie Wüsten, Ozeanen und Polar
gebieten, ist die Messung von Ozonvertikalprofilen mit Ballonsonden meist un
praktikabel oder unmöglich. Hier erfolgt die Messung meist vom Flugzeug aus.
In diesen Fällen werden Lidarmethoden oder andere Ozonsensoren vom Flugzeug
aus benutzt. Die Lidarmethoden sind aufwendig, nicht immer verfügbar und ihr
Einsatz ist durch Wolken eingeschränkt. Bei anderen Ozonsensoren im Flugzeug
müssen zum Messen von Ozonvertikalprofilen aufwendige Flugmanöver durchge
führt werden.
Eine effiziente Alternative bieten vom Flugzeug abzuwerfende Dropsonden mit
einem geeigneten Ozonsensor. Solche Dropsonden wurden von der Anmelderin
(DLR) und dem National Center of Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, USA
entwickelt.
Die Dropsonden werden von hochfliegenden Forschungsflugzeugen abgeworfen.
Einige Sekunden nach dem Abwurf öffnet sich ein Fallschirm der Sonde und sie
schwebt an dem Fallschirm zu Boden. Die Dropsonde mißt während des Flugs
kontinuierlich meteorologische Größen und überträgt die gemessenen Daten zum
Flugzeug.
Ozonsensoren, die speziell als Dropsondensensoren vom Flugzeug eingesetzt
werden, sind der Anmelderin nicht bekannt. Es gibt jedoch Ozonsensoren, die in
Ballonsonden (Radiosonden) vom Boden hochsteigen. Außerdem gibt es Ozon
sensoren, die vom Boden mit Raketen in die Atmosphäre befördert werden.
Nachteile dieser Ozonsensoren im Hinblick auf einen Dropsondeneinsatz vom
Flugzeug aus, sind nachstehend angeführt.
Eine elektrochemische Zelle ist das bisher meistens bei Radiosonden benutzte
Element zur Ozonmessung. Hierbei wird die Meßluft mit Hilfe eines motorgetrie
benen Kolbens an den Boden der elektrochemischen Zelle gebracht, wo sie in
Form kleiner Bläschen in eine Kaliumjodid-Lösung eingebracht wird. Dort bewirkt
in der Meßluft vorhandenes Ozon eine Oxidation der in der Lösung vorhandenen
Jodid-Anionen. Ein damit verbundener Elektronenfluß zwischen den Elektroden
der elektrochemischen Zelle ist dann ein Maß für die Ozonkonzentration.
Bei dem Einsatz dieser Technik in Dropsonden ergeben sich im wesentlichen die
folgenden Probleme. Zum einen besteht die Gefahr, daß der flüssige Elektrolyt
ausläuft, da die Dropsonde nach dem Abwurf bis zum vollständigen Öffnen des
Fallschirms unkontrollierte Bewegungen ausführt. Um dies zu vermeiden, wäre
eine Lagestabilisierung oder ein Auslaufschutz notwendig; dies ist jedoch schwie
rig zu realisieren, da das System bezüglich Meßluft offen sein muß.
Zum anderen liegt ein entscheidender Nachteil hinsichtlich des Einsatzes elektro
chemischer Zellen in einer Dropsonde in der langen Ansprechzeit bei Ozonkonzen
trationsänderungen in der Größenordnung von 20 s bis 1 min. Bei einer mittleren
Dropsonden-Fallgeschwindigkeit von 20 m/s entspricht dies einer Fallstrecke von
400 m bis 1,2 km und führt somit zu einer entsprechenden Glättung des Ozonpro
fils.
Die Abhängigkeit der Absorption von ultraviolettem Licht von dem Ozonmi
schungsverhältnis in der Meßluft wird bei der sogenannten Lichtabsorptionstech
nik ausgenutzt. Bei bisher eingesetzten Systemen haben sich hinsichtlich des Ein
satzes als Ozonsensor in Dropsonden folgende Nachteile herausgestellt. Für eine
ausreichende Absorption bei niedrigen Drücken muß die Absorptionsstrecke eine
gewisse Mindestlänge haben. Dies wiederum führt jedoch zu Abmessungen, die in
einer kleinen Dropsonde nicht gegeben sind. Ferner ist das Gewicht von bekann
ten UV-Absorptionssensoren für einen Einsatz bei Dropsonden zu hoch. Außer
dem sind die UV-Absorptionssensoren zu teuer, um in einem Art "Einwegpro
dukt", wie beispielsweise einer Dropsonde, sinnvoll eingesetzt zu werden.
Bei der Oberflächen-Chemilumineszens-Technik werden farbstoffbeschichtete
Kieselgelplättchen verwendet, die mitunter auch als Target bezeichnet sind. Bei
einer Reaktion zwischen den Plättchen und Ozonmolekülen der Meßluft wird Licht
ausgesendet, dessen Intensität proportional zu der Ozonkonzentration ist. Hier
bei wird die Lichtintensität mit einem Photomultiplier gemessen. Das Ansprechen
der Chemilumineszenz-Reaktion ist sehr kurz und liegt beispielsweise bei 0,1 s.
Die Chemilumineszenz-Technik ist in verschiedenen Ozonsensoren angewendet.
Am ähnlichsten zum Anmeldungsgegenstand ist die vom Kernforschungszen
trum Karlsruhe, 1990 angemeldete Vorrichtung zur Messung der Konzentration
von Ozon in Luft (Deutsches Gebrauchsmuster G 90 02 078.2). Die kleinste und
leichteste Weiterentwicklung dieses Systems stammt von der Firma GfAS (Gesell
schaft für angewandte Systemtechnik) und wird in Lizenz für Radiosonden ange
boten.
In Fig. 3 ist eine Ausführung eines von GfAS hergestellten Ozonsensors wiederge
geben. Allerdings ist auch dieser Sensor allein schon wegen seiner Abmessungen
(Länge/Höhe/Tiefe) von 180/230/150 mm und wegen seines Gewichts in der
Größenordnung von etwa 800 g ungeeignet.
Bei diesem Ozonsensor wird ozonhaltige zu messende Luft mit Hilfe eines Venti
lators 34 in Richtung eines Pfeils III angesaugt und an einem Chemilumines
zenz-Plättchen 33 vorbeigeleitet. Das Plättchen 33 reagiert mit dem Ozon in der Meß
luft und gibt Licht 35 ab, dessen Intensität proportional zu Ozonkonzentration
ist. Die abgegebene Lichtintensität wird mittels eines Photomultiplier 32 gemes
sen. Durch im Strömungskanal eingebaute Lichtfallen 31 wird im wesentlichen Ta
geslicht von der eigentlichen Meßkammer ferngehalten.
Hinsichtlich einer Strömungscharakteristik ist festgestellt worden, daß unterhalb
einer kritischen Überströmgeschwindigkeit des Chemilumineszenz-Plättchens das
Ausgangssignal der chemischen Reaktion proportional zu der Masse des Ozons in
der vorbeiströmenden Meßluft ist. (Siehe hierzu Schurath, U. et al "Principle and
Application of a fast sensor for atmospheric ozone", Fresenius, J. Anal, Chem.,
340, 544-547 von 1991). Das Ausgangssignal ist dann jedoch geschwindigkeits
abhängig.
Oberhalb dieser kritischen Geschwindigkeit (der Mindestgeschwindigkeit) ist das
Ausgangssignal geschwindigkeitsunabhängig und nur von der Ozonkonzentration
in der Meßluft abhängig. Um die jeweilige Mindestgeschwindigkeit sicher zu über
schreiten, sind in den bisherigen Sensorsystemen deren Bauteile ausreichend
groß dimensioniert.
Bei den bisher eingesetzten Sensorsystemen wird die Druck- und Feuchte-Abhän
gigkeit der Chemilumineszenz-Reaktion durch Korrekturpolynome korrigiert. Die
Temperaturabhängigkeit wird bei bestehenden Systemen dadurch umgangen, daß
Chemilumineszenz-Reaktion durch eine geregelte elektrische Heizung auf kon
stanter Temperatur gehalten wird. Diese Maßnahmen wirken sich jedoch nachtei
lig hinsichtlich Gewicht, Größe sowie hinsichtlich des elektrischen Leistungsbe
darfs des Sensors aus und sind daher in einer Dropsonde nicht praktikabel.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Berücksichtigung und Vermeidung der
vorstehend aufgeführten Nachteile und Probleme eine Vorrichtung zur Bestim
mung von Ozonkonzentration in Luft zu schaffen, die nicht nur insbesondere in
einer Dropsonde unterzubringen ist und auch den beim Abwurf einer Sonde und
während deren Sinkflug auftretenden mechanischen Beanspruchung standhält,
sondern auch in sehr kurzer Zeit räumlich und zeitlich hoch aufgelöste sowie ge
naue Ozonvertikalprofile liefert.
Gemäß der Erfindung ist dies bei einer Vorrichtung zur Bestimmung der Ozonkon
zentration in Luft durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1
erreicht. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis
4.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen un
ter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen im einzelnen erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 eine schematische Signalverarbeitungs- und Kontrollschaltung für die
Vorrichtung gemäß der Erfindung, und
Fig. 3 eine schematische Schnittansicht einer herkömmlichen GfAS-Ozonson
de.
In Fig. 1 sind in einer Schnittansicht schematisch die wesentlichen Elemente eines
in einer Dropsonde unterbringbaren Ozonsensors wiedergegeben. In einem in
Fig. 1 unteren Teil eines vorzugsweise aus schwarzem Polyvinylchlorid (PVC),
Teflon (eingetragene Marke) u.ä. hergestellten Sensorgehäuses 1 ist ein Photo
multiplier 6 der FA. Hamamatsu R 931A mit einem in Fig. 1 rechts angedeuteten
Sockel E717.-35 untergebracht.
Am in Fig. 1 linken oberen Ende des Sensorgehäuses 1 ist ein Ansaugrohr 7 sche
matisch dargestellt, das vorzugsweise ebenfalls aus schwarzem Teflon (eingetra
gene Marke) oder auch aus schwarzem PVC oder ähnlichem Material besteht.
Dem Ansaugrohr 7 sind im oberen Teil des Sensorgehäuses 1 schematisch ange
deutete Lichtfallen nachgeordnet, wobei das Lichtfallensystem so aufgebaut und
ausgeführt ist, daß die Luftwege entlang des Luftmeßweges, wobei die Strö
mungsrichtung der Luft durch einen Pfeil 1 im Ansaugrohr angedeutet ist, gleich
groß oder größer sind wie bzw. als der Querschnitt des Ansaugrohrs 7, das bei
spielsweise einen Innendurchmesser in der Größenordnung von 12 mm aufweist.
In Strömungsrichtung gesehen, ist dem Lichtfallensystem 17 ein Metallblock 9
nachgeordnet, der, was in Fig. 1 gestrichelt angedeutet ist, von einer düsenartig
wirkenden Kanalstruktur 2 umgeben ist. Die düsenartig wirkende Kanalstruktur 2
weist vorzugsweise eine solche Geometrie auf, daß der Eintrittsquerschnitt zum
Austrittsquerschnitt etwa in der Größenordnung von 2 : 1 liegt hierdurch ist die
für einen Ozonsensor gemäß der erfindungsgemäßen Ausführung erforderliche
Mindestgeschwindigkeit von 80 cm/s über einem auf der Unterseite des Metall
blocks 9 angebrachten Chemilumineszenz-Plättchen 8 erreicht.
Im dem Chemilumineszenz-Plättchen 8 abgewandten oberen Teil des Metallblocks
9 sind ein Temperatursensor 16 sowie eine als Referenzlichtquelle dienende licht
emittierende Diode (LED) 15 untergebracht. Auf der in Fig. 1 rechten Seite der
LED 15 ist in dem Metallblock 9 und in der anschließenden Wandung 14' zur Hal
terung des Metallblock 9 eine im Querschnitt vorzugsweise kreisförmige Aus
trittsöffnung 3 für Licht von der LED 15 ausgebildet. Die Oberseite des Sensor
gehäuses 1 ist durch einen Deckel 14 abgeschlossen.
Nach dem in der düsenförmig ausgebildeten Kanalstruktur 2 untergebrachten Me
tallblock 9 ist im oberen Abschnitt des Gehäuses 1 ein in Fig. 1 schematisch an
gedeuteter Luftströmungskanal 18 vorgesehen, an dessen in Fig. 1 rechten Ende
ein Ventilator 13 angeordnet ist. Als Ventilator 13 ist ein Ventilatortyp Sunol Mo
dell 1212 PFB2 verwendet, der für 12 V ausgelegt, jedoch bei dem erfindungsge
mäßen Ozonsensor mit 16 V betrieben wird.
Der Ventilator weist eine optimierte Düsengeometrie in der Weise auf, daß des
sen Eintrittsquerschnitt zu dessen Austrittsquerschnitt in der Größenordnung
von etwa 2 : 1 liegt in einer realisierten Ausführungsform beträgt der Eintritts
querschnitt 110 mm2 und der Austrittsquerschnitt des Ventilators 13 beträgt
62 mm. Auf diese Weise konnte die erforderliche Mindestgeschwindigkeit von
80 cm/s über dem Chemilumineszenz-Plättchen 8 erreicht werden.
Gleichzeitig ist mit der geschaffenen Düsengeometrie eine Optimierung erreicht,
die zwischen einer maximal mit diesem Ventilatortyp erreichbaren Geschwindig
keit und einem steigenden Strömungswiderstand bei kleinerem Düsenausgangs
querschnitt liegt.
In Fig. 2 sind die wesentlichen elektronischen Bauelemente einer Schaltungsanord
nung für eine Signalverarbeitung und -kontrolle der bevorzugten Ausführungs
form der in einer Dropsonde unterbringbaren Vorrichtung gemäß der Erfindung
beschrieben. Am Eingang 23 der Schaltungsanordnung liegen die Ausgangssigna
le von dem Photomultiplier 6 an, die über entsprechend dimensionierte und be
messene Operationsverstärker 21 und 22 übertragen und verstärkt werden und
am Signalausgang 40 anliegen.
Für eine Temperaturkalibrierung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind ferner
eine lichtemittierende Diode (LED) 25 sowie ein Temperatursensor 26 (beispiels
weise LM35CZ) vorgesehen. Der LED 25 sind eine Diode 27 und ein Widerstand
28 vorgeschaltet, wodurch Schwankungen der Versorgungsspannung keine
Schwankungen an der Lichtintensität bewirken. Ferner ist ein elektrisches Steuer
chip 24 vorgesehen. Die Spannungsversorgung der LED 25 und des Temperatur
sensors 26 erfolgt über eine 12 V-Batterie, deren Energie am Eingang 29
zugeführt wird. Die einzelnen Bauelemente sind, wie in Fig. 2 dargestellt, mitein
ander verbunden.
Der untere Teil des Sensorgehäuses 1, in welchem der Photomultiplier 6 unterge
bracht ist, ist durch eine Zwischenwandung 3 von dem Gehäusebereich getrennt,
in welchem beispielsweise der Metallblock 9 untergebracht ist. Unterhalb des auf
der Unterseite des Metallblocks 9 angebrachten Chemilumineszenz-Plättchens 8
ist in der Zwischenwandung 3 eine Glasscheibe 4 vorgesehen, gegenüber der
Glasscheibe 4 ist in der Oberseite des Photomultipliers 6 gegenüberliegend zu
dem Chemilumineszenz-Plättchen 8 ein Fenster 60 vorgesehen.
Aufgrund des sehr kleinen Raumbedarfs und des niedrigen Gesamtgewichts der
erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bestimmen der Ozonkonzentration in Luft
und im Hinblick auf den vergleichsweise sehr geringen Energiebedarf kann die
Vorrichtung gemäß der Erfindung in einer Dropsonde untergebracht werden.
Auch bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die für einen Einbau und eine Ver
wendung bei einer Dropsonde konzipiert ist, muß ebenso wie bei den bisher in der
Chemilumineszenz-Technik verwendeten Ozonsensoren eine Meßempfindlichkeit
ε0 unter Normalbedingungen, d. h. bei einem Druck von 1013 hPA und einer Tem
peratur von 20°C, bestimmt werden. Zur Bestimmung der Meßempfindlichkeit ε
wird nacheinander Luft mit unterschiedlichen Ozonmischungsverhältnissen durch
den Ozonsensor geleitet und es werden die zugehörigen Ausgangsspannungen
des Photomultipliers 6 gemessen. Hierbei läßt sich die Meßempfindlichkeit ε un
ter Normalbedingungen dann folgendermaßen bestimmen:
Hierbei sind die Lichtintensität der Chemilumineszenz-Reaktion am Chemilumi
neszenz-Plättchen 8 und damit die Ausgangsspannung bzw. die Meßempfindlich
keit des Photomultipliers 6 temperaturabhängig. Bei den bisher eingesetzten
Ozonsensoren (siehe die Ausführungen von Schurath et al sowie das eingangs
angeführte Gebrauchsmuster G 90 02 078.2 des Kernforschungszentrums Karls
ruhe) wurde bisher die Trägerplatte auf 30°C thermostatisiert und der gesamte
Aufbau durch Dämm-Materialien von der Umgebungsluft thermisch isoliert. Da bei
einem Ozonsensor, der in Verbindung mit einer Dropsonde betrieben werden soll,
insbesondere aus Gewichtsgründen und wegen des bei den bisher verwendeten
Ozonsonden benötigten elektrischen Leistungsbedarf diese Lösung hinsichtlich
der Temperaturabhängigkeit nicht übernommen werden konnte, ist bei der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung eine zusätzliche Temperaturkalibrierung geschaffen.
Für eine Temperaturkalibrierung wurde ein der anhand von Fig. 1 beschriebenen
Ausführungsform entsprechender Ozonsensor in einer sogenannten Klimakammer
untergebracht, wobei sowohl die Temperatur der Klimakammer als auch die Tem
peratur der durch den Ozonsensor geleiteten Meßluft zwischen -70°C und 40°C
variiert werden konnten. Wenn nun für ein vorgegebenes Ozonmischungsverhält
nis die Abhängigkeit der nun gegebenen Meßempfindlichkeit ε von der Tempera
tur bestimmt wird, so ergibt sich der Zusammenhang:
ε(T) = ε0(AT + B) (2)
Hierbei sind die Koeffizienten A und B zu bestimmen. Bei Einsatz der vorstehend
skizzierten Laborkalibrierung nach Gl. (2) kann in einem späteren Meßeinsatz der
Ozonsonde bei einer gemessenen Temperatur des das Chemilumineszenz-Plätt
chen 8 tragenden Metallblocks 9 die jeweilige Meßempfindlichkeit bestimmt wer
den. Daraus kann dann mit Hilfe von Gl. (1) aus der gemessenen Ausgangsspan
nung des Photomultipliers 6 das gesuchte Ozonmischungsverhältnis bestimmt
werden.
Bei der bisher erläuterten Vorgehensweise ist jedoch nicht berücksichtigt, daß
auch der speziell gewählte und ausgeführte Aufbau des Photomultipliers 6 und
damit dessen Ausgangsspannung temperaturabhängig sind. Um dieser Tatsache
Rechnung zu tragen, insbesondere um diesen Effekt minimal zu halten und zu
korrigieren, ist zum einen der elektronische Aufbau so dimensioniert, daß eine
Hochspannungsversorgung des Photomultipliers 6 mit 750 V anstelle der nominell
erforderlichen 1200 V ausreicht, um ein ausreichendes Ausgangssignal zu erhal
ten.
Hierbei ist vorteilhaft, daß der Photomultiplier 6 bei verhältnismäßig niedriger
Versorgungsspannung von 750 V erheblich weniger temperatursensitiv ist. Eben
so ist bei solchen verhältnismäßig niedrigen Temperaturwerten eine Störung von
anderen Dropsonden-Sensoren sowie der Telemetrie aufgrund einer Interferenz
mit der Hochspannung erheblich geringer. Außerdem wird aufgrund des bei dem
Ozonsensor gemäß der Erfindung vorgesehenen Aufbaus eine verbleibende Tem
peraturvariation am Photomultiplier 6 ohnehin korrigiert.
Wie in Fig. 1 dargestellt ist, ist die lichtemittierende Diode (LED) 15, die nur mit
einer geringen Leistung versorgt werden muß, in dem Metallblock 9 integriert.
Somit ist die LED 15 in thermischem Gleichgewicht mit dem Metallblock 9. Ferner
ist die Temperaturabhängigkeit der Lichtintensität der LED 15 bekannt.
Ist somit die LED 15 in Betrieb, so kann deren Licht durch die seitliche, für den
Lichtaustritt vorgesehene Öffnung 3 (siehe Fig. 1) aus dem Block austreten, wo
bei der Durchmesser der Lichtöffnung vorzugsweise bei 1 mm liegt, und die Licht
intensität von dem Photomultiplier aufgenommen werden.
Wird nunmehr während einer Ozonmessung mittels einer Dropsonde, welche mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgestattet ist, die LED 15 bei unterschied
licher Meßlufttemperatur mit einer jeweils bekannten Lichtintensität betrieben,
beispielsweise ein Schaltzyklus von einer Sekunde pro Minute durchgeführt, so
läßt sich die Temperaturabhängigkeit des Photomultiplier-Systems nachträglich
aus der per Radiotelemetrie gesendeten Meßdaten korrigieren.
Die Druck- und Feuchteabhängigkeit der chemischen Reaktion bzw. der abgege
benen Lichtintensität wird in ähnlicher Weise, korrigiert, wie bei Schurath et al
beschrieben.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Bestimmen der Ozonkonzentration in Luft unter Nutzung von
Oberflächen-Chemilumineszens, mit einem Ventilator (13), einem Chemilumines
zenz-Element (8), einem Photomultiplier (6), einer lichtemittierenden Diode (LED
15), einem Temperatursensor (16) und einer Steuerelektronik (12), bei welcher
ein von dem Ventilator (13) erzeugter Luftstrom über ein Ansaugrohr (7) und
ein diesem nachgeordnetes Lichtfallensystem (17) durch eine düsenförmig aus
gebildete Kanalstruktur (2) an einem Metallblock (9) entlanggleitet, in welchem
der Temperatursensor (16) und die LED (15) untergebracht und an dessen
Unterseite als Chemilumineszenz-Element ein Chemilumineszenz-Plättchen (8)
angebracht ist, zu welchem gegenüberliegend in dem Photomultiplier (6) ein Fen
ster (16) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher als Referenz für die Abhängigkeit
der Ausgangsspannung des Photomultipliers (6) von Temperatur der Photomulti
plier (6) von einer periodisch geschalteten LED (15) über eine im Metallblock (9)
ausgebildete Öffnung (3) mit Licht beaufschlagt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welchem eine Eintritts-Querschnittsfläche
bezüglich einer Austritts-Querschnittsfläche des Ventilators (13) so dimensio
niert ist, daß die für ein die Oberflächen-Chemilumineszenz erforderliche Min
destgeschwindigkeit (80 m/s) im Meßluftstrom erreicht ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher Wandungsbe
reiche eines Gehäuses (1), in welchem die Komponenten der Vorrichtung unter
gebracht sind und welche dem ozonhaltigen Meßluftstrom ausgesetzt sind, aus
einem ozonresistenten Material bestehen, wie Teflon (eingetragene Marke) und
Polyvinylchlorid (PVC).
5. Verwendung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4 durch Unterbringen
in einer Dropsonde.
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