DE19647624A1 - Vorrichtung zum Aufblasen des Schirms eines Gleitschirmes - Google Patents
Vorrichtung zum Aufblasen des Schirms eines GleitschirmesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zum Aufblasen des Schirms eines Gleitschirms und insbeson
dere eine Vorrichtung zum Aufblasen mit einem oder mehreren
Lufteinlässen, die am Schirm des Gleitschirms angeordnet
werden, wobei jeder Lufteinlaß mit einem Verdichter verse
hen ist, der zur Druckbeaufschlagung der Schirmkammern
dient.
Gleitschirme und insbesondere Paragleiter haben in den
letzten Jahren eine stürmische Entwicklung durchgemacht
hinsichtlich ihrer Leistungsentfaltung sowie hinsichtlich
der Anzahl der Benutzer. Zum Großteil beruht dieser Erfolg
auf der Tatsache, daß die Paragleiter aus faltbaren Teilen
bestehen und in einem Rucksack transportiert werden können.
Die technologische Weiterentwicklung der Paragleiter hat
dazu geführt, daß äußerst interessante Flugleistungen er
zielbar sind, die denjenigen bestimmter Gleitschirme glei
chen.
Dabei ist jedoch den Spezialisten der Luftfahrt nicht ver
borgen geblieben, daß die faltbaren Schirme hinsichtlich
ihrer Leistungsfähigkeit Grenzen besitzen und daß Fluggerä
te mit faltbaren Schirmen gewissen Stabilitätsgefahren aus
gesetzt sind, sofern sie in schwierige Flugbedingungen ge
raten, wie z. B. bei Starkwind oder Turbulenzen. Diese Sta
bilitätsprobleme werden durch Verformungen der weichen
Schirme hervorgerufen, wenn diese in Turbulenzen geraten
oder ganz einfach, wenn diese aufgrund von Pilotenfehlern
in ungewöhnliche Situationen gelangen. Derartige Situatio
nen können Schirmverformungen hervorrufen, welche zu einem
Zusammenklappen oder zu einer teilweisen oder vollständigen
Verformung des Schirmes führen, wodurch der Paragleiter un
beherrschbar wird. Treten diese Situationen in einer aus
reichenden Höhe vom Erdboden auf, so besteht noch die Mög
lichkeit für den Piloten, die Herrschaft über seinen Parag
leiter wieder zu gewinnen oder einen Rettungsfallschirm zu
betätigen, wobei jedoch in dem Fall, in dem diese Situation
in einem Abstand von weniger als 100 m oberhalb des Bodens
auftritt, dies oftmals zu einem schweren Unfall führt.
Paragleiter besitzen einen Schirm, der aus zwei Stoffbahnen
besteht, wobei die beiden Stoffbahnen miteinander über meh
rere seitliche weiche Trennteile verbunden sind, welche die
Seitenteile von Kammern bilden, wobei die Form der Trenn
teile im allgemeinen so gewählt ist, daß der Schirm die Ge
stalt eines Flügels aufweist. Diese Flügelform wird während
des Fluges durch den Innendruck beibehalten, d. h. durch den
Luftdruck im Inneren des Schirms des Paragleiters, wobei
dieser Innendruck auf die Wände der weichen Kammern wirkt,
welche den Schirm bilden. Unter der Einwirkung des Innen
drucks bilden die Kammern eine relativ widerstandsfähige
und steife Schirmstruktur für den Paragleiter. Der Innen
druck wird erzielt durch die Zufuhr von Luft in Lufteinläs
se, die an der Vorderkante des Schirmes vorgesehen sind.
Während des Fluges bewirkt die Vortriebsgeschwindigkeit des
Schirmes in der Luft einen dynamischen Druck auf den
Schirm. Der Innendruck der Luft in den Kammern entsteht al
so durch den dynamischen Druck, welcher die Lufteinlässe
mit Druck beaufschlagt sowie durch den Druck der am Schirm
entlang strömenden Luft. Bei den bekannten Ausführungsbei
spielen von Paragleitern hängt der Innendruck vom Wert des
dynamischen Drucks und demzufolge von der Fluggeschwindig
keit des Paragleiters ab. Je höher die Fluggeschwindigkeit
ist, desto größer ist der dynamische Druck, wodurch der In
nendruck erhöht wird. Die gute Steifigkeit des Schirmes ei
nes Paragleiters während des Fluges hängt also direkt von
der Druckdifferenz zwischen dem Innendruck und dem dynami
schen Druck ab, wobei der Innendruck so groß sein muß, daß
der auf alle Außenteile des Schirmes wirkende dynamische
Druck keine Schirmverformung hervorruft, wobei im Idealzu
stand bei den bekannten Ausführungsbeispielen der Innen
druck gleich dem dynamischen Druck ist.
Die herkömmlichen Schirme von Paragleitern besitzen
Lufteinlässe, die entweder an der Luftangriffskante oder im
vorderen Abschnitt der unteren Stoffbahn des Schirmes vor
gesehen sind. Nach dem Start strömt die Luft in diese
Lufteinlässe ein und bläst die Kammern auf, wodurch der
Schirm seine Flügelform erhält. Dabei treten jedoch noch
mehrere Nachteile auf. Ein wesentlicher Nachteil besteht
darin, wie durch Untersuchungen festgestellt werden konnte,
daß der Innendruck im Inneren der Kammer kleiner als der
auf die Lufteintrittsstelle wirkende dynamische Druck ist.
Der Innendruck reicht nicht aus, um eine ausreichende Stei
figkeit des Schirmes zu gewährleisten. Dies bedeutet, daß
der Schirm leicht verformbar ist und sogar zu einem Schlie
ßen, d. h. Zusammenklappen des Schirmes im Falle von Turbu
lenzen oder von anomalen Flugsituationen führen kann, wo
bei, wie bereits ausgeführt, das Schließen zu äußerst ge
fährlichen Flugzuständen führt, bei denen die Kontrolle
über den Paragleiter verloren geht. Dieser wesentliche
Nachteil wird noch durch die Tatsache verstärkt, daß der
Innendruck stark schwankt als Funktion des Anstellwinkels
des Schirmes und seiner Geschwindigkeit. In dem Fall z. B.,
in dem der Paragleiter in eine starke Abwärtsströmung ge
rät, verringert sich der Innendruck, wodurch der Schirm in
dieser Situation leichter verformbar wird, in der es not
wendig wäre, daß er seine Steifigkeit beibehält. Ein weite
rer Nachteil wird durch die Tatsache bedingt, daß der In
nendruck in der ersten Startphase null ist, wodurch zahl
reiche Startprobleme auftreten können. Hinsichtlich der
Flugleistungen ermöglicht der geringe Innendruck es dem Pa
ragleiter nicht, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, da
der Schirm durch den aufgrund der Geschwindigkeit erzeugten
Druck verformt wird.
Es sind aufblasbare Schirme bekannt, die jedoch noch zahl
reiche Nachteile aufweisen, so daß keine wirklich gute Lö
sung verwirklicht werden konnte. Die Grundidee bei vielen
Ausführungsbeispielen bestand darin, einen Teil des Schir
mes oder den Gesamtschirm aufzublasen, z. B. wie im Fall ei
ner Luftmatratze mit einer Pumpe und zwar vor dem Start.
Derartige Gleitschirme benötigen eine hohe Dichtigkeit und
weisen demzufolge den Nachteil auf, daß derartige dichte
Stoffbahnen zu schwer und zu teuer sind. Ein weiterer Nach
teil besteht in den Risiken von ungewollten Luftaustritten,
die zu gefährlichen Situationen führen können, sofern der
Schirm während des Fluges leicht verformbar wird und damit
zu unkontrollierten Flugzuständen führt.
Es sind auch weitere Vorschläge unterbreitet worden, um
durch Einsatz von steifen Bauteilen die Schirme von Pa
ragleitern zu versteifen, wobei jedoch auch hier Nachteile
auftreten hinsichtlich der Gewichtserhöhung, des kompli
zierteren Transports und der komplizierteren Montage der
Paragleiter, wodurch die wesentlichen, den Erfolg der Pa
ragleiter bedingenden Vorteile verloren gehen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die oben genann
ten Nachteile der herkömmlichen Paragleiter zu beseitigen;
die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den im Anspruch 1 an
gegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in
den Unteransprüchen beschrieben.
Erfindungsgemäß weist also die Vorrichtung zum Aufblasen
des Schirmes eines Paragleiters einen oder zwei rohrförmige
Lufteinlässe auf, die an der unteren Stoffbahn des Schirmes
beispielsweise befestigt sind. Das Lufteinlaßrohr ist der
art angeordnet, daß seine Einlaßfläche senkrecht zur Strö
mungsrichtung der Luft verläuft, so daß die Luft direkt in
das Rohr ohne Umlenkung in Strömungsrichtung eintritt. Ein
Verdichter ist im Lufteinlaßrohr angeordnet oder mit ihm
verbunden. Der Verdichter ermöglicht das Aufblasen des
Schirmes vor dem Start sowie das Aufrechterhalten eines In
nendrucks während des Fluges, der gleich oder größer als
der dynamische Druck ist. Ein Druckfühler kann z. B. im
Schirm vorgesehen sein zur Steuerung des Drucks, indem er
auf die Rotationsgeschwindigkeit des Verdichters einwirkt.
Der Verdichter kann auch direkt vom Piloten angesteuert
werden, wodurch es diesem ermöglicht wird, den Innendruck
zu verändern und damit die Flugeigenschaften des Schirms
z. B. während des Landevorganges.
Die Erfindung weist zahlreiche Vorteile auf, wobei ein
wichtiger Vorteil darin zu sehen ist, daß der Verdichter
einen Innendruck in den Kammern des Schirms einzustellen
ermöglicht, mit dem ständig ein ausreichend steifer Schirm,
unabhängig von den Flugsituationen, gewährleistet werden
kann. Demzufolge sind die Risiken eines Schließens des
Schirmes erheblich verringert, wodurch die Sicherheit er
höht wird. Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in der
Tatsache begründet, daß der im Schirm eingestellte Innen
druck eine starke Begrenzung der Schirmverformungen gewähr
leistet. Dieser Vorteil ist äußerst wichtig, da er den Ein
satz von profilierten auto-stabilen Schirmen ermöglicht,
wie sie in anderen aeronautischen Gebieten verwendet wer
den. Derartige auto-stabile Profile, auch S-Profile ge
nannt, erfordern eine ausreichende Steifigkeit, damit sie
korrekt funktionieren. Die Verwendung des erfindungsgemäßen
Prinzips ermöglicht die Verwirklichung von Schirmen für Pa
ragleiter mit S-förmigem auto-stabilem Profil und damit ei
ne erhebliche Verbesserung der Sicherheit derartiger Parag
leiter, da die auto-stabilen Profile eine automatische
Rückführung des Schirmes in einen normalen Flugzustand er
möglichen.
Die Erfindung ermöglicht außerdem eine Verbesserung der
Flugeigenschaften von Paragleitern, da zum einen Hochlei
stungsprofile einsetzbar sind und zum anderen Paragleiter
mit höheren Geschwindigkeiten verwendet werden können.
Der Innendruck, der mit einem elektrischen Verdichter oder
Gebläse mit einem Gewicht von einigen hundert Gramm her
stellbar ist, benötigt nur eine geringe Betätigungsenergie,
welche durch einige herkömmliche Batterien geliefert werden
kann oder durch leichte und billige, wieder aufladbare Ak
kumulatoren. Es ist ebenfalls möglich, den Verdichter mit
am Schirm angeordneten photo-voltaischen Zellen zu betrei
ben.
Hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Sicherheit ist es
vorteilhaft, wenn die Vorrichtung verdoppelt wird, um gege
benenfalls über eine Sicherheitsvorrichtung zu verfügen,
wobei jedoch selbst bei Totalausfall der beiden Vorrichtun
gen der oder die Lufteinlässe für eine weitere Aufrechter
haltung eines hohen Innendrucks beim Normalflug sorgen; der
Pilot hingegen kann durch eine Warnanzeige oder durch ein
akustisches Signal in der Schalteinrichtung, die er mit
sich führt, gewarnt werden.
Die Startsicherheit wird aufgrund der Tatsache erhöht, daß
der Schirm vor dem Start durch den Verdichter aufgeblasen
wird.
In der beigefügten Zeichnung sind die Grundsätze der Erfin
dung beispielhaft dargestellt; es zeigen:
Fig. 1 einen Seitenschnitt durch den Schirm mit der
Aufblasvorrichtung;
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Mittenabschnitt des
Schirmes mit der Aufblasvorrichtung sowie einer
zusätzlichen Aufblasvorrichtung;
Fig. 3 eine Vorderansicht der Gesamtanordnung eines
Paragleiters mit Aufblasvorrichtungen, und
Fig. 4 eine Unteransicht des Schirms mit einer Luftab
laßvorrichtung.
Fig. 1 zeigt den Schirm 1 eines Paragleiters, bestehend
aus einer oberen Stoffbahn 2 und einer unteren Stoffbahn 3.
Die untere Stoffbahn 3 ist mit Leinen 5 und 6 versehen, die
mit dem Gurtzeug des Piloten verbunden sind. Die obere
Stoffbahn 2 und die untere Stoffbahn 3 sind miteinander
über Trennteile verbunden, z. B. ein Trennteil 4, das in den
Fig. 1 und 2 dargestellt ist. Diese weichen Trennteile,
die z. B. aus Stoff bestehen, führen zur Ausbildung eines
Flügels und damit zu einem flügelförmigen Schirm, wenn der
Schirm aufgeblasen ist. Ein Lufteinlaßrohr 7 ist in der un
teren Stoffbahn 3 des Schirmes vorgesehen, wobei dieses ei
nen Lufteinlaß darstellt. Der vordere Abschnitt des
Lufteinlaßrohres 7 ist in einer derartigen Stellung ange
ordnet, daß die Luft in den Lufteinlaß in optimaler Weise
während des Fluges eintreten kann, d. h. senkrecht zum
Lufteinlaß. Ein Verdichter 8, z. B. ein Gebläse, ist im
Lufteinlaßrohr 7 vorgesehen. Im Innenteil des Schirms ist
ein Druckfühler 9 vorgesehen, der mit dem Verdichter ver
bunden ist. Der Verdichter und der Druckfühler sind mit ei
ner elektronischen Schaltung 10 verbunden, die dafür sorgt,
einen konstanten Innendruck im Schirm aufrechtzuerhalten,
durch Steuerung der Rotationsgeschwindigkeit des Verdich
ters als Funktion des vom Druckfühler gemessenen Drucks.
Der elektrische Verdichter, der Druckfühler und die elek
tronische Schaltung werden über ein Kabel 11 versorgt, das
z. B. mit Batterien verbunden sind, welche am Gurtzeug des
Piloten angeordnet sind. Die Batterien können in einem
kleinen Gehäuse enthalten sein, welches einen
Ein-Aus-Schalter aufweist, der vom Piloten betätigt werden kann.
Dieser Schalter kann eine Anzeige oder einen akustischen
Signalgeber für den Fall einer Panne aufweisen, um den Pi
loten einen möglichen Ausfall des oder der Aufblasvorrich
tungen anzuzeigen.
Das in Fig. 1 dargestellte Trennteil 4 weist, wie auch al
le anderen Trennteile, eine Öffnung 12 auf, um es der unter
Druck stehenden Luft zu ermöglichen, sich im gesamten
Schirm auszubreiten. Der Verdichter 8 ist mit einem Rück
schlagventil 14 versehen. Der rückwärtige Abschnitt 13 des
Schirmes 1 ist abgebogen, wodurch der Schirm ein S-förmiges
auto-stabiles Profil aufweist.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch den Mittenabschnitt
des Schirmes 1. Die obere Stoffbahn 2 und die untere Stoff
bahn 3 sind miteinander über Trennteile verbunden, welche
Kammern bilden. Fig. 2 zeigt ein Trennteil 4 und ein
Trennteil 16, welche zusammen mit der oberen Stoffbahn und
der unteren Stoffbahn eine Kammer oder ein Fach 15 bilden,
sowie ein Trennteil 21, welches zusammen mit dem Trennteil
16 eine Kammer 18 bildet. Die verschiedenen Trennteile sind
jeweils mit Öffnungen 12, 17, 22 versehen, so daß die unter
Druck stehende Luft, welche durch die Verdichter 8 und 20
eingeblasen wird, sich in sämtlichen Kammern des Schirms
ausbreiten kann. Die unter Druck stehende Luft stammt zum
Teil von den Lufteinlaßrohren 7 und 19.
Die Tragleinen, z. B. die Tragleine 5 sind mit der unteren
Stoffbahn des Schirmes und dem Gurtzeug des Piloten verbun
den.
Fig. 3 zeigt eine Gesamtansicht eines Paragleiters mit ei
nem Schirm 1, welcher in seinem Mittenabschnitt mit
Lufteinlaßrohren 7 und 19 versehen ist, in denen die Ver
dichter angeordnet sind. Die Tragleinen, z. B. die Leine 15,
sind mit dem Gurtzeug 23 des Piloten verbunden, an dem der
Schalter 24 vorgesehen ist. Die Kabel 11 und 23 verbinden
die Verdichter sowie die Druckfühler und die elektronischen
Schaltungen mit dem Schalter. Diese Kabel können auch in
die Tragleinen integriert werden.
Fig. 4 zeigt eine Unteransicht des Mittenabschnitts des
Schirmes 1 mit den Lufteinlaßrohren 7 und 19 und mit den
Verdichtern sowie eine Luftablaßvorrichtung 26, die z. B.
aus einer Öffnung in der unteren Stoffbahn bestehen kann,
wobei diese Öffnung z. B. mittels eines Reißverschlusses ge
öffnet oder verschlossen werden kann.
In der Praxis befinden sich der Schirm, das Gurtzeug und
die Aufblasvorrichtungen während des Transportes in einem
Rucksack. Vor dem Start entfaltet der Pilot den Schirm und
betätigt eine der Aufblasvorrichtungen. In sehr kurzer
Zeit, d. h. in zwei oder drei Minuten, ist der Schirm mit
dem für seine Steifigkeit erforderlichen Innendruck ge
füllt; ist ein ausreichender Innendruck eingestellt, so
wird der Verdichter derart angesteuert, daß er aufgrund ei
nes Steuerbefehls des Druckfühlers angehalten wird, wobei
das Rückschlagventil geschlossen wird, so daß der Schirm
bis zum tatsächlichen Startvorgang aufgeblasen bleibt. Der
Verdichter kann auch manuell angesteuert werden. Nach dem
Aufblasen und während der gesamten Phasen der Startvorbe
reitung, des Starts und während des Fluges wird der erfor
derliche Innendruck konstant durch Betätigung des Verdich
ters aufrechterhalten, sowie der Innendruck abfällt. Im
Falle eines Ausfalls des Hauptverdichters wird der zweite
ebenfalls mit der elektronischen Schaltung verbundene Ver
dichter automatisch eingeschaltet. Im Falle eines vollstän
digen Ausfalls der beiden Verdichter während des Fluges
wird der Pilot durch eine Anzeigeanordnung am Schalter oder
durch ein akustisches Signal vom Schalter gewarnt, welcher
an seinem Gurtzeug befestigt ist. Auch der Totalausfall der
beiden Verdichter führt nicht zu einer Gefahr für den Pilo
ten während des Fluges. Einerseits bleiben die Rückschlag
ventile geschlossen, so daß der Innendruck während einer
ausreichend langen Zeit aufrechterhalten bleibt und ande
rerseits wird ein gewisser Innendruck aufgrund des auf die
Lufteinlässe einwirkenden dynamischen Außendrucks aufge
baut.
Nach der Landung des Piloten kann dieser die Luft aus dem
Schirm ablassen, indem die Luftablaßöffnung geöffnet wird,
beispielsweise indem der entsprechende Reißverschluß geöff
net wird.
Die Erfindung ermöglicht die Verwendung von auto-stabilen
Profilen. Der Einsatz eines auto-stabilen Profils führt zu
einer Vereinfachung sowohl der Konstruktion als auch der
Steuerung, da keine Bremsen bzw. Bremsleinen mehr erforder
lich sind und da die Steuerbefehle ausschließlich durch die
beiden in Fig. 1 dargestellten Leinen 5 und 6 übermittelt
werden.
Obwohl in den Figuren der Schirm eines Paragleiters darge
stellt ist, eignet sich für die Erfindung für sämtliche Art
von Gleitsegeln und Hängegleitern und sogar für motorisier
te Gleitsegel, unter anderem Ultraleicht-Fluggeräte.
Ist der erforderliche Innendruck erreicht, so kann es wäh
rend des Fluges passieren, daß ein starker momentaner dyna
mischer Druck, der z. B. durch eine Windbö hervorgerufen
wird, zu einer Vergrößerung des eingestellten Innendrucks
führt. Um einen derartigen Überdruck im Inneren zu verhin
dern, durch den die Gestalt der Kammern verändert werden
kann, ist es auch möglich, ein Überdruckventil in einem
Teil des Schirms einzubauen.
Fig. 1 und 2 zeigen, daß die beiden in der unteren
Stoffbahn des Schirme s angeordneten Lufteinlaßrohre eine
abgebogene Form aufweisen. Die Gestalt des Rohres ist je
doch unabhängig vom Prinzip der Erfindung und kann je nach
der Anordnung der Lufteinlaßrohre gewählt werden, wobei es
jedoch wichtig ist, daß die Eintrittsfläche für die Luft
senkrecht zur Strömungsrichtung der Luft verläuft. Das
Lufteinlaßrohr kann z. B. in der oberen Stoffbahn des Schir
mes oder an seiner Vorderkante angeordnet sein.
Wie Fig. 2 und 3 zeigen, sind die Lufteinlaßrohre und
die Verdichter im Mittenabschnitt des Schirmes angeordnet.
Auch diese Anordnung ist unabhängig vom Prinzip der Erfin
dung, d. h. daß die Aufblasvorrichtungen an einer beliebigen
Kammer des Schirmes vorgesehen werden können.
Da die Kammern mit Luftdurchtrittsöffnungen versehen sind,
ist es z. B. möglich, die beiden Aufblasvorrichtungen an den
beiden Endkammern des Schirmes vorzusehen.
Die Verdichter, mit denen ganz oder teilweise der Innen
druck im Schirm aufgebaut wird, können propellerförmig aus
gestaltet sein oder aber auch schraubenförmig, flügelförmig
oder turbinenförmig ausgebildete Gebläse sein.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Aufblasen des Schirmes eines Paraglei
ters, die in einem Teil des Schirmes eingebaut ist,
welcher aus einer oberen Stoffbahn und aus einer unte
ren Stoffbahn besteht, die miteinander durch faltbare
Trennteile verbunden sind und Flügelform aufweisen und
die Kammern zur Aufnahme von unter Druck stehender Luft
bilden, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum
Aufblasen aus einem oder mehreren Lufteinlaßrohren (7)
besteht, die an einem Abschnitt des Schirmes (1) befes
tigt ist und aus einem Verdichter (8) besteht, welcher
im Lufteinlaßrohr angeordnet ist, wobei der Verdichter
dazu dient, Luft unter Druck in das Innere der Kammern
(4) des Schirmes derart einzublasen, daß in den Kammern
ein Innendruck entsteht, welcher die Kammern und den
Schirm derart versteift, daß der Innendruck gleich oder
größer als der auf den Schirm einwirkende dynamische
Druck ist und daß das äußere Ende des Lufteinlaßrohrs
einen Lufteinlaß bildet, dessen Einlaßöffnung senkrecht
bezüglich der Richtung der Luftströmung angeordnet ist.
2. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Verdichter (8) ein Rückschlagven
til (14) aufweist, welches im geschlossenen Zustand die
Aufrechterhaltung des Innendrucks im Inneren der Kam
mern gewährleistet, wenn der Verdichter nicht einge
schaltet ist oder wenn kein dynamischer Druck auf den
Schirm einwirkt.
3. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Vorrichtung einen Druckfühler (9)
aufweist, welcher im Inneren des Schirmes angeordnet
ist und daß der Druckfühler mit dem Verdichter über ei
ne elektronische Schaltung (10) verbunden ist, wobei
der Druckfühler dazu dient, den Verdichter als Funktion
des gemessenen Innendrucks anzusteuern.
4. Vorrichtung zum Aufblasen nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichter von
einer elektrischen Energiequelle gespeist wird und daß
ein Schalter zum Einschalten und zum Ausschalten des
Verdichters am Gurtzeug des Piloten angeordnet ist.
5. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Verdichter von Akkumulatoren ge
speist wird.
6. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Verdichter von photo-voltaischen
Zellen, die am Schirm angeordnet sind, gespeist wird.
7. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Trennelemente ein S-förmiges Pro
fil aufweisen.
8. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß eine Luftablaßvorrichtung in der un
teren Stoffbahn des Schirmes vorgesehen ist und daß die
Luftablaßvorrichtung aus einer Öffnung besteht, die mit
einem Reißverschluß versehen ist.
9. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Trennteile jeweils eine Öffnung
aufweisen, die es ermöglicht, daß die unter Druck ste
hende Innenluft sich in sämtlichen Kammern des Schirmes
verteilen kann.
10. Vorrichtung zum Aufblasen nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein Überdruckventil in einem Teil des
Schirmes vorgesehen ist.
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1996
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