DE19644187A1 - Verfahren und Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer Maschinen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer MaschinenInfo
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Description
Es sind bereits die verschiedensten Verfahren zum Imprägnieren und Aushärten von elektrischen
Wicklungen unter Ausnutzung der Erwärmung der Wicklung infolge der Stromwärme eines
elektrischen Stromes durch die Wicklung bekannt. So wird in der DE 29 27 866 ein Verfahren
zum Verbacken von Spulen mit thermoplastischer Kunststoffummantelung durch zeitlich
begrenzte Stromstöße mit konstanter Spannung zur Erzeugung sogenannter Heizstromimpulse in
Abhängigkeit von der Erwärmung der Spule beschrieben.
In der DE 33 23 154 wird ebenfalls ein Verfahren zum Imprägnieren von elektrischen
Wicklungen beschrieben, welches die Stromwärme im Leiter der elektrischen Wicklung für die
Vernetzungsreaktion der eingesetzten Harze und zum Trocknen der Wicklung nach dem
Imprägnieren ausnutzt.
Auch in der DE 43 31 086 wird nach dem Tränken mit radikalisch polymerisierbaren Massen ein
thermisches Härten der Wickelgüter durch das Anlegen von elektrischem Strom an die
Wicklungen der Wickelgüter vorgenommen, wobei hier zusätzlich beim Härteprozeß oder danach
noch ein Bestrahlen der freiliegenden Oberflächen der getränkten Wickelgüter mit einer
energiereichen Strahlung erfolgt.
Das Gelieren und Aushärten des Imprägniermittels wird gegenwärtig getrennt vom
Imprägnierverfahren in separaten Einrichtungen, in Imprägnieranlagen und Trockenöfen
ausgeführt. Beim Aushärteverfahren wird durch den elektrischen Leistungseintrag in elektrische
Leiter oft mit zusätzlicher Unterstützung von weiteren Erwärmungsprinzipien, wie Strahlung oder
anderen zusätzlichen Erwärmungsbaugruppen, außerhalb des Imprägnierbehälters die Aushärtung
vorgenommen. Nachteilig ist hierbei, daß getrennte Einrichtungen für das Imprägnieren und
Aushärten von Wicklungsteilen sowie deren Baugruppen erforderlich sind. Außerdem besteht die
Gefahr, daß bei der Erwärmung dieser Baugruppen durch die Verminderung der Viskosität des
Imprägniermittels der teilweise Austritt des Imprägniermittels aus dem Wicklungs-Isolations
verband insbesondere im Bereich von geformten Wicklungsteilen erfolgt. Die daraus resultierende
Möglichkeit der Bildung von Mikrohohlräumen führt zu einer Verminderung des Isolationswertes
der Wicklung.
Bekannte Maßnahmen zur Minimierung bzw. Vermeidung dieser Mikrohohlräume sind z. B.
chemische Stoffe zur Beschleunigung der Gelierung und Aushärtung, spezielle Abdeckmaterialien
auf den Wicklungsoberflächen, z. B. durch den Einsatz von Deckbändern, das Versetzen der
Wicklungsteile bzw. Baugruppen in Drehbewegung während der Aushärtung sowie die
Verwirklichung großer Temperaturanstiege. Diese vorgenannten Verfahren erfordern eine äußerst
exakte Einhaltung festgelegter technologischer Regime, da fertigungstechnische Abweichungen
bzw. auftretende Störgrößen zu einer Reduzierung des Imprägniermittels im Wicklungs- und
Isolationsverband und letztlich zur Zunahme von Mikrohohlräumen führen.
Bei den derzeitigen Imprägnierverfahren wird das gesamte Imprägniermittel so erwärmt, daß bei
einem entsprechenden Temperaturanstieg die Viskosität des Imprägniermittels sich soweit
verringert, das ein Eindringen des Imprägniermittels in die Wicklungseinzelteile möglich ist. Damit
wird Energie verschwendet, da eigentlich nur der Teil des Imprägniermittels erwärmt werden muß,
der die Wicklungseinzelteile durchdringen soll. Außerdem altert das Imprägniermittel durch die
ständige Gesamterwärmung schneller.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren zum Vorwärmen, Imprägnieren und
Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppenelektrischer
Maschinen einschließlich einer entsprechenden Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu
schaffen, die die kritisierten Mängel des Standes der Technik, wie z. B. getrennte Einrichtungen
für das Imprägnieren und Aushärten, daß das gesamte Imprägniermittel beim Imprägnieren auf die
notwendig hohe Temperatur gebracht werden muß und ein hoher Materialeinsatz vorliegt,
beseitigt und insgesamt eine Verbesserung der Isolation durch die Vermeidung von
Mikrohohlräumen im Isolationsaufbau erreicht wird.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß keine getrennte
Einrichtungen für das Imprägnieren und Aushärten benötigt werden und damit eine
Verminderung des Ausrüstungsumfanges erreicht wird; nur das Imprägniermittel erwärmt wird,
welches das zu imprägnierende Wicklungseinzelteil umhüllt; durch das schnelle Gelieren nach
oder während des Imprägnierprozesses noch im Imprägniermittel oder einem anderen flüssigen
Hüllmedium die Qualität der Isolation wesentlich verbessert wird, da der Bildung von
Mikrohohlräumen durch das Abtropfen des Imprägniermittels entgegengewirkt wird. Nach dem
Gelieren können mehrere Bauteile gesammelt werden, die dann bei maximaler Auslastung der
Härtekapazität ausgehärtet werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit Beschreibung der Verfahrensschritte und der
erfindungsgemäßen Einrichtung wird im folgenden näher beschrieben. Die Zeichnung stellt dar
und zeigt
das Prinzip der Einrichtung zum Imprägnieren und Aushärten von Wicklungseinzelteilen.
Das Verfahren erfolgt in mehreren Etappen. In einer ersten Phase wird während des
Imprägnierprozesses, der nach herkömmlicher Art und Weise durchgeführt werden kann, d. h.,
daß z. B. ein Vakuum erzeugt wird usw., durch einen elektrischen Leistungseintrag in die
Wicklungseinzelteile der zu imprägnierenden Baugruppen 4 eine Erwärmung des anliegenden und
sonst auf Normaltemperatur gehaltenen Imprägniermittels vorgenommen. Damit wird das
Eindringen des Imprägniermittels in die Wicklungseinzelteile ermöglicht, ohne daß das gesamte
Imprägniermittel auf die dazu notwendige Temperatur erwärmt wird.
In einer zweiten Phase erfolgt durch einen erhöhten elektrischen Leistungseintrag in die
Wicklungseinzelteile sowie deren Baugruppen 4 unmittelbar nach dem Imprägnierprozeß aber
noch im Imprägnierbehälter 1 und im Imprägniermittel unter Einhaltung der erforderlichen
Temperaturbereiche eine Gelierung des Imprägniermittels. Hierdurch wird ein Abtropfen von
Imprägniermittel aus dem Isolationsaufbau und damit der Bildung von Mikrohohlräumen
entgegengewirkt.
In einer dritten Phase erfolgt die Aushärtung des Imprägniermittels durch ein Thermisches Rohr 8
nach DE 44 32 978.4 ebenfalls innerhalb des Imprägnierbehälters 1. Dazu ist jedoch
vorzugsweise das Imprägniermittel aus dem Imprägnierbehälter 1 vorher in die Lagerbehälter
zurückgeführt worden. Das Thermische Rohr 8 ist zusammen mit der Baugruppe 4 zur
Kesselwand des Imprägnierbehälters 1 hin durch ein thermisches Isolierrohr 7 abgedeckt und zur
Unterstützung des Erwärmungsprozesses erfolgt eine Luftumwälzung durch einen im Deckel 10
des Imprägnierbehälters 1 integrierten Axiallüfter 5. Dieser Axiallüfter 5 kann auch in einer
zylindrischen Haube 6 integriert sein, welche das thermische Isolierrohr 7 abdeckt.
Zur besseren Ausnutzung bereits vorhandener Einrichtungen kann das Verfahren auch teilweise
ab der zweiten oder dritten Phase in speziellen Aushärteeinrichtungen erfolgen oder das Gelieren
in der zweiten Phase wird nach der Rückführung des Imprägniermittels in die Lagerbehälter durch
ein anderes flüssiges Hüllmedium vorgenommen. Denkbar ist außerdem, daß das Thermische
Rohr 8 durch den Einsatz eines heißen gasförmigen Hüllmediums ersetzt wird.
Die zu imprägnierenden Baugruppen 4 können innerhalb des Imprägnierbehälters 1 vor dem
Imprägnierverfahren mittels eines Thermischen Rohres 8 vorgewärmt werden.
Die zur Durchführung des Verfahrens notwendige Einrichtung ist folgendermaßen aufgebaut. Der
Imprägnier- und Aushärtebehälter 1, im Inneren mit einem Einsatzbehälter 9 versehen, verfügt
über mehrere Durchführungen 2 für Anschlüsse zur elektrischen Erwärmung von
Wicklungseinzelteilen und deren Baugruppen 4, zur Temperatursteuerung und Meßwerterfassung,
sowie mehrere Anschlüsse 3 für die Zufuhr bzw. Rückführung für das Imprägniermittel und
sogenannter Hüllmedien. Im Deckel 10 des Imprägnierbehälters 1 ist ein Axiallüfter 5 integriert.
Der Imprägnierbehälter 1 muß dabei mindestens so groß sein, das ein entsprechendes
Thermisches Rohr 8 und ein thermisches Isolierrohr 7 zwischen diesem mit der Baugruppe 4 und
der Kesselwand eingeschoben werden kann. Der Axiallüfter 5 kann auch in einer zylindrischen
Haube 6, die das thermische Isolierrohr 7 abdeckt, integriert sein.
1
Imprägnierbehälter
2
Durchführungen für Anschlüsse zur elektrischen Erwärmung, zur Temperatursteuerung usw.
3
Anschlüsse für die Zufuhr bzw. Rückführung für das Imprägniermittel und anderer
Hüllmedien
4
Wicklungseinzelteile und Baugruppen
5
Axiallüfter
6
zylindrische Haube
7
thermisches Isolierrohr
8
Thermisches Rohr
9
Einsatzbehälter
10
Deckel des Imprägnierbehälters
Claims (8)
1. Verfahren zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in
Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer Maschinen,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren in mehreren Etappen erfolgt, wobei
- - in einer ersten Phase während des Imprägnierprozesses durch einen elektrischen Leistungseintrag in den Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen eine Erwärmung derselben erfolgt und gleichzeitig das allseitig anliegende auf Normaltemperatur gehaltene Imprägniermittel erwärmt wird und somit ein Eindringen des Imprägniermittels in die Wicklungseinzelteile bzw. deren Baugruppen ermöglicht wird, wobei der Imprägnierprozeß nach sonst herkömmlicher Art und Weise, aber ohne bzw. mit geringer Erwärmung des gesamten Imprägniermittels, erfolgt;
- - in einer zweiten Phase eine Gelierung des Imprägniermittels in den Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen unmittelbar nach dem Imprägnierprozeß im Imprägnierbehälter und im Imprägniermittel durch einen erhöhten elektrischen Leistungseintrag in die Wicklungseinzelteile bzw. deren Baugruppen unter Einhaltung der erforderlichen Temperaturbereiche die Gelierung des Imprägniermittels vorgenommen wird und
- - in einer dritten Phase die Aushärtung des Imprägniermittels mittels eines Thermischen Rohres nach DE 44 32 978.4, einem thermischen Isolierrohr zwischen dem Thermischen Rohr mit der auszuhärtenden Baugruppe und der Kesselwand und einer Luftumwälzung durch einen im Deckelbereich des Imprägnierbehälters integrierten Lüfter im Imprägnierbehälter erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zu imprägnierenden Baugruppen im Imprägnierbehälter vor Durchführung der
Verfahrensschritte nach Anspruch 1 mittels eines Thermischen Rohres vorgewärmt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gelieren nach der Rückführung des Imprägniermittels aus dem Imprägnierbehälter in die
Lagerbehälter bzw. nach der Entnahme des Imprägniergutes aus dem Imprägnierbehälter mit einer
hohen Temperaturanstiegsgeschwindigkeit, vorzugsweise in einem gasförmigen Hüllmedium, im
oder außerhalb des Imprägnierbehälters erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gelieren nach der Rückführung des Imprägniermittels aus dem Imprägnierbehälter in die
Lagerbehälter mittels eines anderen zugeführten, flüssigen Hüllmediums bei einer geregelten
Temperaturanstiegsgeschwindigkeit erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aushärtung als dritte Phase in einer separaten Aushärteeinrichtung erfolgt.
6. Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in
Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen in elektrischen Maschinen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Imprägnier- und Aushärtebehälter (1) über mehrere Durchführungen (2) für Anschlüsse
zur elektrischen Erwärmung von Wicklungseinzelteilen und deren Baugruppen (4), zur
Temperatursteuerung und Meßwerterfassung, sowie mehrere Anschlüsse (3) für die Zufuhr bzw.
Abfuhr für das Imprägniermittel und sogenannter Hüllmedien besitzt.
7. Einrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Imprägnier- und Aushärtebehälter (1) im Originaldeckel (10) einen herausnehmbaren
Axiallüfter (5) oder in einer zylindrischen Haube (6) über einem Isolierrohr (7), welches
zwischen Kesselwand und den Baugruppen (4) steht, einen Axiallüfter (5) besitzt.
8. Einrichtung nach Anspruch 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Imprägnier- und Aushärtebehälter (1) in seinen Abmessungen so groß ist, daß ein
Thermisches Rohr (8) und thermisches Isolierrohr (7) zur Wärmebehandlung der Baugruppen (4)
eingeschoben werden kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996144187 DE19644187A1 (de) | 1996-10-24 | 1996-10-24 | Verfahren und Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer Maschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996144187 DE19644187A1 (de) | 1996-10-24 | 1996-10-24 | Verfahren und Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer Maschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19644187A1 true DE19644187A1 (de) | 1998-04-30 |
Family
ID=7809851
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996144187 Ceased DE19644187A1 (de) | 1996-10-24 | 1996-10-24 | Verfahren und Einrichtung zum Vorwärmen, Imprägnieren und Aushärten von Imprägniermitteln in Wicklungseinzelteilen sowie deren Baugruppen elektrischer Maschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19644187A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2199810C2 (ru) * | 2000-10-09 | 2003-02-27 | Открытое акционерное общество "Завод им. А.М.Тарасова" | Способ сушки изделий и установка для его осуществления |
| DE102018202229A1 (de) | 2018-02-14 | 2019-08-14 | Robert Bosch Gmbh | Einrichtung und Verfahren zum induktiven Aushärten eines duroplastischen Kunststoffbauteils |
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1996
- 1996-10-24 DE DE1996144187 patent/DE19644187A1/de not_active Ceased
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