DE19644447C2 - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Extrusion von mit einem wendelförmigen Innenkanal ausgestatteten Stäben aus plastischem Rohmaterial - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Extrusion von mit einem wendelförmigen Innenkanal ausgestatteten Stäben aus plastischem RohmaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur konti
nuierlichen Extrusion von mit mindestens einem wenigstens abschnittsweise
wendelförmigen Innenkanal ausgestatteten Stäben aus plastischem Rohmate
rial, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. des Patentan
spruchs 6.
Ein derartiges Verfahren sowie Vorrichtungen, d. h. Extrusionsköpfe
zur Durchführung eines solchen Verfahrens werden beispielsweise dann an
gewendet, wenn ein Stabrohling aus einer plastifizierten Pulvermasse, wie
z. B. einer pulvermetallurgischen Masse, d. h. einer Hartmetall- oder
Ceramid-Masse zu einem Rohling, d. h. einem Sintermetall- bzw. einem Sin
terkeramik-Rohling geformt werden soll, aus dem dann in einem Sinter-
oder Brennprozeß ein Rohling in Form eines zylindrischen Stabes für ein
Hochleistungs-Werkzeug entsteht. Diese Rohlinge zeichnen sich durch die
verwendeten Werkzeuge bzw. Pulvermischungen durch eine sehr hohe Grund-
Festigkeit und zwar sowohl hinsichtlich mechanischer Beanspruchung und
Abrieb aus, so daß man dazu übergegangen ist, derartige Rohlinge insbe
sondere bei der Herstellung von Bohr- oder Fräswerkzeugen heranzuziehen.
Da diese Werkzeuge häufig mit sehr hohen Schnittgeschwindigkeiten gefah
ren werden, kommt es darauf an, das verwendete Schmiermittel gezielt und
häufig unter sehr hohen Drücken an diejenigen Schneidenbereiche zu brin
gen, die der höchsten Beanspruchung unterliegen. Dies ist am besten durch
eingeformte, innenliegende Kühlkanäle gewährleistet, die dann auf einem
vorbestimmten Teilkreis auf der Stirnseite des Werkzeugs, d. h. vorzugs
weise auf einer Freifläche des Werkzeugs-Anschliffs austreten. Weil ges
interte Hartmetall-Werkzeuge nur mit kostenintensiven Verfahren bearbeit
bar sind, ist es wünschenswert, die Form des Rohlings so weit wie möglich
der Endgestalt des Werkzeugs anzunähern. Dies gelingt am einfachsten bei
Anwendung eines Strangpreßverfahrens, mit dem die Möglichkeit gegeben
ist, den Rohling bereits mit fertig geformten innenliegenden Kühlkanälen
in einem kontinuierlichen Prozeß herzustellen, was den besonderen zusätzlichen
Vorteil hat, daß Werkzeuge selbst großer Längen ohne Veränderung
des Verfahrensprozeßes herstellbar sind.
Allerdings ist das Verfahren nur dann wirtschaftlich, wenn es ge
lingt, den Stab so herzustellen, daß die Geometrie und insbesondere auch
die Lage des zumindest einen innenliegenden Schmiermittel- bzw. Kühlka
nals innerhalb von sehr engen Toleranzgrenzen gehalten wird. Dieses Pro
blem verschärft sich dann, wenn das herzustellende Werkzeug - wie es bei
spielsweise bei einem Bohrwerkzeug der Fall ist - mit Spannuten ausge
stattet werden muß. Weil Vollhartmetall (Vhm)-Bohrwerkzeuge zwischen
zeitlich mit verhältnismäßig großen axialen Längen hergestellt werden,
muß auch der zumindest eine innenliegende Kühlkanal so exakt eingeformt
werden, daß er in jedem Querschnitt des Bohrwerkzeugs exakt an der vorbe
stimmten Stelle des Bohrerstegs zu liegen kommt. Denn nur dann ist ge
währleistet, daß die Bohrerstabilität über die gesamte Länge gleich hoch
ist und beim Nachschleifen des Werkzeugs die Mündungsstelle des innen
liegenden Kühlkanals in Bezug zur Hauptschneide unverändert bleibt.
Es sind bereits viele Ansätze bekannt, um im Strangpreßverfahren
derartige Werkzeugrohlinge aus plastifizierter Pulvermasse so herzustel
len, daß die Genauigkeitsanforderungen an die Lage und Form der innen
liegenden Kühlkanäle eingehalten werden.
Bereits in der US-PS 2,422,994 wird ein Strangpreßverfahren be
schrieben, bei dem eine plastifizierte pulvermetallurgische Masse durch
eine Strangpreßdüse gepreßt wird. Die Innenoberfläche der Strangpreßdüse
hat Vorsprünge vorbestimmten Querschnitts, und im Bereich des Zentrums
der Düse erstrecken sich axial ausgerichtete, stabförmige Körper, die an
einem stromauf der Strangpreßdüse liegenden Dorn befestigt sind, der von
der plastifizierten Masse umströmt ist. Dieses Verfahren arbeitet mehr
stufig, wobei das plastifizierte Rohmaterial zuerst in einen Rohling mit
zumindest einer geradlinig verlaufenden, außenliegenden Nut geformt wird,
woraufhin der in dieser Weise vorgeformte Rohling durch eine Relativ-
Drehbewegung zwischen der Strangpreßdüse und dem Rohmaterial verdrillt
wird. Ein solcher, zweistufiger Formgebungsprozeß ist jedoch für die mei
sten der zwischenzeitlich verwendeten Rohmassen schon deshalb ungünstig,
weil der auf der Strangpreßdüse austretende Rohling extrem druckempfindlich
ist. Selbst kleinste, auf den Rohling einwirkende Kräfte würden
zu unerwünscht großen Verformungen insbesondere der innenliegenden, ein
geformten Kanäle, wodurch der Rohling unmittelbar unbrauchbar wird.
In der DE 36 01 385 C2 wird zur Beseitigung dieses Problems ein Ex
trusionsverfahren beschrieben, bei dem der wendelförmige Verlauf des zu
mindest einen innenliegenden Kühlmittelkanals gleichzeitig mit der Extru
sion der plastischen Masse erzeugt wird, hier muß allerdings das Düsen
mundstück innenseitig mit einem wendelförmigen Profil ausgestattet Wert
den. Im Zentrum der Strangpreßdüse sind elastische Stifte vorgesehen, die
mit ihren stromauf gelegenen Enden an einem Düsendorn befestigt sind und
deren Elastizität so groß gewählt ist, daß die Stifte der durch die In
nenkontur des Düsenmundstücks induzierten Drallströmung folgen können. Es
hat sich gezeigt, daß es schwierig ist, mit diesem Strangpreßkopf die
Kühlkanalwendel in den Rohlingen genau genug auszubilden. Die Vorsprünge
und Vertiefung auf der Innenoberfläche des Düsenmundstücks mußten in
großer Zahl vorgesehen werden, um den Massestrom entsprechend in Rotation
zu versetzen. Dies hat zur Folge, daß das Düsenmundstück relativ teuer
wird und darüber hinaus die am gesinterten Rohling vorhandenen Vorsprünge
zunächst abgeschliffen werden müssen, was zu Materialverlusten führt.
In dem Dokument EP 465 946 A1 wird ein Verfahren gemäß dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1 beschrieben, mit dem es gelingt, den Ver
fahrensschritt des Außenrundschleifens der fertig gesinnterten Schneid
teil-Rohlinge einzusparen.
Eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Extrusion von Stäben aus pla
stischem Rohmaterial gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 6 ist aus
dem Dokument DE 38 14 687 C2 bekannt. Die Strömungsleitflächenanordnung
ist hier entweder vor oder nach Abschluß eine Extrudiervorgangs verstell
bar. Das Düsenmundstück ist allerdings nach wie vor - entsprechend der
Lehre gemäß DE 36 01 385 C2 - innenseitig mit einem wendelförmigen Profil
ausgestattet, wodurch die vorstehend erwähnten Probleme nach wie vor be
stehen.
Bei dem Verfahren gemäß EP 459 946 A1 wird die Innenoberfläche des
Düsenmundstücks von der Mantelfläche eines Kreiszylinders gebildet. Dem
Düsenmundstück ist eine innerhalb des Massestroms liegende Drallein
richtung vorgeschaltet. Entsprechend einer Alternative wird der Strang
preßmasse mittels dieser Dralleinrichtung eine gleichmäßig über den Quer
schnitt des Strangs wirkende Drallbewegung aufgezwungen, während gemäß
der zweiten Alternative der Dralleinrichtung durch die Strangpreßmasse
eine Drall- bzw. Rotationsbewegung aufgezwungen wird. Zur Bildung des zu
mindest einen innenliegenden Kanals ragt in den Massestrom ein der Drall-
bzw. Rotationsbewegung folgendes, fadenförmiges Material hinein. Somit
wird der Teilkreisdurchmesser, auf dem der Querschnitt des zumindest ei
nen innenliegenden Kühlkanals beim extrudierten Rohling zu liegen kommt,
durch die Strömungsgeschwindigkeit und durch die Reibungsverluste im Dü
senmundstück beeinflußt. Gemäß einer weiteren Variante dieses bekannten
Verfahrens wird deshalb vorgeschlagen, daß Düsenmundstück drehbar auszu
bilden, wobei durch die Drehbewegung eine Korrektur der Rotationsbewegung
des Massestroms ermöglicht wird.
Mit diesem bekannten Verfahren lassen sich plastifizierte Massen im
Strangpreßverfahren zu Rohlingen verarbeiten, die sich hinsichtlich ihrer
äußeren Abmessungen und der Geometrie und der Lage des zumindest einen
innenliegenden Kühlkanals durch eine sehr hohe Genauigkeit auszeichnen.
Allerdings besteht bei diesen bekannten Verfahren und
Vorrichtungen zur Durchführung dieses Verfahrens das Be
dürfnis, die Arbeitsgenauigkeit weitgehend unabhängig von
den Betriebsparametern des Verfahrens, wie z. B. von den
Strömungsbedingungen im Einlaufbereich des Düsenmundstücks,
von der Zusammensetzung der plastifizierten Masse und von
den Strömungsgeschwindigkeiten durch das Düsenmundstück und
dergleichen zu halten.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und
eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
6 derart weiterzubilden, daß die vorstehend genannten Stör
größen mit geringem Aufwand unterdrückt werden können, so
daß die Herstellungsgenauigkeit selbst dann erhalten
bleibt, wenn systembedingte Parameterschwankungen auftre
ten.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch
die Merkmale des Patentanspruchs 1 und hinsichtlich der
Vorrichtung durch die Merkmale des Patentanspruchs 5 ge
löst.
Erfindungsgemäß wird in das Düsenmundstück eine Strö
mungsleitflächenanordnung integriert, deren Anstellung zur
Längsachse des Düsenmundstücks durch eine Stelleinrichtung,
welche vorzugsweise durch eine äußere Stellkraft betätigbar
ist, einstellbar ist. Abgesehen davon, daß hierdurch bei
Vereinfachung des Strangpreßkopfes eine Vielzahl von Geome
trien des extrudierten Rohlings ohne aufwendige Umrüstmaß
nahmen herstellbar sind, ergibt sich dadurch der besondere
Vorteil, daß die Rotationsbewegung des plastischen Rohmate
rials während des Extrusionsprozesses laufend derart korri
gierbar ist, daß die Lage und der Verlauf des zumindest ei
nen innenliegenden Kühlkanals innerhalb enger Toleranzgren
zen gehalten werden kann. Schwankungen der Verfahrenspara
meter des Strangpreßverfahrens können auf diese Weise zu
verlässig ausgeregelt bzw. kompensiert werden. Dabei ist
nach wie vor der Vorteil gegeben, daß das Verfahren sehr
materialsparend arbeitet, wobei eine nachträgliche teure
Bearbeitung des gesinterten Rohlings entfallen kann. Der
Rohling wird mit einer glatten kreiszylindrischen Außenflä
che extrudiert, die - unter Berücksichtigung des betreffen
den Schwindmaßes - so gehalten wird, daß ein möglichst ge
ringer Materialabtrag bei der Endbearbeitung des Rohlings
anfällt. Weil der Anstellwinkel der Strömungsleitflächenan
ordnung während des Extrusionsvorgangs jederzeit nachregel
bar ist, kann die Wendelsteigung des zumindest einen innen
liegenden Kanals in bislang nicht erreichbaren engen Gren
zen gehalten werden, und zwar selbst dann, wenn sich der
Massendurchsatz der plastifizierten Masse und/oder andere
physikalische Bedingungen des Strangpreßvorgangs ändern
sollten.
Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten, die Strö
mungsleitflächenanordnung am Strangpreßkopf anzuordnen. Be
sonders vorteilhaft ist die Weiterbildung des Verfahrens
nach dem Patentanspruch 2 bzw. die Weiterbildung der Vor
richtung nach dem Patentanspruch 10. Gemäß dieser
Weiterbildung gelangt die durch das Düsenmundstück
strömende plastifizierte Masse aufgrund des Anstellwinkels
der Leitflächen zur Längsachse des Düsenmundstücks und über
die Haftreibung an der Innenwandung des Düsenmundstücks in
eine Autorotation. Die Rotationsgeschwindigkeit ist
abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit der
plastifizierten, zuströmenden Masse einerseits und vom
jeweils vorliegenden, vorgewählten Anstellwinkel der
Strömungsleitflächenanordnung andererseits. Hierdurch
können Geschwindigkeitsschwankungen der Masseströmung
ausgeglichen werden, weil die Drehgeschwindigkeit der
Leitflächenanordnung bzw. des Düsenmundstücks automatisch
an die Geschwindigkeit der Masseströmung angepaßt wird. Die
Wendelsteigung des zumindest einen innenliegenden
Kühlkanals in den erzeugten Rohlingen wird somit konstant
gehalten, und zwar unabhängig davon, ob die plastifizierte
Masse schnell oder langsam in das Düsenmundstück einströmt.
Durch die Eigenkompensation der Störgrößen aufgrund
vorliegender Parameterschwankungen des Extrusionsverfahrens
eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren und die erfin
dungsgemäße Vorrichtung für die Verarbeitung eines großen
Spektrums von pulvermetallurgischen plastifizierten Massen.
Bevorzugte Materialien sind im Unteranspruch 4 angegeben.
Es soll jedoch hervorgehoben werden, daß auch andere Mi
schungen und Zusammensetzungen selbst extrem unterschiedli
cher physikalischer Eigenschaften und damit unterschiedli
cher Strömungsverhalten nach dem erfindungsgemäßen Verfah
ren verarbeitbar sind, ohne die vorstehend angegebenen Vor
züge aufgeben zu müssen.
Eine besonders einfache Ausgestaltung der Strömungs
leitflächenanordnung ergibt sich mit der Weiterbildung des
Patentanspruchs 7. Es hat sich gezeigt, daß sich der Masse
strom, der bei der Umströmung der Leitschaufel kurzzeitig
im Randbereich der Strömung aufgetrennt wird, aufgrund der
extrem hohen, im Düsenmundstück herrschenden Preßdrücke,
unmittelbar stromab der Leitschaufel wieder zu einem Voll-
Kreisquerschnitt schließt. Die Strömung der Masse wird
damit so geringfügig wie möglich gestört, wodurch die
Gefügequalität des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Rohlings auf einem sehr hohen Niveau gehalten
werden kann.
Wenn das Düsenmundstück drehfest am Extrusionskopf be
festigt wird, ist es von Vorteil, wenn die Strömungsleit
flächenanordnung sich über einen maßgeblichen Anteil der
Gesamtlänge des Düsenmundstücks erstreckt.
Wenn demgegenüber - entsprechend der weiteren Variante
des Anmeldungsgegenstandes - das Düsenmundstück drehbar am
Extrusionskopf gehalten ist, wobei die Drehachse der Zentrumsachse
des Düsenmundstücks zusammenfällt, ist es vorzu
ziehen, daß die Strömungsleitflächenanordnung so gestaltet
wird, daß sie sich lediglich über einen axial begrenzten
Einlaufabschnitt des Düsenmundstücks erstreckt. Dadurch ist
sichergestellt, daß die durch die Strömungsleitflächenan
ordnung induzierte Rotationsbewegung des Düsenmundstücks
zuverlässig in der Lage ist, über die Rest-Strömungslänge
des Massestroms im Düsenmundstück der Masse über die
Haftreibungsbedingungen an der Innenwandung des Düsenmund
stücks die Eigen-Rotationsbewegung aufrecht zu erhalten
bzw. zu stabilisieren. Vorzugsweise wird dabei die
Strömungsleitflächenanordnung derart gestaltet bzw. an die
Geometrie des Düsenmundstücks angepaßt, daß der extrudierte
Massestrom bei Austritt mit der gleichen
Winkelgeschwindigkeit des Düsenmundstücks rotiert. Die
Justierung und Einregelung der Rotationsbewegung des
Massestroms wird auf diese Weise noch genauer was sich be
sonders vorteilhaft dann auswirkt, wenn die Stelleinrich
tung für die Strömungsleitflächenanordnung in einen Regel
kreis der Strangpreßeinrichtung integriert wird.
Grundsätzlich ist es möglich, den Anstellwinkel der
Strömungsleitflächenanordnung in Stufen einzustellen. Be
sonders vorteilhaft ist dies jedoch, wenn die Einstellung
stufenlos bzw. in extrem kleinen Schritten, beispielsweise
unter Zuhilfenahme eines Schrittmotors, vorgenommen wird.
Es kann somit jeder gewünschte Drallwinkel des
innenliegenden Kühlkanals erzeugt und kontrolliert werden.
Wenn die zumindest eine Leitschaufel sich zumindest
über eine maßgebliche Strecke vorzugsweise flächig an der
Innenoberfläche des Düsenmundstücks abstützt, können größe
re Kräfte aufgenommen werden. Dies führt in vorteilhafter
Weise dazu, daß die radiale Erstreckung der Leitschaufel
vergrößert werden kann, mit der Folge, daß die Kopplung
zwischen Strömungsgeschwindigkeit und Rotationsgeschwindigkeit
des Düsenmundstücks und damit der Dreiströmung exakter
wird.
Um störende Schwingungen des Strangpreßsystems zu un
terdrücken, ist es von Vorteil, wenn die Stelleinrichtung
für die Strömungsleitflächenanordnung eine Schwingungsdämp
fungseinrichtung besitzt. Diese Schwingungsdämpfungsein
richtung wird vorteilhafterweise in ein Stellgetriebe ein
gegliedert, und zwar vorzugsweise in Form einer gedämpften
Elastizität. Eine derartige Schwingungsdämpfungseinrichtung
ist insbesondere dann besonders vorteilhaft, wenn die Stel
leinrichtung in ein Regelsystem für die Geometrie des zu
mindest einen innenliegenden Kühlkanals eingegliedert ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren arbeitet unter Verwen
dung von biegeschlaffen bzw. hochelastischen Fäden, die
dann ortsfest mit ihrem stromauf gelegenen Ende vorzugs
weise im Einlaufbereich des Düsenmundstücks festgelegt wer
den. Es ist jedoch gleichermaßen möglich, daß Verfahren un
ter Verwendung von Fäden bzw. Innenstäben durchzuführen,
die zur Erhöhung der Formstabilität einen höheren E-Modul
haben, wobei diese dünnen Stäbe bzw. Stifte dann an einem
Träger gehalten sind, der um eine Drehachse drehbar gela
gert ist, welche mit der Achse des Düsenmundstücks zusam
menfällt.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Nachstehend wird anhand einer schematischen Zeichnung
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch
den stromab liegenden Bereich eines Strangpreßkopfs zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In Fig. 1 ist mit dem Bezugszeichen 10 ein Strangpreß
kopf bezeichnet, mit dem ein Verfahren zur kontinuierlichen
Extrusion von mit mindestens einem wenigstens abschnitts
weise wendelförmigen Innenkanal ausgestatten Stäben aus
plastischem Rohmaterial durchgeführt werden kann. Das pla
stische Rohmaterial kann z. B. aus einer pulvermetallurgi
schen oder keramischen Masse bestehen, wobei das Pulver
vorzugsweise aus der Gruppe der keramischen Pulver, der
Hartmetallpulver, wie z. B. einer Wolframcarbid-Kobalt-Mi
schung und der Metallpulver, sowie aus Mischungen dieser
Bestandteile, wie z. B. der Ceramid-Mischungen ausgewählt
ist. Die Figur zeigt, das stromab gelegene Ende des Strang
preßkopfs, der sich konusförmig verjüngt, und den Ein
laufabschnitt 12 eines Düsenmundstücks 14 bildet. Im Ein
laufabschnitt 12, d. h. im Strangpreßkopf 10 ist eine mit
16 bezeichnete Halteeinrichtung angeordnet, an der stromauf
gelegene Enden von Fäden 18 festgelegt sind, mit denen wäh
rend des Extrudierens des plastifizierten Rohmaterials in
nenliegende Kühlkanäle 22 im extrudierten kreiszylindri
schen Rohlingsstab 24 erzeugbar sind.
Die Fäden 18 bestehen bei dem in der Figur gezeigten
Ausführungsbeispiel aus biegeschlaffem bzw. hochelastischem
Material, wie z. B. aus Kunststoff bzw. aus einer Kette,
deren Kettengliedern beweglich aneinander hängen. Die Fäden
18 haben ein stromab gelegenes Ende 18a, das sich über die
Stirnseite 26 des Düsenmundstücks 14 hinaus erstreckt. Die
Fäden 18 sind an der Halteeinrichtung 16 auf einem Teil
kreisdurchmesser TKD1 befestigt, und zwar vorzugsweise ein
stellbar, um eine Anpassung an das betreffende Düsenmund
stück 14, d. h. an den Außendurchmesser D des herzustellen
den Rohlingstabs 24 vornehmen zu können.
Mit den Pfeilen S ist die in das Düsenmundstück 14 ein
tretende Parallelströmung der plastifizierten Pulvermasse
bezeichnet, wobei - wie die Figur erkennen läßt - diese
Parallelströmung die hochelastischen bzw. biegeschlaffen
Fäden 18 parallel ausrichtet. Im Düsenmundstück 14 ist eine
Strömungsleitflächenanordnung in Form von mehreren, über
den Umfang gleichmäßig verteilten Leitschaufeln 28 vorgese
hen, die verstellbar im Düsenmundstück 14 gelagert sind. Zu
diesem Zweck sind im wesentlichen radial verlaufende Boh
rungen 30 vorhanden, durch die sich eine Stellachse 32 der
betreffenden Leitschaufel 28 erstreckt. Durch den Pfeil R
ist angedeutet, daß die betreffenden Leitschaufeln 28 mit
tels einer nicht näher dargestellten Stelleinrichtung der
art verstellbar sind, daß der Anstellwinkel der Leitschau
fel 28 zur Längsachse AL des Düsenmundstücks 14 verstellbar
ist, und vorzugsweise stufenlos. Die Figur zeigt, daß die
Verstellung der Leitschaufeln 28 durch eine äußere Stell
kraft erfolgen kann, mit der Folge, daß die Anstellung der
Strömungsleitflächenanordnung in Form der Leitschaufeln 28
jederzeit während des Extrusionsvorgangs veränderbar ist.
Mit dem Bezugszeichen 36 ist schematisiert ein Lager
angedeutet, über das das Düsenmundstück drehbar am Strang
preßkopf 10 festgelegt ist, und zwar derart, daß die Dreh
achse mit der Längsachse AL des Düsenmundstücks 14 zusam
menfällt, der eine konzentrische zylindrische Innenbohrung
38 hat. Die Leitschaufeln 28 sind derart gestaltet bzw. im
Düsenmundstück 14 angeordnet, daß ihre axiale Erstreckung
EA nur einen Bruchteil der gesamten Baulänge LB des Düsen
mundstücks 14 ausmacht. Ferner befindet sich die stromab
gelegene Kante 40 der Leitschaufeln 28 in einem Mindestab
stand BA vom Austrittsende, d. h. von der Stirnseite 26 des
Düsenmundstücks, der ausreichend groß ist, um sicherzustel
len, daß die von den Leitschaufeln 28 aufgetrennte Strömung
der plastifizierten Masse stromab der Leitschaufeln 28 wie
der zu einem vollen Kreisquerschnitt geschlossen wird.
Der in der Figur gezeigte Aufbau führt zu folgender
Funktionsweise der Strangpreßvorrichtung:
Auf der in der Figur linken Seite tritt die plastifi
zierte Masse in den Einlaufabschnitt 12 des Düsenmundstücks
14 ein, und zwar derart, daß sie beim Eintreten in das Dü
senmundstück 14 als Parallelströmung vorliegt. Diese Paral
lelströmung trifft nun auf die unter dem Anstellwinkel α
eingestellten Leitschaufeln 28, über die - bedingt durch
die Strömungskräfte - das Düsenmundstück 14 in eine Autoro
tation gebracht wird. Die Rotationsgeschwindigkeit des Dü
senmundstücks 14 ist abhängig von der Strömungsgeschwindig
keit der anströmenden plastifizierten Masse und vom An
stellwinkel α.
Durch die Haftbedingung der durch das Düsenmundstück 14
durchtretenden Strömung an der Innenoberfläche 38 des Dü
senmundstücks, wird die plastifizierte Masse ebenfalls in
eine Rotationsbewegung um die Achse AL versetzt, wobei das
Maß LB letztlich bestimmt, mit welcher Rotationsgeschwin
digkeit die plastifizierte Masse das Düsenmundstück 14 ver
läßt, d. h. mit welcher Rotationsgeschwindigkeit um die
Achse AL der Stabrohling 24 aus dem Düsenmundstück 14 aus
tritt. Durch geeignete Maßnahmen, beispielsweise durch eine
luftgestützte Lagerung des austretenden Stabrohlings 24
kann zuverlässig verhindert werden, daß sich der druckemp
findliche Stabrohling 24 während des rotierenden Austritts
in unzulässiger Weise verformt.
Durch die Rotation der plastifizierten Masse und des
austretenden Stabrohlings 24 werden auch die biegeschlaffen
bzw. hochelastischen Fäden 18 mit der Strömung der plasti
fizierten Masse ausgerichtet, d. h. sie werden durch die
hindurchtretende Strömung der plastifizierten Masse in eine
wendelförmige Form gebracht, deren Steigung durch den An
stellwinkel α in gewünschter Weise einstellbar ist. Mit an
deren Worten, durch die an den Leitschaufeln 28 angreifende
äußere Stelleinrichtung kann der Verlauf der innenliegenden
Kühlkanäle 22 ebenso wie die Lage der Kühlkanäle 22, d. h.
der Teilkreisdurchmesser TKD2 im fertig extrudierten Roh
lingstab 24 exakt festgelegt werden.
Vorzugsweise sind die Stellachsen 32 der Leitschaufeln
28 Bestandteil eines zentralen Stellgetriebes, beispiels
weise in Form eines Planetengetriebes, so daß die Anstell
winkel α der Leitschaufeln synchron und gleichmäßig verän
derbar sind. Um zu verhindern, daß in der Strangpreßein
richtung bzw. im Stellsystem Schwingungen auftreten, kann
eine geeignete Schwingungsdämpfung vorgesehen sein. Diese
Schwingungsdämpfung ist beispielsweise von elastischen Kom
ponenten mit Eigendämpfungsverhalten gebildet.
Am Ausgang des Strangpreßkopfes, d. h. im Bereich des
austretenden Rohlingsstabs 24 ist vorteilhafterweise eine
Meß- und Überwachungseinrichtung für die Geometrie des zu
mindest einen innenliegenden Kühlkanals 22 bzw. für die Be
stimmung der Lage und der Größe des Teilkreisdurchmessers
TKD2 vorgesehen. Diese Meß- und Erfassungseinrichtung ist
Bestandteil eines Regelkreises, in dem das entsprechende
Meßsignal auf die Stelleinrichtung für die Leitschaufeln 28
rückgeführt wird, so daß die gewünschte Lage und Geometrie
des zumindest einen innenliegenden Kühlkanals 22 unabhängig
von den auftretenden Störgrößen, wie z. B. der Strömungsge
schwindigkeit und der physikalischen Eigenschaften der pla
stifizierten Masse eingeriegelt werden kann. Aus der vor
stehenden Beschreibung ergibt sich, daß das erfindungsgemä
ße Strangpreßsystem bereits Systemimmanent eventuell auf
tretende Geschwindigkeitsschwankungen der Masseströmung da
durch ausgleicht, daß die Rotationsgeschwindigkeit der in
Autorotation befindlichen Düse 14 sich ständig und automa
tisch der Geschwindigkeit der Masseströmung anpaßt. Die
Wendelsteigungen der im Strangpreßverfahren erzeugten in
nenliegenden Kühlkanäle in den Stabrohlingen 24 ist dadurch
unabhängig von der Durchtrittsgeschwindigkeit stets gleich
groß, wodurch sich wesentlich engere Toleranzen bezüglich
Lage und Geometrie der innenliegenden Kühlkanäle erzielen
lassen.
Mit der erfindungsgemäßen äußeren Stelleinrichtung ist
es darüber hinaus möglich, mit ein und demselben Düsenmund
stück 14 Stäbe mit unterschiedlichen Steigungen der innen
liegenden Kühlkanäle herzustellen. Im Extremfall kann die
Strömungsleitflächenanordnung in Form der Leitschaufeln 28
so eingestellt werden, daß die Leitschaufeln 28 einen An
stellwinkel α von 0° besitzen, so daß ein Rohlingstab 24
mit geradlinigen innenliegenden Kanälen hergestellt werden
kann.
Das erfindungsgemäße Konzept ist gleichermaßen anwend
bar für den Fall, daß das Düsenmundstück drehfest am
Strangpreßkopf 10 festgelegt wird. In diesem Fall sorgen
die durch die Stelleinrichtung einstellbaren Leitschaufeln
28 allein dafür, daß die als Parallelströmung in das Düsen
mundstück 14 eintretende plastifizierte Masse in die ge
wünschte Drall- bzw. Rotationsbewegung versetzt wird, deren
Größe durch den einstellbaren Anstellwinkel α bestimmt
wird. Auch in diesem Fall läßt sich die Stelleinrichtung
für die Strömungsleitflächenanordnung in ein Regelsystem
integrieren, bei dem die Stelleinrichtung entsprechend den
Meßsignalen angesteuert wird.
In der Figur sind die Leitschaufeln 28 lediglich sche
matisch dargestellt. Vorzugsweise stützen sich die Leit
schaufeln 28 flächig an der Innenoberfläche 38 des Düsen
mundstücks ab, wobei zusätzlich ein Kraftschluß vorgesehen
sein kann. Ferner ist es von Vorteil, wenn die Leitschau
feln 28 so gestaltet werden, daß sich die Leitflächen beim
Verstellen des Anstellwinkels α ständig an die Innenwandung
38 des Düsenmundstücks 14 anschmiegen. Dies ist beispiels
weise dann möglich, wenn die Leitschaufeln aus Gliedern
aufgebaut werden, die sich federnd gegen die Innenoberflä
che drücken.
Selbstverständlich sind Abweichungen von den zuvor be
schriebenen Ausführungsbeispielen möglich, ohne den Grund
gedanken der Erfindung zu verlassen. So ist es beispiels
weise möglich, daß erfindungsgemäße Verfahren unter Zuhil
fenahme von begrenzt elastischen Stiften zu betreiben, die
anstelle der Fäden 18 an einer Halteeinrichtung befestigt
sind, die drehbar um die Zentrumsachse des Düsenmundstücks
im Strangpreßkopf gelagert ist. Die Stifte, d. h. der zu
mindest eine Stift kann in eine wendelförmige Form vorver
drillt sein, die bereits weitgehend derjenigen Wendelform
entspricht, die der zumindest eine innenliegende Kühlkanal
nach dem Extrudieren des Strangpreßrohlings aufweisen soll.
Es ist möglich, für die Halterung dieses Kernstiftes aus
einem Material mit hohem E-Modul einen separaten Antrieb
vorzusehen, über den bei Eingliederung in einen geeigneten
Regelkreis, eine Feinabstimmung des Wendelverlaufs möglich
ist.
Ferner ist es möglich, Leitschaufeln 28 hinsichtlich
Zahl, Größe und Anordnung zu variieren. Es ist auch nicht
unbedingt erforderlich, die Leitschaufeln 28 in gleichmäßi
gem Umfangsabstand anzuordnen. Aus schwingungstechnischen
Gründen kann es sinnvoll sein, eine unregelmäßige Anordnung
über den Umfang vorzusehen. Darüber hinaus kann in Abwand
lung des gezeigten Ausführungsbeispiels vorgesehen sein,
daß über eine weitere Antriebseinrichtung eine Korrektur
der Rotationsbewegung des extrudierten Rohlingstabs 24 er
folgt. Dieser zusätzliche Antrieb kann entweder am Düsen
mundstück 14 selbst oder aber stromab von dieser Komponente
vorgesehen sein.
Die Erfindung schafft somit ein Verfahren und eine Vor
richtung zur kontinuierlichen Extrusion von mit mindestens
einem, wenigstens abschnittsweise wendelförmigen Innenkanal
ausgestatteten Stäben aus plastischem Rohmaterial, wie z. B.
einer pulvermetallurgischen oder keramischen Masse. Das
plastische Rohmaterial wird aus einem Düsenmundstück her
ausgepreßt, wobei sie unter Mitwirkung einer darin vorgese
henen Strömungsleitflächenanordnung in eine Rotationsbewe
gung versetzt wird, die zumindest einen stromauf des Düsen
mundstücks exzentrisch zur Stabsachse gehaltenen und sich
durch das Düsenmundstück erstreckenden Faden aus biege
schlaffem oder elastischem Material mitnimmt und in eine
Wendelform mit vorbestimmter Steigung bringt. Zur Steige
rung der Herstellungsgenauigkeit und der Herstellungstole
ranzen des extrudierten Rohlingstabs bei gleichzeitiger
Vereinfachung der zugehörigen Vorrichtung sieht die Erfin
dung vor, daß zur Justierung der Lage und/oder der Steigung
des zumindest einen wendelförmigen Innenkanals die Rota
tionsbewegung des plastischen Rohmaterials durch eine äuße
re, die Anstellung der Strömungsleitflächenanordnung zur
Längsachse des Düsenmundstücks verändernde Stellkraft ein
gestellt wird.
Claims (19)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Extrusion von von mit min
destens einem wenigstens abschnittsweise wendelförmigen
Innenkanal ausgestatteten Stäben aus plastischem Rohmate
rial, wie z. B. einer pulvermetallurgischen oder kerami
schen Masse, bei dem das plastische Rohmaterial aus einem
Düsenmundstück heraus gepreßt wird, wobei sie unter Mit
wirkung einer darin vorgesehenen Strömungsleitflächenan
ordnung in eine Rotationsbewegung versetzt wird, welche
zumindest einen stromauf des Düsenmundstücks (14) exzen
trisch zur Stabachse (AL) gehaltenen und sich durch das
Düsenmundstück (14) erstreckenden Faden (18) aus biege
schlaffem oder elastischem Material mitnimmt und in eine
Wendelform mit vorbestimmter Steigung bringt, dadurch ge
kennzeichnet, daß während des Extrusionsverfahrens über
am Düsenmundstück angeordnete, verstellbare Leitschaufeln
zur Justierung der Lage und/oder der Steigung des zumin
dest einen wendelförmigen Innenkanals (22) die Rotations
bewegung des plastischen Rohmaterials (24) durch eine äu
ßere, die Anstellung (α) der die Strömungsleitflächenan
ordnung bildenden Leitschaufeln (28) zur Längsachse (AL)
des Düsenmundstücks (14) verändernde Stellkraft einge
stellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leitschaufeln (28) vorzugsweise mit einem Leitflä
chenträger (14) mit dem plastischen Rohmaterial (24)
gleichsinnig rotiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leitflächenanordnung ortsfest gehalten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das plastische Rohmaterial eine plastifizierte
Pulvermasse ist, wobei das Pulver vorzugsweise
aus der Gruppe der keramischen Pulver, der Hartmetallpul
ver, wie z. B. einer Wolframcarbid-Cobalt-Mischung, und
der Metallpulver, sowie aus Mischungen dieser Bestand
teile, wie z. B. der Cermet-Mischungen ausgewählt ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Rotationsbewegung des plastischen
Rohmaterials durch vorzugsweise stufenlose Verstellung
der Strömungsleitflächenanordnung eingestellt wird.
6. Vorrichtung zur kontinuierlichen Extrusion von
mit mindestens einem wenigstens abschnittsweise wendel
förmigen Innenkanal ausgestatteten Stäben aus plastischem
Rohmaterial, wie z. B. einer pulvermetallurgischen oder
keramischen Masse, insbesondere zur Durchführung des Ver
fahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit einem Dü
senmundstück (14), in dem eine Strömungsleitflächenanord
nung vorgesehen ist und durch das sich zumindest ein
stromauf des Düsenmundstücks (14) exzentrisch zur Sta
bachse (AL) gehaltener Faden (18) aus biegeschlaffem oder
elastischem Material erstreckt, wobei der Anstellwinkel (
α) der Strömungsleitflächenanordnung (28) zur Längsachse
(AL) des Düsenmundstücks (14) mittels einer Stelleinrich
tung (R, 30, 32) veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitflächenan
ordnung (28) zumindest eine Leitschaufel (28) aufweist,
die am Düsenmundstück (14) einstellbar festgelegt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
das Düsenmundstück drehfest an einem Extrusionskopf ge
halten ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeich
net, daß das Düsenmundstück (14) drehbar an einem Extrusionskopf
(10) gehalten ist, wobei die Drehachse (AL) mit
der Zentrumsachse des Düsenmundstücks (14) zusammenfällt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die die Strömungsleitflächenanordnung bildenden Leit
schaufeln (28) sich über einen axial begrenzten Einlau
fabschnitt (LB-BA) des Düsenmundstücks (14) erstreckt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anstellwinkel (α) der Strömungs
leitflächenanordnung (28) zumindest abschnittsweise stu
fenlos veränderbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Düsenmundstück (14) eine glatte
kreiszylindrische Innenoberfläche (38) hat, und die Strö
mungsleitflächenanordnung (28) in einem ausreichend gro
ßen Abstand (BA) vor dem Austrittsende (26) des Düsen
mundstücks (14) endet, so daß der extrudierte Stab eine
glatte Oberfläche hat.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die zumindest eine Leitschaufel (28)
sich zumindest über eine maßgebliche Strecke (EA) vor
zugsweise flächig an der Innenoberfläche (38) des Düsen
mundstücks (14) abstützt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere über den Umfang verteilte
Leitschaufeln (28) vorgesehen sind, die mittels der Stel
leinrichtung (R, 30, 32) vorzugsweise synchron verstell
bar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung (R, 30, 32) für
die Strömungsleitflächenanordnung (28) eine Schwingungs
dämpfungseinrichtung besitzt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stelleinrichtung (R, 30, 32) in ein Regelsystem für
die Geometrie und/oder die Lage des zumindest einen in
nenliegenden Kanals (22) eingegliedert ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stelleinrichtung ein Stellge
triebe beispielsweise in Form eines Planetengetriebes
aufweist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß die Strömungsleitflächenanordnung
mehrere axial gestaffelte Leitschaufelanordnungen auf
weist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß der zumindest eine Faden (18) sich
über die Stirnseite (26) des Düsenmundstücks (14) hinaus
erstreckt.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß der zumindest eine Faden zur Erhöhung
der Formstabilität einen hohen E-Modul hat und an einem
Träger gehalten ist, der um eine Drehachse drehbar gela
gert ist, die mit der Achse des Düsenmundstücks zusammen
fällt.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: KONRAD FRIEDRICHS KG, 95326 KULMBACH, DE |
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| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: FRIEDRICHS, KONRAD DR., 96260 WEISMAIN, DE |
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |