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DE19643367A1 - Hochdämmfähiger konstruktiver Leichtbeton für die monolithische Massivbauweise und Verfahren zur Herstellung der Leichtbetonmischung - Google Patents

Hochdämmfähiger konstruktiver Leichtbeton für die monolithische Massivbauweise und Verfahren zur Herstellung der Leichtbetonmischung

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DE19643367A1
DE19643367A1 DE19643367A DE19643367A DE19643367A1 DE 19643367 A1 DE19643367 A1 DE 19643367A1 DE 19643367 A DE19643367 A DE 19643367A DE 19643367 A DE19643367 A DE 19643367A DE 19643367 A1 DE19643367 A1 DE 19643367A1
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DE
Germany
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lightweight concrete
mixture
surfactant
aggregate
organic
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DE19643367A
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Nadeshda Dr Wuestneck
Juergen Kuehn
Guenther Dr Wasow
Rainer Dr Wuestneck
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BAUSTOFFWERK KUEHN GmbH
Witega Angewandte Werkstoff Forschung Gemeinnuetzige Adlershof GmbH
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BAUSTOFFWERK KUEHN GmbH
Witega Angewandte Werkstoff Forschung Gemeinnuetzige Adlershof GmbH
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Publication date
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    • C04B28/02Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing hydraulic cements other than calcium sulfates
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C04B2111/40Porous or lightweight materials

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Description

Die Erfindung betrifft einen konstruktiven Leichtbeton hoher Wärme- und Schalldämmfähigkeit für tragende Betonteile in Form von Steinen, Blöcken oder großformatigen Platten in Betonbauwerken wie Wohn- und Gewerbebauten sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Leichtbetonmischung.
Zur Modifizierung betontechnologischer Eigenschaften von Leichtbeton sind verschiedene Leichtzuschläge gebräuchlich. Sie dienen zur Verringerung der Rohdichte, bewirken damit aber in der Regel auch erhebliche Einbußen in der Betonfestigkeit. Weit verbreitet sind der Einsatz von Tuff, Bims, Perlit, Blähschiefer, Blähglimmer, Blähton, Blähglas, Holz, Stroh usw. . Der Einsatz von Schaumpolystyrol als Zuschlag für einen konstruktiven Baustoff, sog. ESP-Beton, Styroton® u. a., hat sich trotz der interessanten bautechnischen Eigenschaften dieses Materials bezüglich seines Dämmvermögens nicht durchgesetzt, da bei technisch interessanten Polystyrolkonzentrationen die Festigkeit so stark reduziert wird, daß ein Einsatz lediglich als Füll- oder Dämmstoff möglich ist.
Polystyrolbetone mit Rohdichten von mindestens 350 kg/m3 werden als nichtbrennbare Baustoffe Klasse A2 nach DIN 4102 eingestuft. Als konstruktive Leichtbetone werden Polystyrolbetone, wegen ihrer geringen Druckfestigkeit, nicht in entsprechenden DIN- Vorschriften genannt, lediglich in ÖNORM B 4200 sind Wärmeleitfähigkeiten für Polystyrolbetone enthalten. Dagegen sind jedoch Dämm- und Leichtputze mit Poly­ styrolzusätzen mit der DIN 18550 genormt. Wegen der geringen Kornfestigkeit der Polystyrolpartikel ist auch eine Aufnahme in DIN 4226 "Zuschläge für Leichtbeton" nicht möglich. Damit fehlt der in der Bundesdeutschen Gesetzgebung erforderliche Nachweis als konstruktiver Baustoff. Durch zusätzliche konstruktive Maßnahmen, beispielsweise durch Beimischung textiler Fasern, kann in Einzelfällen ein Nachweis der notwendigen Bauteil- oder Systemsicherheit erreicht werden, so daß eine bauaufsichtliche Zustimmung bzw. die Zulassung erfolgen kann.
Eine Verschäumung von Polystyrol im Beton ist zwar möglich, fand jedoch keinen Eingang in die Bauwirtschaft.
Die Einbindung der hydrophoben Polystyrolpartikel in den Zementstein wird durch Tensideinsatz verbessert. Durch die Herstellung spezieller Polystyrol-Sorten gelang jedoch auch der totale Verzicht aufderartige Hilfsmittel. So sind Verfahren bekannt, bei denen spezielle Polystyrolpartikel ohne weitere Vorbehandlung zum Einsatz gelangen und Leichtbetone mit einem Anteil an Schaumstoffen bis zu 90 Vol.-% herstellbar sind (JP 04 331 749 A1 ). Dabei werden Betone mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0.05 bis 0.07 W/mK und Dichten von 180 bis 250 kg/m3 erreicht (AT-PS 392 962). Wegen ihrer sehr geringen Dichte neigen die Partikel zum Aufschwimmen in der Betonmischung. Nachteilig ist die nicht leichte Handhabbarkeit der Materialien sowie die Neigung derartiger Systeme zur Desaggregierung (Perry, S. H.; Bischoff, P. H.; Yamura, K., Trinity Coll., Univ. Dublin Mag. Concr. Res., 43(154), 1991, 71 bis 6). Ein weiteres Problem bei der technischen Verarbeitung resultiert aus der schlechten Ableitung der Hydratationswärme speziell bei hohem Polystyrolanteil.
Erforderlich und sinnvoll ist der Einsatz von Polystyrol, das als Wertstoff aus Recyclingverfahren erhalten wurde, unter Berücksichtigung des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen, der EG- Abfallverbringungsverordnung sowie der 3. Wärmeschutzverordnung. Hierbei kann die Sortenreinheit der Altkunststoffe nicht vorausgesetzt werden, so daß auf eine Reinigung und Oberflächenmodifizierung der Polystyrolpartikel, z. B. durch Tenside, nicht verzichtet werden kann.
Die bekannten Systeme in der Bauindustrie, die Polystyrol verwenden, sind das "Rastra"- System, das "Goidinger"-System und das Compound Building System (CBS). Bei den ersten beiden sind in den Wandteilen mit Rohdichten von 400 kg/m3 (Goidinger-System) bzw. 300 bis 350 kg/m3 (Rastra-System) röhrenförmige Hohlräume enthalten, die beim Betonieren der Decken mit Schwerbeton aufgefüllt werden. Die Forderungen hinsichtlich der Feuer­ beständigkeit (F 180-AB) werden erfüllt, die erhöhten Anforderungen an den baulichen Schall- und Wärmeschutz werden durch diese Verfahren nur bedingt erfüllt. Das CBS-System verwendet dünnwandige Stahlblechprofile in Kombination mit Leichtbeton und erreicht Dichten von etwa 400 kg/m3. Für die Herstellung lamellierter Betontafeln, bestehend aus Schichten unterschiedlichen Betons, wird ein weiteres Verfahren angegeben. So wird ein Stahlnetz auf eine Trägerbetonschicht aufgebracht, auf die dann ein Polystyrolschaumstoff­ partikel enthaltender Beton aufgetragen wird. Das Stahlnetz ist für eine ausreichende Haftung beider Schichten unerläßlich (DE 41 19 818 A1, DE 40 40 634 A1).
Alle diese Systeme sind jedoch ungeeignet für die Herstellung monolithischer Wandbauelemente.
Bekannt sind auch eine Reihe von Baumaterialien, die separate lamellierte Schichten, z. B. Betonsteine mit einer eingelagerten Polystyrolschicht, enthalten. Da diese Schaumstoffschichten jedoch die Wasserdampfdiffusion blockieren, beeinflußt ihr Einsatz in durchgehenden Schichten das Wohnklima immer negativ.
Des weiteren wird als eine mögliche Variante zur Herstellung von Wandbauelementen für die monolithische Mauerwerksbauweise das Sandwich-Bauelement genannt, das aus einer tragenden Betonschicht und einer oder mehreren wärmedämmenden Betonschichten besteht. Derartige Elemente haben keinen Eingang in die Praxis gefunden, da ihre Herstellung und ihr Einsatz kompliziert und teuer sind.
Eine Reihe von Technologien ist bekannt für eine effektive Vorbehandlung der Schaumstoffpartikel. Interessant ist die Stabilisierung von Schaumstoffpartikel durch eine Stützschicht, da hierdurch die Festigkeit des Materials gesteigert wird. Dabei wird zum Beispiel die Oberfläche der Partikel (2 bis 12 mm Korndurchmesser) mit einem Gemisch aus Wasserglas und Zement vorbehandelt (AT-PS 392 963). Auch die Härtung von Beton durch Penetration von Fluorsilikatlösungen ist möglich, wobei (JP 02 184 584 A2) die Penetration, deren Tiefe in Festbetonmaterialien lediglich 0.5 bis 1 mm beträgt, durch Tensidzusatz verdoppelt bzw. vervierfacht werden kann.
Die mit Hilfe dieser Methoden zu erreichende Steigerung der Korn- bzw. der Gefügefestigkeit ist jedoch nicht so ausreichend, daß die Festigkeit des monolithischen Betonbauteiles entscheidend angehoben wird.
Eine verbesserte Benetzung der Schaumstoffkörper durch den Zementleim kann durch Einsatz von Tensiden erreicht werden. Kaliumoleat beispielsweise wird eingesetzt zur Verbesserung der Adhäsion zwischen Polypropylenoberflächen und dem Zementstein (JP 04 021 556 A2, JP 02 055 254 A2 , JP 60 246 280 A2). Dabei wird die Hydrophilierung der Polypropylenoberfläche angestrebt.
Bekannt ist auch der Einsatz von Tensiden zur Beeinflussung der Rheologie von Betonsus­ pensionen (JP 02 229 7 46 A2, WO 91 03 437 A1, BE 900 762 A2, Degtyareva E. V.; Marakina L. D.; Surov Yu. N.; Sobol G. N.; Zinsu Zh. Ch. Vestn. Khar'k. Univ. 319, 1988, 75 bis 8, Mlodccki Jaroslaw, Inst.Tech.Budow.Warsaw Pol. Cem.-Wapno-Gips 5(1986)112, Borisenko V.M.; Guzeev E.A. , NIIZhB USSR Beton Zhelezobeton (Moscow) 6 (1986) 23). Sekiguchi et al. vergleichen verschiedene Plastifikatoren (Sekiguchi, Yoshimitsu; Okada, Toshihiro; Ukigai, Toshiyuki Appl. Res. Lab. II, Lion Corp. Japan Am. Concr. Inst. 119(1989) 157 bis 170) in ihrer Wirkung. Die als Polymere bezeichneten Materialien weisen in der Regel ebenfalls grenzflächenaktive (tensidische) Eigenschaften auf.
Bekannt ist auch der Einsatz von Tensid/Protein- und Tensid/Zellulose-Systemen in Betonsuspensionen, zum Beispiel die Herstellung hochstabiler Schäume auf der Basis von Protein/Tensid-Systemen, z. T. unter Ausbildung sog. "superelastischer" sowie viskoplastischer Strukturen (Trapeznikov, A.A. Kolloid. Z. USSR, 47(1985)323, Wüstneck R.; Hermel H.; Kretzschmar G. Colloid Polymer Sci. 262 (1984) 827). Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang fibrillären Strukturen zu, so z. B. dem Kollagen bzw. der Gelatine als denaturiertes Kollagen (Wüstneck R.; Zastrow L.; Kretzschmar G. Kolloid. Z. USSR 49 (1987)10, Wüstneck R.; Fruhner H. Colloid Polymer Sci. 259 (1982)1228, Wüstneck R.; Zastrow L.; Kretzschmar G. Kolloid. Z. USSR 47 (1985) 462, Wüstneck R.; Zastrow L. Kolloid. Z. USSR 49 (1987) 239, Wüstneck R.; Kretzschmar G. Kolloid. Z. USSR 49 (1987) 555, Wüstneck R.; Krotov V.V.; Ziller M. Colloid Polymer Sci. 262 (1984) 67, Wüstneck R. Colloid Polymer Sci. 262 (1984) 821, Wüstneck R.; Zastrow L. Colloid Polymer Sci. 263 (1985) 778, Wüstneck R. Müller H.-J. Colloid Polymer Sci. 264 (1986) 97, Wüstneck R.; Wärnheim T. Colloid Polymer Sci. 266 (1988) 926). Der Einsatz derartiger hochstabiler disperser Systeme bei der Verfestigung von Zementstein und zur Herstellung verschiedener Schaumbetone ist in der Literatur zwar beschrieben, greift aber auf eine geringe Anzahl von Systemen zurück (JP 63 230 582 A2, DE 38 07 250 A1 , JP 61186 252 A2, WO 86 04 574 A1, CS 230 827 B, Zotova K.V.,Krashemnnikov O.N.; Meos M.A. ,Yudina K.A. Stroit.Tekh.Mater. Syr'ya Murm.Obl.30-9.Edited by. Krashemnmkov O.N.Akad.Nauk SSSR Kol'sk.Fil.: Apatity USSR. 1983, Bauduin O.; Mouanda J.; Taha M.; Mathieu D. Phan Tan Luu Roger; Sergent M.,Lab. Chim. Appl. Ec. Natl. Super. Chim. Montpellier Eur. Polym. J. 23 (1987) 447. Darüberhinaus weisen Protein/Tensid-Komplexe hoher Grenzflächenaktivität, die bei bestimmten Mi­ schungsverhältnissen gebildet werden (Wüstneck R.; Kretzschmar G. Kolloid. Z. USSR 49 (1987) 555, Wüstneck R.; Zastrow L. Colloid Polymer Sci. 263 (1985) 778), gute Benetzungseigenschaften und eine hervorragende Schutzkolloidwirkung auf. Wegen ihrer extrem hohen Grenzflächenviskosität sind diese Schichten auch noch in starken Scherfeldern stabil genug, um eine Koaleszenz zu verhindern. Bekannt ist, daß mit derartigen Systemen eine Beschleunigung der Betonverfestigung realisiert werden kann, bei geringer Bildung offener Kapillaren an der Betonoberfläche (CS 230 827 B).
Der Einsatz von Protein/Tensid-Systemen unter den Gesichtspunkten einer Schutzkolloid­ wirkung, der Benetzung und insbesondere in Kombination mit einer Modifizierung der Rheologie der Betonmischung ist bisher nicht beschrieben worden.
Ferner finden filmbildende Fluortenside zur Vorbehandlung von Bewehrungs-Glasfasern und zur Erhöhung ihrer Alkaliresistenz (DD 29 66 72 AS) Verwendung. Zur Verbesserung der Benetzung von Glasoberflächen durch den Zementleim wird der Einsatz von Aminoxiden und quarternären Ammoniumsalzen vorgeschlagen (DD 290 175 AS).
Alle die genannten Maßnahmen verbessern zwar die Einbindung eines Zuschlagsstoffes in die Zementmatrix, beziehen sich jedoch auf die Verbesserung des Verbundes eines einzelnen Zuschlags bzw. verschiedener Zuschläge, die sich grenzflächenenergetisch nicht grundsätzlich voneinander unterscheiden. Bei gleichzeitigem Einsatz von Zuschlägen unterschiedlicher oberflächenenergetischer Beschaffenheit, wie hydrophobes Polystyrolrecycling-Produkt- und hydrophiler Blähtonpartikel, ist die Verbesserung des Kontaktes beider Materialien mit dem Zementstein durch Tensidzusatz bisher nicht zufriedenstellend gelöst. Zu berücksichtigen ist dabei auch, daß gerade das kostengünstige Polystyrolrecycling-Produkt bezüglich seiner Hydrophobie sehr inhomogen ist.
Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines konstruktiven Leichtbetons hoher Wärme- und Schalldämmfähigkeit für die monolithische Massivbauweise, der die Forderungen der 3. Wärmeschutzverordnung (Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden, Januar 1995, 3. Wärmeschutzverordnung) erfüllt, wobei ein guter Verbund zwischen dem Zementleim und hydrophoben als auch hydrophilen Zuschlagstoffen gesichert werden soll, sowie eines Verfahrens zur Herstellung der Leichtbetonmischung.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Kombination von mineralischem Zuschlag und von einem Zuschlag auf organischer Basis als Leichtzuschlag mit Zementleim unter Zusatz grenzflächenaktiver Stoffe. Als mineralischer Leichtzuschlag kann Tuff, Bims, Perlit bzw. Blähperlit, Blähschiefer, Blähglimmer, Blähton oder Blähglas und als organischer Leichtzuschlag können Schaumstoffpartikel organischer Hochpolymere eingesetzt werden. Der mineralische Zuschlag liegt mit einem Korndurchmesser von 4 bis 64 mm, vorzugsweise 8 bis 32 mm, und der Leichtzuschlag mit einem Korndurchmesser von 1 bis 4 mm, vorzugsweise 2 bis 4 mm vor. Der Anteil an dem Zuschlag auf organischer Basis beträgt 30 bis 70 Vol.-% des Gasamtzuschlages. Vorzugsweise wird als mineralischer Zuschlag Blähton und als Leichtzuschlag Polystyrolschaumstoff eingesetzt. Zur Verbesserung des Verbundes zwischen Leichtzuschlag und dem Zementstein wird ein grenzflächenaktiver Stoff, bzw. eine Kombination von grenzflächenaktiven Stoffen zugesetzt. Durch die erfinderische Maßnahme werden die großen grenzflächenenergetischen Unterschiede beider Komponenten des Leichtzuschlags überwunden. Als grenzflächenaktive Stoffe werden Tenside oder Tensidmischungen, Mischungen von Tensiden mit Cotensiden, Mischungen von Tensiden mit Proteinen oder Proteinabbauprodukten im Bereich des HLB-Wertes (Griffin, W.C. J. soc. Cosmet. Chem. 5(1954)249) von 7 bis 18, vorzugsweise von 9 bis 15, verwendet.
Mittels des Zusatzes der erfindungsgemäßen Mischung grenzflächenaktiver Stoffe wird auch eine sichere Benetzung nicht sortenreiner Kunststoffpartikel aus Recycling-Produkten erreicht. Die Betonbauteile des erfindungsgemäßen konstruktiven Leichtbetons entsprechen der Forderung der 3. Wärmeschutzverordnung. Es wurden Wärmeleitfähigkeiten kleiner 0.3 W/mK für Betonblöcke der Druckfestigkeitsklassen 2 bis 6 erreicht.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Leichtbetonmischung erfolgt durch trockenes Vermischen des mineralischen Zuschlages mit dem Zuschlag auf organischer Basis in einer Mischmaschine, danach wird ein Teil des Anmachwassers mit den erfindungsgemäßen grenzflächenaktiven Stoffen zugesetzt und schließlich erfolgt die Zugabe des Zementes und des restlichen Wassers. Die Verdichtung des so angesetzten Leichtbetons erfolgt durch eine Rüttelbehandlung. Gegebenenfalls kann auch Sand in einer Körnung 0 bis 2 mm den trockenen Zuschlägen beigemischt werden.
Anschließend wird der Leichtbeton zu tragfähigen Betonsteinen, Betonblöcken oder großformatigen Betonplatten geformt, die in Betonbauwerken wie Wohn- und Gewerbegebäuden Verwendung finden.
Bei der Anwendung der Erfindung werden folgende Vorteile gegenüber dem bekannten ESP- Beton erreicht:
  • - eine erhöhte Druckfestigkeit der Betonteile bei geringer Rohdichte,
  • - eine gleichzeitige und sichere Einbindung von mineralischen Zuschlagsstoffen und gleichzeitig Schaumstoffpartikeln in den Zementverbund durch Überwindung der unterschiedlichen oberflächenenergetischen Beschaffenheit der Partikeloberflächen,
  • - eine Verbesserung der Ableitung der Hydratationswärme trotz hohem Anteil an organischem Zuschlag,
  • - sichere Verarbeitung durch Verhinderung einer Entmischung und
  • - feste Einbindung von Schaumstoffpartikeln aus Recycling-Produkten unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung und Hydrophobie.
Die Vorteile sind ursächlich bedingt durch die Eigenschaften des Zementsteines, der Zuschläge und der erfindungsgemäß hervorgerufenen Haftung zwischen Zementstein und Zuschlägen.
Ausführungsbeispiele
In Tabelle 1 sind 8 erfindungsgemäße Rezepturen zusammengestellt. Es wurde Zement CEM I 42,5 R verwendet, der Wasser/Zement-Wert beträgt in allen Fällen 0,5. Die angegebene Druckfestigkeit ist der Mittelwert aus den Einzelergebnissen von 6 Prüfkörpern (15×15×15 cm) und wurde nach 28 Tagen gemessen. Die Lagerung der Prüfkörper erfolgte bei 20 °C in gesättigter Wasserdampfatmosphäre.
Verwendete grenzflächenaktive Zusätze:
I : 1 g/l C12C14-Fettalkoholethoxylat mit 8 EO;
II : 1 g/l C12C14-Fettalkoholethoxylat mit 8 EO + 0,1 g/l Butanol;
III : 1 g/l alkalisch aufgeschlossene Gelatine + 0,03 g/l Natrium-dodecylbenzol­ sulfonat;
IV : 3 g/l alkalisch aufgeschlossene Gelatine + 0,03 g/l Natrium-dodecylbenzol­ sulfonat.
Der grenzflächenaktive Zusatz wurde einem Teil des Anmachwassers zugesetzt, mit dem das Polystyrol/Blähtongemisch im Mischer vorbehandelt wurde. Dann erfolgte die Zementzugabe und der Zusatz des restlichen Wassers. Eine Verdichtung erfolgte durch Rütteln.
Die Mischungen 2,3,4,5,7 und 8 lassen eine Einordnung als konstruktiver Leichtbeton zu.

Claims (11)

1. Hochdämmfähiger konstruktiver Leichtbeton für die monolithische Massivbauweise in Form von Steinen, Blöcken oder großformatigen Platten, gekennzeichnet durch Verwendung einer mit Zementleim unter Zusatz grenzflächenaktiver Stoffe gebundenen Kombination aus mineralischem Zuschlag und einem Zuschlag auf organischer Basis, wobei der Anteil an dem organischem Zuschlag 30-70 Vol.-% des Gesamtzuschlages beträgt.
2. Leichtbeton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mineralische Zuschlag ein Tuff, Bims, Perlit bzw. Blähperlit, Blähschiefer, Blähglimmer, Blähton oder Blähglas ist und der Zuschlag auf organischer Basis aus Schaumstoffpartikeln eines organischen Hochpolymers besteht.
3. Leichtbeton nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Korndurchmesser des mineralischen Zuschlags 4 bis 64 mm und des mineralischen Zuschlags auf organischer Basis 1 bis 4 mm beträgt.
4. Leichtbeton nach Anspruch 1 bis 3 , dadurch gekennzeichnet, daß der Korndurchmesser des mineralischen Zuschlags 8 bis 32 mm und des Zuschlags auf organischer Basis 2 bis 4 mm beträgt.
5. Leichtbeton nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der mineralische Zuschlag Blähton ist und der Zuschlag auf organischer Basis aus Polystyrolschaumstoffartikel besteht.
6. Leichtbeton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktive Stoffe Tenside oder Tensidmischungen im Bereich des HLB-Wertes von 7 bis 18 verwendet werden.
7. Leichtbeton nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktive Stoffe Tenside oder Tensidmischungen im Bereich des HLB-Wertes von 9 bis 15 verwendet werden.
8. Leichtbeton nach Anspruch 1, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktive Stoffe eine Mischung aus Tensid mit Proteinen oder Proteinabbauprodukten verwendet wird.
9. Leichtbeton nach Anspruch 1 und 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktive Stoffe eine Mischung aus einem anionischen Tensid und Gelatine verwendet wird.
10. Leichtbeton nach Anspruch 1,6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktive Stoffe eine Mischung aus einem Tensid und einem Cotensid verwendet wird.
11. Verfahren zur Herstellung der Leichtbetonmischung nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
  • a) der mineralische Zuschlag und der Zuschlag auf organischer Basis in einer Mischmaschine trocken gemischt werden, wobei gegebenenfalls Feinsand zugesetzt werden kann,
  • b) die Trockenmischung mit einem Teil des Anmachwassers, welches den Zusatz an grenzflächenaktiven Stoffen enthält, versetzt wird,
  • c) die Zugabe des Zements und des restlichen Wassers erfolgt,
  • d) die Leichtbetonmischung durch Rütteln verdichtet wird
  • e) und anschließend der Leichtbeton geformt wird.
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