DE19642751A1 - Saccharid-Bibliothek - Google Patents
Saccharid-BibliothekInfo
- Publication number
- DE19642751A1 DE19642751A1 DE19642751A DE19642751A DE19642751A1 DE 19642751 A1 DE19642751 A1 DE 19642751A1 DE 19642751 A DE19642751 A DE 19642751A DE 19642751 A DE19642751 A DE 19642751A DE 19642751 A1 DE19642751 A1 DE 19642751A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- saccharide
- library according
- saccharide library
- saccharides
- groups
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Ceased
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07H—SUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
- C07H21/00—Compounds containing two or more mononucleotide units having separate phosphate or polyphosphate groups linked by saccharide radicals of nucleoside groups, e.g. nucleic acids
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07H—SUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
- C07H3/00—Compounds containing only hydrogen atoms and saccharide radicals having only carbon, hydrogen, and oxygen atoms
- C07H3/06—Oligosaccharides, i.e. having three to five saccharide radicals attached to each other by glycosidic linkages
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Molecular Biology (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Biotechnology (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Genetics & Genomics (AREA)
- Saccharide Compounds (AREA)
- Investigating Or Analysing Biological Materials (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft eine Saccharid-Bibliothek, Verfahren zur Herstellung einer
solchen sowie ihre Verwendung.
Seit einiger Zeit wird daran gedacht, Wirkstoffe, z. B. Therapeutika, auf Sac
charid-Basis bereitzustellen. Dies trifft insbesondere zu, wenn die Wirkstoffe
Agonisten bzw. Antagonisten von Zell-Rezeptoren sein sollen. Bisher ist es
allerdings äußerst schwierig, Wirkstoffe auf Saccharid-Basis bereitzustellen, d. h.
solche zu finden, die exakt mit Zielproteinen, z. B. Rezeptoren, reagieren.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Mittel bereitzu
stellen, mit dem Wirkstoffe auf Saccharid-Basis gefunden werden können.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Gegenstände in den Patentansprüchen
erreicht.
Gegenstand der Erfindung ist somit eine Saccharid-Bibliothek mit verschiedenen
Saccharid-enthaltenden Molekülen, wobei die Saccharid-enthaltenden Moleküle
jeweils ein Kernmolekül mit mindestens zwei funktionellen Gruppen und minde
stens zwei Sacchariden umfassen.
Der vorstehende Ausdruck "Saccharid-Bibliothek" bedeutet eine Vielzahl, z. B.
mindestens 6, vorzugsweise mindestens 20, besonders bevorzugt mindestens
50 und am meisten bevorzugt mindestens 100, von verschiedenen Saccharid
enthaltenden Molekülen. Diese Moleküle können ungebunden oder an einen
Träger gebunden vorliegen. Als Träger sind alle Matrices geeignet, die in der
Festphasenchemie verwendet werden, wie Festphasen auf der Basis von Poly
styrol, Polyethylenglykol, Kieselgur, CPC (controlled pore ceramics), Cellulose
und Glas.
Der vorstehende Ausdruck "Kernmolekül mit mindestens zwei funktionellen
Gruppen" umfaßt aliphatische Verbindungen, die mindestens zwei, insbesondere
3, 4, 5 oder 6, funktionelle Gruppen z. B. Hydroxygruppen, Aminogruppen,
Carbonsäuregruppen, Metall-organische Gruppen und/oder Halogenidgruppen,
aufweisen. Die funktionellen Gruppen können gleich oder verschieden vonein
ander sein. Beispiele von Kernmolekülen sind cyclische Aliphate. Vertreter dieser
sind C6-Cykloalkane, wie Trihydroxycykloalkane, z. B. 1,3,5-Trihydroxycykloalka
ne, insbesondere 1,3,5-Trihydroxycyclohexan, Inosite, insbesondere myo-Inosit,
und C5-Cykloalkane, wie Tri- und Tetrahydroxycyklopentane, sowie Derivate
davon. Ferner sind Kernmoleküle heterocyclische Hydroxyverbindungen. Deswei
teren sind Kernmoleküle aliphatische Amine, wie Triamine, insbesondere Methy
lentriamine, und Pentaerythrite. Besonders bevorzugte Kernmoleküle sind in Fig. 1
dargestellt. Keine Kernmoleküle im Sinn der Erfindung sind Steroide, Cholsäu
remethylester und Saccharide.
Der vorstehende Ausdruck "Saccharid" umfaßt Saccharide jeglicher Art in allen
stereoisomeren und enantiomeren Formen, insbesondere Monosaccharide, z. B.
Pentosen und Hexosen, wie α- und β-D-Glukose und α- und β-D-Mannose, sowie
Di-, Tri- und Oligosaccharide. Als Saccharide gelten hier auch Inosite, ganz
besonders optisch aktive Derivate von myo-Inosit und Quebrachitol, z. B. aus
Galactinolen, sowohl aus pflanzlichen Quellen, wie Zuckerrüben, als auch aus
Milchprodukten, oder durch enzymatische Enantiomerentrennung gewonnene
Derivate. Ferner sind Saccharide Glykokonjugate. Diese können Konjugate von
Sacchariden mit Peptiden, Heterocyklen und anderen Kohlehydraten sein. Ein
Beispiel von Glykokonjugaten ist Z1-Z10, ein Gemisch von 10 Glykokonjugaten.
Bei den Verbindungen Z1-Z10 handelt es sich um in der Natur vorkommende
Glycopeptide, Glycoproteine und Lipopolysaccharide. Alle diese Verbindungen
sind wegen ihrer Rolle in verschiedenen immunologischen Prozessen von großem
biologischen Interesse. Ein Beispiel einer solchen ist
wobei R Aminosäuren, z. B. Asparaginsäure, Lysin, Glycin, Alanin, etc. oder
Fettsäuren bedeutet. Als Saccharide werden auch Derivate vorstehender Sac
charide, wie mit Schutzgruppen, z. B. Benzyl, geschützte Saccharide und/oder
mit funktionellen Gruppen, wie Aminogruppen, Phosphatgruppen oder Haloge
nidgruppen, modifizierte Saccharide, verstanden. Vorstehende Saccharide
können natürlich vorkommen oder synthetisch hergestellt werden. Vorzugsweise
weist ein Saccharid-enthaltendes Molekül 3, 4, 5 oder 6 Saccharide auf. Die
Saccharide können gleich oder verschieden voneinander sein. Auch können im
Saccharid-enthaltenden Molekül mehrere der Saccharide gleich sein und eines
oder mehrere der restlichen Saccharide sich davon unterscheiden. Beispiels
weise kann ein Saccharid ein Di-, Tri-, oder Oligosaccharid sein und die restli
chen sind z. B. ein Monosaccharid. Dies wird als Saccharid-Hintergrundbibliothek
bezeichnet (vgl. Fig. 3). Die Bindung der Saccharide an das Kernmolekül kann an
dessen funktionelle Gruppen erfolgen. Vorzugsweise geschieht dies unter Aus
bildung einer O-glykosidischen Bindung.
In einer bevorzugten Ausführungsform liegt zwischen dem Kernmolekül und
einem bis maximal allen der Saccharide ein Spacer vor. Beispiele eines solchen
sind aliphatische Verbindungen, wie Alkane. Auch kann der Spacer eine ungesät
tigte aliphatische Verbindung sein. Der Spacer weist vorzugsweise 3 bis 10 C-Atome
auf. Ferner kann der Spacer an die funktionellen Gruppen des Kernmole
küls und/oder der Saccharide gebunden sein. Liegen mehrere Spacer vor, dann
können diese gleich oder verschieden voneinander sein.
Vorzugsweise weist ein in der erfindungsgemäßen Bibliothek vorliegendes
Saccharid-enthaltendes Molekül eine organische Verbindung auf. Diese kann an
das Kernmolekül und/oder an eines oder mehrere der Saccharide gebunden sein.
Beispiele von organischen Verbindungen sind Alkane mit einer funktionellen
Gruppe, z. B. einem Halogen, wie Brom, einer Hydroxy-, Azido- und/oder Amino-
Gruppe, oder Alkene, insbesondere mit endständiger Doppelbindung. Die Alkene
können auch vorstehende funktionelle Gruppen aufweisen. Vorzugsweise hat
vorstehende organische Verbindung 3 bis 10 C-Atome. Ferner können von der
organischen Verbindung eine oder mehrere vorliegen. Bei mehreren können diese
gleich oder verschieden voneinander sein. Mit den organischen Verbindungen ist
es z. B. möglich, das Saccharid-enthaltende Molekül an einen Träger zu binden
und/oder Farbstoffe, magnetische Partikel und/oder andere Komponenten an das
Saccharid-enthaltende Molekül zu binden.
Die Komponenten der Saccharid-enthaltenden Moleküle sind als Edukte darge
stellt. In den Saccharid-enthaltenden Molekülen liegen sie jedoch in derivati
sierter Form vor.
Erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zur Herstellung vorstehender Sac
charid-Bibliotheken bereitgestellt. In diesem Verfahren werden die einzelnen
Komponenten, d. h. Kernmoleküle, Saccharide, ggf. Linker, ggf. organische
Verbindung und ggf. Träger kovalent miteinander verbunden.
Beispielsweise wird ein an einen Träger gebundenes Kernmolekül bereitgestellt,
bei dem die funktionellen Gruppen Schutzgruppen aufweisen. Die Schutzgruppen
können orthogonale Schutzgruppen sein. Diese Schutzgruppen zeichnen sich
dadurch aus, daß sie einzeln (selektiv), d. h. nacheinander, von einem Molekül bei
Anwesenheit anderer Schutzgruppen abgespalten werden können, ohne daß
diese anderen Schutzgruppen durch die Abspaltungsbedingungen beeinflußt
werden. Beispiele solcher Schutzgruppen sind Acyl-Gruppen, wie Benzoyl,
Acetyl und Chloracetyl, Benzyl-Gruppen und Silyl-Gruppen. Der Fachmann weiß,
wie sie selektiv abgespalten werden können. Von diesen Schutzgruppen wird
eine abgespalten. Anschließend wird mit einem Saccharid oder einem Gemisch
von Sacchariden umgesetzt, so daß die Saccharide an die funktionelle Gruppe
gebunden werden. Dann wird die nächste Schutzgruppe selektiv abgespalten,
und die Umsetzung wird wiederholt. Dabei kann ein neues Saccharid, ein neues
Gemisch von Sacchariden oder das in vorstehendem Schritt verwendete Sac
charid oder Gemisch von Sacchariden verwendet werden. Diese Reaktionen
können wiederholt werden, bis alle gewünschten funktionellen Gruppen des
Kernmoleküls ein Saccharid aufweisen. Schließlich können die erhaltenen Sac
charid-enthaltenden Moleküle vom Träger und, wenn es gewünscht wird, die
ggf. an den Sacchariden vorliegenden Schutzgruppen abgespalten werden. Auf
diese Weise werden erfindungsgemäße Saccharid-Bibliotheken erhalten. Werden
als Saccharide in den einzelnen Schritten nur eine Art von Sacchariden einge
setzt, dann wird auch nur eine Art von Saccharid-enthaltenden Molekülen erhal
ten. Diese können mit davon verschiedenen Saccharid-enthaltenden Molekülen
zu einer Saccharid-Bibliothek gemischt werden. Werden in vorstehender Reaktion
Gemische von Sacchariden eingesetzt, so erhält man eine Kombination von
verschiedenen Saccharid-enthaltenden Molekülen (= Sacharid-Bibliothek). Dies
kann am Beispiel eines festphasengekoppelten Inositols wie folgt dargestellt
werden:
Festphase, an welches Inositol gebunden
ist: R1-R5: orthogonale Schutzgruppen
A, B, C: 3 verschiedene Saccharide, die an die Festphase gekoppelt werden können
A, B, C: 3 verschiedene Saccharide, die an die Festphase gekoppelt werden können
Die Zahl der unterschiedlichen Bibliotheksbausteine nach 5 Kopplungen (wie oben
dargestellt) ergibt sich dann nach der allgemein gültigen Formel:
Z = MF
Z = Zahl der unterschiedlichen Bibliotheksbausteine; M = Zahl der unterschiedlichen
Saccharidspezies, die als Gemisch zur Kopplung an den Zentralbaustein
eingesetzt werden (hier: 2 unterschiedliche Monosaccharide); F = Zahl der
Funktionalitäten des Zentralbausteins (OH-, NH2-Gruppen . . ., hier: 5 OH-Gruppen).
Z = 35 = 243.
Wie vorstehend beschrieben können an das Kernmolekül z. B. Monosaccharide
gebunden werden. Diese können gleich oder verschieden voneinander sein. Eines
dieser Monosaccharide weist eine zur Bindung mit einem anderen Saccharid
fähige Gruppe auf, z. B. eine Acetyl-Gruppe. An diese Stelle wird dann ein von
den bereits gebundenen Sacchariden verschiedenes Saccharid gebunden. Schließ
lich können die erhaltenen Saccharid-enthaltenden Moleküle vom Träger und,
denn es gewünscht wird, die ggf. an den Sacchariden vorliegenden Schutz
gruppen abgespalten werden. Auf diese Weise kann eine Saccharid-Hintergrund
bibliothek erhalten werden.
Die Glycosidierung eines Kernmoleküls, wie es in den Fig. 2-4 beschrieben
ist, kann chemisch und enzymatisch erfolgen. Bei der letzteren wird ausgenutzt,
daß Glycosidasen Monosaccharide von aktivierten Donorsacchariden (Nitrophe
nylglycoside, Glycale, Glycosylfluoride, Disaccharide etc.) auf geeignete Akzep
toren übertragen können (Transglycosidierung). Die dabei erhaltenen Glycoside
sind anomerenrein. Durch ein Kreislaufverfahren, in dem das Kernmolekül kon
tinuierlich mit einer Lösung von Glycosidase und Donorzucker behandelt wird,
kann annähernd quantitativer Umsatz erreicht werden. Glycosidasen mit breiter
Donorspezifität sind in Form der kombinatorischen Batch-Synthese einsetzbar.
Ein Kernmolekül wird z. B. mit einer Glycosidase und einem Gemisch verschiede
ner Donorzucker umgesetzt. Man erhält dabei eine Saccharid-Bibliothek, deren
Zusammensetzung u. a. von der Spezifität des Enzyms und der Reaktivität der
Donorzucker bestimmt wird. Die zur enzymatischen Bindung von Sacchariden an
Kernmoleküle geeignete Verfahren und hierzu notwendige Materialien sind dem
Fachmann bekannt.
Erfindungsgemäße Saccharid-Bibliotheken zeichnen sich dadurch aus, daß sie
eine Vielzahl unterschiedlicher Saccharid-enthaltender Moleküle bereitstellen.
Ferner sind erfindungsgemäße Saccharid-Bibliotheken, insbesondere deren
Kernmoleküle, gegen Abbau durch Glukosidase stabil.
Daher eignen sich erfindungsgemäße Saccharid-Bibliotheken bestens für ein
Screening-Verfahren, mit dem aus der Saccharid-Bibliothek spezifische Wirk
stoffe herausgefischt werden können. Dabei kann wie folgt vorgegangen wer
den: Bei der Entwicklung eines Wirkstoffs auf Saccharid-Basis, welcher z. B.
spezifisch mit einem bekannten Rezeptor reagiert, wird man z. B. die Affinität
schromatographie anwenden. Dazu wird der bekannte Rezeptor immobilisiert,
z. B. an einer Festphase. Durch Auftragen der Sacharid-Bibliothek auf diese
Festphase werden nur jene Saccharid-enthaltenden Moleküle zurückgehalten, die
an den Rezeptor binden. Alle anderen Saccharid-enthaltenden Moleküle werden
abgetrennt. Anschließend werden alle bindenden Saccharid-enthaltenden Mole
küle eluiert, z. B. durch Erhöhung der Salzkonzentration des Lösungsmittels, und
dann analysiert. Günstig kann es sein, die Analyse schon bei der Bibliothekssyn
these zu berücksichtigen. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, daß nicht, wie
vorstehend beschrieben, eine vollständige Bibliothek eingesetzt wird, sondern
durch geschickte Aufteilung des Syntheseschemas eine Gruppierung unter
schiedlicher Teilbibliotheken erhalten wird, die dann eingesetzt wird. Teilbiblio
theken können z. B. auf folgende Weise erhalten werden: Nach dem vorstehend
beschriebenen Verfahren wird nach der selektiven Abspaltung einer Schutz
gruppe (R1) die Kopplung mit den Komponenten A, B und C getrennt durch
geführt. Es ergeben sich somit drei Töpfe, die sich jeweils durch das erste
Sacharid unterscheiden. Jeder dieser drei Töpfe wird nun weiter, jedoch getrennt
bearbeitet. Am Ende liegen dann drei verschiedene Teilbibliotheken vor, die
getrennt für das Screening eingesetzt werden können. Je nachdem, in welchem
Topf der aktivste Wirkstoff ist, kann die entsprechende Teilbibliothek erneut aber
weiter differenziert dargestellt werden. Auf diese Weise kann der Strukturbeweis
für den aktivsten Wirkstoff geführt werden.
Fig. 1 zeigt bevorzugte Kernmoleküle,
Fig. 2 zeigt die Herstellung einer Saccharid-Bibliothek mit einem Triamin
als Kernmolekül,
Fig. 3 zeigt die Herstellung einer Saccharid-Hintergrundbibliothek und
Fig. 4 zeigt die Herstellung einer Saccharid-Bibliothek mit einem Inosit als
Kernmolekül.
Claims (20)
1. Saccharid-Bibliothek mit verschiedenen Saccharid-enthaltenden Molekü
len, wobei die Moleküle jeweils ein Kernmolekül mit mindestens zwei
funktionellen Gruppen und mindestens zwei Sacchariden umfassen.
2. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kernmolekül ein cyclischer Aliphat ist.
3. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
cyclische Aliphat ein C6- oder C5-Cykloalkan ist.
4. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
C6-Cykloalkan ein Trihydroxycyklohexan, ein Inosit oder ein Derivat von
diesen ist.
5. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die funktionellen Gruppen Hydroxygruppen, Aminogruppen,
Carbonsäuregruppen, Metall-organische Gruppen und/oder Halogenid
gruppen sind.
6. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Saccharide ein Mono-, Di-, Tri- und/oder Oligosaccharid,
ein Inosit und/oder ein Derivat von diesen sind.
7. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Monosaccharid Glukose oder Mannose ist.
8. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Saccharid-aufweisende Molekül 3, 4, 5 oder 6 Sac
charide aufweist.
9. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Saccharide gleich oder verschieden voneinander sind.
10. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem Kernmolekül und einem bis maximal allen
Sacchariden ein Spacer vorliegt.
11. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der
Spacer eine aliphatische Verbindung ist.
12. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
daß der Spacer 3 bis 10 C-Atome aufweist,
13. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Saccharid-enthaltende Molekül eine organische Ver
bindung aufweist.
14. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
organische Verbindung ein Alkan mit einer funktionellen Gruppe und/oder
ein Alken ist.
15. Saccharid-Bibliothek nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
funktionelle Gruppe ein Halogen, eine Hydroxy-, eine Azido- und/oder eine
Amino-Gruppe ist.
16. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 13-15, dadurch gekenn
zeichnet, daß die organische Verbindung 3 bis 10 C-Atome aufweist.
17. Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 13-16, dadurch gekenn
zeichnet, daß mehrere organische Verbindungen vorliegen.
18. Verfahren zur Herstellung einer Saccharid-Bibliothek nach einem der
Ansprüche 1-17, dadurch gekennzeichnet, daß das Kernmolekül, die Sac
charide, ggf. der Linker und ggf. die organische Verbindung kovalent
miteinander verbunden werden.
19. Verwendung einer Saccharid-Bibliothek nach einem der Ansprüche 1-18
zum Ermitteln von Wirkstoffen gegen Zielproteine.
20. Verwendung nach Anspruch 19, wobei die Zielproteine Rezeptoren sind.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19642751A DE19642751A1 (de) | 1996-10-16 | 1996-10-16 | Saccharid-Bibliothek |
| PCT/DE1997/002372 WO1998016536A1 (de) | 1996-10-16 | 1997-10-15 | Saccharid-bibliothek |
| JP10517915A JP2001502672A (ja) | 1996-10-16 | 1997-10-15 | サッカリドライブラリー |
| EP97912056A EP0934327A1 (de) | 1996-10-16 | 1997-10-15 | Saccharid-bibliothek |
| US09/284,776 US20030119051A1 (en) | 1996-10-16 | 1997-10-15 | Saccharide library |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19642751A DE19642751A1 (de) | 1996-10-16 | 1996-10-16 | Saccharid-Bibliothek |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19642751A1 true DE19642751A1 (de) | 1998-04-23 |
Family
ID=7808955
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19642751A Ceased DE19642751A1 (de) | 1996-10-16 | 1996-10-16 | Saccharid-Bibliothek |
Country Status (5)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US20030119051A1 (de) |
| EP (1) | EP0934327A1 (de) |
| JP (1) | JP2001502672A (de) |
| DE (1) | DE19642751A1 (de) |
| WO (1) | WO1998016536A1 (de) |
Cited By (12)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7413854B2 (en) | 2002-03-15 | 2008-08-19 | Nuevolution A/S | Method for synthesising templated molecules |
| US8206901B2 (en) | 2002-10-30 | 2012-06-26 | Nuevolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US8932992B2 (en) | 2001-06-20 | 2015-01-13 | Nuevolution A/S | Templated molecules and methods for using such molecules |
| US9096951B2 (en) | 2003-02-21 | 2015-08-04 | Nuevolution A/S | Method for producing second-generation library |
| US9121110B2 (en) | 2002-12-19 | 2015-09-01 | Nuevolution A/S | Quasirandom structure and function guided synthesis methods |
| US9359601B2 (en) | 2009-02-13 | 2016-06-07 | X-Chem, Inc. | Methods of creating and screening DNA-encoded libraries |
| US9574189B2 (en) | 2005-12-01 | 2017-02-21 | Nuevolution A/S | Enzymatic encoding methods for efficient synthesis of large libraries |
| US10730906B2 (en) | 2002-08-01 | 2020-08-04 | Nuevolutions A/S | Multi-step synthesis of templated molecules |
| US10865409B2 (en) | 2011-09-07 | 2020-12-15 | X-Chem, Inc. | Methods for tagging DNA-encoded libraries |
| US11118215B2 (en) | 2003-09-18 | 2021-09-14 | Nuevolution A/S | Method for obtaining structural information concerning an encoded molecule and method for selecting compounds |
| US11225655B2 (en) | 2010-04-16 | 2022-01-18 | Nuevolution A/S | Bi-functional complexes and methods for making and using such complexes |
| US11674135B2 (en) | 2012-07-13 | 2023-06-13 | X-Chem, Inc. | DNA-encoded libraries having encoding oligonucleotide linkages not readable by polymerases |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6541669B1 (en) * | 1998-06-08 | 2003-04-01 | Theravance, Inc. | β2-adrenergic receptor agonists |
| US20030165873A1 (en) | 2001-03-02 | 2003-09-04 | Come Jon H. | Three hybrid assay system |
| KR101157995B1 (ko) | 2009-04-28 | 2012-06-25 | 차의과학대학교 산학협력단 | 신규한 비스-(3-하이드록시-4-메톡시-페닐) 유도체 및 그의 제조방법 |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994019360A1 (en) * | 1993-02-23 | 1994-09-01 | The Trustees Of Princeton University | Solution and solid-phase formation of glycosidic linkages |
| WO1995003315A2 (en) * | 1993-07-21 | 1995-02-02 | Oxford Glycosystems Ltd | Saccharides, their synthesis and use |
| DE4328637A1 (de) * | 1993-08-23 | 1995-03-09 | Schering Ag | Verfahren zur Synthese und Selektionierung von Sequenzen aus kovalent verbundenen Bausteinen |
| WO1995018814A2 (en) * | 1994-01-10 | 1995-07-13 | Innovations Foundation | Polymer-supported solution synthesis of oligosaccharides |
| WO1995021850A1 (en) * | 1994-02-09 | 1995-08-17 | Martek Biosciences Corporation | Generation and screening of synthetic drug libraries |
Family Cites Families (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1995013538A1 (en) * | 1993-11-12 | 1995-05-18 | Operon Technologies, Inc. | Methods of producing and screening complex chemical libraries |
| MX9700725A (es) * | 1994-07-26 | 1997-05-31 | Scripps Research Inst | Coleccion combinatoria soluble. |
| EP0774464B1 (de) * | 1995-10-17 | 2004-07-28 | Combichem, Inc. | Matrize für die Synthese kombinatorischer Bibliotheken in Lösung |
| WO1997034623A1 (en) * | 1996-03-21 | 1997-09-25 | Transcell Technologies, Inc. | Solid phase lipoglycopeptide library, compositions and methods |
-
1996
- 1996-10-16 DE DE19642751A patent/DE19642751A1/de not_active Ceased
-
1997
- 1997-10-15 US US09/284,776 patent/US20030119051A1/en not_active Abandoned
- 1997-10-15 WO PCT/DE1997/002372 patent/WO1998016536A1/de not_active Ceased
- 1997-10-15 JP JP10517915A patent/JP2001502672A/ja active Pending
- 1997-10-15 EP EP97912056A patent/EP0934327A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994019360A1 (en) * | 1993-02-23 | 1994-09-01 | The Trustees Of Princeton University | Solution and solid-phase formation of glycosidic linkages |
| WO1995003315A2 (en) * | 1993-07-21 | 1995-02-02 | Oxford Glycosystems Ltd | Saccharides, their synthesis and use |
| DE4328637A1 (de) * | 1993-08-23 | 1995-03-09 | Schering Ag | Verfahren zur Synthese und Selektionierung von Sequenzen aus kovalent verbundenen Bausteinen |
| WO1995018814A2 (en) * | 1994-01-10 | 1995-07-13 | Innovations Foundation | Polymer-supported solution synthesis of oligosaccharides |
| WO1995021850A1 (en) * | 1994-02-09 | 1995-08-17 | Martek Biosciences Corporation | Generation and screening of synthetic drug libraries |
Cited By (23)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US10669538B2 (en) | 2001-06-20 | 2020-06-02 | Nuevolution A/S | Templated molecules and methods for using such molecules |
| US8932992B2 (en) | 2001-06-20 | 2015-01-13 | Nuevolution A/S | Templated molecules and methods for using such molecules |
| US7413854B2 (en) | 2002-03-15 | 2008-08-19 | Nuevolution A/S | Method for synthesising templated molecules |
| US8808984B2 (en) | 2002-03-15 | 2014-08-19 | Neuvolution A/S | Method for synthesising templated molecules |
| US10731151B2 (en) | 2002-03-15 | 2020-08-04 | Nuevolution A/S | Method for synthesising templated molecules |
| US10730906B2 (en) | 2002-08-01 | 2020-08-04 | Nuevolutions A/S | Multi-step synthesis of templated molecules |
| US11001835B2 (en) | 2002-10-30 | 2021-05-11 | Nuevolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US9284600B2 (en) | 2002-10-30 | 2016-03-15 | Neuvolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US9109248B2 (en) | 2002-10-30 | 2015-08-18 | Nuevolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US10077440B2 (en) | 2002-10-30 | 2018-09-18 | Nuevolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US8206901B2 (en) | 2002-10-30 | 2012-06-26 | Nuevolution A/S | Method for the synthesis of a bifunctional complex |
| US8722583B2 (en) | 2002-10-30 | 2014-05-13 | Nuevolution A/S | Method for selecting a chemical entity from a tagged library |
| US9121110B2 (en) | 2002-12-19 | 2015-09-01 | Nuevolution A/S | Quasirandom structure and function guided synthesis methods |
| US9096951B2 (en) | 2003-02-21 | 2015-08-04 | Nuevolution A/S | Method for producing second-generation library |
| US11965209B2 (en) | 2003-09-18 | 2024-04-23 | Nuevolution A/S | Method for obtaining structural information concerning an encoded molecule and method for selecting compounds |
| US11118215B2 (en) | 2003-09-18 | 2021-09-14 | Nuevolution A/S | Method for obtaining structural information concerning an encoded molecule and method for selecting compounds |
| US9574189B2 (en) | 2005-12-01 | 2017-02-21 | Nuevolution A/S | Enzymatic encoding methods for efficient synthesis of large libraries |
| US11702652B2 (en) | 2005-12-01 | 2023-07-18 | Nuevolution A/S | Enzymatic encoding methods for efficient synthesis of large libraries |
| US11168321B2 (en) | 2009-02-13 | 2021-11-09 | X-Chem, Inc. | Methods of creating and screening DNA-encoded libraries |
| US9359601B2 (en) | 2009-02-13 | 2016-06-07 | X-Chem, Inc. | Methods of creating and screening DNA-encoded libraries |
| US11225655B2 (en) | 2010-04-16 | 2022-01-18 | Nuevolution A/S | Bi-functional complexes and methods for making and using such complexes |
| US10865409B2 (en) | 2011-09-07 | 2020-12-15 | X-Chem, Inc. | Methods for tagging DNA-encoded libraries |
| US11674135B2 (en) | 2012-07-13 | 2023-06-13 | X-Chem, Inc. | DNA-encoded libraries having encoding oligonucleotide linkages not readable by polymerases |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO1998016536A1 (de) | 1998-04-23 |
| EP0934327A1 (de) | 1999-08-11 |
| US20030119051A1 (en) | 2003-06-26 |
| JP2001502672A (ja) | 2001-02-27 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE19642751A1 (de) | Saccharid-Bibliothek | |
| EP0371414B1 (de) | Glykosphingolipide mit kopplungsfähiger Gruppe im Sphingoidanteil, ihre Herstellung und Verwendung | |
| DE2857791C2 (de) | ||
| Kelly et al. | Separation and Characterization of O-Deacylated Lipooligosaccharides and Glycans Derived fromMoraxella catarrhalisUsing Capillary Electrophoresis–Electrospray Mass Spectrometry and Tandem Mass Spectrometry | |
| EP0906325A1 (de) | Dendrimere auf saccharid-basis | |
| DE69019526T2 (de) | Verfahren zur herstellung einer oligosaccharidverbindung unter verwendung von glykosidasen aus einem mollusk. | |
| DE69433675T2 (de) | Verfahren zur Bestimmung einer Zuckerkettenstruktur | |
| DE3624816C2 (de) | ||
| Khanbabaee et al. | Strategies for the synthesis of ellagitannins | |
| DE69111740T2 (de) | Verfahren zum Markieren von Zucker. | |
| DE68902935T2 (de) | Verfahren zur gewinnung von aromabestandteilen und aromas aus ihren vorlaeufern einer glycosidischen art. | |
| DE69130376T2 (de) | Herstellung und Isolierung von N-Glykanen und O-Glykanen | |
| DE69130377T2 (de) | Herstellung und Isolierung von O-Glykanen | |
| DE69019086T2 (de) | Verfahren zur Herstellung von künstlichen N-verbundenen Glycoconjugaten. | |
| US3510472A (en) | Method of producing cardioactive glycosides | |
| EP0769490B1 (de) | Reagenz zum Nachweis und zur Isolierung von Kohlehydraten oder Glycanrezeptoren | |
| EP0368131B1 (de) | Neoglykoproteine, ihre Herstellung und Verwendung | |
| Flowers | Substituted cerebrosides: Part II. Synthetic dihydrosulfatides | |
| DE69100588T2 (de) | Verfahren zur Abtrennung und Reinigung von Monosialogangliosid durch Komplexierung mit Alpha-Cyclodextrin und Zwischenprodukte. | |
| DE69724156T2 (de) | Aus mycobacterium tuberculosis extrahierter kohlenwasserstoffkomplex und verfahren zu dessen herstellung | |
| Horton et al. | Characterization of 2-amino-2, 6-dideoxy-D-glucose as a constituent of the lipopolysaccharide antigen of Pseudomonas aeruginosa immunotype 4 | |
| DE69723926T2 (de) | Verfahren zur synthese von gm2 | |
| DE69519126T2 (de) | Glycophospholipid und Verfahren zu dessen Herstellung | |
| DE69122105T2 (de) | Verfahren zur Erlangen von Monosialogangliosiden | |
| EP0578026A1 (de) | Polymere Lewis X-Saccharide und Verfahren zu ihrer Herstellung |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: WIESSLER, MANFRED, DIPL.-CHEM. PROF. DR., 69126 HEIDELBERG, DE MIER, WALTER, DIPL.-CHEM., 64673 ZWINGENBERG, DE KLIEM, CHRISTIAN, DIPL.-CHEM. DR., 64646 HEPPENHEIM, DE MENZLER, STEFAN, DIPL.-CHEM., 69126 HEIDELBERG, DE |
|
| 8131 | Rejection |