DE19640659A1 - Verfahren zur Betätigung eines elektromagnetischen Aktuators mit Beeinflussung des Spulenstroms während der Ankerbewegung - Google Patents
Verfahren zur Betätigung eines elektromagnetischen Aktuators mit Beeinflussung des Spulenstroms während der AnkerbewegungInfo
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Description
Elektromagnetisch betätigbare Aktuatoren weisen wenigstens
einen Elektromagneten und einen auf ein Stellglied einwir
kenden Anker auf, der mit wenigstens einem Rückstellmittel
verbunden ist, so daß der Anker aus einer durch das Rück
stellmittel vorgegebenen ersten Stellposition durch Ein
schalten des Spulenstroms in eine durch die Anlage des
Ankers am Elektromagneten definierte zweite Stellposition
bewegt werden kann. Elektromagnetisch betätigbare Aktuatoren
werden beispielsweise zur Steuerung der Gaswechselventile
an Kolben-Brennkraftmaschinen eingesetzt. Hierbei sind
zwei Elektromagneten vorgesehen, zwischen denen jeweils
gegen die Kraft eines Rückstellmittels der Anker durch
Abschalten des Spulenstroms am haltenden Elektromagneten
und Einschalten des Spulenstroms am fangenden Elektromagneten
bewegt werden kann. Durch eine entsprechende Ansteuerung
der einzelnen Aktuatoren der Gaswechselventile kann nun
das Ein- und Ausströmen des Arbeitsmediums bewirkt werden,
so daß der Arbeitsprozeß nach den jeweils notwendigen Ge
sichtspunkten optimal beeinflußt werden kann.
Der Ablauf der Steuerung hat dabei großen Einfluß auf die
unterschiedlichen Parameter, beispielsweise die Zustände
des Arbeitsmediums im Einlaßbereich, im Arbeitsraum und
im Auslaßbereich sowie auf die Vorgänge im Arbeitsraum
selbst. Da Kolbenbrennkraftmaschinen bei sehr unterschiedli
chen Betriebszuständen instationär arbeiten, ist eine ent
sprechend anpassungsfähige Steuerung der Gaswechselventile
notwendig. Elektromagnetisch betätigbare Aktuatoren für
Gaswechselventile sind beispielsweise aus DE-C-30 24 109
bekannt.
Ein wesentliches Problem bei der Steuerung derartiger
elektromagnetisch betätigbarer Aktuatoren stellt die
Zeitgenauigkeit dar, die insbesondere bei einer Steuerung
der Motorleistung für die Einlaßventile erforderlich ist.
Eine genaue Steuerung der Zeiten wird durch fertigungsbe
dingte Toleranzen, im Betrieb auftretende Verschleißer
scheinungen sowie durch unterschiedliche Betriebszustände,
beispielsweise wechselnde Lastanforderungen und wechseln
de Arbeitsfrequenzen erschwert, da diese äußeren Einflüs
se ebenfalls zeitrelevante Parameter des Systems beein
flussen können.
Ein Ansatz zum Erzielen einer hohen Steuergenauigkeit be
steht im Aufbringen einer vergleichsweise hohen Energie
jeweils zum Fangen des Ankers an einer Magnetpolfläche.
Verbunden mit diesem hohen Energieaufwand ist aber eine
sinkende Betriebssicherheit, da dann als weiteres Problem
das sogenannte Prellen des Ankers verstärkt auftritt. Die
ses Problem wird dadurch verursacht, daß der Anker mit
hoher Geschwindigkeit auf der Polfläche auftrifft und von
dieser sofort oder nach kurzer Zeit wieder abprallt. Durch
diese Prellvorgänge wird beispielsweise bei Gaswechselven
tilen der Betrieb des Motors nachteilig beeinflußt.
Bei dem vorstehend angegebenen, vorbekannten elektromagneti
schen Aktuator werden als Rückstellfedern Schraubenfedern
mit einer etwa linearen Federkennlinie verwendet. Die hierbei
einzusetzenden Magnete besitzen jedoch einen exponentiellen
Kraftverlauf über dem Ankerweg, was zur Folge hat, daß
die Magnetkraft bei großem Abstand des Ankers von der Pol
fläche geringer sein kann, als die in dieser Position auf
den Anker wirkende Federkraft, daß bei einer Annäherung
des Ankers an die Polfläche beide Kräfte in etwa gleich
sind und bei weiterer Annäherung des Ankers an die Polfläche
die Magnetkraft jedoch deutlich größer wird als die entgegen
wirkende Federkraft. Diese Überhöhung der Magnetkraft zum
Ende der Ankerbewegung hat eine Beschleunigung des Ankers
und damit einen Anstieg der Fluggeschwindigkeit des Ankers
zur Folge, was sich bei seinem Auftreffen auf die Polfläche
negativ auswirkt. Neben einem erhöhten Verschleiß und einer
höheren Geräuschbildung besteht hier dann, wie vorstehend
bereits angegeben, als weiteres Problem das sogenannte
Prellen des Ankers.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Steuerung der Stromzufuhr zum Elektromagneten zu schaf
fen, durch das die vorstehend geschilderten Nachteile
praktisch vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Stromzufuhr zum Elektromagneten so gesteuert wird,
daß der zeitliche Verlauf der erzeugten Magnetkraft zumin
dest in der Endphase der Annäherung des Ankers an die Pol
fläche in etwa dem Verlauf der Federkennlinie entspricht,
jedoch größer ist als die Kraft der Rückstellfeder zumindest
in diesem Bewegungsbereich. Durch diese Maßnahme ist es
möglich, die Kraftüberhöhung des Elektromagneten gegenüber
der entgegenwirkenden Kraft der Rückstellfeder zu begrenzen
und so die Auftreffgeschwindigkeit des Ankers auf der Pol
fläche auf ein gewünschtes Maß zu reduzieren. Hierdurch
kann zum einen ein sicheres Fangen des Ankers vom Elektro
magneten gewährleistet werden, zum anderen aber ein Prellen
oder gar vollständiges Abprallen des Ankers von der Pol
fläche vermieden werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist vorgesehen, daß nach dem Einschalten die
Stromzufuhr zunächst auf einem vorgebbaren Wert Imax während
einer vorgebbaren Zeit TA 0 konstant gehalten und danach
ab einem Zeitpunkt tA proportional zum Verlauf der Federkenn
linie vermindert und ab oder nach dem zu erwartenden Zeit
punkt tB des Auftreffens des Ankers auf der Polfläche auf
die Höhe des Haltestroms IH reduziert wird. Diese Verfahrens
weise ist insbesondere für elektromagnetische Aktuatoren mit
zwei mit Abstand zueinander angeordneten Elektromagneten
von Bedeutung, zwischen denen der mit dem Stellmittel,
beispielsweise einem Gaswechselventil verbundene Anker
jeweils gegen die Kraft von Rückstellfedern hin- und herbe
wegt wird. Dies geschieht dadurch, daß der in der einen
Schaltstellung an einem Elektromagneten an liegende Anker
nach dem Abschalten des Haltestroms an diesem Elektromagneten
durch die Kraft der Rückstellfeder in Richtung auf den
anderen Elektromagneten beschleunigt wird, so daß dieser
in das Kraftfeld des mit einem hohen Fangstrom Imax bestrom
ten fangenden Elektromagneten gelangt und an diesem dann
zur Anlage kommt. Der an der Polfläche des fangenden Magneten
anliegende Anker wird dann durch einen in der Höhe reduzierten
Haltestrom IH gehalten, der darüber hinaus noch zur Reduzie
rung des Energieaufwandes zwischen einem oberen und unteren
Schwellenwert getaktet werden kann. Zwischen der Bestromung
der Spule des Elektromagneten mit dem hohen Fangstrom Imax
und der Bestromung mit dem niedrigen Haltestrom IH wird
zum Zeitpunkt der Annäherung des Ankers, also noch vor
dem Auftreffen die Bestromung so reduziert, daß sich ein
in etwa zum Verlauf der Federkennlinie in diesem Bereich
proportionaler Kraftverlauf der Magnetkraft ergibt.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, daß zumindest periodisch der zeitliche
Verlauf der Stromzufuhr in einem Schaltzyklus als Ist-Wert
erfaßt, mit einem vorgegebenen Verlauf als Soll-Wert ver
glichen und für die nachfolgenden Schaltzyklen bei Abwei
chungen entsprechend geändert wird. Ein derartiger Soll-Ist-Vergleich
kann je nach Einsatzfall bei jedem Schaltzyklus
oder jeweils nach einer vorgebbaren konstanten oder aber
auch entsprechend den Betriebsbedingungen veränderbaren
Zahl von Schaltzyklen vorgenommen werden.
Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen elektromagnetischen Aktuator zur
Betätigung eines Gaswechselventils,
Fig. 2 den Verlauf der Kraft der Rückstellfeder
und den Verlauf der Magnetkraft über dem
Ankerweg,
Fig. 3 den Verlauf von Spulenstrom und Ankerweg
in Abhängigkeit von der Zeit bei einer
normalen Steuerung des Fangstroms,
Fig. 4 den Verlauf von Spulenstrom und Ankerweg
in Abhängigkeit von der Zeit bei einer
Bestromung nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren,
Fig. 5 ein Blockschaltbild für eine Steuerung
eines elektromagnetischen Aktuators für
ein Gaswechselventil.
In Fig. 1 ist ein elektromagnetischer Aktuator 1 schematisch
dargestellt, der einen mit einem Gaswechselventil 2 verbun
denen Anker 3 sowie einen dem Anker 3 zugeordneten Schließ
magneten 4 und einen Öffnermagneten 5 aufweist. Der Anker
3 wird über Rückstellfedern 6 und 7 bei stromlos gesetzten
Magneten in einer Ruhelage zwischen den beiden Magneten
4 und 5 gehalten, wobei der jeweilige Abstand zu den Pol
flächen 8 der Magneten 4, 5 von der Auslegung der Federn
6, 7 abhängt. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die beiden Federn 6 und 7 gleich ausgelegt, so daß
die Ruhelage des Ankers 3 sich in der Mitte zwischen den
beiden Polflächen 8 befindet, wie dies in Fig. 1 dargestellt
ist. In Schließstellung liegt somit der Anker 3 an der
Polfläche des Schließmagneten 4 an.
Zur Betätigung des Gaswechselventils, d. h. zur Einleitung
der Bewegung aus der geschlossenen Position in die geöffnete
Position, wird der Haltestrom am Schließmagneten 4 abgeschal
tet. Hierdurch fällt die Haltekraft des Schließmagneten 4
unter die Federkraft der Rückstellfeder 6 ab und der Anker 3
beginnt, durch die Federkraft beschleunigt, sich zu bewegen.
Nach dem Durchgang des Ankers durch seine Ruheposition
wird der "Flug" des Ankers durch die Federkraft der dem
Öffnermagneten 5 zugeordneten Rückstellfeder 7 abgebremst.
Um nun den Anker 3 in der Öffnungsposition zu fangen und
zu halten, wird der Öffnermagnet 5 mit Strom beaufschlagt.
Zum Schließen des Gaswechselventils erfolgt dann der Schal
tungs- und Bewegungsablauf in umgekehrter Richtung.
In Fig. 2 ist im Diagramm der Verlauf der auf den Anker
wirkenden Magnetkraft FM, beispielsweise des Öffnermagneten
5 in bezug auf den Abstand zu dessen Polfläche 8 wiedergege
ben. Die zugehörige, in ihrer Kraftwirkung der Magnetkraft
entgegenwirkende Rückstellfeder 7 ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel linear ausgelegt, wie dies durch den
Verlauf der Federkraft FF wiedergegeben ist. Der Schnitt
punkt X₀ zeigt in diesem Diagramm die Mittellage des Ankers
3 bei stromlosen Haltemagneten an, während der Punkt X₁
der Endlage des Ankers 3 an der Polfläche 8 des Öffnermagneten
5 entsprechend der vorstehend beschriebenen Arbeits
position entspricht.
Die in der Endlage X₁ auf den Anker aufzubringende Feder
kraft sei F₀. Die Magnetkraft FM ist der Federkraft FF
entgegengerichtet und zeigt eine quadratische Zunahme bei
Verringerung des Abstandes zwischen Anker und der zugehörigen
Polfläche. Damit der Anker während seiner Bewegung zuverläs
sig angezogen werden kann, muß der Fangstrom so hoch gewählt
werden, daß der Verlauf der Magnetkraft FM zumindest ab
dem Punkt der. Ankerbewegung zwischen X₀ und X₁ über der
zugehörigen Rückstellkraft FF liegt, an dem die kinetische
Energie der Bewegung in der Feder als potentielle Energie
gespeichert wurde. Hierdurch ergibt sich eine entsprechende
Überhöhung der Magnetkraft FM gerade kurz vor dem
Auftreffen auf der Polfläche, d. h. in X₁.
Mit einer entsprechend anwachsenden Beschleunigung wächst
auch die Bewegungsgeschwindigkeit an.
Zur Vermeidung der Kraftüberhöhung wird nun bei Annäherung
des Ankers an die Polfläche die Stromzufuhr zum fangenden
Öffnermagneten vermindert. Dies kann beispielsweise beginnen,
wenn die beiden Kennlinien FF und FM ihre größte Annäherung
zeigen, beispielsweise wenn der Anker 3 die Stelle X₂ erreicht
hat. Durch die nachstehend noch näher beschriebene Reduzie
rung der Stromzufuhr zum Elektromagneten des fangenden
Öffnermagneten 5 wird die Magnetkraft fortlaufend reduziert,
so daß sich unter Berücksichtigung des sich verringernden
Abstandes des Ankers 3 von der Polfläche 8 beispielsweise
ein angenähert parallel zur Kennlinie FF verlaufender Anstieg
der Magnetkraft FM1 ergibt.
In Fig. 3 ist nun für den vorstehend erläuterten Bewegungs
vorgang der Spulenstrom und der Ankerweg in Abhängigkeit
von der Zeit für zwei unterschiedliche Stromhöhen dargestellt.
Die Kurve a) zeigt einen Stromverlauf, wie er sich bei
einem ordnungsgemäßen Betrieb einer elektromagnetischen
Stelleinrichtung an dem fangenden Magneten ergibt. Der
Strom wird hierbei nach dem Einschalten bis auf einen Wert
Imax hochgeregelt und dann über einen vorgebbaren Zeitraum
konstant gehalten, so daß ein Fangen des Ankers sichergestellt
ist. Wie die darunterliegende Weg-Zeit-Kurve für die Anker
bewegung erkennen läßt, erreicht der Anker zum Zeitpunkt tA
die Magnetpolfläche und kommt an dieser bleibend zur
Anlage. Dies ist wiederum durch den Kurvenverlauf a) darge
stellt.
Wird nun in die Magnetspule des fangenden Magneten, für
das vorstehend angegebene Bewegungsbeispiel den Öffnermagneten
5, zuviel Energie eingekoppelt, d. h. der Spulenstrom
zu hoch angesetzt, wie dies in der Kurve b) im Spulenstrom
diagramm in Fig. 1 dargestellt ist, dann wird dem Anker
zuviel Bewegungsenergie zugeführt, so daß der Anker aufgrund
der hohen Fluggeschwindigkeit nach dem Auftreffen auf die
Magnetpolfläche abprallt und je nach Größe der Auftreffge
schwindigkeit erst verspätet oder gar nicht eingefangen
wird. Im darunterliegenden Weg-Zeit-Diagramm für die Anker
bewegung ist dies durch die Kurve b) dargestellt, wobei
hier der nachfolgende Bewegungsablauf des Ankers (Prellen
mit anschließendem Fangen oder vollständigem Abprallen)
nicht mehr dargestellt ist.
In Fig. 4 ist nun im oberen Diagramm ein Stromverlauf ent
sprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren und darunter
der Ankerweg dargestellt. Auch hier wird zunächst die Strom
zufuhr auf einen vorgebbaren Fangstrom Imax hochgeregelt,
der während einer vorgebbaren Zeit tA konstant gehalten
wird. Zu einem vorgebbaren Zeitpunkt tA, der beispielsweise
kurz nach dem Durchgang des sich vom Schließmagneten 4
auf den Öffnermagneten 5 bewegenden Ankers durch die Null-Lage
oder einem entsprechend späteren Zeitpunkt vorgegeben
sein kann, wird nun durch eine Reduzierung des Fangstroms
die erzeugte Magnetkraft am fangenden Elektromagneten fort
laufend reduziert und zwar so, daß der Verlauf der auf
den sich nähernden Anker 3 wirkenden Magnetkraft in etwa
der Zunahme der Kraft der entgegenwirkenden Rückstellfeder 7
entspricht, wobei jedoch die Führung der Stromzufuhr so
erfolgen muß, daß die Magnetkraft immer über der Federkraft
liegt, wie die in Fig. 2 für den Kurventeil FM1 dargestellt
ist.
Zum Zeitpunkt tB liegt dann der Anker 3 an der Polfläche 8
des fangenden Öffnermagneten 5 an und wird hier durch einen
Haltestrom IH gehalten, der aus Gründen der Energieersparnis
zwischen einem unteren Wert IH2 und einem oberen Schwellen
wert IH1 getaktet wird.
Je nach dem Verlauf der Stromabnahme kann die Höhe des
Fangstroms in der geregelten Phase zum Auftreffzeitpunkt tB
noch über dem Wert des Haltestroms IH liegen, so daß zu
diesem Zeitpunkt die Stromzufuhr zunächst vollständig abge
schaltet und erst bei Erreichen des Wertes für den Halte
strom IH bzw. bei einem getakteten Haltestrom des Wertes
für den unteren Schwellenwert IH2 wieder angeschaltet werden.
Da es in der Praxis sehr schwierig ist, Rückstellfedern
herzustellen, die mit ihrer Federkennlinie den gewünschten
Einsatzbedingungen Rechnung tragen, erlaubt es das erfindungs
gemäße Verfahren, den Verlauf der Magnetkraft über dem
Ankerweg an eine gegebene Federkennlinie und auch den ge
wünschten Bewegungsablauf und die Bewegungsgeschwindigkeit
zu beeinflussen. Neben einer Anpassung an eine lineare
Federkennlinie ist über die Beeinflussung der Bestromung
des jeweils fangenden Magneten auch ein Verlauf der Magnet
kraft mit einer gewillkürten Verlaufskurve, beispielsweise
progressiv-degressiv möglich. In diesem Fall würde nach
einer anfänglichen Beschleunigung des Ankers infolge einer
Abnahme der Magnetkraft bei der Annäherung des Ankers die
bremsende Wirkung der zunehmenden Kraft der Rückstellfeder
spürbar.
Die Federkennlinie der jeweiligen Rückstellfeder ändert
sich auch bei längerer Betriebsdauer praktisch nicht, da
beispielsweise Schraubendruckfedern in dieser Hinsicht
keinem "Verschleiß" unterliegen. Bei dem beschriebenen
Beispiel eines elektromagnetischen Aktuators für ein Gas
wechselventil ist jedoch der Bewegungsablauf des Ankers
zeitlich nicht konstant, sondern wird durch die unterschied
lichsten Einflüsse verändert: beispielsweise die Zustände
des Arbeitsmediums im Einlaßbereich, im Arbeitsraum und
im Auslaßbereich sowie die Vorgänge im Arbeitsraum selbst,
wie beispielsweise der Gegendruck im Arbeitsraum in bezug
auf Einlaß/Auslaßventil. Da derartige Kolbenbrennkraftma
schinen bei sehr unterschiedlichen Betriebszuständen in
stationär arbeiten, kann nun durch eine Beeinflussung des
Verlaufs der Steigung der Stromabnahme in der geregelten
Phase zwischen tA und tB hierauf Rücksicht genommen werden.
In einer entsprechenden Steuereinrichtung wird nun ein
Soll-Verlauf für die Führung des Fangstroms in Form einer
den unterschiedlichsten Betriebszuständen zugeordneten
Kurvenschar abgelegt und dann entsprechend der Ist-Verlauf
der dem jeweiligen durch die Steuereinrichtung vorgegebenen
Soll-Verlauf verglichen und bei entsprechenden Abweichungen
für nachfolgende Schaltzyklen der Ist-Verlauf angepaßt.
Dieser Soll-Ist-Vergleich kann fortlaufend bei jedem Schalt
zyklus oder auch periodisch nach einer ausgewählten Zahl
von Schaltzyklen durchgeführt werden, wobei auch die Zahl
der Schaltzyklen über die Motorsteuereinrichtung entsprechend
den Betriebsbedingungen veränderbar vorgegeben werden kann.
In Fig. 5 ist ein Blockschaltbild einer Steuerung für einen
elektromagnetische Aktuator 1 entsprechend Fig. 1 dargestellt,
der zur Betätigung eines Gaswechselventils 2 an einem Zylin
der 10 einer Hubkolben-Brennkraftmaschine dient. Die Elektro
magneten 4 und 5 des Aktuators 1 werden hierbei über eine
Steuerungs- und Stromversorgungseinrichtung 11 der Hubkolben-Brennkraftmaschine
angesteuert und entsprechend den vorgege
benen Arbeitszyklen mit Strom versorgt.
Zur Ansteuerung der einzelnen elektromagnetischen Aktuatoren
der Gaswechselventile wird der elektronischen Steuereinrich
tung 11 über das Gaspedal 12 der Lastwunsch des Fahrers,
sowie über entsprechende Geber weitere Betriebsparameter
vorgegeben, wie beispielsweise die Motordrehzahl n, die
Motortemperatur τ und je nach "Komfort" der Steuereinrich
tung weitere betriebsrelevante Parameter, wie beispielsweise
der Saugrohrdruck etc.
Während es grundsätzlich möglich ist, die Veränderung der
Stromzufuhr zum jeweils fangenden Elektromagneten zur Anpas
sung an den Verlauf der Federkennlinie der Rückstellfedern
konstant vorzugeben, erlaubt es, eine derartige elektronische
entsprechend ausgebildete Steuereinrichtung den jeweiligen
Stromverlauf bei der Bestromung des jeweils fangenden Halte
magneten mit einem vorgegebenen Soll-Wert für den Stromver
lauf zu vergleichen und bei feststellbaren Abweichungen
hier korrigierend einzugreifen. Wie vorstehend erwähnt,
kann sich nach längerer Betriebszeit durch Verschleiß oder
infolge von Temperaturänderungen, Veränderung der Schmier
mittelviskositäten etc. das Kräfteverhältnis zwischen Rück
stellfeder einerseits und Magnetkraft andererseits zugunsten
der Magnetkraft ändern, so daß entgegen der Grundeinstellung
der Anker mit höherer Auftreffgeschwindigkeit als gewollt
auf die Polfläche des jeweils fangenden Elektromagneten
auftrifft. Da es sich hierbei um ein elektrodynamisches
System handelt und eine Änderung der Bewegungsgeschwindig
keit des Ankers sich im Stromverlauf bemerkbar macht, kann
nun durch eine Erfassung des Ist-Wertes des Stromverlaufs
und einen Vergleich mit einem vorgegebenen Soll-Wert (hier
durch einen gesondert herausgezeichneten Soll-Ist-Verglei
cher 13 der elektronischen Steuereinrichtung 11 dargestellt)
bei Feststellung einer Abweichung die Stromzufuhr sowohl
in der Höhe des vorzugebenden Fangstroms Imax als auch
bezüglich der Veränderung während der Fangphase zwischen
tA und tB.
Anstelle eines im Soll-Ist-Vergleicher 13 fest vorgegebenen
Soll-Wertes kann hier auch eine Schar von Soll-Wert-Kurven
vorgegeben werden, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Be
triebspunkt für den Soll-Ist-Vergleich im Rahmen der Steuer
einrichtung 11 herangezogen werden.
Claims (3)
1. Verfahren zur Betätigung eines elektromagnetischen Aktua
tors mit Stellglied, der wenigstens einen Elektromagneten
und einen mit dem Stellglied verbundenen Anker aufweist,
der bei Stromzufuhr zum Elektromagneten gegen die Kraft
einer Rückstellfeder in Richtung auf die Polfläche des
Elektromagneten bewegbar und an dieser zur Anlage bringbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromzufuhr zum Elektro
magneten so gesteuert wird, daß der zeitliche Verlauf der
erzeugten Magnetkraft zumindest in der Endphase der Annähe
rung des Ankers an die Polfläche in etwa dem Verlauf der
Federkennlinie entspricht, wobei die Magnetkraft jedoch
größer ist als die Kraft der Rückstellfeder, zumindest
in diesem Bewegungsbereich.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
nach dem Einschalten die Stromzufuhr auf einem vorgebbaren
Wert Imax während einer vorgebbaren Zeit TA 0 konstant
gehalten und danach zumindest ab einem Zeitpunkt tA proporti
onal zum Verlauf der Federkennlinie vermindert und ab dem
zu erwartenden Zeitpunkt tB des Auftreffens des Ankers
auf der Polfläche auf die Höhe des Haltestroms IH reduziert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest periodisch der zeitliche Verlauf der Stromzu
fuhr in einem Schaltzyklus als Ist-Wert erfaßt und mit
einem vorgegebenen Verlauf aus Soll-Wert verglichen und
für die nachfolgenden Schaltzyklen bei Abweichungen ent
sprechend geändert wird.
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