DE19637608C1 - Verfahren zum Verbinden eines Rohrendes mit einer Rohrkupplung, Verbindung zwischen einer Rohrkupplung und einem Rohrende sowie Rohrkupplung hierfür - Google Patents
Verfahren zum Verbinden eines Rohrendes mit einer Rohrkupplung, Verbindung zwischen einer Rohrkupplung und einem Rohrende sowie Rohrkupplung hierfürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden eines Rohr
endes, das zumindest an der Rohrinnenseite aus einem plastisch
verformbaren Kunststoff besteht, mit einer Rohrkupplung, die
eine Traghülse und eine diese umgebende Preßhülse aufweist und
bei der in der Traghülse Ringnuten eingeformt sind, wobei zu
nächst Traghülse, Preßhülse und Rohrende derart miteinander
kombiniert werden, daß das Rohrende zwischen Traghülse und
Preßhülse zu liegen kommt, und wobei dann die Preßhülse radial
nach innen verpreßt und hierdurch Material des Rohrendes unter
Bildung von Ringwülsten in die Ringnuten eingepreßt wird. Die
Erfindung betrifft ferner eine Verbindung zwischen einer Rohr
kupplung und einem Rohrende, das zumindest an der Rohrinnenseite
aus plastisch verformbarem Kunststoff besteht, wobei die Rohr
kupplung eine Traghülse und eine diese umgebende Preßhülse auf
weist, zwischen denen das Rohrende angeordnet ist, und wobei
die Traghülse Ringnuten aufweist, in die Material des Rohren
des durch radiales Verpressen der Preßhülse nach innen unter
Bildung von jeweils einem Ringwulst eingepreßt ist. Die Erfin
dung bezieht sich schließlich auch auf eine Rohrkupplung für
die Verbindung mit einem Rohrende, wobei die Rohrkupplung eine
Traghülse und eine diese umgebende Preßhülse und die Traghülse
Ringnuten aufweist.
Verbindungen der vorbeschriebenen Art sind in zahlreichen Aus
führungsformen bekannt. So ist beispielsweise in der
PCT-WO 92/09840 eine Rohrverbindung offenbart, mit der zwei
Rohrenden miteinander gekuppelt werden können. Hierzu weist
die Rohrkupplung eine Traghülse auf, die außenseitig mit einer
Vielzahl von nebeneinanderliegenden Ringnuten versehen ist
Die Traghülse ist von zwei Preßhülsen umgeben, wobei in die
Ringräume zwischen Traghülse und Preßhülsen jeweils ein Rohr
ende eingeschoben ist. Zur Herstellung der Verbindung zwischen
den Rohrenden und der Rohrkupplung werden die Preßhülsen mit
einem geeigneten Preßgerät radial nach innen verpreßt, und
zwar unter Bildung von rillenförmigen Vertiefungen. Dabei wird
Material des Rohrendes unter Bildung von Ringwülsten in einen
Teil der Ringnuten auf der Traghülse eingepreßt.
Um sicher zu sein, daß eine Abdichtung zwischen Traghülse und
Rohrende auch nach langer Zeit noch gegeben ist, sind in eini
ge Ringnuten der Traghülse O-Ringe als Dichtringe eingesetzt.
Die Verwendung solcher Dichtringe ist nicht unproblematisch.
So können schon beim Einlegen der Dichtringe wie auch beim Ver
packen, Transport und Entpacken der Traghülsen Beschädigungen
des Dichtrings auftreten. Des weiteren können die Dichtringe
beim Einschieben der Traghülse in das Rohrende verletzt wer
den. Auch muß bei der Herstellung der Verbindung darauf geach
tet werden, daß die Dichtringe nicht verloren gegangen, also
in der vorgesehenen Anzahl eingelegt sind. Hinzu kommt, daß
die Langzeitstabilität von Gummi, aus dem die Dichtringe beste
hen, in Wasser nicht gewährleistet ist.
Es ist deshalb versucht worden, bei Verbindungen zwischen ei
ner Rohrkupplung und einem Rohrende ohne Dichtringe auszukom
men. Bei der Rohrkupplung gemäß der EP-AB-0 582 543 werden ei
ne Traghülse und eine Preßhülse verwendet, die beide mehrere,
nebeneinander liegende Ringnuten aufweisen, und zwar die Trug
hülse außenliegend und die Preßhülse innenliegend. Dabei sind
die Ringnuten derart zueinander versetzt angeordnet, daß jeder
Ringnut der einen Hülse ein Ringsteg der anderen Hülse gegen
überliegt. Hierdurch soll bewirkt werden, daß die zwischen den
Ringnuten vorstehenden Ringstege der Preßhülse bei deren radia
ler Verpreßung das Material der Rohrenden in die jeweils gegen
überliegenden Ringnuten der Traghülse einpressen. Die Rohren
den bekommen hierdurch in dem Bereich zwischen Trag- und Preß
hülse einen wellenförmigen Verlauf. Dies soll zum einen hel
fen, Axialkräfte aufnehmen zu können, und zum anderen eine Ab
dichtung gewährleisten.
Insbesondere für Wasserleitungen werden in zunehmendem Maße
Kunststoffrohre aus Polyethylen (PE) bzw. vernetztem Polyethy
len (PEX) verwendet. Sie zeichnen sich durch Korrosionsbestän
digkeit und biologische Verträglichkeit aus. Je nach Anforde
rungen an die Beständigkeit kommen auch andere Kunststoffe in
Frage, beispielsweise Polytetrafluoräthylen oder Polyrethan.
Da sie biegsam sind, können sie in gerolltem Zustand transpor
tiert werden. Außerdem ist ihre Verlegung einfach.
Die Verbindung von Rohren aus solchem Material mit Rohrkupplun
gen gemäß der EP-A-0 582 543 unterliegt insbesondere dann we
sentlichen Veränderungen, wenn die Rohrverbindung Temperatur
wechseln ausgesetzt ist, wie dies beispielsweise bei Warmwas
serleitungen geschieht. Bei Erwärmung dehnt sich das Material
der Rohrenden aus, wobei eine Volumenausdehnung wegen der Ein
zwängung durch Preß- und Traghülse nur in Längsrichtung mög
lich ist, d. h. die Länge des Rohres wird größer. In diesem Zu
stand ist die Verbindung noch dicht, da die radiale Ausdehnung
im Rohrendbereich zu einem entsprechenden Anpreßdruck an Trag-
und Preßhülse führt. Bei nachfolgender Abkühlung schrumpft das
Rohrmaterial nicht vollständig zurück, d. h. es verbleibt eine
Restdehnung. Das Rohr ist nun länger als vor der Aufheizung
der Rohrverbindung mit der Folge, daß das ursprüngliche Volu
men in der Preßzone zwischen der Trag- und Preßhülse geringer
geworden ist. Entsprechend kleiner ist der Anpreßdruck zwi
schen Rohrende einerseits sowie Preß- und Traghülse anderer
seits. Außerdem treten Verlagerungen zwischen Rohrende und
Ringstegen auf. Kommt es zu mehrmaligen oder vielfachen Aufhei
zen oder Abkühlen, führt dies letztendlich zu einem Verlust
der Abdichtung. Dies ist der Grund dafür, daß bei der Verbin
dung einer Rohrkupplung mit einem Rohrende aus thermoplasti
schem Material sicherheitshalber zusätzliche Dichtringe vorge
sehen werden, wie sie sich aus der PCT-WO 92/09840 ergeben. Da
bei müssen die oben erwähnten Nachteile in Kauf genommen wer
den.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art so zu gestalten, daß trotz Abwesenheit
zusätzlicher Dichtungsringe eine zuverlässige Abdichtung zwi
schen einem Rohrende und einer Rohrkupplung aus Trag- und Preß
hülse auf lange Zeit gewährleistet ist. Aufgabe der Erfindung
ist es weiterhin, eine hierzu geeignete Verbindung zwischen
Rohrkupplung und Rohrende und eine Rohrkupplung hierfür bereit
zustellen.
Was den ersten Teil der Aufgabe angeht, besteht die Lösung er
findungsgemäß darin, daß eine Traghülse verwendet wird, in die
zuvor Ringnuten eingeformt worden sind, deren Querschnitte
sich radial nach außen verjüngen, und daß das Rohrende derart
nach innen verpreßt wird, daß dessen in die Ringnuten einge
preßten Ringwülste an den Seitenwandungen der jeweiligen Ring
nut im Verjüngungsbereich abdichtend anliegen.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht in zweierlei Maßnahmen.
Zum einen werden in die Traghülse Ringnuten eingeformt, deren
Querschnitt sich von der Öffnung her radial nach innen verbrei
tert, und zwar vorzugsweise in beide axiale Richtungen. Es sol
len also zu beiden Seiten der Öffnung Hinterschneidungen gebil
det werden. Zum anderen geschieht die Verpressung derart, daß
genügend Materialvolumen des Rohrendes in die Ringnuten einge
preßt wird, damit sich das eingepreßte Materialvolumen inner
halb der Ringnuten pfropfenartig ausdehnen und an die Seiten
wandungen abdichtend anlegen kann. Die so gebildeten Ringwul
ste übernehmen auf diese Art die Funktion von separaten Dicht
ringen, ohne deren eingangs geschilderten Nachteile zu haben.
Die Rohrenden bzw. Rohre können aus Vollkunststoff bestehen
oder aber auch als Verbundrohre, d. h. mehrschichtig ausgebil
det sein. Wesentlich ist, daß das Rohrende zumindest an der
Rohrinnenseite aus einem Kunststoff besteht. Dessen Verhalten
sollte dadurch gekennzeichnet sein, daß Temperaturänderungen
zu Änderungen der Abmessungen führen, die nicht reversibel
sind, und daß die mechanische Belastung zu Formänderungen
führt, deren Erholzeit bzw. Stabilitätszeit relativ lang ist.
In Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Rohrende
derart gleichmäßig über den Umfang radial verpreßt wird, daß
in den Ringnuten schon beim Ausbilden der Ringwulste jeweils
ein ringförmiges Luftvolumen abgedichtet eingeschlossen und
beim weiteren Einpressen der Ringwulste komprimiert wird. Da
bei sollte die Verpressung maximal soweit erfolgen, daß die
Ringwulste die Ringnuten praktisch vollständig ausfüllen, es
also zu sehr hohen Luftdrücken kommt. Der in den Ringnuten auf
diese Weise aufgebaute Luftdruck sorgt dafür, daß die Anlage
der im Querschnitt pfropfenartige ausgebildeten Ringwulste an
den sich verjüngenden Abschnitten der Ringnuten auch dann er
halten bleibt, wenn eine Materialschrumpfung aufgrund einer
Temperaturerhöhung und nachfolgender Abkühlung infolge der
oben beschriebenen Effekte auftritt.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß
eine Traghülse mit Vorsprüngen zwischen den Ringnuten verwendet
wird, um das Material des Rohrendes zwischen den Ringnuten auf
zuteilen und in Richtung auf die Ringnuten zu pressen. Dies be
günstigt das Ausbilden und das Eindringen der Ringwulste in
die Ringnuten. Der gleiche Effekt kann dadurch erreicht wer
den, daß eine Traghülse mit Ringnuten verwendet wird, die ra
dial nach innen unter Ausbildung von Vorsprüngen zwischen den
Ringnuten versetzt sind.
Was die Verbindung zwischen der Rohrkupplung und dem Rohrende
angeht, wird die Aufgabe dadurch selbst, daß die Ringnuten ei
nen sich radial nach außen verjüngenden Querschnitt aufweisen
und die Rohrenden soweit verpreßt sind, daß deren Ringwulste
an Abschnitten der Ringnuten im Verjüngungsbereich abdichtend
anliegen. Diese Verbindung ist auch nach häufigen Temperatur
wechseln dicht, da die Ringwulste die Funktion von separaten
Dichtringen ausüben.
Die Ringnuten haben vorzugsweise symmetrischen Querschnitt, so
daß zu beiden Seiten der Öffnung der Ringnuten Seitenwandabsch
nitte gebildet werden, die eine Verjüngung des Querschnitts be
wirken und an denen dann die im Querschnitt pfropfenartigen
Ringwulste abdichtend anliegen. Als zweckmäßig haben sich tra
pezförmige, elliptische oder kreisförmige Querschnitte für die
Ringnuten erwiesen. Aber auch andere Querschnitte können zweck
mäßig sein, sofern sie nur erlauben, daß sich die eingepreßten
Ringwulste an den Seitenwänden der Ringnuten abdichtend anle
gen können.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Ringnuten in den Übergängen vom Nutboden zu den Seitenwan
dungen gerundet sind. Die Rundungen sollen einen solchen Ra
dius haben, daß auch in diesem Bereich eine möglichst vollstän
dige Ausfüllung der Ringnuten durch die Ringwulste möglich
ist.
Vorteilhaft ist es, wenn die Ringnuten im Öffnungsbereich von
scharfen Kanten begrenzt werden. Eine solche Scharfkantigkeit
kann dadurch erzielt werden, daß der Winkel zwischen den Sei
tenwandungen und der Außenseite der Traghülse kleiner als 90°
gewählt wird und zusätzlich ein Kantenradius gewählt wird, der
kleiner oder gleich 0,3 mm ist.
Bei nicht so hohen Ansprüchen reicht schon eine Ringnut mit ra
dial sich nach außen verjüngendem Querschnitt aus. Zweckmäßi
ger sind jedoch wenigstens drei Ringnuten mit einem solchen
Querschnitt vorgesehen.
Für das Anpressen der Ringwulste ist es günstig, wenn zwischen
den Ringnuten Vorsprünge angeordnet sind. Dies kann auch kombi
niert werden mit einer Versetzung der Ringnuten radial nach in
nen, so daß neben den Öffnungen der Ringnuten beidseits Ring
plateaus gebildet werden. Die Außenseite der vorzugsweise ring
stegförmigen Vorsprünge sollten zu den Ringnuten hin radial
nach innen abfallen, um das Fließen des Materials des Rohren
des zu den Ringnuten hin zu begünstigen.
Nach der Erfindung ist des weiteren vorgeschlagen, daß in den
Ringnuten ein ringförmiges Luftvolumen unter Überdruck einge
schlossen ist. Dies kann durch über den Umfang möglichst
gleichmäßiges radiales Verpressen bewirkt werden. Dabei ist es
zweckmäßig, wenn die Ringnuten möglichst weitgehend ausgefüllt
sind, maximal jedoch nahezu vollständig, da eine Überverpres
sung schädlich ist.
Was die Rohrkupplung selbst angeht, wird die Aufgabe dadurch
gelöst, daß die Ringnuten einen sich radial nach außen verjün
genden Querschnitt aufweisen. Dabei können die Ringnuten und
auch die Abschnitte zwischen diesen die schon oben erwähnten
Merkmale aufweisen.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand von Ausführungsbei
spielen näher veranschaulicht. Es zeigen:
Fig. 1 einen Axialschnitt durch eine Verbindung zwi
schen einer Rohrkupplung und einem Rohrende zu
Beginn des Preßvorgangs;
Fig. 2 die Verbindung gemäß Fig. 1 im Axialschnitt
in der Mitte des Preßvorgangs;
Fig. 3 die Verbindung gemäß den Fig. 1 und 2 im
Axialschnitt nach Beendigung des Preßvorgangs;
Fig. 4 und 5 Axialschnitte durch weitere Traghülsen von
Rohrverbindungen und
Fig. 6 und 7 Axialschnitte durch abgewandelte Traghülsen
von Rohrkupplungen.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen eine Verbindung zwischen dem rech
ten Teil einer Rohrkupplung 1 und einem Rohrende 2. Dabei ist
jeweils nur die obere Hälfte dargestellt. Die untere Hälfte
ist weggelassen, weil die Rohrkupplung 1 - wie nahezu alle
Rohrkupplungen auf diesem Gebiet - wie auch das Rohrende 2 ro
tationssymmetrisch sind.
Die Rohrkupplung 1 weist eine innenseitige Traghülse 3 auf,
die kreisrunden Querschnitt hat. Außenseitig ist die Traghülse
3 konzentrisch von einer kreisrunden Preßhülse 4 umgeben, die
außen- und innenseitig glatt und gegenüber der Traghülse 3 ver
gleichsweise dünnwandig ausgebildet ist. Zwischen Traghülse 3
und Preßhülse 4 ist das Rohrende 2 angeordnet. Es besteht aus
Kunststoff, beispielsweise aus PE bzw. PEX-Material. Traghülse
3 und Preßhülse 4 bestehen aus rostfreiem Stahl oder aus einem
anderen, gegenüber Wasser korrosionsbeständigem Metall.
An der Außenseite 5 der Traghülse 3 sind Ringnuten 6, 7 einge
formt, die sich über den gesamten Umfang der Traghülse 3 unter
gleichbleibendem Querschnitt erstrecken. Die Ringnuten 6, 7
sind gegenüber der Außenseite 5 der Traghülse 3 nach innen ver
setzt, so daß die Öffnungen der Ringnuten 6, 7 beidseitig von
gegenüber der Außenseite 5 nach innen versetzten Ringplateaus
8, 9 bzw. 10, 11 flankiert sind. Dies hat zur Folge, daß zwi
schen den Ringnuten 6, 7 bzw. deren benachbarten Ringplateaus
9, 10 ein Ringsteg 12 gebildet wird.
Die Ringnuten 6, 7 haben im wesentlichen einen trapezförmigen
Querschnitt mit ebenen Nutböden 13, 14 und jeweils einem Paar
gerader, jedoch den Querschnitt zu den Öffnungen der Ringnuten
6, 7 verjüngenden Seitenwandungen 15, 16 bzw. 17, 18. Zwischen
den Nutböden 13, 14 und den sich jeweils anschließendem Seiten
wandungen 15, 16 bzw. 17, 18 sind Rundungen 19, 20 bzw. 21, 22
vorgesehen.
Die Verpressung kann mittels eines Preßgerätes erfolgen, wie
es beispielsweise aus der EP-AB-0 582 543 oder der EP-A-0 451
806 bekannt ist. Dabei ist es wesentlich, daß die radiale Ver
pressung nach innen über den Umfang verteilt möglichst gleich
mäßig erfolgt.
Das Preßgerät wird hierzu auf die Außenseite der Preßhülse 4
aufgesetzt, und die Preßbacken des Preßwerkzeugs werden in
Schließrichtung unter radialer Einschnürung der Preßhülse 4 be
wegt. Dabei tritt eine plastische Verformung des Rohrendes 2
ein, bei dem Materialvolumina 24, 25 entsprechend den in Fig.
1 dargestellten Pfeilen verformt und in Axialrichtung bewegt
werden. Dabei bewirkt der Ringsteg 12 eine Aufteilung und Ver
drängung des Materialvolumens 24 in Richtung auf die beiden
Ringnuten 6, 7. Mit zunehmender Verpreßung wird Material des
Rohrendes 2 zunächst bis auf die Ringplateaus 8, 9, 10, 11 und
dann in die Ringnuten 6, 7 selbst verdrängt. Dabei kommt es im
Bereich der rechten Seite der Ringnut 7 auch zu einer Material
verdrängung in axialer Richtung, d. h. einer gewissen Verlänge
rung des Rohrs. Infolge der Verpressung bilden sich beim Ein
dringen des Materials des Rohrendes 2 in die Ringnuten 6, 7
Ringwulste 26, 27, die nach und nach die Ringnuten 6, 7 nahezu
vollständig ausfüllen, wie Fig. 3 erkennen läßt. Dabei nehmen
die Ringwulste 26, 27 eine im Querschnitt pfropfenartige Ge
stalt ein, passen sich also an die Formgebung der Ringnuten 6,
7 an.
Beim Eindringen der Ringwulste 6, 7, also schon vor Erreichung
des in Fig. 2 gezeigten Zustandes, werden die Öffnungen der
Ringnuten 6, 7 luftdicht verschlossen. Dies führt beim weite
ren Eindringen der Ringwulste 26, 27 zu einer Komprimierung
der Luft in den freien Volumina der Ringnuten 6, 7 je nach
Füllgrad bis zu sehr hohen Drücken. Dabei ist es für die Dicht
wirkung günstig, wenn die die Öffnungen der Ringnuten 6, 7 be
grenzenden Kanten möglichst scharf ausgebildet sind. Der Luft
druck hat zur Folge, daß die Ringwulste 26, 27 unter hohem
Druck und damit abdichtend an den Seitenwandungen 15, 16 bzw.
17, 18 anliegen.
Diese Abdichtwirkung bleibt auch bei einer Schrumpfung des Ma
terials des Rohrendes 2 beispielsweise infolge einer Abkühlung
nach zuvoriger Temperaturerhöhung erhalten. Die Schrumpfung
führt zu einer Kraftkomponente radial nach außen, symbolisiert
durch die entsprechenden Pfeile, was wiederum gegen die Seiten
wandungen 15, 16 bzw. 17, 18 gerichtete Kraftkomponenten be
wirkt, ebenfalls symbolisiert durch die darauf gerichteten
Pfeile. Hierdurch entstehen als Reaktion radial nach innen auf
die Ringplateaus 8, 9 bzw. 10, 11 gerichtete Gegenkräfte, was
ebenfalls die Dichtwirkung begünstigt. Dabei bleibt die Unter
stützung durch den Luftdruck in den Ringnuten 6, 7 weitgehend
erhalten.
Die Schrägstellung der Seitenwandungen 15, 16 bzw. 17, 18 ge
genüber einer Senkrechten auf die Längsachse der Rohrkupplung
1 kann den jeweiligen Anforderungen angepaßt werden. Als gün
stig haben sich Winkel zwischen 5 und 45° erwiesen.
In den Fig. 4 und 5 sind die Bereiche der Traghülse 3 zwi
schen den beiden Ringnuten 6, 7 dargestellt. Gegenüber der Aus
bildung gemäß den Fig. 1 bis 3 hat der Ringsteg 12 hier
nicht rechteckigen Querschnitt. Seine Außenseite 28 ist in Fig.
4 satteldachförmig ausgebildet, während die Außenseite 29
in Fig. 5 gerundet ist, und zwar jeweils zu den Ringnuten 6,
7 abfallend. Diese Ausbildung begünstigt die Aufteilung des
darüberliegenden Materialvolumens des Rohrendes 2 und damit
die Ausbildung der Ringwulste 26, 27.
In Fig. 6 ist eine andere Traghülse 30 dargestellt, die sich
von dem Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 1 bis 3 dadurch
unterscheidet, daß im Querschnitt kreisförmige Ringnuten 31,
32, 33 eingeformt sind. Zwischen den Ringnuten 31, 32, 33 sind
Ringstege 35, 36 mit einem Profil angeordnet, wie es in Fig.
4 zu sehen ist. Die kreisförmigen Ringnuten 31, 32, 33 bilden
wie die trapezförmigen Ringnuten 6, 7 gemäß den Fig. 1 bis
5 Hinterschneidungen, an denen sich das aus dem Rohrmaterial
geformten Ringwulste abdichtend anlegen können.
Entsprechendes gilt für die Traghülse 37 gemäß Fig. 7. Sie
hat ellipsenförmige Ringnuten 38, 39, 40, welche noch ausge
prägter als die kreisförmigen Ringnuten 31, 32, 33 Hinter
schneidungen ausbilden, die für die abdichtende Anlage von aus
Rohrmaterial eingepreßten Ringwulsten geeignet sind. Der Quer
schnitt der Ringnuten 38, 39, 40 wie auch der Ringnuten 31,
32, 33 bei der Traghülse 30 gemäß Fig. 6 verjüngt sich zu de
ren Öffnungen hin, also radial nach außen.
Claims (25)
1. Verfahren zum Verbinden eines Rohrendes (2), das zumindest
an der Rohrinnenseite aus einem plastisch verformbaren
Kunststoff besteht mit einer Rohrkupplung (1), die eine
Traghülse (3, 30, 37) und eine diese umgebende Preßhülse
(4) aufweist und bei der in der Traghülse (3, 30, 37) Ring
nuten (5, 6, 31, 32, 33, 38, 39, 40) eingeformt sind, wobei
zunächst Traghülse (3, 30, 37), Preßhülse (4) und Rohrende
(2) derart miteinander kombiniert werden, daß das Rohrende
(2) zwischen Traghülse (3, 30, 37) und Preßhülse (4) zu lie
gen kommt, wobei dann die Preßhülse (4) radial nach innen
verpreßt und hierdurch Material des Rohrendes (2) unter Bil
dung von Ringwulsten (26, 27) in die Ringnuten (6, 7, 31,
32, 33, 38, 39, 40) eingepreßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Traghülse (3, 30, 37) ver
wendet wird, in die zuvor Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38,
39, 40) eingeformt worden sind, deren Querschnitte sich ra
dial nach außen verjüngen, und daß das Rohrende (2) derart
radial nach innen verpreßt wird, daß dessen in die Ringnu
ten (6, 7) eingepreßten Ringwulste (26, 27) an den Seiten
wandungen (15, 16, 17, 18) der jeweiligen Ringnut (6, 7,
31, 32, 33, 38, 39, 40) im Verjüngungsbereich abdichtend an
liegen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Rohrende (2) derart gleich
mäßig über den Umfang radial verpreßt wird, daß in den Ring
nuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) schon beim Ausbilden
der Ringwulste (26, 27) jeweils ein ringförmiges Luftvolu
men abgedichtet eingeschlossen und beim weiteren Einpressen
der Ringwulste (26, 27) komprimiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verpressung maximal soweit
erfolgt, daß die Ringwulste (26, 27) die Ringnuten (6, 7,
31, 31, 32, 33, 38, 39, 40) nahezu vollständig ausfüllen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Traghülse (3, 30, 37) mit
Vorsprüngen (12, 35, 36) zwischen den Ringnuten (6, 7, 31,
32, 33, 38, 39, 40) verwendet wird, um das Material des
Rohrendes (2) zwischen den Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33,
38, 39, 40) aufzuteilen und in Richtung auf die Ringnuten
(6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) zu pressen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Traghülse (3, 30, 37) mit
Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) verwendet wird,
die radial nach innen unter Ausbildung von Vorsprüngen
(12, 35, 36) zwischen den Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38,
39, 40) versetzt sind, um das Material des Rohrendes (2)
zwischen den Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) auf
zuteilen und in Richtung auf diese zu pressen.
6. Verbindung zwischen einer Rohrkupplung (1) und einem Rohr
ende (2), das zumindest an der Rohrinnenseite aus pla
stisch verformbarem Kunststoff besteht, wobei die Rohrkupp
lung (1) eine Traghülse (3, 30, 37) und eine diese umgeben
de Preßhülse (4) aufweist, zwischen denen das Rohrende (2)
angeordnet ist, und wobei zumindest die Traghülse (3, 30,
37) Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) aufweist, in
die Material des Rohrendes (2) durch radiales Verpressen
der Preßhülse (4) nach innen unter Bildung von jeweils
einem Ringwulst (26, 27) eingepreßt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) einen sich radial nach außen verjüngenden
Querschnitt aufweisen und das Rohrende soweit verpreßt
ist, daß dessen Ringwulste (26, 27) an den Seitenwandungen
(15, 16, 17, 18) der Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 30,
40) im Verjüngungsbereich abdichtend anliegen.
7. Verbindung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) symmetrischen Querschnitt haben.
8. Verbindung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) trapezförmigen, elliptischen oder kreisför
migen Querschnitt aufweisen.
9. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) in den Übergängen vom Nutboden (13, 14) zu
den Seitenwandungen (15, 16, 17, 18) gerundet sind.
10. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) im Öffnungsbereich von scharfen Kanten be
grenzt werden.
11. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Traghülse (3, 30, 37) we
nigstens drei Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) mit
einem sich radial nach außen verjüngenden Querschnitt auf
weist.
12. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Ringnuten (6, 7,
31, 32, 33, 38, 39, 40) Vorsprünge (12, 35, 36) angeordnet
sind.
13. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) radial nach innen unter Ausbildung von Vor
sprüngen (12, 35, 36) zwischen den Ringnuten (6, 7, 31,
32, 33, 38, 39, 40) versetzt sind.
14. Verbindung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseiten (28, 29) der
Vorsprünge (35, 36) zu den Ringnuten (31, 32, 33, 38, 39,
40) hin radial nach innen abfallen.
15. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß in den Ringnuten (6, 7, 31,
32, 33, 38, 39, 40) ein ringförmiges Luftvolumen unter
Überdruck eingeschlossen ist.
16. Verbindung nach einem der Ansprüche 6 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) maximal nahezu vollständig von den Ringwul
sten (26, 27) ausgefüllt sind.
17. Rohrkupplung (1) für die Verbindung mit einem Rohrende
(2), das zumindest an der Rohrinnenseite aus plastisch ver
formbarem Kunststoff besteht, wobei die Rohrkupplung (1)
eine Traghülse (3, 30, 37) und eine diese umgebende Preß
hülse (4) und die Traghülse Ringnuten (6, 7, 31, 32, 33,
38, 39, 40) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) einen sich radial nach außen verjüngenden
Querschnitt aufweisen.
18. Rohrkupplung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) symmetrischen Querschnitt haben.
19. Rohkupplung nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) trapezförmigen, elliptischen oder kreisför
migen Querschnitt aufweisen.
20. Rohrkupplung nach einem der Ansprüche 17 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) in den Übergängen von Nutboden (13, 40) zu
den Seitenwandungen (15, 16, 17, 18) gerundet sind.
21. Rohrkupplung nach einem der Ansprüche 17 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) im Öffnungsbereich von scharfen Kanten be
grenzt sind.
22. Rohrkupplung nach einem der Ansprüche 17 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß die Traghülse (3, 30, 37) we
nigstens drei Ringnuten (6,7, 31, 32, 33, 38, 39, 40) mit
einem sich radial nach außen verjüngenden Querschnitt auf
weist.
23. Rohkupplung nach einem der Ansprüche 17 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Ringnuten (6, 7,
31, 32, 33, 38, 39, 40) Vorsprünge (12, 35, 36) angeordnet
sind.
24. Rohrkupplung nach einem der Ansprüche 17 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringnuten (6, 7, 31, 32,
33, 38, 39, 40) radial nach innen unter Ausbildung von Vor
sprüngen (12, 35, 36) zwischen den Ringnuten (6, 7, 31,
32, 33, 38, 39, 40) versetzt sind.
25. Rohrkupplung nach Anspruch 23 oder 24,
dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseiten (28, 29) der
Vorsprünge (35, 36) zu den Ringnuten (31, 32, 33, 38, 39,
40) hin radial nach innen abfallen.
Priority Applications (4)
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| DE1996137608 DE19637608C1 (de) | 1996-09-16 | 1996-09-16 | Verfahren zum Verbinden eines Rohrendes mit einer Rohrkupplung, Verbindung zwischen einer Rohrkupplung und einem Rohrende sowie Rohrkupplung hierfür |
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|---|---|---|---|---|
| DE19749748C1 (de) * | 1997-11-03 | 1999-04-08 | Novopress Gmbh | Verfahren zum Verbinden eines Rohres mit einer Rohrkupplung, Verbindung zwischen einem Rohr und einer Rohrkupplung sowie Rohrkupplung hierfür |
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- 1997-08-21 DE DE29714955U patent/DE29714955U1/de not_active Expired - Lifetime
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- 1997-08-21 WO PCT/EP1997/004538 patent/WO1998012004A1/de not_active Ceased
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| DE29714955U1 (de) | 1997-10-09 |
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