Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Justieren eines
Laser-Doppler-Anemometers mit einer mindestens zwei Laser
strahlen aussendenden Sendeoptik und einer Empfangsoptik zum
Sammeln von an Streuteilchen gestreutem Licht, wobei der Fokus
punkt der Empfangsoptik auf einen Schnittpunkt ausgerichtet
wird, in dem sich die Laserstrahlen schneiden, und wobei in den
Ausgang der Empfangsoptik Laserlicht eingekoppelt wird, um den
Fokuspunkt sichtbar zu machen.
Bekannte Laser-Doppler-Anemometer weisen als wesentliche
Bestandteile eine Sendeoptik, eine Empfangsoptik und eine Aus
werteeinrichtung auf. Die Sendeoptik sendet zwei Laserstrahlen
aus, die sich in einem Schnittpunkt schneiden. Der Schnittpunkt
weist eine gewisse räumliche Ausdehnung auf und definiert ein
Meßvolumen. Die Empfangsoptik sammelt das Licht, welches von
Streuteilchen gestreut wird, die sich im Meßvolumen befinden.
Hierzu ist die Empfangsoptik auf das Meßvolumen zu fokussieren.
Diese Justierung, d. h. das Kreuzen der beiden Laserstrahlen
exakt im Fokuspunkt der Empfangsoptik, ist mit großer Genauig
keit durchzuführen, um korrekte Meßergebnisse bei der Geschwin
digkeitsmessung mit dem Laser-Doppler-Anemometer zu erhalten.
Die Auswerteeinrichtung wertet das von der Empfangsoptik
empfangene und von den Streuteilchen stammende Streulicht aus.
Bis hierher wurde der Aufbau eines Einkomponenten-Laser-Doppler-
Anemometers beschrieben. Bei Mehrkomponenten-Laser-Doppler-
Anemometern werden für jede Komponente, in der die Geschwindig
keit der Streuteilchen bestimmt werden soll, zwei in der jewei
ligen Richtung der Komponente verlaufende Laserstrahlen in dem
Meßvolumen miteinander überlagert.
Die Erfindung bezieht sich auf das Justieren eines Ein- oder
Mehrkomponenten-Laser-Doppler-Anemometers.
Ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art zum Justieren eines
Ein- oder Mehrkomponenten-Laser-Doppler-Anemometers ist bekannt.
Dabei wird durch Einkoppeln von Laserlicht in den Ausgang der
Empfangsoptik der Fokuspunkt der Empfangsoptik bestimmt. Dieser
Fokuspunkt legt die Position des Meßvolumens auf der optischen
Achse der Empfangsoptik fest. Im Meßvolumen wird eine Lochblende
mit einem Durchmesser in der Größenordnung des Durchmessers der
Strahltaillen der Laserstrahlen aufgestellt. Die Sendeoptik wird
nachfolgend so eingestellt, daß die von ihr ausgesandten Laser
strahlen vollständig durch das Loch der Lochblende hindurch
treten. Zur Erhöhung der Genauigkeit können anschließend
Lochblenden mit kleineren Lochdurchmessern bei einer Wieder
holung der Justierschritte verwendet werden. Außerdem kann das
Loch der Lochblende mit einem nachgeordneten Mikroskopobjektiv
auf eine Oberfläche projiziert werden, um die Lage der Laser
strahlen im Loch der Lochblende genauer überprüfen zu können.
Das bekannte Verfahren hat verschiedene Unzulänglichkeiten. Da
die Genauigkeit der Lageübereinstimmung der Laserstrahlen
subjektiv beurteilt werden muß, ist die Güte der Justierung
stark von der Erfahrung des Bedieners abhängig. Viele Meß
strecken von Windkanälen, bei denen Laser-Doppler-Anemometer
häufig zum Einsatz kommen, sind mit Fenstern abgeschlossen. Beim
Durchtritt durch die Fenster werden die Laserstrahlen gebrochen,
wodurch sich die Lage des Meßvolumens im Windkanal verschiebt.
Die Größe dieser Verschiebung ist von der Wellenlänge des
verwendeten Laserlichts, der Dicke der Fenster und dem Winkel
abhängig, in dem die Laserstrahlen auf die Fenster auftreffen.
Die Berücksichtigung dieser Brechung bei der Justierung ist
problematisch, wenn es nicht möglich ist, die Lochblende und das
Mikroskopobjektiv in die Meßstrecke des Windkanals zu bringen.
Selbst wenn dies möglich ist, kann es durch Strömungen in der
Meßstrecke beim Betrieb des Windkanals zu einer Änderung der
optischen Eigenschaften des verwendeten Fluids, insbesondere
seines Brechungsindexes, kommen. An den Grenzflächen zwischen
dem Fluid und den die Meßstrecke begrenzenden Fenstern ändern
sich damit Betrag und/oder Richtung der Brechung der einfallen
den Laserstrahlen. Dadurch kann es zu einer Relativverschiebung
des Schnittpunkts der Laserstrahlen zu dem Fokuspunkt der
Empfangsoptik kommen, die dann möglicherweise nicht mehr mit
zusammenfallen. Eine Justierung von Laser-Doppler-Anemometern
bei laufendem Windkanal ist nach den bekannten Verfahren unmög
lich, so daß bei Änderungen der Fluideigenschaften Geschwin
digkeitsmessungen nicht durchgeführt werden können. Da die
Brechung an Grenzflächen zwischen Medien unterschiedlicher
optischer Eigenschaften von der Wellenlänge des verwendeten
Lichts abhängt, macht sich eine Änderung des Brechungsindexes
des durch einen Windkanal strömenden Fluids besonders stark bei
Mehrkomponenten-Laser-Doppler-Anemometern bemerkbar, die
typischerweise mit Laserlicht unterschiedlicher Wellenlängen
arbeiten. Die Laserstrahlen der unterschiedlichen Wellenlängen
werden von den Änderungen des Brechungsindexes unterschiedlich
stark beeinflußt.
Ein weiteres Verfahren zum Justieren eines Laser-Doppler-
Anemometers ist aus der EP 0 333 905 A1 bekannt. Das Laser-
Doppler-Anemometer weist einen Laser, einen Strahlteiler, eine
Sendeoptik, eine Empfangsoptik, eine Lochblende und einen Photo
detektor auf. Das von dem Laser kommende Laserlicht wird in dem
Strahlteiler in zwei Laserstrahlen aufgespalten. Die ein Objek
tiv aufweisende Sendeoptik fokussiert die beiden Laserstrahlen
in einem gemeinsamen Schnittpunkt. Der Schnittpunkt, in dem der
Meßort liegt, fällt mit dem Fokuspunkt der Empfangsoptik zusam
men. Die Laserstrahlen werden im weiteren Verlauf über die
Empfangsoptik und die Lochblende auf den Photodetektor refokus
siert. Von dem Photodetektor werden dann eine AC-Signalkompo
nente und eine DC-Signalkomponente abgegriffen. Zur Einstellung
des Laser-Doppler-Anemometers wird die DC-Signalkomponente zur
Positionierung des Photodetektors verwendet.
Ein Verfahren zum Justieren einer optischen Anordnung ist aus
Durst, F.; Melling, A.; Whitelaw, J. H.: "Principles And
Practice Of Laser-Doppler-Anemometry"; Academic Press; London,
New York, Toronto, Sydney, San Francisco; Second Edition; 1981;
Seite 139 bekannt. Die optische Anordnung weist einen Laser und
einen Strahlteiler auf. Die quasi parallelen Laserstrahlen
werden so nach dem Strahlteiler auf eine weit entfernte Scheibe
gerichtet, daß sie in einem gemeinsamen Punkt zusammenfallen.
Eine Fokussierung der Laserstrahlen nach dem Strahlteiler findet
nicht statt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Justieren eines Laser-Doppler-Anemometers, das direkt in der
Meßstrecke ausgeführt werden kann. Weiterhin soll das neue
Verfahren leicht automatisierbar und während des laufenden
Windkanalbetriebs
problemlos wiederholbar sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Pa
tentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in
den Unteransprüchen 2 bis 10 beschrieben.
Das neue Verfahren nutzt eine Oberfläche in der Meßstrecke, z. B.
die Oberfläche eines in einem Windkanal befindlichen Modells, um
Lageveränderungen des Fokuspunkts der Empfangsoptik und der
Laserstrahlen der Sendeoptik sichtbar zu machen. Diese Lagever
änderungen werden gezielt so lange vorgenommen, bis der Schnitt
punkt der Laserstrahlen auf der Oberfläche mit dem Fokuspunkt
der Empfangsoptik zusammenfällt. Dabei werden Strahlablenkungen
an Grenzflächen zwischen Medien unterschiedlicher optischer
Eigenschaften, wie z. B. an Fenstern, automatisch mitberück
sichtigt. Wird die Justierung bei laufendem Windkanal durchge
führt, so finden auch Änderungen in dem Brechungsindex des
verwendeten Fluids Berücksichtigung.
Vorzugsweise wird zunächst die Empfangsoptik mit in ihren
Ausgang eingekoppeltem Laserlicht auf die Oberfläche ausge
richtet, bis der Fokuspunkt der Empfangsoptik auf die Oberfläche
auftrifft. Dann wird die Sendeoptik relativ zu der Empfangsoptik
so lange verstellt, bis die Laserstrahlen in diesem Fokuspunkt
auf die Oberfläche fallen. Hierbei wird die Einstellung der
Empfangsoptik festgehalten. Die Laserstrahlen von der Sendeoptik
können einzeln auf den Ort des Fokuspunkt der Empfangsoptik auf
der Oberfläche ausgerichtet werden. Es ist aber auch möglich,
zunächst eine Einstellung der Sendeoptik aufzusuchen, in der der
Schnittpunkt der Laserstrahlen auf die Oberfläche abgebildet
wird, und anschließend diesen Schnittpunkt mit dem Fokuspunkt
der Empfangsoptik zur Deckung zu bringen.
Vorzugsweise werden die Laserstrahlen nicht auf die Oberfläche
gerichtet, wenn der Fokuspunkt der Empfangsoptik auf die Ober
fläche ausgerichtet wird. Dadurch wird das Auffinden der
gewünschten Einstellung der Empfangsoptik relativ zu der Ober
fläche nicht durch die Laserstrahlen beeinträchtigt. Vorzugs
weise wird auch kein Laserlicht in den Ausgang der Empfangsoptik
eingekoppelt, wenn der Schnittpunkt der Laserstrahlen bzw. die
einzelnen Laserstrahlen auf die Oberfläche ausgerichtet werden.
Hierbei wird eine Behinderung beim Auffinden der gewünschten
Einstellung der Sendeoptik durch Licht von der Empfangsoptik
vermieden. Es versteht sich aber, daß der Fokuspunkt der
Empfangsoptik vor dem Auskoppeln des Laserlichts aus dem Ausgang
der Empfangsoptik festgehalten wird, da anderenfalls keine rela
tive Justierung der Laserstrahlen hierzu möglich ist.
Die Festlegung der Lage des Fokuspunkts bzw. des Schnittpunkts
bzw. des jeweiligen Laserstrahls auf der Oberfläche erfolgt
vorzugsweise durch den Schwerpunkt der Lichtintensitätsvertei
lung über die Oberfläche. Somit ist ein objektives Kriterium für
die tatsächliche Lage der jeweiligen Lichtpunkte auf der
Oberfläche vorgegeben. Dieses Kriterium kann durch optische
Einrichtungen objektiv angewandt und nachgeprüft werden.
Vorzugsweise wird die Lichtintensitätsverteilung über die
Oberfläche mit einer insbesondere senkrecht zu der Oberfläche
ausgerichteten Videokamera aufgenommen. Der Schwerpunkt der
Lichtintensitätsverteilung kann dann in einfachster Weise aus
dem mit der Videokamera aufgenommenen und digitalisierten Bild
berechnet werden. Dabei reicht es aus, wenn die Digitalisierung
der Lichtintensitätsverteilung in ein Zweipegelbild vorgenommen
wird. Hierdurch wird der Rechenaufwand bei der Ermittlung des
Schwerpunkts minimiert. Die Digitalisierung der Lichtintensi
tätsverteilung in ein Zweipegelbild bedeutet keinen nennens
werten Informationsverlust, da bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren typischerweise nur symmetrische Lichtintensitäts
verteilungen auftreten. Die sich durch eine nicht senkrecht zu
der Oberfläche ausgerichtete Videokamera ergebenden Verzerrungen
bei der Aufnahme der Lichtintensitätsverteilung über die
Oberfläche meistens vernachlässigbar, insbesondere, wenn die
Oberfläche ihrerseits nicht in etwa senkrecht zu den Laser
strahlen und der optischen Achse der Empfangsoptik ausgerichtet
ist. In diesem Fall ist es sogar günstiger, die Videokamera
unabhängig von der Oberfläche etwa parallel zu den Laserstrahlen
und der optischen Achse der Empfangsoptik auszurichten.
Das neue Verfahren ist automatisierbar, indem die Sendeoptik und
die Empfangsoptik in Abhängigkeit von einem Regelkreis auto
matisch verstellt werden. Bei dem Regelkreis erfolgt die Rück
kopplung über die Lichtintensitätsverteilung über die Oberfläche
und die damit auffindbaren Lichtintensitätsschwerpunkte.
Neben dem Schwerpunkt der Lichtintensitätsverteilung über die
Oberfläche kann auch deren Streuung um den Schwerpunkt bestimmt
werden. Auf diese Weise ist es möglich, automatisch festzu
stellen, ob der Fokuspunkt der Empfangsoptik auf die Oberfläche
abgebildet wird, weil dann die Streuung minimal ist. Ebenso ist
feststellbar, ob sich die beiden Laserstrahlen auf der Ober
fläche in einem Punkt schneiden, wenn beide Laserstrahlen
gleichzeitig auf die Oberfläche abgebildet werden. Es sollte
dann insgesamt die doppelte Lichtintensität festgestellt werden.
Bei hoher Auflösung der Lichtintensität kann auch überprüft
werden, ob die Laserstrahlen ihrerseits auf die Oberfläche
fokussiert sind.
Das gesamte Laser-Doppler-Anemometer kann auch allein durch
Anwendung des Kriteriums der minimalen Streuung der Licht
intensität über die Oberfläche bei auf die Oberfläche
gerichteten Laserstrahlen und in den Ausgang der Empfangsoptik
eingekoppeltem Laserlicht justiert werden.
Das neue Verfahren zum Justieren eines Laser-Doppler-Anemometers
kann vollständig automatisch ablaufen. Insbesondere ist es
geeignet, automatisch während des Meßbetriebs wiederholt zu
werden.
Im folgenden werden konkrete Ausführungsbeispiele des neuen
Verfahrens näher erläutert und beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 den Aufbau eines Einkomponenten-Laser-Doppler-
Anemometers mit Zusatzeinrichtungen zur Durchführung
des neuen Verfahrens,
Fig. 2 die Abbildung des Fokuspunkts der Empfangsoptik des
Laser-Doppler-Anemometers gem. Fig. 1 auf eine
Oberfläche,
Fig. 3 eine Lichtintensitätsverteilung auf der Oberfläche vor
der Einstellung gem. Fig. 2,
Fig. 4 die Lichtintensitätsverteilung auf der Oberfläche nach
der Einstellung gem. Fig. 2,
Fig. 5 die Einstellung eines ersten Laserstrahls der Sende
optik des Laser-Doppler-Anemometers gem. Fig. 1 auf
den Fokuspunkt der Empfangsoptik auf der Oberfläche,
Fig. 6 die Lichtintensitätsverteilung vor und nach der
Einstellung gem. Fig. 5,
Fig. 7 die Einstellung eines zweiten Laserstrahls der Sende
optik des Laser-Doppler-Anemometers gem. Fig. 1 auf
den Fokuspunkt der Empfangsoptik auf der Oberfläche,
Fig. 8 die Lichtintensitätsverteilung vor und nach der
Einstellung gem. Fig. 7,
Fig. 9 die Lichtintensitätsverteilung vor, während und nach
einer Einstellung des Schnittpunkts der Laserstrahlen
auf den Fokuspunkt der Empfangsoptik bei einer alter
nativen Vorgehensweise zu der Einstellung gem. den
Fig. 5 und 7,
Fig. 10 ein Blockdiagramm zu der Ausführung des Verfahrens
gem. den Fig. 1 bis 8,
Fig. 11 ein Blockdiagramm zu der Ausführungsform des Verfah
rens gem. Fig. 9 und
Fig. 12 ein Blockdiagramm zu einer weiteren Ausführungsform
des Verfahrens.
Das in Fig. 1 dargestellte Laser-Doppler-Anemometer weist einen
Laser 1, einen Strahlteiler 2, eine Sendeoptik 3, eine Empfangs
optik 4 und eine Auswerteeinrichtung 5 auf. Das von dem Laser 1
kommende Laserlicht 6 wird in dem Strahlteiler 2 in zwei Laser
strahlen 7 und 8 aufgespalten. Die hier zwei getrennte Objektive
9 und 10 aufweisende Sendeoptik 3 fokussiert die beiden Laser
strahlen 7 und 8 in einem gemeinsamen Schnittpunkt 11. Der
Schnittpunkt 11 fällt mit dem Fokuspunkt 12 der Empfangsoptik 4
zusammen. Der Überlappungsbereich definiert das Meßvolumen des
Laser-Doppler-Anemometers 1 bis 5. In diesem Meßvolumen ist die
Geschwindigkeit von hier nicht dargestellten Streuteilchen in
Richtung der Laserstrahlen 7 und 8 mit der Auswerteeinrichtung
5 bestimmbar. Zur Einstellung des Laser-Doppler-Anemometers 1
bis 5 werden der Schnittpunkt 11 und der Fokuspunkt 12 auf eine
Oberfläche 13 zusammengebracht. Dabei wird die Lichtinten
sitätsverteilung über die Oberfläche 13 mit einer Videokamera 14
überwacht. Das Signal der Videokamera 14 gelangt zu einer
Steuereinrichtung 15. Die Steuereinrichtung 15 steuert einen
Laser 16 zum Einkoppeln von Laserlicht 17 in den Ausgang der
Empfangsoptik 4. Weiterhin steuert die Steuereinrichtung 15
Verstelleinrichtungen 18 und 19 für die Sendeoptik 3 bzw. die
Empfangsoptik 4.
Zunächst wird gemäß Fig. 2 der Fokuspunkt 12 der Empfangsoptik
4 bei ausgeschaltetem Laser 1 auf die Oberfläche 13 abgebildet.
Dazu wird das Laserlicht 17 von dem Laser 16 in den Ausgang der
Empfangsoptik 4 eingekoppelt. Die sich bei einer gegenüber der
Oberfläche 13 defokussierten Empfangsoptik 4 ergebende Licht
intensitätsverteilung über die Oberfläche 13 ist in Fig. 3
wiedergegeben. Diese Lichtintensitätsverteilung wird mit der
Videokamera 14 aufgenommen und von der Steuereinrichtung 15
ausgewertet. Fig. 3a) zeigt die Lichtverteilung in Form von
Linien 20 gleicher Lichtintensität um die optische Achse 21 der
Empfangsoptik 4. Die Lichtintensitätsverteilung weist im Quer
schnitt den aus Fig. 3b) hervorgehenden Verlauf auf. Fig. 3
c) zeigt die Lichtintensitätsverteilung gem. Fig. 3b) nach
Digitalisierung in zwei Pegelwerte 0 und 1. Die Breite der
Verteilung in den Fig. 3b) und 3c) läßt erkennen, daß die
Empfangsoptik 4 bezüglich des Abstands zu der Oberfläche 13
defokussiert ist.
Fig. 4 zeigt hingegen den Fall nach der korrekten Einstellung
der Empfangsoptik 4 gegenüber der Oberfläche 13. In diesem Fall
sind die Linien 20 in Fig. 4a) dichter um die optische Achse
21 angeordnet, und die Lichtintensitätsverteilung gem. den
Fig. 4b) und 4c) ist deutlich schmaler. Über die Streuung
der Lichtintensität kann die Steuereinrichtung 15 die gewünschte
Stellung der Empfangsoptik 4 gegenüber der Oberfläche 13
auffinden. Der Schwerpunkt der Lichtintensitätsverteilung gem.
Fig. 4 fällt mit der optischen Achse 21 zusammen. Die Lage des
Schwerpunkts ist aus der digitalisierten Lichtintensitätsvertei
lung einfach ermittelbar. Diese Lage bezüglich der Videokamera
14 kann von der Steuereinrichtung 15 festgehalten werden, auch
nachdem der Laser 16 ausgeschaltet ist.
Dies ist bei der Justierung des ersten Laserstrahls 7 gem. Fig.
5 der Fall. Dabei ist der zweite Laserstrahl 8 ausgeblendet bzw.
ausgeschaltet. Der Laserstrahl 7 wird durch Verstellen der
Sendeoptik 3 auf die Oberfläche 13 fokussiert. Anschließend wird
der Abbildungspunkt des Laserstrahls 7 auf der Oberfläche 13
verschoben, bis er auf den Fokuspunkt 12 der Empfangsoptik 4
fällt. In Fig. 6a) ist dargestellt, wie der Laserstrahl 7
zunächst mit Abstand von dem Fokuspunkt 12 auf die Oberfläche 13
fällt. In Fig. 6b) sind der Laserstrahl 7 und der Fokuspunkt
12 zur Deckung gebracht. Die Fig. 7 und 8 beziehen sich
entsprechend den Fig. 5 und 6 auf die Einstellung des zweiten
Laserstrahls 8 durch Verstellen des Objektivs 10. Anschließend
ist das Laser-Doppler-Anemometer 1 bis 5 vollständig justiert,
und die Strömungsgeschwindigkeit von Streuteilchen in dem durch
den Schnittpunkt 11 der Laserstrahlen 7 und 8 und den Fokuspunkt
12 definierten Meßvolumen kann vorgenommen werden.
Bei Veränderungen innerhalb der Meßstrecke, die die Oberfläche
13 umgibt, kann die Justierung gem. den Fig. 1 bis 8
wiederholt werden, um damit einhergehende Veränderungen der
Betriebsbedingungen des Laser-Doppler-Anemometers 1 bis 5
auszugleichen. Derartige Änderungen betreffen beispielsweise den
Brechungsindex des in einem Windkanal strömenden Fluids.
Fig. 9 skizziert die Einstellung der Laserstrahlen 7 und 8 auf
den Fokuspunkt 12 der Empfangsoptik bei einem Laser-Doppler-
Anemometer, dessen Sendeoptik 3 nur ein gemeinsames Objektiv für
beide Laserstrahlen 7 und 8 aufweist. In diesem Fall sind die
beiden Laserstrahlen 7 und 8 auf der Oberfläche 13 zur Deckung
zu bringen und auf den Fokuspunkt 12 auszurichten. In Fig. 9
ist dargestellt, daß zunächst die Laserstrahlen 7 und 8 in dem
Schnittpunkt 11 zur Deckung gebracht werden und anschließend der
Schnittpunkt 11 auf den Fokuspunkt 12 ausgerichtet wird. Dies
entspricht zunächst einer Verringerung der Streuung der Licht
intensität über der Oberfläche 13, da die Streuung der Lichtin
tensität minimal ist, wenn die Laserstrahlen 7 und 8 auf die
Oberfläche 13 fokussiert sind und dort zusammenfallen. An
schließend wird der Schwerpunkt der Lichtintensitätsverteilung
auf den Fokuspunkt 12 eingestellt. Auch die umgekehrte
Vorgehensweise ist möglich, bei der zunächst der Schwerpunkt der
Lichtintensitätsverteilung auf den Fokuspunkt 12 eingestellt und
danach die Streuung minimiert wird.
Das Blockdiagramm von Fig. 10 entspricht der Justierung des
Laser-Doppler-Anemometers 1 bis 5 gem. den Fig. 1 bis 8.
Zunächst wird in einem Schritt 21 in den Ausgang der Empfangs
optik 4 das Laserlicht 17 eingekoppelt. Das Laserlicht 16 wird
von der Empfangsoptik 4 in dem Fokuspunkt 12 fokussiert. Die
Empfangsoptik 4 wird eingestellt, bis der Fokuspunkt 12 auf
der Oberfläche 13 liegt. Dieser Vorgang wird mit der Videokamera
14 überwacht und von der Steuereinrichtung 15 gesteuert, die die
Streuung der Lichtintensitätsverteilung über die Oberfläche 13
auswertet. Anschließend wird die Lage des Fokuspunkts 12 auf der
Oberfläche 13 mit Hilfe der Videokamera 14 durch den Schwerpunkt
der Lichtintensitätsverteilung von der Steuereinrichtung 15
festgelegt. Dann wird das in die Empfangsoptik 4 eingekoppelte
Laserlicht 17 abgeschaltet. Im Schritt 22 wird der Schwerpunkt
der Lichtintensitätsverteilung des Auftreffpunkts des Laser
strahls 7 auf die Oberfläche 13 aus der von der Videokamera 14
aufgenommenen Lichtintensität bestimmt. Anschließend wird der
Laserstrahl 7 durch Verstellen der Sendeoptik 3 solange ver
schoben, bis sein Schwerpunkt mit der Lage des Fokuspunkts 12
auf der Oberfläche 13 zusammenfällt. Im Schritt 23 wird dies für
den Laserstrahl 8 wiederholt. Nach den Schritten 21 bis 23 ist
das Laser-Doppler-Anemometer 1 bis 5 justiert.
Die Vorgehensweise gem. Fig. 9 ist in Fig. 11 als Blockdia
gramm festgehalten. Auch hier beginnt das Verfahren mit dem
Schritt 21. Anschließend wird in einem Schritt 24 die Streuung
der Lichtintensitätsverteilung der beiden gleichzeitig auf die
Oberfläche 13 auftreffenden Laserstrahlen 7 und 8 solange mini
miert, bis die Laserstrahlen 7 und 8 in ihrem Schnittpunkt 11
auf die Oberfläche 13 fallen. Dann wird in dem Schritt 25 der
Schnittpunkt 11 auf den Fokuspunkt 12 der Empfangsoptik 4
ausgerichtet. Beide Schritte 24 und 25 werden von der Steuerein
richtung 15 über die Videokamera 14 überwacht. In Fig. 11 ist
weiterhin eine Schleife 26 dargestellt, die für die turnusmäßige
Wiederholung der Justierschritte 21 bis 25 steht, um das Laser-
Doppler-Anemometer auch an sich ändernde Betriebsbedingungen der
Meßstrecke anzupassen.
Fig. 12 skizziert die Vorgehensweise bei der Justierung eines
Mehrkomponenten-Laser-Doppler-Anemometers. Auch hier beginnt das
Verfahren mit dem Schritt 21. Anschließend werden in einem
Schritt 27 alle Laserstrahlen für alle Komponenten soweit
verstellt, daß sie nicht mehr in das Blickfeld der Videokamera
14 fallen. Die dazu ausgeführten Verstellungen werden in der
Steuereinrichtung 15 gespeichert. Im Schritt 28 wird der erste
Laserstrahl I./1. einer ersten Komponente I. auf den Fokuspunkt
12 der Empfangsoptik eingestellt. Insofern entspricht Schritt 28
Schritt 22 gemäß Fig. 10. Anschließend wird dieser Laserstrahl
wieder kontrolliert aus dem Sichtfeld der Videokamera 14 heraus
gelenkt. Im Schritt 29 wird die selbe Vorgehensweise für den
zweiten Laserstrahl I./2. der ersten Komponente I. durchge
führt. Im nachfolgenden Schritt 30 wird die Vorgehensweise der
Schritte 28 und 29 für den ersten Laserstrahl II./1. einer
zweiten Komponente II. durchgeführt, im Schritt 31 für den
zweiten Laserstrahl II./2. der zweiten Komponente II. Fig. 12
geht soweit von einem Zweikomponenten-Laser-Doppler-Anemometer
aus. Ansonsten wären auch noch die Laserstrahlen der weiteren
Komponenten einzustellen und anschließend wieder aus dem
Blickfeld der Videokamera 14 herauszulenken. Im Schritt 32
werden dann alle Laserstrahlen in das Blickfeld der Kamera 14
zurückgebracht, indem die vorherige Verstellung rückgängig
gemacht wird. Dies kann durch Überprüfen der resultierenden
Lichtintensitätsverteilung über die Oberfläche 13 bestätigt
werden. Diese Lichtintensitätsverteilung weist trotz der Anzahl
der auftreffenden Laserstrahlen eine minimale Streuung auf.
Die Berechnung des Schwerpunkts einer Lichtintensitätsverteilung
aus dem digitalisierten Bild einer Videokamera ist ebenso be
kannt und geläufig wie die Bestimmung der Streuung der Lichtin
tensitätsverteilung. Zur Ermittlung des Schwerpunkts bei einem
Zweipegelbild, bei dem jeder Bildpunkt einen Zeilen und einen
Spaltenwert aufweist, reicht es aus, Summen über alle Zeilen
werte und alle Spaltenwerte der Bildpunkte mit dem Pegelwert 1
zu bilden und diese Summen jeweils durch die Anzahl der
Bildpunkte mit dem Pegelwert 1 zu dividieren. Das Ergebnis sind
der Zeilenwert und der Spaltenwert des Schwerpunkts der
Lichtintensitätsverteilung. Von diesem Schwerpunkt kann die
Streuung als Summe der linearen oder quadratischen Abweichungen
der einzelnen Bildpunkte mit dem Pegelwert 1 berechnet werden.
Es sind auch andere Berechnungsweisen für die Ermittlung des
Schwerpunkts einer Lichtintensitätsverteilung bekannt. Sie
können im Einzelfall die Genauigkeit des neuen Verfahrens
steigern, ändern aber nicht das ihm zugrunde liegende Prinzip.
Bezugszeichenliste
1
- Laser
2
- Strahlteiler
3
- Sendeoptik
4
- Empfangsoptik
5
- Auswerteeinrichtung
6
- Laserlicht
7
- Laserstrahl
8
- Laserstrahl
9
- Objektiv
10
- Objektiv
11
- Schnittpunkt
12
- Fokuspunkt
13
- Oberfläche
14
- Videokamera
15
- Steuereinrichtung
16
- Laser
17
- Laserlicht
18
- Verstelleinrichtung
19
- Verstelleinrichtung
20
- Linie gleicher Lichtintensität
21
- Schritt: Einstellen des Fokuspunkts
22
- Schritt: Ausrichten des 1. Laserstrahls
23
- Schritt: Ausrichten des 2. Laserstrahls
24
- Schritt: Einstellen des Schnittpunkts
25
- Schritt: Ausrichten des Schnittpunkts
26
- Schleife
27
- Schritt: Auslenkung aller Laserstrahlen
28
- Schritt: Ausrichten des I./1. Laserstrahls
29
- Schritt: Ausrichten des I./2. Laserstrahls
30
- Schritt: Ausrichten des II./1. Laserstrahls
31
- Schritt: Ausrichten des II./2. Laserstrahls
32
- Schritt: Rückführung aller Laserstrahlen
33
- optische Achse