DE19635652A1 - Kartuschenbeutel - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Kartuschenbeutel für eine
rohrförmige Kartuschenpresse.
Derartige Kartuschenbeutel für rohrförmige Kartuschen
pressen, beispielsweise für einkomponentige Klebstoffe,
Dichtungsmassen und dergl. sind bekannt. Ein solcher Beu
tel besteht beispielsweise aus einer Kunststoffolie, die
zu einem Beutel geformt, mit dem betreffenden Produkt ge
füllt und anschließend verschlossen wird. Derartige Kar
tuschenbeutel sind jedoch für Produkte, die aus zwei Kom
ponenten bestehen, welche erst unmittelbar vor der Anwen
dung vermischt werden dürfen, beispielsweise Zwei-Kompo
nenten-Klebstoffe, offensichtlich nicht geeignet, da eine
Trennung der Komponenten nicht möglich ist.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, einen Kartuschen
beutel zu schaffen, der für zweikomponentige Produkte,
die erst unmittelbar vor der Ausbringung aus der Kartu
sche miteinander vermischt werden sollen, geeignet ist,
wobei die Produktausbringung aus der Kartusche und die
Handhabung insgesamt einfach und der Verpackungsaufwand
gering sein soll.
Diese Aufgabe wird mit einem Kartuschenbeutel der ein
gangs bezeichneten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß dieser zwei voneinander getrennte, in Längsrichtung
nebeneinander angeordnete Kammern zur Aufnahme jeweils
einer Produktkomponente aufweist, welche am Austrittsende
mit einem gemeinsamen Austritt versehen sind.
Es wird somit ein Doppelkammer-Kartuschenbeutel zur Ver
fügung gestellt, der zwei getrennte Kammern für die Auf
nahme der nicht vor der Anwendung miteinander zu vermi
schenden Komponenten des Produktes aufweist, wobei die
räumliche Gestaltung der Kammern natürlich vorzugsweise
derart ist, daß diese in Anpassung an das Innenvolumen
der Kartusche ausgebildet sind, so daß der Kartuschenbeu
tel im vollständig gefüllten Zustand das Kartuschenvolu
men möglichst vollständig ausfüllt. Durch den gemeinsa
men, geeignet zu gestaltenden Austritt beider Kammern im
Bereich des Austrittsendes wird bei Betätigung der Kartu
sche ein gemeinsamer Austrag beider Komponenten und damit
eine zwangsweise Vermischung derselben gewährleistet. Da
bei wird eine einwandfreie Produktabgabe im richtigen Mi
schungsverhältnis dadurch erreicht, daß beide Kammern in
Längsrichtung gesehen nebeneinander angeordnet sind. Nach
Entleerung des Kartuschenbeutels kann dieser einfach und
platzsparend entsorgt werden, da er ja wie ein Einkammer-
Kartuschenbeutel durch die Druckplatte der Kartuschen
presse selbst flach zusammengepreßt ist.
Zur optimalen Ausnutzung des Kartuschenvolumens ist vor
gesehen, daß die Kammern jeweils halbrohrförmig ausgebil
det sind und sich somit gemeinsam zu einer Rohrform er
gänzen.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
zeichnet sich dadurch aus, daß der Kartuschenbeutel von
einer ersten Folienbahn, welche zwei in Längsrichtung
verlaufende halbrohrförmige Wölbungen aufweist und von
einer zweiten flachen Folienbahn gebildet ist, welche
randseitig umlaufend in dem Bereich der Verbindungslinie
zwischen den Wölbungen der ersten Folienbahn dicht mit
einander verbunden sind, wobei die Kammern jeweils zwi
schen einer halbrohrförmigen Wölbung der ersten Folien
bahn und dem jeweils zugeordneten Bereich der zweiten Fo
lienbahn gebildet sind. Dabei können in Abhängigkeit vom
Produkt beide Folienbahnen aus Kunststoff bestehen oder
es kann auch vorgesehen sein, daß die flache Folie aus
einer Aluminiumfolie besteht. Die beiden Folien werden
dabei vorzugsweise miteinander verschweißt, wobei natür
lich zunächst Einfüllöffnungen und der gemeinsame Aus
tritt offengelassen werden.
Um einen kontrollierten Produktaustritt beider Komponen
ten und eine gute Vermischung zu gewährleisten, ist vor
teilhaft vorgesehen, daß im Bereich des Austrittsendes in
die jeweilige Kammer jeweils ein halbrohrförmiger Einsatz
mit halbrohrförmigem Austrittskanal integriert ist, wel
cher durch Zusammenfalten entlang der Verbindungslinie
zwischen den Wölbungen unter Ausbildung eines den gemein
samen Austritt bildenden Austrittsrohrs miteinander ver
bindbar sind. Die beiden halbrohrförmigen Einsätze können
dann beispielsweise als Spritzgußteile ausgeführt sein,
welche in die Folien entsprechend eingeschweißt werden,
wobei durch Faltung der Folienbahn entlang der Verbin
dungslinie zwischen den beiden Wölbungen der ersten Fo
lienbahn insgesamt ein rohrförmiger Kartuschenbeutel ent
steht, bei welchem sich die halbrohrförmigen Austritts
kanäle der Einsätze zu einem Austrittsrohr ergänzen.
Zur Einstellung der Abgabemengen und Durchmischung der
Komponenten ist dabei vorteilhaft vorgesehen, daß die
beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle jeweils mit sich
ergänzenden Gewindegängen zur Aufnahme einer mit entspre
chendem Innengewinde ausgerüsteten rohrförmigen Misch
kanals versehen sind.
Zur Arretierung der beiden Kammern in der rohrförmigen
Lage ist vorgesehen, daß wenigstens im Bereich des Aus
trittsendes die beiden Kammern mittels einer Rastverbin
dung in zusammengefalteter Lage gehalten sind. Diese
Rastverbindung kann beispielsweise in die halbrohrförmi
gen Einsätze integriert sein, wobei vorzugsweise auch im
dem Austrittsende gegenüberliegenden Endbereich der bei
den Kammern entsprechende Rastverbindungen vorgesehen
sind, beispielsweise ebenfalls von halbrohrförmigen Ein
sätzen, die jedoch keine Austrittsöffnung aufweisen.
Die Erfindung sieht auch ein Verfahren zur Herstellung
eines vorbeschriebenen Kartuschenbeutels vor, das sich
dadurch auszeichnet, daß eine erste Folienbahn mit zwei
in Längsrichtung verlaufenden halbrohrförmigen Wölbungen
umlaufend und im Bereich der Verbindungslinie zwischen
den Wölbungen mit einer zweiten flachen Folienbahn dicht
verbunden wird und anschließend entlang der Verbindungs
linie zwischen den beiden Wölbungen zusammengefaltet
wird, derart, daß ein rohrförmiger Kartuschenbeutel mit
zwei voneinander getrennten Kammern entsteht, und daß der
Kartuschenbeutel in dieser Lage fixiert und anschließend
die jeweilige Komponente in den jeweiligen Beutel einge
füllt wird.
Erkennbar ist dieses Herstellungsverfahren ausgesprochen
einfach, da lediglich zwei entsprechend gestaltete Fo
lienbahnen miteinander verschweißt werden müssen und dann
die mittlere Schweißlinie zwischen den Wölbungen quasi
als Falzlinie benutzt wird, entlang derer die beiden so
gebildeten Kammern unter Ausbildung eines rohrförmigen
Kartuschenbeutels zusammengefaltet und aneinander fixiert
werden, worauf dann die Befüllung und endgültige Ver
schließung der Beutel erfolgt. Da auf diese Weise eine
flexible Verpackung hergestellt wird, ist kein Druckstem
pel erforderlich, der das Produkt direkt kontaktiert und
hinauspreßt, sondern von der Druckplatte der Kartuschen
presse wird das Folienmaterial zusammengedrückt, so daß
sich automatisch das eingebrachte Füllgut durch die Aus
trittsöffnungen nach außen bewegt und letztendlich nach
Entleerung desselben nur ein kleiner zusammengepreßter
Folienballen als leere Restverpackung verbleibt, die
leicht entsorgt werden kann.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in der einzigen
Figur in Explosionsdarstellung einen erfindungsgemäßen
Kartuschenbeutel für eine rohrförmige Kartuschenpresse.
Ein erfindungsgemäßer Kartuschenbeutel ist beim darge
stellten Ausführungsbeispiel im wesentlichen aus zwei
Folienbahnen gebildet, nämlich aus einer ersten Folien
bahn 1, welche zwei in Längsrichtung verlaufende halb
rohrförmige Wölbungen 2, 3 aufweist, deren in Längsrich
tung verlaufende Verbindungslinie mit 4 bezeichnet ist,
und aus einer zweiten flachen Folienbahn 5, deren Länge
und Breite dem Grundriß der ersten Folienbahn 1 ent
spricht. Zur Bildung des Kartuschenbeutels werden die
erste Folienbahn 1 und die zweite Folienbahn 5 randseitig
umlaufend und entlang der Verbindungslinie 4 miteinander
verschweißt, wodurch zwischen der ersten Wölbung 2 der
ersten Folienbahn und dem zugeordneten Bereich der zwei
ten Folienbahn 5 eine erste halbrohrförmige Kammer 6 und
zwischen der Wölbung 3 und der zweiten Folienbahn 5 eine
zweite halbrohrförmige Kammer 7 entsteht.
Im Bereich des Austrittsendes 8 des Kartuschenbeutels ist
in die jeweilige Kammer 6, 7 jeweils ein halbrohrförmiger
Einsatz 9, 10 integriert, beispielsweise eingeschweißt.
Dabei kann es sich um einfache Kunststoff-Spritzgußteile
handeln. Diese halbrohrförmigen Einsätze 9, 10 weisen am
äußeren Ende jeweils einen halbrohrförmigen Austrittska
nal 11, 12 auf, diese Austrittskanäle 11, 12 sind dabei
im mittleren Bereich des jeweiligen Einsatzes 9, 10 ange
ordnet und weisen einen deutlich kleineren Radius als die
Einsätze 9, 10 auf. Im Bereich der stirnseitigen Außen
wände 9a, 10a der Einsätze 9, 10 sind korrespondierende
Rastmittel vorgesehen, welche mit 13 bzw. 14 bezeichnet
sind.
Zur Herstellung und Befüllung eines solchen Doppelkammer-
Kartuschenbeutels werden zunächst die beiden Folienbahnen
1 und 5 in der vorbeschriebenen Weise miteinander ver
schweißt, wobei gleichzeitig entsprechend die Einsätze 9,
10 mit eingeschweißt werden, d. h. die Einsätze 9, 10 sind
jeweils von den beiden Folienbahnen 1, 5 umschlossen. Das
dem Austrittsende 8 gegenüberliegende andere Ende 15 bei
der Kammern 6, 7 ist dabei zunächst noch offen, worauf
dann anschließend durch diese offenen Enden die jeweilige
Kammer 6 bzw. 7 mit einem der beiden Komponenten des
zweikomponentigen Produktes gefüllt wird. Anschließend
werden diese Enden dann auch durch Verschweißung ge
schlossen. Es steht dann bereits ein Kartuschenbeutel mit
zwei gefüllten, voneinander getrennten Kammern 6, 7 zur
Verfügung.
Anschließend werden dann die beiden Kammern entlang der
Verbindungslinie 4, die als eine Art Falzlinie dient, zu
sammengefaltet, derart, daß ein rohrförmiger Kartuschen
beutel mit zwei getrennten Kammern 6, 7 entsteht. In die
ser Lage werden die beiden Kammern 6, 7 fixiert, wozu die
Rastverbindungen 13, 14 der Einsätze 9, 10 einfach arre
tiert werden. Diese beiden Einsätze 9, 10 bilden dann zu
sammen einen endseitig im wesentlichen geschlossenen
topfförmigen Körper, wobei gleichzeitig die beiden halb
rohrförmigen Austrittskanäle 11, 12 zur Anlage kommen und
einen gemeinsamen, mit beiden Kammern 6, 7 in Verbindung
stehenden Austritt bilden. Bei geeigneter Gestaltung die
ser Austrittskanäle 11, 12 steht somit bereits ein funk
tionsfähiger Kartuschenbeutel zur Verfügung, der an
schließend in eine herkömmliche rohrförmige Kartuschen
presse eingesetzt werden kann. Wird diese Kartuschenpres
se betätigt, wird vom anderen Ende 15 her Druck auf beide
Kammern 6, 7 ausgeübt, so daß aus beiden Kammern 6, 7 die
jeweilige Komponente in den Austrittsbereich gedrückt und
dort gemischt wird und austritt.
In Ausgestaltung ist dabei vorteilhaft noch vorgesehen,
daß die beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle 11, 12
sich ergänzende Gewindegänge aufweisen, so daß der Aus
tritt dann, wenn diese beiden Austrittskanäle 11, 12
einen gemeinsamen rohrförmigen Austritt bilden, ein
Außengewinde aufweist, auf welches ein mit einem entspre
chenden Innengewinde ausgerüsteter, nicht dargestellter
rohrförmiger Mischkanal eingesetzt werden kann. Dieser
rohrförmige Mischkanal ist dann geeignet gestaltet, um
die Vermischung und Ausbringung des zweikomponentigen
Produktes zu optimieren. Darüber hinaus kann noch vorge
sehen sein, daß auch im Bereich des anderen Endes 15 ähn
liche halbrohrförmige Einsätze mit integriert werden, die
dann allerdings keine Austrittsöffnungen aufweisen, je
doch Arretierelemente, so daß auch im Bereich des anderen
Endes 15 eine Arretierung der beiden Kammern 6, 7 in ih
rer gewünschten Lage möglich ist.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. Weitere Ausgestaltungen
sind möglich, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So
kann grundsätzlich die Formgestaltung der Kammern 6, 7
auch anders sein, der Kartuschenbeutel sollte aber im
gefüllten Zustand eine an das Innenvolumen der Kartu
schenpresse angepaßte Form aufweisen.
Claims (7)
1. Kartuschenbeutel für eine rohrförmige Kartuschenpresse,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser zwei voneinander getrennte, in Längsrichtung
nebeneinander angeordnete Kammern (6, 7) zur Aufnahme je
weils einer Produktkomponente aufweist, welche am Aus
trittsende (8) mit einem gemeinsamen Austritt (11, 12)
versehen sind.
2. Kartuschenbeutel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammern (6, 7) jeweils halbrohrförmig ausgebildet
sind.
3. Kartuschenbeutel nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser von einer ersten Folienbahn (1), welche zwei
in Längsrichtung verlaufende halbrohrförmige Wölbungen
(2, 3) aufweist, und von einer zweiten flachen Folienbahn
(5) gebildet ist, welche randseitig umlaufend und im Be
reich der Verbindungslinie (4) zwischen den Wölbungen
(2, 3) der ersten Folienbahn (1) dicht miteinander verbun
den sind, wobei die Kammern (6, 7) jeweils zwischen einer
halbrohrförmigen Wölbung (2, 3) der ersten Folienbahn (1)
und dem jeweils zugeordneten Bereich der zweiten Folien
bahn (5) gebildet sind.
4. Kartuschenbeutel nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich des Austrittsendes (8) in die jeweilige
Kammer (6, 7) jeweils ein halbrohrförmiger Einsatz (9, 10)
mit halbrohrförmigem Austrittskanal (11, 12) integriert
ist, welche durch Zusammenfalten entlang der Verbindungs
linie (4) zwischen den Wölbungen (2, 3) unter Ausbildung
eines den gemeinsamen Austritt bildenden Austrittsrohres
miteinander verbindbar sind.
5. Kartuschenbeutel nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle (11, 12)
jeweils mit sich ergänzenden Gewindegängen zur Aufnahme
einer mit entsprechendem Innengewinde ausgerüsteten rohr
förmigen Mischkanals versehen sind.
6. Kartuschenbeutel nach Anspruch 3 oder einem der
folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens im Bereich des Austrittsendes (8) die bei
den Kammern (6, 7) mittels einer Rastverbindung (13, 14) in
zusammengefalteter Lage gehalten sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines Kartuschenbeutels nach
Anspruch 3 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine erste Folienbahn mit zwei in Längsrichtung ver
laufenden halbrohrförmigen Wölbungen umlaufend und im
Bereich der Verbindungslinie zwischen den Wölbungen mit
einer zweiten flachen Folienbahn dicht verbunden wird und
anschließend entlang der Verbindungslinie zwischen den
beiden Wölbungen zusammengefaltet wird, derart, daß ein
rohrförmiger Kartuschenbeutel mit zwei voneinander ge
trennten Kammern entsteht, und daß der Kartuschenbeutel
in dieser Lage fixiert und anschließend die jeweilige
Komponente in den jeweiligen Beutel eingefüllt wird.
Priority Applications (2)
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