DE19634813A1 - Verfahren zum Filtern eines Signals, das den Flüssigkeitsstand eines Tanks darstellt - Google Patents
Verfahren zum Filtern eines Signals, das den Flüssigkeitsstand eines Tanks darstelltInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft das Filtern eines Signals,
das den Flüssigkeitsstand in einem Tank darstellt. Sie ist
insbesondere für die Anzeige des Pegels des Kraftstoffs anzu
wenden, der sich im Tank eines Kraftfahrzeugs befindet.
Betrachtet man ein benzinbetriebenes Fahrzeug, dann wird das
Benzin tendenziell bei Störungen aufgrund von Kurven, Nei
gungen der Fahrbahn, Beschleunigungs- und Bremsbefehlen sowie
Stößen insgesamt gegen eine Wand des Tanks verschoben, wo
durch die Messung eines Pegelsensors verfälscht wird, die das
verbleibende Benzinvolumen darstellen soll.
Um diese Störungen wenigstens teilweise aufzuheben, wird be
kanntlich eine Tiefpaßfilterung durchgeführt, wodurch rasche
Meßänderungen beseitigt werden. Damit läßt sich zwar das
Schlingern aufheben, aber langdauernde Störungen wie bei
abfallenden Fahrspuren erfordern ein Filtern mit langer
Dauer. Dann werden die Schwankungen bei dem gefilterten
Signal gemessen, das die Anzeige steuert, und die Dauer oder
Zeitkonstante der Tiefpaßfilterung wird verlängert, um die
Entwicklung des gefilterten Signals noch weiter zu ver
langsamen, also seine störenden Schwankungen aufzuheben.
Allerdings steht außer Frage, daß der Benzinstandsanzeiger zu
lange braucht, um beim Anfahren einen korrekten Pegel anzu
zeigen, wenn sich das Fahrzeug ursprünglich nicht in der
Horizontalen befindet, z. B. wenn die Fahrbahn abfällt oder
sich das Fahrzeug in Schräglage befindet.
Ebenso ist bekannt, daß das Signal gefiltert wird, um die
Form des Tanks zu berücksichtigen, d. h. das Signal in
Abhängigkeit von dem angezeigten Pegel zu korrigieren;
allerdings ist dies nur begrenzt wirksam, und bei jedem
Tanktyp muß eine Anpassung vorgenommen werden.
Kurz gesagt, es wurde ein Verfahren zum Filtern von langen
und kurzen Störungen gesucht, das von der Form des Tanks
unabhängig ist und nach dem Anfahren an einer Steigung oder
in Schräglage einen falschen Wert sehr rasch durch einen
genauen Wert ersetzt.
Zu diesem Zweck betrifft die Erfindung ein Verfahren zum
Filtern des Signals eines Sensors für den Flüssigkeitsstand
in einem Tank, bei dem nach der Schätzung der Störungen des
Flüssigkeitsstandes an dem Signal vor der Auswertung eine
Tiefpaßfilterung mit einer Zeitkonstante vorgenommen wird,
deren Wert von der Schätzung abhängt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schätzung der Störungen durch Analyse des
ungefilterten Signals vorgenommen wird.
Da also das ungefilterte Signal zum Erstellen der Filterzeit
konstante dient, wird eine Störung praktisch augenblicklich
erfaßt, und für das ausgewertete gefilterte Signal wird dann
eine höhere Filterzeitkonstante gewählt, während eine relativ
kurze Beobachtung des Signals, insbesondere eine deutlich
kürzere als jede Filterzeitkonstante ausreicht, um die Ab
wesenheit einer Störung zu überprüfen, um wieder rasch zu
einer niedrigeren Zeitkonstante zu kommen.
Die Erfindung ist leichter mittels der folgenden Beschreibung
einer Schaltung zum Filtern des Flüssigkeitsstandes in einem
Tank zur Durchführung des Verfahrens der Erfindung unter Be
zug auf die beigefügten Zeichnungen zu verstehen; darin
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Filterschaltung;
Fig. 2 eine Abfolge von Analyseperioden eines Flüssigkeits
standsignals, und
Fig. 3, die aus Fig. 3A bis Fig. 3C besteht, veranschau
lichend die Filterwirkung.
Die dargestellte Filterschaltung 1 steuert eine Anzeige 3 in
Abhängigkeit von dem Meßsignal, das ihr ein Flüssigkeits
standsensor 2 liefert, der einem Tank 25 mit einer
Flüssigkeit 26 zugeordnet ist, hier mit dem Benzin eines
Kraftfahrzeugs.
Der durch eine Batteriespannung +Vb versorgte Pegelsensor 2
besteht bei diesem Beispiel aus einem Konstantstromgenerator
21, der eine resistive Sonde 22 zur Erwärmung versorgt, die
vertikal in den Tank 25 getaucht und dort befestigt ist.
Der Widerstandswert der Sonde 22 ändert sich kontinuierlich
mit dem Benzinstand. Deshalb stellt die Spannung an den
Anschlüssen der Sonde 22 den überwachten Pegel eindeutig nach
einem bekannten monotonen Gesetz dar.
Die Filterschaltung 1 ist ein herkömmlicher Mikrosteuer
baustein für die Signalverarbeitung mit einer Ver
arbeitungskette, die in Folge aus einem Eingangs-Analog-
Digital-Umsetzer (CAN) 11, einem Tiefpaßfilter 12 mit
regelbarer Zeitkonstante K sowie einem Digital -Analog-
Umsetzer (CNA) 13 gebildet ist, der die Anzeige 3 steuert.
Eine Analyseschaltung 14 empfängt auch das von dem CAN 11
abgegebene Signal und steuert die Regelung der Zeitkonstante
K des Filters 12.
Nun wird die Funktionsweise der Filterschaltung 1 erläutert.
Die Erfindung basiert auf dem Konzept der Analyse des unge
filterten Rohsignals Sb, das von dem Sensor 2 stammt, um über
eine relativ kurze Analyseperiode die Stärke der Störungen
des Signals Sb zu bestimmen, die auf die Hin- und Herbewegung
des Benzins zurückzuführen sind, die durch die Verkehrs
bedingungen verursacht wird.
So wird sofort eine starke Dämpfung (= starke Zeitkonstante
K2) des Filters 12 gesteuert, wenn eine Störung auftaucht,
und wenn diese verschwindet, geht man wieder zu einer
schwachen Dämpfung (K1) über. Man kehrt genauer zu dem
schwachen Wert K1 zurück, sobald man sich durch Überprüfung
der Abwesenheit weiterer Störungen über eine Periode nach der
betrachteten Störung versichert hat, daß die Verkehrsbe
dingungen verschwunden sind, die die Ursache für die erfaßte
Störung waren.
Fig. 2 veranschaulicht das in der Schaltung 14 verwendete
Analyseverfahren in Abhängigkeit von der Zeit t.
Das Rohsignal Sb wird über eine Analyseperiode T0, bei diesem
Beispiel von acht Sekunden analysiert, die in acht auf
einanderfolgende Analyseschritte Pi von einer Sekunde unter
teilt ist (i = eine ganze Zahl von 0 bis 7), die wiederum in
acht Zeitintervalle ITj (j = eine ganze Zahl von 0 bis 7) von
0,125 s unterteilt sind. Die beiden ersten Schritte P0 und P1
sind auch in einem größeren Maßstab dargestellt.
Der CAN 11 liefert bei jedem Intervall ITj einen digitalen
Wert des Signals Sb.
Um das Hochfrequenzmeßrauschen zu beseitigen, das kein In
formationsträger ist, wird das Rohsignal Sb hier einer Vor
verarbeitung unterzogen, die aus einem Tiefpaßfilter besteht.
Die Grenzfrequenz ist allerdings hoch genug, um jede Kompo
nente durchzulassen, die eine Störung mit signifikanter
Energie darstellen würde.
Die oben beschriebene Filterung vor der Analyse wird durch
geführt, indem bei jedem Analyseschritt Pi der Mittelwert Si
des Benzinpegels berechnet wird, d. h. die acht Werte Sj eines
Schritts Pi durch ihren Mittelwert Si ersetzt werden, um ein
Quasirohsignal zu erhalten. Damit wird das Rohsignal Sb ge
glättet, ohne allerdings Nutzinformation zu verlieren.
Durch den Vergleich der acht Mittelwerte Si der Analyse
periode T0 wird es dann möglich, die Änderungen des Quasi
rohsignals zu berechnen und sie mit einem Schwellenwert zu
vergleichen. Dann wird die Zeitkonstante K des Filters 12 auf
den Minimalwert K1, hier 40 Sekunden geregelt, falls diese
Änderungen nicht einen vorbestimmten Schwellenwert über
schreiten; ansonsten wird die Zeitkonstante K erhöht, um hier
auf einen Wert K2 von sechs Minuten zu kommen.
Die Zeitkonstante K des Filters 12 könnte auch kontinuierlich
und nicht diskret in Abhängigkeit von der Amplitude der Änderungen
des Signals bezüglich eines bestimmten Schwellen
wertgesetzes geregelt werden.
Die Berechnung dieser Änderungen, die zur Schätzung der
Störungen bestimmt ist, kann verschiedenen Gesetzen folgen.
Auf herkömmliche Weise kann eine quadratische Kombinationsbe
rechnung durchgeführt werden, indem eine Standardabweichung
der acht Mittelwerte Si bezüglich ihres Durchschnitt s be
rechnet wird.
Nach einem anderen linearen Gesetz ohne die globale Kombi
nation, die hier verwendet wird, werden die aufeinander
folgenden Pegelmittelwerte Si paarweise verglichen, um die
Ableitung oder die Zeitsteigung zwischen ihnen zu berechnen
und diese Steigungen mit einem Schwellenwert zu vergleichen.
Ein aus den beiden obengenannten Gesetzen zusammengesetztes
Gesetz (Integration von mehreren Ergebnissen; Ableitung des
letzten Ergebnisses) besitzt den Vorteil, acht Messungen Si
zu integrieren, also überdies die relativ hochfrequenten
Komponenten zu filtern (erstes Gesetz), wobei sie allerdings
gleichzeitig rasch durch das zweite Gesetz berücksichtigt
werden, um augenblicklich jede Störung nach der Zeitsteigung
des eben empfangenen Signals und nicht durch Integration der
von allen zuletzt empfangenen Signalen gelieferten In
formationen zu erfassen.
Bei diesem Beispiel wird überprüft, ob die Zeitsteigung
zwischen zwei Werten Si nicht einen Schwellenwert übersteigt,
und man läßt jedesmal einen Zähler weiterlaufen, der bei
Erreichen des Wertes 8 blockiert und den Übergang zum
niedrigen Wert K1 steuert. Der Zähler wird bei jeder Er
fassung einer Überschreitung des Schwellenwerts auf null
gestellt; er steuert den Übergang zum hohen Wert K2. Zur
Verdeutlichung der Zeichnung sind die Analyseperioden T0
nebeneinander dargestellt. Allerdings wird bei diesem
Beispiel die Durchführung einer gleitenden Analyse bevorzugt,
d. h. die betreffende Periode T0 wird alle Sekunden um einen
Schritt Pi versetzt.
Fig. 3 veranschaulicht das Ergebnis der Filterung und stellt
in Abhängigkeit von der Zeit t die Amplitude A des Rohsignals
Sb (Fig. 3A), den Wert K1 oder K2 der Zeitkonstante K (Fig. 3B)
und das gefilterte Signal Sf dar, das an die Anzeige 3
angelegt wird (Fig. 3C).
Das Signal Sb weist zwischen zwei Stabilitätszeitbereichen
eine Störung auf, die sich in einem abrupten Abfall zeigt,
auf den Schwingungen und schließlich wieder ein Anstieg
folgen.
Die Störung wird, sobald sie sich zeigt, durch die Änderung
der Zeitsteigung erfaßt, die sie nach einer Sekunde (T0/8)
zwischen Mittelwerten Si induziert. Die Zeitkonstante k des
Filters 12 nimmt dann den maximalen Wert K2 an und bleibt
dort, solange die Schwingungen anhalten.
Das Ende des Anstiegs des Signals Sb wird mit einer Ver
zögerung T0, hier von acht Sekunden erfaßt, die Zeitkonstante
K nimmt wieder den minimalen Wert K1 an, so daß die leichte
Abweichung des Signals Sf aufgrund der Störung rasch
korrigiert wird. Zum Vergleich ist das Ergebnis einer
Filterung (12) gestrichelt dargestellt, die ausgehend von der
Analyse des gefilterten Signals durch Rückkopplung gesteuert
würde.
Es ist festzustellen, daß die Steuerung des Filters (12) zu
langsam ist, da die analysierte Information, die zum Er
stellen dieser Steuerung dient, selbst durch die Durchquerung
des Filters (12) verzögert wurde. Deshalb wird der Wert K2
verspätet erstellt, und der Impulsbeginn ist schwach ge
filtert (K1).
Das gleiche Phänomen tritt am Impulsende auf, da die Zeit
konstante K zu lange den Wert K2 behält und eine rasche
Rückkehr zur Anzeige des korrekten Werts verhindert, der
durch das Signal Sb dargestellt ist.
Claims (5)
1. Verfahren zum Filtern des Signals eines Sensors (2) für
den Flüssigkeitsstand in einem Tank, bei dem nach der
Schätzung der Störungen des Flüssigkeitsstandes an dem Signal
vor der Auswertung eine Tiefpaßfilterung (12) mit einer
Zeitkonstante (K) vorgenommen wird, deren Wert von der
Schätzung abhängt, dadurch gekennzeichnet, daß die Schätzung
der Störungen durch Analyse des ungefilterten Signals
vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Schätzung der
Störungen durchgeführt wird, indem über aufeinanderfolgende
Analyseperioden die entsprechenden Änderungen des Sensor
signals gemessen werden und ein höherer Wert (K2) für die
Zeitkonstante gewählt wird, wenn diese Änderungen über einem
vorbestimmten Schwellenwert bleiben.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem eine Tiefpaßfilterung
(Si) des ungefilterten Signals (Sb) des Sensors vor seiner
Analyse durchgeführt wird, um seine Änderungen zu messen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem jede Analyseperiode
(T0) für die Tiefpaßfilterung vor der Analyse in eine Folge
von Analyseschritten (Pi) aufgeteilt wird und bei jedem
Analyseschritt (Pi) ein Mittelwert (Si) des Flüssigkeits
standes berechnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Zeitsteigung
zwischen den Mittelwerten (Si) aufeinanderfolgender Pegel
bestimmt wird, die mit dem Schwellenwert verglichen werden.
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