DE19633046A1 - Multimediales Kommunikationssystem - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein multimediales System zur Kommunikation mit Bewegt
bildern, Sprache und Daten sowie zur Steuerung von Anwendungsprogrammen,
die je nach Anforderung extern über ein öffentliches Netz (z. B. ISDN) oder intern
direkt aus den Basisinformationen der Terminalstationen (Endgeräte) abgerufen
werden oder auch im gemischten Betrieb laufen können. Die Benutzung aller
Funktionen erfolgt für den Nutzer unter einer gemeinsamen graphischen Ober
fläche des Terminals.
Es sind bereits eine Vielzahl von branchenspezifischen Multimedia-Informations-
und Buchungssysteme bekannt geworden. Sie finden vorzugsweise im Touristik-
und Freizeitbereich, in Verkehrsunternehmen und elektronischen Kaufhäusern
eine Anwendung. Durch Kombination von PC, Datenbank, Audio- und Videotech
nik und digitaler Bildverarbeitung können diese zusammen mit einer anwender
freundlich gestalteten graphischen Oberfläche der Terminalstation (Endgerät)
unterstützend beim Kauf oder der Beratung von Kunden oder auch als Selbstbe
dienungsterminals eingesetzt werden. Durch den Wegfall von Routinetätigkeiten
des Geschäftspersonals und der Möglichkeit einer ständigen Aktualisierung aller
Daten, z. B. für Warenartikel usw., kann eine schnellere und qualitativ bessere
Kundenbedienung erfolgen. Bei Reisebüros lassen sich neben den sonst üblichen
Informationen auch visuelle Eindrücke vom ausgewählten Reiseziel vermitteln.
Verringerte Personalkosten sind ein weiterer Vorteil solcher Systeme. Von
besonderem Vorteil aber ist deren jederzeitige Verfügbarkeit, auch außerhalb der
üblichen Geschäftszeiten.
Wie bei den Infoterminals, auch als Point of information (POI) bezeichnet, erfolgt
bei den Point of sales-Systemen (POS) in elektronischen Kaufhäusern die Aus
wahl und Bestellung per Tastendruck oder Antippen des Touchscreen-
Bildschirms durch Anwahl der entsprechenden Programme. Sich ständig ändern
de Daten, wie die Preise von Waren oder Dienstleistungen, werden jeweils von
der Zentraleinheit als digitale Zusatzinformationen in die Terminals (Endgeräte)
eingespeist. Die Terminals können mit lokalen Rechnern, wie Standard-PCs aus
gerüstet werden, deren Festplatte die lokale relationale Datenbank speichert.
Als Zusatzkomponenten werden Overlaykarte zum Einblenden von externen Vi
deoinformationen und Modemkarte benutzt. Über den Zentralrechner werden die
Abfragen betreffs Verfügbarkeit, Warenbestellung usw. abgewickelt.
Trotz zahlreicher Varianten für eine klar verständliche Benutzerführung ist es
noch immer schwierig, die Hemmschwelle für die Nutzung derartiger Systeme
auch durch ungeübte Personen deutlich herabzusenken.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein bedienerfreundliches
Multimedia-Kommunikationssystem mit vielfältigen, branchenübergreifenden An
wendungsmöglichkeiten zu schaffen, das allen Benutzern einen einfachen und
bequemen Zugang zu den Terminalprogrammen ermöglicht und im Bedarfsfall die
Abfrage zusätzlicher Informationen, die über das Angebot des Standardmenüs
des Terminals hinausgehen, gestattet. Die Anwenderhemmschwelle soll dabei
auf ein Minimum reduziert werden.
Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem multimedialen Kommunikationssystem
dadurch gelöst, daß Terminalstationen über eine permanente oder temporäre
Netzanbindung an eine Zentrale mit Beraterplätzen angeschlossen sind, daß zum
Zwecke einer zusätzlichen Benutzerhilfe eine interaktive dialogfähige Online-
Verbindung (Bild-, Ton- und Datenleitung) zwischen Terminalstationen und Zen
trale vorgesehen ist, daß Mittel zur Kundenidentifizierung mittels sprachlicher,
optischer oder elektronischer Erkennung vorhanden sind und daß Mittel zur
Realisierung von Kundenanforderungen mittels optischer Darstellung, mit Hilfe
von elektromagnetischen Datenträgern (CD, Magnetbänder, optischer Trägermit
tel) und/oder von hardwarebasierenden Datenträgern vorgesehen sind.
Dem Benutzer kann somit neben der Hilfefunktion im Standardmenü des Termi
nals eine zusätzliche Hilfe angeboten werden. Diese Hilfe wird der Benutzer des
Terminals dann nutzbringend verwenden, wenn er sich im Standardmenü nicht
zurecht findet oder zusätzliche Informationen benötigt die sich aus dem Stan
dardangebot nicht abfragen lassen. Über die Online-Hilfe-Verbindung wird der
Nutzer mit einem der Beraterplätze in der Zentrale verbunden. Nutzer und Berater
können dann miteinander sprechen und sich per Videokonferenz im am Bild
schirm eingeblendeten Fenster sehen. Eine auf den Nutzer abgestimmte individu
elle Beratung wird damit ebenso möglich sein wie eine umfassende Versorgung
mit Informationen durch die interaktive Hilfe.
Es ist von Vorteil, wenn eine dialogfähige Bild-, Ton- und Datenleitung über das
öffentliche Netz auch zwischen den Terminalstationen und externen Videokonfe
renzteilnehmern vorgesehen ist.
Ferner ist es von Vorteil, wenn Einzelnutzer über Computer mit Netzzugang an
die Zentrale angeschlossen sind und einen Zugriff auf externe Dienste und Da
tenbanken haben.
Durch die dialogorientierte Online-Hilfe erhöht sich die Akzeptanz derartiger
Kommunikationsmittel durch eine breite Öffentlichkeit beträchtlich. Neben der All
round-Beratung kann das System zusätzlich noch als aktives Werbemedium ge
nutzt werden.
Das hier vorgeschlagene Kommunikationssystem ist aber auch für die Erledigung
von Verwaltungsaufgaben gut geeignet und schafft neue Möglichkeiten der
Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltungsorganen. Über die Terminal
stationen kann der Bürger Auskunft darüber erhalten, welche Behörden für die
Bearbeitung seiner Angelegenheiten zuständig und welche Unterlagen und
Formulare dazu erforderlich sind. Die Antragsformulare können als Ausdrucke an
den Terminals zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe der Online-Verbindungen
sind Videokonferenzschaltungen zu den Behörden möglich. Auf diese Weise las
sen sich z. B. bei der Ausfertigung von Formularen auftretende Probleme rasch
klären. Das System erlaubt das Ausfüllen von Formularvordrucken direkt am
Terminalgerät, dabei kann gleichzeitig eine Hilfestellung durch den Behördenmit
arbeiter per Videokonferenz geleistet werden. Ein manueller Ausdruck der For
mulare durch den Bürger ist hierbei nur noch zu Kontrollzwecken erforderlich.
Dem Bearbeiter liegt dann das Formular in Form einer Datei vor. Der Bearbei
tungsvorgang erfolgt somit weitgehend papierlos. Gesetzliche Kriterien zum
Datenschutz können eingehalten werden, denn im Terminal werden nur Formu
larvordrucke, aber keine Daten gespeichert. Eine unbefugte Nutzung von Daten
durch Dritte ist damit ausgeschlossen. Durch die Videokonferenzfähigkeit des
Systems gemäß der Erfindung ist auch die Kontrolle der Personendaten
(Personalausweis) und des Antragstellers durch die Behörde möglich.
Die vorgeschlagene Lösung bietet somit erhebliche Rationalisierungsmöglich
keiten bei Verwaltungsaufgaben, erleichtert die Zentralisierung behördlicher
Tätigkeiten, macht eine Reduzierung des Kundenverkehrs möglich und schafft
Voraussetzungen für eine qualitative Verbesserung der Behördenarbeit bei
gleichzeitig größerer ,,Kundennähe" und mehr Transparenz des Verfahrensab
laufs.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels und zwei dazugehörigen
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Abb. 1 den schematischen Aufbau des multimedialen Kommunikationssystems und
Abb. 2 ein Blockschema eines Terminals (Endgerät) mit seinen Bau- und Funktionsgruppen. Je nach spezifischem Verwendungszweck können unter schiedliche Baugruppen konfiguriert sein.
Abb. 1 den schematischen Aufbau des multimedialen Kommunikationssystems und
Abb. 2 ein Blockschema eines Terminals (Endgerät) mit seinen Bau- und Funktionsgruppen. Je nach spezifischem Verwendungszweck können unter schiedliche Baugruppen konfiguriert sein.
Abb. 1 zeigt ein multimediales Kommunikationssystem, in dem vom Betreiber
Nutzerfunktionen und Standardinformationen in Endgeräten (1), aufgestellt an
unterschiedlichsten Standorten, wie öffentlichen kommunalen Einrichtungen,
Bahnhöfen, Flugplätzen, Reisebüros, Bushaltestellen, Hotels, Freizeiteinrichtun
gen usw., bereitgestellt werden. Die Endgeräte sind über ISDN (13) und ein Kom
munikationsgerät (2) an eine Zentrale (3) angeschlossen, an deren lokales Netz
werk (8) ein Zentralrechner (4), Arbeitsplätze (5) für Entwicklung und Präsentati
onserstellung, Arbeitsplätze (6) für die Kundeninformation per Videokonferenz oder
Telefon und Arbeitsplätze (7) für die Fernwartung der Endgeräte und deren Repa
ratur angebunden sind. Neben der Überwachung der Endgeräte (1)und der Signa
lisierung von Störungen und der entsprechenden Rückmeldung sowie der Bedie
nung der Endgeräte bei Videokonferenzanbindung an die Arbeitsplätze (7) hat die
Zentrale (3) die Aufgabe, die automatische, zeitversetzte Aktualisierung des Da
tenbestandes der Endgeräte vorzunehmen. Die Zentrale (3) hat auch Zugriff auf
die Drucker der Endgeräte, ebenso ist ein Datentransfer möglich. Weitere Aufga
ben der Zentrale (3) bestehen in der Datensicherung und dem Schutz vor Viren.
Über den Zentralrechner (4) erfolgt der Zugriff zu den Datenbanken (9), die z. B. die
Kundendateien enthalten.
Der Abruf von Informations- und Dienstangeboten durch den Kunden erfolgt am
Touchscreen-Monitor (10). Die Hilfefunktion wird entweder als Standardhilfe direkt
vom Endgerät (1) oder als Online-Hilfe von der Zentrale (3) abgerufen. Außer der
Videokonferenzschaltung zur Zentrale ist über ISDN auch die Übertragung von
Bewegtbildern, Sprache und Daten auch zu externen Netzteilnehmern (12), z. B.
Behörden, Hotels usw., im Dialogbetrieb möglich.
Die Endgeräte (1) sind modular bestückt und enthalten je nach Einsatzzweck
solche Hardware-Komponenten, wie Touchscreen-Monitor, Videokamera, Laut
sprecher, Mikrofon, computergestütztes Telefon, Videokonferenzsystem, Netz
werkanbindung an ISDN, Drucker, Magnetkartenleser, Münzautomat für Barzah
lung usw. (siehe Abb. 2). Die Videokonferenz erfolgt in Punkt-zu-Punkt-Verbindung
systemintern und auch extern. Eine Wiedergabe von Videosequenzen, Fotos und
Grafiken in Verbindung mit Tonausgabe und Textanzeige ist ebenfalls möglich.
In den Endgeräten (1) werden Nutzungsprotokolle erstellt, zusätzlich wird eine
Kundenidentifizierung integriert. Auf diese Weise können die Häufigkeit der
Systembenutzung und Schwerpunkte der Benutzung ermittelt werden.
Die Protokollauswertung im Zentralrechner (4) ermöglicht einen automatischen
Abgleich zwischen dem Nutzungsprotokoll der Endgeräte und der Kundendaten
bank. Eine Vervollständigung der Interessenprofile der Kunden kann somit vorge
nommen werden.
Die Basisinformationen werden lokal im Speicher (11) der Endgeräte (1) gespei
chert. Bei den hier abgelegten Daten ist zwischen den festen und den ständig
aktualisierten Daten zu unterscheiden.
Wird von einem Endgerät (1) aus eine Verbindung zur Zentrale (3) aufgebaut, so
muß zunächst die Kundennummer aus der Chipkarte gelesen und an die Zentrale
übermittelt werden. Bevor das Servicepersonal eine Verbindung mit dem Kunden
herstellt, wird aus der Kundendatenbank der Datensatz des Kunden herausge
sucht und dem Servicepersonal zugänglich gemacht. Jetzt kann dem Kunden
über sein eigentliches Anliegen hinaus ein gezieltes Angebot unterbreitet werden,
das seinem Interessenprofil entspricht.
Das hier beschriebene multimediale Kommunikationssystem kann mit den dabei
verwendeten Hardwarekomponenten nur beispielhaft sein und erhebt keinen An
spruch auf Vollständigkeit. So ist z. B. die Erweiterung des Systems für Heimbe
nutzer mit PC möglich. Die Informationen für den Nutzer werden dann von einem
eigenen Server bereitgestellt, der in der Zentrale (3) seinen Standort hat.
Als Software für die Endgeräte und die Zentraleinheit wird nach Möglichkeit
Standardsoftware eingesetzt. Der Funktionsumfang des Gesamtsystems wird
durch eine eigens dafür entwickelte Software realisiert.
Claims (3)
1. Multimediales Kommunikationssystem,
gekennzeichnet durch Terminalstationen, die über eine permanente
oder temporäre Netzanbindung an eine Zentrale mit Beraterplätzen an
geschlossen sind, durch eine interaktive dialogfähige Online-Verbindung
(Bild-, Ton- und Datenleitung) zwischen Terminalstationen und der Zen
trale zur zusätzlichen Benutzerhilfe, durch Mittel zur Kundenidentifizie
rung mittels Spracherkennung, optischer oder elektronischer Erkennung
und durch Mittel zur Realisierung von Kundenanforderungen mittels op
tischer Darstellung, elektromagnetischer Datenträger (CD, Magnetbän
der, optische Trägermittel) und/oder hardwarebasierenden Datenträ
gern.
2. Multimediales Kommunikationssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Terminalstationen eine dialogfähige
interaktive Bild-, Ton- und Datenleitung zu externen Videokonferenzteil
nehmern besitzen.
3. Multimediales Kommunikationssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß Einzelnutzer über Computer mit Netzzu
gang an die Zentrale angeschlossen sind und einen Zugriff auf externe
Dienste und Datenbanken besitzen.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996133046 DE19633046A1 (de) | 1996-08-17 | 1996-08-17 | Multimediales Kommunikationssystem |
| DE29623368U DE29623368U1 (de) | 1996-08-17 | 1996-08-17 | Multimediales, bidirektionales Kommunikationssystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996133046 DE19633046A1 (de) | 1996-08-17 | 1996-08-17 | Multimediales Kommunikationssystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19633046A1 true DE19633046A1 (de) | 1998-02-19 |
Family
ID=7802795
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996133046 Ceased DE19633046A1 (de) | 1996-08-17 | 1996-08-17 | Multimediales Kommunikationssystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19633046A1 (de) |
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