DE19631012A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Lenkung eines Kettenfarhzeuges - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Lenkung eines KettenfarhzeugesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur stufenlosen Lenkung eines Ketten
fahrzeuges nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 2.
Aus der DE-PS 14 80 725 ist ein hydrostatisch-mecha
nisches oder hydrodynamisches Lenkgetriebe bekannt, bei
dem bei allen vorkommenden Kurvenradien in einer ersten
Ausgestaltung das hydrostatische und hydrodynamische und
in einer zweiten Ausgestaltung das hydrostatische und me
chanische Lenkgetriebe in Leistungsummierung auf die
Nullwelle wirken. Damit wird über den gesamten Bereich
stufenlos gelenkt. Dies ist günstig für die Bedienung der
Lenkung für das Kettenfahrzeug, besonders auf der Straße,
wo es auf eine feinfühlige Lenkung ankommt, weil der Kon
takt der Straße mit der Kette mit wenig Schlupf behaftet
ist und wo die notwendigen Lenkbewegungen rechtzeitig er
kannt werden.
Im Gelände wird demgegenüber eine derartige Lenkung
zu langsam, besonders beim notwendigen schnellen Wechsel
in der Fahrtrichtung und bei kleinen Lenkradien, weil im
gesamten Bereich von Geradeausfahrt bis zum gewünschten
engen Lenkradius der gesamte Bereich durchfahren werden
muß, was zwangsweise zu einer Verzögerung führt. Weiter
ist infolge der Wirkung des hydrostatischen Lenkgetriebes
über den gesamten Lenkbereich und einer hohen Lenklei
stung in den kleinen Radien der Wirkungsgrad nicht be
friedigend.
Aus der DE-PS 11 74 182 ist ein hydrostatisches-
mechanisches Lenkgetriebe für Kettenfahrzeuge bekannt,
bei dem bei gewähltem kleineren Kurvenradius das mechani
sche und bei einem größeren Kurvenradius das hydrostati
sche Getriebe die Nullwelle antreibt. Das mechanische
Lenkgetriebe spricht zwar sehr schnell auf alle Lenkbewe
gungen an und arbeitet auch mit einem guten Wirkungsgrad,
so daß eine hohe Beweglichkeit bei ökonomischer Fahrweise
im Gelände möglich ist. Der Übergang aus dem hydrostati
schen auf den mechanischen Lenkbereich ist jedoch nicht
ganz umproblematisch und damit für den Fahrer übungsbe
dürftig.
Diesen bekannten Lenkgetrieben ist gemeinsam, daß
sie einen hohen Bauaufwand und einen großen Bauraum benö
tigen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein ein
faches kostengünstiges Verfahren und eine entsprechende
Vorrichtung zu schaffen, mit der eine stufenlose Lenkung
des Kettenfahrzeuges bei erheblich verringertem Bauraum
bedarf ermöglicht wird.
Ausgehend von einem Verfahren, wie es im Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ausgehend von einer Vorrichtung, wie
sie im Oberbegriff des Anspruchs 2 umrissen ist, erfolgt
die Lösung dieser Aufgabe mit den in den kennzeichnenden
Teilen dieser beiden Ansprüchen angegebenen Merkmalen;
vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vor
richtung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Die Erfindung geht aus von der Erkenntnis, daß für
den Lenkantrieb eines Kettenfahrzeuges im Extremfall, wie
z. B. das Wenden um die Hochachse im Gelände, eine maxi
male Lenkleistung aufgebracht werden muß. So beträgt für
ein Kettenfahrzeug mit einem Gesamtgewicht von G = 56 t
die hierfür erforderliche Lenkleistung ca. 700 kW. Für
den normalen Fahrbetrieb hingegen bis zum kleinsten fahr
baren Radius von ca. 4 Meter werden jedoch nur maximal
350 kW Lenkleistung für ein Kettenfahrzeug dieser Ge
wichtsklasse benötigt.
Da der Fahrvorgang "Wenden um die Hochachse" im Ge
lände relativ selten auftritt, wird also erfindungsgemäß
vorgeschlagen, daß bei Überschreiten eines vorgegebenen
Schwellwertes der Lenkkräfte der Fahrhydrostat dem Lenk
hydrostat derart zugeschaltet wird, daß sich ihre Lenk
kräfte summieren. Dadurch wird der Vorteil erzielt, daß
man einen einfachen vollständig stufenlosen Lenkantrieb
für das Kettenfahrzeug erhält, wobei der Lenkhydrostat
nur ca. 50% der maximal erforderlichen Lenkleistung er
bringt; erst bei Überschreiten eines vorgegebenen
Schwellwertes der Lenkkräfte, wie es z. B. beim Wenden um
die Hochachse auftritt, wird vollautomatisch der Fahrhy
drostat durch die erfindungsgemäß vorgesehene Zuschalt
anordnung derart mit dem Lenkhydrostaten verbunden, daß
sich die beiden von ihnen abgegebenen Leistungen summie
ren.
Mit dieser Ausgestaltung ist es sogar möglich, daß
baugleiche Hydrostaten sowohl für den Lenkhydrostaten als
auch für den Fahrhydrostaten verwendet werden, wodurch
erhebliche Kostenvorteile bei der Herstellung entstehen.
Gegebenenfalls kann sowohl der Lenkhydrostat als auch der
Fahrhydrostat jeweils in zwei Teilhydrostate von etwa der
selben Leistung unterteilt werden, wodurch eine weitere
Unkostenverringerung erzielt wird.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert, in der die Erfindung schematisch darge
stellt ist.
In der einzigen Figur, die schematisch den Fahran
trieb und den Lenkantrieb eines Kettenfahrzeuges dar
stellt, sind nur die für die Erfindung wesentlichen Bau
teile mit Bezugszeichen versehen. Mit 1 ist dabei ein
Lenkgetriebe bezeichnet, welches mit einem Lenkhydrosta
ten 3 versehen ist, der einen Hydromotor KE1 und eine
Verstellpumpe VE1 aufweist. Mit 2 ist ein Fahrgetriebe
bezeichnet, z. B. ein sogenanntes SHL-Getriebe (stufen
los-hydrostatisch-leistungsverzweigtes Lenkgetriebe), das
mit einem Fahrhydrostaten 4 versehen ist, der einen Hy
dromotor KE2 und eine Verstellpumpe VE2 aufweist.
Das mit dem Lenkhydrostaten 3 versehene Lenkgetrie
be 1 reicht bei einem Kettenfahrzeug in der Gewichtsklas
se von 56 t mit einer maximalen Lenkleistung von 350 kW
aus, um die im normalen Fahrbetrieb bis zum kleinsten
fahrbaren Radius von ca. 4 Meter auftretenden Lenkkräfte
für die Betätigung der Kettenantriebsräder zu erzeugen.
Werden höhere Lenkkräfte benötigt, wie es beim Wenden um
die Hochachse der Fall ist, so sorgt eine zwischen dem
Lenkgetriebe und dem Fahrgetriebe angeordnete Zuschalt
anordnung dafür, daß bei Überschreiten eines vorgegebenen
Schwellwertes der Lenkkräfte die vom Fahrhydrostaten er
zeugten Kräfte denjenigen des Lenkhydrostaten überlagert
werden, so daß von ihnen beiden gemeinsam die erforderli
che Lenkleistung von ca. 700 kW aufgebracht wird, sofern
der Fahrhydrostat die gleiche Leistung von ca. 350 kW wie
der Lenkhydrostat abgibt.
Dies bedeutet, daß Lenkhydrostat und Fahrhydrostat
baugleich ausgeführt werden können.
Die Zuschaltordnung zwischen den beiden Hydrostaten
weist beispielsweise drei Kupplungen K1, K2 und K3 auf.
Für das Wenden um die Hochachse und die Zuschaltung des
Fahrhydrostaten werden die Kupplungen K1 und K3 geöffnet
und die Kupplung K2 geschlossen.
Werden zusätzlich in dieser Schaltstellung die bei
den Hydrostaten durch eine nicht dargestellte Steueran
ordnung gleichsinnig verstellt, so kann dadurch ein
Kriechfahrbetrieb mit sehr geringer Geschwindigkeit von
beispielsweise V = 4-5 km/h mit sehr hoher Zugkraft er
möglicht werden.
Die erfindungsgemäße Zuschaltung des Fahrhydrosta
ten 4 zum Lenkhydrostaten 3 bei Überschreiten eines
Schwellwertes für die aufzubringenden Lenkkräfte ge
schieht schnell und vollautomatisch. Man erhält dadurch
einen einfachen vollständig stufenlosen Lenkantrieb für
das Kettenfahrzeug, der für die meisten Fahrzustände mit
der geringeren Lenkleistung des Lenkhydrostaten 3, der
auf das zugehörige Lenkgetriebe 1 wirkt, auskommt. Nur in
denjenigen Fällen, in denen höhere Lenkkräfte erforder
lich sind, wird durch Zuschaltung des zum Fahrgetriebe
gehörenden Fahrhydrostaten die erforderliche Lenkkraft
aufgebracht und der Leistung des Lenkhydrostaten überla
gert.
Weitere Kostenvorteile können dadurch realisiert
werden, wenn anstelle eines Lenkhydrostaten mit z. B.
350 kW zwei kleinere Teillenkhydrostaten mit jeweils 175
kW parallel geschaltet werden und das gleiche für den
Fahrhydrostaten 4 durchgeführt wird.
Bezugszeichenliste
1 Lenkgetriebe
2 Fahrgetriebe
3 Lenkhydrostat
7 Fahrhydrostat
KE1 Hydromotor
VE1 Verstellpumpe
KE2 Hydromotor
VE2 Verstellpumpe
K1 Kupplung
K2 Kupplung
K3 Kupplung
2 Fahrgetriebe
3 Lenkhydrostat
7 Fahrhydrostat
KE1 Hydromotor
VE1 Verstellpumpe
KE2 Hydromotor
VE2 Verstellpumpe
K1 Kupplung
K2 Kupplung
K3 Kupplung
Claims (6)
1. Verfahren zur stufenlosen Lenkung eines Ketten
fahrzeuges, bei dem die für den Antrieb des Fahrzeugs er
forderlichen Kräfte vom Motor über ein mit einem Fahrhy
drostaten (4) versehenes Fahrgetriebe (2) den Kettenan
triebsrädern übertragen werden und die für die Lenkung
des Fahrzeugs erforderlichen Kräfte über ein mit einem
Lenkhydrostaten (3) versehenes Lenkgetriebe (1) den Ket
tenantriebsrädern übertragen werden, dadurch ge
kennzeichnet, daß bei Überschreiten eines
vorgegebenen Schwellwertes der Lenkkräfte der Fahrhydro
stat (4) dem Lenkhydrostaten (2) derart zugeschaltet
wird, daß sich ihre Kräfte summieren.
2. Vorrichtung zur stufenlosen Lenkung eines Ketten
fahrzeuges, das mit einem Motor, einem Fahrhydrostaten,
einem Fahrgetriebe, Kettenantriebsrädern, einem Lenkhy
drostaten und einem Lenkgetriebe versehen ist zur Durch
führung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwischen dem Fahrhydro
staten (4) und dem Lenkhydrostaten (2) eine Zuschaltan
ordnung vorgesehen ist, die zur Aufbringung einer hohen
Lenkleistung eine Überlagerung der vom Fahrhydrosta
ten (4) aufgebrachten Leistung zu derjenigen des Lenkhy
drostaten (2) bewirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Zuschaltanordnung
mindestens drei Kupplungen (K1, K2, K3) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Lenkgetriebe (1)
und/oder das Fahrgetriebe (2) eine Steueranordnung auf
weist, die eine gleichsinne Verstellung des Fahrhydrosta
ten (4) und des Lenkhydrostaten (2) in der Zuschaltstel
lung ermöglicht, um dergestalt eine sehr geringe Ge
schwindigkeit mit sehr hoher Zugkraft zu ermöglichen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Lenkhy
drostat (3) baugleich mit dem Fahrhydrostaten (4) ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die maximale
Leistung des Lenkhydrostaten (3) im wesentlichen 50% der
maximal erforderlichen Lenkleistung für die Betätigung
des Lenkgetriebes (1) beträgt.
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|---|---|---|---|
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