DE19631425A1 - Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen austauschbar angeordneten Zubehörteilen sowie Identifikator zur Verfahrensdurchführung - Google Patents
Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen austauschbar angeordneten Zubehörteilen sowie Identifikator zur VerfahrensdurchführungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 sowie auf einen Identifikator zur Verfahrensdurchführung.
Bekannt sind derzeit mehrere Verfahren zum Zubehörteil-Wechsel und
-Identifikation. Eine sehr verbreitete Art ist in der EP 0404275 B1 beschrieben.
Der Nachteil der bekannten Lösungen ist, daß für die Identifikation eines
Zubehörteil in der Regel zwei, bei Doppelbelegung einer Leitung jedoch
mindestens eine zusätzliche Leitung benötigt wird.
Weiterhin kann in der in der EP 0 404 275 B1 beschriebenen Lösung der
elektrische Widerstand der Verbindungsleitung beim Zubehörteil-Wechsel nicht
getrennt vom Identifikationswiderstand gemessen werden. Daher müssen zur
sicheren Identifikation große Widerstandsdifferenzen zwischen verschiedenen
Zubehörteil ausgewählt werden, so daß die Gesamtzahl der identifizierbaren
Zubehörteil begrenzt ist.
Weiterhin zeigt die Lösung nach der EP 0 404 275 B1 ein sehr kompliziertes
Verfahren zur Kommunikation mit einem Leitrechner auf, daß die
Systemintegration aufwendig und störanfällig macht.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung soll deshalb vor allem darin bestehen,
ein Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen aus
tauschbar angeordneten Zubehörteilen sowie einen geeigneten Identifikator zur
Verfahrensdurchführung zu schaffen, so daß die genannten Nachteile mindestens
minimiert sind und der technisch-ökonomischen Aufwand geringer wird.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die in dem Patentanspruch 1 angegebenen
Verfahrensmaßnahmen; die Patentansprüche 2 bis 8 zeigen vorteilhafte
verfahrensmäßige Weiterbildungen der Erfindung auf.
Die Patentansprüche 9 und 10 zeigen die baulichen Ausgestaltungsmerkmale
eines zur Verfahrensdurchführung einsetzbaren Identifikators; die
Patentansprüche 11 bis 14 offenbaren nun noch Weiterbildungen zum
Identifikator.
Grundlegend neu ist nun hierbei, daß die Identifikation der Zubehörteile durch
eine Zubehörteil-spezifische Frequenz erfolgt. Ein bevorzugte Signalabfolge und
-bewertung für die identifikationsabhängige Umschaltung der
Verbindungsleitungen ist in der Fig. 2 gezeigt. Vorrichtungsmäßig wird dazu im
Zubehörteil ein Identifikator, der ein frequenzfestlegendes Bauteil oder
Schaltkreis oder ein frequenzerzeugender Schaltkreis sein kann, eingesetzt,
siehe hierzu die Fig. 1.
Zur Erzeugung und Messung der Identifikationsfrequenz sind mindestens
folgende Baugruppen vorgesehen:
- - frequenzfestlegende Baugruppe, bestehend aus mindestens einem Bauteil,
- - frequenzerzeugende Baugruppe und
- - frequenzmessende und bewertende Baugruppe.
Der Identifikator für das jeweilige Zubehörteil wird aus den vorgenannten
Baugruppen erfindungsgemäß nach einem der beiden gleichrangigen
nachstehenden Varianten gebildet:
- - frequenzfestlegende und frequenzerzeugende Baugruppe
oder
- - nur frequenzfestlegende Baugruppe,
dabei sind die jeweils verbleibenden der oben angeführten drei Baugruppen im
Auswertegerät angeordnet.
Wird ein frequenzfestlegendes Bauteil oder Schaltkreis eingesetzt, definiert dies
in einem über eine Verbindungsleitung angeschlossenen frequenzerzeugenden
Schaltkreis im Auswertegerät dessen Schwingfrequenz.
Als einfachstes Beispiel kann das frequenzfestlegende Bauteil ein Kondensator
sein. Dies ist zwar in der EP 0 404 275 B1 als Schlagwort ohne weitere
Erläuterung erwähnt, dort jedoch als für die Aufgabe ungeeignet bezeichnet,
woraus zu schließen ist, daß die erfindungsgemäßen Vorteile und die Einfachheit
dieser Erfindung nicht erkannt wurden.
An Stelle eines einfachen Kondensators kann auch eine Induktivität oder wegen
der hohen Frequenzstabilität ein Quarz oder piezokeramischer Schwinger oder
eine Kombination dieser eingesetzt werden. Insbesondere die Verwendung von
Quarzen oder piezokeramischen Schwingern als frequenzfestlegendes Bauteil
erlaubt eine sehr feingestufte, störsichere Frequenzfestlegung.
Falls der Identifikator nur das frequenzfestlegende Bauteil enthält und der
frequenzerzeugende Schaltkreis über eine Verbindungsleitung angeschlossen ist,
muß mit einem Störeinfluß der elektrischen Eigenschaften der Verbindungsleitung
auf die erzeugte Frequenz gerechnet werden. Dieser wird jedoch bei
erfindungsgemäßem Verfahren beim Zubehörteil-Wechsel einfach gemessen,
indem die Frequenz bei nicht angeschlossenem Zubehörteil gemessen wird und
nach Anschluß eines Zubehörteil korrigierend berücksichtigt wird.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ist weiterhin, daß für die Identifikation von
Zubehörteilen, die eine Spannungsversorgung benötigen, keine zusätzliche
Verbindungsleitung zwingend von Nöten ist. Das frequenzfestlegende Bauteil
nutzt vorzugsweise dieselben beiden Leitungen wie die Spannungsversorgung.
In einer bevorzugten Weise kann hierbei die Frequenzmessung und -bewertung
vor dem Einschalten der Versorgungsspannung erfolgen. Nach erfolgreicher
ldentifikation und Einschalten der Versorgungsspannung beeinflußt der
Identifikator bei geeigneter Schaltungsauslegung die Spannungsversorgung des
Zubehörteil nicht nachteilig. Dies gilt vor allem für passive frequenzfestlegende
Bauteile wie z. B. für einen Kondensator zwischen den beiden
Versorgungsleitungen
Bei Identifikatoren, die einen frequenzerzeugenden Schaltkreis enthalten, kann die erzeugte Frequenz auch bei angeschlossener Spannungsversorgung ohne zusätzliche Leitung durch Modulation auf einer Versorgungsspannungsleitung gemessen werden. Die Abgrenzung zu bekannten Feldbussystem (z. B. ASI-Bus) besteht hier darin, daß nicht ein Code aus der zeitlichen Veränderung der Modulation (=Nachricht) sondern die Grundfrequenz selbst für die ldentifikation verwendet wird.
Bei Identifikatoren, die einen frequenzerzeugenden Schaltkreis enthalten, kann die erzeugte Frequenz auch bei angeschlossener Spannungsversorgung ohne zusätzliche Leitung durch Modulation auf einer Versorgungsspannungsleitung gemessen werden. Die Abgrenzung zu bekannten Feldbussystem (z. B. ASI-Bus) besteht hier darin, daß nicht ein Code aus der zeitlichen Veränderung der Modulation (=Nachricht) sondern die Grundfrequenz selbst für die ldentifikation verwendet wird.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die
erfindungsgemäße Signalabfolge und -bewertung gemäß bevorzugter Ausführung
nach Fig. 2 sehr einfach möglich ist und damit auch ein manuelle Wechsel von
Zubehörteilen ohne zusätzliche Informationsübertragung zum Leitrechner sicher
erkannt wird.
Durch Überwachung des Stromverbrauchs des Zubehörteils wird das Entfernen
des Zubehörteils einfach überwacht und der frequenzmessende und -bewertende
Schaltkreis wieder aktiviert. Mit diesem kann dann das Wiederanschließen eines
Zubehörteil festgestellt werden. Für Zubehörteile ohne Stromverbrauch wird dafür
ein sehr kleiner elektrischer Verbraucher in das Zubehörteil integriert.
Sobald ein Zubehörteil durch seine entsprechende Frequenz identifiziert ist,
werden einige oder alle Verbindungsleitungen zum Zubehörteil mit einem durch
die Frequenz definiertem Ausgang in zeitlich definierter Reihenfolge verbunden,
siehe Fig. 1 . An diesem Ausgang erhält dann ein zubehörteil-spezifisches
Steuergerät die Verbindung zum Zubehörteil. Die zeitliche Definition ist bei dem
Auswertegerät vorzugsweise ein zweistufiges Verfahren (zuerst die
Spannungsversorgung, dann der Rest), da evtl. notwendige zubehörteil-
spezifische Einschaltreihenfolgen auch im zubehörteil-spezifischen Steuergerät
erfolgen können. Selbst ein gleichzeitiges Anschalten aller Leitungen wäre bei
entsprechenden zubehörteil-spezifischen Steuergeräten möglich, jedoch
ermöglicht das zweistufige Einschalten in der Regel wohldefiniertes
Einschaltverhalten des Zubehörteils ohne zusätzlichen Aufwand.
Sobald das Entfernen des Zubehörteil festgestellt wurde, werden alle
Verbindungsleitungen unterbrochen. Auf eine definierte zeitliche Reihenfolge ist
dabei in der Regel nicht zu achten, da alle Zubehörteil, die manuell wechselbar
sind, unempfindlich gegen Leitungsunterbrechungen jeglicher Art sein müssen.
Dieser vorstehende Ablauf gemäß den Fig. 2 und 3 erlaubt den Einsatz des
Auswertegerätes unabhängig vom der tatsächlichen Zubehörteile-Art. Das
Auswertegerät verbindet lediglich die Verbindungsleitung zu einem Zubehörteil
mit einem durch die zubehörteil-spezifische Frequenz festgelegtem Ausgang.
Selbstverständlich kann zusätzlich auch die Nummer des angeschlossenen
Ausgangs auf einem zusätzlichen Ausgang in jeglicher Art ausgegeben werden
oder auch nur angezeigt werden.
Das neue Verfahren ist z. B. vorteilhaft für solche Zubehörteile anwendbar, die
eine Spannungsversorgung benötigen und/oder mindestens ein digitales oder
analoges elektrisches Signal erzeugen und über eine Verbindungsleitung an ein
Steuergerät übertragen.
Bezugszeichenliste
1 Identifikator
2 Anschlußkontakte
3a/3b Verbindungsleitung/-en
4a Frequenzerzeugender Schaltkreis
4b Frequenzbestimmender Schaltkreis
5 Ausgang
6 Adapter
7 Zubehörteil
8 Auswertegerät
2 Anschlußkontakte
3a/3b Verbindungsleitung/-en
4a Frequenzerzeugender Schaltkreis
4b Frequenzbestimmender Schaltkreis
5 Ausgang
6 Adapter
7 Zubehörteil
8 Auswertegerät
Claims (14)
1. Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen
austauschbar angeordneten Zubehörteilen, wobei in einem
zwischengeschalteten Auswertegerät eine identifikationsabhängige
automatische Umschaltung der Zuleitung zu diesem Zubehörteil auf ein der
Meß- oder Werkzeugmaschine zugeordnetes, zubehörteilspezifisches
Steuergerät erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gegenwart des jeweiligen Zubehörteils an der Meß- oder
Werkzeugmaschine durch ein, von einem dem betreffenden Zubehörteil
zugeordnetem Identifikator ausgehendem und dem Auswertegerät zugeführten,
frequenzdefiniertem Signal erkannt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch nachfolgend beschriebenen
Verfahrensablauf:
- - Das Auswertegerät (8) überwacht den Anschluß des Zubehörteils (7) an einen Adapter (6) durch Beobachtung eines Stromflusses durch mindestens eine Verbindungsleitung (3a; 3b), bevorzugt eine Versorgungsleitung, und schaltet nach Trennung (Strom = 0) alle Leitungen zunächst hochohmig bzw. trennt sie von der Verbindungsleitung (3a, 3b) ab.
- - Das Auswertegerät (8) ermittelt unmittelbar nach festgestellter Trennung die Störeinflüsse der elektrischen Eigenschaften der Verbindungsleitungen (3a), an die der Identifikator angeschlossen wird und verwendet dieses Meßergebnis zur späteren Korrektur der mit angeschlossenem Zubehörteil ermittelten Frequenz.
- - Das Auswertegerät (8) ermittelt und korrigiert ggf. nach festgestelltem Anschluß eines Zubehörteils (7) die Frequenz, prüft diese auf ausreichende Gleichheit mit einer vorgegebenen Frequenz, verbindet eine bestimmte Anzahl oder alle Verbindungsleitungen (3a; 3b) zum Zubehörteil (7) mit einem durch diese Frequenz festgelegten Ausgang (5) und aktiviert nach einer angemessenen Verzögerungszeit die Stromüberwachung wieder.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Störeinflüsse durch die Bestimmung der Frequenz ohne
angeschlossenen Identifikator (1) ermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ermittlung der Störeinflüsse zyklisch wiederholt wird, bis ein
Zubehörteil (7) angeschlossen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschluß eines Zubehörteils (7) durch Änderung der ermittelten
Frequenz festgestellt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach festgestellter Abtrennung des Zubehörteils (7) bzw. nach
abgeschlossener Störgrößenermittlung der Auswerteschaltkreis (4a; 4b)
aktiviert wird, sobald ein Stromfluß durch mindestens eine Verbindungsleitung
(3a; 3b) festgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Leitungen der Verbindungsleitung (3a; 3b) in einer
definierten zeitlichen Reihenfolge mit dem festgelegten Ausgang verbunden
werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zeitliche Abfolge von der ermittelten Frequenz bestimmt ist.
9. Identifikator zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch 1, der
unmittelbar mit dem jeweiligen Zubehörteil verbunden ist und über einen
Adapter mit einem Auswertegerät in Wirkverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Identifikator (1) ein frequenzfestlegendes Bauteil oder ein
frequenzfestlegender Schaltkreis ist, der an mindestens zwei
Anschlußkontakten (2) des Adapters (6) angeschlossen ist und auf einen über
eine Verbindungsleitung (3a) angeschlossenen, im Auswertegerät (8)
vorgesehenen frequenzerzeugenden Schaltkreis (Oszillator) (4a)
frequenzbestimmend wirkt, dessen Frequenz in einem frequenzmessenden und
-bewertendem Schaltkreis (4b) ermittelt wird.
10. Identifikator zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch 1, der
unmittelbar mit dem jeweiligen Zubehörteil verbunden ist und über einen
Adapter mit einem Auswertegerät in Wirkverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Identifikator (1) einen frequenzerzeugenden Schaltkreis (Oszillator)
enthält, der auf mindestens einen Anschlußkontakt (2) ein moduliertes Signal
mit definierter Frequenz über die Verbindungsleitung (3a) zu einem
Auswertegerät (8) hin ausgibt, wobei in letzterem (8) ein frequenzmessender
und -bewertender Schaltkreis (4b) das modulierte Signal auswertet.
11. Identifikator (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Identifikator einen Kondensator enthält.
12. Identifikator (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet
daß der Identifikator eine Induktivität enthält.
13. Identifikator (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet
daß der Identifikator einen Schwingquarz oder einen piezokeramischen
Schwinger enthält.
14. Identifikator nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Identifikator (1) mittels mindestens einer Verbindungsleitung (3a)
derart mit dem Auswertegerät (8) verbunden ist, daß nach der
Frequenzbestimmung diese Verbindungsleitung (3a) für die
Spannungsversorgung des Zubehörteils (7) verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19631425A DE19631425A1 (de) | 1996-08-06 | 1996-08-06 | Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen austauschbar angeordneten Zubehörteilen sowie Identifikator zur Verfahrensdurchführung |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE19631425A1 true DE19631425A1 (de) | 1998-02-12 |
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| DE19631425A Withdrawn DE19631425A1 (de) | 1996-08-06 | 1996-08-06 | Verfahren zur Identifikation von an Meß- oder Werkzeugmaschinen austauschbar angeordneten Zubehörteilen sowie Identifikator zur Verfahrensdurchführung |
Country Status (1)
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