DE19630210A1 - Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen - Google Patents
Brenngaselektrode für elektrochemische ZellenInfo
- Publication number
- DE19630210A1 DE19630210A1 DE19630210A DE19630210A DE19630210A1 DE 19630210 A1 DE19630210 A1 DE 19630210A1 DE 19630210 A DE19630210 A DE 19630210A DE 19630210 A DE19630210 A DE 19630210A DE 19630210 A1 DE19630210 A1 DE 19630210A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- fuel gas
- gas electrode
- cermet
- electrode according
- ceramic
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Withdrawn
Links
Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01M—PROCESSES OR MEANS, e.g. BATTERIES, FOR THE DIRECT CONVERSION OF CHEMICAL ENERGY INTO ELECTRICAL ENERGY
- H01M4/00—Electrodes
- H01M4/86—Inert electrodes with catalytic activity, e.g. for fuel cells
- H01M4/90—Selection of catalytic material
- H01M4/9041—Metals or alloys
- H01M4/905—Metals or alloys specially used in fuel cell operating at high temperature, e.g. SOFC
- H01M4/9066—Metals or alloys specially used in fuel cell operating at high temperature, e.g. SOFC of metal-ceramic composites or mixtures, e.g. cermets
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B11/00—Electrodes; Manufacture thereof not otherwise provided for
- C25B11/04—Electrodes; Manufacture thereof not otherwise provided for characterised by the material
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01M—PROCESSES OR MEANS, e.g. BATTERIES, FOR THE DIRECT CONVERSION OF CHEMICAL ENERGY INTO ELECTRICAL ENERGY
- H01M4/00—Electrodes
- H01M4/86—Inert electrodes with catalytic activity, e.g. for fuel cells
- H01M4/8605—Porous electrodes
- H01M4/8621—Porous electrodes containing only metallic or ceramic material, e.g. made by sintering or sputtering
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01N—INVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
- G01N27/00—Investigating or analysing materials by the use of electric, electrochemical, or magnetic means
- G01N27/26—Investigating or analysing materials by the use of electric, electrochemical, or magnetic means by investigating electrochemical variables; by using electrolysis or electrophoresis
- G01N27/403—Cells and electrode assemblies
- G01N27/406—Cells and probes with solid electrolytes
- G01N27/407—Cells and probes with solid electrolytes for investigating or analysing gases
- G01N27/4071—Cells and probes with solid electrolytes for investigating or analysing gases using sensor elements of laminated structure
-
- Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
- Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
- Y02E—REDUCTION OF GREENHOUSE GAS [GHG] EMISSIONS, RELATED TO ENERGY GENERATION, TRANSMISSION OR DISTRIBUTION
- Y02E60/00—Enabling technologies; Technologies with a potential or indirect contribution to GHG emissions mitigation
- Y02E60/30—Hydrogen technology
- Y02E60/50—Fuel cells
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Electrochemistry (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Ceramic Engineering (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Metallurgy (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Composite Materials (AREA)
- Fuel Cell (AREA)
- Inert Electrodes (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft eine Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen, ins
besondere für Hochtemperaturbrennstoffzellen oder Hochtemperatur-Elektro
lyseure mit Festelektrolyt.
Festelektrolytbrennstoffzellen sind elektrochemische Energiewandler, die
Strom direkt aus gasförmigen Energieträgern (H₂, CO, CH₄, etc.) erzeugen.
Sie basieren in der Regel auf Zirkonoxid als Sauerstoff-Ionen-leitendem Fest
elektrolyt und werden bei Temperaturen von ca. 700 bis 1000°C betrieben [1].
Da sie nicht wie Wärmekraftmaschinen der Carnot-Regel unterliegen, errei
chen sie deutlich höhere Wirkungsgrade von über 50%. Deshalb und wegen
ihrer geringen Emission von Schadstoffen haben sie ein hohes Potential als
zukünftige Energiewandler, speziell wenn sie Erdgas als Primärenergieträger
verwenden.
Im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und hohe Energiedichte ist ein planares Zell
design am günstigsten. Bei dieser Anordnung sind dünne Festelektrolytplatten
beidseitig mit porösen Elektroden beschichtet und diese abwechselnd mit
Verbindungselementen übereinander gestapelt, so daß eine bipolare Anord
nung entsteht. Fig. 1 zeigt eine derartige Anordnung, mit der viele Einzelzellen
seriengeschaltet werden können, in Explosionsdarstellung. Diese sogenann
ten Zellverbunde (= Zellstacks) werden zu größeren Einheiten mit Hilfe von
elektrischen Leitersystemen und Gas-Leitungen modular verschaltet.
Dieselben Anordnungen die hier für Brennstoffzellen beschrieben sind, kön
nen auch für den Umkehrprozeß der Hochtemperatur-Elektrolyse verwendet
werden, um aus Wasserdampf bei ca. 800-1000°C mit hohem Wirkungsgrad
Wasserstoff herzustellen.
Als Werkstoffe für Festelektrolyt-Brennstoffzellen werden vorzugsweise ver
wendet:
Elektrolyt: ZrO₂ mit Y₂O₃ oder anderen Seltenerdoxid-Dotierung und teil weise Al₂O₃-Zusätzen.
Elektrolyt: ZrO₂ mit Y₂O₃ oder anderen Seltenerdoxid-Dotierung und teil weise Al₂O₃-Zusätzen.
Brenngaselektrode: Metallkeramikverbundwerkstoffe mit Nickel oder Co
als metallischer und ZrO₂ als keramischer Komponente sowie auch teilweise
(dotierten) CeO₂-Zusätzen. Die Metallkomponente wird zunächst in oxidischer
Form zusammen mit den restlichen keramischen Komponenten (dieser Ver
bund wird im folgenden als Cermet-Vorstufe bezeichnet) als Brenngaselek
trode auf den Elektrolyten aufgebracht. Nach der Fertigung der sogenannten
Stacks wird das Metalloxid durch Reduktion mit H₂ in die metallische Form für
den sogenannten Ni- oder Co-Cermet überführt. Die Reduktion kann mit H₂,
CO, CH₄, Formiergas, Erdgas oder Mischungen davon mit und ohne Wasser
dampfzusatz erfolgen.
Luftelektrode: Dotierte Oxide mit Perowskitstruktur (ABO₃), die vorzugswei
se Lanthan und Mangan enthalten, wie z. B. La1-xCaxMnO₃, La1-xSrxMnO₃,
La1-x SrxCoyMn1-yO₃.
Verbindungselement: Dotiertes Lanthanchromit wie z. B. La1-x SrxCrO₃,
LaMgxCr1-xO₃, Metallische Verbindungselemente (Interconnectoren) auf
der Basis von Chrom, Nickellegierungen oder auch Hochtemperaturstählen.
Letzteres gilt insbesondere für Anwendungen bei ca. 600-800°C.
Die oben genannten Komponenten werden durch Hochtemperatur-Fügepro
zesse wie Glaslöten, keramisches Löten und Zusammensintern zu einem Zell
verbund zusammengefügt, wobei oft zusätzliche Dichtungselemente zwischen
Elektrolyt und Verbindungsmaterial eingebracht werden (siehe Fig. 1). Zur Er
höhung der mechanischen Integrität des Zellverbundes können Elektrolyt und
Verbindungselement durch oben genannte Dotierungen und Zuschlagstoffe in
ihrer thermischen Dehnung aneinander angepaßt werden. Dadurch kann die
mechanische Stabilität und die Gasdichtigkeit des Zellverbundes erreicht wer
den.
In der DE 42 42 728 A1 werden die thermische Ausdehnungen von Fest
elektrolyt und einem keramischem Gasanschlußbauteil aneinander angepaßt,
indem das Verhältnis MgO/Al₂O₃ bei dem Gasanschlußbauteil gezielt einge
stellt wird.
Die oben genannten Elektrodenmaterialien weisen höhere thermische Aus
dehnungskoeffizienten (TAKs) α28-1000°C auf als das Elektrolytmaterial:
Luftelektrode: ca. 12 bis 13·10-6 K-1,
Brenngaselektrode: 13 bis 14·10-6 K-1,
Elektrolyt: ca. 10·10-6 K-1.
Luftelektrode: ca. 12 bis 13·10-6 K-1,
Brenngaselektrode: 13 bis 14·10-6 K-1,
Elektrolyt: ca. 10·10-6 K-1.
Die thermische Dehnung sämtlicher in der Anmeldung angegebenen Materia
lien bezieht sich auf das Temperaturintervall von 28 bis 1000°C.
Im Verbund aus Elektrolyt und Elektroden, der sogenannten Membran, ent
stehen aufgrund der unterschiedlichen thermischen Dehnungen, insbeson
dere beim Abkühlen von der Herstelltemperatur, mechanische Spannungen
(Druckspannungen im Elektrolyten/Zugspannungen in den Elektroden). Diese
Eigenspannungen in den Bauteilen können bei der Herstellung der Stacks,
dem Auf- und Abheizen sowie dem Betrieb zu Rissen und damit zu irrepara
blen Schäden der Membranen führen.
Eine weitgehende Einstellung der thermischen Dehnung auf der luftseitigen
Elektrode ist beispielsweise über entsprechende Dotierung auf der A-Seite
der Perowskitstruktur möglich [2]. Von besonderer Bedeutung ist die Senkung
(Anpassung) der thermischen Dehnung der Brenngaselektrode, da diese die
höchste Abweichung in der thermischen Dehnung vom Elektrolyten und den
anderen Brennstoffzellenkomponenten aufweist.
Eine exakte Anpassung der thermischen Dehnung der Brenngaselektroden
materialien, z. B. dem Ni-Cermet, war bisher nicht möglich, da dieses Material
hohe NiO-Gehalte bzw. im reduzierten Zustand hohe Nickelgehalte aufweisen
muß. Es werden Nickelgehalte von deutlich über 30 Vol-% eingesetzt, damit
nach der Percolationstheorie [3] durchgehende leitende Nickelpfade gebildet
werden können. Aufgrund des hohen NiO-Gehaltes (thermische Dehnung von
NiO = 14,4·10-6 K-1) sowie der anderen keramischen Komponenten (CeO₂
oder ZrO₂) resultieren somit hohe thermische Dehnungen zwischen
13 bis 14·10-6 K-1.
Durch den Einbau der Membranen in Zellverbunde mit weiteren keramischen
Komponenten, z. B. Verbindungsmaterial, Gasanschlußbauteile, werden bei
der Fertigung und dem Betrieb auf die Membranen neben deren Eigenspan
nungen noch zusätzliche Spannungen aufgebracht. Die insgesamt auftreten
den Spannungen könnten daher in ungünstigen Fällen bei einzelnen Mem
branen zum Ausfall führen.
Im einzelnen müssen für den Cermet in einer Membran folgende Fälle unter
schieden werden, in denen mechanische Beanspruchungen auftreten kön
nen:
- a) Zyklisierung (das heißt auf- und abheizen) bei und nach der Herstellung, sowie Reoxidation nach dem Betrieb
- b) Zyklisierung oder Reoxidation nach dem Betrieb
- c) Zyklisierung oder Reoxidation bis zu mittleren Temperaturen (500-700°C) mit anschließender Reoxidation.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Brenngaselektrode zu schaffen, mit der die
beschriebenen schädlichen Eigenspannungen innerhalb einzelner Membra
nen und damit in der Brennstoffzelle bzw. des Stacks vermieden werden kön
nen.
Diese Aufgabe wird mit der Brenngaselektrode nach Anspruch 1 gelöst. Vor
teilhafte Ausbildungen sowie Verwendungen der erfindungsgemäßen Elek
trode sind Gegenstände weiterer Ansprüche.
Gemäß der Erfindung enthält die Brenngaselektrode ein Cermet-Material mit
einer metallischen Komponente oder die entsprechende Cermet-Vorstufe mit
einer in die metallische Komponente reduzierbare Metalloxidkomponente so
wie keramische Zuschlagstoffe. Unter diesen keramischen Zuschlagstoffen
ist zumindest ein Material, welches eine im Vergleich zur metallischen oder
Metalloxidkomponente sehr niedrige thermische Dehnung aufweist. Dadurch
wird eine Anpassung der thermischen Ausdehnung der Brenngaselektrode
an den Elektrolyten ermöglicht.
Bei der Herstellung der metalloxidhaltigen (z. B. NiO) Brenngaselektrode wer
den die bisher verwendeten ionen- oder mischleitenden keramischen Zu
schlagstoffe, insbesondere CeO₂, ZrO₂, teilweise oder vollständig durch ent
sprechende niedrig dehnende, hochtemperaturstabile, nichtleitende Stoffe,
z. B. silicatische Zuschlagstoffe wie Zirkon (Zirkonsilicat, ZrSiO₄) oder Mullit
(3Al₂O₃·2 SiO₂) ersetzt. Die thermische Dehnung der genannten Materialien
liegt bei etwa 4,5·10-6 K-1. Der gemittelte Ausdehnungskoeffizient α eines
Gesamtsystems, bestehend aus einem mehrphasigen Werkstoff, kann nach
Turner [4] aus den Ausdehnungskoeffizienten αi der Komponenten i, deren
Volumenanteilen Vi und deren Kompressionsmodul Ki berechnet werden.
α = (Σ(αi Ki Vi)/(Σ Ki Vi)
Damit kann durch den Zusatz einer Komponente mit sehr niedriger Dehnung
die Anpassung der Gesamtdehnung erfolgen.
Hierdurch ist es möglich, nahezu spannungsfreie Membranen, das heißt Ver
bunde aus Brenngaselektrode/Elektrolyt(/Luftelektrode) herzustellen. Diese
Materialien sollten höhere Toleranzen gegenüber zusätzlichen Spannungen
aus dem Zellverbund aufweisen und dadurch niedrigere Ausfallraten ermög
lichen.
Gemäß der Erfindung weist das Cermet-Material insbesondere folgende Zu
sammensetzung auf:
40 bis 80 Vol-% entfallen auf die metallische oder die im Betrieb zur metalli schen Komponente reduzierbare Metalloxidkomponente,
60 bis 20 Vol-% entfallen auf die keramischen Zuschlagsstoffe. Die Angaben sind auf 0% Porosität umgerechnet.
40 bis 80 Vol-% entfallen auf die metallische oder die im Betrieb zur metalli schen Komponente reduzierbare Metalloxidkomponente,
60 bis 20 Vol-% entfallen auf die keramischen Zuschlagsstoffe. Die Angaben sind auf 0% Porosität umgerechnet.
Das Cermet-Material und das entsprechende Cermet-Vorstufenmaterial be
sitzt in der Regel eine Porosität zwischen 20 und 70 Vol.-%.
Der thermische Ausdehnungskoeffizient der niedrigdehnenden Komponente
sollte bevorzugt kleiner 8,0·10-6 K-1, insbesondere kleiner als
5,0·10-6 K-1 sein und kann auch negative Werte annehmen.
Die niedrigdehnende Komponente muß temperaturstabil gegenüber den rest
lichen Komponenten sein. Auch muß gewährleistet sein, daß durch diese An
passung die elektrischen und elektrochemischen Eigenschaften nicht wesent
lich beeinträchtigt werden.
Bevorzugt werden als niedrigdehnende Materialien silicatische Materialien
eingesetzt. Vorteilhaft sind insbesondere Zusammensetzungen aus den
Stoffsystemen:
- a) SiO₂-ZrO₂: z. B. Zirkon (ZrSiO₄), mit α = 4,5·10-6 K-1)
- b) Al₂O₃-SiO₂: z. B. Mullit (3 Al₂O₃·2 SiO₂) mit α = 4,5 10-6 K-1
- c) Al₂O₃-SiO₂-MeO mit Me = Alkalimetall, z. B. Li, Na, K oder Erdalkali
metall, z. B. Sr, Mg, Ca;
z. B.: Cordierit (Mg₂Al₄Si₅O₁₈) mit α = 2,9 10-6 K-1, oder Lithium-Aluminium-Silicate, wie z. B. Spodumen, LiAl(Si₂O₆) oder Eukryptit, Li(AlSiO) mit α = -9·10-6 K-1.
Die erfindungsgemäße Brenngaselektrode kann auch in der Weise aufgebaut
sein, daß ein Verbindungssteg zu einem leitenden Verbindungselement aus
ABO₃-Perowskitmaterial vorhanden ist, welches aus dem beschriebenen
Cermet-Material mit niedrigdehnendem Zuschlagstoff besteht. Die übrigen
Bereiche oder Schichten der Elektrode können dann aus einem herkömm
lichen Cermet-Material ohne die erfindungsgemäße niedrigdehnende Kom
ponente aufgebaut sein. Durch den Verbindungssteg wird ein stufenweiser
Übergang der TAKs von dem Verbindungselement mit einem TAK von typi
scherweise 10·10-6 K-1 zu den Elektrodenschichten aus herkömmlichen
Cermet-Material mit einem TAK von ca. 13·10-6 K-1 geschaffen.
Die erfindungsgemäße Brenngaselektrode kann neben der Anwendung in
einer Brennstoffzelle insbesondere auch in einem Elektrolyseur oder einem
Sauerstoffsensor, welcher nach dem Prinzip einer galvanischen Sauerstoff
konzentrationszelle mit Festkörperelektrolyt arbeitet, z. B. Lambda-Sonde,
verwendet werden.
In einer besonders vorteilhaften Ausführung wird die erfindungsgemäße Elek
trode in Kombination mit einen Festelektrolyt und einer niedrigdehnenden
Luftelektrode, insbesondere mit der Zusammensetzung Y1-xCaxMnO₃ ver
wendet. In einer solchen Membran sind alle thermischen Dehnungen optimal
aufeinander abgestimmt.
Fig. 1 zeigt den Aufbau eines Brennstoffzellenstacks, wie in der
Beschreibungseinleitung erläutert,
Fig. 2 zeigt die thermische Ausdehnung eines erfindungsgemäßen
Elektrodenmaterials in Abhängigkeit von der Temperatur,
Fig. 3 zeigt die berechnete und die gemessene thermische Gesamt
dehnung eines erfindungsgemäßen Elektrodenmaterials in
Abhängigkeit vom Anteil des zugesetzten niedrigdehnenden
Materials.
Es wurden Anodenmaterialien synthetisiert, in denen CeO₂/ZrO₂ teilweise
oder ganz durch eine niedrig dehnende keramische Komponente wie Zirkon
silicat, Mullit etc. ersetzt wurden. Für den Anodenaufbau wurde ein Mehr
schichtaufbau, hier aus zwei Einzelschichten bestehend, gewählt. Die Elektro
de besteht aus einer ersten, dem Elektrolyten abgewandten Schicht aus ei
nem elektronisch leitenden Material, z. B. NiO bzw. Ni, sowie einer niedrig
dehnenden Komponente. Diese Schicht ist im wesentlichen für die Strom
zuführung zuständig. Zwischen dieser ersten Schicht und dem Elektrolyten ist
eine dünne Zwischenschicht zur Verbesserung der sogenannten Dreiphasen
grenze (Senkung des Polarisationswiderstandes) angeordnet, die neben dem
elektronisch leitenden Material (NiO bzw. Ni) und einer niedrig dehnenden
Komponente noch zusätzlich ein ionenleitendes Material, CeO₂ und/oder
ZrO₂, enthält. Für eine Modellzusammensetzung mit 72 Vol.-% NiO, 25 Vol-%
ZrSiO₄ und 3 Vol.-% ZrO₂ als Material für die Brenngaselektrode ist der Ver
lauf der thermischen Dehnung über der Temperatur in Fig. 2 dargestellt.
In Fig. 3 ist die nach Gleichung 1 berechnete thermische Gesamtdehnung für
NiO-Cermets in Abhängigkeit von Mengenanteil der niedrig dehnenden kera
mischen Komponente ZrSiO₄ aufgetragen. Ein einzelner Meßwert für die ther
mische Gesamtdehnung α28-1000°C des Cermets mit der Zusammensetzung
(97-x) Vol.-% NiO + x Vol.-% ZrSiO₄ + 3 Vol.-% ZrO₂ ist ebenfalls in Fig. 3 ein
getragen. Der Vergleich des Meßwertes mit der berechneten Kurve verdeut
licht, daß die Vorhersage bzw. Berechnung der thermischen Dehnung nach
Gleichung 1 für NiO-Cermets mit Zusatz einer niedrig dehnenden kerami
schen Komponente möglich ist. Durch den Zusatz von Zirkonsilicat ist somit
die Verringerung der thermischen Dehnung α28-1000°C einer konventionel
len Brenngaselektrode von etwa 13-14·10-6 K-1 (je nach NiO-Gehalt, für die
bisher verwendeten Materialien) auf 9,9·10-6 K-1 möglich. Die thermische
Dehnung kann damit durch den Zusatz der niedrig dehnenden Komponente
sehr gut an den Elektrolyten angepaßt werden.
Unerwünschte Reaktionen zwischen Zirkonsilikat und NiO konnten via Pulver
diffraktometrie (XRD) oder Elektronenmikroskopie (SEM) nicht nachgewiesen
werden. Mit der oben genannten Materialzusammensetzung wurden über das
Siebdruckverfahren gut haftende, poröse Elektroden hergestellt. Nach der Re
duktion des NiO zu Ni in einem H₂/H₂O-Gemisch erhält man eine gut leitende
Brenngaselektrode bestehend aus einem Ni-ZrSiO₄-ZrO₂-Cermet. Die spezi
fische elektrische Leitfähigkeit bei 1000°C der genannten porösen Brenngas
elektrode beträgt σ = 290 S cm-1.
- 1. D. Stolten, W. Schäfer, Hrsg. J. Kriegesmann, Oxidkeramische Brenn stoffzellen, Handbuch der Keramik, Elektronik und Elektrotechnik, Kap. 8.5.2.0, Deutscher Wirtschaftsdienst, April 1994
- 2. M.M. Nasrallah, H.U. Anderson, J.W. Stevenson, Defect Chemistry and Properties of Y1-xCaxMnO₃, Ceram. Trans. 24, 545-553 (1991)
- 3. D.W. Dees, T.D. Claar. E.E. Easler, D.G. Fee, F.C. Mrazek, Conductivity of Porous Ni/ZrO₂-Y₂O₃ Cermets, J. Electrochem. Soc. 134, 2141-46 (1987).
- 4. Turner, J. Res. NBS 37, 239 (1946).
Claims (13)
1. Brenngaselektrode für eine elektrochemische Zelle, mit einem
Cermet-Material oder einem Cermet-Vorstufenmaterial, welches eine metallische
Komponente bzw. eine zur metallischen Komponente reduzierbare Me
talloxidkomponente sowie keramische Zuschlagstoffe enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß die keramischen Zuschlagstoffe ein Material mit
im Vergleich zur metallischen oder Metalloxidkomponente sehr niedriger
thermischer Dehnung enthalten.
2. Brenngaselektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die metallische Komponente des Cermet-Materials Ni oder Co ist.
3. Brenngaselektrode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die zur metallische Komponente reduzierbare Metalloxidkom
ponente des Cermet-Vorstufenmaterials NiO oder CoO ist.
4. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das niedrigdehnende keramische Material
einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten kleiner 8,0·10-6 K-1
besitzt.
5. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das Cermet-Material oder das Cermet-Vor
stufenmaterial aus 40 bis 80 Vol-% der metallischen bzw. der im Be
trieb zur metallischen Komponente reduzierbaren Metalloxidkomponente
sowie 60 bis 20 Vol-% der keramischen Zuschlagsstoffe besteht.
6. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die keramischen Zuschlagstoffe neben
dem niedrigdehnenden keramischen Material zusätzlich ZrO₂, CeO₂
oder TiO₂ oder eine Kombination dieser Materialien umfassen.
7. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, daß
durch gekennzeichnet, daß das Cermet-Material oder das Germet-Vor
stufenmaterial eine Porosität zwischen 20 und 70 Vol.-% besitzt.
8. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das niedrigdehnende keramische
Material eine Zusammensetzung aus einem der Stoffsysteme
- a) SiO₂-ZrO₂:
- b) Al₂O₃-SiO₂:
- c) Al₂O₃-SiO₂-MeO mit Me = Alkalimetall oder Erdalkalimetall
aufweist.
9. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß sie aus mehreren Schichten besteht,
wobei mindestens eine der Schichten aus dem Cermet-Material oder
dem Cermet-Vorstufenmaterial besteht.
10. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das Cermet-Material oder das Cermet-Vor
stufenmaterial den Verbindungssteg zu einem leitenden Verbindungs
element aus ABO₃-Perowskitmaterial bildet.
11. Brenngaselektrode nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die elektrochemische Zelle eine Brenn
stoffzelle oder ein Elektrolyseur oder ein Sauerstoffsensor ist.
12. Membran für eine elektrochemische Zelle, umfassend Brenngaselek
trode, Festelektrolyt und Luftelektrode, dadurch gekennzeichnet,
das die Brenngaselektrode die Brenngaselektrode nach einem der vor
angehenden Ansprüche ist und die Luftelektrode die Zusammensetzung
Y1-xCaxMnO₃aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19630210A DE19630210A1 (de) | 1996-07-26 | 1996-07-26 | Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19630210A DE19630210A1 (de) | 1996-07-26 | 1996-07-26 | Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19630210A1 true DE19630210A1 (de) | 1998-01-29 |
Family
ID=7800935
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19630210A Withdrawn DE19630210A1 (de) | 1996-07-26 | 1996-07-26 | Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19630210A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2273595A1 (de) * | 2009-06-30 | 2011-01-12 | NGK Insulators, Ltd. | Festoxidbrennstoffzelle |
| DE102009057718A1 (de) * | 2009-12-10 | 2011-06-16 | Siemens Aktiengesellschaft | Batterie und Verfahren zum Betreiben einer Batterie |
-
1996
- 1996-07-26 DE DE19630210A patent/DE19630210A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2273595A1 (de) * | 2009-06-30 | 2011-01-12 | NGK Insulators, Ltd. | Festoxidbrennstoffzelle |
| DE102009057718A1 (de) * | 2009-12-10 | 2011-06-16 | Siemens Aktiengesellschaft | Batterie und Verfahren zum Betreiben einer Batterie |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE10324396B4 (de) | Brennstoffzelle und Brennstoffzellenanordnung | |
| DE60310543T2 (de) | Mehrlagendichtung für elektrochemische apparate | |
| DE69632531T2 (de) | Verbindungsvorrichtung für brennstoffzellen | |
| DE69117845T2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Kompositkörpers und Verwendung in Festoxidbrennstoffzelle | |
| CA1249924A (en) | Air electrode material for high temperature electrochemical cells | |
| EP0829103B1 (de) | Anodensubstrat für eine hochtemperatur-brennstoffzelle | |
| DE69813411T2 (de) | Festelektrolyt-Brennstoffzellenstapel | |
| DE4237519C1 (de) | Festelektrolyt mit darauf angebrachter mehrschichtiger Elektrode | |
| DE2735934A1 (de) | Verbindungsmaterial zur elektrischen serienschaltung von elektrochemischen zellen | |
| EP0606579B1 (de) | Verwendung einer Zusammensetzung als keramisches Gasanschlussbauteil für Brennstoffzellen mit Zirkonoxid-Festelektrolyt | |
| DE60123839T2 (de) | Gestapelte mikrostrukturen leitender, keramischer oxidionenmembranen; verwendung zur trennung von sauerstoff von luft | |
| DE102004013791B4 (de) | Elektrisch leitfähiger Stahl-Keramik-Verbund sowie dessen Herstellung und Verwendung | |
| DE10108438A1 (de) | Oxidionenleiter, Herstellungsmethode dafür und ihn verwendende Brennstoffzelle | |
| DE4307666C1 (de) | Stromanschlußelement für Festelektrolyt-Brennstoffzellen, Verfahren zu seiner Herstellung und dessen Verwendung | |
| DE19941282A1 (de) | Schicht zwischen Kathode und Interkonnektor einer Brennstoffzelle sowie Herstellungsverfahren einer solchen Schicht | |
| DE19836132A1 (de) | Hochtemperatur-Festelektrolyt-Brennstoffzelle (SOFC) für einen weiten Betriebstemperaturbereich | |
| DE4307727C2 (de) | Elektrolytfolie für planare Hochtemperaturbrennstoffzellen und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| US6120924A (en) | Perovskite-type oxide materials containing nickel and iron for air electrode and solid oxide fuel cell using the same | |
| DE19630210A1 (de) | Brenngaselektrode für elektrochemische Zellen | |
| JP2003288919A (ja) | 電気伝導性セラミックスおよびその製造方法、ならびにそれを用いた固体酸化物形燃料電池用インターコネクタ | |
| DE10301404B4 (de) | Brennstoffzelle, Brennstoffzellenstapel sowie dessen Herstellungsverfahren | |
| DE19514164C2 (de) | Verbindungselement auf Lanthanchromitbasis für Hochtemperaturbrennstoffzellen und Hochtemperaturelektrolysezellen | |
| DE112010002963B4 (de) | Verfahren zur Herstellung eines elektrochemischen Energiewandlers und der elektrochemische Energiewandler | |
| DE19634085A1 (de) | Brenngaselektrode zur Steuerung der Brenngasreformierungskinetik in Hochtemperaturbrennstoffzellen | |
| DE10209791C1 (de) | Anodenmaterial für Hochtemperatur-Brennstoffzellen |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |