DE19629772A1 - Massenselektives Mehrkerbenfilter mit orthogonalen Exzisionsfeldern - Google Patents
Massenselektives Mehrkerbenfilter mit orthogonalen ExzisionsfeldernInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Massenfilter und
insbesondere auf Quadrupol-Massenfilter zum Eliminieren von
Ionen mit spezifischen Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen.
Die Massenspektrometrie (MS) ist eine nützliche analytische
Technik zur Identifikation von chemischen Strukturen, zur
Bestimmung von Komponenten von Mischungen und zur quantita
tiven Elementeanalyse. Diese analytische Technik basiert auf
der Trennung der ionisierten Komponenten eines Analyts durch
ihre Masse-zu-Ladungs-Verhältnisse. Oft kann in entweder der
Sammlung oder der Ionisierungsstufe einer Probe für eine
Analyse eine unerwünschte Spezies mit einem sehr hohen Pegel
in der Probe vorhanden sein. Beispiele von unerwünschten
Spezies umfassen das Hintergrundträgergas Helium, wenn eine
Gaschromatographiesäule als die Eingabe in das Massenspek
trometer verwendet wird, und das Restgas Argon, das in Pro
ben gefunden wird, die von induktiv gekoppelten Plasmaquel
len (ICP-Quellen; ICP = Inducitively Coupled Plasma) erhal
ten werden. Somit ist ein Massenfilter, das selektiv Ionen
mit einem vorbestimmten Masse-zu-Ladungs-Verhältnis von ei
nem Ionenstrahl selektiv eliminieren kann, das jedoch alle
anderen Ionen vollständig trasmittiert, wünschenswert.
Daher wurden Filter in den Weg eines Ionenstrahls eingefügt,
um Zielionen (wie z. B. ein Verschmutzungsstoff oder ein un
erwünschtes Ion) mit einem spezifizierten Masse-zu-Ladungs-
Verhältnis zu entfernen, während andere Ionen durchgelassen
werden. Vorzugsweise weist die Filtertransmissionsfunktion
eine Kerbe auf, die nur eine Atommasseneinheit breit ist, um
das Sperren einer einzigen Ionenspezies zu ermöglichen.
Derartige Filter, die unter Verwendung von Quadrupolen her
gestellt werden, wurden in der Literatur berichtet.
Ein Quadrupolfilter ist ein Gerät, in dem Ionen entlang ei
ner Achse parallel zu und zwar in der Mitte zwischen vier
parallelen Quadrupolstäben laufen, die mit Spannungsquellen
verbunden sind (z. B. in dem U.S. Patent Nr. 3,334,225 (Lang
muir) und in dem U.S. Patent Nr. 5,187,365 (Kelley) be
schrieben). Fig. 1 zeigt ein typisches Quadrupol 10, welcher
vier parallele, gerade (d. h. lineare) längliche Elektroden
(oder Stäbe) 12, 14, 16, 18 aufweist, die mit einer Zufüh
rung 20 für eine schwingende Spannung verbunden sind, die
eine Hochfrequenz-(HF-)Schwingspannung (nachfolgend als die
"HF-Quadrupolspannung" bezeichnet) zu den Elektroden lie
fert. Ein Paar von einander gegenüberliegenden Elektroden
12, 16 ist mit einem Pol verbunden, während das andere Paar
von einander gegenüberliegenden Elektroden 14, 18 mit dem
anderen Pol der Schwingspannungsversorgung 20 verbunden
sind. Die HF-Schwingquadrupolspannung führt Ionen zwischen
den Elektroden über bekannte wirksame Kräfte. (Die HF-Fre
quenz dieser HF-Quadrupolspannung wird in dieser Anmeldung
nachfolgend als "HF-Quadrupolfrequenz" bezeichnet).
Wie es in der Technik bekannt ist, wird eine Dipol-Feld-"Ex
zisions"-Frequenz ausgewählt, um ein unerwünschtes Ver
schmutzungsion herauszufiltern, damit dieselbe der spezi
fischen Frequenz der transversalen Bewegung entspricht, die
das unerwünschte Ion zeigt, während es durch das Quadrupol
hindurch durch das wirksame Potential, das durch die
HF-Quadrupolspannung erzeugt wird, geführt wird. Diese dipolare
Exzisionsspannung (mit einer niedrigeren Frequenz als die
HF-Quadrupolfrequenz) würde kohärent wirken, um die trans
versale Bewegungsamplitude des Verschmutzungsions zu erhö
hen, während das Ion das Quadrupol durchläuft. Schließlich
wird die transversale Bewegungsamplitude so groß, daß das
Ion auf die Quadrupolstruktur aufschlägt und aus dem Ionen
strahl beseitigt wird. Weitere Ionen mit unterschiedlichen
Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen würden aufgrund des Fehlens
der Synchronität zu der Exzisionsfrequenz ihre Amplituden
bei der transversalen Bewegung nicht wesentlich erhöhen. Auf
diese Weise wird eine Massenselektivität erreicht.
Somit wird ein Kerbfilter realisiert, indem ein Quadrupol in
einer Nur-HF-Quadrupolfrequenz-Konfiguration betrieben wird
(d. h. keine Gleichspannung, wobei das Quadrupol in diesem
Fall wirksam als "Ionenrohr" wirken wird) und indem eine
schwingende dipolare Exzisionsspannung mit einer niedrigeren
Frequenz als der HF-Quadrupolfrequenz an ein gegenüberlie
gendes Paar der vier Quadrupolstäbe angelegt wird. Beispiele
sind in Reinsfelder u. a. "Theory and Characterization of a
Separator Analyzer Mass Spectrometer", Int. J. Mass Spec.
and Ion Physics 37: 241-250 (1981), und in Miller u. a., A
Notch Rejection Quadrupole Mass Filter", Int. J. Mass Spec.
and Ion Physics, 96: 17-26 (1990) zu finden.
Bei derartigen dipolaren Exzisionssystemen wird die dipolare
Exzisionsspannung mit niedriger Frequenz (die ein "Dipol
feld" erzeugt) an ein gegenüberliegendes Paar der vier Qua
drupolstäbe über ein elektronisches Kopplungsnetzwerk ange
legt. Der Grund dafür, daß ein derartiges Netzwerk nötig
ist, besteht darin, daß die HF-Quadrupolspannung mit höherer
Frequenz derart angelegt wird, daß beliebige zwei benachbar
te Elektroden in ihrer Polarität entgegengesetzt sind, wobei
die Exzisionsspannung mit niedriger Frequenz derart angelegt
wird, daß die zwei sich gegenüberliegenden Elektroden, an
die die Exzisionsspannung angelegt wird, in der Polarität
entgegengesetzt sind. Somit wird das elektronische Kopp
lungsnetzwerk benötigt, um die Exzisionsspannung von der
HF-Quadrupolspannung mit höherer Frequenz zu trennen. Ein
Beispiel eines derartigen elektronischen Kopplungsnetzwerks
ist in "A Notch Rejection Quadrupole Mass Filter", Miller
u. a., Supra (siehe Fig. 5 von Miller u. a.), offenbart. Der
artige Kopplungsnetzwerke benötigen einen zusätzlichen Hoch
frequenztransformator, um eine Einrichtung zum Trennen eines
einzelnen Paars von Stäben der zwei Paare von Quadrupolstä
ben zu schaffen. Die Exzisionsspannung mit niedriger Fre
quenz wird über eine Primärwindung an diesen Transformator
gekoppelt. Dieses Trennungsschema benötigt ebenfalls die
Verwendung von verschiedenen Hochfrequenzdrosseln und Kon
densatoren.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein
Mehrkerbenfilter, ein Verfahren zum selektiven Entfernen von
zumindest zwei unterschiedlichen Zielionen mit unterschied
lichen spezifischen Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen von einem
Ionenstrahl und ein Verfahren zum Herstellen eines Mehrker
benfilters zu schaffen, bei denen unter Verwendung verein
fachter Trennkopplungsnetzwerke mehrere Ionen mit unter
schiedlichen Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen aus einem Ionen
strahl entfernt werden können.
Diese Aufgabe wird durch ein Mehrkerbenfilter gemäß Anspruch
1, durch ein Verfahren zum selektiven Entfernen von zumin
dest zwei unterschiedlichen Zielionen mit unterschiedlichen
spezifischen Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen von einem Ionen
strahl gemäß Anspruch 7 und durch ein Verfahren zum Herstel
len eines Mehrkerbenfilters gemäß Anspruch 16 gelöst.
Die vorliegende Erfindung schafft ein Mehrkerbenfilter zum
selektiven Entfernen von Zielionen mit spezifischen Masse-
zu-Ladungs-Verhältnissen von einem Ionenstrahl (z. B. einem
Strahl, der eine Mischung von Ionen enthält). Dieses Mehr
kerbenfilter weist ein Quadrupol und eine Leistungsversor
gung auf, die das elektrische Potential (d. h. die Spannung)
in das Quadrupol treibt. Das Quadrupol weist zwei Paare mit
parallelen Elektroden auf. Jedes Paar besteht aus zwei ge
genüberliegenden Elektroden. Das Quadrupol weist ein Einlaß
ende und ein Auslaßende auf, wobei der Ionenstrahl gerichtet
ist, um von dem Einlaßende zu dem Auslaßende durchzulaufen.
Das Mehrkerbenfilter weist eine Leistungsversorgung auf, die
in der Lage ist, eine schwingende Spannung zu erzeugen, wel
che eine Kombination von (d. h. welche enthält) einer Quadru
polfrequenzkomponente und von Exzisionsfrequenzkomponenten
ist. Die Leistungsversorgung ist derart verbunden, daß, wenn
eine HF-Quadrupolspannung an die Quadrupolelektroden ange
legt ist, in jedem Paar von gegenüberliegenden Elektroden
(gegenüber angeordneten Elektroden) die Elektroden die glei
che Spannung aufweisen, während die beiden Paare um 180°
phasenverschoben sind. Die Exzisionsfrequenzkomponenten
(d. h. die schwingenden Exzisionsspannungen) werden alle
zwischen gegenüberliegende Elektroden eines der Paare an
gelegt. Zumindest eine Exzisionsfrequenzspannung wird zwi
schen ein Paar von gegenüberliegenden Elektroden angelegt,
während zumindest eine weitere Exzisionsfrequenzspannung
zwischen die gegenüberliegenden Elektroden des anderen Paars
angelegt wird. Bezüglich jeder Exzisionsfrequenzspannung
sind die beiden gegenüberliegenden Elektroden des Paars, das
mit derselben verbunden ist, bezüglich der Polarität entge
gengesetzt (d. h. 180° phasenverschoben). In einem Fall mit
zwei Exzisionsfrequenzen wird beispielsweise eine Exzisions
frequenzspannung zwischen ein Paar von gegenüberliegenden
Elektroden angelegt, während die andere Exzisionsfrequenz
spannung zwischen das andere Paar von gegenüberliegenden
Elektroden angelegt wird. Bezüglich seiner Verwendung hierin
ist das resultierende elektrische Potential einer Elektrode
zu dem der anderen Elektrode basierend auf der angelegten
schwingenden Spannung um 180° phasenverschoben, wenn eine
schwingende Spannung (z. B. eine HF-Exzisionsspannung) derart
beschrieben wird, daß sie zwischen zwei Elektroden angelegt
wird.
Ein Schwingen der Spannung an den Elektroden resultiert in
einer wirksamen Kraft, die die Bewegung von Ionen in dem
Ionenstrahl beeinflußt. Die wirksame Kraft, die durch die
HF-Quadrupolspannung erzeugt wird, führt Ionen über einem
ausgewählten Masse-zu-Ladungs-Verhältnis entlang des Quadru
pols von dem Einlaßende zu dem Auslaßende. Jede Exzisions
frequenzspannung bewirkt, daß ein unterschiedliches Zielion
(d. h. mit einem unterschiedlichen spezifischen Masse-zu-
Ladungs-Verhältnis) in Resonanz gerät und von dem Ionen
strahl entfernt wird, bevor es aus dem Quadrupol austritt.
Somit erzeugt jede Exzisionsfrequenzspannung eine unter
schiedliche "Kerbe" oder ein unterschiedliches "Sperren
fenster" in dem Massenfilter für ein unterschiedliches
Zielion. Das Mehrkerbenfilter, das eine Mehrzahl von Exzi
sionsfrequenzkomponenten (d. h. Spannungen) verwendet, kann
Zielionen mit einer Mehrzahl von spezifischen Masse-zu-La
dungs-Verhältnissen entfernen. Ein Masse-zu-Ladungs-Verhält
nis wird ebenfalls in dieser Anmeldung als eine "Masse" be
zeichnet.
Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum
Entfernen einer Mehrzahl von unerwünschten Zielionen von
einem Ionenstrahl und ein Verfahren zum Herstellen eines
Quadrupolmehrkerbenfilters, das eine derartige Beseitigung
von unerwünschten Zielionen erreichen kann.
Ein herkömmliches Quadrupol, bei dem lediglich eine HF-Qua
drupolspannung an die Elektroden angelegt ist, wirkt als ein
Hochpaß-Massenfilter (d. h. es läßt Ionen über einem ausge
wählten Masse-zu-Ladungs-Verhältnis durch, während Ionen
unter diesem ausgewählten Verhältnis beseitigt werden). Die
ses ausgewählte Verhältnis (oder "Grenz"-Verhältnis) ist
durch die Frequenz und die Amplitude der angelegten HF-Qua
drupolspannung bestimmt. Wenn das Grenzverhältnis ausgewählt
ist, um unter dem kleinsten Masse-zu-Ladungs-Verhältnis von
Interesse in dem Ionenstrahl zu liegen, wirkt das Quadrupol
als ein einfacher "Ionenschlauch". Die Ionen werden die Qua
drupolelektroden hinunter (oder entlang) durch ein "wirksames
Potential" geleitet (welches durch die HF-Quadrupolspannung
erzeugt wird und zu der Quadrupolmittellinie hin gerichtet
ist (entlang der Achse)). Die Ionen laufen daher die Achse
des Quadrupols mit transversalen Schwingungen entlang, die
durch die Rückstellkräfte des wirksamen Potentials erzeugt
werden. Solche schwingenden "Abprall"-Wege sind wirksam
harmonisch. Wenn in dieser Anmeldung die Bewegung eines Ions
"entlang", "herunter bezüglich der" oder "parallel zu den"
Elektroden bezeichnet wird, ist es offensichtlich, daß die
Bewegung transversale Komponenten haben kann, wie es im
folgenden beschrieben ist.
Für ein einzelnes Ion ist das effektive Potential teilweise
von dem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis des Ions, das durch das
Quadrupol durchläuft, abhängig. Sobald sich das Ion (mit ei
nem spezifischen Masse-zu-Ladungs-Verhältnis) an dem Quadru
pol entlang unter dem Einfluß des wirksamen Potentials be
wegt, unterläuft es eine harmonische Bewegung, die nachfol
gend Makrobewegung genannt wird, und zwar in der transversa
len Richtung bei einer spezifischen Makrobewegungsfrequenz.
Um ein Zielion gemäß der vorliegenden Erfindung zu beseiti
gen, indem eine zusätzliche harmonische Spannung (nachfol
gend die Exzisionsfrequenzspannung) an das Quadrupol bei
einer Exzisionsfrequenz, die gleich der "Makrobewegungs"-
Frequenz ist, angelegt wird, wird ein schwingendes elek
trisches Feld erzeugt, um eine Kraft zu schaffen, die
kohärent bewirkt, daß die Makrobewegung des Ions schnell
anwächst, bis das Ion auf eine Elektrode auftrifft. An der
Elektrode wird das Ion neutralisiert, wodurch es von dem
Ionenstrahl beseitigt wird. Ionen mit unterschiedlichen
Makrobewegungsfrequenzen werden von der Exzisionsfrequenz
spannung nicht wesentlich beeinträchtigt, da das Exzisions
feld nicht kohärent wirkt, um die transversale Makrobewegung
dieser Ionen zu verstärken.
Das Mehrkerbenfilter der vorliegenden Erfindung ist in der
Lage, Zielionen mit einer Mehrzahl von spezifischen Masse-
zu-Ladungs-Verhältnissen zu entfernen. Üblicherweise würde
es bevorzugt sein, die Komplexität eines massenselektiven
Filters zu minimieren, indem die Anzahl von verwendeten
elektrischen Komponenten reduziert wird. Um ein Mehrkerben
massenfilter herzustellen, würde es daher wünschenswert
scheinen, die mehreren schwingenden Exzisionsfrequenzspan
nungen an ein einziges Paar von gegenüberliegenden Elektro
den anzulegen, derart, daß nur ein elektronisches Kopplungs
netzwerk benötigt wird, um nur dieses eine Paar von Elektro
den zu trennen. Es wurde jedoch herausgefunden, daß durch
Anlegen der unterschiedlichen Exzisionsfrequenzspannungen an
unterschiedliche Paare der gegenüberliegenden Elektroden
schärfere und tiefere Kerben realisiert werden können. Bei
der vorliegenden Erfindung können Kerben bei zwei oder mehr
ausgewählten Massen (d. h. Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen)
mit beispielsweise einer Breite m/z (m/z entspricht der
Masse in atomaren Masseneinheiten (AMU; AMU = Atomar Mass
Unit) geteilt durch die ganzzahlige Anzahl von Elektronenla
dungen des interessierenden Ions) plaziert werden. Eine
Durchlaßunterdrückung in einer Zielkerbe kann derart
eingestellt werden, um eine kleinere Übertragung als 10-3 zu
erlauben. Das Kerbfilter kann eine vollständige Übertragung
(wenn es nicht innerhalb anderer gefilterter Bereiche ist)
außerhalb der Kerbe erlauben.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
werden nachfolgend bezugnehmend auf die bei liegenden Zeich
nungen detaillierter beschrieben. Dabei beziehen sich glei
che Bezugszeichen auf gleiche Elemente in mehreren Zeichnun
gen. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines bekannten Qua
drupols;
Fig. 2 eine graphische Darstellung des Stabilitätsdia
gramms eines Quadrupols basierend auf der Mathieu-
Gleichung;
Fig. 3A eine graphische Darstellung der Mikrobewegung 22
und der Makrobewegung 24 von Ionen mit verschiede
nen Massen (200 m/z, 500 m/z, 1.000 m/z) in einem
Quadrupol in der stabilen Region von Fig. 2;
Fig. 3B eine graphische Darstellung der Makrobewegung von
Ionen mit 36 m/z in der instabilen Region von Fig.
2 bei verschiedenen Anfangsbedingungen;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbei
spiels des Quadrupol-Mehrkerbenfilters der vorlie
genden Erfindung;
Fig. 5 ein schematisches Diagramm, das die Frequenzaus
wahltrennschaltung für das Mehrkerbenfilter von
Fig. 4 gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt;
Fig. 6 eine schematische Darstellung der Makrobewegung und
der Antriebskräfte, die durch eine Exzisionsfre
quenzspannung in einem Dipolfeld erzeugt werden;
Fig. 7A eine graphische Darstellung des Durchsatzes eines
Quadrupolmehrkerbenfilters der vorliegenden Erfin
dung, wobei die Exzision von zwei Ionenspezies ge
zeigt ist;
Fig. 7B eine graphische Darstellung des Durchsatzes eines
Quadrupolmehrkerbenfilters der vorliegenden Erfin
dung, die weitere Details eines Abschnitts von Fig.
7A zeigt und dasselbe mit einem Filter mit einer
parallelen Exzisionsfeldkonfiguration vergleicht;
und
Fig. 8 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbei
spiels eines Quadrupolmehrkerbenfilters der vorlie
genden Erfindung mit drei Kerben für die Exzision
von drei Ionenspezies.
Diese Erfindung legt sowohl Exzisionsspannungen mit niedri
ger Frequenz als auch eine HF-Quadrupolspannung mit hoher
Frequenz an zwei Paare von Quadrupolstäben (oder Elektroden)
an. Die Mehrkerbenfilterung wird durch Anlegen dieser Span
nungen an die HF-Quadrupolelektroden mit einer Spannungs
trennung erreicht, derart, daß die Exzisionsspannungen nicht
direkt der HF-Quadrupolspannung überlagert sind (d. h. die
resultierende Spannung ist nicht genau die Summe der Span
nungen). Die HF-Quadrupolspannung ist zwischen zwei Paaren
von Elektroden angelegt. Bestimmte (zumindest eine) der
Exzisionsfrequenzspannungen werden an ein Paar von gegen
überliegenden Elektroden angelegt, während bestimmte andere
(zumindest eine) Exzisionsfrequenzspannungen an das andere
Paar von gegenüberliegenden Elektroden angelegt werden.
Im Folgenden ist eine kurze theoretische Beschreibung dar
gelegt, die sich auf eine Ionenbewegung in einem Quadrupol
bezieht. Bei der Quadrupolstruktur, die in Fig. 1 gezeigt
ist, besitzt das elektrische Potential bezüglich eines kar
tesischen x,y,z-Koordinatensystems in den Dimensionen
transversal zur z-Achse die folgende Form:
Dabei ist r₀ der Abstand von der Quadrupolmittelachse zu dem
nächstliegenden Punkt auf einer Elektrode, während Φ₀ die
angelegte Spannung ist. Da das Potential entlang der z-Achse
invariant ist, liegen die Kräfte, die ein Ion, das entlang
der Quadrupolachse läuft, erfährt, lediglich in den trans
versalen Dimensionen. Diese Kräfte sind durch folgende Glei
chung gegeben:
F = -e∇Φ (2)
Dabei ist e die Ladung auf dem Ion. Für ein Ion mit einer
Masse m lautet die Gleichung (2) in kartesischen Koordinaten
folgendermaßen:
Für ein angelegtes Potential (d. h. eine Spannung von
Φ₀ = U-V cos(Ωt) (5)
wobei Ω die Winkelgeschwindigkeit ist, U die Gleichstromkom
ponente ist und V die Amplitude der Wechselstromkomponente
ist, lauten die Bewegungsgleichungen für die transversalen
Dimensionen folgendermaßen:
Ein Durchführen der geeigneten Definitionen und ein Skalie
ren der Zeitvariable erlauben es, daß diese Ausdrücke in der
kanonischen Form der Mathieu-Gleichung geschrieben werden:
Es gilt:
Die Mathieu-Gleichung ist bekannt, wobei die Lösungen durch
Betrachten des Standardstabilitätsdiagramms, das in Fig. 2
gezeigt ist, qualitativ analysiert werden können. Fig. 2
zeigt "instabile Regionen" R1, R2 und eine "stabile Region"
R3. Bezüglich der Parameter a und q in der stabilen Region
sind die Lösungen für die Mathieu-Gleichung finit und qua
si-periodisch bezüglich der Zeitvariable (oder ξ). Für Para
meter, die außerhalb dieser stabilen Region liegen, wachsen
die Lösungen zeitlich (oder mit ξ) exponentiell an und wer
den somit für instabil gehalten. Die Fig. 3A und 3B zeigen
Beispiele von numerisch integrierten Lösungen der Mathieu-
Gleichung für Sätze von Parametern in der stabilen bzw. in
den instabilen Regionen.
Wenn die Gleichspannung zu Null eingestellt wird (U = 0,
dann a = 0) und der HF-Spannung eine Amplitude ungleich Null
und eine Frequenz gegeben wird, hängt die Stabilität der Be
wegung eines Ions in dem Quadrupol von seinem Masse-zu-La
dungs-Verhältnis ab. Da der Parameter q als 1/m variiert,
folgen alle Ionen mit Massen unter einer "Grenzmasse" (einem
ausgewählten Masse-zu-Ladungs-Verhältnis, welches von den
tatsächlichen Werten von V und von Ω abhängt) einer instabi
len Trajektorie, während alle Ionen mit Massen über der
Grenzmasse stabilen quasi-periodischen Trajektorien folgen.
Wenn die Parameter geeignet gewählt sind, d. h. mit einer ad
äquat niedrigen Grenzmasse, erlaubt es ein Quadrupol, der
mit nur einer einzigen angelegten HF-Spannung betrieben ist,
daß alle Ionen mit einer Masse über einer bestimmten Grenz
masse durchgelassen werden. Auf diese Art und Weise wirkt
derselbe, wie vorher erwähnt wurde, als ein einfacher "Io
nenschlauch" für alle Ionen mit Masse-zu-Ladungs-Verhältnis
sen, die größer als die Grenzmasse sind.
Das quantitative Verhältnis der stabilen Lösungen für die
Mathieu-Gleichung kann auf die folgende Art und Weise analy
siert werden. Das nichtlineare Wesen der Interaktion, wie
sie durch die Mathieu-Gleichung diktiert ist, erzeugt ein
"statisches" wirksames Potential für die Ionen und zwar auf
grund der kleinen Amplitudenantwort der Ionen auf die
schnellen HF-Quadrupolfeldveränderungen (nachfolgend als die
"Mikrobewegung" bezeichnet), und aufgrund der Phasenbezie
hung zu der angelegten HF-Quadrupolspannung. Dieses "stati
sche" wirksame Potential ist das Potential, welches die Io
nen die Achse des Quadrupols entlang führt, wobei es be
wirkt, daß die Ionen eine viel größere, langsamere "Makrobe
wegungs"-Schwingung unternehmen, die der kleinen, schnellen
Mikrobewegung, die durch die angelegte HF-Quadrupolspannung
erzeugt wird, überlagert ist. Die Frequenz dieser Makrobe
wegung ist für ein Ion berechenbar und hängt von der Ampli
tude und der Frequenz der angelegten HF-Quadrupolspannung
und dem Massen-zu-Ladungs-Verhältnis des Ions ab. Die nume
risch integrierten Trajektorien, die in Fig. 3A gezeigt
sind, stellen Beispiele der langsamen Makrobewegung mit
großer Amplitude dar (mit Spitzen 24, usw. aufgrund des
wirksamen Potentials), die der viel schnelleren Mikrobewe
gung mit kleinerer Amplitude (mit Spitzen 22, usw.) überla
gert ist. Kurven, die eine Bewegung von Ionen mit Masse-zu-
Ladungs-Verhältnissen 200 m/z (M2), 500 m/z (M5) und 1.000
m/z (M10) darstellen, sind gezeigt.
Die stabilen Lösungen (Trajektorien) der Mathieu-Gleichung,
wie sie oben angeschrieben wurde, wobei die Approximation
der Mikrobewegungsamplitude viel kleiner als die Makrobewe
gungsamplitude ist, und wobei über Zeitskalen in der Größen
ordnung einer HF-Periode gemittelt wird, weisen eine trans
versale Bewegung auf, die von dem Satz folgender dynamischer
Gleichungen beherrscht wird:
Für einen Betrieb mit ausschließlich einer HF-Quadrupolfre
quenz (a = 0) sind die dynamischen Gleichungen in beiden
transversalen Dimensionen einfach harmonisch:
Diese Gleichungen zeigen, daß Ionen entlang der z-Achse des
Quadrupols durch ein wirksames Potential geführt werden, das
eine statische lineare Rückstellkraft zu der neutralen Posi
tion beim Nullversatz zeigt.
Aus den obigen Gleichungen und den vorherigen Definitionen
von ω und q kann gezeigt werden, daß die Makrobewegungs
frequenz (die Winkelgeschwindigkeit) folgendermaßen lautet:
Bei der obigen Approximation ist die Makrobewegung rein har
monisch (sinusförmig) für eine spezifische HF-Quadrupolspan
nung V und für eine spezifische HF-Quadrupolfrequenz Ω. Die
Makrobewegungsfrequenz variiert proportional zu 1/m.
Fig. 4 zeigt ein veranschaulichendes Ausführungsbeispiel des
Quadrupolmehrkerbenfilters 100 gemäß der vorliegenden Erfin
dung. Dieses Quadrupolmehrkerbenfilter 100 kann zum selekti
ven Entfernen von zwei Zielionen (d. h. einer ersten und ei
ner zweiten Ionenspezies, welche ein zueinander unterschied
liches spezifisches Masse-zu-Ladungs-Verhältnis aufweisen)
von einem Ionenstrahl verwendet werden. Das Quadrupolmehr
kerbenfilter 100 umfaßt eine Quadrupolelektrodenanordnung
110 mit zwei Paaren von linearen parallelen Elektroden (oder
Stäben). Gegenüberliegende Elektroden 12 und 16 sind mit
einander elektrisch verbunden, derart, daß kein wesentlicher
Widerstand zwischen denselben (als Paar) vorhanden ist, und
zwar bezüglich einer HF-Quadrupolfrequenzspannung (bei einer
Frequenz n), die zwischen dieses Paar und das andere Paar
von gegenüberliegenden Elektroden 14, 18 angelegt ist. Ge
nauso sind die Elektroden 14 und 18 miteinander elektrisch
verbunden, derart, daß kein wesentlicher Widerstand zwischen
denselben bezüglich der HF-Quadrupolfrequenzspannung vorhan
den ist. Jedes Paar (z. B. das Elektrodenpaar 12, 16) ist zu
dem anderen Paar (z. B. dem Elektrodenpaar 14, 18) bezüglich
der HF-Quadrupolfrequenzspannung um 180° phasenverschoben.
In dieser Situation können die zwei Paare als Paare bezeich
net werden, die eine entgegengesetzte Polarität aufweisen.
Eine Schwingspannungsversorgung (OVS; OVS = Oscillating
Voltage Supply) 120 (eine Schwingleistungsversorgung) (in
Fig. 4 nicht getrennt bezeichnet) treibt die HF-Quadru
polfrequenzspannung (bei der Frequenz Ω) sowie die Exzi
sionsspannungen (bei den Frequenzen ω₁ und ω₂) der Quadru
polelektrodenanordnung 110. Bei der Spannungsversorgung 120
treibt die Schwingspannungsquelle 120A die HF-Quadrupol
spannung (bei der Frequenz n), wobei die Exzisionsschwing
spannungsquelle 120B die erste Exzisionsspannung (bei der
Frequenz ω₁) und die Exzisionsschwingspannungsquelle 120C
die zweite Exzisionsspannung (bei der Frequenz ω₂) treiben.
Eine frequenzselektive elektrische Schaltungsanordnung 121
wird verwendet, um die Spannungsquelle 120A von den Exzi
sionsspannungsquellen 120B und 120C (bei der Frequenz ω₁
bzw. ω₂) zu trennen. Die gegenüberliegenden Elektroden 14,
18 sind mit einem Pol der Spannungsquelle 120A über eine
Schaltung 121B verbunden, welche die Spannungsquelle 120A
von der ersten Exzisionsspannung trennt (welche von der Ex
zisionsspannungsquelle 120B bei der Frequenz ω₁ zwischen den
gegenüberliegenden Elektroden 14, 18 zugeführt wird). Die
gegenüberliegenden Elektroden 12, 16 sind mit dem anderen
Pol der Spannungsquelle 120A über die Schaltung 121A verbun
den, welche die Spannungsquelle 120A von der zweiten Exzi
sionsspannung trennt (die durch die Exzisionsspannungsquelle
120C bei der Frequenz ω₂ zwischen den gegenüberliegenden
Elektroden 12, 16 zugeführt wird). Auf diese Art und Weise
erzeugt die Leistungsversorgung 120 schwingende Spannungen,
welche Kombinationen einer HF-Quadrupolfrequenzkomponente
(d. h. bei der Frequenz n) und einer ersten und einer zweiten
Exzisionsfrequenzkomponente (d. h. bei der Frequenz ω₁ und
ω₂) sind. Jede Exzisionsfrequenz ist kleiner als die HF-Qua
drupolfrequenz.
Die Quadrupolelektrodenanordnung 110 weist ein Einlaßende
122 und ein Auslaßende 124 auf. Der Ionenstrahl weist einen
Strahlenweg 126 auf, der sich von dem Einlaßende 122 zu dem
Auslaßende 124 der Quadrupolelektrodenanordnung 110 er
streckt, und zwar parallel zu den Elektroden. Da die Span
nungen der Elektroden 12, 14, 16, 18 schwingen, bewirkt das
wirksame Potential, das durch das HF-Quadrupolfeld erzeugt
wird, daß Ionen über einem ausgewählten Masse-zu-Ladungs-
Verhältnis (d. h. einem "Massengrenz"-Verhältnis) entlang der
Quadrupolelektrodenanordnung geführt werden. Das erste Exzi
sionsfeld und das zweite Exzisionsfeld bewirken, daß das er
ste Zielion bzw. das zweite Zielion in Resonanz geraten und
auf eine der Elektroden 12, 14, 16, 18 auftreffen, bevor sie
aus dem Quadrupolmehrkerbenfilter austreten.
Bei einer Anordnung, bei der das Quadrupolmehrkerbenfilter
der vorliegenden Erfindung zum Entfernen von mindestens zwei
Zielionen von einem Ionenstrahl verwendet wird, kann das
Mehrkerbenfilter ferner eine Ionenquelle 130 zum Emittieren
eines Ionenstrahls (d. h. eines Strahls von Ionen) 132 in die
Quadrupolelektrodenanordnung 110 aufweisen. Zusätzlich kann
ein Detektor 134 verwendet werden, um die Ionen, die aus der
Quadrupolelektrodenanordnung 110 austreten, zu erfassen.
Ionenquellen und Detektoren, die für derartige Anordnungen
geeignet sind, sind in der Technik bekannt. Elektroden,
Spannungsversorgungen, Oszillatoren, Ionenquellen und Detek
toren, die zur Verwendung in Quadrupolen und dipolaren Kerb
filtern geeignet sind, sind in der Technik bekannt (z. B.
die, die von Miller u. a., Supra, und von Reinsfelder u. a.,
Supra, beschrieben sind, wobei die Beschreibungen der Qua
drupolfilterstrukturen und der Betrieb der Strukturen hierin
durch Bezugnahme aufgenommen sind).
Fig. 5 zeigt eine Darstellung eines Ausführungsbeispiels der
Frequenzauswahltrennschaltung gemäß der vorliegenden Erfin
dung für das Mehrkerbenfilter von Fig. 4. Diese Frequenzaus
wahltrennschaltung ist zu der analog, die in Miller u. a.,
Supra, gezeigt ist. Aufgrund der vorliegenden Offenbarung
wird ein Fachmann in der Lage sein, die Schaltungen von
Miller u. a., Supra, zu modifizieren, um bei Schaltungen für
ein Mehrkerbenfilter anzukommen. In Fig. 5 umfaßt die
Spannungsquelle 120A einen Oszillator 140A, der mit einem Trans
formator 142A zum Zuführen der HF-Frequenzquadrupolspannung
(bei der Frequenz Ω) verbunden ist. Ein Anschluß der Aus
gangsspule (d. h. der sekundären Spule) des Transformators
142A ist mit den gegenüberliegenden Elektroden 12, 16 über
die Trennschaltung 121A verbunden. In der Trennschaltung
121A sind ein Kondensator 150C und eine induktive Spule 150L
seriell zwischen eine Ausgangsspule 144A und die Elektrode
16 geschaltet. Auf ähnliche Weise sind ein Kondensator 152C
und eine induktive Spule 152L seriell zwischen die Ausgangs
spule 144A und die Elektrode 12 geschaltet. Die Kondensato
ren 150C und 152C weisen die gleiche Kapazität auf, während
die Spulen 150L und 152L die gleiche Induktivität aufweisen
(obwohl andere Ausführungsbeispiele, bei denen die Kondensa
toren und die induktiven Spulen nicht gleich sind, ebenfalls
entworfen werden können). Genauso ist der andere Anschluß
der Ausgangsspule des Transformators 142A mit den gegenüber
liegenden Elektroden 14, 18 über die Trennschaltung 121B
verbunden. Wie die Trennschaltung 121A weist die Trennschal
tung 121B ebenfalls Kondensatoren 154C, 156C und induktive
Spulen 154L, 156L auf.
Bei der Exzisionsspannungsquelle 120B ist ein Oszillator
140B mit einem Transformator 142B verbunden (dessen Aus
gangsspule 140B zwischen die Elektroden 14, 18 geschaltet
ist, und daher mit der Trennschaltung 121B verbunden ist).
Die Trennschaltung 121B ist somit zwischen der Spannungs
quelle 120A und der Spannungsquelle 120B angeordnet, um die
selben voneinander zu trennen. Auf ähnliche Weise ist bei
der Exzisionsspannungsquelle 120C ein Oszillator 140C mit
dem Transformator 142C verbunden (dessen Ausgangsspule 144C
zwischen die Elektroden 14, 18 geschaltet ist und daher mit
der Trennschaltung 121C verbunden ist). Die Werte der Kapa
zitäten der Kondensatoren (150C, 152C, 154C, 156C) und die
Induktivitäten der induktiven Spulen (150L, 152L, 154L,
156L) sind derart ausgewählt, daß sie die HF-Frequenzquadru
polspannung (bei der Frequenz Ω) zum Anlegen zwischen dem
Elektrodenpaar 14, 18 (die Elektroden in dem Paar liegen be
züglich der HF-Quadrupolspannung auf dem gleichen Potential)
und dem Elektrodenpaar 12, 16 (die Elektroden in dem Paar
liegen bezüglich der HF-Quadrupolspannung auf gleichem Po
tential) durchlassen. Die Trennschaltung 121B läßt jedoch
nicht die erste Exzisionsspannung (bei der Frequenz ω₁)
durch, derart, daß die Spannung aufgrund der ersten Exzi
sionsspannungsquelle 120B zwischen den Elektroden 14 und 18
gehalten wird. Auf ähnliche Weise hält die Trennschaltung
121A die Spannung aufgrund der zweiten Exzisionsspannungs
quelle 120C zwischen den Elektroden 12 und 16. Auf diese Art
und Weise sind die Exzisionsspannungen der HF-Frequenzqua
drupolspannung überlagert, derart, daß die Exzisionsspannun
gen zwischen gegenüberliegenden Elektroden angelegt werden,
während die HF-Frequenzquadrupolspannung zwischen benachbar
ten (d. h. nicht gegenüberliegenden) Elektroden angelegt ist.
Das Quadrupolmehrkerbenfilter wird betrieben, damit die
Spannung der Elektroden bei einer ausgewählten HF-Quadrupol
frequenz Ω schwingt, derart, daß Ionen mit einem Masse-zu-
Ladungs-Verhältnis, das größer als eine ausgewählte "Mas
sen-Grenze" ist, entlang des Quadrupols geführt werden (d. h.
von dem Einlaßende zu dem Auslaßende). Gemäß der vorliegen
den Erfindung treibt die Leistungsversorgung ferner die
Elektroden, damit sie mit Exzisionsspannungen bei den Fre
quenzen ω₁ und ω₂ schwingen, die der HF-Quadrupolspannung
mit der Frequenz Ω überlagert sind. Die Exzisionsfrequenzen
sind ausgewählt, um bei den Makrobewegungsfrequenzen der
Zielionen (d. h. den dominanten Resonanzfrequenzen der ent
sprechenden Zielionen als Reaktion auf das wirksame Poten
tial), die exzisiert werden sollen (von dem Ionenstrahl ent
fernt werden sollen), zu liegen.
Da die dipolaren Exzisionsfelder mit Frequenzen variieren,
die mit den entsprechenden Makrobewegungsfrequenzen überein
stimmen, schwingen die Zielionen in Phase zu den zusätzli
chen Antriebsfeldern und werden somit von dem Ionenstrahl
weggetrieben. Dieses Verfahren ist in Fig. 6 dargestellt.
Aus Klarheitsgründen ist nur eine Exzisionsfrequenz (zum
Entfernen eines Zielions) beschrieben. Es ist offensicht
lich, daß mehrere Exzisionsspannungen mit unterschiedlichen
Exzisionsfrequenzen genauso implementiert werden können.
Fig. 6 ist eine schematische Darstellung der Bewegung eines
Ions, während es entlang der Quadrupolanordnung läuft. Das
Exzisionsfeld erzeugt eine Kraft, die abhängig von der Io
nenposition in dem Quadrupol entweder gleichsinnig oder ge
gensinnig zu der augenblicklichen transversalen Makrobewe
gung ist. Wie es in Fig. 6 gezeigt ist, sind die Spitzen
324A und 324B Spitzen des Wegs (durch die Kurve ABCDEF dar
gestellt), der von einem Zielion aufgrund der Makrobewegung,
die durch das von der HF-Quadrupolspannung erzeugte wirksame
Potential bewirkt wird, durchlaufen wird. F1, F2, usw. sind
Pfeile, die die Richtungen von Kräften darstellen, die durch
das Dipolfeld der Exzisionsspannung erzeugt werden (z. B.
zwischen den Elektroden 12 und 16). An Abschnitten B und C
des Makrobewegungswegs verstärkt die Antriebskraft (durch
den Pfeil F1 dargestellt) von dem elektrischen Feld, das
durch die Exzisionsspannung (die zwischen den Elektroden 12
und 16 angelegt ist) erzeugt wird, die Makrobewegung und
treibt das Ion von der Elektrode 16 weg und zu der Elektrode
12 hin. An Abschnitten D und E des Makrobewegungswegs resul
tiert das elektrische Feld, das durch die dipolare Exzisi
onsspannung (die zwischen den Elektroden 12 und 16 angelegt
ist) erzeugt wird, nun in Kräften (die durch den Pfeil F2
dargestellt sind), die ebenfalls die (nun umgekehrte) Ionen
makrobewegung in einer Richtung entgegengesetzt zu dem Pfeil
F1 verstärken.
Ein ähnliches Schema des Dipolfeldes und der Kräfte ist
ebenfalls zwischen den Elektroden 14 und 18 aufgrund der
HF-Quadrupolspannung und der anderen Exzisionsspannung (wel
che zwischen den Elektroden 14, 18 angelegt ist) vorhanden.
Auf diese Art und Weise verstärken die Exzisionsfelder durch
Verwenden von Exzisionsfrequenzen, welche beide bei der Ma
krobewegungsfrequenz eines unterschiedlichen zu exzisieren
den Zielions liegen, die divergierenden (transversalen) Kom
ponenten der Makrobewegung der Zielionen (die Exzisionsfel
der sind synchron zu den divergierenden Komponenten), wo
durch bewirkt wird, daß diese transversalen Makrobewegungen
anwachsen. Wenn die Amplitude der transversalen Makrobewe
gung groß genug wird, wird jedes Zielion eine Elektrode
treffen, bevor dasselbe aus dem Quadrupol austritt, wodurch
es von dem Ionenstrahl beseitigt wird.
Der tatsächliche Betrieb eines massenselektiven Mehrkerben
filters gemäß der vorliegenden Erfindung kann unter Verwen
dung eines Computerprogramms simuliert werden. Um die Aus
wirkung des Anlegens von Exzisionsfeldern zu simulieren,
werden Ausdrücke V₁ex und V₂ex zu den Ionenbewegungsglei
chungen hinzugefügt, was in folgenden Gleichungen resul
tiert:
V₁ex und V₂ex sind die Amplituden der angelegten Exzisions
felder. ω₁ und ω₂ sind die Makrobewegungsfrequenzen der
Zielionen, die "exzisiert" werden sollen. Fig. 7A zeigt ty
pische Ergebnisse von Exzisionssimulationen. Dieses Quadru
polmehrkerbenfilter weist eine Länge von 15 cm auf. Ein Ex
zisionsfeld, welches die Frequenz aufweist, die geeignet
ist, um Ionen mit einem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis von 40
m/z zu beseitigen, und ein Exzisionsfeld, welches die Fre
quenz aufweist, die geeignet ist, um Ionen mit einem Masse-
zu-Ladungs-Verhältnis von 17 m/z zu beseitigen, werden an
das Quadrupol auf eine orthogonale Art und Weise gemäß der
vorliegenden Erfindung angelegt. Auf diese Art und Weise
wird eine Exzisionsspannung an ein Paar von gegenüberliegen
den Elektroden angelegt, während die andere Exzisionsspan
nung an das andere Paar von gegenüberliegenden Elektroden
angelegt wird (d. h. die Dipolfelder sind in einer zueinander
senkrechten Art und Weise vorhanden). Dieser Graph zeigt den
Durchsatz des Filters (d. h. den Anteil der Ionen mit einem
speziellen Masse-zu-Ladungs-Verhältnis, der durchgelassen
wird). Das Filter schafft eine exzellente Sperrung in den
Übertragungskerben und eine vollständige Übertragung aller
Nicht-Zielionen (d. h. dasselbe überträgt alle Ionen mit Aus
nahme von denen, die bei den Kerben mit spezifizierten
Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen von 17 m/z und von 40 m/z
angeordnet sind, wie es durch die Kerbe 17P bzw. durch die
Kerbe 40P dargestellt ist).
Fig. 7B zeigt die Kerbe bei 40 m/z von Fig. 7A detaillier
ter. Im Vergleich zu den Ergebnissen von Fig. 7A, welche für
die orthogonale Dipolexzisionsfeldkonfiguration stehen,
zeigt die durchgezogene Kurve 40T den Durchsatz in einem
Zweifachkerbenfilter mit "Dipolfeldern in der parallelen
Konfiguration", d. h. bei der beide Exzisionsspannungen an
daßelbe Paar von gegenüberliegenden Elektroden angelegt
sind (wodurch die Dipolfelder zueinander parallel sind). Ei
ne solche parallele Dipolfeldkonfiguration kann durch Ent
fernen der Exzisionsspannungsquelle 120C und der Frequenz
auswahlschaltung 121A von dem Ausführungsbeispiel, das in
Fig. 8 gezeigt ist, implementiert werden (Fig. 8 wird nach
folgend beschrieben). Die gestrichelte Kurve 40B zeigt den
Durchsatz eines Zweifachkerbenfilters mit orthogonalen Di
polfeldern (diese Kurve entspricht der in Fig. 7A gezeigten
Kurve). Es wurde herausgefunden, daß die orthogonale Dipol
feldkonfiguration tiefere Kerben erzeugt, die einen gerin
geren Durchsatz bei der Zielmasse als bei einer parallelen
Dipolfeldkonfiguration ermöglicht. Die orthogonale Dipol
feldkonfiguration ist in der Lage, einen Durchsatz kleiner
als 2×10-4 in den Kerben zu erzeugen. Das weniger effektive
Wesen der Kerbe in der parallelen Dipolfeldkonfiguration ist
aufgrund einer Interferenz der Exzisionsverfahren der beiden
parallelen Dipolexzisionsfelder vorhanden. Die theoretische
Beschreibung ist gegeben, um das Verständnis der vorliegen
den Erfindung zu erleichtern. Es ist offensichtlich, daß das
Mehrkerbenfilter gemäß der vorliegenden Erfindung basierend
auf der vorliegenden Erfindung angewendet werden kann, und
daß dasselbe nicht von irgendeiner speziellen Theorie ab
hängt.
Bei dem Mehrkerbenfilter dieser Erfindung ist die effektive
Länge des Filters ein wichtiger Parameter zur Maximierung.
Eine lange Interaktionszeit erlaubt die Verwendung von
schwächeren Exzisionsfeldern, um die gleiche Kerbentiefe
(die gleiche Zielionensperrung) zu erhalten. Schwächere Ex
zisionsfelder ergeben eine Kerbenbreite, die kleiner ist, da
die nicht-resonanten Masse-zu-Ladungs-Verhältnisse während
ihrer kurzen Perioden des Synchronismus mit den Exzisions
feldern weniger beeinträchtigt werden, während sie in und
aus der Phasenkohärenz gehen. Das Verhalten wird durch Maxi
mieren der effektiven Länge des Mehrkerbenfilters auf die
folgenden Arten und Weisen optimiert:
- (1) Maximiere die physische Länge der Quadrupolstruktur. Heutzutage existieren kommerzielle Quadrupole mit Län gen in der Größenordnung von 15 cm.
- (2) Maximiere die Makrobewegungsfrequenz. Dies erhöht die Anzahl von Perioden, in denen das Exzisionsfeld arbei ten kann. Dies wird durchgeführt, indem zuerst ange merkt wird, daß eine Begrenzung vorhanden ist, indem gefordert wird, daß die Massengrenze des Quadrupols unter dem interessierenden Massenbereich liegt. Der Massengrenzen-Ausdruck wird aus der Gleichung für den vorher erwähnten Parameter "q" und aus dem Stabilitäts diagramm in Fig. 2 erhalten. Da die Grenze zwischen stabilen und instabilen Trajektorien bei q = 0,909 auftritt, lautet die Massengrenze (oder "mass cut-off") folgendermaßen: Dies legt das Verhältnis zwischen der Amplitude und der Frequenz der HF-Spannung fest, um einen spezifischen Massengrenzen-Wert zu erhalten. Das Verwenden dieser Beziehung in der Gleichung für die Ionenmakrobewegungs frequenz ergibt folgende Gleichung: Dies zeigt, daß es wünschenswert ist, um die HF-Quadru polfrequenz innerhalb der Massegrenzenbegrenzung zu ma ximieren, um die Makrobewegungsfrequenzen und somit die wirksame Länge des Mehrkerbenfilters zu maximieren.
Sobald die maximal erreichbare HF-Quadrupolfrequenz ausge
wählt ist und die Makrobewegungsfrequenzen der Ziel- (der
unerwünschten) Masse-zu-Ladungs-Verhältnisse unter Verwen
dung der obigen Gleichungen berechnet sind, können die Exzi
sionsfelder bei den Makrobewegungsfrequenzen angelegt wer
den. Der Wert der Amplitude des Exzisionsfelds wird ausge
wählt, um die Sperrung in einer Kerbe zu maximieren, ohne
die Breite der Kerbe über das erlaubte eine m/z zu verbrei
tern (die Trennung von dem nächsten "Nicht-Ziel"-Ion). Dies
kann für jedes Zielion durchgeführt werden.
Da zwei oder mehr Zielionenspezies (jedes mit einem unter
schiedlichen Masse-zu-Ladungs-Verhältnis) gleichzeitig exzi
siert werden können, kann für jedes Zielion eine Exzisions
spannung hinzugefügt werden, und zwar mit der Exzisionsfre
quenz, die der einzelnen Makrobewegungsfrequenz entspricht.
In diesem Fall werden vorzugsweise Exzisionsspannungen für
benachbarte (d. h. unmittelbar angrenzende) Kerben an zwei
verschiedene Sätze von gegenüberliegenden Elektroden auf ei
ne orthogonale Art und Weise angelegt werden. Fig. 8 zeigt
beispielsweise die schematische Darstellung eines Mehrker
benfilters 400 mit drei Kerben, wobei ω₁, ω₂ und ω₃ Exzi
sionsfrequenzen sind, die Kerben mit ansteigenden Masse-zu-
Ladungs-Verhältnissen entsprechen. Die Exzisionsspannungs
quellen für benachbarte Frequenzen ω₁ und ω₂ sind orthogonal
konfiguriert, wie es auch die Exzisionsspannungsquellen für
die benachbarten Frequenzen ω₃ und ω₂ sind. Die Exzisions
spannungsquellen für die Frequenzen ω₁ und ω₃ sind jedoch in
einer parallelen Konfiguration. Es ist offensichtlich, daß,
wenn mehr als drei Kerben in dem Filter implementiert werden
sollen, die Exzisionsspannungsquellen auf eine analoge Art
und Weise angeordnet werden können.
Claims (17)
1. Mehrkerbenfilter (100) zum selektiven Entfernen von zu
mindest zwei unterschiedlichen Zielionen, von denen je
des ein unterschiedliches spezifisches Masse-zu-La
dungs-Verhältnis aufweist, von einem Ionenstrahl (132),
mit folgenden Merkmalen:
- (a) einem Quadrupol (110) mit einem Einlaßende (122) und einem Auslaßende (124), derart, daß der Ionen strahl (132) gerichtet werden kann, um von dem Einlaßende (122) zu dem Auslaßende (124) zu lau fen, wobei das Quadrupol (110) zwei Paare von pa rallelen Elektroden (12, 16; 14, 18) aufweist, die angepaßt sind, um in dem Quadrupol schwingende Spannungen aufzuweisen, wobei jedes Paar (12, 16; 14, 18) zwei gegenüberliegende parallele Elektro den mit gleicher Spannung aufweist, und wobei ein Paar eine schwingende Spannung aufweist, die zu der des anderen Paares um 180° phasenverschoben ist, wenn eine HF-Quadrupolspannung bei einer HF-Quadrupolfrequenz zwischen die beiden Elektroden paare angelegt wird; und
- (b) einer Leistungsversorgung (120A, B, C; 121A, B), die mit dem Quadrupol elektrisch verbunden ist, zum Treiben der schwingenden Spannung des Quadru pols, welche in der Lage ist, eine schwingende Spannung zu erzeugen, die eine Kombination ist, die die HF-Quadrupolspannung zwischen den beiden Elektrodenpaaren, eine erste Exzisionsspannung bei einer ersten Exzisionsfrequenz (ω₁) zwischen einem Paar der gegenüberliegenden Elektroden und eine zweite Exzisionsspannung bei einer zweiten Exzi sionsfrequenz (ω₂) zwischen dem anderen Paar der gegenüberliegenden Elektroden aufweist, derart, daß die HF-Quadrupolspannung bewirkt, daß Ionen über einem ausgewählten Masse-zu-Ladungs-Verhält nis in dem Ionenstrahl entlang des Quadrupols von dem Einlaßende zu dem Auslaßende geleitet werden, wobei die erste Exzisionsspannung bewirkt, daß ein erstes Zielion in Resonanz gerät und von dem Io nenstrahl entfernt wird, bevor es aus dem Quadru pol austritt, wohingegen die zweite Exzisionsspan nung bewirkt, daß ein zweites Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, bevor dasselbe aus dem Quadrupol austritt.
2. Mehrkerbenfilter gemäß Anspruch 1,
bei dem jedes der Zielionen eine unterschiedliche domi nante Resonanzfrequenz als Reaktion auf die HF-Quadru polspannung aufweist, und
bei dem die Leistungsversorgung angepaßt ist, um das Quadrupol mit Exzisionsspannungen zu treiben, von denen jede eine Frequenz bei einer unterschiedlichen dominan ten Resonanzfrequenz aufweist.
bei dem jedes der Zielionen eine unterschiedliche domi nante Resonanzfrequenz als Reaktion auf die HF-Quadru polspannung aufweist, und
bei dem die Leistungsversorgung angepaßt ist, um das Quadrupol mit Exzisionsspannungen zu treiben, von denen jede eine Frequenz bei einer unterschiedlichen dominan ten Resonanzfrequenz aufweist.
3. Mehrkerbenfilter gemäß Anspruch 2,
bei dem immer zwei der Exzisionsspannungen, welche bei
zwei benachbarten dominanten Frequenzen sind, an zwei
unterschiedlichen Paaren (12, 16; 14, 18) der gegen
überliegenden Elektroden angelegt werden.
4. Mehrkerbenfilter gemäß einem beliebigen der vorherge
henden Ansprüche,
bei dem die Leistungsversorgung eine Mehrzahl von Os
zillatoren (120A, 120B, 120C) zum getrennten Treiben
der HF-Quadrupolspannung und jeder Exzisionsspannung
aufweist.
5. Mehrkerbenfilter gemäß einem beliebigen der vorherge
henden Ansprüche,
bei dem frequenzselektive Schaltungen (121A, 121B) in
demselben vorhanden sind, um einen Oszillator, der die
HF-Quadrupolspannung treibt, von Oszillatoren, die die
Exzisionsspannungen treiben, zu trennen.
6. Mehrkerbenfilter gemäß einem beliebigen der vorherge
henden Ansprüche,
bei dem mehr als zwei Exzisionsspannungen an die Elek troden (12, 16; 14, 18) angelegt sind, und
bei dem die Leistungsversorgung einen ersten (120B), einen zweiten (120C) und einen dritten (120D) Oszilla tor aufweist, welcher die erste, die zweite bzw. die dritte Exzisionsspannung treibt, um das erste, das zweite bzw. das dritte Zielion zu entfernen, wobei das erste, das zweite und das dritte Zielion benachbarte dominante Resonanzfrequenzen in ansteigender Reihenfol ge unter allen zu entfernenden Zielionen aufweisen, wo bei der erste und der dritte Oszillator jeweils einen Spannungsauslaßanschluß aufweisen, wobei der Spannungs auslaßanschluß des ersten (120B) und der Spannungsaus laß des dritten Oszillators (120D) seriell verbunden sind, um ihre Exzisionsspannungen als eine Überlagerung zwischen ein Paar (14, 18) der gegenüberliegenden Elek troden anzulegen, während der zweite Oszillator (120C) die zweite Exzisionsspannung zwischen das andere Paar (12, 16) der gegenüberliegenden Elektroden anlegt.
bei dem mehr als zwei Exzisionsspannungen an die Elek troden (12, 16; 14, 18) angelegt sind, und
bei dem die Leistungsversorgung einen ersten (120B), einen zweiten (120C) und einen dritten (120D) Oszilla tor aufweist, welcher die erste, die zweite bzw. die dritte Exzisionsspannung treibt, um das erste, das zweite bzw. das dritte Zielion zu entfernen, wobei das erste, das zweite und das dritte Zielion benachbarte dominante Resonanzfrequenzen in ansteigender Reihenfol ge unter allen zu entfernenden Zielionen aufweisen, wo bei der erste und der dritte Oszillator jeweils einen Spannungsauslaßanschluß aufweisen, wobei der Spannungs auslaßanschluß des ersten (120B) und der Spannungsaus laß des dritten Oszillators (120D) seriell verbunden sind, um ihre Exzisionsspannungen als eine Überlagerung zwischen ein Paar (14, 18) der gegenüberliegenden Elek troden anzulegen, während der zweite Oszillator (120C) die zweite Exzisionsspannung zwischen das andere Paar (12, 16) der gegenüberliegenden Elektroden anlegt.
7. Verfahren zum selektiven Entfernen von zumindest zwei
unterschiedlicher Zielionen mit unterschiedlichen
spezifischen Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen von einem
Ionenstrahl (132), mit folgenden Schritten:
Treiben der Spannung von vier parallelen Elektroden (12, 14, 16, 18) eines Quadrupols als zwei Paare (12, 16; 14, 18), wobei jedes Paar zu dem anderen Paar um 180° phasenverschoben ist, wenn eine schwingende HF-Quadrupolspannung an das Quadrupol angelegt ist, der art, daß jedes Paar aus zwei gegenüberliegenden Elek troden (12, 16 oder 14, 18) besteht, welche die gleiche Spannung aufweisen,
Treiben der Spannung zwischen den gegenüberliegenden Elektroden eines der Paare mit einer ersten Exzisions spannung bei einer ersten Frequenz; und
Treiben der Spannung zwischen den gegenüberliegenden Elektroden des anderen der Paare mit einer zweiten Ex zisionsspannung bei einer zweiten Frequenz, wobei die HF-Quadrupolfrequenz (Ω) ausgewählt ist, um zu bewir ken, daß Ionen über einem ausgewählten Masse-zu-La dungs-Verhältnis entlang des Quadrupols geführt werden, wobei die erste Exzisionsfrequenz (ω₁) ausgewählt ist, um zu bewirken, daß das erste Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, während die zweite Exzisionsfrequenz (ω₂) ausgewählt ist, um zu be wirken, daß das zweite Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, bevor dasselbe aus dem Quadrupol austritt, wobei der Ionenstrahl gerichtet ist, um von einem Einlaßende zu einem Auslaßende des Quadrupols zu laufen.
Treiben der Spannung von vier parallelen Elektroden (12, 14, 16, 18) eines Quadrupols als zwei Paare (12, 16; 14, 18), wobei jedes Paar zu dem anderen Paar um 180° phasenverschoben ist, wenn eine schwingende HF-Quadrupolspannung an das Quadrupol angelegt ist, der art, daß jedes Paar aus zwei gegenüberliegenden Elek troden (12, 16 oder 14, 18) besteht, welche die gleiche Spannung aufweisen,
Treiben der Spannung zwischen den gegenüberliegenden Elektroden eines der Paare mit einer ersten Exzisions spannung bei einer ersten Frequenz; und
Treiben der Spannung zwischen den gegenüberliegenden Elektroden des anderen der Paare mit einer zweiten Ex zisionsspannung bei einer zweiten Frequenz, wobei die HF-Quadrupolfrequenz (Ω) ausgewählt ist, um zu bewir ken, daß Ionen über einem ausgewählten Masse-zu-La dungs-Verhältnis entlang des Quadrupols geführt werden, wobei die erste Exzisionsfrequenz (ω₁) ausgewählt ist, um zu bewirken, daß das erste Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, während die zweite Exzisionsfrequenz (ω₂) ausgewählt ist, um zu be wirken, daß das zweite Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, bevor dasselbe aus dem Quadrupol austritt, wobei der Ionenstrahl gerichtet ist, um von einem Einlaßende zu einem Auslaßende des Quadrupols zu laufen.
8. Verfahren gemäß Anspruch 7,
bei dem die Exzisionsfrequenzen derart ausgewählt sind,
daß für jedes der unterschiedlichen Zielionen (von de
nen jedes eine unterschiedliche Makrobewegungsfrequenz
als Reaktion auf die HF-Quadrupolspannung aufweist) ei
ne der Exzisionsspannungen das Zielion synchron treibt,
um transversale Augenblicksmakrobewegungskomponenten
des Zielions zu verstärken.
9. Verfahren gemäß Anspruch 7 oder 8,
bei dem jedes der unterschiedlichen Zielionen eine un terschiedliche dominante Resonanzfrequenz als Reaktion auf die HF-Quadrupolspannung aufweist, und
bei dem die Frequenzen der Exzisionsspannungen ausge wählt sind, um bei unterschiedlichen dominanten Reso nanzfrequenzen zu sein.
bei dem jedes der unterschiedlichen Zielionen eine un terschiedliche dominante Resonanzfrequenz als Reaktion auf die HF-Quadrupolspannung aufweist, und
bei dem die Frequenzen der Exzisionsspannungen ausge wählt sind, um bei unterschiedlichen dominanten Reso nanzfrequenzen zu sein.
10. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis 9,
das ferner das Maximieren der Anzahl von Schwingungs
perioden aufweist, die ein Ion unterläuft, bevor es das
Quadrupol verläßt.
11. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis
10,
das ferner das Auswählen eines Grenz-Masse-zu-Ladungs-
Verhältnisses und das Auswählen einer im wesentlichen
maximalen Frequenz für die HF-Quadrupolfrequenz inner
halb der Begrenzungen des ausgewählten Grenz-Masse-zu-
Ladungs-Verhältnisses aufweist.
12. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis
11,
bei dem unterschiedliche Oszillatoren (129A, 120B,
120C) verwendet werden, um die HF-Quadrupolspannung und
die Exzisionsspannungen zu treiben.
13. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis
12,
bei dem unterschiedliche Oszillatoren zum Treiben der
HF-Quadrupolspannung und jeder Exzisionsspannung ver
wendet werden, wobei das Verfahren ferner das Trennen
des Oszillators, der die HF-Quadrupolspannung aufweist,
von den Oszillatoren, die die Exzisionsspannungen trei
ben, aufweist.
14. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis
13,
das ferner das Emittieren eines Ionenstrahls aus einer
Ionenquelle aufweist.
15. Verfahren gemäß einem beliebigen der Ansprüche 7 bis
14,
das ferner das Erfassen von Ionen, die das Quadrupol
verlassen, aufweist.
16. Verfahren zum Herstellen eines Mehrkerbenfilters zum
selektiven Entfernen von zumindest zwei unterschiedli
chen Zielionen mit unterschiedlichen spezifischen Mas
se-zu-Ladungs-Verhältnissen von einem Ionenstrahl
(132), mit folgenden Schritten:
- (a) Verbinden von zwei parallelen Elektroden (12, 16; 14, 18), die einander gegenüber liegen, als ein erstes Paar (12, 16) in einem Quadrupol (110), um eine elektrische Hochfrequenzverbindung zwischen denselben zu schaffen, und Verbinden von zwei an deren parallelen Elektroden, die einander gegen über liegen, als ein zweites Paar (14, 18) in dem Quadrupol, um eine elektrische Hochfrequenzverbin dung zwischen denselben zu schaffen; und
- (b) Verbinden einer Leistungsversorgung (120A, B, C; 121A, B) mit dem Quadrupol (110), der vier paral lele Elektroden aufweist, die aus zwei Paaren von gegenüberliegenden Elektroden bestehen, zum Trei ben einer schwingenden Spannung auf dem Quadrupol, wobei die Leistungsversorgung in der Lage ist, ei ne schwingende Spannung zu erzeugen, welche eine Kombination ist, die eine HF-Quadrupolspannung, welche in einem gleichen Potential auf den gegen überliegenden Elektroden (12, 16; 14, 18) in jedem Paar resultiert, und welche darin resultiert, daß ein Paar (12, 16) zu dem anderen Paar (14, 18) be züglich der HF-Quadrupolspannung um 180° phasen verschoben ist, eine erste Exzisionsspannung und eine zweite Exzisionsspannung aufweist, wobei die Leistungsversorgung ferner in der Lage ist, die erste Exzisionsspannung bei einer ersten Exzisi onsfrequenz (ω₁) zwischen einem Paar (14, 18) der gegenüberliegenden Elektroden zu erzeugen, derart, daß die Elektroden (14, 18) in dem Paar zueinander bezüglich der ersten Exzisionsspannung um 180° phasenverschoben sind, und wobei dieselbe ferner in der Lage ist, die zweite Exzisionsspannung bei einer zweiten Exzisionsfrequenz (ω₂) zwischen dem anderen Paar (12, 16) der gegenüberliegenden Elek troden zu erzeugen, derart, daß bezüglich der zweiten Exzisionsspannung die Elektroden (12, 16) in dem anderen Paar zueinander um 180° phasenver schoben sind, derart, daß die HF-Quadrupolspannung ein Feld erzeugt, das darin resultiert, daß Ionen über einem ausgewählten Masse-zu-Ladungs-Verhält nis entlang des Quadrupols (110) geführt werden, wobei die erste Exzisionsspannung bewirkt, daß ein erstes Zielion in Resonanz gerät und von dem Io nenstrahl (132) entfernt wird, während die zweite Exzisionsspannung bewirkt, daß ein zweites Zielion in Resonanz gerät und von dem Ionenstrahl entfernt wird, bevor dasselbe aus dem Quadrupol austritt, wobei der Ionenstrahl gerichtet ist, um von einem Einlaßende zu einem Auslaßende des Quadrupols zu laufen.
17. Verfahren gemäß Anspruch 16,
bei dem unterschiedliche Oszillatoren zum Treiben der
HF-Quadrupolspannung und zum Treiben jeder der Exzisi
onsspannungen verbunden sind, und das Verfahren ferner
das Trennen des Oszillators, der die HF-Quadrupolspan
nung treibt, von den Oszillatoren, die die Exzisions
spannungen treiben, mit frequenzselektiven Kopplungs
schaltungen, aufweist.
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