DE19628185A1 - Rollgleiter - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Rollgleiter mit den Merkmalen des Oberbegriffs von An
spruch 1.
Ein derartiger Rollgleiter ist aus der EP-A-0 710 495 bekannt. Er weist im vorderen
Sohlenabschnitt eine Vielzahl von Rollen zur Stützung des Vorfußes auf. Dieser Roll
gleiter ist nicht nur im Sport verwendbar, sondern kann auch einer therapeutischen
Behandlung dienen, falls Muskel- oder Knochenfehlbildungen und insbesondere
Haltungsschäden an Beinen oder Füßen auftreten. Solche Haltungsschäden an den
Füßen sind unter anderem auf eine zu geringe Durchtrainierung der Fußmuskulatur
zurückzuführen.
Beim gesunden Fuß wird das Körpergewicht ausgehend von den Hüftgelenken über
die Knie bis hinunter über das obere Sprunggelenk auf den Fuß verteilt. Ein gesunder
Fuß, der keine anatomische Deformitäten zeigt, nimmt im Stehen auf dem Fersenbein
zwischen 50 und 90% der gesamten Belastung und auf dem Mittel- und Vorfußbe
reich zwischen 10 und 50% der gesamten Belastung auf. Beim Gehen wird die Kraft,
die durch die Beine auf die Ferse übertragen wird, dynamisch auf dem Vorfuß verteilt.
Ein gesunder Fuß wird also durch ein biodynamisches Gleichgewicht, das durch die
Form der einzelnen Fußknochen sowie durch den Muskelzug hergestellt wird, per
manent unter Belastung gehalten.
Bei ca. 70% der Bevölkerung besteht eine sogenannte Knick-Senkfußdeformität. Als
Ursachen dafür sind eine angeborene Bindegewebsschwäche, mangelndes Fußtrai
ning, permanentes Gehen auf hartem Boden sowie permanentes Gehen in festem
Schuhwerk bekannt. Die Knick-Senkfußdeformität tritt bereits im Kleinkindalter auf
und findet ihre gesamte Ausprägung beim Erwachsenen. Die normale Abweichung
der Rückfußachse von der Senkrechten beträgt 0 bis 6°, wie in Fig. 5a dargestellt ist.
Beim Knick-Senkfuß weicht diese Rückfußachse jedoch um mehr als 6° von der
Senkrechten ab, wobei Abweichungen von 10°, wie in Fig. 5b dargestellt ist, oder so
gar bis zu 20° möglich sind. Als Folge des nach innen abgekippten Rückfußes senkt
sich auch das Fußlängsgewölbe ab, wodurch ein klassischer Senkfuß entsteht, bei
dem beim Stehen nahezu die gesamte Unterfläche des Fußes mit dem Untergrund in
Berührung ist.
Als therapeutische Maßnahme wird schon im frühen Kindes alter mit fußgymnasti
schen Übungen dem Knick-Senkfuß entgegengewirkt. Dabei handelt es sich um
Übungen im Zehenspitzengang und im Fersengang, Greifübungen sowie Extensi
onsübungen im Bereich der Zehen. Diese bisherige Knick-Senkfußtherapie durch
krankengymnastische Übungen umfaßt in der Regel ein ein- bis mehrfaches wöchent
liches Üben mit einer Krankengymnastin sowie ferner ein tägliches häusliches Üben.
Jedoch weisen diese Übungen den Nachteil auf, daß sie nicht über mehrere Jahre
durchgehalten werden, wobei einerseits die Eltern nicht das nötige Durchhaltever
mögen besitzen und wobei andererseits die Kinder selbst so wenig Spaß an den
Übungen haben, daß durch ein dadurch hervorgerufenes Abwehrverhalten ein weite
res Üben unmöglich gemacht wird.
Eine weitere therapeutische Maßnahme zur Verbesserung des Fußgewölbes stellt die
Versorgung mit maßgeschneiderten Einlagen dar. Diese werden in der Regel halb
jährlich vom Arzt je nach Wachstumszustand des Fußes neu verordnet und unterstüt
zen das Fußgewölbe während der gesamten Wachstumsphase. Diese Therapie ist je
doch eine passive Maßnahme und fördert nicht das für die Deformität verantwortli
che oder mitverantwortliche Muskelwachstum, sondern es schafft im Gegenteil eher
noch ein Ausruhen der Muskulatur, da das Fußgewölbe durch die Einlagen zusätz
lich unterstützt wird.
Als wesentlich effektivere therapeutische Maßnahme kann daher der eingangs ange
sprochene Rollgleiter, der eine selektive Belastung einzelner Fußabschnitte erlaubt,
verwendet werden, zumal das Laufen mit diesem Rollgleiter einerseits ein Training für
die Bein- und Fußmuskulatur darstellt und andererseits gerade Kindern eine interes
sante Freizeitbeschäftigung ermöglicht, so daß eine derartige Therapie auch über eine
längere Dauer durchgehalten wird.
Versuche mit dem vorgenannten Rollgleiter haben aber gezeigt, daß dieser den natür
lichen Bewegungsablauf des Fußes beim Gehen noch nicht optimal nachempfindet
und unterstützt.
Ein anderer Rollgleiter in Form eines Rollschuhs ist aus der DE-B-11 17 013 be
kannt. Dieser Rollgleiter ist zur Aufnahme eines normalen Schuhs vorgesehen. Er
weist eine unterseitig angeordnete Laufrollen tragende Fußplatte auf, die aus zwei
längsverstellbar miteinander verbundenen, aus flexiblem Kunststoff hergestellten
Teilstücken, nämlich einem vorderen und einem hinteren Teilstück, besteht. Jedes
Teilstück weist ein überstehendes biegsames Schiebeglied auf, die beiden Schiebe
glieder überlappen sich und sind durch eine Klemmschraube miteinander verbindbar.
So ist zwischen den beiden genannten Teilstücken ein flexibler mittlerer Abschnitt
gebildet. Die Laufrollen sind jeweils um eine vertikale Achse verschwenkbar an der
Fußplatte gelagert, wobei drei Laufrollen am vorderen Teilstück gleichmäßig dreieck
förmig verteilt sind und nur eine Laufrolle am hinteren Teilstück mittig angeordnet ist.
Auch der zuvor erläuterte, weiter bekannte Rollgleiter mit flexiblem mittleren Ab
schnitt hat in durchgeführten Untersuchungen noch nicht alle Anforderungen einer
therapeutischen Behandlung der Knick-Senkfußdeformität erfüllen können. So füh
ren die vertikale Verschwenkbarkeit der Laufrollen und die Flexibilität der Teilstücke
zu einem ziemlich undefinierten Bewegungsablauf. Die an den Ecken eines gleich
schenkligen, symmetrisch zur Längsachse des Rollgleiters ausgerichteten Dreiecks
angeordneten vorderen Laufrollen können das natürliche Abrollverhalten des Fußes
nicht zufriedenstellend simulieren.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den eingangs erläu
terten, bekannten Rollgleiter derart auszugestalten und weiterzubilden, daß bei der
Verwendung des Rollgleiters einzelne Fußabschnitte derart belastet werden können,
daß ein weitgehend der natürlichen Fußbewegung entsprechendes Abrollverhalten
erreicht wird und eine optimale therapeutische Behandlung der Knick-Senkfußde
formität möglich ist.
Die zuvor aufgezeigte Aufgabe wird bei einem Rollgleiter mit den eingangs genann
ten Merkmalen dadurch gelöst, daß die vorderen Rollen auf der Unterseite des vorde
ren Sohlenabschnitts derart flächig verteilt angeordnet sind, daß sie eine im wesentli
chen dreieckige oder trapezförmige Gleitfläche mit einer nach vorn weisenden Spitze
festlegen, wobei die die Spitze definierende vordere Rolle im wesentlichen unterhalb
der zweiten und dritten Zehe, und insbesondere unterhalb des zweiten mittleren und
des dritten distalen Zehenknochens, eines vom Schuh aufzunehmenden Fußes ange
ordnet ist.
Es hat sich gezeigt, daß diese dreieckförmige Anordnung der vorderen Rollen auf der
Unterseite des vorderen Sohlenabschnitts einem dem natürlichen Gehen nahekom
menden Abrollverhalten des Rollgleiters besonders zuträglich ist.
Das Abrollverhalten des Rollgleiters wird weiter dadurch wesentlich verbessert, daß
vorzugsweise zwei vordere Rollen im wesentlichen unterhalb des ersten und fünften
Metatarsalköpfchens des vom Schuh aufzunehmenden Fußes angeordnet sind.
In besonders bevorzugter Ausgestaltung sind lediglich drei vordere Rollen Vorgese
hen. Dies bewirkt, daß der Rollwiderstand minimal gehalten wird, so daß ein nahezu
natürliches Gehen oder Laufen mit dem vorschlagsgemäßen Rollgleiter möglich ist.
Eine gute Gleichgewichtslage wird insbesondere dadurch erhalten, daß die die Spitze
definierende vordere Rolle bezüglich der Rollgleitrichtung des Rollgleiters oder im
Falle einer vertikalen Verdrehbarkeit der Rollen bezüglich der Längserstreckung des
Rollgleiters mittig zwischen den beiden weiteren vorderen Rollen und/oder mittig
zwischen den hinteren Rollen angeordnet ist.
In einer bevorzugten Weiterbildung ist zumindest eine der vorderen Rollen lediglich
in Vorwärtsrichtung drehbar ausgebildet, während sie in der anderen Richtung bloc
kierend ausgebildet ist. Dadurch ist zwar nur ein Rollen in Vorwärtsrichtung möglich,
jedoch ist das Abstoßen, also das Beschleunigen, wegen der in Rückwärtsrichtung
wirksamen Rollenblockierung sehr einfach, so daß die Vorwärtsbewegung sehr starke
Ähnlichkeiten mit dem normalen Vorwärtsgehen aufweist.
Um einen weitgehend natürlichen Bewegungsablauf nachzuahmen, ist es vorteilhaft,
wenn die Rollen in die Sohle integriert sind, also jeweils zum Teil in Ausnehmungen
der Sohle hineinragen, so daß die Drehachsen der Rollen im wesentlichen in der von
der Unterseite der Sohle gebildeten Fläche liegen, da hierdurch ein besonders niedrig
bauender und dementsprechend kippstabiler Rollgleiter realisierbar ist.
Eine bevorzugte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, daß die Rollen derart an
der Sohle gelagert sind, daß die Drehachsen der Rollen um zur Sohle im wesentlichen
senkrecht verlaufende Schwenkachsen verstellbar sind. Durch eine entsprechende
Ausrichtung der Drehachsen aller Rollen wird es möglich, Innen- oder Außendreh
fehlstellungen des Fußes im Bereich der Beinachse, wie Sprunggelenksachse, Knie
gelenksachse oder Hüftgelenksachse, zu kompensieren. Dabei ist es zur individuellen
Anpassung erforderlich, daß die Schrägstellung der Abrollrichtungen der Rollen be
züglich der Längserstreckung des Schuhs einstellbar ist und in der optimalen
Schwenklage feststellbar ist.
Eine konstruktiv einfache Lösung der vorgenannten Schwenkbarkeit ergibt sich da
durch, daß in die Sohle drehscheibenartige Rollenlager integriert sind, die um im we
sentlichen senkrecht zur Unterseite der Sohle verlaufende Schwenkachsen verstell
bar sind und die Rollen um im wesentlichen zu der Unterseite parallel verlaufende
Drehachsen drehbar lagern. Hierbei sind die Rollenlager insbesondere derart schwer
gängig in der Sohle gelagert, daß zusätzliche Feststellmittel zur Festlegung der Rol
lenlager in einer gewünschten Schwenklage entfallen können.
Einem natürlichen Bewegungsablauf ist es außerdem zuträglich, wenn die hintere
Rolle im wesentlichen unterhalb und kurz vor dem unteren Ende des Fersenbeins des
vom Schuh aufzunehmenden Fußes angeordnet ist. Insbesondere ist hierbei die hin
tere Rolle im wesentlichen mittig bezüglich der Querstreckung des hinteren Sohlen
abschnitts angeordnet.
In einer Ausführungsvariante sind mehrere hintere Rollen vorgesehen und alle ne
beneinander angeordnet. So wird ein längsgerichtetes Verkippen des hinteren Soh
lenabschnitts beim Benutzen des Rollgleiters ermöglicht, wodurch eine weitere An
näherung an das normale Abrollverhalten eines gesunden Fußes erreichbar ist.
Des weiteren können die hinteren Rollen im Rückfußbereich erfindungsgemäß dyna
misch mit einer Bremswirkung versehen sein. Dies wird dadurch gewährleistet, daß
die hinteren Rollen einen von der Gewichtsbelastung abhängigen Rollwiderstand
aufweisen, wobei die hinteren Rollen unterhalb einer Gewichtsbelastungsschwelle
frei rollen und oberhalb dieser Gewichtsbelastungsschwelle einen erhöhten Rollwi
derstand aufweisen. Dies bedeutet, daß bei einer zu starken Belastung des Rückfußes
eine Bremswirkung entsteht und daß andererseits bei einer geringeren Belastung des
Rückfußes, beispielsweise der halben Gesamtbelastung, ein freies Rollgleiten möglich
ist. Somit wird während des Fahrens eine Belastung des Vorfußes erzwungen, wäh
rend das Aufsetzen des Rückfußes im Schuh vermieden wird. Dadurch wird eine
Kräftigung der gewölbestabilisierenden Fußmuskulatur erzielt. Insbesondere werden
die Flexoren (Unterschenkelbeuger, Fußbeuger) gezielt gekräftigt.
Beim Bremsen muß wiederum der Vorfuß angehoben werden, um die hinteren Rollen
stärker zu belasten und um somit die Bremswirkung hervorzurufen. Dadurch werden
die Extensoren in besonderem Maße gekräftigt. Darüber hinaus entspricht die Hal
tung beim freien Gleiten der Haltung beim Alpin-Skifahren und führt somit zusätzlich
zu einer idealen Kräftigung der gesamten Bein- und Rumpfmuskulatur. Der Rollglei
ter ist somit auch als ideales Trainingsinstrument für Ski-Langlauf geeignet.
Erfindungsgemäß ist weiterhin bei den hinteren Rollen die Gewichtsbelastungs
schwelle einstellbar, so daß die Bremswirkung gewichts- und trainingsabhängig ein
gestellt werden kann.
Schließlich ist bei dem erfindungsgemäßen Rollgleiter die Verwendung eines Halb
schuhes von Vorteil, da somit eine erheblich größere Beweglichkeit des Fußes mög
lich ist. Dieses dient zusätzlich dem Training der Fußmuskeln und steigert somit die
therapeutischen Möglichkeiten, da die Steuerung des Rollgleiters dadurch noch stär
ker aus dem Fuß und nicht nur aus den Ober- und Unterschenkelmuskeln möglich ist.
Die Gefahr eines Umknickens mit diesem Rollgleiter ist gering, da die Rollen im Be
reich der Auflagefläche des Vorfußes eine Gleitfläche und im Bereich des Rückfußes
eine quer zur Längsrichtung verlaufende Gleitlinie bilden und da der Schwerpunkt
niedrig liegt.
Versuche haben gezeigt, daß eine natürliche Abrollbewegung insbesondere dadurch
unterstützt wird, daß der vordere Sohlenabschnitt zum vorderen Ende hin bezüglich
der von den vorderen und hinteren Rollen definierten Rollgleitfläche um einen Win
kel im unbelasteten Zustand angehoben ist, wobei dieser Winkel vorzugsweise ma
ximal 25° beträgt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 in einer Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines
Rollgleiters,
Fig. 2 eine schematisierte Seitenansicht entsprechend Fig. 1, ohne Schuh aber
mit Knochen eines den Rollgleiter tragenden Fußes,
Fig. 3a, b, c eine schematische Darstellung des Bewegungsablaufes der aus drei Ab
schnitten bestehenden Sohle während der Verwendung des Rollgleiters,
Fig. 4a, b, c eine schematische Draufsicht auf den Rollgleiter gemäß Fig. 2, wobei bei
den Darstellungen b und c der Fuß weggelassen ist, und
Fig. 5a, b Hinteransichten eines rechten Fußes zur Darstellung der Rückfußachse.
Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel eines vorschlagsgemäßen
Rollgleiters, der einen Schuh 1 mit einer Sohle 2 aufweist. Im Vorfußbereich dieses
Rollgleiters sind drei vordere Rollen 3 so angeordnet, daß sie eine Gleitfläche bilden.
In ähnlicher Weise sind im Rückfußbereich der Sohle zwei hintere Rollen 4 angeord
net. Die Sohle 2 weist drei Abschnitte auf, nämlich einen starren vorderen Sohlenab
schnitt 5, einen flexibleren mittleren Sohlenabschnitt 6 und einen starren hinteren
Sohlenabschnitt 7. Die Begriffe "starr" und "flexibel" sind natürlich nicht absolut zu
verstehen. Man kann hier auf die Definition von Sohlenstarrheit bei Schuhen im all
gemeinen zurückgreifen. Im übrigen ist auch klar, daß der flexible mittlere Sohlenab
schnitt häufig nur von einem an den vorderen Sohlenabschnitt unmittelbar anschlie
ßenden Biegestreifen gebildet sein wird, so daß die Winkelstellung zwischen vor
derem und hinterem Sohlenabschnitt auf einem relativ kurzen Stück der Sohle reali
siert wird. Auch das ist eine gerade bei Sportschuhen übliche Technik. Im übrigen
tritt ein entsprechend schmaler Biegestreifen auch von selbst häufig auf, wenn auch
der mittlere Sohlenabschnitt insgesamt breiter und insgesamt flexibel ist.
Ähnlich wie bei einem normalen Schuh sind also der vordere Sohlenabschnitt 5 und
der hintere Sohlenabschnitt 7 relativ zueinander beweglich, da der flexible mittlere
Sohlenabschnitt 6 es ermöglicht, daß der vordere Sohlenabschnitt 5 und der hintere
Sohlenabschnitt 7 je nach Belastung des Schuhs unterschiedliche Winkel zueinander
einnehmen können. Insbesondere ist der vorschlagsgemäße Rollgleiter derart aus
gebildet, daß der vordere Sohlenabschnitt 5 im nahezu unbelasteten Zustand, wenn
ein Träger des Rollgleiters beispielsweise ruhig steht, zum vorderen Ende des Roll
gleiters hin um einen Winkel α leicht angehoben ist, wie in Fig. 2 dargestellt. Dieser
Winkel α bezüglich der von den Rollen 3, 4 definierten Rollgleitfläche bzw. bezüg
lich des Laufbodens für den Rollgleiter beträgt vorzugsweise maximal 25°. Durch
diese Anhebung des Rollgleiters in seinem vorderen Bereich wird das natürliche Ab
rollverhalten eines den Rollgleiter tragenden Fußes ideal unterstützt.
Die verschiedenen Sohlenabschnitte 5, 6 und 7 des Rollgleiters sind nun folgender
maßen ausgestaltet. Der vordere Sohlenabschnitt 5 ist im wesentlichen an die Aufla
gefläche des Vorfußes angepaßt, so daß der vordere Sohlenabschnitt 5 den Vorfuß
vollständig unterstützt. Ebenso ist der hintere Sohlenabschnitt 7 im wesentlichen an
die Auflagefläche des Hinterfußes angepaßt, so daß der hintere Sohlenabschnitt 7 den
Hinterfuß unterstützt. Der vordere Sohlenabschnitt 5 bildet an der Unterseite eine
ebene Fläche, in die die vorderen Rollen 3 jeweils zum Teil versenkt und derart flä
chig verteilt angeordnet sind, daß die vorderen Rollen 3 eine im wesentlichen dreiec
kige Gleitfläche bilden. In ähnlicher Weise sind die beiden hinteren Rollen 4 in den
hinteren Sohlenabschnitt 7 integriert, der ebenfalls an der Unterseite eine ebene Flä
che bildet.
Wie weiter in Fig. 2 zu erkennen ist, ist die Form des flexiblen mittleren Sohlenab
schnittes 6 an die Formen des vorderen Sohlenabschnittes 5 und des hinteren Soh
lenabschnittes 7 angepaßt, so daß alle Sohlenabschnitte 5, 6 und 7 zusammen eine
durchgehende Sohle 2 bilden.
Wie in Fig. 1 dargestellt ist, ist in dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der flexible
mittlere Sohlenabschnitt 6 nach oben gewölbt, so daß der mittlere Sohlenabschnitt 6
eine Form der gesamten Sohle 2 erzeugt, die an den Fuß angepaßt ist. Es ist jedoch
ebenso möglich, den mittleren Sohlenabschnitt 6 als flachen Abschnitt auszugestal
ten, so daß die Unterflächen des vorderen Sohlenabschnittes 5, des flexiblen mittleren
Sohlenabschnittes 6 und des hinteren Sohlenabschnittes 7 im unbelasteten Zustand
im wesentlichen in einer Ebene liegen.
In Fig. 3 ist die die drei Sohlenabschnitte 5, 6 und 7 aufweisende Sohle 2 für ver
schiedene Stadien der Bewegung während des Rollgleitens schematisch dargestellt.
Fig. 3a zeigt die Sohle 2 im unbelasteten Zustand bzw. im Zustand des Stehens, also
in einem Zustand, in dem der vordere Sohlenabschnitt 5 und der hintere Sohlenab
schnitt 7 gleichmäßig belastet sind und damit beide über die hier nicht dargestellten
hinteren und rückwärtigen vorderen Rollen mit dem Untergrund Kontakt haben, wo
bei der vordere Sohlenabschnitt 5 mit seiner Spitze vorzugsweise leicht angehoben
ist.
Fig. 3b zeigt die Anordnung der Sohlenabschnitte 5, 6 und 7 in einem Zustand, in
dem ausschließlich der vordere Sohlenabschnitt 5 belastet wird. Dieser Zustand tritt
gerade dann auf, wenn während des Rollgleitens ein Abstoßen nach hinten ge
schieht. Dabei wird in besonderer Weise die vorteilhafte Wirkung des flexiblen mittle
ren Sohlenabschnittes 6 deutlich. Denn wie beim Gehen mit normalen Schuhen wird
der hintere Sohlenabschnitt 7 angehoben, während der vordere Sohlenabschnitt 5
weitgehend mit dem Untergrund in Berührung steht. Gleichzeitig ist vorzugsweise
mindestens eine Rolle im vorderen Sohlenabschnitt 5 gegen Rückdrehung blockiert.
Das bedeutet, daß das Rollgleiten mit dem erfindungsgemäßen Rollgleiter einen ähnli
chen Bewegungsablauf ermöglicht, wie es beim Gehen mit normalen Schuhen der Fall
ist.
Schließlich weist der hintere Sohlenabschnitt 7 bei der in Fig. 3c dargestellten An
ordnung der Sohlenabschnitte 5, 6 und 7 Kontakt mit dem Untergrund auf, während
der vordere Sohlenabschnitt 5 angehoben ist. Diese Haltung wird insbesondere beim
Bremsen des Rollgleiters eingenommen, wie im folgenden ausführlich beschrieben
wird.
Mit der in Rückwärtsrichtung blockierenden Ausgestaltung mindestens einer der
vorderen Rollen 3 ist somit ein Abstoßen nach vorne in einer Weise möglich, wie es
beispielsweise mit Schlittschuhen für den Eiskunstlauf ermöglicht wird, deren Kufen
am vorderen Ende Zacken aufweisen, die ein Abstoßen nach vorne ohne ein Verdre
hen der Füße nach außen erlauben.
Die hinteren Rollen 4 weisen in bevorzugter Ausgestaltung einen von der Gewichts
belastung abhängigen Rollwiderstand auf. Dabei können die hinteren Rollen 4 un
terhalb einer Gewichtsbelastungsschwelle frei rollen, wobei sie jedoch oberhalb der
Gewichtsbelastungsschwelle einen erhöhten Rollwiderstand aufweisen. Dadurch
wird eine gleichmäßige Verteilung der Gewichtsbelastung auf den Vorfuß und den
Hinterfuß während des Rollgleitens erzwungen.
Wie oben beschrieben worden ist, besteht eine Ursache für Knick-Senkfußdeformitä
ten darin, daß der Hinterfuß zu stark und der Vorfuß zu schwach belastet wird. Sind
nun die hinteren Rollen 4 derart ausgestaltet, daß sie oberhalb einer Gewichtsbela
stung, die beispielsweise 50% der gesamten Gewichtsbelastung entspricht, einen er
höhten Rollwiderstand aufweisen und somit abbremsen, so wird ein Läufer dazu ge
zwungen, den Vorfuß stärker zu belasten und den Hinterfuß zu entlasten, um unge
hindert eine Rollbewegung nach vorne auszuführen. Wie oben bereits beschrieben
worden ist, wird dadurch eine Kräftigung der gewölbestabilisierenden Fußmuskulatur
erzeugt. Durch eine entsprechende Gewichtsbelastung auf den Hinterfuß kann dage
gen ein Bremsvorgang hervorgerufen werden, ohne daß beispielsweise ein Verdrehen
des Fußes nach außen und ein dadurch hervorgerufenes Schleifen der Rollen über
den Untergrund als Bremse notwendig ist. Grundsätzlich lassen sich auch andere
Bremseinrichtungen realisieren, beispielsweise die von normalen Rollschuhen be
kannten Bremsklötze am hinteren Rand des Rückfußbereichs.
In einer besonderen Ausgestaltung ist der Abstand zwischen den hinteren Rollen 4
und dem hinteren Sohlenabschnitt 7 veränderbar, wobei sich der Abstand abhängig
von der Gewichtsbelastung einstellt. Dafür ist beispielsweise eine Feder zwischen
den hinteren Rollen 4 und dem hinteren Sohlenabschnitt 7 angeordnet, die abhängig
von der Gewichtsbelastung eine Veränderung des Abstandes zwischen den hinteren
Rollen 4 und dem hinteren Sohlenabschnitt 7 ermöglicht. Dadurch ist eine Verringe
rung des Abstandes der hinteren Rollen 4 zum hinteren Sohlenabschnitt 7 oberhalb
der Gewichtsbelastungsschwelle so weit möglich, daß die hinteren Rollen 4 an Reib
flächen anliegen. Durch die dadurch erzeugte Reibung erhöht sich der Rollwider
stand der hinteren Rollen 4, so daß es zu einem Abbremsen kommt. Anstelle einer Fe
der im engeren Sinne kann auch ein elastisches Element, beispielsweise ein Gummi
puffer oder ein Puffer aus einem anderen elastischen Material, an entsprechender
Stelle eingesetzt werden.
Weiterhin ist in dem Ausführungsbeispiel der Abstand der hinteren Rollen 4 zum hin
teren Sohlenabschnitt 7 mit Hilfe einer Einstellschraube einstellbar. Somit kann die
Gewichtsbelastungsschwelle in einfacher Weise eingestellt werden, so daß abhängig
vom Gewicht und vom Trainingszustand des zu therapierenden Läufers die Bremsei
genschaften der hinteren Rollen 4 eingestellt werden können. In besonders bevor
zugter Weise ist für diese Einstellung der Einstellschraube eine Gewichtsskala zuge
ordnet, die ein reproduzierbares Verstellen der Gewichtsbelastungsschwelle ermög
licht.
Der gesamte Bewegungsablauf während des Rollgleitens ist dem Bewegungsablauf
beim Gehen in normalen Schuhen weitgehend angepaßt. Denn es wird wie beim nor
malen Gehen ein Verdrehen des Fußes nach außen hin, sei es zum Abstoßen oder zum
Abbremsen, vermieden. Darüber hinaus wird eine richtige Belastung des Vorfußes
und des Hinterfußes durch die Rolleigenschaften der hinteren Rollen 4 erzwungen.
Daher eignet sich der erfindungsgemäße Rollgleiter in besonderer Weise zur thera
peutischen Behandlung von Knick-Senkfußdeformitäten.
Wie am besten der Draufsicht auf den ohne Halbschuh dargestellten vorschlagsge
mäßen Rollgleiter gemäß Fig. 4a zu entnehmen ist, sind die Rollen 3, 4 jeweils in dreh
scheibenförmigen Rollenlagern 16 an der Unterseite der Sohle 2 gehalten. Hierbei
sind diese ringförmig ausgebildeten Rollenlager 16 derart in die Sohlenabschnitte 5
und 7 integriert, das die Rollenlager 16 jeweils um Achsen verschwenkbar sind, die im
wesentlichen senkrecht zu den Unterseiten der Sohlenabschnitte 5 und 7 verlaufen.
Jedes Rollenlager 16 trägt beim Darstellungsbeispiel eine Rolle 3 oder 4 mit im we
sentlichen zu den genannten Unterseiten paralleler Drehachse. Somit läßt sich durch
Verschwenken der Rollenlager 16 in der Sohle 2 die Rollgleitrichtung des Rollgleiters
fest einstellen. Diese Verstellbarkeit eröffnet die Möglichkeit, Innen- oder Außendreh
fehlstellungen im Bereich der Beinachse, wie Sprunggelenksachse, Kniegelenksachse
oder Hüftgelenksachse, durch entsprechendes Ausrichten der Rollgleitrichtung des
Rollgleiters bezüglich seiner Längserstreckung zu kompensieren.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel eines Rollgleiters ist der Schuh 1
als Halbschuh ausgebildet. Denn wegen des niedrigen Schwerpunktes, der durch die
Anordnung der Rollen 3 und 4 in der Sohle 2 hervorgerufen wird, und wegen der
durch die Verteilung der Rollen 3 und 4 hervorgerufenen großen Gleitflächen ist die
Gefahr des Umknickens während des Rollgleitens stark reduziert, so daß eine beson
dere Abstützung des Fußgelenkes nicht notwendig ist. Bei der Verwendung eines
Halbschuhes wird jedoch eine größere Beweglichkeit des gesamten Fußes als bei ei
nem den Knöchel umgreifenden Schuh hervorgerufen, was wiederum der Bewe
gungstherapie des Fußes entgegenkommt. Selbstverständlich kann der Schuh auch
so ausgestaltet sein, daß er sich über das Fußgelenk hinaus erstreckt, um das Fußge
lenk zu stützen.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des vorgeschlagenen Rollgleiters ist in der Anord
nung der Rollen 3, 4 auf der Unterseite der Sohle 2 bzw. den jeweiligen Sohlenab
schnitten 5 und 7 zu sehen. Zur Veranschaulichung dieser besonderen Anordnung
wird nachfolgend insbesondere auf die Fig. 2 und 4 Bezug genommen.
Der Fig. 4b ist besonders deutlich zu entnehmen, daß die drei vorderen Rollen 3
dreieckförmig verteilt auf der Unterseite des Sohlenabschnitts 5 angeordnet sind.
Hierbei sind die die im wesentlichen dreieckförmige Gleitfläche 18 definierenden
Rollen 3 jeweils längs zueinander versetzt angeordnet. Da beim Darstellungsbeispiel
die im wesentlichen parallel zur Sohlenunterseite verlaufenden Drehachsen der Rol
len 3, 4 an oder in der Sohle 2 bzw. den Sohlenabschnitten 5, 7 vorzugsweise parallel
zueinander ausgerichtet sind, ist eine im wesentlichen in Richtung der Längserstrec
kung des Schuhs 1 verlaufende Rollgleitrichtung des Rollgleiters festgelegt und be
züglich dieser Rollgleitrichtung sind die drei vorderen Rollen 3 sowohl längs als auch
quer versetzt zueinander angeordnet. Des weiteren ist die im wesentlichen dreieckige
bzw. etwa trapezförmige Gleitfläche 18 aufgrund der Anordnung der drei vorderen
Rollen 3 an den Ecken eines Dreiecks 17 derart festgelegt, daß die Gleitfläche 18 eine
nach vorn gerichtete, je nach Breite der vordersten Rolle 3 abgestumpfte Spitze bil
det. Aufgrund des bereits angesprochenen Längsversatzes der Vorderrollen 3 ist
selbstverständlich, daß das von den Rollen 3 gebildete Dreieck 17 nicht spiegelsym
metrisch bezüglich der Rollgleitrichtung bzw. Längserstreckung des Rollgleiters ist.
Die bereits angesprochene vorderste, die Spitze des Dreiecks 17 bildende Rolle 3 ist
gemäß der bevorzugten Ausführungsform im wesentlichen unterhalb der zweiten und
dritten Zehe 8, 9 eines vom Rollgleiter aufgenommenen Fußes 10 angeordnet, und
zwar ist hierbei diese Rolle 3 relativ nahe am distalen Ende der beiden genannten Ze
hen 8 und 9 und insbesondere im Bereich des zweiten mittleren Zehenknochens 11
und im Bereich des dritten distalen Zehenknochens 12 angeordnet. Somit liegt die
vorderste Rolle 3 im wesentlichen in einer längsverlaufenden Mittelachse des Schuhs
1 bzw. des Rollgleiters.
Wie bereits erwähnt, sind die die beiden anderen Eckpunkte des Dreiecks 17 bilden
den rückwärtigen vorderen Rollen 3 ebenfalls in Richtung der Rollgleitbewegungs
richtung des Rollgleiters zueinander versetzt, wobei die innere Rolle 3 bezüglich der
Rollgleitrichtung weiter vorn und die äußere Rolle 3 demgegenüber weiter hinten
liegt. So wird durch diese beiden Rollen 3 ein schräger Verlauf des hinteren Randes
der durch alle vorderen Rollen 3 definierten Gleitfläche 18 in der Sohlenebene be
züglich der Rollgleitrichtung festgelegt.
Im einzelnen sind diese beiden zuvor genannten, an der Unterseite des Sohlenab
schnitts 5 angeordneten Rollen 3 im wesentlichen unterhalb des ersten Metatarsal
köpfchens 13 und des fünften Metatarsalköpfchens 14, also in Bereichen unterhalb
der distalen Enden des ersten und fünften Mittelfußknochens des von dem in Fig. 2
und 4 nicht dargestellten Schuh 1 aufgenommenen Fußes 10, angeordnet. Somit be
findet sich die innere dieser beiden Rollen 3 im wesentlichen unterhalb des in der
Zeichnung nicht bezeichneten Fußballens des Fußes 10.
Gerade durch diese Anordnung der vorderen Rollen 3, wobei ggf. auch innerhalb der
von den im Darstellungsbeispiel vorgesehenen drei Rollen 3 definierten Gleitfläche
18 weitere Rollen angeordnet sein können, ergibt sich ein wesentlich optimiertes Ab
rollverhalten des Rollgleiters, da gerade der Vorfußbereich in besonders natürlicher
Weise die beim Laufen oder Gehen erfolgende natürliche Bewegung nachvollziehen
kann. Die guten Abrolleigenschaften werden dementsprechend bei dem Rollgleiter
mit den bereits genannten drei Sohlenabschnitten 5, 6 und 7 dadurch erreicht, daß die
am vorderen Sohlenabschnitt 5 angeordneten vorderen Rollen 3 auf der Unterseite
dieses Sohlenabschnitts 5 derart flächig verteilt angeordnet sind, daß sie eine im we
sentlichen dreieckige oder trapezförmige Gleitfläche 18 mit einer nach vorn weisen
den Spitze festlegen, wobei der hintere Rand der Gleitfläche 18 schräg zu der von
den Rollen 3, 4 festgelegten Rollgleitrichtung von hinten außen nach vorn innen
verläuft.
Weiter wird ein für den Benutzer besonders angenehmer Bewegungsablauf bei Ver
wendung des vorschlagsgemäßen Rollgleiters dadurch erreicht, daß die beim Darstel
lungsbeispiel vorgesehenen zwei hinteren Rollen 4 mit ihren Drehachsen fluchtend
angeordnet sind. Hierdurch wird erreicht, daß sich am hinteren Sohlenabschnitt 7
keine ausgedehnte Gleitfläche, sondern idealerweise eine im Grenzfall quasi nur lini
enförmige Erstreckung des von den hinteren Rollen 4 definierten Kontaktbereichs
zwischen Rollgleiter und Boden ergibt. Diese durch eine entsprechend fluchtende
Anordnung auch bei mehr als zwei hinteren Rollen 4 oder bei nur einer hinteren
Rolle 4 zu verwirklichende Bildung einer quasi einachsigen Auflage führt gegenüber
einer in Rollgleitrichtung ausgedehnten Gleitfläche am hinteren Sohlenabschnitt 7 zu
dem Vorteil, daß der Sohlenabschnitt 7 leichter um die Achse der Rollen 4 im auf den
Boden aufgesetzten Zustand verschwenkbar ist. Dies unterstützt einen besonders
natürlichen Bewegungsablauf.
Fig. 2 ist zu entnehmen, daß die hinteren Rollen 4 mit ihren Drehachsen in der Nähe
des hinteren unteren Endes des Fersenbeins 15 des Fußes 10 und insbesondere dies
bezüglich leicht nach vorn versetzt angeordnet sind. Diese Position hat sich als be
sonders vorteilhaft für einen hohen Tragekomfort des Rollgleiters und einen in thera
peutischer Hinsicht optimalen Bewegungsablauf bei der Benutzung des Rollgleiters
erwiesen.
Weiter ist darauf hinzuweisen, daß, wie am besten Fig. 4c zu entnehmen ist, die hinte
ren Rollen 4 zusammen mit den beiden rückwärtigen vorderen Rollen 3 eine im we
sentlichen trapezförmige Gleitfläche 20 aufgrund der Verteilung dieser Rollen 3, 4 auf
der Unterseite der Sohle 2 an den Eckpunkten eines Trapezes 19 definieren. Diese
Gleitfläche 20 bestimmt das Rollverhalten des vorschlagsgemäßen Rollgleiters bei
vorn angehobenem Sohlenabschnitt 5, also insbesondere im nahezu unbelasteten Zu
stand, wenn ein den Rollgleiter tragender Benutzer locker steht oder ohne große
Krafteinwirkung dahingleitet.
Claims (15)
1. Rollgleiter mit einem Schuh (1), wobei die Sohle (2) des Schuhs (1) im Vorfuß
bereich einen starren vorderen Sohlenabschnitt (5) mit vorderen Rollen (3)
und im Hinterfußbereich einen starren hinteren Sohlenabschnitt (7) mit minde
stens einer hinteren Rolle (4) aufweist, wobei zwischen den Sohlenabschnitten
(5, 7) ein flexibler mittlerer Sohlenabschnitt (6) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die vorderen Rollen (3) auf der Unterseite des vorderen Sohlenabschnitts
(5) derart flächig verteilt angeordnet sind, daß sie eine im wesentlichen dreiec
kige oder trapezförmige Gleitfläche mit einer nach vorn weisenden Spitze
festlegen, wobei die die Spitze definierende vordere Rolle (3) im wesentlichen
unterhalb der zweiten und dritten Zehe (8, 9), eines vom Schuh (1) aufzuneh
menden Fußes (10) angeordnet ist.
2. Rollgleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Spitze defi
nierende vordere Rolle (3) unterhalb des zweiten mittleren Zehenknochens
(11) und des dritten distalen Zehenknochens (12) der zweiten und dritten Zehe
(8, 9) des vom Schuh (1) aufzunehmenden Fußes (10) angeordnet ist.
3. Rollgleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei vor
dere Rollen (3) im wesentlichen unterhalb des ersten und fünften Metatarsal
köpfchens (13, 14) des vom Schuh (1) aufzunehmenden Fußes (10) angeordnet
sind.
4. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß nur drei vordere Rollen (3) vorgesehen sind.
5. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die die Spitze definierende vordere Rolle (3) bezüglich der Rollgleit
richtung oder Längserstreckung des Rollgleiters mittig zwischen weiteren
vorderen Rollen (3) und/oder hinteren Rollen (4) angeordnet ist.
6. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß zumindest eine der vorderen Rollen (3) nur in einer Richtung drehbar
ausgebildet ist.
7. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die Rollen (3, 4) in die Sohle (2) integriert sind, so daß die Drehachsen
der Rollen (3, 4) im wesentlichen in der von der Unterseite der Sohle (2) gebil
deten Fläche liegen.
8. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die Rollen (3, 4) derart an der Sohle (2) gelagert sind, daß die Drehach
sen der Rollen (3, 4) um im wesentlichen zur Sohle (2) senkrecht verlaufende
Schwenkachsen verstellbar sind.
9. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß in die Sohle (2) integrierte drehscheibenartige Rollenlager (16) vorge
sehen sind, die um im wesentlichen senkrecht zur Unterseite der Sohle (2) ver
laufende Schwenkachsen verstellbar sind und die Rollen (3, 4) um im wesentli
chen zu der Unterseite parallel verlaufende Drehachsen drehbar lagern.
10. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die hintere Rolle (4) im wesentlichen unterhalb und kurz vor dem hin
teren unteren Ende des Fersenbeins (15) des vom Schuh (1) aufzunehmenden
Fußes (11) angeordnet ist.
11. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß die hintere Rolle (4) im wesentlichen mittig bezüglich der Querer
streckung des hinteren Sohlenabschnitts (7) angeordnet ist.
12. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß mehrere hintere Rollen (4) vorgesehen und alle nebeneinander ange
ordnet sind.
13. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß mindestens eine hintere Rolle (4) einen von der Gewichtsbelastung
abhängigen Rollwiderstand aufweist, wobei diese vorzugsweise unterhalb ei
ner Gewichtsbelastungsschwelle frei rollen und oberhalb der Gewichstbela
stungsschwelle einen erhöhten Rollwiderstand aufweist.
14. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß der Rollgleiter so ausgebildet ist, daß der vordere Sohlenabschnitt (5)
zum vorderen Ende hin bezüglich der von den vorderen und hinteren Rollen
(3, 4) definierten Rollgleitfläche um einen Winkel (α) im unbelasteten Zustand
angehoben ist.
15. Rollgleiter nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß der Winkel (α) maximal 25° beträgt.
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE19628185A DE19628185A1 (de) | 1996-05-23 | 1996-07-12 | Rollgleiter |
| US08/807,736 US5947486A (en) | 1994-11-04 | 1997-02-27 | Biodynamic roller skate |
| PCT/EP1997/002610 WO1997044104A1 (de) | 1996-05-23 | 1997-05-22 | Rollgleiter |
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|---|---|
| DE19628185A1 true DE19628185A1 (de) | 1997-11-27 |
Family
ID=7795075
Family Applications (1)
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| Country | Link |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2005037003A1 (ja) | 2003-10-22 | 2005-04-28 | Daichi Co., Ltd. | 履物 |
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| DE8711944U1 (de) * | 1987-09-03 | 1988-01-07 | Chbouki, Habib, 2300 Kiel | Rollschuh |
| DE4439453C1 (de) * | 1994-11-04 | 1996-02-29 | Juergen Zell | Biodynamischer Rollgleiter |
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1996
- 1996-07-12 DE DE19628185A patent/DE19628185A1/de not_active Withdrawn
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