DE19628963A1 - Sturzelement für ein Ziegelmauerwerk - Google Patents
Sturzelement für ein ZiegelmauerwerkInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Sturzelement nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Sturzelemente werden in der Bauindustrie zur
Überdeckung von Fenster- und Türöffnungen in Verblend- oder
in Tragmauerwerken eingesetzt.
Vorgefertigte und an Ort und Stelle gemauerte Stürze ha
ben etwa gleiche Eigenschaften, dennoch kommen aus Grün
den einer schnelleren Fertigung fast nur noch vorgefer
tigte Sturzelemente zum Einsatz.
Ein solches Sturzelement ist aus der DE 29 09 673 A1 be
kannt. Dazu werden Ziegelsteine L-förmig ausgeschnitten,
so daß zwei Sichtflächen erhalten bleiben. Mehrere dieser
vorgefertigten Ziegelsteine werden zu einer Schale mit
der gewünschten Länge zusammengestellt, bewehrt und mit
einer aushärtbaren Füllmasse vergossen. Dabei werden an
beiden Stirnseiten zwei als Auflageanker dienende Flach
eisen eingegossen.
Das so vorgefertigte Sturzelement wird vor Ort auf das
in bestimmter Höhe befindliche Mauerwerk aufgesetzt. An
schließend werden die Auflageanker eingemauert.
Bei diesem Sturzelement ist der Aufwand für die Vorfer
tigung relativ groß. So müssen die verwendeten Ziegel
steine in aufwendiger Weise vor Ort L-förmig ausge
schnitten werden oder teuere fabrikmäßig vorgefertigte
L-förmige Ziegelsteine bezogen werden. Die vielen Ar
beitsschritte und die lange Aushärtezeit der Vergußmasse
machen das Sturzelement unvertretbar teuer. Außerdem ist
es nicht zu verhindern, daß Vergußmasse aus den Fugen
austritt und die Sichtflächen der Ziegelsteine ver
schmieren.
Ein weiteres Sturzelement ist in der DE 35 02 390 A1 be
schrieben, das aus vollen Ziegelsteinen zusammengesetzt
ist. Dabei sind die Ziegelsteine und beidseitige Aufla
gewinkel durch eine oder zwei, in Bohrungen hindurchge
führte Zugstangen aus nichtrostendem Material miteinan
der verspannt. Dieses Sturzelement wird in die vorberei
tete Maueröffnung eingehängt und anschließend die auf
liegenden Auflagewinkel eingemauert.
Die Herstellung eines solchen Sturzelementes ist relativ
zeitaufwendig und damit teuer. So müssen die Fugen zwi
schen den Ziegelsteinen nach der Montage der Ziegelstei
ne ausgegossen werden, wobei ein Auslaufen der
Mörtelmasse und ein Verschmieren der Sichtflächen nicht
zu vermeiden ist. Das Verspannen der Ziegelsteine kann
erst nach der Aushärtezeit der Mörtelmasse vorgenommen
werden.
Das Sturzelement besitzt auch eine zu geringe Tragfähig
keit, da die Zugstangen nur gering vorgespannt werden
können. Eine Erhöhung der Spannkräfte an den Zugstangen
würde auf Grund der möglichen Unebenheiten an den Anla
geflächen und der Materialeigenschaften der Ziegelsteine
zu Beschädigungen und letzlich zum Bruch der Ziegelstei
ne oder der ausgehärteten Mörtelmasse führen.
Es besteht daher die Aufgabe, Sturzelemente der vorlie
genden Gattung zu entwickeln, bei denen auf einfache
Weise eine höhere und den Bedingungen angepaßte Verspan
nung möglich wird.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst.
Zweckdienliche Ausgestaltungen ergeben sich aus den Un
teransprüchen 2 bis 8.
Der große Vorteil des neuen Sturzelementes besteht dar
in, daß die Herstellung keine Markierung benötigt und
daher in einer reinen Montagearbeit erfolgen kann und
außerdem die angestrebte Tragfähigkeit sofort nach der
Fertigstellung zur Verfügung steht.
Zudem ist die Tragfähigkeit des Sturzelementes keine fe
ste Größe mehr, sondern kann über den Querschnitt der
Zugstangen und über das Drehmoment an den Spannschrauben
nach Erfordernis und vor Ort eingestellt und bis zum
endgültigen Einbau jederzeit erhöht werden.
Es ist von weiterem Vorteil, wenn für die Abstandshalter
ein kunststoffähnliches Material verwendet wird. Das ge
genüber den Ziegelsteinen weichere Material gleicht zum
einen Ungleichmäßigkeiten und Unebenheiten an den Ober
flächen der Ziegelsteine aus und ermöglicht so über eine
große Spannkraft eine hohe Flächenpressung zwischen den
Ziegelsteinen und den Abstandshaltern. Diese Flächen
pressung bestimmt die spätere Tragfähigkeit des Sturz
elementes.
Diese Tragfähigkeit kann auch noch über die Größe der
Abstandshalter und der Anordnung der Zugstangen variiert
werden.
Es ist bei entsprechender farblichen Gestaltung möglich,
die Abstandshalter in den Abmessungen der Ziegelsteine
auszuführen, so daß auf eine weitere Verfugung verzichtet
werden kann.
Eine zweigeteilte Ausführung der Abstandshalter wirkt
sich positiv auf die Kosten eines Sturzelementes aus.
Wegen einer gleichmäßigen Kraftverteilung ist es von be
sonderem Vorteil, wenn die Abstandshalter symmetrisch zu
den Zugstangen angeordnet sind.
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung befinden sich die
Zugstangen im unteren Drittel der Ziegelsteine, so daß
ein größerer Freiraum im oberen Bereich zwischen benach
barten Ziegelsteinen entsteht. Dieser Freiraum kann mit
Mörtel verfüllt werden, der durch den Angriff der Last
und der daraus entstehenden Durchbiegung des Sturzele
mentes in vorteilhafter Weise verdichtet und verfestigt
wird.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, Abstandshalter mit
verschiedenen Breiten einzusetzen. Damit kann eine An
passung der Länge des Sturzelementes an die feststehende
Breite der Maueröffnung vorgenommen werden.
Es ist auch möglich, zur Herstellung eines Bogensturz
elementes keilförmige Abstandshalter mit einer flexiblen
Zugstange einzusetzen.
Die Erfindung soll nachstehend an Hand eines Ausfüh
rungsbeispieles näher erläutert werden.
Dazu zeigen
Fig. 1 eine Vorderansicht eines eingesetzten
Sturzelementes und
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des
Sturzelementes.
Fig. 3 ein Sturzelement mit einer direkten
Auflage auf das Mauerwerk,
Fig. 4 eine Einzelheit eines Bogensturzele
mentes mit keilförmigem Abstandshalter,
Fig. 5 Darstellung des Fertigungsablaufes eines
geraden Sturzelementes und
Fig. 6 Darstellung des Fertigungsablaufes eines
Bogensturzelementes.
Das Sturzelement besteht aus Ziegelsteinen 1 in der für
die Realisierung eines bestimmten Längenmaßes erforder
lichen Anzahl und aus zwei, jeweils beidseitig des Stur
zelementes angeordneten Auflageelementen 2. Die Ziegel
steine 1 und die beiden Auflageelemente 2 besitzen mit
einander fluchtende Durchbrüche. Die Auflageelemente 2
sind winkelartig ausgebildet und besitzen eine Auflage
fläche 3 für das Mauerwerk und eine Anlagefläche 4 für
die Außenflächen der äußeren Ziegelsteine 1.
Gemäß der Fig. 3 ist es alternativ möglich, an Stelle
der Auflageelemente 2 das Sturzelement beidseitig um ein
oder mehrere Ziegelsteine 1 zu erweitern und diese äuße
ren Ziegelsteine 1 zur Auflage auf das Mauerwerk zu
bringen.
Zwischen den Ziegelsteinen 1 befinden sich Abstandshal
ter 5, die beispielweise aus Metall, Zementsandstein,
Keramik, Holz oder Kunststoff bestehen und damit eine
geringere Druckfestigkeit als die Ziegelsteine 1 aufwei
sen.
Die Abstandshalter 5 besitzen eine Stärke, die der ge
wünschten Fugenbreite entspricht und äußere Abmessungen,
die gegenüber den Höhen- und die Tiefenmaße der Ziegel
steine 1 gleich oder geringer sind.
Die Abstandshalter können in der Höhe auch zweigeteilt
ausgeführt sein.
Die Abstandshalter 5 sind weiterhin mit Durchbrüchen
ausgerüstet, die den Maßen und den Anordnungen der
Durchbrüche der Ziegelsteine 1 und der Auflageelemente 2
entsprechen.
Im unteren Drittel der Höhe der Ziegelsteine 1 und etwa
in halber Höhe der Abstandshalter 5 sind eine oder meh
rere Zugstangen 6 durch die Ziegelsteine 1, den Auflage
elementen 2 und den Abstandshaltern 5 hindurchgeführt.
Die Zugstangen 6 sind an beiden Enden mit Gewinde verse
hen und nehmen so entsprechende Spannschrauben 7 auf,
mit denen das gesamte Sturzelement eingespannt wird.
An Stelle der Gewindeverspannung sind auch andere be
kannte Verspannungsarten verwendbar.
Durch die Anordnung und den Abmessungen von Ziegelstei
nen 1 und Abstandshaltern 5 wird nach unten, nach vorne
und nach oben der Abstandshalter 5 ein Freiraum für spä
ter einzubringenden Trockenmörtel geschaffen. Durch die
Anordnung der Zugstangen 6 im unteren Drittel und in
halber Höhe der Abstandshalter 5 ergibt sich ein nach
oben größerer Freiraum.
Das Sturzelement kann vorgefertigt und dann eingesetzt
aber auch gemäß der Fig. 5 direkt in der Maueröffnung
hergestellt werden.
Für die letztere Möglichkeit wird vorher in der Mauer
öffnung in Höhe der Ziegelsteinlage 8 eine abgestütze
Auflage 9 eingerichtet.
Auf einer Seite des Mauerwerkes werden hilfsweise zwei
Auflagestücke abgelegt, die eine auf die Höhe der Durch
brüche der Ziegelsteine 1 abgestimmte Höhe aufweisen.
Auf diese Auflagestücke wird die Zugstange 6 abgelegt.
Jetzt werden zunächst ein erstes Auflageelement 2 und
dann wechselweise ein Ziegelstein 1 und ein Abstandshal
ter 5 auf die Auflage 9 abgestellt und die Zugstange 6
durch das Auflageelement 2 und dann Zug um Zug durch die
Ziegelsteine 1 und durch die Abstandshalter 5 geschoben.
Den Abschluß des Sturzelementes bildet das zweite, sei
tenverkehrt zum ersten ausgerichtete, Auflageelement 2.
Anschließend werden die Spannschrauben 7 auf die Zug
stange 6 aufgeschraubt und mit dem erforderlichen Drehmo
ment angezogen.
Es können aber auch die Auflageelemente 2, die Ziegel
steine 1 und die Abstandshalter 5 in richtiger Anzahl
und Anordnung in einem Zuge aufgeschichtet und anschlie
ßend die Zugstange 6 in einem Zuge durch die Durchbrüche
der Auflagelemente 2, der Ziegelsteine 1 und der Ab
standshalter 5 durchgeführt und mittels der Spannschrau
ben 7 fest verspannt werden.
In diesem Zustand ist das Sturzelement freitragend, so
daß die abgestütze Ablage 9 sofort entfernt werden kann.
Anschließend werden die nachfolgenden Ziegelsteinlagen
im Mauerwerk einschließlich oberhalb des Sturzelementes
gesetzt. Bei der Verlegung der ersten Ziegelsteinlage
auf dem Sturzelement werden gleichzeitig die oberen
Freiräume im Sturzelement mit Mörtel verfüllt.
Es besteht auch die Möglichkeit, das Sturzelement zu
nächst vorzuspannen, dann die Freiräume mit Mörtel aus
zufüllen und dann die Verspannung mit dem erforderlichen
Drehmoment vorzunehmen. Dadurch wird der Fugenmörtel
noch stärker verdichtet. Das verbessert die Tragfähig
keit des Sturzelementes.
Allerdings ist dieses Sturzelement erst nach der Aushärt
zeit des Mörtels nach etwa 10-15 Tagen voll belastbar.
Bei der Herstellung des Sturzelementes vor Ort aber au
ßerhalb der Maueröffnung wird an sich in gleicher Weise
verfahren. Nach dem Verspannen der einzelnen Elemente
wird das Sturzelement in einem Stück auf das Mauerwerk
gesetzt und ebenso mit dem Mauerwerk verbunden.
Bezugszeichenliste
1 Ziegelstein
2 Auflageelement
3 Auflagefläche
4 Anlagefläche
5 Abstandshalter
6 Zugstange
7 Spannschraube
8 Ziegelsteinlage
9 Auflage
2 Auflageelement
3 Auflagefläche
4 Anlagefläche
5 Abstandshalter
6 Zugstange
7 Spannschraube
8 Ziegelsteinlage
9 Auflage
Claims (8)
1. Sturzelement für ein Ziegelmauerwerk, bestehend
aus mehreren, auf die Länge einer Maueröffnung aneinan
dergereihten Ziegelsteinen und zwei, jeweils zu beiden
Seiten der Ziegelsteine angeordneten Auflageelementen,
wobei die Ziegelsteine und die Auflageelemente durch ein
oder mehrere nichtrostende Zugstangen durchdrungen und
verspannt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Ziegelsteinen
(1) Abstandshalter (5) angeordnet und verspannt sind,
wobei die Abstandshalter (5) Durchbrüche für die Zug
stangen (6) sowie eine der gewünschten Fugenabmessungen
entsprechende Form und eine gegenüber den Ziegelsteinen
(1) gleiche oder geringere Höhen- und Tiefenmaße besit
zen.
2. Sturzelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter (5) aus
einem Material mit einer gegenüber den Ziegelsteinen (1)
gleichen oder geringeren Druckfestigkeit bestehen.
3. Sturzelement nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter (5) aus
Kunststoff bestehen.
4. Sturzelement nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter (5) in
der Höhe zweigeteilt ausgeführt sind.
5. Sturzelement nach den Ansprüchen 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke einer gleichmä
ßigen Kraftverteilung die Abstandshalter (5) zu den Zug
stangen (6) symmetrisch ausgerichtet sind.
6. Sturzelement nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstangen (6) im unte
ren Drittel der Höhe der Ziegelsteine (1) angeordnet
ist.
7. Sturzelement nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke der Längenanpas
sung an die Breite der Maueröffnung schmalere und brei
tere Abstandshalter (5) einsetzbar sind.
8. Sturzelement nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter (5) keil
förmig ausgebildet und mit ihrem stärkeren Ende nach
oben ausgerichtet sind und daß eine flexible Zugstange
(6) verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996128963 DE19628963A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Sturzelement für ein Ziegelmauerwerk |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996128963 DE19628963A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Sturzelement für ein Ziegelmauerwerk |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19628963A1 true DE19628963A1 (de) | 1998-02-19 |
Family
ID=7800155
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996128963 Ceased DE19628963A1 (de) | 1996-07-18 | 1996-07-18 | Sturzelement für ein Ziegelmauerwerk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19628963A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2004079116A1 (de) | 2003-03-07 | 2004-09-16 | Helmut Roitmair | Verfahren zum verbinden von bausteinen zur bildung eines bausteinverbundes sowie bausteinverbund |
| ITFI20100239A1 (it) * | 2010-12-03 | 2012-06-04 | Vanni Puccioni | Elementi strutturali precompressi con armatura esterna , in pietra , mattoni,o scarti da demolizioni |
-
1996
- 1996-07-18 DE DE1996128963 patent/DE19628963A1/de not_active Ceased
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2004079116A1 (de) | 2003-03-07 | 2004-09-16 | Helmut Roitmair | Verfahren zum verbinden von bausteinen zur bildung eines bausteinverbundes sowie bausteinverbund |
| ITFI20100239A1 (it) * | 2010-12-03 | 2012-06-04 | Vanni Puccioni | Elementi strutturali precompressi con armatura esterna , in pietra , mattoni,o scarti da demolizioni |
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