DE19627502A1 - Gehäuseabdichtung mit einer Folie - Google Patents
Gehäuseabdichtung mit einer FolieInfo
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Classifications
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abdich
ten eines elektrischen und/oder elektronischen Gerätes, das
in einem topfförmig ausgebildeten ersten Gehäuseteil angeord
net ist
Im Stand der Technik ist es üblich, ein elektrisches und/oder
elektronisches Gerät in einem geeignet ausgebildeten Gehäuse
anzuordnen. Kommt das Gerät in rauher Industrieumgebung zum
Einsatz, ist es ferner üblich, die Komponenten des Gerätes
mit Vergußmassen, geschäumten oder gestanzten Dichtungen oder
durch Ultraschall-Verschweißen gegen mechanische und/oder at
mosphärische Einflüsse zu schützen. Die bisher bekannten
Dichtverfahren sind jedoch insofern noch nicht optimal, als
im Falle des Einsatzes von Vergußmassen eine Wartung des
elektrischen Gerätes erschwert, wenn nicht gar unmöglich ge
macht wird. Im Falle von geschäumten oder gestanzten Dichtun
gen, die notwendigerweise zwischen Gehäuseteilen angeordnet
sind, ist das elektrische Gerät bzw. dessen Komponenten im
Wartungsfalle, also beim Öffnen des Gehäuses, unmittelbar
störenden mechanischen oder atmosphärischen Einflüssen ausge
setzt. Weiterhin ist oftmals das Einsetzen einer neuen Dich
tung erforderlich. Im Falle des Ultraschall-Verschweißens
werden Gehäusekomponenten fest miteinander verschweißt. Im
Wartungsfalle wäre ein Zugriff auf das elektrische Gerät nur
durch das Zerstören des Gehäuses möglich. Daher wird im War
tungsfalle oftmals das komplette Gerät ausgetauscht und das
defekte Gerät entsorgt. Das Abdichten elektronischer Geräte
mittels des Ultraschall-Verschweißens führt also zu einem er
höhten Abfallaufkommen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Abdich
ten eines elektrischen und/oder elektronischen Gerätes, das
in einem topfförmig ausgebildeten ersten Gehäuseteil angeord
net ist, anzugeben, bei dem die Nachteile des Standes der
Technik vermieden werden.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß auf das erste Gehäuse
teil, der Topf, durch eine Folie abgedeckt wird und dann eine
stoffschlüssige Verbindung zwischen erstem Gehäuseteil und
aufgebrachter Folie bewirkt wird.
Zusammen mit der aufgebrachten Folie umschließt das erste Ge
häuseteil das elektrische Gerät allseitig, so daß dieses ge
gen mechanische oder atmosphärische Störungen geschützt ist.
Die Folie kann dabei z. B. durch Kleben, oder durch Wärmeein
wirkung mit dem ersten Gehäuseteil verbunden sein. Ein Vor
teil der Erfindung besteht darin, daß die Folie mit geringem
mechanischen Aufwand, z. B. durch Erhitzen, von dem ersten Ge
häuseteil wieder entfernt werden kann, so daß Wartungsarbei
ten am elektrischen Gerät durchführbar sind. Eine Entfernung
der Folie, die mechanisch einen sehr viel geringeren Wider
stand bietet, als z. B. das Gehäuse, ist jederzeit, nötigen
falls durch Zerstören der Folie möglich. Auch im Falle einer
zerstörten Folie kann das elektrische Gerät durch Anbringen
einer neuen Folie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ge
schützt werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt
die stoffschlüssige Verbindung zwischen erstem Gehäuseteil
und aufgebrachter Folie durch Wärmeeinwirkung. Dieser Aspekt
ist insbesondere für die Automatisierung der Montage von
elektrischem Gerät und Gehäuse relevant. Das Aufbringen der
Folie erfolgt in diesem Falle z. B. mittels einer beheizbaren
Platte, welche die Folie auf das erste Gehäuseteil drückt.
Durch die Wärmeeinwirkung verflüssigt sich an den relevanten
Stellen die Oberfläche der Folie, so daß eine stoffschlüssige
Verbindung zwischen erstem Gehäuseteil und aufgebracht er Fo
lie bewirkt wird. In einer weiteren Ausgestaltung kann auf
die Folie und/oder auf die relevanten Teile des ersten Gehäu
seteils ein thermoplastischer Klebstoff aufgebracht sein, der
bei Wärmeeinwirkung zu einer stoffschlüssigen Verbindung zwi
schen erstem Gehäuseteil und aufgebrachter Folie führt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist auch die
Folie ihrerseits vor Beschädigungen durch ein weiteres Gehäu
seteil geschützt, das mit dem ersten Gehäuseteil so verbunden
ist, daß es die Folie weitgehend abdeckt. Die Folie ist somit
durch das weitere Gehäuseteil auch gegen erhebliche mechani
sche Beanspruchung geschützt. Im Wartungsfalle kann jedoch
dieses weitere Gehäuseteil, das mit dem ersten Gehäuseteil
lösbar verbunden ist, entfernt werden, so daß unmittelbar
wieder die bereits beschriebene Konstellation vorliegt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht die Folie z. B.
aus Kunststoff oder Verbundmaterialien. Bei der Verwendung
von Verbundmaterialien besteht der Vorteil darin, daß durch
geeignete Kombination der Komponenten des Verbundmaterials
die gewünschte mechanische Eigenschaft der Folie weitgehend
vorgebbar ist. In analoger Weise ergeben sich diese Vorteile
auch bei der Verwendung von Kunststoff. Im Falle von thermi
schen Beanspruchungen kann es z. B. sinnvoll sein, daß die Fo
lie eine gewisse Elastizität aufweist, so daß die Folie auf
grund einer Wärmekontraktion des Gehäuses nicht beschädigt
wird. Eine Folie aus metallischen Material, z. B. Aluminium,
vermag das elektrische Gerät gegen stärkere mechanische Bean
spruchung zu schützen.
Wenn die Folie durchsichtigt ist, ist es fallweise nicht er
forderlich, die Folie zu entfernen oder gar zu zerstören,
wenn eventuelle Beschädigungen des elektrischen Gerätes op
tisch erkennbar sind.
Weitere Vorteile und erfinderische Einzelheiten ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbei
spiels, anhand der Zeichnung und in Verbindung mit den Un
teransprüchen. Im einzelnen zeigt:
Fig. 1 ein elektrisches Gerät, das in einem Gehäuse
teil mit einer Folie abgedichtet wird.
Gemäß Fig. 1 befindet sich ein elektrisches Gerät, z. B. eine
elektrische und/oder elektronische Schaltung, deren Bauteile
und Komponenten zumindest teilweise auf einer Leiterplatte 3
aufgebracht sind, in einem ersten Gehäuseteil 1. Im Ausfüh
rungsbeispiel handelt es sich um ein rechtwinkliges, topfför
miges erstes Gehäuseteil 1, dessen Seitenwände jeweils die
gleiche Höhe aufweisen. Auf die Seitenflächen des ersten Ge
häuseteils 1 wird eine Folie 4 aufgebracht, die das elektri
sche Gerät abdeckt. Die Folie 4 wird auf dem ersten Gehäuse
teil 1, z. B. durch Verkleben aufgebracht. Dazu wird auf einer
Dichtfläche 2 des ersten Gehäuseteiles 1 und/oder der Folie 4
ein geeigneter Klebstoff aufgebracht, so daß schließlich eine
stoffschlüssige Verbindung zwischen Folie 4 und erstem Gehäu
seteil 1 bewirkt wird.
Insbesondere im Hinblick auf die Fertigungsautomatisierung
ist es vorteilhaft, wenn die stoffschlüssige Verbindung zwi
schen erstem Gehäuseteil 1 und aufgebrachter Folie 4 durch
Wärmeeinwirkung erfolgt. Dann kann z. B. mittels eines beheiz
baren Elementes, das die entsprechende Kontur des ersten Ge
häuseteils 1 - im Ausführungsbeispiel die Dichtfläche 2 -
nachbildet, das Aufbringen und das stoffschlüssige Verbinden
der Folie 4 mit dem ersten Gehäuseteil 1 in einer Weise
erfolgen, die sehr leicht automatisierbar ist. Bei geeigneter
Wahl des Werksstoffs der Folie 4 kann auf das Aufbringen von
Klebstoff sogar verzichtet werden, wenn nämlich durch die
Wärmeeinwirkung bestimmte Bereiche der Folie 4 verflüssigt
werden und somit eine stoffschlüssige Verbindung mit dem
ersten Gehäuseteil 1 eingehen.
Über dem ersten Gehäuseteil 1 wird ein weiteres Gehäuseteil 5
aufgebracht, das die Folie 4 weitgehend - im Ausführungsbei
spiel komplett - abdeckt. Durch das weitere Gehäuseteil 5 ist
die Folie 4 gegen mechanische Einflüsse sehr gut geschützt,
da das weitere Gehäuseteil 5 sehr viel größeren mechanischen
Belastungen standhält als die Folie 4.
Hinsichtlich der Auswahl des Materials der Folie 4 ist vor
allem auf die konkreten Einsatzbedingungen des jeweiligen
elektrischen Gerätes abzustellen. Im Falle einer rauhen Indu
strieumgebung wird man eine metallische Folie 4, z. B. eine
solche aus Aluminium, wählen. Im Falle von starker chemischer
Belastung wird man für die Folie 4 Materialien wählen, die
der vorherrschenden chemischen Belastung am besten standhal
ten. Im Falle von thermischen Belastungen wird man Materia
lien wählen, die sich z. B. durch eine gewisse thermische Ela
stizität auszeichnen, so daß es im Falle von Wärmekontrak
tionen oder Wärmeausdehnungen nicht zu Rissen oder Verwerfun
gen der Folie 4 kommt. Gegenstand der Erfindung sind somit
auch Folien aus Materialien, die hier nicht explizit genannt
wurden, deren Verwendung jedoch aufgrund der konkreten Ein
satzbedingungen des elektrischen Gerätes vorteilhaft ist.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung be
steht darin, ein Material für die Folie 4 auszuwählen, das
durchsichtig ist - z. B. einen durchsichtigen Kunststoff
denn dann ist es für das Wartungspersonal im Falle von
optisch erkennbaren Defekten des elektrischen Gerätes
besonders einfach, das auszutauschende oder zu wart ende
elektrische Gerät zu identifizieren. Dabei braucht die Folie
4 bei den als intakt erkannten elektrischen Geräten nicht
entfernt oder zerstört werden, so daß ein Neuaufbringen der
Folie 4 nur bei dem identifizierten Gerät erforderlich ist.
Claims (12)
1. Verfahren zum Abdichten eines elektrischen und/oder elek
tronischen Gerätes, das in einem topfförmig ausgebildeten er
sten Gehäuseteil (1) angeordnet ist, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Topf (1) durch eine Fo
lie (4) abgedeckt wird und dann eine stoffschlüssige Verbin
dung zwischen erstem Gehäuseteil (1) und aufgebrachter Folie
(4) bewirkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stoffschluß durch Wärme
einwirkung bewirkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Stoffschluß durch Kleben
bewirkt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Folie (4) vor Be
schädigungen durch ein weiteres Gehäuseteil (5) geschützt
wird, welches mit dem ersten Gehäuseteil (1) lösbar so ver
bunden ist, daß es die Folie (4) weitgehend abdeckt.
5. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Folie (4) aus metal
lischen Material, Kunststoff oder Verbundmaterialien besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Folie (4) durchsichtig
ist.
7. Elektrisches und/oder elektronisches Gerät, das in einem
topfförmig ausgebildeten ersten Gehäuseteil (1) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß
der Topf (1) durch eine Folie (4) abgedeckt ist und daß eine
stoffschlüssige Verbindung zwischen erstem Gehäuseteil (1)
und aufgebrachter Folie (4) besteht.
8. Elektrisches Gerät nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stoffschluß durch
Wärmeeinwirkung bewirkt wird.
9. Elektrisches Gerät nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stoffschluß durch
Kleben bewirkt wird.
10. Elektrisches Gerät nach Anspruch 7, 8 oder 9, da
durch gekennzeichnet, daß die Folie
(4) vor Beschädigung durch ein weiteres Gehäuseteil (5) ge
schützt ist, welches mit dem ersten Gehäuseteil (1) lösbar so
verbunden ist, daß es die Folie (4) weitgehend abdeckt.
11. Elektrisches Gerät nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Folie (4) aus metallischem Material, Kunststoff oder Verbund
materialien besteht.
12. Elektrisches Gerät nach Anspruch 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Folie (4) durchsich
tig ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996127502 DE19627502A1 (de) | 1996-07-08 | 1996-07-08 | Gehäuseabdichtung mit einer Folie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996127502 DE19627502A1 (de) | 1996-07-08 | 1996-07-08 | Gehäuseabdichtung mit einer Folie |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19627502A1 true DE19627502A1 (de) | 1998-01-15 |
Family
ID=7799258
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996127502 Withdrawn DE19627502A1 (de) | 1996-07-08 | 1996-07-08 | Gehäuseabdichtung mit einer Folie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19627502A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19809312A1 (de) * | 1998-03-05 | 1999-09-23 | Grundig Ag | Hochfrequenzdichtes Gehäuse |
| EP1638380A1 (de) * | 2004-09-15 | 2006-03-22 | Schreiner Group GmbH & Co. KG | Verfahren zum Verschliessen von Gerätegehäusen mit Foliendeckeln und entsprechend verschlossenes Gerätegehäuse |
| WO2011157594A3 (de) * | 2010-06-17 | 2012-04-26 | Valeo Schalter Und Sensoren Gmbh | Ultraschallsensor und fahrzeug mit einem derartigen ultraschallsensor |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3248715A1 (de) * | 1982-12-31 | 1984-07-05 | Bosch Gmbh Robert | Elektrisches schaltgeraet, insbesondere fuer kraftfahrzeuge |
-
1996
- 1996-07-08 DE DE1996127502 patent/DE19627502A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3248715A1 (de) * | 1982-12-31 | 1984-07-05 | Bosch Gmbh Robert | Elektrisches schaltgeraet, insbesondere fuer kraftfahrzeuge |
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