DE19626420A1 - Preßvorrichtung - Google Patents
PreßvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Preßvorrichtung zur Behandlung
einer Materialbahn, insbesondere einer Papierbahn, mit einem
eine im wesentlichen glatte Preßfläche aufweisenden Preßele
ment und einem mit dem Preßelement zur Bildung eines Preß
spalts zusammenwirkenden Gegenelement, wobei die Material
bahn zusammen mit einem zwischen der Materialbahn und dem
Gegenelement verlaufenden Filzband durch den Preßspalt ge
führt ist und nach dem Verlassen des Preßspalts von dem
Preßelement getrennt wird.
Derartige Preßvorrichtungen sind bekannt und werden bei
spielsweise in Papiermaschinen zur Entwässerung von
Papierbahnen verwendet. Dabei wird die zu entwässernde Bahn
zusammen mit einem zwischen dem Gegenelement und der Bahn
vorgesehenen Filzband durch den Preßspalt geführt und
entwässert, wobei das Filzband die aus dem Band gepreßte
Flüssigkeit aufnimmt.
Nach dem Verlassen des Preßspalts muß die Papierbahn von dem
Preßelement getrennt werden, an dem sie aufgrund der zwi
schen der Materialbahn und der glatten Preßfläche des Preße
lements wirksamen Adhäsionskräfte haftet. Diese Abnahme der
Papierbahn vom Preßelement ist insbesondere bei hohen
Bahnlaufgeschwindigkeiten problematisch, da es zu Überdehnun
gen und Abrissen der Materialbahn kommen kann, wenn die Ab
nahme nicht leicht genug erfolgt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Preßvorrichtung der
eingangs genannten Art so auszubilden, daß auch bei hohen
Bahnlaufgeschwindigkeiten die Materialbahn leicht von dem
Preßelement gelöst und damit die Gefahr von Überdehnungen
bzw. Abrissen der Materialbahn minimiert werden kann.
Diese Aufgabe ist im wesentlichen dadurch gelöst, daß zur Un
terstützung der Trennung der Materialbahn von dem Preßele
ment in der Preßfläche Rillen und/oder Löcher ausgebildet
sind, die sich im Preßspalt durch die Preßkräfte unter Bil
dung einer glatten Oberfläche schließen und nach dem Verlas
sen des Preßspalts wieder öffnen.
Es hat sich gezeigt, daß durch die Anordnung von sich im
Preßspalt schließenden und beim Verlassen des Preßspalts
wieder öffnenden Löchern bzw. Rillen in der Preßfläche des
Preßelements die Bahnabnahme von dem Preßelement deutlich
erleichtert werden kann.
Wenn die Löcher bzw. Rillen relativ klein sind, ist dies
darauf zurückzuführen, daß beim Schließen der Löcher oder
Rillen die in ihnen enthaltene Luft komprimiert wird. Die
komprimierte Luft wird sich dann wieder entspannen, sobald
sich die Löcher bzw. Rillen nach dem Verlassen des Preß
spalts wieder öffnen, und diese Entspannung führt zu einer
Herabsetzung der zwischen Materialbahn und der Preßfläche
wirksamen Adhäsionskräfte, so daß die Materialbahn leicht
von dem Preßelement getrennt werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform können sich die Rillen sich in
Bahnlaufrichtung so weit erstrecken, daß die in ihnen enthal
tene Luft beim Durchlaufen des Preßspalts im wesentlichen
entgegen der Bahnlaufrichtung aus den Rillen gedrückt wird
und während des Öffnens beim Verlassen des Preßspalts Luft
wieder in die Rillen einströmen kann. In diesem Fall wird
durch die in die Rillen einströmende Luft die Adhäsion der
Materialbahn zum Preßelement vermindert.
In vorteilhafter Weise sind in der Preßfläche eine Mehrzahl
von Reihen von quer zur Bahnlaufrichtung gleichmäßig beab
standet nebeneinanderliegenden Löchern bzw. Rillen vorgese
hen, die sich zweckmäßigerweise im wesentlichen über die
ganze Breite der Materialbahn erstrecken. Dabei können die
Löcher bzw. Rillen von in Bahnlaufrichtung nebeneinander
liegenden Reihen gegeneinander quer zur Bahnlaufrichtung ver
setzt sein.
Damit sich die Löcher bzw. Rillen in gewünschter Weise
schließen und öffnen können, muß die Preßfläche, d. h. der
Preßmantel, des Preßelements aus einem ausreichend flexiblen
Material bestehen. Vorzugsweise wird Polyurethan als
Material für den Preßmantel verwendet.
Hinsichtlich vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung
wird auf die Unteransprüche sowie die nachfolgende Beschrei
bung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Preß
vorrichtung unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung
verwiesen.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 in schematischer Seitenansicht den Grundauf
bau einer erfindungsgemäßen Preßvorrichtung,
Fig. 2 im Längsschnitt die in Fig. 1 gezeigte
Preßvorrichtung,
Fig. 3 in vergrößerter Seitenansicht eine Ausgestal
tung des Preßspaltbereiches der in den
Fig. 1 und 2 gezeigten Preßvorrichtung,
und
Fig. 4 in vergrößerter Seitenansicht eine andere
Ausgestaltung des Preßspaltbereiches der in
den Fig. 1 und 2 dargestellten
Preßvorrichtung.
Die Fig. 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Preßvorrich
tung, wie sie beispielsweise zur Entwässerung einer Material
bahn 1, insbesondere einer Papierbahn, verwendet wird. Zu
der Preßvorrichtung gehören ein Preßelement 2 mit einer im
wesentlichen glatten Preßfläche 10 und ein Gegenelement 4,
das mit dem Preßelement 2 zur Bildung eines Preßspalts 3
zusammenwirkt, durch den die Materialbahn 1 zusammen mit
einem zwischen der Materialbahn 1 und dem Gegenelement 4
verlaufenden Filzband 5 geführt ist.
Das Gegenelement 4 wird von einer rotierenden zylindrischen
Walze gebildet, die konventionell oder durchbiegungsgesteu
ert ausgebildet sein kann. Das Preßelement 2 kann, wie in
Fig. 3 gezeigt ist, eine konkave Preßfläche 10 besitzen,
wobei sich ein aus flexiblem Material bestehender Preßmantel
7 um einen nicht dargestellten Träger bewegt und über
mindestens ein Stützelement 9 auf diesem Träger abgestützt
ist.
In alternativer Weise können, wie in Fig. 4 dargestellt
ist, Preßelement 2 und Gegenelement 4 als rotierende zy
lindrische Walzen ausgebildet sein.
Es sind jedoch auch andere Anordnungen vorstellbar. Zum Bei
spiel können das Preßelement 2 und das Gegenelement 4
breite Preßflächen und je einen flexiblen Mantel besitzen.
Das Filzband 5 bildet eine Endlosschlaufe und ist über
Filzleitwalzen 8 geführt. Es dient vor dem Preßspalt 3 zur
Führung der Materialbahn 1.
Die Materialbahn 1 durchläuft den Preßspalt 3 in Richtung
des Pfeils A und wird dabei in üblicher Weise entwässert,
wobei die aus der Bahn 1 gepreßte Flüssigkeit von dem
Filzband 5 aufgenommen wird.
Um eine Rückbefeuchtung der Materialbahn 1 nach dem Verlas
sen des Preßspalts zu verhindern, wird sie nach dem Verlas
sen des Preßspaltes 3 möglichst schnell von dem Filzband 5
getrennt und dabei in einem Abschnitt am Preßelement 2 ent
lang geführt, an dem sie aufgrund der zwischen der Material
bahn 1 und der glatten Preßfläche 10 des Preßelements 2
wirkenden Adhäsionskräfte haftet.
Um die Materialbahn 1 vom Preßelement 2 wieder leicht
trennen zu können, sind in der Preßfläche 10 des Preßmantels
7 Löcher und/oder Rillen 6 ausgebildet, wobei das Material
des Preßmantels 7 so flexibel ist und die Löcher bzw. Rillen
6 so dimensioniert sind, daß die Löcher bzw. Rillen 6 durch
die im Preßspalt 3 wirkenden Preßkräfte unter Bildung einer
glatten Oberfläche geschlossen werden und sich beim Verlas
sen des Preßspalts 3 wieder öffnen, wie dies in Fig. 2
angedeutet ist.
Ein geeignetes Material für den Preßmantel 7 ist beispiels
weise Polyurethan.
Die Löcher bzw. Rillen 6 können relativ kleine Abmessungen
in Bahnlaufrichtung A haben, so daß die in ihnen enthaltene
Luft während des Schließvorgangs eingeschlossen und kompri
miert wird. Die verdichtete Luft wird sich dann wieder ent
spannen, sobald sich die Löcher bzw. Rillen 6 nach dem Ver
lassen des Preßspalts 3 wieder öffnen, und diese Entspannung
führt zu einer Herabsetzung der zwischen Materialbahn 1 und
der Preßfläche 10 wirksamen Adhäsionskräfte, so daß die Mate
rialbahn 1 leicht vom Preßelement 2 getrennt werden kann.
Alternativ können sich die Rillen 6 in Bahnlaufrichtung A so
weit erstrecken, daß die in ihnen enthaltene Luft beim
Durchlaufen des Preßspalts 3 im wesentlichen entgegen der
Bahnlaufrichtung A aus den Rillen 6 gedrückt wird und
während des Öffnens beim Verlassen des Preßspalts 3 Luft
wieder in die Rillen 6 einströmen kann. In diesem Fall wird
durch die in die Rillen 6 einströmende Luft die Adhäsion der
Materialbahn 1 zum Preßelement 2 vermindert.
Ansonsten haben die Löcher bzw. Rillen 6 vorzugsweise eine
Breite quer zur Bahnlaufrichtung A von 0,1 bis 0,3 mm und
eine Tiefe von 2 bis 5 mm.
Es sind in mehreren Reihen von quer zur Bahnlaufrichtung
gleichmäßig beabstandet nebeneinanderliegenden Löchern bzw.
Rillen vorgesehen, die sich zweckmäßigerweise jeweils im we
sentlichen über die ganze Breite der Materialbahn erstrec
ken. Dabei sind die Löcher bzw. Rillen 6 von zwei in Bahn
laufrichtung A nebeneinanderliegenden Reihen gegeneinander
quer zur Bahnlaufrichtung A versetzt.
Bezugszeichenliste
1 Materialbahn
2 Preßelement
3 Preßspalt
4 Gegenelement
5 Filzband
6 Löcher bzw. Rillen
7 Preßmantel
8 Filzleitwalzen
9 Stützelement
10 Preßfläche
A Bahnlaufrichtung
2 Preßelement
3 Preßspalt
4 Gegenelement
5 Filzband
6 Löcher bzw. Rillen
7 Preßmantel
8 Filzleitwalzen
9 Stützelement
10 Preßfläche
A Bahnlaufrichtung
Claims (8)
1. Preßvorrichtung zur Behandlung einer Materialbahn (1),
insbesondere einer Papierbahn, mit einem eine im wesent
lichen glatte Preßfläche (10) aufweisenden Preßelement
(2) und einem mit dem Preßelement (2) zur Bildung eines
Preßspalts (3) zusammenwirkenden Gegenelement (4), wobei
die Materialbahn (1) zusammen mit einem zwischen der Ma
terialbahn (1) und dem Gegenelement (4) verlaufenden
Filzband (5) durch den Preßspalt (3) geführt ist und
nach dem Verlassen des Preßspalts (3) von dem Preßele
ment (2) getrennt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Unterstützung der Trennung der Materialbahn (1)
von dem Preßelement (2) in der Preßfläche (10) Rillen
und/oder Löcher (6) ausgebildet sind, die sich im
Preßspalt (3) durch die Preßkräfte unter Bildung einer
glatten Oberfläche schließen und nach dem Verlassen des
Preßspalts (3) wieder öffnen.
2. Preßvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Rillen (6) sich in Bahnlaufrichtung (A) so
weit erstrecken, daß die in ihnen enthaltene Luft beim
Durchlaufen des Preßspalts (3) im wesentlichen entgegen
der Bahnlaufrichtung (A) aus den Rillen (6) gedrückt
wird und während des Öffnens beim Verlassen des Preß
spalts (3) Luft wieder in die Rillen (6) einströmen
kann.
3. Preßvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Preßfläche (10) mehrere Reihen von quer zur
Bahnlaufrichtung (A) gleichmäßig beabstandet nebeneinan
derliegenden Löchern und/oder Rillen (6) vorgesehen
sind.
4. Preßvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Löcher bzw. Rillen (6) von benachbarten Reihen
quer zur Bahnlaufrichtung (A) gegeneinander versetzt
sind.
5. Preßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Löcher und/oder Rillen (6) im wesentlichen über
die ganze Breite der Materialbahn (1) verteilt vorgese
hen sind.
6. Preßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rillen (6) eine Breite von 0,1 mm bis 0,3 mm und
eine Tiefe von 2 mm bis 5 mm haben.
7. Preßvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Preßelement (1) als Walze, insbesondere als
Durchbiegungseinstellwalze, mit einem rotierenden Preß
mantel (7) ausgebildet ist, in dessen Außenfläche die
Löcher und/oder Rillen (6) ausgebildet sind.
8. Preßvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Preßmantel (7) aus Polyurethan besteht.
Priority Applications (4)
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