DE19625260A1 - Faserbändchen für optische Breitband-Inhouse-Verkabelung - Google Patents
Faserbändchen für optische Breitband-Inhouse-VerkabelungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Faserbändchen für opti
sche Breitband-Inhouse-Verkabelung mit einer Trä
gerfolie und zumindest einem auf einer Seite der
Trägerfolie aufgebrachten Lichtwellenleiter.
Allgemein haben sich Lichtwellenleiter mittlerweile
in der optischen Übertragungstechnik etabliert. So
ist der Einsatz von Glasfaserleitungen im Bereich
der Weitverkehrsnetze üblich. Obgleich es wün
schenswert wäre, die übertragenen Daten ohne Umset
zung auf eine elektrische Übertragungstechnik op
tisch bis zum Endteilnehmer weiterzutransportieren,
scheitert dies bisher immer noch an den zu hohen
Kosten.
Auch in Anlagen zur Verteilung von Fernsehsignalen,
beispielsweise in Satelliten-Gemeinschaftsantennen-An
lagen, sind bei wachsender Zahl von Fernsehkanä
len kostengünstige und breitbandige Verkabelungs
techniken gefragt. Insbesondere die große Übertra
gungsbandbreite von Lichtwellenleitern machen die
optische Übertragungstechnik auch in diesem Bereich
attraktiv. Allerdings sind auch hier die Kosten
sehr hoch, wobei insbesondere die verlustarme Ver
bindung optischer Lichtwellenleiter mittels einer
Spleißtechnik zu diesem hohen Kostenniveau bei
trägt.
Aus diesen Gründen wird in der öffentlichen Kommu
nikationstechnik im Teilnehmerbereich üblicherweise
eine Koaxial- oder Kupferzweidrahttechnik einge
setzt. Auch für die Inhouse-Verkabelung von Gemein
schaftsantennen-Anlagen werden diese Techniken ein
gesetzt.
Das erfindungsgemäße Faserbändchen mit dem Merkmal
des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß
es kostengünstig im Inneren von Gebäuden verlegbar
ist. Dadurch, daß sowohl Trägerfolie als auch
Lichtwellenleiter aus einem transparenten Material
bestehen, ist eine Unterputzverlegung aus optischen
Gründen nicht notwendig. Vielmehr können sie direkt
auf der Wand oder der Decke oder dem Boden verlegt
werden. Das Verlegen wird dadurch vereinfacht, daß
die Faserbändchen über eine selbstklebende Fläche
verfügen, die eine einfache Befestigung an einer
Wand oder einer Decke ermöglicht. Damit entfällt
weitgehend die Verwendung zusätzlicher Materialien
zur Verlegung.
Vorzugsweise sind auf der Trägerfolie mehrere par
allel zueinander verlaufende Lichtwellenleiter auf
gebracht, wobei diese in einer bevorzugten Ausfüh
rungsform zu einem Bändchen zusammengefaßt und auf
die Trägerfolie auflaminiert sind. Damit ergibt
sich ein sehr kompakter Aufbau eines Übertragungs
mediums mit einer sehr großen Bandbreite.
Vorzugsweise ist in die Trägerfolie zumindest eine
Faser eingebracht, die als Zugentlastung dient und
damit Lichtwellenleiter und Trägerfolie vor einer
Beschädigung aufgrund von Zugbelastungen schützt.
Eine besonders einfache Handhabung des Faserbänd
chens wird dann erreicht, wenn die Klebefläche
selbstklebend ist, wobei diese vor dem Gebrauch
vorzugsweise mit einer abziehbaren Folie abgedeckt
ist.
Da ein Faserbändchen mit mehreren Lichtwellenlei
tern in seiner Ebene nicht biegbar ist, wird eine
Umlenkvorrichtung vorgesehen. Diese Umlenkvorrich
tung weist einen länglichen Körper auf, auf den das
Faserbändchen aufgeklebbar ist. Um eine Biegung in
der Faserbändchenebene zu ermöglichen, weist die
Umlenkvorrichtung zwei jeweils um 90° tordierte Ab
schnitte auf, die einen Abschnitt einschließen, der
für die gewünschte Biegung des Faserbändchens
sorgt.
Weitere Ausführungsformen und Vorteile der Erfin
dung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen
und der Beschreibung.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbei
spiels mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläu
tert. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Schnittdarstellung
eines Faserbändchens,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Um
lenkvorrichtung, und
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines
Spleißverbinders.
In Fig. 1 ist im Querschnitt ein Faserbändchen 1
dargestellt, das eine Trägerfolie 3 und mehrere, im
vorliegenden Beispiel acht, parallel zueinander
verlaufende Lichtwellenleiter 5 umfaßt.
Die Lichtwellenleiter 5 sind mit Hilfe einer Bänd
chenfolie 7 zu einem Bündel zusammengefaßt, das auf
eine Oberseite 9 der vorzugsweise aus Kunststoff
bestehenden Trägerfolie 3 auflaminiert ist.
Auf einer Unterseite 11 der Trägerfolie 3 ist eine
nur schematisch dargestellte selbstklebende Be
schichtung 13, vorzugsweise flächig, aufgebracht.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die selbst
klebende Beschichtung beispielsweise nur punktuell
aufzubringen, sofern die gewünschte Haftung gewähr
leistet bleibt. Zum Schutz der Klebefläche ist auf
diese eine Folie aufgebracht, die vor dem Aufbrin
gen abzuziehen ist.
Die als Lichtwellenleiter dienenden Glasfasern 5
weisen einen Faserkern, ein Primär-Coating und
einen Mantel auf. Vorzugsweise bestehen sowohl die
Trägerfolie 3 als auch die Glasfasern 5 aus einem
transparenten Material, so daß das gesamte Faser
bändchen unauffällig wirkt. Insbesondere ist es zur
Erreichung dieser Transparenz notwendig, daß die
Glaserfasern 5 kein eingefärbtes Sekundär-Coating
besitzen.
Zur Zugentlastung sind in die Bändchenfolie 7 Fa
sern 15 eingearbeitet, die beispielsweise aus Nylon
oder einem anderen geeigneten Material bestehen.
Sie verlaufen vorzugsweise parallel zu den Glasfa
sern 5, wobei je nach Anwendungsfall eine oder aber
auch eine Vielzahl von Fasern 15 eingearbeitet sein
können.
Das Faserbändchen 1 läßt sich nun auf sehr einfache
Art und Weise auf Mauerwerk verlegen, indem die Un
terseite 11 der Trägerfolie 3 auf die Mauer ledig
lich aufgedrückt wird. Die selbstklebende Beschich
tung 13 sorgt dann dafür, daß eine feste und dauer
hafte Verbindung zwischen Mauer und Faserbändchen 1
erzielt wird. Für diese Art der Verlegung sind so
mit keine zusätzlichen Materialien oder Werkzeuge
notwendig. Insbesondere kann auf eine Unterputzver
legung, die grundsätzlich aufwendige und teuere
Aufstemmarbeiten erfordert, verzichtet werden. Dies
spielt insbesondere bei einer nachträglichen In
stallation eine große Rolle.
Aufgrund der optischen Transparenz des Faserbänd
chens 1 und dessen sehr geringen Abmessungen (Bänd
chenbreite in der Regel kleiner als 2 mm) ist das
auf die Mauer aufgeklebte Faserbändchen 1 optisch
unscheinbar, so daß es nicht als störend empfunden
wird. Damit ist eine Verlegung nicht nur in Gebäu
den, sondern auch in Wohnbereichen vorstellbar.
Darüber hinaus weisen zur Verlegung notwendige Boh
rungen aufgrund der geringen Abmessung eines Faser
bändchens 1 einen geringen Durchmesser auf, so daß
sie ebenfalls unauffällig auch in Wohnbereichen
vorgesehen sein können.
Durch die Verwendung eines flexiblen Materials für
die Trägerfolie 3 ist das gesamte Faserbändchen 1
bei der Verlegung flexibel gegenüber Biegung, wobei
der Krümmungsradius senkrecht zur Bandebene ver
läuft, und gegenüber Torsion um die Längsachse.
Eine Biegung des Faserbändchens 1 in dessen Ebene
ist jedoch aufgrund der parallel zueinander ange
ordneten Glasfasern nicht möglich.
Eine solche Biegung ist jedoch dann möglich, wenn
das Faserbändchen zwei Längstorsionen um je 90° und
eine Krümmung des so eingegrenzten Faserbändchenab
schnitts in der flexiblen Krümmungsrichtung er
fährt. Sofern die Krümmungsradien im Bereich von
einigen Millimetern gewählt werden, bleiben die
durch die Krümmung verursachten optischen Verluste
sehr gering.
In Fig. 2 ist nun eine Umlenkvorrichtung 21 darge
stellt, auf deren Oberseite 23 das Faserbändchen
aufgeklebt wird. Dieses als Umlenkvorrichtung die
nende entsprechend geformte Kunststoffteil 21 er
leichtert dabei die Einhaltung der gewünschten
Krümmungsradien und gewährleistet die erforderliche
Biegung und Torsion des Faserbändchens 1.
So weist das längliche Kunststoffteil 21 zwei Ab
schnitte 25 beziehungsweise 27 auf, in denen je
weils eine Längstorsion um 90° erfolgt. Eingegrenzt
von diesen beiden Abschnitten 25, 27 ist ein Längs
abschnitt 29, der senkrecht zu der anfänglichen
Ebene des Faserbändchens 1 steht. Die gewünschte
Biegung läßt sich dann durch Verformung dieses Ab
schnitts 29 erreichen.
Wie das Faserbändchen 1 wird auch die Umlenkvor
richtung 21 aus einem transparenten Material gefer
tigt, so daß es ebenfalls unauffällig, beispiels
weise auf Wänden angebracht werden kann.
Werden Faserbändchen 1 beispielsweise in Gemein
schaftsantennen-Anlagen verwendet, ist es erforder
lich, in der Nähe eines Teilnehmerübergabepunktes
aus dem Bündel der im Bändchen verfügbaren Fasern
einzelne Fasern abzutrennen, um damit eine Verbin
dung zu einem weiteren, bis zum Endteilnehmer füh
renden Fasersegment zu schaffen.
Dazu wird das Faserbändchen 1 an der gewünschten
Stelle durchtrennt und die Trägerfolie 3 auf einem
Abschnitt von wenigen Zentimeter Länge am Ende des
Bändchens entfernt. Das freie Ende des Faserbänd
chens kann anschließend nach bekannten Verfahren
präpariert und mit dem ebenso vorbehandelten Ende
des anzukoppelnden Faserbündels verbunden werden.
Eine einzelne Faser wird hierzu aus dem oben be
schriebenen vorbehandelten Faserbändchen gelöst und
mit Hilfe bekannter Techniken (zum Beispiel mecha
nische Spleisse mit transparentem Kunststoffge
häuse) mit der weiterführenden Faser verbunden. Die
dabei auftretenden Spleißverluste lassen sich auf
maximal 0,1 dB pro Spleiß begrenzen.
Eine Möglichkeit zur kostengünstigen Realisierung
von Spleißverbindungen zwischen Fasern besteht in
der Verwendung eines Kunststoffteils mit einrastba
rer Faserhaltevorrichtung, wie in Fig. 3 darge
stellt.
Das Verbindungsteil 31 weist dafür einen Träger 33
und einen Spleißkörper 35 auf, wobei der Spleißkör
per 35 als Faserhaltevorrichtung dient. Der
Spleißkörper 35 selbst weist zwei verformbare Flan
ken 37 auf, die eine Faseraufnahme 39 begrenzen.
Der Spleißkörper 35 ist dabei so ausgebildet, daß
sich die Faserenden in Längsrichtung von oben in
die Öffnung 39 des Spleißkörpers einlegen lassen
und mit Druck nach unten in den Flanken ausgebil
dete Rasten 41 überwinden und schließlich einra
sten. Dabei hält der außenliegende und im Durchmes
ser an den Fasercoating-Durchmesser angepaßte Teil
des Spleißkörpers die Faser am Coating fest und
wirkt dadurch als Zugentlastung. Die Wandstärken
der verformbaren Flanken 37 des Spleißkörpers 35
müssen so gewählt werden, daß einerseits die erfor
derliche Verformung beim Einlegen der Fasern er
reicht und andererseits die zur exakten Ausrichtung
der Fasern benötigte Haltekraft aufgebracht wird.
Zur Vermeidung von Fresnel-Verlusten ist der Luft
spalt zwischen den Faserstirnflächen durch Einbrin
gen von Klebstoff mit angepaßtem Brechungsindex
aufzufüllen, welcher gleichzeitig als weitere Zug
entlastung dient. Durch die Verwendung von Haftver
mittlern, beispielsweise sogenannte Silane, kann
simultan eine Verstärkung der Klebekräfte wie auch
eine wasserabstoßende Wirkung in den Klebefugen er
reicht werden, was zur Erzielung einer guten Be
ständigkeit der Spleißverbindung gegenüber Klima
einflüssen wesentlich ist.
Claims (7)
1. Faserbändchen für optische Breitband-Inhouse-Ver
kabelung mit einer Trägerfolie (3) und einem auf
einer Seite (9) der Trägerfolie (3) aufgebrachten
Lichtwellenleiter (5), wobei der Lichtwellenleiter
(5) und die Trägerfolie (3) aus einem transparenten
Material gebildet sind und die dem Lichtwellenlei
ter (5) gegenüberliegende Seite (11) der Trägerfo
lie (3) eine Klebefläche (13) aufweist.
2. Faserbändchen nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Vielzahl von parallel zueinander
verlaufenden Lichtwellenleitern (5) auf der Träger
folie (3) vorgesehen sind.
3. Faserbändchen nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Lichtwellenleiter (5) zu einem
Bändchen (7) zusammengefaßt sind, das auf die Trä
gerfolie (3) auflaminiert ist.
4. Faserbändchen nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine
als Zugentlastung dienende Faser in der Trägerfolie
(3) und/oder im Bändchen (7) vorgesehen ist.
5. Faserbändchen nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeflä
che (13) selbstklebend ausgebildet ist.
6. Faserbändchen nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeflä
che mit einer Schutzfolie bedeckt ist, die abzieh
bar ist.
7. Umlenkvorrichtung für ein Faserbändchen gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 6, die eine längliche
Form aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß auf ei
ner Seite ein Faserbändchen aufklebbar ist, und daß
zwei Längsabschnitte der Umlenkvorrichtung um 90°
tordiert und ein dazwischenliegender Längsabschnitt
gebogen ausgebildet sind.
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