DE19624907A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffgehäuseoberteils mit Bedienelement - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffgehäuseoberteils mit BedienelementInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 4.
Mit dem Ausdruck "Bedienelement" ist beispielsweise ein
Drehknopf, Drucktaster oder dergl. von elektrischen Bautei
len, wie etwa zur Einstellung von Zeitfunktionen und -berei
chen, oder ähnlichen Bauteilen bezeichnet. Es sind Kunst
stoffgehäuse bekannt, die aus Oberteil und Unterteil zusam
mengesetzt sind und in deren Oberteil ein oder mehrere Be
dienelemente der genannten Art montiert sind. Bisher ist die
Fertigung des Gehäuseoberteils und des ebenfalls aus Kunst
stoff hergestellten Bedienelements in der Weise erfolgt, daß
getrennte Spritzguß-Formwerkzeuge für das Gehäuseoberteil
und für jedes Bedienelement hergestellt und für den Spritzguß
der verschiedenen Teile verwendet werden mußten. Außerdem war
für die Montage der Bedienelemente in das Gehäuseoberteil
eine besondere Montagevorrichtung erforderlich. Dadurch
ergeben sich bei dem Verfahren zur Herstellung der bekannten
Gehäuseoberteile mit Bedienelement so hohe Herstellungszeiten
bzw. -kosten, daß die Produktivität, je nach Anzahl der
erforderlichen Bedienelemente, unter Umständen extrem niedrig
wurde.
Durch die Erfindung soll ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art so verbessert werden, daß die
Herstellung einschließlich der Montage von Gehäuseoberteilen
mit Bedienelement(en) wesentlich vereinfacht und verbilligt
wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs 1 sowie bezüglich der Vorrichtung durch die Merkma
le des Anspruchs 4 gelöst.
Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung werden nachfolgend anhand der Figuren näher
erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine geschnittene Seitenansicht eines bekannten
Kunststoff-Gehäuses mit in den Gehäuseoberteil
eingebautem Bedienelement;
Fig. 2 einen Ausschnitt aus dem Vertikalschnitt eines
erfindungsgemäß verwendeten Spritzguß-Formwerkzeugs
und
Fig. 3 eine geschnittene Seitenansicht eines erfindungsge
mäßen Gehäuseoberteils mit erfindungsgemäß montier
tem Bedienelement.
Ein bekanntes Kunststoffgehäuse mit Gehäuseoberteil 10 und
Gehäuseunterteil 12, die längs einer Trennfuge 14 aneinander
gesetzt sind, ist in Fig. 1 dargestellt. Ein getrennt vom
Gehäuseoberteil 10 hergestelltes Bedienelement 16 ist bei der
dargestellten Ausführungsform als Drehknopf zur Verstellung
eines im Gehäuseunterteil 12 montierten Drehpotentiometers 18
ausgebildet. Es ist nach getrennter Fertigstellung des Gehäu
seoberteils 10 und des Bedienelements 16 in eine in der Mitte
der Oberseite desselben angeordnete Bohrung 20 mittels vor
stehender Knöpfe 22 derart eingeschnappt, daß der mittels
eines Schraubendrehers oder dergleichen drehbare verbreiterte
Kopf 24 des Drehknopfes 16 an der Außenseite des Gehäuseober
teils 10 anliegt. Ein Steg 26 am unteren Ende des Drehknopfes
16 greift in einen entsprechenden Schlitz 28 am oberen Ende
des Drehpotentiometers 18 ein, so daß bei Drehung des Dreh
knopfes 16 das Potentiometer verstellt wird.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Spritzguß-Formwerk
zeug verwendet, von welchem ein die erfindungswesentlichen
Teile umfassender Ausschnitt in Fig. 2 dargestellt ist. Das
Spritzguß-Formwerkzeug weist einen einspritzseitigen Werk
zeugoberteil 30 und einen auswerferseitigen Werkzeugunter
teil 32 auf, die längs einer Trennfuge 34 aneinanderliegen.
Die Entformungsrichtung des Werkzeugs ist durch den Doppel
pfeil 36 gekennzeichnet. Das Formwerkzeug 30, 32 enthält ein
erstes Formnest 38 zur Erzeugung des in Fig. 3 dargestellten
Gehäuseoberteils 40 und ein zweites Formnest 42 für die
Erzeugung des in Fig. 3 gezeigten, ebenfalls als Drehknopf 44
für ein in Fig. 3 nicht gezeigtes, in gleicher Weise wie in
Fig. 1 ausgebildetes Drehpotentiometer 18. Dabei ist zu beach
ten, daß beim Spritzguß von Gehäuseoberteil 40 und Drehknopf
44 der letztere sich, wie aus Fig. 2 ersichtlich, in einer
gegen das erste Formnest 38 vertikal versetzten rage befindet
und erst durch einen weiter unten zu schildernden Vorgangs in
die um die Höhe h versetzte rage gemäß Fig. 3 gelangt. Während
der Primäranguß des Formwerkzeugs 30, 32 in Fig. 2 nicht darge
stellt ist, stehen das erste Formnest 38 und das zweite
Formnest 42 über einen Sekundärangußkanal 46 in Verbindung.
Dadurch wird beim Spritzvorgang im Werkzeug 30, 32 ein zusam
menhängendes Formteil 40, 44, 47 erzeugt. Der Sekundärangußka
nal 46 ist so geformt, daß der durch ihn geformte Sekundär
anguß 47 an seinem dicken Ende 48 mit dem Gehäuseoberteil 40
verbunden bleibt, während das dünne Ende 50 des Sekundär
angusses 47 beim späteren vertikalen Verschieben des Dreh
knopfes 44 von diesem abreißt. Da sich der Angußkanal 46 im
wesentlichen in Entformungsrichtung 36 erstreckt und sich
nach unten verjüngt, läßt er sich zusammen mit dem Gehäuse
oberteil 40 entformen und bleibt mit diesem verbunden. Dies
ist wichtig, da der Angußkanal 46 sonst durch den abgebroche
nen Anguß 40 verstopft werden würde.
Die obere Begrenzung 52 des Formnestes 42 für den Drehknopf
44 wird durch einen mit dem Werkzeugoberteil 30 fest verbun
denen Formeinsatz 54 gebildet. Im übrigen entspricht der
Formeinsatz 54 der Form des oberen Teils des Formnestes 42,
so daß der im Formnest 42 gespritzte Drehknopf 44 nach dem
Öffnen des Werkzeugs 30, 32 in die in Fig. 3 gezeigte Lage
verschoben werden kann, in der sich der obere Abschnitt des
Drehknopfes 44 in die durch den Formeinsatz 54 gebildete
Aufnahmebohrung 56 des Gehäuseoberteils 40 einfügt.
Die maßliche Abstimmung des Bohrungsdurchmessers dB mit
dem Durchmesser dK des Kopfes 58 des Drehknopfes 44 ist
so gewählt, daß dB stets um 0,05 mm größer ist als
dK. Durch diese Spielpassung ist das Bedienelement in
Form des Drehknopfes 44 im eingerasteten Zustand gemäß Fig. 3
im Gehäuseoberteil 40 drehbar gelagert. Durch die Größe des
Spieles kann die Friktion zwischen dem Gehäuseoberteil 40 und
dem Drehknopf 44 jeweils gewählt werden.
Die Unterseite 60 des Drehknopfes 44 mit einem Steg 62 wird
durch einen im Werkzeugunterteil 32 in Richtung des Pfeils
64 um die Höhe h verschiebbar gelagerten Formeinsatz 66
gebildet. Am Umfang 68 des Kopfes 58 des Drehknopfes 44 ist
eine Rille 70 ausgeformt, und entsprechend weist die Aufnah
mebohrung 68 einen in die Rille 70 passenden Schnappring 72
auf, wodurch der Drehknopf 44 in der in Fig. 3 dargestellten
Lage drehbar, jedoch unverlierbar im Gehäuseoberteil 40
gelagert ist. Der innerhalb der Aufnahmebohrung 68 vorgesehe
ne Schnappring 72 und die am Kopf 58 vorgesehene Rille 70
bilden im Formwerkzeug 30, 32 eine leichte Hinterschneidung.
Aufgrund ihrer nur sehr geringen Höhe in der Größenordnung
von etwa 0,1 bis 0,2 mm ist jedoch eine Entformung noch ohne
Beschädigung möglich.
Zur eventuellen Anformung einer Nase 74 am Drehknopf 44 ist
ein Ausbruch 76 im Werkzeugoberteil 30 erforderlich, der
durch einen stegartigen Ansatz 78 des Formeinsatzes 54 be
grenzt wird. In gleicher Weise kann durch einen Formausbruch
80 an der Innenseite 82 des Gehäuseoberteils 40 ein von
dieser Innenseite 82 im Drehbereich der Nase 74 nach unten
stehender Anschlag 84 gebildet werden. Im Zusammenwirken von
Nase 74 und Anschlag 84 kann dem Drehknopf 44 ein beliebiger
Drehwinkel zugeordnet werden.
Die Herstellung der in Fig. 3 gezeigten Kombination von Gehäu
seoberteil 40 und als Drehknopf 44 ausgebildetem Bedienele
ment wird in der folgenden Weise durchgeführt: Durch Ein
spritzen von Kunststoff in das Formnest 38 für den Gehäuse
oberteil und über den Sekundärangußkanal 46 in das Formnest
42 für den Drehknopf 44 wird ein einheitliches Formteil
40, 44, 47 ausgebildet. Anschließend wird das Werkzeug 30, 32
längs der Trennfuge - 34 geöffnet und somit das aus Gehäuse
oberteil 40, Sekundäranguß 47 und Drehknopf 44 bestehende
Formteil einspritzseitig freigelegt. Anschließend wird der in
Richtung des Pfeils 64 nach oben antreibbare Formeinsatz 66
nach oben gedrückt und schiebt dadurch den Drehknopf 44 im
Formhohlraum 56 nach oben, bis der Schnappring 72 in die
Rille 70 am Kopf des Drehknopfes 44 elastisch einschnappt.
Bei dieser Aufwärtsbewegung des Drehknopfes 44 reißt zuerst
das dünne Ende 50 des noch im Sekundärangußkanal 46 befindli
chen Sekundärangusses 47 vom Kopf 58 ab, so daß sich der
Drehknopf 44 unter Überwindung des elastischen Einschnappwi
derstandes in die Lage gemäß Fig. 3 nach oben bewegen kann.
Dadurch ist der Kopf 58 drehbar, jedoch durch Formschluß
axial fest im Gehäuseoberteil 40 gelagert. Zuletzt werden
zwei im Werkzeugunterteil 32 gelagerte Auswerferstifte 86 und
88 nach oben ausgefahren und dadurch die gesamte in Fig. 3
dargestellte Anordnung aus Gehäuseoberteil 40 und Bedienele
ment in Form des Drehknopfes 44 einschließlich des Sekundär
angusses 47 entformt. In einer bestimmten Drehstellung des
Drehknopfes 44 kommt die Nase 74 am Anschlag 84 des Gehäuse
oberteils 40 zum Anschlag, so daß beliebige Drehstellungen
des Drehknopfes 44 eingestellt werden können.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines Gehäuseoberteils mit
wenigstens einem Bedienelement, die beide aus Kunststoff
bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuseober
teil und das Bedienelement in einer bezüglich der end
gültigen, ineinander verrasteten Lage gegenseitig ver
setzten Lage als gemeinsames, zusammenwirkende Verrast
organe aufweisendes Spritzgußformteil hergestellt und
anschließend nach Zerreißung eines Verbindungssteges
durch Verschieben des Bedienelements bezüglich des
Gehäuseoberteils die Verrastorgane elastisch ineinander
geschnappt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein für den Spritzguß des Formteils verwendetes Form
werkzeug nach dem Spritzguß geöffnet und das Formteil
einspritzseitig freigelegt wird, und daß anschließend
ein auswerferseitig im Formwerkzeug beweglich gelagerter
Formeinsatz zum Einschnappen des Bedienelements in das
Gehäuseoberteil betätigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß zwei oder mehrere Bedienelemente mit dem Gehäu
seoberteil als gemeinsamer, jeweils zusammenwirkende
Verrastorgane aufweisender Spritzgußformteil hergestellt
werden und anschließend nach Zerreißung von Verbindungs
stegen das Gehäuseoberteil und die Bedienelemente elas
tisch ineinandergeschnappt werden.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorangehenden Ansprüche, mit einem aus Werkzeugober
teil und Werkzeugunterteil bestehenden Spritzguß-Form
werkzeug und mit einem ersten Formnest für das Gehäuse
oberteil, wobei das Werkzeugoberteil die Einspritzseite
und das Werkzeugunterteil die Auswerferseite des Werk
zeugs bildet, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkzeug
(30, 32) mindestens ein zweites Formnest (42) für ein
Bedienelement (44) enthält, wobei das erste Formnest
(38) mit dem zweiten Formnest (42) durch einen Sekundär
angußkanal (46) verbunden ist und wobei der durch den
Sekundärangußkanal (46) gebildete Sekundäranguß (47) so
geformt ist, daß er beim Entformen des gespritzten
Formteils (40, 44, 47) aus dem Formwerkzeug (30, 32) nicht
vom Gehäuseoberteil (40) abreißt, und daß im Werkzeugun
terteil (32) ein in Auswerferrichtung (64) verschiebba
rer Formeinsatz (66) zum Verschieben des Bedienelements
(44) antreibbar gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
zusätzlich zum zweiten Formnest (42) ein oder mehrere
weitere Formnester für weitere Bedienelemente jeweils
durch Sekundärangußkanäle mit dem ersten Formnest (38)
verbunden sind und daß für jedes Bedienelement ein in
Auswerferrichtung (64) verschiebbarer Formeinsatz an
treibbar im Werkzeugunterteil (32) gelagert ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeich
net, daß im Werkzeugunterteil (32) Ausbrüche (76, 80) zur
Ausbildung einer mit dem Bedienelement (44) verbundenen
Nase (74) bzw. eines mit dem Gehäuseoberteil (40) ver
bundenen Anschlages (84) vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19624907A DE19624907A1 (de) | 1995-12-23 | 1996-06-21 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffgehäuseoberteils mit Bedienelement |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19548608 | 1995-12-23 | ||
| DE19624907A DE19624907A1 (de) | 1995-12-23 | 1996-06-21 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffgehäuseoberteils mit Bedienelement |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19624907A1 true DE19624907A1 (de) | 1997-06-26 |
Family
ID=7781328
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19624907A Withdrawn DE19624907A1 (de) | 1995-12-23 | 1996-06-21 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Kunststoffgehäuseoberteils mit Bedienelement |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19624907A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19813078A1 (de) * | 1998-03-25 | 1999-09-30 | Pfeiffer Erich Gmbh & Co Kg | Spender für Medien sowie Verfahren zur Herstellung eines Spenders |
| CN103521628A (zh) * | 2013-10-23 | 2014-01-22 | 无锡明豪汽车零部件有限公司 | 模具镶块速拆机构 |
-
1996
- 1996-06-21 DE DE19624907A patent/DE19624907A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19813078A1 (de) * | 1998-03-25 | 1999-09-30 | Pfeiffer Erich Gmbh & Co Kg | Spender für Medien sowie Verfahren zur Herstellung eines Spenders |
| US6257461B1 (en) | 1998-03-25 | 2001-07-10 | Ing. Erich Pfeiffer Gmbh | Media dispenser having parts with shear faces for facilitating assembly |
| CN103521628A (zh) * | 2013-10-23 | 2014-01-22 | 无锡明豪汽车零部件有限公司 | 模具镶块速拆机构 |
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