DE19623024A1 - Naßstrahlanlage - Google Patents
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Description
Bei der Reinigung von gegliederten Gebäudefassaden, von
Steinskulpturen und ähnlichen Gegenständen sind eine ganze
Reihe von Bedingungen zu beachten, die sich teilweise aus
der Sachanforderung ergeben, den zu behandelnden Gegenstand
von nicht wünschenswerten, teilweise hartnäckigen Ablage
rungen zu befreien, ohne ihn zu zerstören, die sich aber
auch teilweise aus Vorschriften ergeben, die mit dem Umwelt
schutz und dergleichen begründet werden. So wäre es beispiels
weise möglich, einen Gegenstand im Sinn der Ausgangssituation
der vorliegenden Erfindung schonend, effizient und wirtschaft
lich von insbesondere aus der Umweltbelastung resultierenden
Ablagerungen durch ein Granulat zu befreien, das in einem
energiereichen Druckluftstrom suspendiert ist. Es müßten
lediglich Druck und Mischungsverhältnis zwischen Druckluft
und Granulat "richtig" eingestellt werden. Dabei fällt selbst
verständlich in erheblichem Maße Staub an, der als Umwelt
belastung, zumindest aber als Umweltbelästigung empfunden
wird, weshalb trotz durchaus möglicher Schutzmaßnahmen diese
"Trockensandstrahlung" vielfach nicht zugelassen ist und
das "Naßsandstrahlen" eingesetzt werden muß. Der Suspension
aus Treibgas und Granulat muß dabei eine Flüssigkeit zuge
mischt werden, um den beim "Sandstrahlen" anfallenden Staub
zu binden.
Dadurch wird ein von Haus aus einfacher Vorgang in erheblichem
Maße kompliziert, weil nicht nur Druck und Verhältnis zwischen
Granulat und gasförmigem Treibmittel, sondern auch die Zu
mischung von Flüssigkeit gesteuert werden muß.
Eine aus diesen Anforderungen resultierende Anlage setzt
in den bisherigen Ausführungsformen eine Bedienung durch
zwei Personen voraus. Die Bereitstellung von Granulat, gas
förmigem Treibmittel und Flüssigkeit er folgt in einer Zentral
station, wo die Einstellung von Drücken und Mischungsverhält
nis durch eine erste Bedienungsperson erfolgt, die ihre
Einstellkriterien von der zweiten Bedienungsperson übermittelt
bekommt, die mit dem Strahlgerät unmittelbar "vor Ort" tätig
ist und im Grunde genommen am Sprühwerkzeug lediglich eine
Dosierung des als Gesamtheit zugeführten Strahlgutes vornehmen
kann, was oft nicht mehr als eine Auf-Zu-Steuerung ist:
es ist möglich, mit dem Sprühwerkzeug Sprühgut zum Einsatz
zu bringen oder am Austritt aus dem Sprühwerkzeug zu hindern,
wobei die Aufbereitung des Sprühgutes unter Berücksichtigung
aller notwendigen Parameter an der vom Einsatzort des Sprüh
werkzeuges entfernten Zentralstelle vorzunehmen ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diesen Stand
der Technik so zu verbessern, daß ein unter allen Gesichts
punkten effizientes Strahlreinigen möglich ist.
Die wesentlichen Merkmale der Erfindung, mit der diese Auf
gabe gelöst wird, ergeben sich aus den Patentansprüchen.
Mit dieser Erfindung ist eine effiziente Strahlreinigung
von Gebäudefassaden, Denkmalen und dergl. im Einmannbetrieb
möglich, so daß mit der Erfindung eine wesentliche Kosten
reduktion möglich ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispieles der Erfindung näher
beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 als Blockschaltbild das Anlagenkonzept,
Fig. 2 wiederum als Blockschaltbild den Weg von Förder
fluid und Strahlmittel zum Sprühwerkzeug, das nach
folgend entsprechend der allgemeinen Praxis als Strahl
pistole bezeichnet wird,
Fig. 3 erneut als Blockschaltbild den Weg der Brauchflüssig
keit zur Strahlpistole,
Fig. 4 das Schema der 12-Volt-Steuerleitungen,
Fig. 5 das als Blockschaltbild gezeichnete Schaltbild der
Gesamtanlage und
Fig. 6 den inneren Aufbau der Strahlpistole.
Gemäß Fig. 1 fördert eine Druckquelle in der Form eines
Kompressors 1 feuchtwarme Druckluft als Förderfluid in eine
mit dieser Druckluft als Preßluft betriebene Granulatheizung 2
im Dosierbereich, die einen Druckkessel 3 und eine Misch
kammer 4 einschließt. Nach Verlassen der Kammer 4 wird die
feuchtwarme Druckluft einem Wärmetauscher 5 zugeführt, dem
als Kühlmittel über eine Leitung 6 Kaltwasser zugeleitet
wird, das den Wärmetauscher 5 als Warmwasser über eine Lei
tung 7 verläßt. Der Wärmetauscher 5 ist ein im Gegenstrom
prinzip arbeitender wasserbetriebener Luftkühler. Druckluft
und daraus im Wärmetauscher bzw. Luftkühler 5 niedergeschla
genes Kondensat gelangen in einen Wasserabscheider 8 aus
dem das Kondensat abgeleitet wird, so daß die verbliebene
Luft als trockene Druckluft über die Leitung 9 in den Druck
kessel 3 gelangt.
In Fig. 2 ist mit dem Pfeil 10 die Eingabe des Granulats
in den Druckkessel 3 dargestellt. Aus dem im Druckkessel 3
befindlichen Granulat wird eine Teilmenge dem Druckkessel
entnommen, wobei die Entnahmemenge mittels eines Granulat
dosierventils 11 bestimmbar ist. Granulatteilmengen ge
langen in stetiger Folge in die Mischkammer 4, in die ein
Teil der gemäß Fig. 1 bereitgestellten trockenen Druckluft
gelangt. Die Gesamtmenge der trockenen Druckluft kommt über
die bereits im Zusammenhang mit Fig. 1 genannte Leitung 9
über ein Druckluftsteuerventil 12 an einen Verzweigungs
punkt 13, von dem aus eine erste Teilmenge über die Lei
tung 14 in die Mischkammer 4 und eine zweite Teilmenge,
die trockene Druckluft ist, die gemäß Fig. 1 in den Druck
kessel 3 gelangt. Das Verhältnis zwischen erster und zweiter
Teilmenge wird mittels eines Förderluftstellventiles 14
im Leitungszweig 15 vom Verzweigungspunkt 13 zur Misch
kammer 4 bestimmt. Das Gemisch aus Granulat und trockener
Druckluft in angemessener Menge und angemessenem Verhält
nis zwischen den Gemischkomponenten wird als
Druckluft-Strahlmittelgemisch (Pfeil 16) der Strahlpistole 17 zuge
führt.
Der Weg des Brauchwassers als bevorzugter staubbindender
Flüssigkeit ist in Fig. 3 dargestellt. Einer Wasservorrats
quelle 18, die ein Wassertank oder der Anschluß einer Wasser
leitung sein kann, wird Kaltwasser (Pfeil 19) entnommen
und dem Wärmetauscher bzw. wasserbetriebenen Luftkühler 5
zugeführt, um darin so eingesetzt zu werden, wie es oben
im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben wurde. Das über die
Leitung 7 den Wärmetauscher bzw. Luftkühler 5 verlassende
Warmwasser (dargestellt durch den Pfeil 20) wird mittels
einer pneumatischen Hochdruckpumpe 21 der Strahlpistole 17
zugeführt.
Der Kompressorbatterie 22 wird ein 12-Volt-Strom entnommen,
um einem Schalt- und Steuerpult 23 zugeleitet zu werden,
von dem aus die Stromversorgung des Förderluftstellventi
les 14 (elektrische Leitung 24), der pneumatischen Hoch
druckpumpe 21 (elektrische Leitung 25) und des Granulat
dosierventils 11 (elektrische Leitung 26) bewirkt wird.
Des weiteren wird vom Schalt- und Steuerpult 23 aus die
Versorgung einer Totmannschaltung 27 (elektrische Lei
tung 28) und eines Kesselrüttlers 29 (elektrische Lei
tung 30) bewirkt.
Die Totmannschaltung 27 ist dem Verzweigungspunkt 13
vor- und dem Druckluftstellventil 12 nachgeschaltet. Sobald die
Einwirkung der Bedienungsperson der Anlage auf die Strahl
pistole 17 aufhört, wird die Funktion der gesamten Anlage
durch Beendigung der Zuführung der trockenen Druckluft be
endet.
Der Kesselrüttler ist eine außen um den Auslaß 31 des Druck
kessels gelegte Rütteleinrichtung 32 geeigneter Ausgestal
tung. Dadurch, daß der Druckkessel 3 mit trockener Druckluft
beschickt wird, ist die Gefahr von Brückenbildung vor dem
Auslaß 31 des Druckkessels 3 zwar minimiert, aber die Rüttel
einrichtung 32 sollte vorsorglich als zusätzliche Sicherung
gegen Brückenbildung vorgesehen sein, zumal sie, weil sie
nur als zusätzliche Sicherung gegen Brückenbildung gedacht
ist, entsprechend einfach ausgebildet werden kann und ihre
äußere Zuordnung zum Kesselauslaß 31 eine einfache Überwachung
und gegebenenfalls notwendige Reparatur bei geringst
möglicher Störung des Betriebsablaufs möglich macht.
In Fig. 5 ist die Gesamtanlage mit dem Weg des Brauchwassers
gemäß Fig. 3, dem Weg der Preßluft gemäß Fig. 1 sowie dem
Weg von Förderluft und Strahlmittel gemäß Fig. 2 als Block
schaltbild dargestellt. Für gleiche Komponenten der Anlage
sind die Bezugszeichen verwendet, die auch in Fig. 1 bis 3
verwendet worden sind, so daß die Wege von Wasser (Pfeil 20)
und in Druckluft fluidisiertem Granulat (Pfeil 16) zur Sprüh
pistole 17 nachvollzogen werden können, ohne daß dies im
einzelnen nochmals beschrieben werden müßte. Über die ent
sprechend ausgebildete Signalgeberleitung 31 (Fig. 4, 5)
ist ein manuell zu betätigendes, in die Sprühpistole 17
eingefügtes Tastenbrett mit dem zentralen Schalt- und Steuer
pult 23 derart verbunden, daß von der Bedienungsperson, die
die Sprühpistole 17 handhabt, eine Mengen- und Druckregelung
von Wasser (Pfeil 20) und Druckluft Granulat-Gemisch (Pfeil 16)
individuell und entsprechend den jeweils vorliegenden Anfor
derungen möglich ist, auch wenn die Orte der Handhabung
der Sprühpistole 17 und der Aufstellung des Schalt- und
Steuerpultes 23 sowie der über diese zu bestimmenden Anlage
weit auseinander liegen, indem beispielsweise die Anlage
mit dem Schalt- und Steuerpult auf dem Boden vor einem
eingerüsteten Gebäude aufgestellt ist und ein Arbeiter mit
der Sprühpistole am entferntesten Punkt des Gerüstes tätig
ist.
Die Sprühpistole 17 selbst ist an sich nicht eigentlich
Gegenstand der vorliegenden Erfindung, ausgenommen die Unter
bringung des Tasten- bzw. Schaltbrettes, die jedoch grund
sätzlich in jeder beliebigen Weise erfolgen kann. Es wird
demzufolge von der Beschreibung der Sprühpistole im einzelnen
abgesehen und auf Fig. 6 verwiesen, die den inneren Aufbau
der Sprühpistole zeigt.
Wesentlich ist die Auslegung der Sprühpistole derart, daß
die Zumischung der Flüssigkeit (20) zu dem Gemisch (16)
aus gasförmigem Treibmittel und Granulat in der Sprüh
pistole 13 erfolgt.
Darauf hinzuweisen ist noch, daß in Fig. 5 die Rüttelein
richtung 29 als im Kessel 3 angeordnet dargestellt ist;
tatsächlich soll sie gemäß Fig. 2 außen den Bereich des
Kesselauslasses 11 umgeben.
Claims (8)
1. Naßstrahlanlage mit einem steuerbaren Anlagenteil zur
Bereitstellung von trockenem Granulat, das in ein gas
förmiges Treibmittel suspendiert ist, und einem steuer
baren Anlagenteil zur Bereitstellung einer dem Gemisch
aus gasförmigem Treibmittel und darin suspendiertem Gra
nulat zuzumischenden Flüssigkeit, wobei die Mischung
von gasförmigem Treibmittel und Granulat einerseits und
Flüssigkeit andererseits in einem einer Bedienungsperson
zuzuordnenden Sprühwerkzeug erfolgt, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuerung beider Anlagenteile (16; 20) zen
tral vom Sprühwerkzeug (17) aus erfolgt, dem hierzu von
der Bedienungsperson individuell zu betätigende Signal
geber für Steuermittel im jeweiligen Anlagenteil zuge
ordnet sind.
2. Naßstrahlanlage gekennzeichnet durch einen Anlagenteil
zur Förderung des gasförmigen Treibmittels mit einem
Kompressor (1), einer Granulatheizung (4), in der das
Granulat vom durch Verdichtung im Kompressor aufgeheiz
tem Treibmittel erwärmt wird und das Treibmittel ent
sprechend gekühlt wird, einem Treibmittelkühler (5),
in dem das Treibmittel von der im anderen Anlagenteil
bereitzustellenden Flüssigkeit weiter abgekühlt und dabei
getrocknet wird, um als trockenes, gasförmiges Treib
mittel in einem Druckkessel (3) eingegeben zu werden,
in dem das Granulat bereitgestellt wird, um treibmittel
unterstützt dosiert entnommen zu werden.
3. Naßstrahlanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß dem trockenen Treibmittel vor der Einbringung in
den Druckkessel (3) eine Teilmenge entnommen wird, in
die das den Druckkessel verlassende Granulat suspendiert
wird.
4. Naßstrahlanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das feuchtwarme vom Kompressor (1) kommende gasförmi
ge Treibmittel nach der Ausscheidung von Flüssigkeit
im Treibmittelkühler (5) zusammen mit dieser Flüssigkeit
und vor der Einbringung in den Druckkessel (3) einem
Flüssigkeitsabscheider (8) zugeführt wird, aus dem Flüssig
keit und trockenes Treibmittel getrennt voneinander aus
treten.
5. Naßstrahlanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekenn
zeichnet durch eine Dosiereinrichtung (11) für das Granulat
am Druckkesselauslaß (31) und eine Dosiereinrichtung (14)
für die Bestimmung des Mengenverhältnisses zwischen trocke
nem Treibmittelanteil, der in den Druckkessel (3) einge
bracht wird, und dem Treibmittelanteil, in den das Granulat
suspendiert wird, wobei das Granulat nach der Dosierein
richtung (11) am Druckkesselauslaß in das Treibmittel
nach der zweiten Dosiereinrichtung (14) in einer Misch
kammer (4) suspendiert wird.
6. Naßstrahlanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zumischung der Flüssigkeit zum Gemisch aus Treib
mittel und darin suspendiertem Granulat im Sprühwerk
zeug (17) erfolgt.
7. Naßstrahlanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekenn
zeichnet durch eine "Totmannabschaltung" (27), durch
die getrocknetes Treibmittel vor der Einbringung in den
Druckkessel (3) geführt wird.
8. Naßstrahlanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekenn
zeichnet durch eine Rütteleinrichtung (32), die dem Druck
kessel (3) im Bereich von dessen Auslaßdüsen außen zuge
ordnet ist.
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