DE19623965A1 - Sonnenschutz mit aufgespanntem Zeugstück - Google Patents
Sonnenschutz mit aufgespanntem ZeugstückInfo
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- A45B—WALKING STICKS; UMBRELLAS; LADIES' OR LIKE FANS
- A45B25/00—Details of umbrellas
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Landscapes
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Description
Die Erfindung betrifft einen Sonnenschutz - insbesondere
einen Sonnenschirm oder ein Sonnensegel - mit in Ge
brauchsstellung aufgespanntem membranartigen Zeugstück.
Derartige Sonnenschirme und Sonnensegel sind seit langem
zur Beschattung von Flächen, vor allem aber von sonnenba
denden Menschen, bekannt, beispielsweise aus der GB-PS
159,743. Da sich das Freizeitverhalten der Menschen durch
immer kürzer werdende Arbeitszeiten extrem ändert, nimmt
auch der Einsatz derartiger Sonnenschutzflächen erheblich
zu, dies vor allem um Menschen vor hautschädigender UV-Strahlung
zu schützen.
Die UV-Strahlung läßt sich in drei Bereiche einteilen:
UV-A: 320-400 nm Wellenlänge, bewirkt die direkte Bräu
nung der Haut ohne Erythem (Sonnenbrand). Dieser
Vorgang beschleunigt bei ständiger Einwirkung die
Hautalterung.
UV-B: 280-320 nm Wellenlänge, bewirkt die Bildung eines
Erythems und - damit verbunden - die indirekte
Hautbräunung. Bei häufiger, intensiver Bestrahlung
kann es zu Hautkarzinomen kommen.
UV-C: 100-280 nm Wellenlänge, wird in künstlichen UV-Strahlern
erzeugt. Dieser Teil des Sonnenspektrums
(< 290 nm) wird von der Ozonschicht in der
Atmosphäre absorbiert und erreicht unter normalen
Umständen nicht die Erde. Die bisher noch nicht im
einzelnen erforschten Effekte scheinen aufgrund des
Energiereichtums dieser Strahlung hochgradig ge
fährlich für die menschliche Haut zu sein.
Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang zudem, daß die
Ozonschutzschicht in der Erdatmosphäre - auch auf der
nördlichen Halbkugel - immer dünner wird, so daß UV-Licht
der Sonne mit einer Wellenlänge kleiner 290 nm, welches
sonst von dieser Ozonschicht absorbiert wird, zur Erdober
fläche gelangen kann. Auch UV-B-Licht im Bereich 290-320 nm
dringt durch die Verschiebung der Atmosphärenabsorptions
kante in den kurzwelligen Bereich verstärkt bis zur Erd
oberfläche durch. Es ist bekannt, daß besonders diese An
teile des Sonnenlichtes extrem schädlich für organisches
Leben auf der Erde sind, wobei ohne deren Filterung organi
sches Leben gegebenenfalls sogar bedroht wäre.
Die genannten Tatsachen vermehren zum einen die Gefahr von
Hautkrebs und anderen Hautschäden beim Sonnenbaden. Zum an
deren aber benötigt der menschliche Organismus UV-Licht, um
Vitamin D aufbauen zu können; es ist also ungesund, das
Sonnenlicht total zu meiden. Schließlich verzichtet der
Mensch ungern auf einen mehr oder minder optischen Effekt;
in unserer Gesellschaft repräsentiert eine gebräunte Haut
Gesundheit und Erfolg, weshalb das Verlangen der Menschen
nach brauner Haut - trotz der genannten Gefahren - unge
brochen ist.
In Kenntnis dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder das
Ziel gesetzt, einen flächigen flexiblen Werkstoff für den
Sonnenschutz zu entwickeln, der für Licht mit α < 290 nm
gedämpft durchlässig ist, schädliches Licht mit α < 290 nm
jedoch absorbiert. Ein mit dem Zeugstück bespannter Schirm
od. dgl. Vorrichtung soll soviel UV-A- und B-Licht hindurch
lassen, daß die Haut ohne Sonnenbrand braun wird, also im
Prinzip die gleiche Wirkung wie eine Sonnenschutzcreme hat.
Zusätzlich soll er sichtbares und infrarotes Licht dämpfen,
was den Badekomfort für den Urlauber erhöht.
Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen
Anspruches; die Unteransprüche geben günstige Weiterbildun
gen an.
Erfindungsgemäß besteht das membranartige und aufspannbare
Zeugstück aus einem UV-durchlässigen Werkstoff, der mit
einer dünnen Schicht aus Metalloxid, einem Dielektrikum,
versehen ist. Dazu wird eine Polytetrafluorethylen (H.TF)
ET-Folie bevorzugt, die mit wenigstens einem Metalloxid be
dampft ist. Eine solche ist unter dem Handelsnamen
Hostaflon (Firma Hoechst) bekannt als ein als Thermoplast
verarbeitbares Copolymerisat aus Ethylen und Tetra
fluorethylen.
Als günstig hat sich eine Beschichtung des Zeugstücks aus
einem Siliziummonoxid einer Dicke von etwa 100 nm und weni
ger erwiesen.
Die genannte Hostaflon ET-Folie ist mechanisch hochbelast
bar, schwer entflammbar, witterungsbeständig, hochtranspa
rent und UV-strahlenbeständig.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird das Zeug
stück mit etwa 100 nm Siox und etwa 20 nm Cu oder etwa 10
nm Al bedampft.
Eine andere Möglichkeit, einen Sonnenschirm od. dgl. mit den
beschriebenen Eigenschaften herzustellen, ergibt sich durch
das Einbringen geeigneter Stoffe in die Folie. Wird bei
spielsweise ein UV-A-B-Breitbandfilter, wie er in der Kos
metikbranche Verwendung findet, in die ET-Folie einge
bracht, wird die Lichtdurchlässigkeit in diesem Bereich
ebenfalls gedämpft. Um im sichtbaren und infraroten Bereich
eine dämpfende, und im UV-C-Bereich eine absorbierende Wir
kung zu erreichen, könnte beispielsweise auch ein buntes
Dielektrikum - etwa feingemahlenes Glas, welches Vana
diumoxid enthält - in die Folie eingemischt werden.
Im Rahmen der Erfindung liegt auch ein flächiger flexibler
Sonnenschutz der beschriebenen Art unter Verwendung einer
anderen - als der erwähnten - Trägerfolie, beispielsweise
einer aus Polymethylmetacrylat.
Im übrigen wird zum einen für das Zeugstück selbständiger
Schutz begehrt, zum anderen für Beschattungsvorrichtungen,
die mit dem Zeugstück versehen sind.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese
zeigt jeweils ein Diagramm in
Fig. 1 zur Lichtdurchlässigkeit der unbehandelten
Folie (Transmission von Hostaflon ET-Fo
lie);
Fig. 2 zur ET-Folie nach Bedampfung mit 100 nm
Siox;
Fig. 3 zu der mit Siox und Metall bedampften ET-Folie
(UV-, VIS-Bereich);
Fig. 4: zu der mit Siox und Metall bedampften ET-Folie
(UV-, VIS-, IR-Bereich).
Fig. 1 zeigt, daß die unbehandelte Folie sowohl im haut
bräunenden UV-Bereich als auch im schädlichen UV-Bereich
transparent ist. Im UV-A-Bereich ist sie zu etwa 55-70%
durchlässig, im UV-B-Bereich zu etwa 35-55%. Beide Werte
sind zu hoch, um einen Sonnenbrand zu verhindern; denn be
sonders bei 308 nm erzeugt das Sonnenlicht bevorzugt Son
nenbrand. Im UV-C-Bereich ist die Folie zu etwa 0-35%
durchlässig, ein viel zu hoher Wert, wie oben bereits er
läutert wurde.
Um die besonders gefährliche UV-C-Strahlung zu absorbieren,
wurde die Folie mit 100 nm Siliziummonoxid bedampft; Fig. 2
gibt die Lichtdurchlässigkeit der so behandelten Folie wie
der.
Im UV-C-Bereich ist die Transmission auf 0-7% gesunken,
im UV-B auf 7-25% und im UV-A auf 25-65%. Im sichtba
ren und infraroten Bereich ist die Durchlässigkeit noch zu
hoch, man wird unter dem Schirm geblendet, und es wird zu
warm.
Siliziummonoxid steht hier nur als Beispiel für andere Me
talloxide (Dielektrikum), die alle mehr oder weniger trans
parent im sichtbaren Bereich sind, aus physikalischen Grün
den im UV-Bereich jedoch eine Absorptionskante haben. Die
Lage der Absorptionskante ist nicht nur von dem verwendeten
Dielektrikum abhängig, sondern auch von den Aufdampfbedin
gungen und besonders der Schichtdicke.
Metalle sind im sichtbaren Bereich Reflektoren und werden
im UV-Bereich durchsichtig. Als dünne Schicht (kleiner 100
nm) sind sie im sichtbaren und infraroten Bereich starkt
gedämpft durchsichtig, also deshalb geeignet, die
Lichtdurchlässigkeit des Sonnenschirmes im sichtbaren und
infraroten Bereich zu dämpfen.
Die Fig. 3, 4 verdeutlichen eine Folie, die mit 100 nm Siox
und 20 nm Kupfer oder 10 nm Aluminium bedampft worden ist.
Die Lichtdurchlässigkeit des Schichtverbundes zeigt jetzt
den gewünschten Verlauf:
- (a) Starke Absorption im UV-C-Bereich verhin dert Hautkrebs.
- (b) Gedämpfte Transmission im UV-B- und UV-A-Bereich, nötig für Hautbräunung ohne Son nenbrand.
- (c) Gedämpfte Transmission im sichtbaren Be reich, verhindert übermäßige Blendung.
- (d) Stark gedämpfte Transmission im infraroten Bereich (Wärmestrahlung), so daß es unter dem Schirm nicht all zu warm wird.
Durch Variation der Schichtdicken des Dielektrikumes und
des Metalles kann die Transmission angepaßt werden, so daß
eine Sonnenschutzfläche mit definiertem Lichtschutzfaktor
hergestellt werden kann.
Werden die dünnen Schichten anschließend mit einer zweiten
Folienschicht übergossen, entsteht ein fester Verbund, in
dem die Schichten vor Korrosion und Beschädigung geschützt
sind.
Weitere Möglichkeiten, dünne Schichten auf die Folie aufzu
bringen, sind der DE 43 21 564 AI zu entnehmen.
Claims (6)
1. Sonnenschutz, insbesondere Sonnenschirm oder -segel,
mit in Gebrauchsstellung aufgespanntem membranartigem
Zeugstück,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zeugstück aus einem UV- durchlässigen Werkstoff
besteht, der mit einer dünnen Schicht aus Metalloxid
(Dielektrikum) versehen ist.
2. Sonnenschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zeugstück eine Polytetrafluorethylen ET-Folie
ist, ein Copolymerisat aus Ethylen und Tetrafluorethy
len, die mit wenigstens einem Metalloxid bedampft ist.
3. Sonnenschutz nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet
durch eine Beschichtung des Zeugstückes aus einem Sili
ziummonoxid einer Dicke von etwa 100 nm und weniger.
4. Sonnenschutz, dadurch gekennzeichnet, daß das Zeugstück
mit etwa 100 nm Siox und etwa 20 nm Cu oder etwa 10 nm
Al bedampft ist.
5. Sonnenschutz, insbesondere Sonnenschirm oder -segel,
mit in Gebrauchsstellung aufgespanntem membranartigem
Zeugstück, dadurch gekennzeichnet, daß das Zeugstück
aus einem UV-durchlässigen Werkstoff besteht, in den
ein Dielektrikum eingelegt ist.
6. Sonnenschutz nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch ein
Granulat aus feinstgemahlenem, Vanadiumoxid enthalten
dem Glas als Dielektrikum.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19623965A DE19623965A1 (de) | 1996-04-24 | 1996-06-15 | Sonnenschutz mit aufgespanntem Zeugstück |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19616294 | 1996-04-24 | ||
| DE19623965A DE19623965A1 (de) | 1996-04-24 | 1996-06-15 | Sonnenschutz mit aufgespanntem Zeugstück |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19623965A1 true DE19623965A1 (de) | 1997-11-06 |
Family
ID=7792261
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19623965A Withdrawn DE19623965A1 (de) | 1996-04-24 | 1996-06-15 | Sonnenschutz mit aufgespanntem Zeugstück |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19623965A1 (de) |
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-
1996
- 1996-06-15 DE DE19623965A patent/DE19623965A1/de not_active Withdrawn
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