DE19622955A1 - Stoffaustauschboden - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Stoffaustauschboden mit
beweglichen Hauben, bestehend aus einer Vielzahl von
U-förmigen Profilen, die parallel zueinander liegen
und deren Abstände zueinander die Dampfkamine bilden,
die von U-förmigen Hauben überdeckt werden.
Böden dieser Art sind als sogenannte Tunnelböden wie
z. B. nach DE 10 62 671 bekannt. Es ist ferner bekannt, die
aus den Abständen nebeneinander liegender U-förmiger
Profile gebildeten Dampfkamine mit mehreren hintereinander
liegenden, beweglich geführten Hauben zu überdecken, siehe
DE 33 14 827. Die Teilung dieser Böden erfolgt fast immer
im Bereich der Dampfkamine. Die einzelnen Bodenabschnitte
liegen auf Trägern auf und werden mit diesen lösbar
verbunden. - Tunnelböden mit festsitzenden Hauben
entsprechen in ihrer Belastbarkeit den bekannten
Glockenböden. Ein Boden mit beweglichen Hauben gemäß DE 33
14 827 kann mit einem Ventilboden verglichen werden.
Der Einsatz der verschiedensten Bodentypen wird,
abgesehen vom Preis, von den Betriebsbedingungen der
Kolonne bestimmt. Während Glockenböden einen weiten
Belastungsbereich aufweisen und auch kleine
Flüssigkeitsmengen bei sehr niedriger Dampfbelastung
sicher auf dem Boden halten,ist ihre obere Belastbarkeit
begrenzt. Die Ventilböden sind gegenüber Glockenböden
höher belastbar, haben aber den Nachteil, daß sie bei
zu geringer Dampfbelastung leicht abregnen.
Von entscheidender Bedeutung für den Wirkungsgrad des
Bodens ist die gleichmäßige Dampfverteilung über die
gesamte Austauschfläche. Die Zahl der Austauschelemente
auf dem Boden, mit den entsprechenden freien
Durchtrittsöffnungen, wird von dem max. geforderten
Dampfdurchsatz und vom zulässigen Druckverlust bestimmt.
Sofern ein sehr großer Belastungsbereich des Bodens
gefordert wird, ist es möglich, daß die minimal zur
Verfügung stehende Dampfmenge nicht mehr ausreicht, um
alle Austauschelemente ansprechen zu lassen. Hierzu ist
ein Mindestdruckverlust notwendig. Dieser Wert liegt
bei einem Glocken- oder Tunnelboden niedriger als bei
einem Ventilboden.
Damit die Glocken auf einem Glockenboden bei einem sehr
geringen Dampfdurchsatz gleichmäßig ansprechen, werden
die Gasaustrittsschlitze der Glocken in unterschiedlichen
Höhen angeordnet und die Flüssigkeitsschicht auf dem
Boden niedrig gehalten.
Bei einem Ventilboden besteht die Gefahr, daß sich bei
Unterlast nur ein Teil der Ventile öffnet und die
Flüssigkeit an den nicht begasten Stellen des Bodens
abregnet. Man verwendet daher zum Teil Ventile
unterschiedlichen Gewichts, um den effektiven
Belastungsbereich zu verbessern. Die Gefahr, daß Ventile
bei zu niedrigem Druckverlust durch Adhäsion oder
Verschmutzung nicht gleichmäßig abheben, ist aber immer
gegeben.
Auftretende Verkrustungen an einem Glockenboden müssen
bei der Konstruktion des Bodens durch entsprechende
Maßnahmen, wie z. B. erweiterte Dampfdurchtrittsöffnungen,
grobere Schlitze in den Glocken usw., berücksichtigt
werden. Ein Ventilboden mit einer großen Zahl bewegter
Teile und einer Vielzahl von Führungen an diesen
Elementen, ist gegen Verkrustung und grober Verschmutzung
besonders empfindlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Austauschboden, der eine Vielzahl von U-förmigen Profilen
aufweist, die parallel zueinanderliegen und deren
Abstände zueinander die Dampfkamine bilden, die von
U-förmigen Hauben überdeckt sind, so zu verbessern, daß
er einen größeren Belastungsbereich und eine verbesserte
Gasverteilung aufweist. Die Zahl der beweglichen Teile
und deren Führungshalterungen soll erheblich reduziert
und die Fertigung und Montage des Bodens vereinfacht
werden.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß jede Haube des
Austauschbodens an mindestens zwei Halterungen beweglich
so geführt wird, daß sie am unteren Fixpunkt den
Dampfkamin mehr oder weniger verschließt und bei der
Aufwärtsbewegung einen Widerstand überwinden muß, der
zumindest aus dem Eigengewicht besteht.
Der Austauschboden gemäß der Erfindung hat den Vorteil,
daß der Belastungsbereich des Bodens erheblich erweitert
werden kann. Starke Unterschiede in der Dampfbelastung
der Kolonne zwischen Kolonnensumpf und Kolonnenkopf
können durch kleine Veränderungen am Boden leicht
ausgeglichen werden. Der fixierte Abstand H der
beweglichen Hauben zur Oberkante der Dampfkamine kann
entsprechend der minimalen Dampfmenge eingestellt werden.
Der freie Querschnitt der Dampfkamine ist auf die
maximale Dampfmenge festgelegt oder größer als
notwendig.
Die bewegliche Haube wird in ihrer unteren Stellung
durch ihr Eigengewicht und einen geringen Federdruck
auf ihren Auflagepunkten fixiert. Mit zunehmender
Dampfbelastung reicht das Eigengewicht und der geringe
Federdruck nicht mehr aus, um die Haube auf ihren
Auflagen zu halten. Sie hebt ab und gibt eine größere
Dampfdurchtrittsöffnung frei.
Der Federdruck erhöht sich stetig bis zum oberen
Anschlagpunkt, so daß gewährleistet ist, daß alle Hauben
nur den Querschnitt freigeben, welcher der
entsprechenden Dampfmenge entspricht. Es wird damit eine
optimale Anpassung der Dampfdurchtrittsöffnung an die
jeweilige Dampfmenge erreicht. Die Dampfgeschwindigkeit
im Bereich der Haube und der Austauschwirkungsgrad
können somit nahezu konstant gehalten werden.
Die Haubenführung erfolgt an nur zwei Halterungen. Da
die Hauben durch die aufsitzenden Blattfedern nicht
verkanten können, ist eine einwandfreie Führung in der
Halterung gegeben. Die Hauben haben eine Blechdicke von
1 mm, max 1,5 mm. Der auf sie wirkende Federdruck sollte
am oberen Anschlagpunkt bei druckverlustarmen Böden
etwa das Eigengewicht der Haube erreichen. Sofern der
Austauschboden nur auf großen Durchsatz angelegt ist,
wird die untere Fixierung der Haube höher gelegt.
Im Extremfall kann der Abstand H so groß sein, daß der
freie Querschnitt in der Haubenumlenkung dem des
Dampfkamins entspricht. Der dann noch zusätzlich zur
Verfügung stehende Hub der Haube dient dazu, den freien
Durchtrittsquerschnitt für den Dampf im Notfall nochmals
zu erweitern. In diesem Fall wird die Federkraft so
bemessen, daß die Haube erst kurz vor Erreichen des
zulässigen Druckverlustes weiter abheben kann. Eine
zusätzliche Vergrößerung des freien
Dampfdurchtrittsquerschnitts ist vor allem von
Bedeutung, wenn sich der Boden durch Verkrustung zusetzt
oder sich darauf starke Ablagerungen bilden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den
Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher
beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen Stoffaustauschboden gemäß
der Erfindung in der Draufsicht;
Fig. 2 Schnitte A-A und B-B in Fig. 1;
Fig. 3 den Ausschnitt E in Fig. 1 mit dem
Schnitt C-C;
Fig. 4 eine in der Höhenlage verstellbare
Halterung;
Fig. 5 im Schnitt einen in der Breite
veränderbaren Bodenträger.
Der Austauschboden nach Fig. 1 weist ein Zulaufsegment
1 und ein Ablaufsegment 2 mit Ablaufschacht 3 auf. Diese
Teile sind als Träger 4 ausgebildet. Die U-förmigen
Profile 5 sind stirnseitig durch Bänder 6 zu Gruppen
miteinander verbunden. Diese Bänder sind verhältnismäßig
dünn, verschließen die Dampfkamine stirnseitig und
werden unter das Bodenniveau geführt. Sie sind mit nach
unten offenen Schlitzen 8 versehen. Mittels Schrauben
9, die bei der Montage gleichzeitig als Auflage dienen,
werden die zusammengefaßten U-Profile 5 mit den Trägern
4 leicht federnd und niveaugleich mit Zu- und
Ablaufsegment verschraubt. Die Schrauben 9 sind sowohl
von der Unterseite des Bodens als auch von oben durch
die verhältnismäßig breiten Dampfkamine 7 gut
zugänglich. Durchstiege durch den Boden können so auf
einfache Art von beiden Seiten gelöst und abgehoben
werden. Die Schrauben 9 müssen hierzu lediglich einige
Gänge zurückgedreht werden. Sie verbleiben in ihrer
Lage.
Da die U-förmigen Profile 5 nicht auf den Trägern 4
aufliegen, werden die Dampfkamine 7 bis unmittelbar vor
die Träger geführt und damit der freie
Durchtrittsquerschnitt für die Dämpfe vergrößert.
Die Hauben 10 sind in Halterungen 11 beweglich geführt.
Diese Halterungen 11 sind durch Leisten 12 unterhalb des
Bodens miteinander verbunden. An der Halterung 11
befinden sich Nocken 13 zur Auflage der Haube und ein
Schlitz 14 zur Aufnahme einer Blattfeder 15. Die Hauben
10 sind stirnseitig durch Bleche 16 verschlossen.
Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Hauben 10 zu
Gruppen fest miteinander zu verbinden. Die Zahl der
Halterungen 11 kann dann auf drei bis vier Stück pro
Gruppe reduziert werden.
Die Halterungen 11 können auch geteilt und mit Hilfe
eines Langloches 17 in der Halterung und einer Schraube
18 höhenverstellbar ausgeführt werden. Bei sehr langen
Hauben 10 empfiehlt es sich, aus Montagegründen diese
zusätzlich durch Zwischenstücke 19, die in ihrer Höhe den
Nocken 13 entsprechen, abzustützen. Der Führungsbereich
der Haube 10 in der Halterung 11 einschließlich der
Blattfeder 15 kann durch eine Kapsel 20, die mit Splinten
21 an der Haube 10 befestigt ist, abgeschirmt werden.
Die Hauben 10 liegen in Richtung der Bodenachse
Zulauf-Ablauf und sind an beiden Seiten mit
Dampfaustrittsöffnungen 22 versehen. Diese
Austrittsöffnungen können auch in bekannter Weise
gerichtet sein, etwa durch Herausklappen von Blechteilen,
so daß die aufsteigenden Dämpfe einen Schub auf die
Flüssigkeit bewirken. Eine Anordnung der Hauben um 90
Grad versetzt zur Achse Zulauf-Ablauf, ist ebenfalls
möglich.
Der Hub der Hauben 10 läßt sich durch Beilagen 23
unterschiedlicher Dicke beliebig verändern. So können
sowohl im unteren als auch im oberen Belastungsbereich,
die freien Durchgangsöffnungen im Umlenkbereich der
Hauben den zur Verfügung stehenden Dampfmengen angepaßt
werden. Der Austauschboden gemäß der Erfindung ist damit
unter Verwendung weitgehend gleicher Bauteile universell
einsetzbar.
Beim Einbau der Böden können Toleranzen im Durchmesser
größerer Kolonnen und Abweichungen in den mit der
Kolonnenwand verschweißten Befestigungslaschen durch
Träger 24, die in ihrer Breite veränderlich sind,
ausgeglichen werden.
Claims (12)
1. Stoffaustauschboden mit beweglichen Hauben, bestehend
aus einer Vielzahl von U-förmigen Profilen (5), die
parallel zueinander liegen und deren Abstände zueinander
die Dampfkamine (7) bilden, dadurch
gekennzeichnet, daß jede Haube an
mindestens zwei Halterungen (11) beweglich so geführt
ist, daß sie am unteren Fixpunkt den Dampfkamin mehr
oder weniger verschließt und bei der Aufwärtsbewegung
einen Widerstand überwindet, der zumindest aus dem
Eigengewicht besteht.
2. Boden nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Widerstand von
zweiarmigen Blattfedern (15) erzeugt wird, die oberhalb
der Hauben liegen, sich in einem Schlitz (14) der
Halterungen fixieren und den oberen Anschlagpunkt der
Hauben bilden.
3. Boden nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Federkraft durch
die Länge der Schenkel (L), Ausnehmungen in diesen
Schenkeln oder unterschiedliche Materialdicke
veränderbar ist.
4. Boden nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauben an Nocken (13) aufliegen, die sich an den
Halterungen (11) befinden.
5. Boden nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Hubhöhe der Hauben durch Beilagen (23) veränderbar sind.
6. Boden nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Halterungen (11)
mit den Nocken (13) in ihrer Höhenlage verstellbar sind.
7. Boden nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere Halterungen durch Leisten (12) unterhalb des
Bodens miteinander verbunden sind.
8. Boden nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
U-förmigen Profile (5) an ihren Stirnseiten durch
Blechstreifen (6) miteinander verbunden sind, die
gleichzeitig die Kamine (7) flüssigkeitsdicht
abschließen.
9. Boden nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blechstreifen
(6) bis unterhalb des Bodenniveaus geführt und mit unten
offenen Schlitzen (8) für die Befestigung der
Bodenteile mittels Schrauben (9) an den Trägern (4)
versehen sind.
10. Boden nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Zerlegung des Bodens in einzelne Abschnitte an den
Trennstellen (X) durch Schnitte erfolgt, die von der
Vertikalen abweichen.
11. Boden nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Führungsbereich der Hauben an der Halterung (11)
einschließlich der Blattfeder (15) durch eine Kapsel
(20) abgeschirmt ist.
12. Boden nach einem der vorhergehenden Absprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bodenträger (24) in ihrer Breite veränderbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996122955 DE19622955A1 (de) | 1996-06-07 | 1996-06-07 | Stoffaustauschboden |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996122955 DE19622955A1 (de) | 1996-06-07 | 1996-06-07 | Stoffaustauschboden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19622955A1 true DE19622955A1 (de) | 1997-12-11 |
Family
ID=7796435
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996122955 Withdrawn DE19622955A1 (de) | 1996-06-07 | 1996-06-07 | Stoffaustauschboden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19622955A1 (de) |
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1996
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