DE19622422A1 - Lagerungsstabile pharmazeutische Zusammensetzung mit immun - modulierenden und antiinflammatorischen Eigenschaften sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Lagerungsstabile pharmazeutische Zusammensetzung mit immun - modulierenden und antiinflammatorischen Eigenschaften sowie ein Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine lagerungsstabile pharmazeu
tische Zusammensetzung, die aus einem Thymusextrakt
erhältlich ist und die immunmodulierende und entzündungs
hemmende Eigenschaften aufweist.
Die Herstellung pharmazeutischer Präparate aus Thymus ist
bekannt und in der Literatur vielseitig beschrieben.
Derartige Extrakte enthalten sogenannte Thymusfaktoren,
welche vom Thymus produzierte Peptide umfassen. Ihre
Struktur und Funktion ist in vielen Fällen noch nicht
vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, daß die
Thymusfaktoren die Reifung der T-Lymphozyten sowie deren
Proliferation vom Lymphgewebe bewirken. Darüber hinaus ist
es auch bekannt, daß sie bei der Abstoßung von
Transplantationsgeweben sowie bei Autoimmunerkrankungen
eine wesentliche Rolle spielen. Sie sind daher Gegenstand
intensiver Untersuchungen.
Thymusfaktoren bzw. -Peptide werden im allgemeinen als
Thymosine bezeichnet, wovon Thymostimulin und Thymo
poietin, Thymosin-α-1, Thymosin-β-4 wohl am besten unter
sucht sind. So ist es z. B. bekannt, daß Thymosin-α-1 und
Thymosin-β-4 die Antigenpräsentation der Makrophagen
verstärken, weshalb diese auch zur Behandlung von Autoim
inunerkrankungen und u. a. auch bei Defekten im Immunsy
stem, wie Krebs und Allergien, verwendet werden.
Die Herstellung und Extraktion von Thymuspeptiden ist
bekannt und beispielsweise von T.L.K. Low und A. L.
Goldstein in "Methods in Enzymology", Vol. 116, S. 213
(1985) beschrieben. Darüber hinaus sind diese ebenfalls
von sanorell pharma GmbH & Co, Rechtmurgstr. 27, D-72270
Baiersbronn z. B. unter der Bezeichnung Thymosand® er
hältlich.
Die Lagerung der durch Extraktion erhaltenen wäßrigen
Thymus-Extrakte ist jedoch begrenzt. Es ist daher auch
bereits versucht worden, pharmazeutisch aktive Teilpeptide
wie z. B. das Pentapeptid der Aminosäuren 32 bis 36 des
Thymopoietins sowie dessen Analoga synthetisch herzustel
len (Justus Liebigs Ann. Chem. 1990, 245-247).
Der Erfindung hat daher zum Ziel, ein pharmazeutisch
brauchbares Gemisch von Thymusfaktoren bereitzustellen,
das lagerungsstabil ist und das neben einer immunmodulie
renden Wirkung auch eine ausgeprägte antiinflammatorische
Wirksamkeit aufweist.
Dieses Ziel wird nun erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß
man ein auf an sich bekannte Weise homogenisiertes Thy
musgewebe mittels einer wäßrigen Lösung extrahiert, die
festen Bestandteile vom Extrakt abtrennt und diesen
Extrakt über eine Ultrafiltrationsmembran mit einem
Ausschlußvolumen von 30 kD filtriert. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, daß man das so
erhaltene 30 kD-Ultrafiltrat mindestens einer weiteren
Filtration an einem Ultrafilter mit einem Ausschlußvolumen
von 3 kD unterzieht und das Retentat verwendet.
Es hat sich nämlich überraschenderweise gezeigt, daß
mittels einer Ultrafiltration an einer Membran mit einem
Ausschlußvolumen von 3000 Dalton ein Retentat erhalten
wird, das offensichtlich von destabilisierenden Faktoren
befreit ist und das seine immunmodulierenden Eigenschaften
beibehält, jedoch darüber hinaus ausgeprägte
antiinflammatorische bzw. entzündungshemmende Eigen
schaften zeigt.
Die für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten Thymus
zellen werden jungen Kälbern entnommen und werden nach
Entnahme rasch weiterverarbeitet. Die Herstellung von
homogenisiertem Gewebe ist dem Fachmann bekannt und läßt
sich beispielsweise mittels handelsüblichen Homogenisato
ren und/oder Ultraschallbehandlung herstellen. Das
Homogenisat wird vorzugsweise mindestens 10 Stunden,
zweckmäßigerweise mindestens 20 Stunden bei 2-6°C,
üblicherweise bei 3-5°C, einer Autodigestion unter
zogen. Die Extraktion des Homogenisates wird mittels
Wasser oder einer wäßrigen Lösung durchgeführt, die
gegebenenfalls im neutralen bzw. biologisch üblichen
pH-Bereich gepuffert sein kann. Der so erhaltene Extrakt
enthält noch feste Bestandteile, die beispielsweise
mittels Zentrifugieren oder Filtrieren über Filter mit
entsprechend großen Poren (2,0 mm, 0,8 µmm, 0,2 µm) abge
trennt werden. Sofern erforderlich, werden gegebenenfalls
zusätzliche Trennungs- bzw. Reinigungsschritte mit
Ammoniumsulfat und gegebenenfalls weitere Behandlungen, z. B.
mit Phenol, durchgeführt.
Der von festen Bestandteilen befreite Extrakt wird dann
einer ersten Ultrafiltration an einer Membran mit einem
Ausschlußvolumen von 30 kD unterzogen, wobei vorzugsweise
hydrophile Membranen, z. B. Cellulose- und Polysulfon
membranen, insbesondere Spiralmembranen mit transversalem
Flow verwendet werden. Derartige Membranen sind bekannt
und werden beispielsweise von der Firma Amicon unter der
Bezeichnung "S1Y30" vertrieben. Vorzugsweise wird dieser
erste Ultrafiltrationsschritt im erfindungsgemäßen Ver
fahren mehrmals, insbesondere jedoch mindestens dreimal,
zweckmäßigerweise mindestens fünfmal durchgeführt. Es hat
sich erfindungsgemäß als zweckmäßig erwiesen, die hierfür
verwendeten Filtrationsmembranen gemäß dem in der WO
91/12027 beschriebenen Verfahren zu validieren und die
Integrität der Membran gemäß
WO 93/02714 zu überprüfen. Auf diese Weise wird ein erstes
Ultrafiltrat erhalten, das wirksame Thymusfaktoren für
medizinische und biologische Zwecke enthält.
Die mit diesem Ultrafiltrat durchgeführte zweite Ultra
filtration an der Membran mit einem Ausschlußvolumen von
3 kD wird ebenfalls vorzugsweise mehrfach insbesondere
jedoch mindestens dreimal, vorzugsweise mindestens fünf
mal, durchgeführt. Bevorzugte Ultrafiltrationsmembranen
für diese zweite Filtrationsstufe sind beispielsweise von
der Firma Amicon unter der Bezeichnung S1Y3 kommerziell
erhältlich. Es hat sich auch als zweckmäßig erwiesen,
diesen letzten Ultrafiltrationsschritt als sogenannte
Diafiltration, d. h. als wiederholte Filtration, durchzu
führen, wobei analog einer Dialyse unerwünschte Bestand
teile durch mehrfache Filtration mit der Filtratlösung
über den Filter ausgewaschen werden. Auf diese Weise ist
es ohne weiteres möglich, mit der Extraktionslösung
eingeschleppte Substanzen, wie beispielsweise Puffersalze
abzutrennen und durch andere Additive zu ersetzen. Erfin
dungsgemäß ist es bevorzugt, das mittels der zweiten
Ultrafiltration an der 3 kD-Membran eingeengte Retentat
mit einer Mannitlösung zu verdünnen und die Filtration zu
wiederholen. Auf diese Weise läßt sich die Extraktionslö
sung auf einfache Weise umpuffern. Das derart erfindungs
gemäß erhaltene Retentat läßt sich ohne weiteres unter
Erhaltung seiner biologischen Aktivität lyophilisieren.
Die Erfindung betrifft auch eine mittels dem zuvor be
schriebenen Verfahren erhaltene pharmazeutische Zusammen
setzung sowie dessen Verwendung zur Herstellung eines
lagerungsstabilen Arzneimittels mit immunmodulierender und
antiinflammatorischer Wirkung.
Die Erfindung soll anhand der folgenden Beispiele näher
erläutert werden.
Im folgenden wurde ein Thymusextrakt verwendet, der von
sanorell pharma GmbH & Co, Rechtmurgstraße 27, Baiers
bronn, Deutschland, unter der Bezeichnung Thymosand®
kommerziell erhältlich ist und der im folgenden auch als
UF5 bezeichnet wird. Dieser Thymusextrakt wurde bereits
vom Hersteller nach Entfernung der Feststoffe fünfmal über
eine gemäß in der WO 91/12027 beschriebenen validierten
Membran ultrafiltriert bzw. gereinigt (UF5). Dieses
kommerziell erhältliche Präparat wurde dann mittels eines
Konzentrators CH2 (erhältlich von Amicon, Postfach 1103,
Witten, Deutschland), bestehend aus einem Vorratsgefäß,
einer Schlauchpumpe und einer Ultrafilterhalterung über
einen unter der Bezeichnung S1Y3 von Amicon erhältlichen
Ultrafilter mit Delrinkopfstücken auf das 10-fache auf
konzentriert (200 ml). Das so erhaltene Konzentrat wurde
dann mittels einer 5%igen Mannitollösung auf das fünf
fache Volumen verdünnt und anschließend wieder bis zum
ursprünglichen Volumen eingeengt. Dieser Vorgang wurde
insgesamt fünfmal wiederholt. Das Ultrafiltrat wurde
verworfen und das die Thymuspeptide in hoher Konzentration
enthaltende Retentat wurde einer Sterilfiltration (0,2 µm)
unterzogen und anschließend lyophilisiert. Das so erhal
tene Lyophilisat wird im folgenden als TML bezeichnet und
zeigte sich im Gegensatz zum Ausgangsprodukt auch bei
Raumtemperatur über mehrere Jahre hinweg als außerordent
lich lagerstabil.
Aus dem in Beispiel 1 erhaltenen TML-Lyophilisat wurden
Lösungen mit einer Proteinkonzentration (Lowry-Methode)
von 800 µg/ml hergestellt und ihre biologische Aktivität
an Blutzellen gemäß dem Verfahren von Hartung et al.
gemessen (Hartung, T., A. Sauer & A. Wendel, Biochem.
Pharmakol. Univ. Konstanz: W. Cytokine response of whole
blood; 25. Jahrestagung d. ges. f. Immunol. September
1994; Poster). Dabei wird die Cytokinausschüttung von
Lymphozyten in Vollblutkulturansätzen nach Stimulation mit
Phytohämagglutinin (PHA) gemessen.
Der in diesem Bericht beschriebene Assay wurde mit PHA und
TML bzw. Permeat als Costimulatoren sowie den entspre
chenden Negativ- bzw. Positivkontrollen durchgeführt.
Gemessen wurden die Cytokine IL-1β, IL-2, IL-6, IL-10;
TNF-α und IFN-gamma.
Kulturansätze: 4-Loch-Kulturschalen (4 × 1 ml) mit Deckel
(Nunc; Art.Nr.: 176740).
Die Kulturansätze sind bis spätestens 4 Std. nach der Blutentnahme fertigzustellen
Aufarbeitung: Probengefäße (Sarstedt, Art.Nr.: 60036550) Tischzentrifuge EBA 3S (Hettich)
Cytokinmessung: Quantikine-Kits (Elisa von R & D Systems GmbH, Borsigstr. 7, 65205 Wiesbaden)
Mikroplatten-Photometer HTIII (Anthos).
Die Kulturansätze sind bis spätestens 4 Std. nach der Blutentnahme fertigzustellen
Aufarbeitung: Probengefäße (Sarstedt, Art.Nr.: 60036550) Tischzentrifuge EBA 3S (Hettich)
Cytokinmessung: Quantikine-Kits (Elisa von R & D Systems GmbH, Borsigstr. 7, 65205 Wiesbaden)
Mikroplatten-Photometer HTIII (Anthos).
Herstellung von RPMI-Medium (unter laminar flow):
900 ml Wasser f. Inj. werden in einen sterilisierten 2 l-Erlenmeyerkolben gegeben und unter Rühren eine Packung pulverförmiges RPMI-1640 (AutoMod, Sigma; Art.Nr.: R7755) eingetragen. Dann werden 10 ml einer 200 mM L-Glutamin lösung (Sigma Art.Nr.: 6-7513) zugegeben.
900 ml Wasser f. Inj. werden in einen sterilisierten 2 l-Erlenmeyerkolben gegeben und unter Rühren eine Packung pulverförmiges RPMI-1640 (AutoMod, Sigma; Art.Nr.: R7755) eingetragen. Dann werden 10 ml einer 200 mM L-Glutamin lösung (Sigma Art.Nr.: 6-7513) zugegeben.
In ein sterilisiertes Bechergläschen werden 238,3 mg HEPES
(Sigma; Art.Nr.: H-0878) eingewogen, in etwas Wasser
gelöst und zur RPMI-Lösung gegeben. Die klare RPMI-Lösung
wird in einen sterilisierten Meßzylinder gegeben und mit
Wasser f. Inj. unter Ausspülen des RPMI-Gefäßes, des
Bechergläschens und des Erlenmeyerkolbens auf 1000 ml
aufgefüllt. Die fertige Lösung wird in einer sterilen
1 l-Flasche bei +4°C (: aufbewahrt und ist 1 Monat haltbar.
Herstellung von RPMI-Medium + PHA (unter laminar flow):
In einen sterilisierten 100 ml Meßkolben werden 1,875 mg PHA (Sigma; Art.Nr.: L9132) eingewogen und mit RPMI-Medium bis zur Eichmarke aufgefüllt. Die Lösung wird kurz durch gerührt, zu 30 ml in sterilisierte 30 ml-Vials aliquo tiert, mit sterilen Stopfen versehen und gebördelt. Die Entnahme erfolgt mit sterilen Einmal-Spritzen bzw. -Kanü len.
In einen sterilisierten 100 ml Meßkolben werden 1,875 mg PHA (Sigma; Art.Nr.: L9132) eingewogen und mit RPMI-Medium bis zur Eichmarke aufgefüllt. Die Lösung wird kurz durch gerührt, zu 30 ml in sterilisierte 30 ml-Vials aliquo tiert, mit sterilen Stopfen versehen und gebördelt. Die Entnahme erfolgt mit sterilen Einmal-Spritzen bzw. -Kanü len.
Durchführung der Vollblutansätze unter laminar flow:
Es werden 4-Loch-Kulturschalen verwendet. Hierbei betragen die Endkonzentrationen von PHA 15 µg/ml, von TML 806 µg/ml, und von UF5/Thymosand 50 µg/ml. Die Kulturansätze bestehen im einzelnen aus folgenden Komponenten (bezogen auf 1 Loch der Kulturschale), die direkt in die Löcher der Kulturschalen einpipettiert werden:
Negativkontrolle - 200 µl Blut, 522 µl Medium, 278 µl PBS oder Mannit
Positivkontrolle - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl Mannitlösung ("stimuliert/Man nit-Volumenausgleich")
TML-Probe - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl TML ("stimuliert + TML")
Thymosandprobe - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl Thymosand® (Ch. B 4019550).
Es werden 4-Loch-Kulturschalen verwendet. Hierbei betragen die Endkonzentrationen von PHA 15 µg/ml, von TML 806 µg/ml, und von UF5/Thymosand 50 µg/ml. Die Kulturansätze bestehen im einzelnen aus folgenden Komponenten (bezogen auf 1 Loch der Kulturschale), die direkt in die Löcher der Kulturschalen einpipettiert werden:
Negativkontrolle - 200 µl Blut, 522 µl Medium, 278 µl PBS oder Mannit
Positivkontrolle - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl Mannitlösung ("stimuliert/Man nit-Volumenausgleich")
TML-Probe - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl TML ("stimuliert + TML")
Thymosandprobe - 200 µl Blut, 522 µl Medium + PHA, 278 µl Thymosand® (Ch. B 4019550).
Die Ansätze werden in den Kulturschalen mit geschlossenem
Deckel im Brutschrank bei +37°C in einer Atmosphäre mit
5% CO₂ 24 h inkubiert.
Aufarbeitung der Kulturansätze:
Zur Gewinnung der Serumüberstände werden die Blutproben abzentrifugiert (10 min; 5600 U/min), in gekennzeichnete Probengefäße zu je 410 µl aliquotiert und bei -70°C gelagert.
Zur Gewinnung der Serumüberstände werden die Blutproben abzentrifugiert (10 min; 5600 U/min), in gekennzeichnete Probengefäße zu je 410 µl aliquotiert und bei -70°C gelagert.
Aus den Serumüberständen wurden die Cytokine IL-1β, IL-2,
IL-6, IL-10, TNF-α und IFN-gamma gemäß der Testvorschrift
des Herstellers R & D Systems bestimmt. Bei jeder Messung
wurden Doppelbestimmungen durchgeführt. Um die Werte
statistisch abzusichern wurden für jedes Cytokin 3 Be
stimmungen mit jeweils neuer Standardreihe angefertigt, so
daß für jede Probe pro Cytokin (mit Ausnahme von IL-2) 6
Meßwerte resultierten.
Die Ergebnisse sind den beiliegenden Fig. 1-10 zu
entnehmen.
Phytohämagglutinin wird als künstliches Agens verwendet,
das in Zellkulturen eine Fieberreaktion simuliert. Wie aus
den Figuren ersichtlich ist, bewirkt die Anwesenheit von
Phytohämagglutinin in allen Fällen einen Anstieg der
Cytokinspiegel. Das erfindungsgemäß erhaltene Retentat TML
ruft an der PHA-stimulierten Zellkultur eine ausgespro
chene Steigerung der Interleukin-10-Produktion (IL-10) an
Lymphozyten hervor (Fig. 2), was einer entzündungshemmen
den Wirkung entspricht, da IL-10 die Prostaglandian-E2-Synthese
hemmt. Im Gegensatz dazu wird die Bildung von
proinflammatorischem Interleukin-2 (IL-2) (Fig. 4) sowie
von ebenfalls proinflammatorischem IFN-gamma (Fig. 3) an
PHA-stimulierten Leukozyten vermindert. Die nur über eine
30 kD-Membran, nicht jedoch über eine 3 kD-Membran
filtrierte Zusammensetzung (UF5/ThymosandR) bewirkt eine
Verringerung der Interleukin-10-Produktion (Fig. 1). Die
Sekretion von TNF-α wird durch die TML-Fraktion noch
weiter auf annähernd 130% (Fig. 6) gesteigert, während die
nicht von ihren niedermolekularen Bestandteilen befreite
Thymosand-Fraktion eine Verringerung der TNF-α-Sekretion
an PHA-stimulierten Zellen auf etwa 45% bewirkt (Fig. 5).
Die Sekretion von IL-6 wird durch TML auf etwa 230%
gesteigert, wohingegen Thymosand (UF5) eine Abnahme auf
etwa 75% bewirkt (Fig. 7 und 8).
Die Sekretion von Interleukin-1β wird durch die
TML-Fraktion (TML-Retentat) auf etwa 230% gesteigert (Fig.
10), wogegen mit dem UF5-Präparat (Thymosand®) die
IL-1β-Sekretion auf 60% abnimmt (Fig. 9).
Dieses Ergebnis ist umso überraschender als sich die
Mengenverhältnisse der einzelnen Peptidfraktionen bzw.
Thymusfaktoren im TML im Vergleich zum Thymosand-Aus
gangsprodukt nicht unterscheiden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Zusammen
setzung erhalten, die auch noch bei Raumtemperatur über
Jahre hinweg stabil bleibt, und mit der hohe Konzentrati
onen (bis zum 100fachen von Thymosand®) hergestellt
werden können.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung einer lagerstabilen phar
mazeutischen Zusammensetzung von Thymusfaktoren mit
immunmodulierenden und entzündungshemmenden Eigen
schaften, umfassend die Extraktion eines homogeni
sierten Thymusgewebes mittels einer wäßrigen Lösung,
Abtrennen der festen Bestandteile des Extraktes und
mindestens einer ersten Ultrafiltration des Extraktes
über eine Filtermembran mit einem Ausschlußvolumen
von 30 kD zur Gewinnung eines ersten Ultrafiltrates,
dadurch gekennzeichnet, daß man das erste Ultrafil
trat mindestens einer weiteren zweiten Filtration
über einen Ultrafilter mit einem Ausschlußvolumen von
3 kD unterzieht und das Retentat verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Retentat mit einer wäßrigen Mannitlösung
versetzt und an einem Ultrafilter mit einem Aus
schlußvolumen von 3 kD nochmals mindestens einmal
diafiltriert wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß man die erste Ultrafil
tration an dem Filter mit dem Ausschlußvolumen von
30 kD drei- bis siebenmal durchführt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Diafiltration mit Mannit
drei- bis siebenmal durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnete daß man feste Teilchen
mittels einem Filter einer Porengröße von 1 bis 3 µm
entfernt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß man den Filter der ersten
Ultrafiltration mittels Leviviridae-Viren validiert.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß man das bei der zweiten
Ultrafiltration gewonnene Retentat lyophilisiert.
8. Pharmazeutische Zubereitung, erhältlich nach einem
der Verfahren der Ansprüche 1 bis 7.
9. Verwendung einer Zusammensetzung, erhältlich nach
einem der Ansprüche 1 bis 7, zur Herstellung eines
lagerstabilen pharmazeutischen Mittels mit immunmo
dulierenden und antiinflammatorischen Eigenschaften.
Priority Applications (5)
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| DE19622422A DE19622422A1 (de) | 1996-06-04 | 1996-06-04 | Lagerungsstabile pharmazeutische Zusammensetzung mit immun - modulierenden und antiinflammatorischen Eigenschaften sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung |
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|---|---|
| DE19622422A1 true DE19622422A1 (de) | 1997-12-11 |
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ID=7796125
Family Applications (1)
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| DE69924615T3 (de) * | 1998-07-30 | 2011-05-05 | The Government Of The United States Of America, Represented By The Department Of Health & Human Services, National Institute Of Health, Office Of Technology Transfer | Thymosin beta 4 stimuliert wundheilung |
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| KR101488224B1 (ko) * | 2006-05-19 | 2015-02-04 | 시그마타우 인두스트리에 파르마슈티케 리우니테 에스.피.에이. | 면역학적 질병의 치료를 위한 티모신 알파 1의 용도 |
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| IN161706B (de) * | 1983-10-05 | 1988-01-16 | Solco Basel Ag | |
| IT1196958B (it) * | 1986-07-10 | 1988-11-25 | Ellem Ind Farmaceutica | Derivato di timo attivo per via orale, procedimenti per la sua preparazione e relative composizioni farmaceutiche |
| US5042133A (en) * | 1989-03-15 | 1991-08-27 | Automotive Products (Usa) Inc. | Testing method for electric shift control apparatus |
| DE4003543A1 (de) * | 1990-02-06 | 1991-08-08 | Orpegen Med Molekularbioforsch | Verfahren zur abreicherung von viren in loesungen und zur bestimmung der abreicherungsrate von viren |
-
1996
- 1996-06-04 DE DE19622422A patent/DE19622422A1/de not_active Withdrawn
-
1997
- 1997-06-03 US US09/194,140 patent/US6143331A/en not_active Expired - Fee Related
- 1997-06-03 WO PCT/DE1997/001142 patent/WO1997046245A1/de not_active Ceased
- 1997-06-03 JP JP10500103A patent/JP2000515122A/ja active Pending
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|---|---|
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8141 | Disposal/no request for examination |