DE19621141C2 - Vorrichtung zum Behandeln einer Metallschmelze - Google Patents
Vorrichtung zum Behandeln einer MetallschmelzeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Behandeln einer in einem metallischen,
mit einer Feuerfestauskleidung versehenen Gefäß befindlichen Metallschmelze.
Zum Stand der Technik zählen verschiedene Ofentypen, in die Flüssigmetall
einbringbar ist und die in Rotation versetzt werden.
So ist aus DE-OS 27 30 784 ein zylindrischer Drehofen bekannt, dessen Mittenachse
im wesentlichen horizontal angeordnet ist und an dessen Entladeende ein Enddamm
vorgesehen ist. Über diesem Enddamm wird flüssige Schlacke aus dem Endladeende
des Drehofens gegossen.
Der Pegel der Flüssigkeit wird hierbei von der Höhe des Dammes und der
Winkelstellung des Drehofens zur Waagerechten bestimmt.
Aus EP 0 234 536 B1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem geschmolzenes Metall
mittels mindestens eines elektromagnetischen Rührers in einem Ofengefäß um eine
vertikale Achse drehbar ist. Das hierbei verwendete Gefäß besitzt mindestens ein
Abzapfloch im Boden, wobei das Loch exzentrisch nahe der Seitenwand angeordnet
ist. Bei diesem Gefäß ist ein Abstich während der Rotation der Schmelze mit
gleichzeitigem Unterbrechen des Metallausflußes nicht möglich.
Ein weiteres Rotationsgefäß ist aus der US-PS 2611693 bekannt. Dieses weist eine durch
einen Stopfen verschließbare Öffnung auf. Eine in das Gefäß hineinragende Elektrode ist
nicht vorgesehen, so daß dieses Gefäß nicht zum Feinen geeignet ist.
Zum Behandeln von Schmelze dient auch das aus der DE-OS 15 08 302 bekannte,
aufrechtstehende Rotationsgefäß. Die aufrechte Achse ist im Gefäß so legbar, daß
verschiedene Punkte in der Innenfutterfläche unterschiedliche Abstände zur Drehachse
aufweisen. Auf diese Weise lassen sich besondere Mischwirkungen erreichen.
Eine weitere Vorrichtung, die zum Entschwefeln, Entgasen und Entschlacken von Eisen
dient, ist aus der DE-PS 628210 bekannt. Hierbei wird die Umdrehungsgeschwindigkeit so
bemessen, daß der Scheitel des eingegossenen, einen Rotationsparaboloiden bildenden
flüssigen Eisens höher liegt als die Ausflußöffnung.
Die Erfindung hat sich das Ziel gesetzt, eine Vorrichtung zum Behandeln einer
Metallschmelze, insbesondere von Stahl, zu schaffen, bei der mit einfachen
konstruktiven Mitteln über eine verschleißfreie Abstichöffnung ein schlackearmes
Abstechen der Metallschmelze möglich ist.
Die Erfindung erreicht dieses Ziel durch die im Patentanspruch 1
angegeben Merkmale.
In der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Metallschmelze, insbesondere Stahl, um seine vertikale
Mittenachse in Rotation versetzt, indem ein Ofengefäß, welches in der Bodenmitte
eine Abstichöffnung ausweist, in seiner Geschwindigkeit beliebig steuerbar gedreht
wird.
Das Ofengefäß ist dabei so ausgestaltet, daß im Boden sich auch bei Stillstand des
Ofengefäßes ein Flüssigsumpf befindet. Bei Beginn des Schmelzprozesses wird das
Gefäß um seine vertikale Achse in Rotation versetzt mit der Folge, daß sich die
Schmelze gleichmäßig und großflächig vor die Innenwand des Ofengefäßes legt.
Anschließend wird die Charge ins Gefäß eingefüllt. Die Feststoffe werden dabei
aufgrund der Fliehkraft nach außen gefördert und lehnen sich an die Innenwand des
Ofengefäßes an. Dabei werden die Feststoffe weitgehend von der Schmelze umhüllt,
so daß ein Maximum an Wärmeenergie auf den noch nicht aufgeschmolzenen Teil
übertragen werden kann.
Für die Feuerfestwand bedeutet dies, daß der zuchargierte Festschrott, der sich
wegen der höheren Dichte direkt vor die Wand legt, diese vor weiteren Einflüssen
schützt. Darüber hinaus tritt keine unzulässige örtliche Überhitzung der Schmelze wie
auch der Feuerfestwand durch die Lichtbögen auf.
Durch die frei einstellbare Rotationsgeschwindigkeit des Gefäßes kann das sich im
Zentrum des Bodens befindende Abstichloch freigehalten werden. Unter
Berücksichtigung des Schmelzenvolumens ist die Rotation so einstellbar, daß keine
Schmelze abfließt, obwohl kein Verschluß vorhanden ist.
Zum Abschlacken kann in einfachster Weise durch Minderung der
Drehgeschwindigkeit mit hoher Genauigkeit abgeschlackt werden. Bei dieser
Abstichmethode entfällt der beim Abstechen üblicherweise über einem Bodenausguß
auftretende Wirbel und damit die Vermischung zwischen
Schlacke und Flüssigmetall.
Zum Abstechen des Metalls wird dann die Drehgeschwindigkeit weiter gesenkt, ggf.
bis zum Stillstand des Ofengefäßes.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann ein portionsweises Abstechen der Schmelze
dadurch durchgeführt werden, daß die Drehgeschwindigkeit des Ofens gesenkt und
nach Erreichen der gewünschten Abstichmenge wieder beschleunigt wird.
Bei dem Gefäß handelt es sich um ein geschlossenes Ofengefäß, bei dem
mindestens teilweise der Deckel fest steht und nur die am Gefäßboden vorgesehene
Abstichöffnung offen ist.
In einer vorteilhaften Weiterbildung des Gefäßes wird nicht nur die Gefäßinnenwand
sondern auch der Gefäßmantel in einer Weise ausgestaltet, daß er eine Form hat, die dem von der Schmelzoberfläche gebildeten
Rotationsparaboloiden
entspricht, die bei höchster Drehzahl erreicht wird.
Im Bereich des Eintritts der Abstichöffnung ist eine Erhöhung vorgesehen, hinter der
sich in radialer Richtung nach außen eine ringförmige Auskolkung erstreckt, in der
sich auch bei Stillstand des Ofens ein Flüssigkeitssumpf sammeln kann.
In besonders einfacher Weise ist die Abdichtung des feststehenden Deckelteils zum
rotationsbeweglichen Gefäß bzw. Deckelteil ausgestaltet, in dem eine mit einem
Dichtfluid gefüllte Dichtrinne vorgesehen ist, in die eine ringförmige Nase hineinragt.
Ein Beispiel der Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung dargelegt. Dabei zeigen
die
Fig. 1 einen Schnitt durch das Rotationsgefäß,
Fig. 2 eine Draufsicht.
Die Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch das Gefäß 11, das einen Gefäßmantel 13
aufweist, der im Gefäßinneren mit einer Feuerfestauskleidung 14 ausgekleidet ist. Im
linken Teil der Figur weist das Gefäß eine kurvenförmige Gestalt auf, die dem von
der Schmelzenoberfläche bei höchster Drehzahl gebildeten Paraboloid entspricht, und im rechten Teil der
Figur ist ein zylindrisches Gefäß dargestellt.
Das Gefäß 11 besitzt in der Mitte des Gefäßbodens 16 eine Abstichöffnung 17. Die
Gefäßinnenwand 12 ist im Bereich des Gefäßbodens 16 mit einer Auskolkung 19
versehen, die zum Eintritt, zur Abstichöffnung 17 hin einen mit einer Erhöhung
versehenen Eintrittsrand 18 aufweist.
Auf der Gefäßmündung 15 ist ein Deckel 21 vorgesehen. Im rechten Teil der Figur
wird das Gefäß 11 durch einen feststehenden Deckel 22 verschlossen, im linken Teil
weist der Deckel einen feststehenden Deckelteil 22 und einen drehbeweglichen
Deckelteil 23 auf.
Im Deckel sind Durchtritte 24 für die Elektroden 41, 42 sowie Durchtritte 25 für die
Materialzufuhr 51 vorgesehen.
Am Außenrand 26 des feststehenden Deckels 22 ist eine Nase 61 vorgesehen, die in
eine Dichtrinne 62 hineingreift die mit einem Dichtfluid F gefüllt ist. Im Bereich des
Gefäßbodens 16 des Gefäßes 11 sind Antriebselemente 31 vorgesehen. Im rechten
Teil der Figur werden Räder 32 für die horizontale und Räder 33 für die vertikale
Führung des Gefäßes eingesetzt. Im linken Teil der Figur kommen Magnete zum
Einsatz, und zwar Magnete 34 für die horizontale und Magnete 35 für die vertikale
Führung.
An der Mündung der Abstichöffnung 17 ist ein Ableitungselement 71 zur Abführung
der Fehlluft angeordnet.
Das Gefäß ist während des Rotationsvorganges dargestellt, so daß sich das Metall M
an die Gefäßinnenwand 12 anlehnt und Schlacke S in Form eines Paraboloids auf der
Oberfläche des Metalls ansammelt.
Die Fig. 2 zeigt die Draufsicht des Deckels 21. Im rechten Teil der Figur ist ein
feststehender Deckel 22 dargestellt, durch den die Elektrode 41 und das
Materialzufuhrbauteil 51 geführt ist.
Im linken Teil ist der innere Teil des Deckels 21 als feststehender Deckelteil 22 und
der äußere als ringförmiger drehbeweglicher Deckel 23 ausgeführt. Durch den
feststehenden Deckel 22 ist die Elektrode 42 und das Materialzufuhrbauteil 52 geführt.
Mit D ist der Gefäßmanteldurchmesser und mit d der Durchmesser des feststehenden
Teils des Deckels, soweit der mit einem beweglichen Deckelteil 23 kombiniert, ist,
bezeichnet. Der Teilkreisdurchmesser, auf dem die Elektroden angeordnet sind, ist mit DEgekennzeichnet, wobei beim linken
Teil der Fig. 2 das Materialzufuhrbauteil 52 auf diesem Teilkreis mit angeordnet ist.
Die Mittenachse ist mit I gekennzeichnet. Die Scheitelhöhe der Auskolkung 19 ist mit h
bezeichnet. Sie verhält sich zum Durchmesser D wie
h = 0,1 bis 0,3 × D.
10
Behälter
11
Gefäß
12
Gefäßinnenwand
13
Gefäßmantel
14
Feuerfestauskleidung
15
Gefäßmündung
16
Gefäßboden
17
Abstichöffnung
18
Eintrittsrand
19
Auskolkung
20
Abdeckung
21
Deckel
22
Feststehender Deckel
23
Drehbeweglicher Deckelteil
24
Durchtritt für Elektrode
25
Durchtritt für Materialzufuhr
26
Außenrand feststehender Deckel
30
Antrieb
31
Antriebselemente
32
Räder horizontale Führung
33
Räder vertikale Führung
34
Magnete horizontale Führung
35
Magnete vertikale Führung
40
Elektrik
41
,
42
Elektrode,
50
Materialeinrichtung
51
,
52
Materialzufuhrbauteil
60
Abdichtung
61
Nase
62
Dichtrinne
70
Abluft
71
Ableitungselement
FDichtfluid
DE
FDichtfluid
DE
Teilkreisdurchmesser Elektrode
MMetall
SSchlacke
IMittenachse
hScheitelhöhe
DGefäßmanteldurchmesser
dDurchmesser feststehender Teil des Deckels
MMetall
SSchlacke
IMittenachse
hScheitelhöhe
DGefäßmanteldurchmesser
dDurchmesser feststehender Teil des Deckels
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Behandeln einer in einem metallischen, mit einer
Feuerfestauskleidung versehenen Gefäß befindlichen Metallschmelze,
- 1. die in Rotation bringbar,
- 2. durch in das Gefäß hineinragende Elektroden aufheizbar
- 3. und durch eine im Gefäßboden vorgesehene Öffnung abstechbar ist,
- 4. wobei das Gefäß eine zur vertikalen Mittenachse rotationssymmetrische Form aufweist
- 1. wobei die Feuerfestauskleidung ausgehend von dem Eintrittsrand der Abstichöffnung hin zur Gefäßinnenwand eine ringförmige Auskolkung zur Aufnahme eines Schmelzsumpfes aufweist, deren Scheitelhöhe (h) sich zum Durchmesser (D) des Gefäßmantels verhält wie h = 0,1 bis 0,3 × D,
- 2. bei der ein zumindest teilweise feststehender Deckel (21) zum Verschließen der Gefäßmündung vorgesehen ist und
- 3. bei der Antriebselemente (31) zum Drehen des Gefäßes (11) vorgesehen sind, die im Bereich des Gefäßbodens (16) mit dem Gefäßmantel (13) in Verbindung stehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenwand (12) der Feuerfestauskleidung (14) des rotationssymmetrischen
Gefäßes (11) eine kurvenförmige Gestalt besitzt, die dem Rotationsparaboloiden entspricht,
der von der Schmelzenoberfläche bei höchster Drehzahl gebildet wird und daß der
Gefäßmantel (13) eine zylindrische oder eine der Gefäßinnenwand (12) entsprechende
Form aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996121141 DE19621141C2 (de) | 1996-05-15 | 1996-05-15 | Vorrichtung zum Behandeln einer Metallschmelze |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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| DE19621141A1 DE19621141A1 (de) | 1997-11-20 |
| DE19621141C2 true DE19621141C2 (de) | 1998-09-17 |
Family
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|---|---|---|---|
| DE1996121141 Expired - Fee Related DE19621141C2 (de) | 1996-05-15 | 1996-05-15 | Vorrichtung zum Behandeln einer Metallschmelze |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19621141C2 (de) |
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1996
- 1996-05-15 DE DE1996121141 patent/DE19621141C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19621141A1 (de) | 1997-11-20 |
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