DE19621912A1 - Verfahren und Vorrichtung zur berührungsfreien Erzeugung von plattenförmigen Strukturen aus einer leitfähigen Schmelze eines Materials unter Verwendung einer induktiv erzeugten abstoßenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und einem formgebenden Bauteil - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur berührungsfreien Erzeugung von plattenförmigen Strukturen aus einer leitfähigen Schmelze eines Materials unter Verwendung einer induktiv erzeugten abstoßenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und einem formgebenden BauteilInfo
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Description
Zur Herstellung von Halbleiterscheiben wird standardmäßig pulver- oder brockenförmi
ges Material in einem Tiegel geschmolzen, daraus entweder ein Einkristall gezogen, oder
ein polykristalliner Block gegossen. Die zweite Möglichkeit findet wegen geringerer Ko
sten in der Photovoltaik-Produktion eine immer größere Verbreitung. Der entstandene
Block wird dann in Scheiben zersägt, welche als Substrate bei der Halbleiterdevice-Pro
duktion dienen. Dieses Verfahren weist eine Reihe von Nachteilen auf. Zum einen erfolgt
durch den Kontakt mit dem Tiegelmaterial eine mehr oder weniger starke Verunreinigung
der Schmelze. Zum anderen entsteht durch das aufwendige und kostenintensive Zersägen
eines Kristallblocks in Scheiben ein relativ großer Materialverlust des teuren Halbleiter
werkstoffes. Außerdem werden die Substratscheiben durch das Sägen an den Oberflächen
beschädigt (Sägeschaden) sowie durch den Kontakt mit den Sägescheiben oder -drähten
und dem Kühlmittel verunreinigt.
Um diese Nachteile zu umgehen, werden bisher vorwiegend zwei Strategien verfolgt.
Das EMC (Electro Magnetic Casting)-Verfahren [1, 2] nutzt als Tiegel einen gekühlten
Metall(meist Kupfer)-Tiegel. Die Heizung der (gut leitfähigen) Schmelze erfolgt durch ein
Hochfrequenzfeld, das sowohl im Tiegel als auch in der Schmelze entgegengesetzte Indukti
onsströme erzeugt. Dieser Tiegel hat gegenüber dem konventionellen Blockguß-Verfahren
folgende Vorteile: Durch den im Vergleich zur Schmelze sehr kalten Tiegel (cold-crucible-technique)
zum einen, sowie zum anderen durch die wegen der induzierten Ströme ab
stoßenden Kräfte zwischen Schmelze und Tiegel, die einen Kontakt zwischen Schmelze
und Tiegel verhindern, kann eine Verunreinigung der Schmelze durch den Tiegel drastisch
reduziert werden. Bei der praktischen Realisierung eines multikristallinen Gießprozesses
wird der Tiegel ohne Boden ausgeführt. Dann kann durch ständiges Nachfüllen von Ma
terial von oben kontinuierlich unten ein Block herausgezogen werden.
Der zweite angesprochene Nachteil der Materialproduktion- das Zersägen der Halblei
terblöcke - tritt bei diesem Verfahren aber nach wie vor auf. Zur Vermeidung dieses Säge
schritts werden gegenwärtig Verfahren untersucht, die direkt Substratscheiben aus der
Schmelze erzeugen. Ein schon versuchsweise angewandtes Verfahren ist das RGS (Ribbon
Growth on Substrate)-Verfahren der Firma Bayer [3]. Hierbei wird eine Silizium-Schmelze
in einem Gießrahmen auf einer Substratunterlage gehalten und diese Unterlage dann ähn
lich einem Raupenband unter dem Gießrahmen, der gleichzeitig als Formgeber für die
Oberfläche dient, hindurchgezogen. Der Vorteil des RGS-Verfahrens, direkt Scheiben zu
produzieren ohne zusätzlichen Sägeschritt, wird mit dem Nachteil des Einbringens von
Verunreinigungen in die Schmelze durch den Gießrahmen sowie die Substratunterlage
erkauft.
Dasselbe gilt beispielsweise auch für den invertierten Stepanov-Prozeß [4], bei dem der
Tiegel an der Unterseite einen dünnen Schlitz mit Graphitkanten als Formgeber aufweist,
durch den die Schmelze läuft bzw. gedrückt wird und anschließend in Scheiben erstarrt.
Auch hier ist der Nachteil eine starke Verunreinigung der Schmelze mit Kohlenstoff und
anderen Stoffen aus dem Graphit der Formgeber.
Ein weiteres schon industriell angewandtes Verfahren zur direkten Produktion von Halb
leiterscheiben ist das EFG (Edge-defined Film-fed Growth)-Verfahren [5]. Beim EFG-Verfahren
werden ebenfalls mittels Graphit-Formgebern polygonale Röhren produziert,
die dann in die gewünschten Scheiben getrennt werden können. Der Vorteil des EFG-Verfahrens
gegenüber den anderen dargestellten liegt im Vorhandensein einer geschlos
senen geschmolzenen Zone bei der Produktion von Röhren im Gegensatz zu Scheiben.
Hierdurch können Einkristalle recht guter Qualität gewonnen werden. Wie beim Stepanov-Prozeß
tritt jedoch auch hier eine Verunreinigung der Schmelze durch den Kontakt mit
den Formgebern auf.
Die vorliegende Erfindung verbindet die Vorteile aller angesprochenen Verfahren mit
dem Ziel, direkt Scheiben herzustellen ohne Verunreinigungen aus einem Tiegel in die
Schmelze gelangen zu lassen. Hierzu wird das Prinzip des kalten Tiegels mit der durch
elektromagnetische Induktion erzeugten Abstoßung der Schmelze vom plattenerzeugen
den formgebenden Element angewandt. Das erfindungsgemäße Verfahren wird daher im
weiteren auch als EMR (Electro-Magnetic Ribbon)-Verfahren bezeichnet. Der die leitfähi
ge Schmelze abstoßende Formgeber (1) ermöglicht die Produktion beliebig geformter
Substrate - insbesondere dünner Scheiben - beispielsweise für die Halbleiter-Anwendung.
Der Materialdurchsatz durch den EMR-Formgeber (1) kann prinzipiell in weiten Gren
zen variiert werden, so daß sich mit demselben Verfahren Material hoher Qualität bei
relativ geringem Durchsatz und Material möglicherweise minderer Qualität bei sehr ho
hem Durchsatz produzieren läßt.
Aufgrund der fehlenden Kontaktwechselwirkung mit formgebenden Bauteilen wird von
diesem Verfahren erwartet, daß unterkühlte Schmelzen hergestellt werden können und ein
spontanes regelloses Keimen an Verunreinigungen vermieden werden kann, so daß sich ein
gutes Kristallwachstum mit relativ großen Kristallitgrößen einstellen sollte, bei kleinem
Materialdurchsatz sollte unter Umständen die Herstellung von hochwertigem einkristal
linem Material möglich sein. Die Erfindung läßt sich außer für Halbleiter (die ja im ge
schmolzenen Zustand metallisch sind) für alle Schmelzen mit guter elektrischer Leitfähig
keit anwenden. Bei der Metallherstellung können einfach gestreckte oder gekrümmte For
men produziert werden mit dem Vorteil sehr hoher Reinheit der Schmelzen und der daraus
entstehenden Strukturen. Auch geschlossene Körper wie z. B. Röhren oder Polygone lassen
sich einfach und hochrein herstellen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen, die teilweise in
den Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a EMR-Tiegel zur Herstellung von dünnen Scheiben mittels einer durch induktive
Abstoßungskräfte gehaltenen quasifrei schwebenden geschmolzenen Zone.
Fig. 1b Schnitt durch den EMR-Tiegel von Fig. 1a.
Fig. 2 EMR-Formgeber zur einseitigen Formgebung der Oberfläche einer Scheibe.
Fig. 3a Vertikaler Aufbau eines kalten Schmelztiegels für Siliziumplatten.
Fig. 3b Seitenansicht des Tiegels von Fig. 3a.
Fig. 4a Horizontaler Aufbau. Die Siliziumplatten gleiten auf einem magnetischen Kissen
seitlich aus dem Tiegel heraus.
Fig. 4b Vereinfachter Aufbau in Anlehnung an das RGS-Verfahren. Die Schmelze fließt
auf ein herkömmliches Substrat. Gießrahmen und Formgeber kommen mit der Schmelze
nicht in Kontakt.
Fig. 5a Tiegel mit Kern zur Herstellung von polygonalen Röhren.
Fig. 5b Schnittzeichnung des Tiegels von Fig. 5a.
Fig. 1a und 1b zeigen das Prinzip eines EMR-Formgebers. Ausgangsmaterial (6) wird von
einer Seite in den Formgeber (1) eingebracht. Dieses kann flüssig oder fest sein. Die Vor
schubgeschwindigkeit bestimmt dabei den Materialdurchsatz. Über HF-Spulen (4) wird
das Material aufgeschmolzen. Die geschmolzene Zone wird dabei durch entgegengesetzte
Ringströme im Formgeber und der Schmelze von diesem abgestoßen, dadurch fixiert und
in der gewünschten Form gehalten. Der Formgeber wird gekühlt und ist mit Schlitzen
versehen, um das HF-Feld nicht zu stark abzuschwächen. Die geschmolzene Zone dient
zur Formung dünner Scheiben (3) (eine Dimension viel kleiner als die anderen beiden)
und kann gleichzeitig zur Zonenreinigung des Materials genutzt werden. Dadurch, daß die
geschmolzene Zone durch Abstoßungskräfte quasifrei schwebt und nicht mit dem Formge
ber in Kontakt gerät, können Scheiben höherer Reinheit produziert werden, als dies mit
herkömmlichen Verfahren möglich ist. Durch die Möglichkeit, die Vorschubgeschwindig
keit in weiten Grenzen variieren zu können, kann der Materialdurchsatz prinzipiell sehr
groß gemacht werden.
Soll nur die Oberfläche einer Seite einer Materialscheibe geformt werden, kann die Auf
heizung auch einseitig erfolgen. Eine solche Anordnung eines einseitigen EMR-Formgebers
ist in Fig. 2 gezeigt. Das Material liegt auf einem herkömmlichen Substrat (5) auf und wird
mit diesem unter dem Formgeber (1) hindurchgeschoben. Durch eine HF-Spule (4) über
dem Formgeber wird das Material einseitig aufgeheizt und die Oberfläche aufgeschmol
zen. Der Formgeber ist mit geeigneten Schlitzen versehen, um das HF-Feld nicht zu stark
abzuschwächen. Durch entgegengesetzte Ströme in Formgeber und Schmelze wird diese
vom Formgeber induktiv abgestoßen. Die Oberfläche des Materials erhält dadurch ihre
gewünschte Form - z. B. plan oder texturiert - ohne daß diese mit dem Formgeber in Kon
takt gerät. Diese Art der Formgebung der Oberfläche schließt also eine Kontamination
derselben durch den Formgeber aus.
Fig. 3a und 3b zeigen als Beispiel einen Tiegel zur direkten Herstellung von Halbleiter
scheiben. Der Tiegel verjüngt sich in einer Dimension nach unten (1), so daß die Schmelze
(2) beim Austreten aus dem Tiegel in dünnen Scheiben erstarrt. Die Heizung der Schmelze
erfolgt durch eine HF-Spule (4). Um die Abschwächung des HF-Feldes durch den Tiegel
klein zu halten, ist der Tiegel mit Schlitzen (7) versehen, die die Ausbildung weitreichen
der Wirbelströme verhindern. Das HF-Feld induziert in der Schmelze entgegengesetzte
Wirbelströme wie im Tiegel, die die Schmelze vom Tiegel abstoßen und eine Verunrei
nigung durch Tiegelmaterial verhindern. Die Abstoßung der Schmelze vom Tiegel durch
induzierte Ströme erfolgt dabei im oberen (9) wie auch im unteren formgebenden Teil des
Tiegels (1).
Durch ständiges Nachfüllen von Material (6) kann ein kontinuierlicher Durchsatz erzielt
werden. Im oberen, relativ großvolumigen Schmelzbereich wird dieses aufgeschmolzen und
im unteren Teil des verjüngten Tiegels erhält das Material seine gewünschte Form. Nach
dem Abkühlen und Erstarren des Materials sorgt ein Transportsystem für einen kontinu
ierlichen Prozeßfluß. Die Ziehgeschwindigkeit wird durch die Geschwindigkeit der erstarr
ten Platte bestimmt. Schließlich können beispielsweise mittels Laserschneidens Platten der
gewünschten Länge aus der möglichen Endlosplatte geschnitten werden.
Das Gewicht der Schmelze wird beim erfindungsgemäßen Verfahren von den induzierten
abstoßenden Kräften im verjüngten Teil des Tiegels getragen - wie auf einem magnetischen
Kissen. Zu Beginn des Schmelzprozesses kann ein Keimkristall der gewünschten Form von
unten in den Tiegel eingeschoben werden. Durch diesen wird eine geordnete Kristallisation
aus der Schmelze ermöglicht sowie das Austreten des Materials bei Prozeßbeginn aus dem
Tiegel gesteuert.
Die HF-Spule kann den unteren formgebenden Teil des Tiegels wie in Fig. 3b gezeigt
umgeben. An den vier Außenseiten des Tiegels sind Ringspulen (4) angeordnet, die un
abhängig von der Heizspule des oberen Teils des Tiegels betrieben werden können. Dies
hat einerseits den Vorteil, daß die in der Schmelze induzierten Ströme in der Substratebe
ne fließen, andererseits ergibt sich die Möglichkeit, die HF-Heizleistung unabhängig von
der Heizleistung im oberen Teil des Tiegels zu regeln. Dies hat den Vorteil, daß sich der
Erstarrungspunkt der Schmelze kontrollieren läßt.
Fig. 4a zeigt einen horizontalen Aufbau des EMR-Tiegels. Hierdurch ergeben sich mögli
cherweise eine Reihe praktischer Vorteile bei der Auslegung einer solchen Anlage, da
der Abkühlbereich entsprechend einfach relativ groß dimensioniert werden kann, was bei
einem angestrebten hohen Materialdurchsatz prinzipiell eine kleine Abkühlrate und da
mit wenig Kristalldefekte im Material möglich macht. Die Heizung der Schmelze (2) er
folgt durch eine HF-Spule (4), die Formgebung sowie Heizung der geformten Teile durch
Ringspulen (4). Diese Spulenanordnung induziert Ringströme in Tiegel und Schmelze
parallel zur Substratebene, welche die Schmelze auf einem magnetischen Kissen - ähnlich
dem Prinzip der Magnetschwebebahn - schweben lassen. Durch Regelung der Heizleistung
in den unabhängig voneinander betriebenen Ringspulen kann der Erstarrungspunkt der
Schmelze leicht beeinflußt werden.
Im Vergleich zum RGS-Verfahren [3] ermöglicht die beschriebene Anordnung die Ver
wendung eines Tiegels, der gleichzeitig als Gießrahmen, Formgeber und Substratunterlage
dient. Durch die elektromagnetische Abstoßung zwischen Schmelze und Tiegel im HF-Feld
der Heizspulen kommt die Schmelze nicht mit dem Tiegel in Berührung. Somit kann eine
bessere Materialqualität erzielt werden, als dies mit herkömmlichen Verfahren möglich
ist.
Denkbar ist auch eine Kombination der RGS-Methode und der erfindungsgemäßen "cold
crucible"-Formgebung zur direkten Plattenherstellung. In dieser in Fig. 4b gezeigten Va
riante wird die Schmelze in einem induktiv geheizten "cold crucible" gehalten und kon
ventionell durch Benetzung eines Substrats (5) horizontal aus demselben entfernt. Die in
Transportrichtung liegende Austrittsöffnung ist ebenfalls nach dem "cold crucible"-Prinzip
ausgebildet, sinnvollerweise durch parallel zur Transportrichtung angeordnete formgeben
de Ringspulen (4). In diesem Fall wird die Ziehgeschwindigkeit durch die Transportge
schwindigkeit des Substrats und die Formgebung der erstarrenden Platten durch abstoßen
de induktive Kräfte, zumindest von einer Seite, festgelegt. Von diesem Verfahren wird eine
deutliche Verbesserung der Qualität der Oberflächenbeschaffenheit der dem Gießrahmen
zugewandten Seite der Platten aber auch eine Verringerung der Verunreinigungskonzen
tration im so hergestellten Material erwartet.
Fig. 5a und 5b zeigen die Anwendung der Erfindung auf eine Verbesserung des EFG-Prozesses.
Es können geschlossene Körper - z. B. polygonale, kreisförmige oder elliptische
Röhren - produziert werden, die in Scheiben getrennt werden können. Bei Ausnutzung
der induzierten Abstoßung zwischen Tiegel und Schmelze kommt die Schmelze nicht mit
dem Tiegel in Kontakt, es können reinere Kristalle gezogen werden als dies mit dem
konventionellen EFG-Verfahren möglich ist.
Im Vergleich zu den oben dargestellten Beispielen können durch das Auftreten einer ge
schlossenen geschmolzenen Zone bei diesem Verfahren prinzipiell Einkristalle hoher Qua
lität produziert werden, die im Vergleich zum EFG-Prozeß keine Verunreinigungen durch
den Kontakt mit Formgebern aufweisen. Der Schnitt in Fig. 5b zeigt einen EMR-Tiegel
(1) mit einem Kern (8). Dieser ist so angepaßt, daß ein achteckiger Spalt zwischen äuße
rem und innerem Teil des Tiegels entsteht. In diesem Zwischenraum erstarrt die Schmelze
(2) zu einem oktogonalen Rohr dünner Wandstärke. Beim in Fig. 5a und 5b dargestellten
Aufbau ist nur eine HF-Spule (4) nötig, um die gewünschte elektrisch induzierte Abstoßung
der Schmelze vom Tiegel zu erreichen. Durch Anbringen einer weiteren inneren HF-Spule
im Kern sind noch weitere Substratgeometrien denkbar. So könnte der innere Tiegel statt
von unten an einem Halter befestigt zu sein, auch durch Streben mit dem äußeren Tiegel
verbunden werden. Statt eines Substrat-Polygons, das zu Platten getrennt werden muß,
könnte dann die Schmelze durch Formgebung solcher Stege an den Ecken des Polygons
direkt in langen Platten erstarren. Hierdurch entfällt allerdings der Vorteil einer geschlos
senen Schmelze, welcher zu einem in der Regel besseren Kristallwachstum führt.
1 EMR-Formgeber
2 geschmolzene Zone
3 erstarrtes Material
4 HF-Spulen
5 Konventionelles Substrat
6 Ausgangsmaterial
7 Schlitze des Tiegels
8 Tiegelkern
9 herkömmlicher EMC-Tiegel
2 geschmolzene Zone
3 erstarrtes Material
4 HF-Spulen
5 Konventionelles Substrat
6 Ausgangsmaterial
7 Schlitze des Tiegels
8 Tiegelkern
9 herkömmlicher EMC-Tiegel
[1] CISZEK, T. F. US-Patent 4.572.812 (1986).
[2] KANEKO, K., MJSAWA, T. UND K. TABATA. Proc. IEEE 1990. S. 674.
[3] LANGE, H. UND I. A. SCHWIRTLICH. J. of Crystal Growth 104, 108 (1990).
[4] BÖER, K. W. Survey of Semiconductor Physics Vol. II. S. 931. New York: Van
Nostrand, 1992.
[5] Wald, F. V . . Solar Energy Mat. 23, 175 (1991).
Claims (13)
1. Verfahren zur Herstellung dünner Strukturen eines Materials, d. h. solchen, die in
einer Dimension viel kleiner sind als in den anderen beiden Dimensionen, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine elektrisch leitfähige geschmolzene Zone (2) aus gesagtem Material ver
wendet wird, die durch induktiv erzeugte Abstoßungskräfte zwischen gesagter geschmol
zener Zone und einem Formgeber (1) in ihrer Größe und Position fixiert ist dergestalt,
daß gesagte geschmolzene Zone nicht mit gesagtem Formgeber in Berührung ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß Halbleiterplatten oder
-bänder mittels induktiv erzeugter Abstoßungskräfte zwischen einer geschmolzenen Zone
(2) aus dem verwendeten Halbleitermaterial und einem Formgeber (1) berührungsfrei in
der gewünschten Form hergestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die Formgebung mindestens
einer Seite einer dünnen Struktur aus einem im geschmolzenen Zustand elektrisch leitfähi
gen Material durch induktiv erzeugte Abstoßungskräfte zwischen gesagter geschmolzener
Zone (2) und einem Formgeber (1) berührungsfrei erfolgt.
4. Dünne Struktur, d. h. eine solche, die in einer Dimension wesentlich kleiner ist als in
den anderen beiden Dimensionen, eines in geschmolzenem Zustand elektrisch leitfähigen
Materials dadurch gekennzeichnet, daß sie nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1-3 her
gestellt ist, wobei induktiv erzeugte Abstoßungskräfte zwischen einer geschmolzenen Zone
(2) aus gesagtem Material und einem Formgeber (1) zu einer berührungsfreien Formge
bung gesagter dünner Struktur führen.
5. Vorrichtung zur Herstellung dünner Strukturen, d. h. solchen, die in einer Dimension
wesentlich kleiner sind als in den anderen beiden Dimensionen, eines in geschmolzenem
Zustand elektrisch leitfähigen Materials nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1-3, wobei
induktiv erzeugte Abstoßungskräfte zwischen einer geschmolzenen Zone (2) aus gesagtem
Material und einem Formgeber (1) zu einer berührungsfreien Formgebung gesagter dünner
Struktur führen.
6. Verfahren zur Herstellung dünner Strukturen eines Materials nach Anspruch 1-3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial (6) durch eine Kombination des erfin
dungsgemäßen Verfahrens mit einem konventionellen Blockguß- oder Stranggußverfahren,
insbesondere dem sogenannten EMC-Verfahren, hergestellt wird.
7. Vorrichtung zur Herstellung dünner Strukturen eines Materials nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial (6) durch eine Kombination des erfin
dungsgemäßen Verfahrens mit einem konventionellen Blockguß- oder Stranggußverfahren,
insbesondere dem sogenannten EMC-Verfahren, hergestellt wird.
8. Verfahren zur Formgebung dünner Strukturen nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß mindestens eine flache oder texturierte Oberfläche hergestellt wird, ohne
daß diese mit dem formgebenden Element (1) in Berührung kommt.
9. Vorrichtung zur Formgebung dünner Strukturen nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß mindestens eine flache oder texturierte Oberfläche hergestellt wird, ohne
daß diese mit dem formgebenden Element (1) in Berührung kommt.
10. Verfahren zur Formgebung dünner Strukturen nach Anspruch 1-3, dadurch gekenn
zeichnet, daß durch eine Kombination des erfindungsgemäßen Verfahrens mit konventio
nellen Verfahren zur Herstellung dünner Strukturen aus der Schmelze, insbesondere dem
RGS-Verfahren, mindestens eine Seite der dünnen Struktur berührungsfrei mit einem
Formgeber (1) hergestellt wird.
11. Vorrichtung zur Formgebung dünner Strukturen nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß durch eine Kombination des erfindungsgemäßen Verfahrens mit konventio
nellen Verfahren zur Herstellung dünner Strukturen aus der Schmelze, insbesondere dem
RGS-Verfahren, mindestens eine Seite der dünnen Struktur berührungsfrei mit einem
Formgeber (1) hergestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß geschlossene dünne Struk
turen, insbesondere Röhren mit rundem oder polygonalem Querschnitt, berührungsfrei
mit einem Formgeber (1) hergestellt werden.
13. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß geschlossene dünne
Strukturen, insbesondere Röhren mit rundem oder polygonalem Querschnitt, berührungs
frei mit einem Formgeber (1) hergestellt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19621912A DE19621912A1 (de) | 1996-05-31 | 1996-05-31 | Verfahren und Vorrichtung zur berührungsfreien Erzeugung von plattenförmigen Strukturen aus einer leitfähigen Schmelze eines Materials unter Verwendung einer induktiv erzeugten abstoßenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und einem formgebenden Bauteil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19621912A DE19621912A1 (de) | 1996-05-31 | 1996-05-31 | Verfahren und Vorrichtung zur berührungsfreien Erzeugung von plattenförmigen Strukturen aus einer leitfähigen Schmelze eines Materials unter Verwendung einer induktiv erzeugten abstoßenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und einem formgebenden Bauteil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19621912A1 true DE19621912A1 (de) | 1997-12-04 |
Family
ID=7795810
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19621912A Withdrawn DE19621912A1 (de) | 1996-05-31 | 1996-05-31 | Verfahren und Vorrichtung zur berührungsfreien Erzeugung von plattenförmigen Strukturen aus einer leitfähigen Schmelze eines Materials unter Verwendung einer induktiv erzeugten abstoßenden Wechselwirkung zwischen der Schmelze und einem formgebenden Bauteil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19621912A1 (de) |
-
1996
- 1996-05-31 DE DE19621912A patent/DE19621912A1/de not_active Withdrawn
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
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