DE19621682A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Auswerfen von Blechteilen aus einer Stanze - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Auswerfen von Blechteilen aus einer StanzeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Auswerfen
von Blechteilen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei der spanlosen Herstellung von Blechteilen, wie zum
Beispiel Deckeln, Böden, Verschlüssen und ähnlich flachen
Teilen, erfolgt nach dem Schnitt aus einer Blechtafel das
Ziehen zwischen einem stationären Kern und einem bewegli
chen Werkzeug. Zum beweglichen Werkzeug gehört eine Zieh
glocke, die die formgebende Fläche umgibt. Das Ziehen er
folgt mithin innerhalb der Ziehglocke, wobei das Material
von einem Faltenhalterring auf Spannung gehalten wird. Am
Ende des Ziehvorgangs steckt das fertig gezogene Blechteil
völlig in der Glocke. Werkzeug und Ziehglocke sind übli
cherweise an einem Stößel angebracht, der mit Hilfe einer
Presse betätigt wird, und zwar üblicherweise von einer Ex
zenterpresse. Der Kern ist hingegen stationär. Ein derar
tiges Werkzeug ist etwa aus der US 4 574 608 oder DE 39 16 665
bekanntgeworden.
Das umgeformte Blechteil klemmt aufgrund der angeformten
Seiten mehr oder weniger in der Ziehglocke fest. Zum Aus
werfen des Blechteils ist daher erforderlich, das Blech
teil zu einem günstigen Zeitpunkt aus der Glocke heraus zu
drücken. Es ist bekannt, hierzu einen fremdkraftbetätigten
Auswerfer vorzusehen, der entweder über eine mechanische
Kopplung mit dem Stößel der Presse oder durch eine pneu
matische Aktivierung betätigt wird. Dies geschieht norma
lerweise am Ende des Rückhubs. Das Blechteil wird aus der
Glocke herausgedrückt und durch eine geeignete Austragvor
richtung seitlich herausbewegt, beispielsweise durch ein
mechanisches Element oder durch eine Luftströmung.
Das bekannte Verfahren hat etliche Nachteile, die sich bei
größerer Frequenz des Stößels noch verstärken. Wegen der
notwendigerweise gesteuerten Fremdkraftbetätigung hat der
Auswerfer einschließlich seines Betägigungsmechanismus
eine erhebliche Eigenmasse. Beim Öffnen des Werkzeugs hat
der Auswerfer wegen der naturgemäß hohen Beschleunigung
die Tendenz, bereits in dieser Phase aus der Ziehglocke
herauszufahren und so das Blechteil unkontrolliert zum
falschen Zeitpunkt auszuwerfen. Dem kann mit entsprechen
den Federkräften entgegengewirkt werden. In jedem Fall ist
jedoch ein derartig konstruiertes Werkzeug außerordentlich
aufwendig.
In der Auswerfphase im Bereich des Totpunktes nach dem
Rückhub des Stößels bzw. kurz davor ist die Beschleunigung
des Stößels negativ. Der Auswerfvorgang muß gegen die
große bereits erwähnte Federkraft und die entgegengesetzt
gerichtete Beschleunigung des Stößels geführt werden. Dies
führt zu einer erheblichen Belastung der Einzelteile und
auch zu Problemen beim anschließenden Austragen der Teile
aus dem Werkzeugbereich, insbesondere bei höheren Stößel
geschwindigkeiten. Aufwendige Anpaß- und Einstellarbeiten
für jedes spezifische Teil sowie eine hohe Störhäufigkeit
sind die Folge.
Neben dem oben beschriebenen gesteuerten Auswerfersystem,
das zum Ziel hat, zu einem bestimmten Zeitpunkt des Rück
hubes des Stößels das Blechteil auszuwerfen, sind andere
Systeme bekanntgeworden, die weitaus einfacher aufgebaut
sind. Bei diesen wird ein federbelasteter Auswerferring
vorgesehen, der Bestandteil des Werkzeugs ist. Der Auswer
ferring drückt das Blechteil sofort nach dem Öffnen des
Werkzeugs aus der Glocke. Ein kontrollierter, gerichteter
Abtransport des Blechteils aus dem Werkzeugbereich wie bei
dem oben beschriebenen System ist jedoch nicht möglich.
Deshalb wird das zuletzt erwähnte Auswerfersystem übli
cherweise in geneigten Pressen oder zusammen mit aufwen
digen Luftstromsystemen verwendet. Trotz des Einsatzes von
Luftströmen bleibt der Abtransport der Blechteile unsicher,
was sich nachteilig für nachgeschaltete Anlagen zur Wei
terbearbeitung der Blechteile auswirkt. Sollen zum Bei
spiel Konservendosendeckel angerollt werden, müssen ent
weder aufwendige Zwischenpuffersysteme vorgesehen werden
oder mehrere Anrollmaschinen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Auswerfen von Blechteilen aus dem Werkzeug einer
Presse zu schaffen, die den Aufwand für das Werkzeug sehr
gering hält, die jedoch zugleich das kontrollierte Auswer
fen an einem vorgegeben Ort ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird das Blechteil vom
Werkzeug während des Rückhubs mit Hilfe eines Unterdrucks
mitgenommen, der spätestens zu Beginn des Rückhubs zwi
schen Blechteil und Werkzeug aufgebaut wird. Für den Auf
bau des Unterdrucks ist erforderlich, daß das Werkzeug
einschließlich des beweglichen Abschnitts zur Atmosphäre
hin abgeschottet ist. Eine absolute Luftdichtheit ist
nicht erforderlich. Für den Aufbau eines Vakuums bieten
sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an. Die eine besteht
darin, den Unterdruck auszunutzen, der dadurch entsteht,
daß das Blechteil nach Beendigung des Ziehvorgangs mit
Hilfe des beweglichen Werkzeugabschnitts vom Werkzeug in
Richtung Kern bewegt wird. Diese Bewegung erzeugt eine
Volumenvergrößerung, wodurch ein Unterdruck entsteht, wenn
der entstandene Raum nicht belüftet wird. Die andere Mög
lichkeit besteht darin, gezielt in dem so gebildeten Raum
ein Vakuum zu erzeugen, beispielsweise mit Hilfe einer
Vakuumpumpe.
Der Unterdruck wird beim erfindungsgemäßen Verfahren dazu
verwendet, das Blechteil über eine bestimmte Strecke des
Rückhubs zu bewegen in Höhe einer Austragvorrichtung, die
das Blechteil seitlich zwischen den Werkzeugen herausbe
wegt. Diese Bewegung kann mit Hilfe eines mechanischen
Elements erfolgen oder durch Aufbringen einer Luftströmung.
Bliebe es jedoch bei dem aufgebauten Unterdruck am Blech
teil, könnte das seitliche Bewegen des Blechteils Schwie
rigkeiten bereiten. Erfindungsgemäß wird daher der Unter
druck nach einer vorgegebenen Strecke des Rückhubs redu
ziert dergestalt, daß die am Blechteil angreifenden Kräfte
am Ort der Austragvorrichtung noch eine Anlage des Blech
teils am Werkzeug aufrecht erhalten, jedoch von der Aus
tragkraft sicher überwindbar sind. Idealerweise liegt das
Blechteil am Werkzeug während des Rückhubs in Höhe der
Austragvorrichtung nur noch "schwebend" an, ohne noch nen
nenswert festgehalten zu werden. Allerdings hängen die
Haltekräfte, die das Blechteil am Werkzeug zu halten ver
suchen, nicht nur vom Vakuum ab, sondern auch von der Ge
schwindigkeit des Stößels und dem Zeitpunkt, an dem das
Vakuum annähernd eliminiert ist. Werden die einzelnen
Parameter, soweit sie wählbar sind, richtig eingestellt,
kann an einem beliebigen Ort während des Rückhubs das
seitliche Austragen erfolgen. Zweckmäßigerweise findet das
Auswerfen annähernd mittig an der Rückhubstrecke statt
oder auch zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Das Vakuum
wird naturgemäß schon zu einem früheren Zeitpunkt abge
schwächt. Bekanntlich findet auf halbem Wege des Rückhubs
eine Beschleunigungsumkehr statt. Bereits vor dem Umkehr
punkt wird die Beschleunigung geringer. Die durch den Un
terdruck aufzubringende Kraft kann daher ebenfalls gerin
ger werden, ohne daß die Mitnahme des Blechteils gefährdet
wäre. Beim Umkehrpunkt für die Beschleunigung kann das
Vakuum ebenfalls minimal oder Null sein, wenn zu diesem
Zeitpunkt seitlich ausgetragen werden soll. Während des
weiteren Rückhubs ist die Beschleunigung negativ, so daß
die Eigenträgheit des Blechteils versucht, dieses in An
lage am Werkzeug zu halten.
Der Abbau des Unterdrucks kann zum Beispiel durch ein Be
lüften des Raums zwischen Blechteil und Werkzeug erfolgen,
beispielsweise durch eine geeignete Verbindung zur Atmo
sphäre. Alternativ kann in diesen Raum auch ein Druckstoß
eingeleitet werden, der das Vakuum mehr oder weniger
schlagartig aufhebt. Dieser Druckstoß darf jedoch keinen
Überdruck erzeugen, da sonst schädliche dynamische Saug
effekte zwischen beweglichem Werkzeugteil und dem Werkzeug
entstehen können. Außerdem könnte das Blechteil die Haf
tung am beweglichen Werkzeug verlieren.
Das Stanz- und Umformwerkzeug zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens weist vorzugsweise einen Kanal auf,
der an der Formfläche des Werkzeugs mündet und am anderen
Ende mit Atmosphäre verbindbar ist. Die Verbindung kann
ständig mit Atmosphäre bestehen. Falls der Strömungsquer
schnitt entsprechend bemessen ist, läßt er den Unterdruck
aufbau bei der Bewegung des Blechteils mit Hilfe des be
weglichen Werkzeugs zu. Anschließend wird das Vakuum zwar
wieder aufgehoben durch die Zuströmung von Luft. Da der
Stößel sich jedoch mit einer erheblichen Geschwindigkeit
bewegt, ist es ohne weiteres möglich, den Unterdruckabbau
zu einem Zeitpunkt zu erzielen, an dem er für das seit
liche Austragen gewünscht ist. Eine unmittelbare Verbin
dung mit Atmosphäre hat auch den Vorteil, daß während des
Ziehens entstehender Überdruck abgebaut werden kann. Al
ternativ sieht die Erfindung die Anordnung eines Ventils
im Kanal vor, das den Strömungsquerschnitt steuert und den
Kanal wahlweise abschließt oder mit Atmosphäre in Verbin
dung setzt. Außerdem ist eine Verbindung des Kanals über
das Ventil mit einer Vakuumpumpe möglich oder auch mit
einer Druckquelle.
Mit Hilfe der Erfindung kann ein Blechteil in seiner Posi
tion am beweglichen Werkzeugabschnitt an einer gewünschten
Position relativ zu den Austragmitteln präsentiert werden.
Die Funktion der Erfindung ist störungsfrei, stabil und
sicher reproduzierbar. Einstellarbeiten entfallen. Die
Werkzeugkonstruktion ist erheblich vereinfacht. Die Erfin
dung erlaubt, Blechteile auch bei hoher Geschwindigkeit
des Stößels so exakt auszubringen, daß sie bei mehreren
Werkzeugen der Presse und in Reihe ohne Überlappung auf
einem einzigen parallel zur Werkzeugreihe verlaufenden
Transportband abgelegt werden können für die Zufuhr zu
einer zum Beispiel einzigen Weiterbearbeitungsmaschine.
Die Anzahl der Weiterbearbeitungsmaschinen kann in jedem
Fall gegenüber herkömmlichen Systemen verringert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen nä
her erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Werkzeuganordnung für die Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens während eines
Preßvorgangs.
Fig. 2 zeigt die Anordnung nach Fig. 1 während der Rück
hubphase des beweglichen Werkzeugs.
Fig. 3 zeigt schematisch ein Schaltbild für den Betrieb
der Werkzeuganordnung nach Fig. 1.
Die in Fig. 1 dargestellte Werkzeuganordnung weist ein
bewegbares Oberwerkzeug 10 sowie einen stationären Zieh
kern 12 auf. Letzterer weist einen kreisförmigen Abschnitt
16 mit einer Ausnehmung 14 auf. Der Abschnitt 16 ist von
einem ringförmigen Faltenhalter 18 umgeben und dieser wie
derum von einem ringförmigen Schneidwerkzeug 20. Der Fal
tenhalter 18 ist gegenüber einer Federanordnung 22 nach
unten verstellbar. Die beschriebenen Teile sind an einem
Lagerbauteil 24 gelagert, das fest mit einer stationären
nicht gezeigten Aufspannplatte verbunden ist.
Das Oberwerkzeug 10 weist einen kreisförmigen inneren Ab
schnitt 26 auf und einen diesen umgebenden ringförmigen
Abschnitt 28, der relativ zum ersteren axialbeweglich ist
und mit Hilfe einer im einzelnen nicht näher beschriebenen
Federanordnung 30 nach unten, d. h. in Richtung Kern 12
vorgespannt ist. In Fig. 1 ist die untere Totpunktstellung
des Oberwerkzeugs 10 dargestellt, in der ein Deckel 31 mit
mittiger ebener Spiegelfläche und gewölbtem flanschartigen
Rand zwischen den Werkzeugteilen geformt wird. Der Werk
zeugabschnitt 28 hat eine zurückgezogene Position in sei
nem Halteteil 32, das seinerseits an einer Platte 34 zum
Beispiel durch Schrauben befestigt sein kann. Die Platte
34 ist mit einem nicht gezeigten Stößel einer Exzenter
presse verbunden ist. Die obere Anordnung nach Fig. 1 be
wegt sich daher in Richtung des Doppelpfeils 36 in Rich
tung Kern 12 bzw. von diesem fort. Es versteht sich, daß
die Anordnung nach Fig. 1 jede beliebige Lage im Raum ein
nehmen kann.
Der ringförmige Werkzeugabschnitt 28 ist von einer ring
förmigen Ziehglocke 38 umgeben, die fest mit der Platte 32
verbunden ist.
Die in Fig. 1 und 2 beschriebene Werkzeuganordnung ist im
Prinzip bekannt. Wesentlich ist jedoch, daß der Raum un
terhalb des Werkzeugs 10 mit einem Kanal 42 in Verbindung
steht, der durch den Werkzeugabschnitt 26 hindurch nach
oben geführt ist bis in die Platte 34 hinein.
In Fig. 1 ist zu sehen, wie die Werkzeuge miteinander in
Eingriff sind, um ein Blechteil, hier den Deckel 31, aus
einer nicht gezeigten Tafel auszustanzen und gleichzeitig
umzuformen. Dabei gelangt der Rand des Deckels in die
ringförmige Ausnehmung, die durch den inneren Werkzeugab
schnitt 26, den ringförmigen Werkzeugabschnitt 28 und die
Ziehglocke 38 gebildet ist. Sobald das bewegliche Ober
werkzeug seinen Rückhub ausführt, drückt der ringförmige
Werkzeugabschnitt 28 das Blechteil nach unten, wobei das
Blechteil mit seinem angeformten Flansch weiter in Anlage
am ringförmigen Werkzeugabschnitt 28 und auch seitlich an
der Ziehglocke 38 bleibt, wie in Fig. 2 zu erkennen. Da
durch ist das Volumen 44 zwischen Deckel 31 und dem Werk
zeugabschnitt 26 vergrößert, was zur Entstehung eines Un
terdrucks führt, wenn er über den Kanal 42 nicht sofort
abgebaut wird. Bei einer entsprechenden Bemessung des
Strömungsquerschnitts des Kanals 42 kann jedoch dieser
Unterdruckabbau mehr oder weniger verzögert vonstatten
gehen, so daß das Oberwerkzeug 10 bereits einen gewissen
Abstand zum Unterwerkzeug zurückgelegt hat, bevor der Un
terdruck im wesentlichen zu Null wird. Geschieht dies etwa
in Höhe des Pfeils 46, kann das Blechteil mit Hilfe einer
impulsartigen Luftströmung oder dergleichen auf einfache
Weise seitlich zwischen den Werkzeugen ausgetragen werden
in einen seitlichen Kanal 47 hinein. Es ist jedoch auch
möglich, die Druckverhältnisse im Kanal 42 gezielt zu
steuern, um die Mitnahme des Deckels mit dem Oberwerkzeug
bzw. das Aufheben der Haftkraft zu steuern. Eine derar
tige Steuermöglichkeit ist in Fig. 3 angedeutet.
Der Kanal 42 ist in Fig. 3 mit dem Ausgang einer Ventilan
ordnung 48 verbunden. Die Ventilanordnung 48 ist steuerbar,
wie bei 50 angedeutet. Die Steuerung kann elektrisch oder
pneumatisch erfolgen. Ein Eingang R ist mit einer Vakuum
pumpe 52 verbunden, die über eine Kupplung 54 mit einem
Antriebsmotor 56 gekoppelt ist. Ein weiterer Eingang P ist
mit einer Druckquelle 58 verbunden. Ein dritter Eingang S
kann alternativ bei 60 mit Atmosphäre verbunden sein.
Die Druckverhältnisse im Kanal 42 können mit Hilfe der An
ordnung nach Fig. 3 in unterschiedlicher Weise gesteuert
werden. Beispielsweise kann bereits während des Ziehvor
gangs ein Vakuum an den Kanal 42 gelegt werden, um den
Überdruck, der beim Ziehen hinter dem Deckel 31 auftritt,
abzubauen. Wahlweise kann während dieses Zustands der
Kanal 42 auch mit Atmosphäre verbunden sein.
Während des Rückhubs kann der Kanal 42 an die Vakuumpumpe
52 angeschlossen sein. Zu einem gewünschten Zeitpunkt,
beispielsweise kurz vor dem Umkehrpunkt für die Beschleu
nigung oder auch danach wird die Verbindung mit der Va
kuumpumpe 52 gesperrt und entweder eine Verbindung zur
Atmosphäre hergestellt oder alternativ die Druckquelle 56
mit dem Kanal 42 kurzzeitig verbunden, um den Unterdruck
innerhalb einer gewünschten Zeitspanne gezielt aufzuheben.
In jedem Fall ist mit Hilfe der gezeigten Anordnung er
wünscht, daß der Deckel nach dem Umformen in der unteren
Totpunktlage des Oberwerkzeugs beim Rückhub mitgenommen
wird bis zu einer gewünschten Höhe, in der eine seitliche
Austragkraft das Blechteil sicher vom Oberwerkzeug ent
fernt. Die Mitnahme nach oben erfolgt durch Aufbau eines
Unterdrucks. Zu diesem Zweck ist erforderlich, daß die
Räume oberhalb des Deckels im Werkzeug möglichst luftab
gedichtet sind. Eine vollständige Abdichtung ist nicht un
bedingt erforderlich. Zu dem Zeitpunkt, an dem das Blech
teil seitlich ausgetragen werden soll, soll es möglichst
wenig an dem ringförmigen Werkzeugabschnitt 28 haften,
damit es relativ leicht zur Seite bewegt werden kann.
Es versteht sich, daß das Ventil 48 nach Fig. 3 nicht alle
drei beschriebenen Verbindungen des Kanals 42 herstellen
kann, da es nur zwei Schaltstellungen aufweist. Sollte der
Kanal wahlweise mit allen drei Anschlußmöglichkeiten ver
sehen werden, müßte die Steueranordnung entsprechend er
weitert werden. Schließlich ist auch möglich, den Raum
über einen weiteren Kanal mit Atmosphäre zu verbinden, in
dem zum Beispiel ein Rückschlagventil angeordnet ist, um
den Abbau eines Überdruckes während des Preßvorgangs zu
bewerkstelligen.
Claims (11)
1. Verfahren zum Auswerfen von Blechteilen, die in einer
Stanze, die einen stationären Kern und ein von einem
Antrieb hin- und herbewegtes Werkzeug mit einer dieses
umgebenden Ziehglocke aufweist, aus einer Blechtafel
ausgestanzt und umgeformt werden, wobei zumindest ein
kreis- oder kreisringförmiger Abschnitt des Werkzeugs
von einer Federanordnung vorgespannt ist und wobei das
Blechteil mit Hilfe einer eine seitliche Kraft auf das
Blechteil ausübenden Austragvorrichtung aus der Werk
zeuganordnung ausgetragen wird, wenn das Werkzeug sei
nen Rückhub ausführt und das umgeformte Blechteil vom
beweglichen Werkzeugabschnitt in Richtung Ziehkern be
wegt worden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Blech
teil vom Werkzeug während des Rückhubes mit Hilfe eines
Unterdrucks mitgenommen wird, der spätestens zu Beginn
des Rückhubs zwischen Blechteil und Werkzeug aufgebaut
wird und der Unterdruck nach einer vorgegebenen Strecke
des Rückhubs reduziert wird dergestalt, daß die am
Blechteil angreifenden Kräfte am Ort der Austragvor
richtung noch eine Anlage des Blechteils am Werkzeug
bewirken, jedoch von der Austragkraft sicher überwind
bar sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Austragkraft von einem Luftstrom an einem vorgege
benen Ort zwischen den Totpunktlagen des Werkzeugs er
zeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß zur Reduzierung des Unterdrucks der Raum zwi
schen Blechteil und Werkzeug belüftet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß zur Reduzierung des Unterdrucks ein Druckstoß
zugeführt wird, der jedoch keinen Überdruck im Raum
zwischen Werkzeug und Blechteil erzeugt.
5. Stanz- und Umformwerkzeug, das von einem Antrieb auf
einen stationären Ziehkern zu und von diesem fort be
wegt wird und das einen kreis- oder kreisringförmigen
beweglichen Werkzeugabschnitt aufweist, der von einer
Federanordnung in Richtung eines stationären Ziehkerns
vorgespannt ist, zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß im Werkzeug (10) ein Kanal (42) vorgesehen ist, der
an der Formfläche des Werkzeugs (10) mündet und der am
anderen Ende mit einem gewünschten Druck beaufschlagbar
ist.
6. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kanal (42) einen definierten Strömungsquerschnitt
aufweist und unmittelbar mit Atmosphäre verbindbar ist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Strömungsquerschnitt veränderbar ist.
8. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
dem Kanal (42) ein steuerbares Ventil (48) zugeordnet
ist.
9. Werkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
über das Ventil (48) eine Unterdruckquelle (52) an den
Kanal (42) anschließbar ist.
10. Werkzeug nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine
Ausbildung des Ventils (48), daß es den Kanal (42)
wahlweise mit der Unterdruckquelle (52) oder mit Atmo
sphäre (60) verbindet.
11. Werkzeug nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß über das Ventil (48) eine Druck
quelle (58) mit dem Kanal (42) verbindbar ist.
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| DE19621682C2 DE19621682C2 (de) | 2001-07-12 |
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ID=7795668
Family Applications (1)
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