DE19620582A1 - Luftreifen - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Fahrzeugreifen unterschied
licher Art, insbesondere auf Reifen für Motorfahrzeuge
(PKW, LKW, Motorräder, Baufahrzeuge etc.) und für Fahr
räder.
Natürlich ist es bekannt, Reifen mit lesbaren oder durch
Maschinen identifizierbaren Beschriftungen und Markierungen
unterschiedlicher Art zu versehen.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun jedoch die Aufgabe
zugrunde, solche Reifen mit einer dauerhaften Kodierung
auszurüsten, die sich mit geringem Aufwand erstellen läßt
und die sich auf vielfältige Weise technisch auswerten
läßt.
Diese Aufgabe wird durch den im Anspruch 1 beschriebenen
Luftreifen gelöst, dessen Besonderheit darin besteht, daß
kodierte Zonen mit permanentmagnetischen Arealen in der
Reifenwandung eingelagert oder auf der Reifenwandung aufge
bracht sind und daß im Betrieb, nämlich nach dem Aufziehen
des Reifens und Montage des Rades bei einer Drehbewegung
des Rades, diese permanentmagnetischen Areale als Signal
geber dienen und in Verbindung mit einem Stationärensignal
aufnehmer zum Sensieren der Drehbewegung verwendbar sind.
Die Erfindung beruht also auf der Erkenntnis, daß man in
das Gummi eines solchen Luftreifens dauerhaft magnetisier
bare Flächenzonen einlagern oder aufbringen kann, die dann
durch Magnetisierung und Ausbildung von Nord-/Südpol-Area
len zu kodierten Zonen werden. Mit Hilfe von magnetfeld
empfindlichen Signalaufnehmern oder Sensoren können dann,
wenn zwischen diesen magnetisierten Arealen und den Senso
ren eine ausreichend große relative Ortsverschiebung, näm
lich durch eine Dreh- oder Winkelbewegung der Reifens bzw.
des Rades, auftritt, die Kodierungen gelesen werden.
Nach einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung
ergeben die permanentmagnetischen Areale ein Muster, das
sich aus in Umfangsrichtung des Reifens mit wechselnder
Polarität aufeinanderfolgenden Elementen oder Arealen zu
sammensetzt und Informationen enthält, die bei einer Dreh
bewegung des Rades durch Auswerten der Eingangssignale des
Signal-Aufnehmers erkennbar sind.
In den beigefügten Unteransprüchen sind noch andere vor
teilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung anhand
der beigefügten Abbildungen hervor.
Es zeigen in schematisch vereinfachter Darstellung
Fig. 1 im Querschnitt den Mantel eines Luftreifens gemäß
einer Ausführungsart der Erfindung,
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Reifens nach der Erfin
dung,
Fig. 3 und Fig. 4 in gleicher Darstellungsweise wie Fig. 2 weitere
Ausführungsbeispiele,
Fig. 5 im Schnitt ein Fahrzeugrad mit einem Reifen nach
der Erfindung und Elemente der zugehörigen Rad
aufhängung, einschließlich eines stationären
Signalaufnehmers sowie
Fig. 6a und 6b Symbole und Diagramme zur Erläuterung der Funktion
der Anordnung nach Fig. 5.
Fig. 1 veranschaulicht, daß die erfindungsgemäß kodierten
Zonen an sehr unterschiedlichen Orten angeordnet sein kön
nen. Die kodierten Zonen 1 und 2 befinden sich in der seit
lichen Reifenwandung, die Zone 4 in der Lauf- oder Abroll
fläche des Luftreifens. Die kodierten Zonen 3 und 7 sind
sehr nahe am Felgenkörper 8 des nur angedeuteten Fahrzeug
rades angeordnet. Die Aufstandsfläche des Reifens ist in
Fig. 1 mit 6 symbolisiert.
Reifen rotieren um einen Radmittelpunkt. In vielen Anwen
dungsbeispielen ist es daher zweckmäßig, die magnetisierten
Areale auf Kreisbögen, konzentrisch zum Mittelpunkt der
Radachse anzuordnen. Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform mit
örtlich verteilten Polpaarzonen 9, 9′, 9′′ entlang der Reifen
wandung. Hierbei symbolisiert N ein Nordpolareal, S ein
Südpolareal. Fig. 2 dient nur zur Verdeutlichung der Struk
tur dieser kodierten Zonen. In der Praxis läßt sich durch
eine feinere Struktur der Nordpol-/Südpol-Areale eine grö
ßere Anzahl von Polpaaren und damit eine entsprechend hö
here Auflösung und/oder Empfindlichkeit erreichen.
Eine Kodierung der in Fig. 2 gezeigten Art ist auch geeig
net, den Luftreifen magnetisch zu kennzeichnen, damit er im
Produktionsprozeß automatisch identifiziert werden kann.
Die Anwendungsmöglichkeiten der eingelagerten kodierten
Zonen läßt sich auf sehr vielfältige Weise technisch nut
zen. Eine Möglichkeit zur Auswertung einer solchen Markie
rung, wie der Markierung 9, 9′, 9′′ in Fig. 2 besteht darin,
eine Fahrzeugbewegung zu sensieren, 2. B. als Bestandteil
einer Wegfahrsperre oder Diebstahlsicherung.
Fig. 3 zeigt ein Beispiel eines Reifens mit über den
gesamten Umfang gleichmäßig verteilt angeordneten,
permanentmagnetischen Arealen. In die Seitenwandung des
Luftreifens ist eine ganzzahlige Folge gleichartiger,
einander abwechselnder Nord- und Südpol-Areale eingebettet,
die eine geschlossene, zum Radmittelpunkt konzentrische
Kreisbahn 10 bilden. Eine solche Ausführungsform ist in
Verbindung mit einem stationären Meßwertaufnehmer z. B. zur
Messung des Drehverhaltens eines Fahrzeugrades als
Eingangsgröße eines Kraftfahrzeug-Regelungssystems
geeignet. Die in die Reifenwandung integrierten oder auf
der Reifenwandung angeordneten kodierten Zonen dienen in
diesem Anwendungsfall als Signal- oder Meßwertgeber.
Mit der Ausführungsform nach Fig. 4 ist eine noch höhere
Winkelauflösung zu erreichen. Die kreisförmige Kodier-Spur
11 besteht in diesem Fall aus linienförmigen Nord- und
Südpolen, die, wie in dem Beispiel nach Fig. 3, einander
abwechseln. Auch eine solche Ausführungsform ist als
Signalgeber oder Encoder für eine Drehzahlmessung-Sensorik
verwendbar.
Zur Abtastung der kodierten, aus magnetischen Arealen
gebildeten Spuren (1-4,7, 10, 11) werden relativ zu dem
Reifen bzw. den kodierten Zonen ortsfest angeordnete
Signalaufnehmer verwendet. Besonders geeignet sind aktive
Sensoren oder Meßelemente mit magnetoresistiven
Sensorelementen oder mit Hallelementen. Grundsätzlich
können alle Arten von Signalaufnehmer oder Sensortypen
eingesetzt werden, die auf permanentmagnetische Felder, die
Änderung dieser Felder oder auf Polaritätswechsel
reagieren, Verwendung finden. Natürlich ist es grund
sätzlich auch möglich, passive Signalaufnehmer oder
Spulensysteme einzusetzen, in denen durch die Änderung des
Magnetfeldes infolge der Drehung des Reifens Signale
induziert werden.
Die Fig. 5 und die Fig. 6a, 6b dienen zur Erläuterung einer
besonderen Anwendungsform. In diesem Beispiel ist, wie Fig.
5 zeigt, in Höhe der Reifenwandung bzw. in Höhe der
kodierten Zonen (1-4,7, 10, 11) an der Radaufhängung - oder
an einem geeigneten mit dem Fahrzeug verbundenen Halter ein
Sensor oder Signalaufnehmer mit zwei Meßelementen 13, 14
angeordnet. Beispielsweise können beide Meßelemente 13, 14
als magnetfeldempfindliches Element magnetoresistive
Sensorelemente enthalten.
Die beiden Meßelemente 13, 14 sind örtlich versetzt
angeordnet, wie dies die Fig. 6a, 6b, jeweils die links
dargestellte Skizze, veranschaulichen. Mit 13′, 14′ sind in
6a die "Lese"-Punkte der Sensoren 13 und 14 bezeichnet. Die
örtliche Versetzung D - siehe Fig. 6a - wird so gewählt,
daß zwischen den Lesepunkten 13′ und 14′ eine beliebige
Anzahl von Polpaaren 16, 17, . . . eingeschlossen wird.
Die um die Strecke D gegeneinander versetzten Sensoren 13,
14 liefern in diesem Fall, wie der Signalverlauf S₁₃, S₁₄ in
dem Kurvendiagramm nach Fig. 6a zeigt, bei jeder Raddrehbe
wegung zeitlich gegeneinander versetzte Signale, aus denen
das Drehverhalten - Drehzahl, Beschleunigung, Verzögerung,
und Drehrichtung - zu erkennen ist.
Bekanntlich führen die auf ein Fahrzeugrad ausgeübten
Antriebs- oder Bremsmomente zu einer Verformung des Reifens
in der in Fig. 6b symbolisch dargestellten Weise. Unter dem
Einfluß des Kräftepaares F - siehe Fig. 6b - wird die
Reifenwandung und damit zugleich die Richtung der
magnetisierten Streifen 16, 17, . . . in Torsionsrichtung
verformt; die magnetisierten Areale sind in diesem Fall der
Anschaulichkeit wegen streifenförmig dargestellt.
Gegenüber der ortsfesten Anordnung der beiden Meßelemente
13 und 14 - siehe Fig. 5 - tritt infolge dieser
torsionsbedingten Verformung ein relativer örtlicher
Versatz d der magnetisierten Streifen, insbesondere der
latschnahen magnetischen Zone jedes Streifens auf. Diese
Verformung hat eine Veränderung der gegenseitigen
Phasenlage der Signale S₁₃, S′₁₃ und S₁₄, S′₁₄ zur Folge. Diese
Phasenverschiebung der Signale ist in den Fig. 6a und
6b erkennbar.
Zur Auswertung der Phasenverschiebung wird der Zusammenhang
zwischen dem von dem Rad auf die Straße übertragenen Moment
M und der Phasenverschiebung D + d zweckmäßigerweise als
Tabelle in einem Speicher der (nicht dargestellten)
Auswerteelektronik erfaßt und zur Auswertung des Signals
herangezogen. Die Messung des Momentes M mit der Anordnung
nach Fig. 5 auf Basis der anhand der Fig. 6a, 6b
erläuterten physikalischen Gegebenheiten läßt sich zur
Verbesserung eines Regelungssystems auswerten, da aus
diesen Meßwerten auf den Kraftschlußbeiwert oder
Reibbeiwert zwischen Reifen und Straße geschlossen werden
kann.
Zur Realisierung der magnetisierbaren Flächen bzw. der
kodierten Zonen wird im Herstellungsprozeß des Reifens eine
geringe Menge von Barium-Ferrit-Pulver, erforderlichenfalls
versetzt mit einem Strontium-Anteil, in homogener
Verteilung eingefügt. Alternativ hierzu ist es auch
möglich, ca. 1 mm dicke Gummifolien, in die das
magnetisierbare Material eingebracht ist, zur Ausbildung
der kodierbaren Zonen zu verwenden. Diese Gummifolie wird
dann in den vorgesehenen Zonen auf die Reifenwandung
aufgeklebt und magnetisiert.
Claims (10)
1. Luftreifen, insbesondere für Motorfahrzeuge und
Fahrräder, dadurch gekennzeichnet, daß diese in der
Reifenwandung eingelagerte oder auf der Reifenwandung
aufgebrachte kodierte Zonen mit permanentmagnetischen
Arealen (1-4,7, 9-12) aufweist, die im Betrieb, nämlich
nach dem Aufziehen des Reifens und Montage des Rades
bei einer Drehbewegung des Rades, als Signalgeber
dienen und in Verbindung mit einem stationären
Signalaufnehmer (13, 14) zum Sensieren der Drehbewegung
des Rades verwendbar sind.
2. Luftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die permanentmagnetischen Areale (1-4,7, 9-12) ein Muster
ergeben, das sich aus in Umfangsrichtung des Reifens
mit wechselnder Polarität aufeinanderfolgenden
Elementen bzw. Arealen zusammensetzt und Informationen
enthält, die bei einer Drehbewegung des Reifens durch
den Signalaufnehmer (13, 14) bzw. durch Auswertung der
Ausgangssignale des Signalaufnehmers erkennbar sind.
3. Luftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die permanentmagnetischen Areale
(10-12) über den Umfang des Reifens gleichmäßig
verteilt angeordnet sind.
4. Luftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die permanentmagnetischen
Areale (9, 9′, 9′′) auf zur Drehachse des Rades
konzentrisch verlaufenden Kreisbögen oder
Kreissegmenten angeordnet sind.
5. Luftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die permanentmagnetischen Areale (1-4,7, 9-12) in oder
auf der Seitenfläche der Reifenwandung angeordnet
sind.
6. Luftreifen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die permanentmagnetischen Areale (4) in der
Abrollfläche der Reifenwandung angeordnet sind.
7. Luftreifen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß der Signalaufnehmer
(13, 14) als aktiver Meßwertaufnehmer ausgebildet ist
und ein oder mehrere magnetfeldempfindliche
Meßelemente auf Basis von magnetoresistiven
Sensorelementen oder von Halleffekt-Sensorelementen
enthält.
8. Luftreifen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß der Signalaufnehmer
(13, 14) als passiver Meßwertaufnehmer ausgebildet ist
und Meßelemente auf Basis von Induktionsspulen
enthält, in denen die permanentmagnetischen Areale ein
der Dreh- oder Winkelbewegung des Rades entsprechendes,
diese Bewegung darstellendes Signal hervorrufen.
9. Luftreifen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß sich in den kodierten
Zonen ein magnetisierbares, in der Gummimasse fein
verteiltes Material auf Basis von Barium-Ferrit
befindet, das während des Herstellungsprozesses in die
Gummimasse eingelagert und nach der Fertigstellung des
Reifens zur Ausbildung der permanentmagnetischen Areale
magnetisiert wurde.
10. Luftreifen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß als Träger für die
kodierten Zonen magnetisierte oder mit
magnetisierbarem Material versehene, auf die
Außenwandung des Reifens aufgeklebte Gummifolien
vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996120582 DE19620582A1 (de) | 1996-05-22 | 1996-05-22 | Luftreifen |
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| DE1996120582 DE19620582A1 (de) | 1996-05-22 | 1996-05-22 | Luftreifen |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19620582A1 true DE19620582A1 (de) | 1997-11-27 |
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ID=7794996
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| DE1996120582 Withdrawn DE19620582A1 (de) | 1996-05-22 | 1996-05-22 | Luftreifen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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