DE19620503A1 - Verfahren zur Herstellung eines Vlieses durch hydromechanisches Vernadeln und Produkt nach diesem Herstellungsverfahren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Vlieses durch hydromechanisches Vernadeln und Produkt nach diesem HerstellungsverfahrenInfo
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Description
In der Zeitschrift ITB Nonwovens, Industrial Textiles 4/95, Seite 20-25 "Degradables
or the recycling economy for disposables" oder in der Zeitschrift Chemical Fibers Inter
national Vol. 46, April 96, Seite 102 "A new water soluble PVA fiber for nonwovens
application" ist eine besondere Chemiefaser beschrieben, die aus einem hydrophilen
synthetischen Polymer hergestellt ist. Sie hat neben anderen wichtigen Eigenschaften
weiterhin die besondere Fähigkeit, sich bei bestimmten Temperaturen in Wasser rück
standsfrei aufzulösen. Die Faser besteht aus einem Polyvinyl Alkohol und ist sowohl
über die Webtechnik oder die Nonwoventechnik zu einem Flächengut verarbeitbar, aus
dem jedes beliebige Kleidungsstück od. dgl. herstellbar ist. Diese Flächengüter aus
der PVA-Faser werden aber besonders für die Hygieneproduktpalette verwendet, weil
nach deren Gebrauch z. B. im Krankenhaus bei Operationen, eine leichte und schnelle
Entsorgung der mit Blut und dgl. verschmutzten Güter durch die Auflösung in heißem
Wasser möglich ist.
Es ist bekannt, diese PVA-Faser mittels einer Karde oder aerodynamisch zu einem
Nonwoven zu verarbeiten. Um ihm eine genügende Festigkeit zu geben, werden diese
Vliese mittels der mechanischen Nadeltechnik verfestigt und dann zu den gewünsch
ten Kleidungsstücken verarbeitet. Es hat sich gezeigt, daß die Vliese mit der mechani
schen Nadeltechnik nur mit für die Industrie zu geringer Produktionsgeschwindigkeit
verfestigt werden können. Außerdem besteht beim mechanischen Vernadeln die Ge
fahr der Lochbildung, was für die gewünschte Wasserundurchlässigkeit der Hygiene
artikel nachteilig ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem das
wie üblich hergestellte Nonwoven aus diesen PVA-Fasern kontinuierlich mit höherer
Geschwindigkeit als beim mechanischen Verfahren verfestigt werden kann und dabei
ein Produkt hergestellt werden kann, das gleichmäßig verfestigt und im wesentlichen
flüssigkeitsundurchlässig ist.
Es ist bekannt, zur Herstellung eines verfestigten endlosen Vliesproduktes die hydro
dynamische Vernadelung zu verwenden. Dabei wird die von einer Vlieslegemaschine
wie Karde oder zusammen mit einem Kreuzleger vorgelegte Vliesbahn unmittelbar an
schließend mit den vernadelnden Wasserstrahlen zur Verfestigung des Vliesproduktes
beaufschlagt. Anschließen muß das nasse Vlies getrocknet werden. Es ist nun die Idee
der Erfindung ein Nonwoven mit diesem Verfahren zu verarbeiten, das zumindest teil
weise aus PVA (Polyvinylalcohol)-Fasern gebildet ist. Zunächst scheint es unmöglich,
dieses Wasservernadelungsverfahren für eine solche Chemiefaser zu verwenden, da
die Faser beim Vernadeln mit Wasser in Berührung kommt und deshalb schon jetzt die
Gefahr besteht, daß sie sich auflöst. Dies gilt, wenn nicht schon beim Vernadeln, zu
mindest beim sich unbedingt anschließenden Trocknen des nassen Vliesproduktes, da
eine Trocknung nicht ohne Wärme möglich ist.
Die Erfindung hat nun herausgefunden, daß es mit einigen besonderen Parametern
dennoch möglich ist, ein Vliesprodukt aus dieser Faser mittels der hydrodynamischen
Methode zu verfestigen. So ist es z. B. vorteilhaft, wenn das vorher befeuchtete Non
woven einmal beidseitig mit den Wasserstrahlen beaufschlagt wird und dabei jeweils
von mehreren Wasserstrahlen hintereinander, wobei die Energie der Strahlen der fol
genden Düsenbalken immer höher werden sollte, z. B. von 50 bar bis zu 120 bar auf
der ersten Seite und von 120 bar bis zu 160 bar auf der zweiten Seite. Die letzte Ver
nadelung auf jeder Seite sollte mit etwa 80 bar erfolgen und mit einer größeren Anzahl
von Wasserstrahlen verteilt über die Breite des Nonwoven durchgeführt werden, um
eine gleichmäßig glatte Oberfläche zu erzielen. Mit diesen Bedingungen kann ein
Vliesgewicht von 40 bis 150 g/m² verfestigt werden. Die Transportgeschwindigkeit des
Nonwoven liegt bei der Verfestigung bei 70 m/min. Die Produktionsgeschwindigkeit
wird auf die jeweilige Vliesgewichte angepaßt, jedenfalls liegt sie bei höheren Gewich
ten niedriger.
Wesentlich sind auch die Trocknungsparameter. Zunächst ist das vernadelte Vlies
unmittelbar vor dem Trocknen mechanisch zu entwässern, wie z. B. abzuquetschen
oder abzusaugen, um dabei eine Feuchtigkeit zu erzielen, die nicht höher ist als 100%
Feuchtigkeit. Dann ist das Vlies zu trocknen mit einer Trocknungsluft, die nicht höher
aufgeheizt ist als 120 °C. Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Trocknung mit der
Durchbelüftung, hier insbesondere mit der Behandlung auf einer sich drehenden,
innen unter Saugzug gesetzten Siebtrommel erfolgt und dabei die Luftgeschwindigkeit
im Vlies durch eine hohe Ventilatordrehzahl bis zu 4 m/sec erhöht wird. Vielfältige Ver
suche haben ergeben, daß mit diesem Verfahren eine Schädigung der PVA-Faser
nicht eintritt. Sowohl während der Trocknung als auch bei der sich anschließenden
heißen Schlußbehandlung traten keine erkennbare Nachteile, wie sonst übliche braune
Flecken, auf. Grundsätzlich ist eine Trocknung auch mit einem Bandtrockner, wo auch
die Durchbelüftung erzeugt werden kann, oder mit einem IR-Trockner o. ä. möglich.
Wenn das Vlies noch mit einer wasserabweisend machenden Imprägnierung wie
Schaumimprägnierung versehen werden sollte, so ist es zweckmäßig diese nach einer
1. Trocknung bis auf 30% Feuchtigkeit vorzunehmen, es sei denn die Imprägnierung
erfolgt naß in naß. Dann nach der ersten Trocknung sollte die zweite Trocknungsstufe
genauso wie die erste bei einer Temperatur bis zu 120°C vorgenommen und das Vlies
voll durchgetrocknet werden. Es ist auch möglich, die Imprägnierung erst nach dem
Trocknen z. B. bis auf 5% Feuchtigkeit vorzunehmen. Nach vollständiger Trocknung
des vernadelten Vlieses ist es kein Problem, wenn das Vlies noch bei Temperaturen
bis zu 210°C vulkanisiert wird.
Es ist bekannt, ein Vlies aus diesen PVA-Fasern mit einer zusätzlichen Schicht aus
Pulp oder Papier zu versehen, um die wasserabweisende Eigenschaft des Nonwoven
zu erhöhen. Es kann eine Schaumimprägnierung, eine Flüssigimprägnierung, mit Vor
teil kann aber auch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine solche Schicht in
Flockeform oder als Papier aufgegeben und dann mit dem vernadelten Vlies verbun
den werden, indem es zur gleichzeitigen rückseitigen Vernadelung mit dem Vlies vor
der zweiten Vernadelung auf das Vlies abgelegt und bei der dann einsetzenden Ver
nadelung mit dem Vlies verbunden wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren erzeugt ein neues Produkt. Insofern erstreckt sich
der Anmeldungsgegenstand auch auf ein aus PVA-Fasern gebildetes Vliesprodukt, das
durch eine z. B. beidseitige Wasservernadelung verfestigt und letztlich auch getrock
net ist.
Claims (15)
1. Verfahren zur Herstellung eines endlosen Vliesproduktes durch hydrodynami
sches Vernadeln einer von einer Vlieslegemaschine wie Karde oder zusammen
mit einem Kreuzleger vorgelegten Vliesbahn und unmittelbar anschließender Be
aufschlagung der Vliesoberfläche mit den vernadelnden Wasserstrahlen zur
Verfestigung des Vliesproduktes und einer sich anschließenden Trocknung des
vernadelten Vlieses, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies zumindest teilweise
aus PVA (Polyvinylalcohol)-Fasern gebildet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vlies aus reinen
PVA-Fasern gebildet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das aus PVA-
Fasern bestehende Vlies hintereinander wechselseitig, also von beiden Seiten
wasservernadelt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß das
aus PVA-Fasern bestehende Vlies beim Wasservernadeln auf einem das Vlies
tragenden Band, wie z. B. Siebband oder Trommelbespannung, mit einer freien
Oberfläche von 18-25% und/oder 80-120 mesh (Drähte/inch) mit einfacher
oder mehrschaftiger Bindung abgelegt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vernadelung des aus PVA-Fasern bestehenden Vlieses mit mehreren, vorzugs
weise mit vier Düsenbalken hintereinander mit jeweils leicht steigendem Wasser
druck , z. B. mit 50, 80 und 120 bar, durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite, umseitige
Vernadelung des aus PVA-Fasern bestehenden Vlieses ebenfalls mit mehreren,
vorzugsweise vier Düsenbalken hintereinander und mit jeweils wiederum leicht,
aber weiter steigendem Wasserdruck, z. B. mit 120, 140 und 160 bar, durchge
führt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der letzte Dü
senbalken mit reduziertem Wasserdruck z. B. 80 bar beaufschlagt wird, jedoch
eine größere Lochdichte aufweist als die vorhergehenden Düsenbalken.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß das
vernadelte aus PVA-Fasern bestehende Vlies vor dem Trocknen teilentwässert,
z. B. abgequetscht oder abgesaugt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Trocknung des aus PVA-Fasern bestehenden Vlieses bei einer Temperatur bis
120°C durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknung des aus
PVA-Fasern bestehenden Vlieses mit einer Vliesdurchbelüftung und hoher
Durchströmgeschwindigkeit von mehr als 2 bis 4 m/sec durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das aus PVA-
Fasern bestehende, wasservernadelte Vlies vor, nach einer Teiltrocknung auf
etwa 30% Feuchtigkeit oder nach der Endtrocknung mit einem die Faser wasser
abweisend machenden Ausrüstungsmittel imprägniert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das aus PVA-Fasern
bestehende, bereits vorgetrocknete, wasservernadelte Vlies einer zweiten
Trocknungsstufe unterworfen und dabei wieder mit einer Temperatur von maximal
120°C behandelt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9-12, dadurch gekennzeichnet, daß erst
das trockene aus PVA-Fasern bestehende Vlies kurzzeitig, wie z. B. 20-30 sec.,
auf eine Temperatur von etwa 210°C zum Ausreagieren (curing) erhitzt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß die
eine, vorzugsweise zweite Seite des zu vernadelnden, aus PVA-Fasern beste
henden Vlieses vor der zweiten Wasservernadelung mit Pulp oder Papier vom
etwa 15 g/m² belegt wird und diese zweite Vernadelung auch zur Verbindung
dieser Beschichtung mit dem einseitig bereits vernadelten Vlies vorgesehen ist.
15. Aus zumindest teilweise PVA-Fasern gebildetes Vliesprodukt, das durch eine
beidseitige Wasservernadelung verfestigt und anschließend getrocknet ist.
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